Neues vom Betzenberg

 

Stadionname: Zwischen Geschäft und Tradition

29. März 2010, Fußball-Zweitligist 1. FC Kaiserslautern spielt gegen 1860 München. Schon nach zehn Minuten tönt es geschlossen aus dem Gästeblock der befreundeten Fans aus München: "Fritz-Walter-Stadion!" Schon eine Woche zuvor, als der FCK in Düsseldorf gespielt hatte, zeigten die Fortuna-Fans ein Transparent: "Für immer Fritz-Walter-Stadion." Ein Gerücht wabert seit einiger Zeit um den Betzenberg, das nicht nur die Pfälzer Fans beunruhigt: Das Fritz-Walter-Stadion könnte bald ganz anders heißen, so wie das Nürnberger Frankenstadion inzwischen "Easy-Credit-Stadion" heißt.

Von den derzeitigen Erstligisten verzichten nur Mönchengladbach, Bremen und Berlin auf einen Stadionsponsor. Ob sich der FCK, der am Freitag durch einen Heimsieg gegen Hansa Rostock ins Oberhaus zurückkehren kann, als Aufsteiger diesen Luxus auch leisten könnte, ist fraglich. Geschäft ist das eine, Tradition das andere: Der 1. FC Kaiserslautern wird bis heute mit seinem wohl größten sportlichen Idol in Verbindung gebracht: Fritz Walter, Mannschaftskapitän der Helden von Bern. Der Historiker Joachim Fest nannte ihn den "mentalen Gründungsvater der Bundesrepublik Deutschland." Schon zu Lebzeiten setzten sie ihm in Kaiserslautern ein Denkmal: Seit 1985 trägt das Betzenbergstadion seinen Namen.

Auf den Vorstandsvorsitzenden Stefan Kuntz kommt eine Menge Arbeit zu, will er den traditionsbewussten FCK-Fans einen Verkauf des Stadionnamens vermitteln. Die Vereinssatzung müsste geändert werden, wie Kuntz auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt - und dazu müssten auch die Mitglieder zustimmen.

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Quelle und kompletter Text: Allgemeine Zeitung

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