Stimmen zum Spiel
"Verstehe nicht, warum er da rausgeschickt wird": Rote Teufel hadern mit fragwürdiger VAR-Entscheidung

Foto: Imago Images
Rotsünder Maxwell Gyamfi wollte nach dem Spiel nicht mit den aus Kaiserslautern mitgereisten Journalisten sprechen. Dafür stellte sich Julian Krahl. Der ansonsten wieder starke Torhüter des 1. FC Kaiserslautern hatte kurz vor der Halbzeit eine Freistoßmauer zu dünn aufgestellt, konnte den strammen Schuss von Filip Bilbija nur nach vorne abwehren und musste sich anschließend von einer Grätsche Gyamfis gegen die nachrückenden Paderborner retten lassen. Nachdem das Spiel zunächst ohne Beschwerden weiterlief, beorderte der Video-Assistent den jungen Schiri Konrad Oldhafer jedoch nach draußen und führte ihn so zur harten und wohl spielentscheidenden Konsequenz: Platzverweis gegen Gyamfi und Elfmeter für den SC Paderborn. "Ich habe im Spiel nicht gesehen, ob es beim Elfmeter ein Foul war. Es hat ja auch keiner etwas gesagt, auch keiner von Paderborn. Der Freistoß davor war einfach ein super Schuss. Sehr, sehr scharf, der Ball hat geflattert. Ich war froh, dass ich noch dahinter gekommen bin", resümierte Krahl nach dem Schlusspfiff. Den Strafstoß hielt der FCK-Keeper, nach der Pause war er jedoch gegen die jeweils freistehenden Bilbija (50.) und Laurin Curda (53.) machtlos. Krahl wollte die erste Pleite nach zuvor drei Siegen am liebsten schnell abhaken: "Wir haben heute einige Sachen nicht so gut gemacht wie letzte Woche. Das ist die Sache, der wir uns annehmen müssen. Und das werden wir auf jeden Fall, da mache ich mir auch gar keine Sorgen, weil ich weiß, das Trainerteam wird das analysieren und die richtigen Worte finden. Wir stehen zusammen. Und nächste Woche werden wir wieder mit 120 Prozent zu Hause alles geben."
Die weiteren Stimmen zum Spiel:
Fabian Kunze war völlig überrascht vom Signal des VAR und konnte nicht verstehen, warum der Schiedsrichter an den Monitor geschickt wurde: "Ich habe die Szene zum Elfmeter im Spiel gar nicht richtig wahrgenommen. Der Schiedsrichter hat dann ein Signal bekommen. Das habe ich mir gerade eben auf den TV-Bildern nochmal angeschaut. Ich verstehe nicht, warum er da rausgeschickt wird. Für uns war das natürlich eine sehr spielentscheidende Situation. Wir sind dann einer weniger und müssen mehr laufen. Der Gegner hat mehr Raum. Bitter, dass wir dann relativ schnell das erste Gegentor kriegen. Aber ich glaube, jeder hat sich trotzdem reingehauen. Da kann man uns läuferisch und von der Mentalität her keinen Vorwurf machen."
Luca Sirch gab sich selbstkritisch, lobte aber auch den Gegner und erklärte die Systemumstellung nach der Pause: "Beim Platzverweis habe ich mich gefragt, wie das ist mit der Doppelbestrafung. Die gibt es doch nicht mehr. Der Schiedsrichter hat mir kurz erklärt, dass es in der Szene nicht um den Ball ging, sondern dass es halt ein reines Ziehen war. Deshalb könne man die Rote Karte geben. Wenn das die Regel ist, dann muss man es leider akzeptieren. Es war dann natürlich schwierig, dass wir innerhalb von fünf Minuten zwei Gegentore kriegen. Wir hatten die umgekehrte Situation in Überzahl gegen Fürth. Wir wollten auch nach der Pause mit zwei Stürmern spielen und haben hinten zuerst auf Viererkette umgestellt. Wenn man ein Mann weniger ist, ist es aber generell schwer. Und Paderborn hat es einfach auch gut gemacht und die Tore gut herausgespielt. Wir haben bis zum Schluss hart gekämpft, aber wir wissen auch selbst, dass es auch vor der Roten Karte nicht unser bestes Spiel war. So ehrlich muss man sein."
Cheftrainer Torsten Lieberknecht wollte nicht den Platzverweis als entscheidende Szene benennen, sondern das aus seiner Sicht zu zaghafte Auftreten seiner Mannschaft: "Wir hätten gerne den vierten Sieg in Folge eingefahren. Aber das wäre nicht verdient gewesen, auch als wir noch mit elf gegen elf gespielt haben. Wir waren in zu vielen Situationen einen gedanklichen Schritt langsamer. In Unterzahl haben wir dann zu schnell die Gegentore bekommen, so dass unsere Idee mit einem Mann weniger nicht mehr greifen konnte. Wir hätten heute mehr zeigen müssen, um mit einem Punkt nachhause zu fahren. Nun ist es so und wir wollen im nächsten Spiel gegen Bochum diese Niederlage wettmachen."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Auswärtsspiel beim SC Paderborn
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