Stimmen zum Spiel
"Teilweise kein Zweitliga-Niveau": Rote Teufel üben scharfe Selbstkritik
"Wir hätten den Punkt nicht verdient gehabt und können froh sein, dass es zur Pause nur 0:1 stand. Die haben uns ganz schön hergespielt. Wir hatten in der ersten Halbzeit teilweise kein Zweitliga-Niveau - da muss man ganz ehrlich sein. Elversberg war in vielen Bereichen viel besser als wir", schimpfte der frühere SVE-Profi Semih Sahin angesichts des mauen Auswärtsauftritts seiner Mannschaft. Den Mittelfeldregisseur ärgerte konkret, "dass wir einfach nicht bei unserer Taktik bleiben. Dass wir undiszipliniert werden. Ich glaube, die Reaktion der Fans war für das, was wir gespielt haben, noch relativ harmlos." Nach dem Spiel hatte es aus dem Gästeblock Pfiffe, aber auch sowohl aufmunternde wie auch fordernde Reaktionen gegeben.
"Ich bin erstmal froh, dass die Jungs so eine Selbstkritik an den Tag legen. Trotzdem müssen wir in der Analyse ruhig bleiben. Und das ist ja meine Aufgabe. Man darf schließlich auch den Gegner nicht vergessen, der bei einem Fußballspiel auch dazu gehört. Was wir nicht gut gemacht haben, war die Zweikampfbereitschaft. Die haben wir in der ersten Halbzeit nicht an den Tag gelegt", analysierte Trainer Torsten Lieberknecht in der Pressekonferenz nach dem Spiel.
Wie schon beim Ligastart in Hannover (0:1) wirkten die Roten Teufel in der Offensive über weite Strecken harmlos. Dazu gesellte sich ein kapitaler Bock im Spielaufbau, der den Elversbergen die 1:0-Führung schenkte, ein Lucky Punch der Gastgeber in der zweiten Minute der Nachspielzeit zum 1:2-Endstand - und zu allem Überfluss auch noch Verletzungspech, als Simon Asta schon in den Anfangsminuten nach einem Foul verletzt raus musste. "Es besteht der Verdacht, dass irgendwas am Knie ist. Aber da müssen wir jetzt die genaue Diagnose abwarten", sagte Lieberknecht über den rechten Schienenspieler, der voraussichtlich am Samstag in Kaiserslautern untersucht wird. Zum weiter ideenlos wirkenden Offensivspiel erklärte der FCK-Coach: "Wir waren nicht kreativ genug und haben die Räume nicht gefunden. Beim nicht gegebenen 0:2 muss man auch sagen, dass wir Glück hatten, dass der Schiedsrichter dieses Tor abpfeift. Das war für mich ein normaler Körperkontakt. Es hat aber auch viel gezeigt. Wir hatten in den Zweikämpfen nicht die Präsenz, die man braucht. Offensiv fängt es beim Aufbauspiel an. Wir müssen die Bälle viel mutiger in die Räume spielen. Da machen wir es dem Gegner zu einfach. Weil wir nicht diese Passwege suchen, die vielleicht auch mal ein bisschen risikoreich sind. Da werden wir weiter daran arbeiten müssen."
Die weiteren Stimmen zum Spiel:
Julian Krahl gratulierte dem Gegner und ging mit dem eigenen Team ebenfalls scharf ins Gericht: "Elversberg ist eine gute Mannschaft, hier kann man verlieren. Aber die Art und Weise, wie wir uns teilweise präsentiert haben, die nervt. Da sind wir alle extrem angepisst. Wir haben selbst unsere Ansprüche und denen sind wir nicht gerecht geworden. Mit einem Punkt wären wir mit einem blauen Auge davon gekommen. Aber heute wurden uns die Grenzen aufgezeigt."
Richmond Tachie traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich und erklärte, warum er beim Elfmeter die Verantwortung übernommen hat: "Das erste Tor ist ein bisschen unglücklich. So ein Fehler kann immer mal passieren. Aber wir sind zurückgekommen, haben uns das 1:1 erarbeitet. Und dann ist es natürlich ärgerlich, wenn man mit dem letzten Eckball noch ein Gegentor kassiert und mit null Punkten nach Hause fährt. Jeder Spieler hat einen Anspruch an sich selbst, ich glaube, ich habe den Anspruch, Verantwortung zu übernehmen. Dann gehe ich dahin, dann lege ich mir den Ball hin und schieße ihn rein."
Maxwell Gyamfi kommentierte die Entstehung des 0:1: "Ich rechne nicht mit dem Ball. Ich habe gedacht, Jule [Krahl] schlägt den Ball nach vorne. Das müssen wir anders lösen, es ist einfach unglücklich gelaufen. Wir müssen das Spiel jetzt aufarbeiten und dann in allen Belangen zulegen."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Auswärtsspiel bei der SV Elversberg
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