Blick in die Kurve
Palzlied, T-Shirts, (keine) Tennisbälle: Das zeigte die FCK-Kurve in Babelsberg
Von den 7.479 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion hielten es rund 4.000 mit dem 1. FC Kaiserslautern. Die Gästefans verteilten sich hauptsächlich auf die komplette Hintertortribüne und die halbe Gegengerade, einige saßen auch auf der Haupttribüne und wurden von den Gastgebern mit dem "Palzlied" empfangen. Kurz vor dem Anpfiff fehlten allerdings noch die Lautrer Ultras: Eine Polizeikontrolle auf der Autobahn ließ schlimmeres befürchten, schließlich ging genau das schon früher zwei Mal schief auf dem Weg gen Berlin. Dieses Mal gab es aber keine Komplikationen und alle Fans waren rechtzeitig zum Spiel im Stadion.
Mit Zaunfahnen und Schwenkfahnen sorgte der FCK-Anhang für eine bunte Kurve, außerdem wurde mit einem Spruchband ein wichtiges Thema mal wieder aufgegriffen: "DFB und DFL: Wir haben euch im Blick - 50+1 ausnahmslos umsetzen!" Ein aufgemalter Tennisball hinter dem Slogan erinnerte als eine Art Warnung an die großen Anti-DFL-Proteste vor anderthalb Jahren. Dieses Mal flogen jedoch keine Bälle und es kam auch folglich zu keiner Unterbrechung. In der Heimkurve wurde zeitgleich ein Spruchband "Scheiß DFB - Scheiß NOFV" gezeigt. Der Versuch eines "Scheiß DFB"-Wechselgesangs klappte allerdings nicht. Ein weiterer optischer Blickfang im Gästeblock: Kurz vor der Halbzeit zogen ein paar hundert Fans blank und reckten ihre FCK-Shirts und -Trikots in die Höhe - eine kleine Erinnerung an das DFB-Pokal-Finale vor einem Jahr.
Leider vermieste ein "Vollidiot" (O-Ton Torsten Lieberknecht) dann kurz die ansonsten sehr angenehme Pokal-Atmosphäre: Aus dem Stahnsdorfer Block wurde ein Einwechselspieler des FCK rassistisch beleidigt. Der Täter wurde laut späteren Aussagen mithilfe anderer Zuschauer ermittelt und gegen ihn wird ein Verfahren eingeleitet. Während des Spiels folgte eine distanzierende Durchsage des Stadionsprechers und die Spieler wechselten die Seite vor die Lautrer Kurve. Dort stimmten zunächst die um die Eckfahne stehenden FCK-Fans "Nazis raus" an, was sich schnell auf den gesamten Gästeblock und dann alle Bereiche des Stadions ausbreitete. Klare Kante gegen Rassismus!
Am Ende standen trotz dieses Vorfalls ein gelungener Sonntagsausflug und ein 7:0-Auswärtssieg für das Team und die Fans. Mit dem Banner "Pokalsieger 1990 1996" wurde auf die nächsten Pokal-Aufgaben eingestimmt.
In der Heimkurve gab es entgegen einer vorherigen Ankündigung keine Choreo oder ähnliches. Ein paarmal kamen die Anfeuerungen der Stahnsdorfer Fans aber durch. Für den RSV Eintracht war es das größte Spiel der Geschichte und die Stahnsdorfer zeigten sich nicht nur mit dem "Palzlied" dankbar für die zahlreiche Anwesenheit der FCK-Fans.
Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Pokalspiel in Potsdam:
- Fotogalerie | DFB-Pokal: RSV Eintracht - 1. FC Kaiserslautern
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