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Fragen und Antworten zum Kühlwetter-Gerücht

Verliert der 1. FC Kaiserslautern seinen treffsichersten Stürmer? Zweitligist 1. FC Heidenheim hat Interesse an Christian Kühlwetter - und einen dicken Geldbeutel. Von Seiten des FCK gibt es erstmal "keinen Kommentar" zu dem Transfergerücht.

Der 23-jährige Kühlwetter ist Ende September 2018 zu den FCK-Profis aufgerückt und hat die Roten Teufel in der Saison 2018/19 vor Schlimmerem bewahrt: Mit zwölf Treffern in 28 Drittliga-Spielen war Kühlwetter bester Torschütze des Teams, hinzu kamen seine beiden wichtigen Tore im Verbandspokalfinale gegen Worms (2:1). Nun soll der 1. FC Heidenheim Interesse an dem gebürtigen Kölner bekunden, was bei den FCK-Fans naturgemäß für rege Diskussionen sorgt.

Was sagen die Beteiligten? "Wir werden heute keine Transfergerüchte kommentieren", lässt Sport-Geschäftsführer Martin Bader über die FCK-Pressestelle ausrichten. Zuvor hatte Christian Kühlwetter über seinen Spielerberater gesprochen. Dieser heißt Konstantinos Kilikidis (Agentur MK Sport Consulting) und sagte bei "fussball.news": "Der 1. FC Heidenheim bekundet starkes Interesse." Kühlwetter fühlt sich dem Vernehmen von der Chance auf die 2. Bundesliga durchaus gereizt, womit auch das mediale Vorpreschen zu erklären wäre.

Was spricht für den 1. FC Heidenheim? Zweitligist Heidenheim hat gerade den Ex-Lautrer Robert Glatzel (25) für sechs Millionen Euro an Cardiff City (Wales/England) verkauft und sucht dringend einen treffsicheren Nachfolger. Sowohl sportlich als auch finanziell hat der kleine Klub von der Brenz den FCK zurzeit überholt. Mit Frank Schmidt steht zudem ein Trainer an der Seitenlinie, der schon manchen Fußballer weitergebracht hat - wie nicht zuletzt die Personalie Glatzel beweist.

Was spricht für den 1. FC Kaiserslautern? Gilt weiter die Aussage: "Wir werden keinen Leistungsträger abgeben"? Christian Kühlwetter hat im Dezember seinen Vertrag bis 2021 verlängert - zu verbesserten Konditionen und ohne Ausstiegsklausel. Ohne diese Unterschrift hätte der FCK eine Option ziehen können, die den niedriger dotierten U21-Vertrag zumindest bis 2020 verlängert hätte. Die FCK-Verantwortlichen könnten also auf den noch zwei Jahre gültigen Vertrag pochen, zumal über allen Transferaktivitäten weiterhin die Aussage von Martin Bader schwebt: "Wir werden keinen Leistungsträger aus finanziellen Gründen abgeben." Ganz nüchtern betrachtet muss man aber festhalten, dass selbst Klubs wie Borussia Dortmund ihre Leistungsträger trotz gültiger Verträge nicht immer halten können - wie so oft im Fußball ist alles eine Frage des Geldes.

Welche Ablöse wäre realistisch? Dem 1. FC Heidenheim stehen sechs Millionen Euro aus der Glatzel-Ablöse zur Verfügung, aus denen nun der Nachfolger finanziert werden soll. Im DBB-Forum träumen manche Fans von vier, fünf Millionen Euro für den FCK, aber das ist in diesem Fall unrealistisch. Je nach Verhandlungsgeschick könnten für einen 23-jährigen Drittliga-Stürmer ein bis zwei Millionen Euro und vielleicht noch ein paar Bonusprämien zustande kommen. Zum Vergleich: Der komplette Lizenzspieleretat des FCK beläuft sich diese Saison auf rund 5,5 Millionen Euro.

Wie geht es weiter? Das Transferfenster ist noch bis Montag, den 02. September 2019 geöffnet. Bis dahin könnte Kühlwetter theoretisch wechseln und - mindestens genauso wichtig - der FCK einen Nachfolger suchen. Es wäre töricht anzunehmen, dass sich Heidenheim nur auf Kühlwetter als einzige Option festgelegt hat, auch andere Stürmer werden noch ins Gespräch kommen. Als Vergleichsbeispiel könnte der Fall Robin Koch herhalten: Der heutige U21-Nationalspieler wurde im Juli 2017 vom FCK noch als "unverkäuflich" betitelt, der ebenfalls von millionenschweren Transfereinnahmen gesegnete SC Freiburg besserte aber nochmals nach, auch der Spieler und sein Berater machten Druck für die "Chance Bundesliga", und Ende August 2017 wechselte FCK-Spieler Koch dann für eine hohe Ablösesumme doch noch das Trikot. Robert Glatzel hatte der FCK ein paar Monate vorher ablösefrei ziehen lassen, nachdem alle Versuche für eine Vertragsverlängerung gescheitert waren.

Ergänzung, 21:59 Uhr: FCK-Sportchef Martin Bader hat sich nun doch kurz zur Personalie Christian Kühlwetter geäußert. Die "Rheinpfalz" zitiert ihn mit folgender eindeutigen Aussage: "Wir verkaufen 'Kühli' nicht!"

Zur Diskussion im DBB-Forum: Das schreiben die Fans des 1. FC Kaiserslautern zum Interesse des 1. FC Heidenheim an Christian Kühlwetter.

FCK-Stürmer Christian Kühlwetter beim Torjubel gegen Unterhaching

Quelle: Der Betze brennt

Weitere Links zum Thema:

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