Beiträge zur ersten Mannschaft des FCK.

Beitragvon Thomas » 15.08.2019, 19:18


Starke: "Fußballer müssen auch ihr Hirn trainieren"

Offensiv ja, aber ist das jetzt ein hängender Stürmer, ein "Zehner", einer für die linke oder für die rechte Außenbahn? Wer sich über Manfred Starke zu informieren versuchte, nachdem sein Wechsel zum 1. FC Kaiserslautern feststand, wurde da nicht so recht schlau. Der 28-jährige schien ein Allrounder im besten Sinne zu sein, und tatsächlich ist er in vergangenen Jahren auf allen möglichen Positionen aufgetaucht. Nach vier Ligaspielen und dem 2:0 gegen Mainz im DFB-Pokal sieht es nun so aus, als würde sich der Deutsch-Namibier beim FCK als Takt- und Tempogeber im zentralen Mittelfeld etablieren. Als wäre das die Rolle, die er schon immer gesucht hat. Ob er das auch so sieht und wie lang sein Weg dorthin wirklich war, verrät er in unserem Interview.

Block 4.2: Manfred, deine ehemaligen Kameraden vom FC Carl Zeiss Jena haben noch keinen Punkt auf dem Konto. Beschäftigt dich das noch?

Manfred Starke: Natürlich. Ich hab da vier Jahre gespielt, da hat man noch viele Kontakte, und da nimmt man auch Anteil. Die Mannschaft ist wieder mal im Umbruch, viele neue Spieler sind dazukommen, da stottert der Motor am Anfang eben noch. Aber ich bin überzeugt, die kommen wieder da unten raus.

Block 4.2: Carl Zeiss hat vergangene Saison lange wie ein sicherer Absteiger ausgesehen, dann einen unglaublichen Schlussspurt hingelegt. Von den letzten sieben Spielen habt ihr sechs gewonnen. Wie ist ein solcher Umschwung zu erklären?

Starke: Wir hatten auch schon vorher gute Spiele gemacht, aber die Ergebnisse hatten leider nicht gestimmt. Darum haben wir nie den Glauben an uns verloren, und der hat uns zusammengeschweißt. Und wenn du aus einer solchen mannschaftlichen Geschlossenheit endlich in einen Lauf kommst, stimmen plötzlich auch die Ergebnisse. In Unterhaching etwa spielten wir gar nicht gut, gewannen aber 1:0.

Block 4.2: Trainer Lukas Kwasniok, der euch in der Winterpause übernommen hatte, hat dadurch seinen Ruf als großes Trainertalent weiter gefestigt. Wie hast du ihn wahrgenommen?

Starke: Das ist einer, der den Fußball über alles liebt, der aber auch immer versucht, Dinge mal anders zu machen. Denk an unser Spiel vergangene Saison in Kaiserslautern. Da beorderte er nach 20 Minuten unseren Innenverteidiger Justin Gerlach in den Sturm, und prompt legte der den Treffer zum 1:0 auf.

Block 4.2: Das Spiel habt ihr dann noch 4:1 verloren, obwohl es zunächst wirklich nicht danach aussah. Nach diesem Spiel standen wir noch mit FCK-Trainer Sascha Hildmann zusammen, und da sagte der auf einmal: Der Manfred Starke, das ist ein richtig Guter. So richtig gewundert haben wir uns dann nicht mehr, als dein Name bei uns als Transfergerücht auftauchte. War’s auch Hildmann, der dich überzeugte, zum FCK zu wechseln?

Starke: Die ersten offiziellen Kontakte hatte ich mit Sport-Geschäftsführer Martin Bader und Sportdirektor Boris Notzon. Aber, ja, auch Sascha Hildmann rief zwischendurch immer mal an und erklärte mir, was er in Lautern vorhat und welche Rolle ich dabei spielen soll. Und das hat mich letzten Endes überzeugt.

Block 4.2: Gibt es einen Leitsatz von Lukas Kwasniok, den du mit nach Kaiserslautern gebracht hast?

Starke: (überlegt) Ja, einen vielleicht: Der Druck, den du spürst, kommt nie vom Gegner, den machst du dir immer nur selbst. Es gibt für jede Situation im Spiel eine Lösung. Du musst dafür aber immer einen Plan in der Tasche haben. (…)

Quelle und kompletter Text: Block 4.2
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Davy Jones » 15.08.2019, 19:36


Super Typ, der Manni. Wichtigste Erkenntnisse für mich sind:
[*] Der hat durchaus was im Kopf und arbeitet jetzt schon an einem Plan B abseits des Fußballs.
[*] Er wird uns, wie zu erwarten war als Nationalspieler, ab und an fehlen, aber wohl nicht allzu häufig.
[*] Er fühlt sich in der Zentrale extrem wohl. Die Flexibilität ist nichts neues.
[*] Hildmann hat ihn überzeugt. Erachte ich als wichtig, dass ihn das vorgestellte Konzept überzeugt.
[*] Er macht einen sehr bodenständigen und ehrgeizigen Eindruck. Der Typ gefällt mir.



Beitragvon SEAN » 15.08.2019, 20:06


Ein für mich sehr gutes Interview, das auch mich selbst in einigen Punkten bestätigt.

mal links, mal rechts, mal in der Mitte, meist offensiv, in der Jugend habe ich auch mal Verteidiger gespielt. Flexibel einsetzbar zu sein, ist Fluch und Segen zugleich. Einerseits kommst du immer auf deine Einsätze, andererseits findest du dich selten auf der Position wieder, die du für dich selbst am besten hältst


Das denke ich auch, vor allem in den unteren Klassen ein Problem, wenn man den Spielern ihre eigentliche Stärke nimmt, weil man "Problempositionen" ausgleichen muss. Das kann man mal in der gehobenen Bundesliga machen, da haben die Spieler ne ganz andere Qualität. Deswegen sind die ja dort und nicht bei uns.

Zurzeit absolviere ich parallel auch ein Fernstudium in Business Management. Weil ich denke, es ist wichtig, dass Fußballer auch ihr Hirn trainieren.


Das seh ich auch so. Eine gesunde Kondition und dann noch das "Hirn trainieren", ist ein wichtiger Punkt, um den Ball schnell und sicher laufen zu lassen. Wenn ich bei jeder Aktion lange überlegen muss, was ich als nächstes tun muss, ist der Ball weg. Das fördert die Abläufe, und es tut einem die Birne nicht weh, wenn man mal was anderes sich ausdenkt.
Abseits der Werte des Vereins stellt sich jeder, der sich stattdessen aus reinem Selbstzweck einer Fankultur verpflichtet fühlt, in der einzelne Gruppierungen und Personen wichtiger sind als der gesamte Club, in der aus diesem Selbstverständnis heraus Straftaten begangen werden.



Beitragvon Hannes1938 » 15.08.2019, 20:45


Fußballer müssen auch ihr Hirn trainieren


Vorausgesetzt man hat eines.
Wenn ich mir so diverse Tätowierte anschaue bekomme ich doch starke Zweifel.



Beitragvon SEAN » 15.08.2019, 20:55


Hannes1938 hat geschrieben:
Fußballer müssen auch ihr Hirn trainieren


Vorausgesetzt man hat eines.
Wenn ich mir so diverse Tätowierte anschaue bekomme ich doch starke Zweifel.

Ich bin zwar auch kein Fan von bemalten Körpern, muss aber auch nix heißen.
Meine Cousine hat Tattoos, und war mit 28 Dr. der Chemie, mein Cousin hatte schon mit 30 an einer Uni hier in Deutschland als Professor der Mathematik eine Festanstellung.
Abseits der Werte des Vereins stellt sich jeder, der sich stattdessen aus reinem Selbstzweck einer Fankultur verpflichtet fühlt, in der einzelne Gruppierungen und Personen wichtiger sind als der gesamte Club, in der aus diesem Selbstverständnis heraus Straftaten begangen werden.



Beitragvon Talentfrei » 15.08.2019, 21:25


Vorausgesetzt man hat eines.
Wenn ich mir so diverse Tätowierte anschaue bekomme ich doch starke Zweifel.[/quote]
Ich bin zwar auch kein Fan von bemalten Körpern, muss aber auch nix heißen.
Meine Cousine hat Tattoos, und war mit 28 Dr. der Chemie, mein Cousin hatte schon mit 30 an einer Uni hier in Deutschland als Professor der Mathematik eine Festanstellung.[/quote]
Oje. Das war bestimmt schwer da mitzuhalten.Da kam sicherlich oft: ;Gugg dir deine Cousine und Cousin an:



Beitragvon SEAN » 15.08.2019, 22:23


Talentfrei hat geschrieben:Oje. Das war bestimmt schwer da mitzuhalten.Da kam sicherlich oft: ;Gugg dir deine Cousine und Cousin an:

Garantiert nicht. Erstens sind die beide knappe 20 Jahre jünger als ich, und für meinen mit 21 bestanden Handwerksmeister mit 1,7 brauch ich mich auch nicht zu schämen. Zudem hat das hat das auch nix damit zu tun, es ging ja nur um den Vergleich, das man mit Tattoos nicht gleich in Zweifel gezogen werden muss.
Aber das ist Dir bestimmt talentfrei entgangen....
Abseits der Werte des Vereins stellt sich jeder, der sich stattdessen aus reinem Selbstzweck einer Fankultur verpflichtet fühlt, in der einzelne Gruppierungen und Personen wichtiger sind als der gesamte Club, in der aus diesem Selbstverständnis heraus Straftaten begangen werden.



Beitragvon Latunji » 16.08.2019, 06:33


Jetzt haben wir mal nen Thread wo es nicht um negative Dinge geht sondern um ein nettes Interview mit Manni...

....und ihr diskutiert überTattoos :lol:


Um mal wieder in die richtige Richtung zu lenken: richtig symphatischer Typ, scheint sehr fokussiert zu sein und weiss was er will. Jetzt noch diverse fehlpässe im spielaufbau abstellen und manni wird zur Granate im zentralen Mittelfeld :teufel2:



Beitragvon DerLetzteLibero » 16.08.2019, 07:57


Ich finde das Interview und vor allem die Antworten ganz stark. :daumen:
Ich brauche Spieler, die am Ball besser sind als am Mikro. (Otto Rehhagel)



Beitragvon Schnullibulli » 16.08.2019, 09:10


Ich glaub "talentfrei" wollte nur ein bisschen foppen :daumen:

Logisch dass sie ein drittliga Spieler für die zukunft absichert, sooo viel wird keiner verdienen dass er sich auf die faule haut legen kann.

Das Interview bestätigt meinen Eindruck dass er seriös und bodenständig ist.

Weiter so



Beitragvon Keulinho » 16.08.2019, 09:19


Manni erinnert mich von seinem Spiel an Christian Tiffert.
Bisher ist er eine Top-verstärkung, wenn er auch im Abschluss nicht so zielstrebig ist.
Für immer Fritz-Walter-Stadion!



Beitragvon Kitzmann-Übersteiger » 16.08.2019, 10:18


Kompliment auch an Block 4.2 für dieses Interview und für die Interviews generell. Sie sind für den Fan wesentlich informativer als die aus den einschlägigen Medien. Lese ich sehr gerne.

Manfred Starke ist sicher kein Zauberer, aber einer, der das Kollektiv weiterbringt. Einer, der sehr mannschaftsdienlich ist, rackert, den Ball nicht lange hält, sondern immer den besser postierten Nebenmann sucht (okay, gegen Ingolstadt und in Aspach hat er es übertrieben...). Falls diese Saison eine gute werden sollte, wird er ein wichtiges Mosaiksteinchen dafür sein. Jetzt muss es eigentlich nur noch eine werden... :wink:



Beitragvon ExilDeiwl » 17.08.2019, 10:46


Ich finde das Interview auch gut und interessant. Manni Starke scheint mir ein guter Typ zu sein. Bemerkenswert finde ich übrigens das folgende Statement:

Würdest du sagen, du bist jetzt in der Rolle angekommen, die du immer gesucht hast?

Ich glaube ja. Ich kann Einfluss aufs Spieltempo nehmen, bin nicht nur auf Pässe angewiesen und hab das Spiel meist von mir. Das ist mein Ding. Außerdem funktioniert das Zusammenspiel mit meinen Kollegen, beispielsweise Christian Kühlwetter,Janik Bachmann oder Gino Fechner, sehr gut.


Da Fechner ja häufig das Talent abgesprochen bekommt (und ich mich selbst auch gelegentlich dabei erwische, zu bangen, wenn er eingewechselt wird), kann man die lobende Erwähnung durchaus mal positiv hervorheben.
Pro AOMV!
fck-jetzt.de



Beitragvon Hans-Peter Brehme » 17.08.2019, 20:18


Manni Starke hat geschrieben:(...) es ist wichtig, dass Fußballer auch ihr Hirn trainieren (...)


Oder wie unser Ex-Sponsor zu sagen pflegte:
"Mens sana in Campari Soda."
"Go to where the puck is going to be!" (Wayne Gretzky)




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