Im Blickpunkt: Trainingsauftakt beim 1. FC Kaiserslautern

"Die Mannschaft sollte lauter beim Training sein"

"Die Mannschaft sollte lauter beim Training sein"


Nach dem heutigen Trainingsauftakt beim 1. FC Kaiserslautern sprach Kapitän Jean Zimmer über den fortschreitenden Umbruch im Kader. Der neue Coach Markus Anfang gab Auskunft zum weiterhin angeschlagenen Torjäger Ragnar Ache.

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FCK-Trainer Markus Anfang über ...

... den ersten Tag und das erste Training mit seiner neuen Mannschaft: "Wir müssen uns jetzt natürlich erstmal kennenlernen. Aber mein erster Eindruck ist gut. In der Kabine haben wir uns nur kurz vorgestellt und sind dann direkt zur Trainingseinheit übergegangen. Ich finde es wichtig, dass wir direkt starten, ins Stadion kommen, die Fans sehen und eben ein Training absolvieren. Und da wollten wir auch nicht nur ein paar Flanken und bisschen Torschüsse machen, sondern mit einer Ballbesitzform auch ein erstes Gefühl für unsere zukünftigen Pläne reinbringen. Was mir ansonsten schon aufgefallen ist: Ich hätte auf jeden Fall gerne, dass der eine oder andere aus der Mannschaft ein bisschen lauter beim Training ist. Wir brauchen Führungsspieler!"

... seinen Plan für die sechswöchige Vorbereitung: "Nach dem heutigen Laktattest und Auftakttraining steht morgen das Fanspiel an, in dem die Jungs sich bewegen und erstmal Spaß haben sollen. Wir werden in der Halbzeit durchwechseln, es wird also jeder 45 Minuten Einsatzzeit bekommen. Ab Montag werden dann alle Schwerpunkte im Training vorkommen, sei es im taktischen Bereich oder natürlich auch in punkto körperliche Fitness. Das werden wir aber langsam, nach und nach aufbauen. Die wirklich richtige Belastung wird zur Mitte der Vorbereitung im Trainingslager kommen. Dort werden wir die Zeit auch für viele Einzelgespräche nutzen."

... den (Zwischen-)Stand des Kaders und der Transferplanung: "Wir wollen den Jungs, die jetzt da sind, erstmal die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren. Natürlich werden wir aber auch noch etwas am Kader machen, wenn sich die entsprechende Situation ergibt. Aber wir wollen nichts überstürzen. Heute haben wir im Training elf gegen elf gespielt und noch zwei Neutrale dabei gehabt - es ist also nicht so, dass wir aktuell zu wenige Spieler hätten. Natürlich sind da jetzt die Jugendspieler dabei (Mika Haas, Leon Robinson, Shawn Blum, Fabian Heck; Anm. d. Red.), aber die sollen sich uns auch präsentieren können. Die drei zurückgekehrten Leihspieler ((Tyger Lobinger, Angelos Stavridis, Neal Gibs; Anm. d. Red.) haben wir hingegen zur Vereinssuche freigestellt, das hat Thomas Hengen vorher mit den Betroffenen kommuniziert. Und dann müssen wir halt schauen, was sich ergibt: Gibt es Leute, die sich verändern wollen? Gibt es Leute, die jetzt auf dem Markt sind und von denen wir glauben, dass sie uns weiterbringen? Da sind wir kontinuierlich im Austausch."

... die Hierarchie im Team, etwa beim Torwart, Kapitän, Mannschaftsrat: "Grundsätzlich zählt bei mir der Leistungsgedanke. Also ist einer besser, dann sollte er spielen. Ist der andere besser, sollte der spielen. Wäre ich an Julian Krahls Stelle gewesen, hätte ich mir auch die Rückennummer 1 genommen, wenn ich letzte Saison gespielt hätte. Dieses Selbstvertrauen finde ich super. Aber die Nummer sagt noch nicht zwangsläufig aus, dass er automatisch dauerhaft spielt. Das Gleiche gilt für den Mannschaftsrat, Kapitän und so. Erstmal müssen wir die Mannschaft ein bisschen kennenlernen. Wir haben ein paar Spieler, die schon eine Führungsrolle haben, und wir wollen noch mehr davon bekommen. In unseren früheren Vereinen haben wir es meist so gemacht, dass wir als Trainer zwei, drei Spieler für den Mannschaftsrat selbst festgelegt haben und das Team konnte dann weitere Spieler dazuwählen. Der mit den meisten Stimmen wurde Kapitän. Ob wir das jetzt auch wieder so machen? Jetzt wollen wir mal schauen, wie die Mannschaft sich präsentiert."

... den Stand bei Ragnar Ache, der wegen weiter anhaltender Achillessehnenprobleme nur leichtes Lauftraining absolvierte: "Wir haben bei ihm erstmal die Urlaubsphase abgewartet. Nun müssen wir schauen, dass wir den Jungen so gut wie möglich aufbauen. Das heißt natürlich auch entsprechend die Belastung steuern. Wichtig war, dass er in den letzten Tagen die ganzen Testungen absolviert hat, damit wir ein Feedback zu seiner körperlichen Fitness bekommen. Er wollte sich heute unbedingt auch auf dem Platz zeigen, damit alle sehen, dass er da ist. Aber er sollte nicht zu lange laufen, sondern ist dann reingegangen und noch ein bisschen aufs Fahrrad. Jetzt versuchen wir ihn nach und nach aufzubauen. Das wird teilweise hier auf dem Betzenberg, teilweise auch mal ein bisschen woanders stattfinden. So haben wir das abgesprochen. Die weitere Entwicklung müssen wir abwarten. Wir wollen Ragnar Ache so schmerzfrei wie möglich bekommen, damit er uns nicht nur kurzfristig, sondern auch nachhaltig zur Verfügung steht."

FCK-Kapitän Jean Zimmer über ...

... den ersten Eindruck vom neuen Team und dem neuen Trainer: "In der Mannschaft sind ja noch nicht so viele Neue, weil die Jungprofis zum Teil schon letztes Jahr mit dabei waren. Mit dem Trainer hatten wir auch erst kurzen Smalltalk. Am ersten Tag hat man erstmal so viele Eindrücke, aber in den nächsten Tagen und Wochen haben wir noch genug Zeit, um uns alle besser kennenzulernen."

... die Abgänge mehrjähriger Wegbegleiter wie Kevin Kraus oder Philipp Hercher: "Wichtig wird sein, dass wir die Charaktere, die uns verlassen haben, in der Kabine ersetzt bekommen. Auf dem Platz schaffen wir das sicherlich. Aber das Menschliche ist auch wichtig, selbst wenn es nur solche Kleinigkeiten sind: Krausi hat die Mannschaftskasse gemacht, jetzt brauchen wir einen Nachfolger für ihn. Das ist der Wandel der Zeit. Es kommen neue Gesichter und wir müssen schauen, dass wir die so schnell wie möglich integrieren, um es dann noch besser zu machen als letzte Saison."

... seine Zielsetzung für die neue Saison: "Die Zweite Liga ist grundsätzlich immer schwer, immer eklig. Aber trotzdem sollte es unser Ziel sein, im dritten Jahr - das schwierige zweite Jahr haben wir hinter uns - besser zu spielen, als es letzte Saison der Fall war. Vor allem konstanter, verlässlicher. Das ist unser großes Ziel. Es geht darum, dass wir konstanter punkten. Und dann ist die logische Konsequenz, dass wir weiter oben stehen als im letzten Jahr."

... die anhaltende Unterstützung der Fans, die sich aktuell wieder beim Trainingsbesuch und beim Dauerkartenverkauf zeigt: "Das ist verrückt. Wenn man an die letzten zehn Jahre zurückdenkt, was die Fans da für eine Leidenszeit hatten, dass wir in der Dritten Liga vor 15.000, 16.000 Zuschauern gespielt haben - und jetzt haben wir schon weit über 20.000 Dauerkarten verkauft. Diese Unterstützung wird uns helfen, sie hat uns auch in der letzten Saison geholfen, vor allem in der entscheidenden Phase. Wenn es mal nicht so läuft und wir trotzdem die Rückendeckung haben, das hat uns enorm gut getan und das brauchen wir auch nächste Saison wieder."

Quelle: Der Betze brennt | Autor: Thomas Hilmes

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