Kurz-Spielbericht: TuS Marienborn - 1. FC Kaiserslautern 0:3

Ohne viel Glanz das Viertelfinale erreicht

Ohne viel Glanz das Viertelfinale erreicht


Aufgrund einer Leistungssteigerung nach der Pause ist Titelverteidiger 1. FC Kaiserslautern bei Sechstligist TuS Marienborn ins Viertelfinale des Verbandspokals eingezogen. Die Partie dürfte nur ein weiterer Schritt in der Entwicklung unter dem neuen Coach Jeff Saibene sein.

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Fast wie gewohnt im Südwestpokal tat sich der FCK auch beim Verbandsligisten in Marienborn lange Zeit sehr schwer. Auf dem für die Lautrer etwas ungewohnten Untergrund - die TuS trägt ihre Heimspiele auf einem Kunstrasenplatz aus - konnte sich die Mannschaft von Trainer Jeff Saibene, der im Gegensatz zum Derby gegen Mannheim eine komplett neue Startformation aufbot, in den ersten 45 Minuten nur wenige klare Torchancen erspielen. Daniel Hanslik köpfte nach neun Minuten über das Tor. Einen Freistoß von U21-Spieler Luca Jensen nach 38 Minuten konnte Marienborns Keeper Jannik Reinländer ohne Mühe parieren, anschließend ging ein Schuss von Mohamed Morabet knapp vorbei (39.). Auf der Gegenseite scheiterte der Außenseiter an FCK-Schlussmann Matheo Raab, der nach einer Ecke einen Schuss von Moritz Freisler abwehrte. So ging es mit einem für die Gastgeber verdienten 0:0 in die Pause.

Nach Wiederbeginn entschieden die hochfavorisierten Roten Teufel die Partie dann binnen fünf Minuten für sich. Erst verwandelte Daniel Hanslik nach 57 Minuten ein Zuspiel des starken Morabet zum 1:0. Vier Minuten später war es dann Morabet selbst, der einen Schuss aus rund 25 Metern in den Winkel des Marienborner Tors hämmerte. Und auch der nächste Lautrer Angriff war drin: Kenny Prince Redondo nutze eine Unkonzentriertheit in der Abwehr des Sechstligisten zum dritten FCK-Treffer. Damit war die Partie bereits nach 62 Minuten gelaufen. Im Anschluss spielte die Saibene-Elf den Auswärtssieg locker über die Zeit und zog verdient ins Südwestpokal-Viertelfinale ein. Obwohl oder gerade weil der Erfolg seiner Mannschaft eher glanzlos war, dürfte der neue FCK-Coach zu einigen weiteren Erkenntnissen gelangt sein.

Geisterspiel in Marienborn: Nur Funktionäre, Ordner und Journalisten anwesend

Kurzfristig hatte die Stadt Mainz am Montag aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen in der Landeshauptstadt ein Geisterspiel angeordnet. Statt der ohnehin nur geplanten 220 Zuschauer waren auf dem Sportgelände im Mainzer Stadtteil Marienborn nur Funktionäre, Ordner und eine handvoll Journalisten zugelassen. Im Vorfeld und während der Partie haderte aber niemand der Verantwortlichen mit der Situation, sondern die Gastgeber machten das Beste aus diesem für sie dennoch einmaligen Erlebnis.

Schon beim Warmmachen war zu bemerken, dass sich einige der Lautrer Spieler auf den für sie ungewohnten Untergrund vorbereitet hatten, denn sie hatten die eigentlich im Profifußball nicht mehr verwendeten "Tausendfüßler" ausgepackt. Als zum Einlaufen der beiden Teams, die aufgrund des Hygienekonzeptes getrennt und von verschiedenen Seiten den Platz betraten, "The Final Countdown” über die Lautsprecher lief, hatten sich hinter dem äußeren Zaun auch rund zehn Zuschauer positioniert, um sich die Partie bei etwas Nieselregen von außerhalb der Anlage anzuschauen. Die Sicht für sie dürfte aber auch aufgrund des zu dunklen Flutlichts an der Kaiserhecke eher schlecht gewesen sein. Am Mittelkreis leitete das Heimteam die Partie mit einem laut zu hörenden "TuS, TuS, TuS - gewinnen muss!" ein - woraus aber dann dank des doch zu hohen Klassenunterschiedes nichts wurde.

Saibene lobt den Sechstligisten: "Gegner hat eine Top-Leistung gezeigt"

FCK-Trainer Jeff Saibene sagte nach der Partie: "Wir haben sehr positiv wahrgenommen, wie das Spiel hier organisiert wurde. Deshalb einen großen Respekt an den Heimverein an die Bemühungen. Im Verbandspokal waren es immer enge Spiele, das hat man in der Vergangenheit gesehen. Wir waren darauf vorbereitet. Dazu waren es hier auch noch spezielle Bedingungen mit dem Kunstrasenplatz und den Lichtverhältnissen. Da braucht es dann einen Dosenöffner - zum Glück ist das 1:0 für uns in der zweiten Halbzeit früh gefallen. Der Gegner hat aber über die gesamte Spielzeit sehr gut dagegen gehalten und eine Top-Leistung gezeigt. In der Kabine war dieses Mal trotz des 0:0 zur Halbzeit alles im Rahmen. Wir hatten gegenüber dem Derby elf neue Spieler auf dem Platz, darunter auch einige Nachwuchskräfte, deshalb habe ich der Mannschaft nur gesagt, dass wir ruhig bleiben und unser Spiel weiter spielen müssen."

Marienborns Coach Ali Cakici lobte seine Mannschaft für den couragierten Auftritt: "Wichtig war, dass wir dem Gegner weh getan haben. Wir haben Fußball gespielt, das hat mir gut gefallen. Wir wollten außerdem Tore schießen. Wir hatten in der ersten Halbzeit auch zwei gute Chancen. Ob wir das Spiel verlieren, ist am Ende gar nicht so wichtig. Ich bin trotzdem zufrieden. Kompliment aber auch an Kaiserslautern. Das war natürlich ein hochverdienter Sieg für den FCK. Ich hoffe, dass diese Mannschaft ihren Weg macht."

Quelle: Der Betze brennt | Autor: Flo

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