Vorbericht: 1. FC Kaiserslautern - Preußen Münster

Das Trainer-Duell: Schommers gegen Hildmann

Das Trainer-Duell: Schommers gegen Hildmann


Die Euphorie rund um den 1. FC Kaiserslautern ist nach dem ergebnismäßig dürftigen Start ins neue Jahr wieder etwas verpufft. Im vierten Spiel binnen zwölf Tagen muss gegen Abstiegskandidat Preußen Münster und einen alten Bekannten an der Seitenlinie umso dringender der erste Sieg in 2020 her.

Es war Ende Dezember als durchsickerte, dass Sascha Hildmann neuer Trainer des Lautrer Drittliga-Kontrahenten Preußen Münster werden würde. Viele FCK-Fans hatten sofort das nun anstehende Spiel auf dem Schirm, bei dem ein spezielles Gefühl aufgrund der Trainer-Rückkehr sicher nicht wegzudiskutieren ist. Schließlich lief die Entlassung Hildmanns in Kaiserslautern am 16. September 2019 nicht geräuschlos ab: Schon am Tag vor der offiziellen Bekanntgabe war die Trennung an die Medien durchgesickert, noch bevor sie Hildmann überhaupt mitgeteilt wurde. Die Entscheidung der damaligen FCK-Oberen um Sport-Geschäftsführer Martin Bader hatte den bei den Fans sehr beliebten Hildmann trotz des 1:6-Debakels gegen Meppen völlig überraschend getroffen. Auch in den Wochen danach hatte der gebürtige Lautrer noch daran zu knabbern. Nun werden alte Wunden wieder aufgerissen, wenn Hildmann am Samstag zunächst in die Gästekabine des Fritz-Walter-Stadions laufen wird. Laut eigener Aussage will er sich dort auch bis kurz vor dem Anstoß um 14:00 Uhr aufhalten, um sich voll auf die Partie fokussieren zu können - zum Händeschütteln und plaudern sei schließlich hinterher noch genug Zeit.

Was muss man zum 23. Spieltag wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen:

Der FCK: Ausgangslage und Personal

Nach nur zwei Punkten aus den letzten drei Liga-Spielen ist der unter Hildmann-Nachfolger Boris Schommers mühsam hergestellte Kontakt des FCK auf Relegationsrang 3 wieder abgerissen. Neun Punkte sind es auf Unterhaching, gar elf auf den Ingolstadt auf Platz 2. Momentan wäre es verwegen, weiter nach oben zu schauen, denn Vorsicht: Der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz beträgt plötzlich nur noch sechs Punkte. Dazu kommt die am Ende deutliche 2:5-Pokalpleite am Dienstag im Duell mit Düsseldorf. Um einen kompletten Fehlstart ins neue Jahr zu verhindern, muss also gegen Münster unbedingt der erste Dreier 2020 her! 

Das Mitwirken von Timmy Thiele, der im Pokalspiel eine Gehirnerschütterung erlitt und früh ausgewechselt werden musste, ist noch fraglich. Auch sein Ersatzmann Lucas Röser (Sprunggelenksverletzung) droht auszufallen. Somit könnte Hendrick Zuck in die vordere Sturmreihe rücken und dahinter der im Pokal gut agierende Neuzugang Hikmet Ciftci wieder auf links spielen. Aber auch Andri Bjarnason, Simon Skarlatidis oder Mohamed Morabet sind als Alternativen für die breit besetzte Offensive denkbar.

Der Gegner: Ausgangslage und Personal

Nach neun Jahren in der 3. Liga befindet sich Preußen Münster in großer Abstiegsgefahr. Neben dem neuen Trainer Hildmann wurde der Kader in der Winterpause deshalb auch mit drei Neuzugängen verstärkt. Zusammen mit Marco Königs (Rostock) und Oliver Steurer (Heidenheim) kam auch ein weiterer auf dem Betze alter Bekannter nach Münster: Jan Löhmannsröben kehrte vom insolventen Regionalligisten Nordhausen in die 3. Liga zurück. Und Hildmann scheint für den streitbaren "Löh", der ihn in einem Internet-Video als "Zwiebelsohn" bezeichnet hatte, eine neue Position gefunden zu haben. In den ersten beiden Partien spielte der ehemalige FCK-Akteur in der Mitte einer Dreier-Abwehrkette. Mit dieser Taktik gelang ein 2:1-Sieg beim Tabellenletzten in Jena, gegen Tabellenführer Duisburg verloren die Preußen aber am vergangenen Spieltag deutlich mit 1:4. Sechs Punkte fehlen dem Tabellen-18. derzeit zum rettenden Ufer.

Innenverteidiger Simon Scherder sah gegen den MSV seine fünfte Gelbe Karte und fällt am Samstag in Kaiserslautern ebenso aus wie "Sechser" Nico Brandenburger (grippaler Infekt). Ansonsten hat der SCP keine bedeutenden Ausfälle zu beklagen.

Frühere Duelle

Bislang trafen beide Mannschaften in der 3. Liga dreimal aufeinander - und der FCK verlor alle Duelle (1:2, 0:2, 2:3). Vor allem das Hinspiel dieser Saison wird manchem Anhänger der Roten Teufel noch in Erinnerung sein: Trotz spielerischer Überlegenheit unterlagen die Lautrer am Ende mit 2:3, nachdem Carlo Sickinger einen Elfmeter verschossen und Lennart Grill sich den Ball quasi selbst ins Netz gelegt hatte.

Fan-Infos

Zum Heimspiel gegen Münster werden wieder um die 18.000 bis 19.000 Zuschauer erwartet, an die Gäste waren bis Freitag erst 211 Karten verkauft. Auch am Samstag sammelt das Fanbündnis FCK erneut Pfandbecher, aus deren Erlös am Saisonende Geschenke für die Rollstuhlfahrer vor der Südtribüne gekauft werden sollen.

O-Töne

FCK-Trainer Boris Schommers: "Wir hätten es in den ersten beiden Ligaspielen aufgrund unserer Leistung durchaus verdient gehabt zu gewinnen. Natürlich wurmt uns das, aber wir müssen das abhaken und uns darauf konzentrieren, uns am Samstag zu belohnen."

SCP-Trainer Sascha Hildmann: "Natürlich ist es ein komisches Gefühl zurückzukommen, aber ich will es nicht zum Thema machen. Ich will mich auf meinen Job fokussieren - nach dem Spiel kann man dann auch mal quatschen."

Daten und Fakten

Schiedsrichter: Harm Osmers (Bremen)

Voraussichtliche Aufstellungen

1. FC Kaiserslautern: Grill - Schad, Kraus, Hainault, Hercher - Sickinger, Bachmann, Ciftci - Kühlwetter, Pick, Zuck (Thiele)

Es fehlen: Esmel (Kreuzbandriss), Hemlein, Jonjic (beide nicht berücksichtigt), Spalvis (Knorpelschaden), evtl. Röser (Sprunggelenksverletzung), evtl. Thiele (leichte Gehirnerschütterung)

- Ca. 45-60 Minuten vor Anpfiff auf unserer Twitter-Seite: Die endgültigen Aufstellungen. 

Preußen Münster: Schulze Niehues - Erdogan, Löhmannsröben, Steurer - Schauerte, Wagner, Litka, Hoffmann - Cueto, Schnellbacher, Özcan

Es fehlen: Borgmann (Reha nach Zehen-OP), Brandenburger (grippaler Infekt), Scherder (Gelb-Sperre)

Autor: Flo

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