Spielbericht: SpVgg Unterhaching - 1. FC Kaiserslautern 1:1

Mit gutem Gefühl ins Jahr 2020

Mit gutem Gefühl ins Jahr 2020


Auch bei einem Top-Team der Hinrunde kann der 1. FC Kaiserslautern seine aufsteigende Form der letzten Wochen bestätigen. Nach dem 1:1 bei der SpVgg Unterhaching verlassen die wieder zahlreich mitgereisten FCK-Fans zufrieden den Sportpark.

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- Fotogalerie | Fanfotos: SpVgg Unterhaching - 1. FC Kaiserslautern

Offiziell hat der 1. FC Kaiserslautern in dieser Saison nur 19 Heimspiele. Allerdings waren auch in Unterhaching mindestens die Hälfte der offiziell 5.000 Zuschauer Sympathisanten der Roten Teufel. Diese sorgten über die gesamte Spieldauer hinweg für entsprechend gute Stimmung und hatten den Sportpark in ihrer Hand. Nicht nur auf der Hintertortribüne im Gästeblock, auch ein großer Teil der überdachten Gegentribüne war an diesem verregnet-trüben Samstagnachmittag mit FCK-Fans besetzt. Obwohl ihre eigene Mannschaft diesmal zeitgleich in Münster spielte, hatten sich auch wieder einige Freunde von 1860 München unter die Lautrer Anhänger gemischt.

Gedenken im Gästeblock: "Toto - unvergessen"

Neben zahlreichen anderen Zaunfahnen hing in der ersten Halbzeit auch ein großes Banner mit der Aufschrift "Toto - unvergessen" vor dem Gästeblock. Das in der Fanszene sehr bekannte und geachtete Lautrer Urgestein Toto war vor rund einem Jahr bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Im Hachinger Fanblock auf der Gegenseite bemühten sich rund 100 Fans Stimmung zu machen, hatten aber gegen die Übermacht der FCK-Fans keine Chance und außer einigen Fahnen auch optisch nicht viel zu bieten. Als das Heimteam während des Spiels mal etwas aufkam, waren auch mal ein paar "Haching, Haching"-Rufe von Haupt- und Gegentribüne zu hören.

Schneller Rückstand: Rote Teufel werden kalt erwischt

Die Gastgeber erwischten den besseren Start in die Partie. Nach einem Freistoß von Alexander Winkler aus dem Halbfeld stand Christoph Greger nach nur sieben Minuten am langen Pfosten völlig blank und köpfte zur Führung für die Spielvereinigung ein. Dieses besonders ärgerliche, weil vermeidbare 1:0 beschrieb ein Fan auf der Tribüne so: "Der war so frei, den hätte selbst ich gemacht." Die gut 2.500 mitgereisten FCK-Anhänger mussten sich kurz schütteln, hatten dann das Stadion aber wieder im Griff. Zehn Minuten vor der Pause hatte ihr Team dann die große Chance zum Ausgleich. Christian Kühlwetter lief auf dem linken Flügel seinem Gegenspieler Greger weg und servierte butterweich für Timmy Thiele. Doch der vergab freistehend kläglich und setzte den Ball neben das Tor. Ungläubiges Staunen auf den Tribünen. Wie konnte man den denn vorbeischießen? Die Hachinger machten vor der Halbzeit nochmal Druck und warum sie bisher nur 22 Gegentore kassiert hatten, demonstrierten sie bis auf die genannte Thiele-Chance eindrucksvoll.

Angepeitscht von den Fans: FCK verbessert aus der Pause

FCK-Trainer Boris Schommers hatte zum Wiederanpfiff auf personelle Wechsel verzichtet. Trotzdem stand jetzt eine andere Lautrer Mannschaft auf dem Platz, die Kühlwetter dann bereits nach 51 Minuten belohnte. Toll von Florian Pick in Szene gesetzt, spurtete Hendrick Zuck auf der linken Bahn auf und davon und spielte den Ball flach zu Kühlwetter in den Strafraum, der nur noch einschieben brauchte - 1:1! Der 23-Jährige kann damit getrost als eine der Symbolfiguren für den Aufschwung seit Mitte November genannt werden. In jedem der vergangenen Spiele traf Kühlwetter, der gegen Halle gelbgesperrt fehlte, mindestens einmal.

Nach dem Ausgleich witterten Mannschaft und Fans jetzt die Chance auf den sechsten Sieg in Folge und auch die Gastgeber mussten sich kurz schütteln. Es entwickelte sich in der Folge ein offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Im Fokus auf Seiten des FCK stand nach 63 Minuten wieder Thiele, der den Ball nach einem Eckball erneut freistehend nicht mal auf das Gehäuse von Hachings Keeper Steve Kroll brachte.

Gerechtes Unentschieden nach offenem Schlagabtausch

Die Roten Teufel waren, von ihren Fans super nach vorne gepeitscht, in den letzten Minuten noch einmal am Drücker. Der Siegtreffer gelang ihnen aber nicht mehr, auch weil Kroll stark gegen Kühlwetter parierte. Am Ende verließen die FCK-Anhänger den Sportpark nach dem letzten Spiel des Jahres aber trotzdem mit überwiegend zufriedenen Mienen. Der Tenor war: Das 1:1-Unentschieden geht im Nachhinein betrachtet in Ordnung.

Seit sechs Spielen ist der FCK mittlerweile ungeschlagen und holte in dieser Zeit 16 der 18 möglichen Punkte. Neun Zähler beträgt der Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Nach oben ist der Anschluss zumindest hergestellt. Auch in Unterhaching spielten die Roten Teufel bis zum Schluss auf Sieg. Das Auftaktprogramm im neuen Jahr mit Heimspielen gegen die Kellerkinder Großaspach und Münster und einem Auswärtsspiel beim Spitzenteam in Ingolstadt klingt verheißungsvoll. Dazu kommt dann noch das Pokalspiel gegen Bundesligist Düsseldorf. Jetzt gilt es aber erstmal, sich in den kommenden Tagen richtig von diesem vergangenen und sehr anstrengenden FCK-Jahr zu erholen. Frohe Weihnachten und schöne Festtage!

Autor: Flo

Weitere Links zum Thema:

- Stimmen zum Spiel | Schommers: "Wir nehmen den Punkt gerne mit" (Der Betze brennt)
- Blick in die Kurve | Auch in Haching großer Fan-Support für den FCK (Der Betze brennt)

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