Vorbericht: KFC Uerdingen - 1. FC Kaiserslautern

Mit neuem Kapitän in schwere See

Mit neuem Kapitän in schwere See


Ohne drei vorläufig aussortierte Profis und mit neuem Spielführer reist der 1. FC Kaiserslautern zum KFC Uerdingen. Im großen Stadion in Düsseldorf wartet eine Geisterkulisse auf die Roten Teufel.

Es war ein Oha-Moment am Donnerstagmorgen. Beim in den Gremien lahmgelegten 1. FC Kaiserslautern scheint es doch noch eine Person zu geben, die handelt: Boris Schommers. Der Cheftrainer reagierte auf die in der Liga weiter beschämenden Leistungen seiner Mannschaft und zog - wie zuvor schon mehrfach angedeutet - nach sieben Wochen beim FCK erste größere Konsequenzen. Der vor der Saison zum Kapitän gekürte Christoph Hemlein, der in Düsseldorf sowieso gesperrt gewesen wäre, Janek Sternberg und Antonio Jonjic zählen bis auf weiteres nicht mehr zum Profikader. Schommers führte offiziell sportliche und hierarchische Gründe für die Maßnahme an und machte anschließend Carlo Sickinger zum neuen Spielführer.

Neben der sportlichen Situation muss der FCK sich im Düsseldorfer Rheinstadion, wo der KFC Uerdingen in dieser Saison seine Heimspiele austrägt, auf eine sonderbare Atmosphäre einstellen. In der 51.500 Zuschauer fassenden Arena, wo der KFC nur den Unterrang gemietet hat, liegt der bisherige Zuschauerschnitt nur bei 3.219 Besuchern pro Spiel. Dank der Lautrer Auswärtsfahrer werden es am Samstag zwar etwas mehr, dennoch ist eine merkwürdige Geisterkulisse zu erwarten.

Was muss man zum 15. Spieltag wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen:

Der FCK: Ausgangslage und Personal

Nach der Heimniederlage gegen Würzburg (2:3) hat sich die Situation für den auf Platz 18 gestürzten 1. FC Kaiserslautern nochmals verschärft. Mittlerweile stellt der FCK auch die zweitschlechteste Defensive der Liga. Über die unterirdische Auswärtsbilanz der Roten Teufel wurde an dieser Stelle schon zu Genüge berichtet. Die U21-Spieler Anil Gözütok, Mohamed Morabet und Flavius Botiseriu trainierten in dieser Woche mit der ersten Mannschaft. Botiseriu ist durch einen Platzverweis in der Oberliga aber nicht spielberechtigt. Gut möglich, dass zumindest Torjäger Morabet am Samstag im Kader der Profis steht.

Außer der beiden Torhüter Lorenz Otto (muskuläre Probleme) und Avdo Spahic (Oberschenkelblessur) stehen alle Spieler zur Verfügung. Die zuletzt gelbgesperrten Dominik Schad und Kevin Kraus kehren ebenso wie Janik Bachmann nach auskurierter Rückenprellung ins Team und wahrscheinlich auch in die Startelf zurück. Offen ist noch, ob Neu-Kapitän Carlo Sickinger in der Abwehrkette oder im defensiven Mittelfeld eingesetzt wird.

Der Gegner: Ausgangslage und Personal

Der KFC Uerdingen wollte nach der misslungenen vergangenen Saison in dieser Spielzeit oben angreifen. Doch auch im Jahr 2020 scheint der teuer aufgemotzte Kader den Sprung in die 2. Bundesliga zu verpassen. Nur 19 Punkte und magere 15 Saisontore - einzig der Tabellenletzte Jena ist in dieser Statistik schlechter - stehen auf der Habenseite. Viel zu wenig für die Ansprüche des hitzköpfigen Investors Mikhail Ponomarev. Deshalb gab es auch in Uerdingen bereits einen Trainerwechsel: Heiko Vogel musste gehen, der Ex-Offenbacher Daniel Steuernagel sowie als neuer Manager Stefan Effenberg kamen. Zunächst schien der Wechsel-Effekt mit zehn Punkten aus vier Spielen auch tatsächlich zu wirken, ehe es zuletzt am Montag in Duisburg wieder eine 0:2-Niederlage setzte. Dabei fiel der Ex-Lautrer Osayamen Osawe unangenehm auf, weil er seinem Mitspieler Manuel Konrad den Mittelfinger zeigte. Am gestrigen Donnerstag kamen auch noch Probleme mit dem Trainingsplatz hinzu, den die Uerdinger vor dem Spiel gegen den FCK wegen Unbespielbarkeit räumen müssen.

Gegen Lautern muss der KFC wohl auf Kapitän Jan Kirchhoff (Wadenprobleme) verzichten. Ebenfalls fraglich sind Adam Matuschyk (grippaler Infekt), Roberto Rodriguez und Alexander Bittroff (beide muskuläre Probleme).

Frühere Duelle

Uerdingen war eine der wenige Mannschaften, gegen die der FCK in der vergangenen Saison zwei Siege einfahren konnte. Dem 2:0-Sieg im Oktober 2018 folgte im März dieses Jahres ein 4:2 - damals noch im Duisburger Wedaustadion.

Fan-Infos

Rund 1.500 Anhänger werden den FCK beim Spiel in Düsseldorf unterstützen, an den Tageskassen gibt es noch mehr als genügend Tickets für Kurzentschlossene. Die Gastgeber erwarten zu der Partie rund 5.000 Zuschauer.

Vor dem Anpfiff wird es eine bundesweite Gedenkminute geben, mit der an den vor zehn Jahren verstorbenen Nationaltorwart Robert Enke erinnert sowie für den Umgang mit der Volkskrankheit Depressionen sensibilisiert werden soll.

O-Töne

FCK-Trainer Boris Schommers: "Ich wünsche und erhoffe mir, dass wir die drei Fehler abstellen, die zu gefühlt 82 Prozent unserer Gegentreffer geführt haben: Das waren individuelle Fehler, schlecht verteidigte Standardsituationen und Eigentore."

KFC-Abwehrspieler Jan Kirchhoff: "Wir haben beim Tabellenführer 0:2 verloren. Jetzt wollen wir die nächsten Spiele gewinnen, und dann machen wir einen Strich unter die Hinrunde und schauen, wo wir stehen."

Daten und Fakten

Schiedsrichter: Lukas Benen (Nordhorn)

Voraussichtliche Aufstellungen

KFC Uerdingen: Königshofer - Bittroff, Lukimya, Kirchhoff (Maroh), Steurer - Konrad, Mbom - Kinsombi, Rodriguez (Daube), Evina - Boere

Es fehlen: Vollath (nicht berücksichtigt), Dorda (Muskelfaserriss), Guenouche (Außenbandriss), Grimaldi (Oberschenkelverletzung), Matuschyk (grippaler Infekt), Rodriguez, Bittroff (beide muskuläre Probleme), evtl. Kirchhoff (Wadenprobleme)

1. FC Kaiserslautern: Grill - Kraus, Gottwalt (Sickinger), Hainault -  Schad, Bachmann, Sickinger (Fechner), Skarlatidis, Hercher - Pick, Thiele

Es fehlen: Botiseriu (Gelb-Rot-Sperre), Esmel (Kreuzbandriss), Hemlein, Jonjic, Sternberg (alle bei der U21), Otto (muskuläre Probleme), Spahic (Oberschenkelblessur), Spalvis (Knorpelschaden)

- Ca. 45-60 Minuten vor Anpfiff auf unserer Twitter-Seite: Die endgültigen Aufstellungen.

Autor: Flo

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