Spielbericht: Sonnenhof Großaspach - 1. FC Kaiserslautern 1:3

Blitzstart als Garant für den Sieg

Blitzstart als Garant für den Sieg


Der 1. FC Kaiserslautern fährt in einem emotionalen Spiel bei Sonnenhof Großaspach den ersten Saisonsieg ein. Am Ende müssen die mitgereisten Fans trotz schwülen Wetters noch mal schwer zittern, können dann aber doch zufrieden die Heimreise antreten.

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Nicht ganz so viele FCK-Anhänger wie im vergangenen Jahr, aber immer noch sehr ordentliche 3.500 Fans der Roten Teufel hatten sich an diesem Samstag auf den Weg nach Großaspach gemacht, um ihr Team zu unterstützen. Die meisten von ihnen waren mit roten FCK-Trikots bekleidet, dem jährlichen Aufruf des Fanbündnis FCK zum Auswärtsauftakt folgend. Auch auf der Gegentribüne hatten sich zahlreiche Lautrer Fans beim Heimverein mit Karten eingedeckt - von dort wurde mit der Führung im Rücken sogar mehrfach eine Laola angestimmt.

FCK-Trainer Sascha Hildmann überraschte mit seiner Aufstellung vor allem in taktischer Hinsicht: Im 4-1-4-1-System spielte Christian Kühlwetter neben Manfred Starke im offensiven Mittelfeld, Janik Bachmann war alleiniger "Sechser" vor der Abwehr. Carlo Sickinger verteidigte innen neben Neuzugang José-Junior Matuwila. Kevin Kraus musste zugunsten einer höheren Schnelligkeit aus der Abwehr heraus seinen Platz in der Startelf räumen.

2:0 nach zehn Minuten: Beste Laune im FCK-Block

Mit der neuen Ausrichtung legte der FCK einen Blitzstart hin. Florian Pick zog nach sechs Minuten ein Solo an, ließ mehrere Gegenspieler aussteigen und schoss den Ball ins lange Eck. 1:0 für den FCK! Die zu Spielbeginn ohnehin schon gute Stimmung der FCK-Fans auf den Rängen wurde nun noch besser. Kaum waren Umarmungen und Abklatschen erledigt, durfte sich die Kurve schon ein zweites Mal freuen. Dominik Schad brach auf der rechten Seite durch, spielte auf Timmy Thiele quer und dieser verwandelte zum zweiten FCK-Treffer. Kollektiver Jubel im FCK-Block, Erleichterung auch beim Stürmer!

Der Anhang der Roten Teufel hatte das Stadion nun klar im Griff hatte und konnte sich einige Male lautstark bemerkbar machten. Der noch verletzte Mittelfeldspieler Simon Skarlatidis auf der Haupttribüne jubelte nicht nur mit, sondern feuerte seine Mitspieler auf dem Platz im Verlauf der Partie auch immer wieder lautstark an. Die Gastgeber taten sich weiterhin schwer mit dem Spiel nach vorne, während der FCK bei einer Doppelchance von Janik Bachmann und Christoph Hemlein vor der Pause das dritte Tor hätte erzielen können.

Harte Zweikämpfe auf dem Rasen, Wortgefechte neben dem Platz

Eine Szene hatte diese erste Halbzeit aber noch: Großaspachs Dominik Martinovic, schon gelbverwarnt, streckte in einem Luftduell Dominik Schad mit dem Ellenbogen zu Boden und sah völlig berechtigt die Gelb-Rote Karte. Der FCK würde nach der Pause also eine Halbzeit in Überzahl spielen, die berechtigte Zuversicht beim mitgereisten Anhang war nun zu greifen. Was sollte jetzt noch schiefgehen?

Tatsächlich kam die Hildmann-Elf entschlossen aus der Kabine und drängte auf das 3:0, das Manfred Starke nach rund einer Stunde hätte erzielen müssen, mit dem Querpass auf Timmy Thiele aber die falsche Entscheidung traf. Bachmann hatte Glück, dass er nach einem harten Einsteigen an der Seitenlinie weiterspielen durfte. Nicht nur auf dem Platz kam es danach zu einem Handgemenge, die Entscheidung des insgesamt auf beiden Seiten schwachen Schiedsrichter Benjamin Cortus erboste auch Großaspachs Trainer Oliver Zapel sehr. Nicht zum ersten Mal in den 90 Minuten war ein kurzes Wortgefecht mit Hildmann und der FCK-Bank die Folge.

FCK gerät gegen zehn Mann in Bedrängnis

Auch bedingt dadurch, dass es die Lautrer auch in der Folge nicht schafften, den Deckel auf die Partie zu machen, kamen die Gastgeber nun immer mehr auf. Cortus hatte anscheinend Gefallen an Aspacher Standardsituationen gefunden, was die FCK-Fans auf der Gegentribüne wiederholt mit lautstarken Unmutsäußerungen quittierten. Die Lautrer zogen sich nun viel zu weit zurück und so spielte der Aspacher Korbinian Burger einen Standard nach dem anderen in den Lautrer Strafraum. Und dann war es tatsächlich soweit: Kai Gehring verwandelte einen Abpraller zehn Minuten vor dem Ende zum Anschlusstreffer. Entsetzen auf der Tribüne. Sollte das hier echt gegen zehn Mann noch schief gehen?

Nein! Denn nur kurze Zeit später erwies Torschütze Gehring seinem Team den nächsten Bärendienst und flog ebenfalls mit Gelb-Rot vom Platz. Gegen neun Mann hatte der FCK dann keine großen Probleme mehr. Der erneut starke Florian Pick schloss einen Konter zum 3:1 ab und sorgte für Erleichterung bei Fans und Mitspielern. Auch der an seiner alten Arbeitsstätte ganz besonders motiviert wirkende Trainer Hildmann ließ einen lauten Freudenschrei in den Aspacher Himmel.

Nach Abpfiff noch mal kurz Stress, dann Party vor dem Gästeblock

Nach Abpfiff gingen die Unstimmigkeiten dann noch weiter und es kam nochmals zu einem lautstarken Austausch von Gedanken zwischen Spielern und Offiziellen beider Teams, im Mittelpunkt stand dabei Matchwinner Florian Pick. Beide Parteien beruhigten sich aber auch schnell wieder. Anstatt weiter Stress zu haben, suchten die FCK-Spieler schnell den Weg zum Gästeblock, wo sie von den Fans ausgiebig und verdient gefeiert wurden.

Die Roten Teufel stehen nun nach vier Punkten aus zwei Spielen vorläufig auf Tabellenplatz 3. Am Dienstag geht es nun zuhause gegen den Zweitliga-Absteiger FC Ingolstadt, der seine beiden bisherigen Partien gewinnen konnte. Eine erste große Standortbestimmung im Fritz-Walter-Stadion!

Autor: Flo

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