Zuschauer-Statistik 2018/19

Die FCK-Fans: Auch in der 3. Liga auf Top-Niveau

Die FCK-Fans: Auch in der 3. Liga auf Top-Niveau


Ein Jahr der Extreme liegt hinter dem 1. FC Kaiserslautern - auf und neben dem Platz. Zum Saisonabschluss blicken wir traditionell auf die Zuschauerzahlen und stellen dabei Schwankungen von famosen 41.324 bis zu mickrigen 2.662 Stadionbesuchern fest.

Während die Roten Teufel sportlich enttäuschend auf Platz 9 der 3. Liga oder umgerechnet auf Platz 45 des deutschen Profifußballs abschnitten, haben sich ihre Fans mehr als nur eine Klasse besser präsentiert: Mit durchschnittlich 21.156 Zuschauern bei den Heimspielen im Fritz-Walter-Stadion liegt der FCK bundesweit auf Platz 24, mit Tuchfühlung zu mehreren Bundesligisten, besser als 13 Zweitligisten und unangefochten auf Platz 1 aller Drittligisten (vor Braunschweig mit einem Schnitt von 18.047). Trotz der vielen sportlichen Enttäuschungen konnte sogar der Zuschauerschnitt aus der letzten Zweitliga-Saison (2017/18: 22.620) beinahe gehalten werden - damit hatten nach dem Abstieg vor einem Jahr nicht viele gerechnet.

Heimspiele: Mehr als 400.000 Fans pilgern ins Fritz-Walter-Stadion

Weil in der 3. Liga zwei Heimspiele zusätzlich zu bestreiten sind, kamen insgesamt sogar mehr Zuschauer als im Jahr zuvor: 401.965 Menschen pilgerten 2018/19 zu den 19 Ligaspielen auf den Betzenberg (Vorjahr: 384.540). Über allem steht dabei natürlich der Saisonauftakt gegen 1860 München, bei dem 41.324 Zuschauer für eine bundesligareife Kulisse sorgten. Mit gutem Abstand folgen dahinter das Derby gegen den Karlsruher SC (27.343) sowie das Freitagsspiel gegen Energie Cottbus (24.005) im November, als kurz noch mal Hoffnung auf den tabellarischen Sprung nach vorne bestand. Die wenigsten Zuschauer kamen nach dem Scheitern der Aufstiegshoffnungen in der Rückrunde mittwochs gegen Eintracht Braunschweig (16.363), die SpVgg Unterhaching (16.728) und Sonnenhof Großaspach (17.297). Kalkuliert hatten die FCK-Verantwortlichen übrigens trotz Aufstiegsziel nur mit einem Zuschauerschnitt von 16.500, der dank der starken Zahlen zu Saisonbeginn und 12.750 abgesetzten Dauerkarten rein rechnerisch schon Anfang November gesichert war.

Im Gästeblock waren die Diskrepanzen noch größer, aber auch hier gab es einige beeindruckende Zahlen: 1860 München brachte gleich zu Beginn rund 7.000 eigene Anhänger mit, für die extra Teile der eigentlich gesperrten Osttribünen-Bereiche geöffnet werden mussten. Beeindruckend war auch die Zahl von 3.500 mitgereisten Hansa-Rostock-Fans am Osterwochenende, obwohl es rein sportlich für beide Klubs um nichts mehr ging. Die späteren Aufsteiger Karlsruher SC (3.000) und VfL Osnabrück (2.500) brachten ebenfalls viele Anhänger mit, was überraschenderweise auch über den Halleschen FC, Carl Zeiss Jena und den SV Meppen (jeweils 2.000) zu berichten ist. Am Ende der Gästeblock-Tabelle stehen Fortuna Köln im Montagsspiel und die SpVgg Unterhaching mit jeweils nur mickrigen 100 Fans auf der riesigen Osttribüne. Insgesamt kamen rund 27.450 Gästefans ins Fritz-Walter-Stadion, was einem Schnitt von 1.445 und damit sogar mehr als in der vergangenen Zweitliga-Saison (2017/18: 1.297) entspricht.

Auswärtsspiele: Wieder über 2.000 FCK-Fans in ganz Deutschland dabei

Auch auswärts haben die FCK-Anhänger wieder eindrucksvoll ihre Treue unter Beweis gestellt und mit durchschnittlich 2.026 mitreisenden Fans fast ihren Wert aus der 2. Bundesliga (2017/18: 2.100) erreicht. Dabei wurden die weiteren Entfernungen mit unter anderem fünf Spielen in Ostdeutschland durch die etwas besseren Anstoßzeiten, zumeist am Samstag, ausgeglichen. Gleich zum ersten Auswärtsspiel bei Sonnenhof Großaspach füllten 6.500 FCK-Fans die kleine Arena, zu den schon sportlich bedeutungslosen Rückrunden-Partien bei Fortuna Köln und dem SV Wehen Wiesbaden reisten je 4.000 mit. Das siegreiche Derby beim Karlsruher SC sahen mit 3.500 Gästefans etwas weniger als in früheren Jahren, was aber auch durch die Baustelle im Wildparkstadion bedingt war. Die wenigsten FCK-Fans reisten dienstags mit zu Eintracht Braunschweig (800), jeweils rund 1.000 machten sich mit auf den Weg in den wilden Osten zum FSV Zwickau, Hansa Rostock und Energie Cottbus.

Die Gesamt-Zuschauerzahlen bei Auswärtsspielen haben sich derweil glatt halbiert: Spielten die Roten Teufel 2017/18 noch vor durchschnittlich 18.956 Zuschauern in der Fremde, waren es dieses Jahr nur noch 9.590. Die meisten Besucher sahen die Spiele beim Karlsruher SC (17.901) sowie dienstags im September bei Eintracht Braunschweig (17.000). Das einzige ausverkaufte FCK-Spiel fand am 22. Dezember mit 15.000 Besuchern im kultigen Grünwalder Stadion statt, wo auch die Lautrer ein vielfaches der verfügbaren 1.500 Gäste-Karten hätten verkaufen können. Die wenigsten Zuschauer kamen zu den Partien beim KFC Uerdingen (5.356 in Duisburg), der SpVgg Unterhaching (5.000) und mit weitem Abstand nach unten den Sportfreunden Lotte (2.662 Zuschauer, davon ca. 1.400 FCK-Fans).

Sonstige Partien: Fünf Mal Verbandspokal und ein Heimspiel im DFB-Pokal

Die Partie in Lotte stellt in mehrfacher Hinsicht einen Minusrekord dar: Denn jene 2.662 Besucher bildeten nicht nur die niedrigste FCK-Zuschauerzahl in einem Pflichtspiel seit dem 15. April 1970 (2.000 auswärts bei Alemannia Aachen), sondern es waren auch deutlich weniger Zuschauer als bei allen Verbandspokalspielen. Die Roten Teufel mussten zum ersten Mal in der Fußball-Neuzeit an diesem Wettbewerb teilnehmen und spielten gegen den SC Idar-Oberstein (5.000 Zuschauer), den FK Pirmasens (8.890), den TSV Gau-Odernheim (5.487 in Worms), den FV Dudenhofen (6.400 in Ludwigshafen) sowie Wormatia Worms (7.343 in Pirmasens). Bei all diesen Spielen im eigenen Einzugsgebiet waren die FCK-Fans mehr als deutlich in der Überzahl, im Endspiel gegen Worms bevölkerten über 5.000 Lautrer den Sportpark Husterhöhe.

Hinzu kommt außerdem das DFB-Pokal-Match im Fritz-Walter-Stadion gegen die TSG Hoffenheim als insgesamt 44. (!) Pflichtspiel des 1. FC Kaiserslautern in der Saison 2018/19. Diese Partie sahen im August 22.818 Zuschauer, davon ca. 1.500 Gäste. Zum Saisonabschluss kamen am vergangenen Montag außerdem nochmals 48.500 Besucher zum Benefizspiel gegen Bayern München - weil ein Block auf der Osttribüne gesperrt war, bedeutete diese Zahl zum ersten Mal seit 2015 ein ausverkauftes Haus.

Auf einen Blick: Die Tops und Flops der Zuschauer-Statistik 2018/19

Heimspiele
Zuschauerschnitt: 21.156
Meiste Zuschauer: 41.324 (gegen 1860 München)
Wenigste Zuschauer: 16.363 (gegen Eintracht Braunschweig)
Durchschnitt Gästefans: 1.445
Meiste Gästefans: 7.000 (gegen 1860 München)
Wenigste Gästefans: 100 (Fortuna Köln, SpVgg Unterhaching)

Auswärtsspiele
Zuschauerschnitt: 9.590
Meiste Zuschauer: 17.901 (beim Karlsruher SC)
Wenigste Zuschauer: 2.662 (bei Sportfreunde Lotte)
Durchschnitt FCK-Fans: 2.026
Meiste mitgereiste FCK-Fans: 6.500 (bei Sonnenhof Großaspach)
Wenigste mitgereiste FCK-Fans: 800 (bei Eintracht Braunschweig)

Anmerkung in eigener Sache: Weil zu den Gästefan-Zahlen keine ganz offiziellen Statistiken existieren, handelt es sich hierbei jeweils um möglichst genaue Schätzungen, basierend auf Vorverkaufszahlen, bekannten Gästeblock-Kapazitäten und eigenen Zählungen im jeweiligen Stadion.

Autor: Thomas

Weitere Links zum Thema:

- Zuschauer-Statistik 2017/18 | Meist drittklassige Mannschaft, oft erstklassige Fans

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