Kummt Senf druff

Wintertransfers? Die Zurückhaltung ist richtig

Wintertransfers? Die Zurückhaltung ist richtig


Der 1. FC Kaiserslautern bewegt sich auffallend ruhig auf dem Transfermarkt. Die vorläufige Zurückhaltung ergibt jedoch in mehrfacher Hinsicht Sinn.

Das Transferkarussell in der 3. Liga nimmt Schwung auf. Nach ruhigen Tagen zu Beginn des Monats vermelden die Konkurrenten der Roten Teufel immer mehr Spielerwechsel. Vor allem bei Eintracht Braunschweig wird der Kader kräftig umgebaut. Das Schlusslicht hat in nur wenigen Tagen zehn Transfers bekanntgegeben. Auch andere Vereine nehmen Kaderkorrekturen vor, wie etwa der KFC Uerdingen mit der Verpflichtung von Osayamen Osawe. Weitere Spekulationen um namhafte Akteure wie Adriano Grimaldi (ebenfalls zum KFC Uerdingen?) oder Manuel Schäffler (zu 1860 München?) halten sich.

Auf dem Betzenberg bleibt die Gerüchteküche in dieser Transferperiode allerdings noch kalt. Weder Zugänge noch Abgänge bahnen sich kurzfristig an (siehe DBB-Meldung: Wintertransfers wohl nicht vor Mitte Januar
). Auch die üblichen Meldungen über das angebliche FCK-Interesse an Spielern bleiben bislang weitgehend aus. Ein Fingerzeig, dass die Roten Teufel mittlerweile im Mittelmaß der 3. Liga versunken sind?

Eine ungewohnte Passivität, die aber angemessen ist

Die Kaderplaner vom Betzenberg üben sich in Zurückhaltung. Spielerwechsel stehen, wenn überhaupt, erst zum Ende der Transferperiode an. Und der Blick für Neuzugänge richtet sich wohl ausschließlich auf die Offensive. Eine - gemessen an früheren Jahren - merkwürdige Passivität, die allerdings der jetzigen Situation genau angemessen ist. In vielerlei Hinsicht.

Es mag zwar ein merkwürdiges Gefühl hervorrufen, wenn andere Klubs teils namhafte Transfers verkünden und der FCK scheinbar tatenlos zusieht. Doch die momentan aktivsten Klubs gehen in deutlicher anderer Ausgangslage in die Restsaison als der Betze. Braunschweig, Großaspach und Aalen wollen sich zum Beispiel für die Aufholjagd im Tabellenkeller rüsten. Uerdingen, Karlsruhe, Osnabrück und Halle kämpfen um den Aufstieg und versuchen die Kaderqualität punktuell zu steigern.

Aus sportlicher und wirtschaftlicher Sicht wenig sinnvoll

Der FCK bewegt sich im Tabellen-Mittelfeld, hat einen kaum noch einzuholenden Rückstand auf die Spitzengruppe. Selbst durch größere Investitionen in den Kader würde die Wahrscheinlichkeit, doch noch einen der oberen drei Plätze zu belegen, wohl nicht entscheidend ansteigen. Von daher sind auch Ausleihen wenig zielführend, sofern die Spieler nicht über das Saisonende hinaus in Kaiserslautern bleiben könnten.

Wohl auch deshalb hat FCK-Coach Sascha Hildmann mehrmals betont, den Fokus verstärkt auf die Entwicklung der vorhandenen Spieler zu legen, insbesondere der jungen. Sollten die Roten Teufel ein weiteres Jahr in der 3. Liga feststecken, sind wohl auch dann keine größeren Sprünge auf dem Transfermarkt möglich. Umso wichtiger ist die Förderung der eigenen Nachwuchsspieler, die schon jetzt durch Training und Spielpraxis an die Profi-Ebene herangeführt werden können.

Die wichtigste Wirkung hat der Verzicht auf viele Transfers auf vor allem auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Roten Teufel. Die notwendigen Voraussetzungen für die Lizenz müssen bis März geplant werden. Angesichts des weiterhin nicht in Aussicht stehenden Investors wird jeder Cent benötigt. Transfers, die womöglich die Qualität nicht nachhaltig anheben, machen da erst recht keinen Sinn.

Autor: paulgeht

Weitere Links zum Thema:

- Wintertransfers wohl nicht vor Mitte Januar (Der Betze brennt, 03.01.2019)

Kommentare 72 Kommentare | Empfehlen Artikel weiter empfehlen | Drucken Artikel drucken