Saisonvorschau 2018/19

Alles Aufstieg, oder was?

Alles Aufstieg, oder was?


Neuanfang, Vorfreude, Selbstvertrauen, Demut - und Aufstieg. Das sind einige Schlagworte aus der diesjährigen Saisonvorschau von Der Betze brennt. Wo wird der 1. FC Kaiserslautern landen - und wie ist Deine Meinung dazu?

Thomas' Vorschau:

Wer kann den neuformierten 1. FC Kaiserslautern schon jetzt seriös einschätzen? Wahrscheinlich nichtmal die Verantwortlichen selbst. Zu viele Unwägbarkeiten gibt es, wenn so viele Spieler ausgetauscht werden wie - mal wieder - in dieser Sommerpause auf dem Betzenberg. Und doch gibt es einige Anzeichen dafür, dass der FCK seiner Rolle gerecht wird, die da lautet: Zugpferd und Topfavorit der 3. Liga. Auch wenn die Verantwortlichen das wohl nicht so gerne hören werden, aber so ist es.

Alte Hasen wie Martin Bader und Michael Frontzeck, aber auch ambitionierte Spieler wie etwa Lukas Spalvis, Mads Albaek oder Florian Dick verbindet man mit Höherklassigem als der 3. Liga. Auch wenn es in den Testspielen noch wackelige Momente gab, auch wenn der gut scheinende Teamgeist sich erst noch im harten Alltag bewähren muss, so wirkt die Kaderplanung von Sportchef Bader und seiner rechten Hand Boris Notzon doch gut durchdacht. Und vor allem wurde sie frühzeitig abgeschlossen, was sich im Laufe einer sehr langen Saison (45 oder mehr Pflichtspiele sind möglich) noch als Trumpf erweisen kann. Interessant ist Baders Umbruch-Variante, meistens gleich zwei Spieler von einem anderen Verein zu verpflichten, und diese Pärchen testete Trainer Frontzeck in den vergangenen Wochen auch ausgiebig. Es wurde ein gutes Fundament gelegt, auf dem nun aber weiter Spieltag für Spieltag Stein für Stein gebaut werden muss.

Wichtig wird sein, dass der FCK seine Favoritenrolle annimmt, konditionell vom ersten bis zum letzten Spieltag durchhält und mehr aus Standardsituationen macht, als in der vergangenen Saison. Denn gegen viele defensiv eingestellte Gegner wird es nicht nur auf Spielkunst und Kombinationen ankommen, sondern vor allem auch auf Siegeswillen und Leidenschaft - und das übrigens nicht nur auf dem Feld, sondern auch auf den Rängen!

Meine Prognose: Der FCK wird seiner Favoritenrolle gerecht und steigt als Meister wieder auf. Ein holpriger Saisonstart ist allerdings nicht auszuschließen. In diesem Fall sollten es die Roten Teufel nicht dem KSC vom letzten Jahr nachmachen, sondern sich eher an Stuttgart und Hannover eine Saison zuvor ein Beispiel nehmen.

suYins Vorschau:

"Vorbei. Endlich! Was hatte ich mich Ende Mai gefreut, als diese Saison beendet war", schrieb ich in meiner letzten Prognose. Tja, Copy/Paste auch zur letzten Saison 2017/2018. Bitter!

Preußen Münster, der Karlsruher SC, 1860 München oder der VfL Osnabrück. Irgendwie habe ich Bock auf die folgende Saison in der 3. Liga. Kleine enge Stadien. Gegner, die sich auf unseren Verein und den Betzenberg freuen. Irgendwie sympathisch. Die Fanszenen im Osten haben via Internet auch schon den ein oder anderen Willkommensgruß in Richtung Pfalz geschickt.

Die Kaderplanung lief anscheinend nach Plan, ein Trikotsponsor samt leidenschaftlichem Chef wurde noch vor dem ersten Spieltag präsentiert. Vieles scheint nach den Plänen von Klatt, Banf, Bader, Notzon und Frontzeck funktioniert zu haben. Alle Stellschrauben müssen dieses Jahr passen. Jede Schraube, auch die Fans können wieder ein entscheidendes Bauteil des Gerüsts Wiederaufstieg sein.

Trotz des chaotischen Abstiegs unserer Snapchat- und Instagram-"Truppe" gehe ich mit einer gewissen Euphorie in die kommende Spielzeit. Ich bin gespannt, was uns dieses Team die nächsten Monate zeigen wird. Ein guter Mix aus jungen Spielern, bekannten und erfahren Gesichtern. Ich habe Bock!

Meine Prognose: Demut, ja, oft gehört. Die Füße etwas stiller halten und einfach abliefern. Weniger Phrasen in Interviews, weniger Gequatsche als letzte Saison. Leistung zeigen, Punkte holen, Aufsteigen, dann quatschen und mit uns feiern. Okay, das war jetzt nicht demütig. Aber wir haben ja eigentlich keine andere Wahl. Platz 1-3.

Tocos Vorschau:



Nicht schon wieder Neuanfang... mit einer Ausnahme: Mit dem Kader der vergangenen Saison hätte ich als Fan nicht weitermachen wollen. Klar kam vieles zusammen, aber den Klassenerhalt haben die Jungs und Männer auf dem Platz verbockt. "Ehrenmänner" konnten gehalten, hungrige Spieler geholt und Nachwuchs herangeführt werden. Nachdem sich die Fans schon in der vergangenen Rückrunde allmählich hinter der Mannschaft versammelt haben, legten die Verantwortlichen in aller Ruhe das Fundament, so dass das Team um Trainer Frontzeck die Vorbereitung früh beginnen konnte. Kurz darauf war die geräuschlose Planung auch schon abgeschlossen. Ich würde mich gerne an sowas gewöhnen. Mit eigenem Personal, ohne Leiharbeiter, geht es für den 1. FC Kaiserslautern in die erste und letzte Drittliga-Saison.

Meine Prognose: Etwas anderes als die Flucht nach vorne kommt für die Roten Teufel nicht in Frage. Budgetmäßig spielt der Betze in der dritten Liga oben mit und alles andere als die Favoritenrolle wirkt unglaubwürdig. Eine durchdachte Kaderzusammenstellung, erstligareife Fans, in einem WM-Stadion. Vermutlich hätte manch ein Konkurrent sogar gerne unsere Geldsorgen. Ich erwarte kleinere Rückschläge, rechne aber fest mit dem Durchmarsch zurück zum alten Glanz und dem Sieg im Südwestpokal.

Flos Vorschau:



"Und Flo, was macht der FCK? Meinst du, die steigen wieder auf?" So oder so ähnlich klang die mir meistgestellte Frage in den vergangenen Wochen. Darauf eine Antwort zu geben, ist gar nicht so leicht. Michael Frontzeck, Martin Bader und Co. haben die Chance des Neuanfangs genutzt. Gewollt und ungewollt wurde der komplette Kader auf links gedreht. Es wurden Spieler verpflichtet, die die Liga kennen. Akteure wie Jan Löhmannsröben, Timmy Thiele, Florian Dick und viele andere wissen, auf was es in dieser Spielklasse ankommt. Die Mannschaft wurde mit einem klaren Plan zusammengestellt, eine klare Hierarchie ist zu erkennen. Das war in der Vergangenheit nicht immer so. Die Vorbereitung verlief ruhig, die Kapitänsfrage und die Torwartfrage sind schon weit vor dem ersten Anstoß geklärt. Zudem scheint die Mannschaft einen guten Geist in der Kabine zu haben.

Ob es für die direkte Rückkehr in die 2. Bundesliga reicht, hängt aber noch von anderen Faktoren ab. Wichtig wird sein, dass das Umfeld die nötige Geduld mitbringt. Die für mich etwas überraschende Euphorie in der Vorbereitung kann auch schnell ins Gegenteil umschlagen, gerade in Kaiserslautern. Die 3. Liga wird wenig spielerische Raffinessen bieten, es wird eher auf Kampf, Einsatz und Leidenschaft ankommen. Andere Mannschaften haben den Vorteil, dass sie einen Stamm von Spielern haben, die schon länger zusammenspielen. Der FCK dagegen geht mit einer komplett neuen Mannschaft in die Saison. Nichtsdestotrotz: Der FCK ist der große Name der Liga und ist deshalb fast automatisch Topfavorit auf den Aufstieg. Die Gegner werden mit einer gehörigen Portion Respekt in die Begegnungen mit den Roten Teufeln gehen, in einigen Auswärtsspielen werden die Lautrer gefühlt ein Heimspiel haben.

Meine Prognose: Vor allem zu Saisonbeginn wird es der FCK schwer haben und muss erstmal in die neue Liga finden. Auch danach wird die Mannschaft nicht alles vom Platz schießen. Die Fans müssen den eingeschlagenen Weg mitgehen und auch hinter der Mannschaft stehen, wenn es mal nicht so gut läuft. Die Saison mit über 40 Pflichtspielen wird zwar lang und hart, am Ende wird der FCK aber aufsteigen. Platz 1 oder 2.

Ingos Vorschau:



Für die Drittliga-Trainer ist die Sache klar, für viele Fans in Deutschlands dritthöchster Spielklasse ebenso: Am 1. FC Kaiserslautern führt in Sachen Aufstieg kein Weg vorbei. Nichts anderes wünscht man sich natürlich als FCK-Fan und entsprechend groß ist auch die Zuversicht im Lautrer Umfeld. Die kleine Aufbruchstimmung hat sich der Verein in den vergangenen Monaten verdient. Komplett ausblenden sollte man die Herausforderungen und Risiken einer völlig neuen Liga allerdings nicht.

Vorschusslorbeeren und (am Ende enttäuschte) Hoffnungen gab es schließlich in den vergangenen Jahren mehr als genug. Selbst vor der historisch schlechten Vorsaison suchte man Warnsignale im Vorfeld weitgehend vergebens. Eher im Gegenteil. In dieser Sommerpause ist der Umbruch im Kader nun noch einmal größer. Die Liga ist für nicht wenige Spieler und auch für Trainer Michael Frontzeck völliges Neuland. Und auch der Favoritenstatus hat dem FCK schon in den zurückliegenden Zweitliga-Jahren oft mehr geschadet als genutzt.

Wieso die Hoffnung auf die Trendwende dennoch überwiegt? Zunächst einmal konnte der Gang in die Drittklassigkeit wenn schon nicht verhindert, so doch zumindest monatelang vorbereitet werden. Die Vakanz an sportlicher Kompetenz im Vorstand ist längst korrigiert und fast schon rekordverdächtig früh war der Kader für die neue Saison zusammengestellt. Der ist im Gegensatz zu den Vorjahren komplett einsatzfähig und verspricht auf den ersten Blick eine gute Mischung. Erfahrene Haudegen sind ebenso vertreten wie eine ganze Reihe an Profis, die in der 3. Liga schon gespielt haben. Mit Mads Albaek und Lukas Spalvis vorneweg gehören zudem Profis zum Aufgebot, die - sofern körperlich fit - zum Besten zählen dürften, was die Spielklasse zu bieten hat.

Meine Prognose: Die Roten Teufel scheinen sehr gut vorbereitet zu sein. Geht der Saisonstart nicht komplett daneben und ist gerade auch das Umfeld auf den ein oder anderen Rückschlag eingestellt, sollte sich die hohe Qualität im Kader am Ende durchsetzen. Der FCK feiert 2019 den direkten Wiederaufstieg.

paulgehts Vorschau:



Wie nervig kann eine Sommerpause sein? Seit Tagen wünsche ich mir, dass die Saison endlich losgeht und der "neue FCK” zeigen kann, zu was er fähig ist. Der Abstieg war bitter und vielleicht eine der größte Enttäuschung im Fan-Leben vieler Betze-Anhänger. Doch mit welchem Elan seit der Stunde Null wieder am Aufbau gearbeitet wird, beeindruckt mich - und im Übrigen auch Leute, die es gar nicht so sehr mit dem FCK halten.

Doch klar: Bei aller Zuversicht und Weichenstellung - stimmen die Ergebnisse auf dem Platz nicht, ist die größte Aufbruchstimmung sinnlos. Es zählt ab Samstag! Der FCK und seine Fans müssen einen schwierigen Spagat hinbekommen: Die Favoritenrollen darf auf jeden Fall angenommen werden. Die Zeiten, in denen sich der FCK klein geredet hat, haben spätestens jetzt ein Ende. Doch Vorsicht: Zu viel Arroganz wird in der 3. Liga schnell bestraft. Es gilt, eine gute Balance zwischen Selbstbewusstsein und Respekt zu finden.

Gelingt das, ist der Aufstieg möglich. Die Qualität der Mannschaft sehe ich dafür absolut ausreichend. Die Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Profis passt. Worüber ich mich - abgesehen von der hoffentlich am Ende rauschenden Aufstiegsfeier - am meisten freuen würde: Endlich mal wieder zwei, drei Spiele am Stück zu gewinnen und nicht nach jedem Wochenende mit großen Sorgen auf die Tabelle und die Ergebnisse der Konkurrenz zu schauen.

Meine Prognose: Magdeburg startete vergangene Saison mit einer 1:4-Klatsche gegen Großaspach in die Spielzeit, Paderborn verspielte zum Auftakt in Halle einen 4:1-Vorsprung. Dresden durchlebte in seiner Aufstiegssaison eine Dürrephase von fünf Remis am Stück - dennoch erreichten alle drei Klubs am Ende ihr Ziel. Was ich sagen will: Die Geduld des FCK wird auch mal auf die Probe gestellt werden. Behalten alle dann die Nerven und wird hart weitergearbeitet, gibt es am Ende nur ein Ergebnis: Den Wiederaufstieg.

... und was denkst Du? In unserem Diskussionsforum steht eine Umfrage zur Endplatzierung der Roten Teufel bereit und es gibt ganz viel Platz zum Gegenüberstellen von Pro und Contra - wir sind gespannt auf die unterschiedlichen Meinungen!

Autor: Redaktion

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