Im Blickpunkt: FCK-Leihspieler bei anderen Klubs

Ein Rückkehrer und zwei Fragezeichen

Ein Rückkehrer und zwei Fragezeichen

Max Dittgen; Foto: imago/Jan Hübner

Die Saison 2017/18 neigt sich dem Ende zu. Während die Roten Teufel in der 2. Liga um den Klassenerhalt kämpfen, laufen die Planungen für die kommende Spielzeit zweigleisig. Welche Rolle spielen dabei die FCK-Profis, die derzeit an andere Vereine ausgeliehen sind?

Drei Spieler hat der 1. FC Kaiserslautern aktuell zu anderen Klubs verliehen. Mit Florian Pick und Max Dittgen sollten zwei Profis mit vielversprechendem Potenzial Spielpraxis in der 3. Liga sammeln. Kurz vor Saisonbeginn und nach der Rückkehr von Marius Müller verließ zudem Torhüter André Weis den Betzenberg in Richtung Regensburg. Wie ist es den drei Akteuren in der Fremde ergangen? Wie ist ihre Vertragssituation? Und welche Rolle spielen sie in den FCK-Planungen für die kommende Saison?

"Ich stehe mit unseren Spielern regelmäßig in Kontakt. Wir gucken sehr genau, was unsere Leihspieler machen, wie ihre Einsatzzeiten sind und wie sie sich entwickeln", sagt Kaiserslauterns Sportdirektor Boris Notzon zu Der Betze brennt. Wie es mit dem Trio nach Ablauf der Saison weitergeht, hängt aber maßgeblich vom Ausgang des Abstiegskampfs ab. "Max Dittgen und André Weis haben Verträge für die 2. Liga", so Notzon weiter.

Florian Pick, 1. FC Magdeburg, 12 Einsätze: Kommt im Sommer zurück

Anders ist die Situation bei Florian Pick. Der in Wittlich geborene und größtenteils beim FCK ausgebildete Flügelspieler trägt momentan das Trikot des 1. FC Magdeburg, besitzt beim FCK aber einen auch im Abstiegsfall gültigen Vertrag, wie Notzon betont. "Er kommt ligaunabhängig im Sommer zurück. Dies haben wir auch den Verantwortlichen in Magdeburg schon so mitgeteilt", sagt Lauterns Sportdirektor.

Beim FCM, der nach zweimal knapp verpasstem Aufstieg derzeit ans Tor zur 2. Liga klopft, hatte Pick zunächst keinen leichten Stand. Lediglich vier Kurzeinsätze standen in der Hinrunde zu Buche. Nach drei weiteren Einwechslungen im neuen Jahr fand sich der 22-Jährige Anfang März aber im richtungsweisenden Spitzenspiel beim SC Paderborn (1:1) plötzlich in der Startelf wieder - und überzeugte mit seinem Offensivdrang. Von Cheftrainer Jens Härtel gab es dafür Lob, garniert mit einer kleinen ironischen Spitze. "Er hatte natürlich ein paar überragende Aktionen nach vorne - nach hinten auch die eine oder andere, bei der man schnell mal graue Haare kriegt", sagte der Coach. Seit dem Paderborn-Spiel kam Pick in jeder Partie zum Einsatz.

Trotz längerer Anlaufzeit hat sich der vor seiner Ausleihe vor allem als Rechtsverteidiger eingesetzte 1,76-Meter-Mann im emotionalen Magdeburger Umfeld durchgesetzt und bräuchte - sollte der FCK absteigen - in der 3. Liga wohl keine Anlaufzeit. In die Pfalz kehrt Pick auf jeden Fall als weiterentwickelter Spieler zurück, auch wenn er den ein oder anderen Schritt in seinem Werdegang noch vor sich haben dürfte. Für die Roten Teufel hat sich die Ausleihe also durchaus gelohnt.

Max Dittgen, SV Wehen Wiesbaden, 14 Einsätze: Entscheidung im April

Anders als Pick kam Max Dittgen, den der FCK im Sommer 2016 von der SG Sonnenhof Großaspach geholt hatte, schon mehrmals im Profi-Team der Lauter zum Einsatz. Durchsetzen konnte sich der Linksfuß aber weder unter Tayfun Korkut noch unter Norbert Meier. Trotz engagierter Sommer-Vorbereitung verpasste er auch in den ersten beiden Partien dieser Saison den Sprung in den Kader und entschloss sich schließlich zu einer Leihe zum SV Wehen Wiesbaden.

Dort traf der gebürtige Moerser auf seinen ehemaligen Förderer Rüdiger Rehm. Der SVWW-Coach hat aus den vormals abstiegsbedrohten Hessen in kurzer Zeit einen heißen Aufstiegsanwärter geformt, wobei Dittgens Anteil am Aufschwung zunächst überschaubar war. Zwischenzeitlich verschwand der 23-Jährige sogar komplett von der Bildfläche, nachdem sich ein zunächst diagnostizierter Muskelfaserriss als Sehnenanriss am Hüftbeuger herausstellte. Erst im Januar diesen Jahres absolvierte Dittgen wieder ein Spiel, kam seit dem 21. Spieltag jedoch in jeder Partie zum Einsatz (viermal von Beginn an).

Wie es für den Offensivmann in der kommenden Saison weitergeht, entscheidet sich erst im Lauf des Aprils, heißt es aus Dittgens Umfeld. Abhängig ist die Entscheidung auch vom Saisonausgang beim FCK. Schaffen die Roten Teufel den Klassenerhalt, hat er ein gültiges Arbeitspapier. "Wir sind mit Max in Kontakt und schauen weiter auf seine Entwicklung in Wiesbaden in den kommenden Wochen", sagt Notzon.

André Weis, Jahn Regensburg, 2 Einsätze: Rückkehr unwahrscheinlich

Gleiches gilt wohl auch für Weis. Allerdings könnten die Gespräche mit dem Keeper schnell beendet sein, selbst wenn die Pfälzer die Klasse halten. Zwar kam der 28-Jährige auch in Regensburg nur zu zwei Einsätzen und blieb der Vertreter von Stammkeeper Philipp Pentke. Dennoch ist es eine realistische Option, dass der in Boppard geborene Schlussmann auch in der kommenden Spielzeit die Herausforderung bei den Oberpfälzern sucht. Das Kapitel Kaiserslautern scheint für den Keeper trotz eines in der 2. Liga gültigen Vertrags fast schon abgeschlossen.

Vor der Saison 2016/17 hatte der damalige Sportdirektor Uwe Stöver Weis auf den Betzenberg gelotst, obwohl dieser kurz vor dem Abschluss mit einem anderen Zweitligisten stand. Nach viereinhalb Spielen als Stammtorhüter wurde Weis nach einer Roten Karte in Sandhausen schließlich durch Julian Pollersbeck ersetzt - und bekam danach keinen Fuß mehr auf den Boden. Pollersbeck blieb erste Wahl und auch nach dessen Verkauf zum Hamburger SV rückte Weis nicht wieder auf zur Nummer eins. Stattdessen holte der FCK wohl auf Anraten von Torwarttrainer Gerry Ehrmann Marius Müller aus Leipzig zurück.

Das Verhältnis zwischen Weis und Ehrmann ist nicht zuletzt durch die unglückliche Saison 2016/17 angespannt. In Regensburg spürt Weis dagegen großes Vertrauen und soll, so der Wunsch der SSV-Verantwortlichen, auch gehalten werden. "Wir werden Andrés Situation besprechen, wenn klar ist wo wir nächstes Jahr spielen", kündigt Notzon an.

Autor: paulgeht

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