Kummt Senf druff

Danke für sechs Jahre Leidenschaft, Florian Dick!

Danke für sechs Jahre Leidenschaft, Florian Dick!


Florian Dick muss den 1. FC Kaiserslautern verlassen, sein Vertrag wird nicht verlängert. Eine Entscheidung, die bei den Fans, aber auch bei Dicks Mitspielern und sonstigen Weggefährten, emotionale Reaktionen ausgelöst hat. Wir möchten an dieser Stelle einfach mal Danke sagen.

Die Diskussionen im Internet sind hitzig. Florian Dick wegzuschicken ist eine riesige Schweinerei von Stefan Kuntz und Co., sagen die einen. Zumindest sportlich - und das sei das ausschlaggebende Kriterium - ist er kein großer Verlust, entgegnen die anderen. In der kontrovers geführten Debatte droht aber eines unterzugehen, was nicht untergehen sollte. Ganz ohne Häme und Schuldzuweisungen gilt es zu sagen: Danke, Flo!

Als Florian Dick im Sommer 2008 vom Karlsruher SC zum 1. FC Kaiserslautern kam, konnte niemand mit der nachfolgenden Entwicklung rechnen. Der Rechtsverteidiger entwickelte sich zum Dauerbrenner schlechthin bei den Roten Teufeln und verpasste kaum ein Spiel. In den sechs Jahren beim FCK hat Dick 187 Partien in der Liga, 18 im DFB-Pokal und zwei in der Relegation bestritten. In der Statistik der Lautrer Bundesliga-Geschichte steht er damit auf dem 21. Platz, kann die meisten Einsätze eines FCK-Spielers seit Axel Roos, Harry Koch und Martin Wagner vorweisen.

Dick war Teil der berühmten „Abwehr aus Granit“, in der er gemeinsam mit Martin Amedick, Rodnei und Alexander Bugera das Fundament für den Bundesliga-Aufstieg in der Saison 2009/10 bildete. Nur ein Spiel verpasste er damals aufgrund einer Gelbsperre - und prompt verloren die Roten Teufel in Oberhausen mit 1:2. Unvergessen bleibt auch Dicks Meisterstück im ersten Heimspiel nach dem Aufstieg, als er vor fast 50.000 ausrastenden Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion Franck Ribery geradezu kaltstellte und damit seinen Teil zum 2:0-Sieg gegen den FC Bayern beisteuerte.

Aber auch in der gerade abgelaufenen Saison gab es große Dick-Momente. Nur sechs von 15 Ligaspielen konnte der FCK im bisherigen Kalenderjahr 2014 gewinnen, was am Ende ausschlaggebend für den verpassten Aufstieg war. Bei dreien dieser Siege war Florian Dick eine entscheidende Figur - und das wohlgemerkt als Abwehrspieler: Beim Heimsieg gegen die SpVgg Fürth knallte er den Ball zum vorentscheidenden 2:0 in die Maschen (Endstand 2:1), beim vermeintlichen Betze-Comeback nach der Krise gegen den SV Sandhausen erzwang er förmlich den 2:1-Siegtreffer durch das Eigentor von Gegenspieler Daniel Schulz. Und als Krönung erzielte er beim ebenfalls hauchdünnen 3:2-Erfolg gegen den FSV Frankfurt das Tor des Monats, sein ganz persönlicher Erfolg zum Abschluss seiner Betze-Laufbahn.

Vor allem ins Herz geschlossen hatten die Fans ihre Nummer 23, die sie immer wieder mit „Dick, Dick, Dick“-Sprechchören feierten, aber für seine wie die Faust aufs Auge zum Betze passende Spielweise. Selbst wenn auch die dritte Flanke nicht ankam: Florian Dick hat weiter gekämpft und es ein viertes, fünftes, sechstes Mal versucht, wo andere schon längst aufgegeben hatten. Und damit auch Erfolg gehabt. Denn wenn genau diese verunglückten Flanken heute oft als populärster Kritikpunkt an Dick vorgetragen werden, vergessen viele Fans eines: Haben andere Lautrer Helden denn mehr Flanken an den Mann gebracht? Etwa Axel Roos, der nach Titeln erfolgreichste Spieler der jüngeren FCK-Geschichte? Von den Spielern der jüngeren Vergangenheit ganz zu schweigen. Auf dem Betzenberg braucht es traditionell auch andere Tugenden als nur eine ausgefeilte Technik - und es braucht Typen wie Florian Dick.

Dass der Weggang von „FD23“ im Mannschaftsgefüge eine Lücke hinterlassen wird, zeigen auch die ungewöhnlich vielen öffentlichen Reaktionen seiner Mitspieler: Tobias Sippel, Marius Müller, Dominique Heintz, Marc Torrejon und Simon Zoller äußerten sich in den Sozialen Netzwerken. Sippel und Heintz könnten Dick noch folgen, wenn man den kursierenden Gerüchten Glauben schenken darf, auch Zoller steht bekanntermaßen vor dem Absprung.

Auch wenn er seinen badischen Dialekt eisern beibehalten hat - in den sechs Jahren beim FCK ist Florian Dick zum halben Pfälzer geworden. Nicht nur deshalb muss man festhalten: Einen Abschied ohne Blumenstrauß und ohne Westkurve, ja sogar ganz ohne offizielle Abschiedsworte, hat solch ein Spieler nicht verdient.

Daher zumindest an dieser Stelle: Danke für sechs Jahre Leidenschaft und alles Gute für die Zukunft, Flo!

Autor: Thomas

Weitere Links zum Thema:

- Jetzt offiziell: Kein neuer Vertrag für Florian Dick (Rheinpfalz, 30.05.2014)
- Torschütze des Monats April 2014: Florian Dick (Der Betze brennt, 10.05.2014)

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