Uff e Wort
Hanslik: "Wenn Fitness und individuelle Qualität zusammenkommen, kann man oben mitspielen"
Es war der 5. Oktober 2020, als zwei relativ unbekannte Spieler namens Kenny Redondo und Daniel Hanslik vom 1. FC Kaiserslautern verpflichtet wurden. Damals konnte noch keiner ahnen, welche spannenden und nach langem Niedergang auch erfolgreichen Jahre vor den Roten Teufeln liegen würden. Als Cheftrainer absolvierte an jenem Montagabend Jeff Saibene sein erstes Pflichtspiel für den mit null Punkten in die 3. Liga gestarteten Traditionsklub - so lange ist das schon her. Der aus Bad Hersfeld stammende Hanslik trug 2021 und 2024 mit seinen Toren im Endspurt mitentscheidend zum Klassenerhalt bei. 2022 erzielte er mit dem 1:0 in Dresden das vielleicht wichtigste Tor der letzten zehn Jahre. Kommende Saison möchte er mit dem FCK um den Aufstieg in die Bundesliga mitspielen und bereitet sich darauf gerade im Trainingslager in Sterzing/Südtirol vor.
Drei Fragen und drei Antworten mit Daniel Hanslik:
Der Betze brennt: Daniel Hanslik, wenn man Dich beim Training beobachtet, aber auch Dein Laufpensum am Spieltag sieht, merkt man schnell: Zu Deinen Stärken gehören Athletik und Fleiß. Welche Bedeutung haben diese "klassischen" Faktoren beim Fußball?
Daniel Hanslik (28): Die letzten Jahre haben es gezeigt: Oft sind die fittesten Mannschaften relativ weit oben angesiedelt, weil die Zweite Liga viel über Intensität kommt, über Zweikampfführung und Laufstrecken. Wenn dann noch eine gewisse individuelle Qualität dazukommt, kann man im oberen Drittel mitspielen. Deshalb ist es jetzt im Trainingslager auch wichtig, jeden Tag eine hohe Qualität zu haben und sich stetig zu verbessern. In der Mannschaft liegen wir auch qualitativ sehr eng beieinander. Wenn man sich dann fünf Prozent rausnimmt, fällt man im Training schon ab. Da sehe ich meine Rolle auch so, immer voranzugehen und zu zeigen, dass man sich jeden Tag im Training anbieten kann. Eine gewisse Konkurrenzsituation ist auch völlig normal. Es ist wichtig, sich dem Trainer anzubieten und auch alle Möglichkeiten zu nutzen, um sich weiterzuentwickeln. Da habe ich auch selbst die Erfahrung gemacht, dass sich das immer wieder lohnt. Ich wurde über die Jahre hinweg auch mal weniger bis gar nicht berücksichtigt, habe mich dann zurück in die Startelf gekämpft und auch immer wieder meinen Mitspielern gezeigt: hey, es geht immer weiter. Man muss an seine Qualitäten glauben.
Der Betze brennt: Du bist mit Kenny Redondo und dem drei Wochen früher verpflichteten Marlon Ritter - bei ihm war sogar noch Boris Schommers der Trainer - der dienstälteste Feldspieler im FCK-Team. Nur Dein Kumpel Avdo Spahic ist als Torwart noch ein Jahr länger da. Im heutigen Fußball-Business ist das eine lange Zeit und dadurch entsteht sicher auch eine gegenseitige Identifikation zwischen Spieler, Verein und Fans - oder?
Hanslik: Ja, absolut! Wir sind zu einem Zeitpunkt zum FCK gekommen, da standen wir nach Auftaktniederlagen gegen Dresden und Türkgücü auf Platz 17 in der 3. Liga. Das halten wir uns schon noch manchmal vor Augen, was wir mit dem Verein erlebt haben, aber auch, welchen Erfolg wir bis hierher erreicht haben. Wir haben in der 3. Liga eine Mannschaft geformt, wo auch wir zu den Eckpfeilern gehörten und dann verdient aufgestiegen sind. Und das hat sich dann wie ein roter Faden durchgezogen. Avdo war mit seinen Paraden 2020/21 auch ein ganz wesentlicher Bestandteil im Kampf gegen den Abstieg, hat es danach im Konkurrenzkampf aber etwas schwerer bekommen. Marlon, Kenny und ich haben eigentlich immer unsere Rolle gehabt und unsere Knochen für den Verein hingehalten. Und das haben wir auch gerne gemacht - sonst wären wir nicht fünf Jahre im selben Verein. Die Leistungen der letzten Jahre haben schon für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Wir kamen alle in einem entwicklungsfähigen Alter her, hatten es auch nicht immer einfach mit Trainerwechseln, verschiedenen Spielsystemen, teilweise auch schwierigen Tabellensituationen, wo man dann oft die individuelle Entwicklung hintenanstellt - da zählen nur Ergebnisse. Trotzdem hat jeder von uns seinen Weg gemacht und sich auch individuell gesteigert. Jetzt sind wir gestandene Spieler mit Führungspositionen in der Mannschaft. Deswegen kann man auch stolz auf diese letzten Jahre zurückblicken.
Der Betze brennt: Letzte Saison warst Du hinter Ragnar Ache mit acht Treffern der zweitbeste Torschütze und mit zusätzlich neun Assists sogar der beste Vorlagengeber im Team. Blicken wir voraus: Was sind Deine und Eure Ziele für die Saison 2025/26? Und wo siehst Du Deine Position im mehr oder weniger neuen 3-5-2-System unter Torsten Lieberknecht?
Hanslik: Ich freue mich auf die Zeit, die jetzt vor uns liegt. Für mich persönlich glaube ich, wird es wieder auf eine der vorderen Positionen hinauslaufen. Also wenn wir mit einer Doppel-Zehn spielen, dann eine dieser Positionen, oder eben ganz vorne als einer der Stürmer. Mein individuelles Ziel ist es, wieder so eine tragende Rolle zu spielen wie letztes Jahr. Das war glaube ich die erste Zweitliga-Saison, wo ich über das ganze Jahr hinweg Stammspieler war. Meine Statistiken waren auch sehr gut. Diesen Weg will ich wieder einschlagen und mich im Optimalfall natürlich nochmal verbessern. Auf die Mannschaft betrachtet sehe ich unser Spielsystem als sehr flexibel an. Wir haben viele Spielertypen, die alles abdecken können, von Ballbesitz über Konterspiel, über Umschaltbewegung bis hin zu Brechstange, auch körperlich starke Spieler. Ich freue mich und bin sehr gespannt, was da auf uns zukommt. Ich hoffe, dass wir gemeinsam eine erfolgreiche Saison spielen. Das ist das Wichtigste.
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