Gegner-Vorschau 2019/20

Die Absteiger: Schanzer, Elbestädter und Zebras

Die Absteiger: Schanzer, Elbestädter und Zebras


In weniger als zwei Wochen startet die neue Saison. Auf den 1. FC Kaiserslautern warten in der kommenden Spielzeit gleich sieben neue Konkurrenten in der 3. Liga. In Teil 1 unserer Gegner-Vorschau stellen wir die Absteiger aus der 2. Bundesliga vor.

FC Ingolstadt: Vom unerwarteten Absturz zum Favoriten?

Die Vergangenheit: Es war das bislang letzte Zweitliga-Spiel, das der 1. FC Kaiserslautern im Mai 2018 in Ingolstadt absolviert hat. Nach dem 3:1-Sieg und der obligatorischen Pressekonferenz verabschiedete sich der damalige FCK-Trainer Michael Frontzeck mit den Worten: "Ingolstadt wünsche ich alles Gute. Wir sehen uns dann in zwei Jahren." Eine beinahe prophetische Vorhersage, die Frontzeck damals traf. Denn tatsächlich stehen sich die Roten Teufel und die Schanzer in dieser Saison wieder gegenüber - allerdings, und damit wohl entgegen Frontzecks Absicht, in der 3. Liga.

Vier Trainer haben sich in der vergangenen Saison an der Rettung der Schanzer versucht. Routinier Tomas Oral schien am Ende auf einem guten Weg, vor allem als in der Relegation das Hinspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden 2:1 gewonnen wurde. Doch eine 2:3-Niederlage im Rückspiel besiegelte den vor einem Jahr kaum für möglich gehaltenen Absturz in die 3. Liga. Eigentlich hatte der FCI mittelfristig eine Rückkehr in die Bundesliga angepeilt. Dort haben die Oberbayern zwischen 2015 und 2017 gespielt - danach setzte der schleichende Niedergang ein.

Das Personal: Der Abstieg hat personelle Folgen, die Leistungsträger Dario Lezcano, Sonny Kittel, Paulo Otavio, Rückrunden-Stammkeeper Philipp Tschauner und Almog Cohen kehrten dem Klub den Rücken. Erfahrene Kräfte wie Mergim Mavraj, Marvin Matip oder Christian Träsch gingen gleich mit. Mittelfeldmann Konstantin Kerschbaumer liebäugelt weiterhin mit einem Abschied. Dennoch ist es den neuen Verantwortlichen um Ex-FCK-Trainer Michael Henke (Sportchef) und Coach Jeff Saibene gelungen, eine schlagkräftige Mannschaft zusammenzustellen.

Dazu gehören unter anderem Stürmer Stefan Kutschke ("Ich habe die Situation mit eingebrockt, jetzt will ich das auch wieder korrigieren"), Abwehrmann Björn Paulsen, Ex-Lautrer Marcel Gaus und die Neuzugänge Caniggia Elva, Peter Kurzweg und Maximilian Thalhammer, die alle Qualität in das Team bringen. Mit dem Umbruch einhergehen trotzdem die bekannten Risiken: Saibene muss die Mannschaft zu einer Einheit formen, um den angepeilten Wiederaufstieg verwirklichen zu können.

Die Fans: Für die kleine, aber aktive Fanszene des FCI war der Abstieg ein schwerer Schlag. In einem offenen Brief ging die Anhängerschaft mit den Verantwortlichen und der "verantwortungslos zusammengewürfelten und über Monate hinweg herz- und kampflos spielenden Mannschaft" hart ins Gericht. Das von einigen Fangruppen unterzeichnete Schreiben verlangte außerdem die Rückkehr zu alten Werten des Klubs, mehr Nachhaltigkeit und offenen Dialog. Zudem verpflichteten sich die Fans selbst: "Wir werden alles in unserer Macht Stehende tun, um wieder stärker aufeinander und alle Schanzer Fans zuzugehen und den Trend der letzten stimmungsvollen Spiele fortzuführen."

Das Stadion: Das Ingolstädter Stadion war in den vergangenen Jahren immer wieder Anlaufstelle für den FCK-Tross. Die Spielstätte reiht sich zwar grundsätzlich in die Riege zahlreicher moderner Neubauten ohne viel Charakter ein. Dennoch ist die Lage des Gästeblocks, zentral auf der Hintertortribüne, ein positiver Aspekt, wenn die Roten Teufel Anfang Februar vorstellig werden.

1. FC Magdeburg: Bleibt die 2. Liga nur ein kurzes Abenteuer?

Die Vergangenheit: Drei Jahre spielte der 1. FC Magdeburg bis zum Sommer 2018 in der 3. Liga. Zweimal schrammten die Elbestädter knapp am Aufstieg vorbei, ehe es schließlich klappte. Vom Erwachen eines schlafenden Riesen war die Rede, der Europapokalsieger von 1974 schien endlich auf dem Weg zurück zu altem Ruhm. Doch das Jahr in der 2. Liga war für den FCM nur von wenigen Highlights geprägt und entpuppte sich schließlich als eine Enttäuschung. Schon nach wenigen Spieltagen entließen der FCM Erfolgstrainer Jens Härtel. Unter Nachfolger Michael Oenning wurde es jedoch auch nicht viel besser. Das Abenteuer 2. Bundesliga wurde zum Kurzausflug: Der FCM ist nach zwölf Monaten zurück in der 3. Liga, gehört dort aber als Absteiger zum Kreis der Favoriten.

Doch vom direkten Wiederaufstieg sprechen die Verantwortlichen in Magdeburg, wenn überhaupt, eher leise. "Ich glaube schon, dass wir eine gute Rolle spielen werden", hält sich Neu-Trainer Stefan Krämer in Sachen Zielsetzung bedeckt. Einen bestimmten Tabellenplatz will er vorerst nicht anpeilen.

Das Personal: Das Gesicht der Mannschaft hat sich grundlegend gewandelt. Geschäftsführer Mario Kallnik und Sportchef Maik Franz haben einen Kaderumbruch vollzogen, dem auch Trainer Michael Oenning zum Opfer fiel. Dessen Nachfolger Krämer - vergangene Saison in Uerdingen entlassen - muss 13 Neuzugänge integrieren. 16 Spieler haben den FCM verlassen, darunter der zuletzt an Fortuna Köln verliehene, ehemalige FCK-Profi Joel Abu Hanna.

Publikumsliebling und Torjäger Christian Beck gehört dagegen weiter zum Team, das auf erfahrene Kräfte wie Dustin Bomheuer, Jürgen Gjasula, Sören Bertram oder Mario Kvesic sowie junge und entwicklungsfähige Spieler setzen kann. Zu Letztgenannten zählt wohl ein letztes Mal in seiner Karriere noch Ex-Lautrer Manfred Osei Kwadwo (24), der vergangene Saison dreimal in der 2. Liga zum Einsatz kam, aber weiter auf seinen Durchbruch wartet. Magdeburg stellt damit eine Mannschaft, die je nach Länge der Findungsphase zum Kreis der Favoriten gezählt werden muss - die vielleicht aber auch Anlaufzeit benötigt.

Die Fans: In der 3. Liga waren Magdeburger Heimspiele bei den Gegnern gefürchtet. Zum erhofften Vorteil wurde der stimmgewaltige Anhang nach dem Aufstieg allerdings nicht. Nur zwei Heimspiele konnte der FCM im heimischen Stadion gewinnen - allerdings gingen auch nur fünf verloren. Trotz des Abstiegs stand die aktive Fanszene bis zum letzten Spieltag hinter der Mannschaft und ging auch mit dem Abstieg souverän um.

Das Stadion: Das Stadion Magdeburg war bislang noch kein Schauplatz einer Partie mit FCK-Beteiligung. Das wird sich Mitte März ändern, wenn der FCK beim FCM antritt. Die Spielstätte ist eng und laut - machte aber auch aufgrund diverser Statik-Probleme Schlagzeilen, die zum sogenannten "Hüpf-Verbot" führten. Derzeit wird das 25.000-Mann-Stadion nachgerüstet, weshalb die Heimfans vorübergehend ihren Platz neben dem Gästeblock bezogen haben.

MSV Duisburg: Mit dem Fahrstuhl zurück in die 2. Liga?

Die Vergangenheit: In den vergangenen Jahren ist der MSV Duisburg zu einer Fahrstuhlmannschaft zwischen der 2. und 3. Liga geworden. Nach den Abstiegen 2013 (aufgrund der Lizenz zwangsweise) und 2016 sind die Meidericher im vergangenen Frühling zum dritten Mal in sechs Jahren aus dem Unterhaus abgestiegen. Finanziell schmerzt der Abstieg diesmal besonders, weshalb die Zebras möglichst schnell zurückkehren möchten - doch ob das gelingt?

Zumindest blieb dem Revierklub Torsten Lieberknecht erhalten. Der Trainer hatte beim MSV in der vergangenen Saison angeheuert, doch der angepeilte Klassenerhalt gelang ihm nicht. Gemeinsam mit Sportdirektor Ivo Grilic musste der 45-Jährige in den zurückliegenden Woche eine neue Mannschaft formen. "Es wird auch auf die Geduld ankommen. Wir wollen alle den schnellen Erfolg. Mir ist aber das gute Ende lieber", sagte Lieberknecht kürzlich im "Kicker"-Interview mit Blick auf die Zielsetzung.

Das Personal: Mehrere Akteure mussten die Duisburger ziehen lassen, darunter Kevin Wolze, Lukas Fröde, Borys Tashchy und Cauly. Im Gegenzug nahmen sie einen Mix aus erfahrenen Profis wie Marvin Compper, Arne Sicker oder Petar Sliskovic unter Vertrag. Hinzu kommen allerdings einige Wagnisse, wie zum Beispiel die Verpflichtung von Leroy-Jacques Mickels aus der Oberliga. Erhalten bleiben nach jetzigem Stand immerhin einzelne erfahrene Spieler zu denen Moritz Stoppelkamp, Joseph-Claude Gyau und Tim Albutat zählen.

Die Fans: Die Fans der Zebras sind leidgeprüft. Seit dem letzten Bundesliga-Abstieg 2008 trat der MSV nur noch 2011 durch den Einzug ins DFB-Pokalfinale noch einmal auf richtig großer Bühne auf. Dennoch lebt der Traditionsklub von der Treue seiner Fans, die im Juni beinahe trotzig den Wiederaufbau einläuteten: Zum Trainingsauftakt kamen 600 Anhänger.

Das Stadion: Das Wedaustadion stand in den vergangenen Jahren häufig im Reiseplan der FCK-Fans. Auch in der vergangenen Saison spielten die Roten Teufel in Duisburg und knüpften an die zuvor torreichen Spiele gegen die Zebras (3:1, 4:1) gegen den KFC Uerdingen an (4:2). Das die Spielstätte nur selten voll besetzt ist, wird der Gästeblock regelmäßig auf die Hintertortribüne ausgeweitet.

Autor: paulgeht

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