Im Blickpunkt: Der Nachwuchs der Roten Teufel

Seufert und Co.: Junge Hoffnungsträger beim FCK

Seufert und Co.: Junge Hoffnungsträger beim FCK


Der 1. FC Kaiserslautern kämpft gegen den Abstieg in die 3. Liga. In düsteren Zeiten sorgen aber immerhin die Nachwuchsspieler im Team der Roten Teufel für Lichtblicke.

Es war eine bittere Niederlage, die der FCK am 12. Spieltag beim direkten Abstiegskonkurrenten Jahn Regensburg einstecken musste. Die 1:3-Pleite vergrößerte die Krise der Pfälzer, Grund für Zuversicht gab es wenig. Angesichts der prekären Lage in der Tabelle kein Wunder - und doch bot das Spiel, losgelöst vom Ergebnis, eigentlich einen Hoffnungsschimmer.

Denn mal wieder war der FCK mit der jüngsten Startelf der 2. Bundesliga angetreten. 23,6 Jahre betrug das Durchschnittsalter des Teams, in dem mit Nicklas Shipnoski (19), Joel Abu Hanna (19), Nils Seufert (20), Leon Guwara (21), Baris Atik (22) und Phillipp Mwene (23) sechs Akteure standen, die 23 Jahre oder jünger sind.

Notzon zur Talentförderung: "Können uns nicht beklagen"



Regelmäßig füllt FCK-Trainer Jeff Strasser (und auch schon zuvor dessen Vorgänger Norbert Meier) den Spieltagskader mit Akteuren aus dem Oberliga-Team auf (was im Übrigen als ein weiteres Argument für den Erhalt der U23 verstanden werden kann). Nicklas Shipnoski und Nils Seufert kamen zuletzt in der ersten Mannschaft regelmäßig zum Einsatz, Torben Müsel durfte sich erstmals gegen den VfL Bochum beweisen.

David Tomic arbeitet fest an seinem Profidebüt, spielte unter anderem im Testspiel gegen Mainz II am vergangenen Donnerstag eine Hälfte in der ersten Mannschaft. Dort kam auch Patrick Salata zum Einsatz, der wie Valdrin Mustafa und Torhüter Lennart Grill zu den aussichtsreichen Perspektivkandidaten zählt.

Für Sportdirektor Boris Notzon stehen die jungen Spieler stellvertretend für die erfolgreiche Nachwuchsförderung beim FCK. "Was das Thema Talente und Nachwuchs angeht, können wir uns nicht beklagen", sagt der 38-Jährige. Notzons Idee, mittelfristig eine Mannschaft aufzubauen, bezieht gerade die jungen Nachwuchsprofis ein.

Verträge laufen bis 2019 und 2020



Alle Nachwuchsprofis sind im Besitz von Zwei- (Shipnoski, Seufert) oder Dreijahresverträgen, bei Grill läuft das Arbeitspapier sogar bis 2021. Manfred Osei Kwadwo, der seit der Saison 2014/15 zum Profikader gehört, verlängerte seinen Vertrag kürzlich bis 2020 und gehört momentan zur erweiterten Stammelf im Profiteam.

Hinzu kommen externe Neuzugänge, die das Potenzial haben, sich zu Leistungsträgern zu entwickeln. Einkäufe wie Abu Hanna oder Gino Fechner machen sich Notzons Einschätzung zufolge "sehr gut" in der bisherigen Saison.

Dass die Entwicklung der Talente allerdings auch Zeit braucht, ließ sich zuletzt bei Brandon Borrello erkennen. Der Australier kam in der Liga erstmals beim Gastspiel in Kiel zum Einsatz und leistete sich kurz vor Schluss einen Schlendrian, der das späte 1:2 einleitete.

Nun stand der 22-Jährige nach zwei weiteren Kurzeinsätzen am vergangenen Spieltag erstmals gegen Bochum in der Startelf und überzeugte mit seiner stürmischen Spielweise (DBB-Note 2,8) und taktischen Variabilität. Anfangs auf der offensiven Außenbahn eingesetzt, bestritt er die Schlussminuten als Rechtsverteidiger. "Ich glaube, er hat sich heute in die Mannschaft gespielt", lobte Notzon nach dem Schlusspfiff, fügte aber auch an: "Er muss noch mit etwas mehr Klarheit spielen."

"Die Jungen sind zäh"

Findungsphasen auf und neben dem Platz, so wie die von Borrello, gehören zum natürlichen Risiko der Talententwicklung. Dass diese parallel zum Existenzkampf in der 2. Liga stattfindet, macht das Wagnis nicht ungefährlicher. Umso erstaunlicher, mit welchem Selbstbewusstsein die Jungprofis teilweise auftreten - man denke etwa nur an Shipnoskis 25-Meter-Lattenkracher gegen Bochum.

Diese Unbekümmertheit könnte sich - sofern sie nicht in übertriebene Hybris umschlägt - zu einem wichtigen Faktor im Klassenkampf erweisen, erst recht, wenn die vermeintlich erfahrenen und etablierten Kräfte nach ihrer Form suchen. Aus der FCK-Vergangenheit könnte man die Saison 2005/06 als Vergleichsbeispiel heranziehen, als Nachwuchsspieler wie Fabian Schönheim, Daniel Halfar, Florian Fromlowitz und Co. die Alteingesessenen verdrängten und eine Aufholjagd in Gang brachten, die fast noch zum Klassenerhalt geführt hätte. "Die jungen Spieler sind zäh", betont Sportdirektor Notzon, "und sie schieben an."

Autor: paulgeht

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