Vorbericht: Eintracht Braunschweig - 1. FC Kaiserslautern

Das Kurve-kriegen-Spiel

Das Kurve-kriegen-Spiel


Am Montag gastiert der FCK bei Spitzenreiter Braunschweig. Die Vorbereitung war mal wieder von Personalproblemen geprägt, aber Trainer Korkut hofft noch auf die eine oder andere Alternative.

Die 2. Bundesliga beginnt sich allmählich zu sortieren. Während Mannschaften wie Heidenheim und Würzburg ihre gute Form auch nach der zweiten Länderspiel-Zwangspause unter Beweis stellen, fahren sich andere Teams wie St. Pauli und Bielefeld im Tabellenkeller fest.

Der 1. FC Kaiserslautern, sechs Punkte, Rang 16, ist nun gefordert, den Anschluss an das Mittelfeld nicht abreißen zu lassen. Allerdings erwartet die Roten Teufel eine alles andere als einfach Aufgabe. Mit Eintracht Braunschweig bittet ausgerechnet der Spitzenreiter zum Kräftemessen.

Über was sollte man vor der Montagspartie des 9. Spieltags Bescheid wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Infos:

Der FCK: Ausgangslage und Personal

Von Aufbruchstimmung ist längst keine Rede mehr. Für den FCK geht es nach nur einem Saisonsieg aus den ersten acht Spieltagen nun darum, endlich die Kurve zu kriegen. Weil die Tabellennachbarn 1860 gegen Düsseldorf und der KSC gegen Nürnberg spielen, ist ohnehin schon klar, dass der ganz große Sprung im Tableau ausbleiben wird. Ein Sieg und es wäre – abhängig von den Ergebnissen am Sonntag – immerhin Platz 14 drin. Dafür müsste die Korkut-Elf aber endlich mal mehr aus ihren zahlreichen Chancen herausholen.

Mit Osayamen Osawe (Suspendierung), Marcel Gaus (Gelb-Rot-Sperre), Kacper Przybylko, Daniel Halfar und Mensur Mujdza fehlen fünf potentielle Startelfkandidaten. Rechtzeitig zurück ist voraussichtlich Jacques Zoua, für den sonst U23-Angreifer Robert Glatzel als Alternative an der Seite von Lukas Görtler zur Verfügung stünde. Derweil wird Marcel Gaus wohl auf der Linksverteidiger-Position durch Naser Aliji vertreten. Bliebe noch die Frage offen, ob Innenverteidiger Ewerton endlich zu seinem Pflichtspieldebüt kommt. Mit Patrick Ziegler, Stipe Vucur, Tim Heubach und Robin Koch hat Korkut gleich mehrere Optionen für diese Position. Als Spielführer wird Vize-Kapitän Christoph Moritz das Team aufs Feld führen.

Update, 22:30 Uhr: Jacques Zoua ist nach seiner Verletzung doch noch nicht einsatzbereit, Trainer Korkut sagte gegenüber der Rheinpfalz: „Er hat noch Beschwerden, so hat es keinen Zweck.“ Als Alternativen stehen beispielsweise Robert Glatzel oder – bei defensiverer Ausrichtung – Patrick Ziegler bereit.

Der Gegner: Ausgangslage und Personal

Anders als in Kaiserslautern läuft es in Braunschweig rund. Mit sechs Siegen, einem Remis und einer Niederlage stehen die Niedersachsen auf dem ersten Rang. Außerdem stellt die Eintracht momentan die beste Offensive (17 Saisontore). Gewinnt Erzrivale Hannover am Sonntag bei Union Berlin, geht es für die Löwen um die Rückeroberung der Tabellenspitze. Ansonsten könnte man sich ein kleines Polster auf den Relegationsrang verschaffen.
Große personelle Sorgen haben die Gelb-Blauen nicht. Allerdings verletzte sich mit Julius Biada, der schon in der 3. Liga bei Fortuna Köln für Furore gesorgt hatte, ein Leistungsträger der bisherigen Saison. Ersetzen könnte ihn mit Christoffer Nyman, ein noch aus der Sommerpause bekannter Name: Der Schwede soll auch auf der Einkaufsliste von FCK-Sportdirektor Uwe Stöver gestanden haben.

Abgesehen von Biada, Suleiman Abdullahi und dem seit drei Spieltagen verletzten Rechtsverteidiger Phil Ofosu-Ayeh kann BTSV-Coach Torsten Lieberknecht gegen seinen Ex-Klub aus dem Vollen schöpfen.

Wie in der bisherigen Saison wird die Eintracht auch gegen Kaiserslautern mit einem besonderen Logo auflaufen. Anlass ist der Gewinn der Deutschen Meisterschaft 1967, der sich kommendes Jahr zum 50. Mal jährt.

Frühere Duelle

Der FCK als Angstgegner? In bislang acht Aufeinandertreffen in der zweiten Liga konnte Braunschweig noch kein Spiel gegen Lautern gewinnen. Zuletzt sicherte Antonio Colak im Dezember 2015 trotz deutlicher Unterlegenheit einen Punkt für den FCK (Endstand: 1:1).

Fan-Infos

„We don’t like Mondays“: Nur 600 bis 700 Gästefans werden im ansonsten fast ausverkauften Eintracht-Stadion erwartet, was für FCK-Verhältnisse eine geringe Zahl an Auswärtsfahrern ist. Anlässlich des zehnjährigen Protest-Jubiläums gegen die fanfeindlichen Anstoßzeiten der DFL hat sich die Initiative gegen Montagsspiele ein besonderes Paket ausgedacht: Für 10,- Euro können ein Seidenschal im Design der bekannten Zaunfahne, ein Button und ein Paranoid erworben werden (nähere Infos dazu im Interview). Außerdem sind im Gästeblock einige Aktionen geplant.

O-Töne

„Mir ist egal, welche Mannschaft auf der anderen Seite steht“, sagt Tayfun Korkut, der außerdem die FCK-Fans lobt. „Über 500 werden da sein. Das ist nicht schlecht für ein Montagsspiel.“

Gut vorbereitet zeigt sich Braunschweig-Trainer Torsten Lieberknecht, der vor dem „angeschlagenen Boxer“ FCK warnt: „Vom System her könnte da etwas Neues auf uns warten. Beim Testspiel in Großaspach haben sie mit einer Fünferkette agiert. Sie suchen nach Stabilität und Kompaktheit.“

Daten und Fakten

Schiedsrichter: Markus Schmidt (Sillenbuch)

Voraussichtliche Aufstellungen

Eintracht Braunschweig: Fejzic - Baffo, Decarli, Valsvik, Reichel - Moll, Omladic, Nymann, Khelifi - Kumbela, Hernandez

Es fehlen: Abdullahi (Meniskusriss), Biada (Muskelfaserriss), Ofosu-Ayeh (Sehnenreizung)

1. FC Kaiserslautern: Pollersbeck - Mwene, Koch, Ewerton, Aliji - Stieber, Moritz, Ring, Kerk - Glatzel (Ziegler), Görtler

Es fehlen: Mujdza (Knie-OP), Halfar (Oberschenkelverletzung), Przybylko (Mittelfußbruch), Gaus (Gelb-Rot-Sperre), Osawe (suspendiert), Jacob (Zerrung), Zoua (Knieverletzung)

- Ca. 45-60 Minuten vor Anpfiff auf unserer Twitter-Seite: Die endgültigen Aufstellungen.

Autor: paulgeht

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