Spielbericht: 1. FC Kaiserslautern - Hansa Rostock 0:2

Kopfschütteln und Enttäuschung

Kopfschütteln und Enttäuschung


Gegen Hansa Rostock verliert der 1. FC Kaiserslautern sein drittes Heimspiel in Folge - ohne eine echte Torchance zu erspielen. Zum Ende der Saison gibt die FCK-Mannschaft ein besorgniserregendes Bild ab und sorgt allenthalben für Kopfschütteln und Enttäuschung.

- Fotogalerie | Spielfotos: 1. FC Kaiserslautern - Hansa Rostock
- Fotogalerie | Fanfotos: 1. FC Kaiserslautern - Hansa Rostock

Gleichgültigkeit, Lethargie, Wut. Wer nach Abpfiff in die Gesichter der FCK-Fans schaute, der wusste: Ihnen wurde der Ostersonntag aber mal so richtig versaut. Anstatt sich zu zerreißen, boten die Profis der Roten Teufel eine Leistung, die in den letzten beiden Heimspielen der Saison nicht mehr sonderlich viele Zuschauer ins Fritz-Walter-Stadion locken dürfte. Vor allem vor dem Hintergrund der finanziellen Sorgen des Klubs, war der Auftritt gegen Rostock ein Schlag ins Kontor.

Pyroshow im Gästeblock - FCK-Fans grüßen Mannheim

Offiziell 21.517 Zuschauer waren bei bestem Fußballwetter auf den Betzenberg gepilgert und sorgten für eine gute Kulisse in einem Spiel, in dem es für beide Teams eigentlich um nichts mehr ging. Allerdings: Diesmal klafften auch im Unterrang der Westkurve sichtbar große Lücken. Zum Einlaufen der Mannschaften zeigten die rund 3.500 mitgereisten Rostocker auf der Osttribüne eine große blau-weiße Pyroshow, die Lautrer Fans schickten einen Gruß zum ungeliebten Nachbarn nach Mannheim, der einen Tag zuvor den Aufstieg in die 3. Liga schaffte. Zustimmenden Applaus aus der Kurve gab es zuvor für Vorsänger Justin, der an die Ehre der Fans appellierte: "Sportlich sind wir Mittelmaß in der 3. Liga. Aber das heißt nicht, dass wir auch auf den Rängen mittelmäßig sein müssen!" Anfangs versuchte die Westkurve dementsprechend noch lautstark, sich dem Rostocker Support, sicherlich der beste Gäste-Auftritt in dieser Saison, entgegen zu stemmen. Mit zunehmender Spieldauer resignierten die FCK-Anhänger aber und wurden immer leiser, was vor allem der bedenklichen Darbietung des eigenen Teams geschuldet war. Im Verlauf der zweiten Halbzeit war es in der Kurve dann sogar phasenweise mucksmäuschenstill. Zwar ein komisches Gefühl, aber doch irgendwie nachvollziehbar. Der Funke muss eben auch mal vom Platz auf die Tribüne umschlagen.

Peinlich: Der FCK erspielt keine echte Torchance

FCK-Coach Sascha Hildmann ersetzte den verletzten Dominik Schad durch Christoph Hemlein, auch Antonio Jonjic stand erstmals seit sechs Wochen wieder in der Lautrer Startelf. Doch nicht nur von beiden Genannten ging wenig Gefahr aus. Jonjic bot wohl seine schwächste Leistung bei den Profis, aber auch seine Mannschaftskollegen standen ihm in nichts nach. Viele Stockfehler, Fehlpässe und Ungenauigkeiten prägten das Spiel der Roten Teufel. Christian Kühlwetter hatte vor der Pause mit viel Wohlwollen die wohl noch beste Möglichkeit für seine Mannschaft. Die Gäste aus Rostock hatten schon im ersten Durchgang das Spiel weitgehend im Griff. Und hätten sie bei zwei Möglichkeiten vor dem Tor nicht noch den Querpass gesucht, wären die Lautrer schon viel früher in Rückstand geraten.

Biankadi erledigt den FCK binnen zehn Minuten

Diesen besorgte dann Merveille Biankadi nach 55 Minuten. Zum wiederholten Mal war die Lautrer Abwehrreihe nicht auf der Höhe und der Kongolese ließ FCK-Keeper Lennart Grill keine Chance. Rund zehn Minuten später tauchte Biankadi erneut frei vor Grill auf und sorgte für die Vorentscheidung. Hildmann wechselte danach zwar mutig und brachte mit Elias Huth und Julius Biada zwei weitere Offensivkräfte, doch sein Team strahlte auch nach dem Zwei-Tore-Rückstand keine Gefahr auf das gegnerische Gehäuse aus. Sinnbildlich für die Harmlosigkeit: Ein Freistoß aus kurzer Distanz von Carlo Sickinger in der Schlussphase, den der Abwehrspieler gefühlt zwei Meter über das Tor setzte.

Die Zaunfahnen wurden abgehangen, viele FCK-Fans verließen schon vor dem Abpfiff das Fritz-Walter-Stadion. Als die Mannschaft nach Spielende ihre Blicke kurz gen Westkurve richtete, waren nur noch einige Unentwegte im Block. Diese quittierten die Leistung ihres Teams völlig zurecht überwiegend mit Pfiffen, während auf der Gegenseite mal wieder die Gastmannschaft mit ihren zahlreich mitgereisten Fans einen Auswärtssieg in der ehemaligen Bastion Betzenberg feierte: Von den bisher 17 Heimspielen dieser Saison hat der FCK nur magere fünf gewonnen, die Partie gegen Rostock war zuhause die dritte Pleite in Folge. In den noch ausstehenden Pflichtspielen muss sich die Hildmann-Elf nun definitiv zusammenreißen, am besten sofort. Denn mit einer ähnlichen Leistung wie in den vergangenen Partien droht am kommenden Montag beim offensivstarken Aufstiegsaspiranten in Wiesbaden das nächste Desaster...

Autor: Flo

Weitere Links zum Thema:

- Stimmen zum Spiel | Frust beim FCK: "Ich wäre auch früher gegangen" (Der Betze brennt)
- Blick in die Kurve | Nur Blau-Weiß am Betze in Feierlaune (Der Betze brennt)

Kommentare 169 Kommentare | Empfehlen Artikel weiter empfehlen | Drucken Artikel drucken