Vorbericht: Karlsruher SC - 1. FC Kaiserslautern

Heimspiel im Wildpark!

Heimspiel im Wildpark!


Der FCK kann am Samstag einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen - und den Südwest-Rivalen Karlsruhe in die dritte Liga schießen.

58-mal standen sich der 1. FC Kaiserslautern und der Karlsruher SC in ihrer Klubgeschichte gegenüber. Das 59. Duell könnte eines der denkwürdigsten werden: Gewinnen die Roten Teufel, wäre der Abstieg des KSC in die 3. Liga besiegelt. Ausgerechnet im Derby wäre das natürlich ein besonders schmackhaftes Bonbon voller Schadenfreude für die Fans im Gästeblock.

Wären da bloß nicht die eigenen Sorgen, denn gleichzeitig geht es auch für den FCK um viel: Nach dem wichtigen Sieg gegen 1860 München benötigen die Pfälzer weitere Punkte, um dem Klassenerhalt endgültig abzusichern. Ein Dreier im Wildpark wäre wohl schon die halbe Miete auf der Zielgeraden.

Für spannungsgeladene 90 Minuten ist also in jeder Hinsicht gesorgt – und rund 5.000 FCK-Anhänger werden ihren Klub begleiten und das Südwest-Derby in ein Heimspiel verwandeln. Warum? Das und alles weitere zum 31. Spieltag erfahrt Ihr hier:

Der FCK: Ausgangslage und Personal

Weil auch die Konkurrenz gepunktet hat, erwies sich der Heimsieg gegen 1860 München am vergangenen Spieltag nicht als der erhoffte Befreiungsschlag für den FCK. Trotzdem werden die drei Punkte natürlich ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum Klassenerhalt sein. Nun gilt es, diese erst einmal mit einem Derbysieg zu veredeln, auch weil sich am Sonntag Aue und Würzburg die Punkte gegenseitig wegnehmen, Düsseldorf und München zudem gegen Aufstiegsaspiranten antreten (das Restprogramm im Tabellenkeller). Es ist also Zeit für einen Big Point!

Nicht mitwirken können wird dabei Osayamen Osawe, der mit einer Rippenverletzung ausfällt. Für ihn steht mit Kacper Przybylko ein gleichwertiger Ersatzmann bereit, auch Sebastian Kerk wäre eine denkbare Alternative auf der Außenbahn. Auf dem Sprung zurück in die Startformation ist der gegen 1860 starke Mannschaftskapitän Daniel Halfar, der Anfang dieser Woche allerdings im Training noch kürzer treten musste. Fraglich ist zudem der Einsatz des erkrankten Robin Koch (siehe Team-Status bei DER BETZE BRENNT).

Der Gegner: Ausgangslage und Personal

Der Karlsruher SC durchlebt eine Horrorsaison, obwohl diese eigentlich mit dem endlich besiegelten Beschluss zum Stadion-Neubau im Zeichen großer Zukunftshoffnungen stehen sollte. Doch einmal mehr wurden die Badener mitten in ihren Träumereien von der Realität eingeholt: Einst schwärmten sie vom "Fußball 2000" und fanden sich pünktlich zur Jahrtausendwende in der Drittklassigkeit wieder. Dort wird der KSC auch in der kommenden Saison antreten.

KSC-Coach Marc-Patrick Meister stehen für das erste von den vorerst vier letzten Zweitligaspielen gleich mehrere Leistungsträger nicht (mehr) zur Verfügung: Boubacar Barry, Jonas Meffert, Ylli Sallahi, Manuel Torres, Grischa Prömel, Dimitris Diamantakos und Florian Kamberi fehlen verletzt oder wurden zur U23 abgeschoben. In der Startelf könnte deshalb auch wieder Ex-Lautrer Erwin "Jimmy" Hoffer stehen. Der Trainer kündigt aber auch an, gegen den FCK schon einige personelle Optionen für die kommende Saison testen zu wollen.

Frühere Duelle

Es wird mal wieder Zeit für einen Derbysieg! Die vergangenen vier Duelle gegen Karlsruhe konnte der FCK nicht gewinnen, schoss dabei sogar kein einziges Tor. Zuletzt gelangen Sieg und Treffer im beim Randale-Derby im Oktober 2014 (2:0).

Fan-Infos

Wie immer kursieren im Vorfeld des Derbys bisweilen wüste Befürchtungen oder andere Sorgen. Die Zeit für falsch interpretierte Zurückhaltung oder gar Mitgefühl mit dem alten Rivalen ist am Samstag aber definitiv nicht vorhanden, schließlich steht für die eigene Mannschaft jede Menge auf dem Spiel! Ohnehin gilt es, sich den Spaß an einem stimmungsvollen Derby und im besten Fall an einer ausgelassenen Siegesfeier nicht nehmen zu lassen.

Trotzdem sollten einige organisatorische Hinweise Beachtung finden: Lautrer, die mit dem Zug anreisen, werden vor dem Südausgang des Karlsruher Hauptbahnhofs gesammelt und mit Shuttlebussen ins Stadion gefahren. Diese Busse verkehren auch nach dem Spiel in umgekehrte Richtung. Ein Entlastungszug für FCK-Fans startet um 9:20 Uhr in Kaiserslautern.

Für Anreisende mit dem Auto oder Kleinbussen ist ein Teil des sogenannten Birkenparkplatzes hinter dem Stadion reserviert (siehe Anfahrtsskizze der Polizei). Aber Achtung: Aufgrund von Bauarbeiten innerhalb der Stadt und den üblichen Sperrungen rund um das Stadion kann es zu einigen Behinderungen kommen. Eine frühe Anreise ist also ratsam!

Weil es beim letzten KSC-Abstieg vor fünf Jahren zu schweren Ausschreitungen kam, sichert die Polizei das Derby diesmal besonders stark ab und ist laut Medienberichten mit 1.000 Beamten im Einsatz. Insgesamt werden im nicht ausverkauften Wildparkstadion um die 19.000 Zuschauer erwartet. Auf Seiten der Gastgeber kursieren nach dem 0:4 in Sandhausen Gerüchte über einen (teilweisen) Stimmungsboykott.

Umso mehr ist die Devise für die rund 5.000 erwarteten Lautrer Anhänger, die den FCK ins Wildparkstadion begleiten, klar: Macht das Duell zu einem Heimspiel! Mit voller Kraft zum Klassenerhalt!

O-Töne

"Ein Derby hat immer besondere Vorzeichen", weiß Norbert Meier, will dem Duell aber trotz der brisanten Ausgangslage keine überhöhte Bedeutung beimessen. "Es ist ein Derby, es bleibt ein Derby und es geht um drei wichtige Punkte."

"Dies ist ein tolles Signal", verkündete der KSC-Präsident Ingo Wellenreuther am Donnerstag - und gab pünktlich vor dem Abstieg die Verlängerung mit Karlsruhes Sponsor "Trauerhilfe Stier" bekannt. Irgendwie makaber, oder?

Auch Cheftrainer Marc-Patrick Meister hat seinen Vertrag verlängert und kündigt ein hartes Rangehen seiner Defensivabteilung an: "Fußball ist auch Infight."

Daten und Fakten

Schiedsrichter: Bibiana Steinhaus (Langenhagen)

Voraussichtliche Aufstellungen

Karlsruher SC: Orlishausen - Kinsombi, Gimber, Kempe - Bader, Krebs, Yamada, Valentini - Yann - Reese, Hoffer

Es fehlen: Barry (Hüftblessur), Meffert (Knieprobleme), Prömel (Sprunggelenkprobleme), Torres (Sehnenverletzung im Oberschenkel), Diamantakos (muskuläre Probleme)

1. FC Kaiserslautern: Pollersbeck - Vucur, Ewerton, Heubach - Mwene, Koch (Ziegler), Moritz, Halfar, Gaus - Przybylko, Zoua

Es fehlen: Mujdza (Aufbautraining), Osawe (Rippenblessur), evtl. Koch (grippaler Infekt)

- Ca. 45-60 Minuten vor Anpfiff auf unserer Twitter-Seite: Die endgültigen Aufstellungen.

Autor: paulgeht

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