Spielbericht: SpVgg Unterhaching - 1. FC Kaiserslautern 2:0

Und so sieht Euer Aufbäumen aus?

Und so sieht Euer Aufbäumen aus?

Foto: Imago Images

Dem FCK fehlen bei der Pleite in Haching nicht nur Zielwasser und ein besseres Abwehrverhalten. Die mangelnde Einstellung lässt die Fans der Roten Teufel einmal mehr fassungslos zurück.

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Es gibt sicher viele Möglichkeiten, um mit der Niederlage des 1. FC Kaiserslautern bei der SpVgg Unterhaching umzugehen. Als Zyniker etwa könnte man sagen, dass mit dem 0:2 zumindest die unsägliche Serie an Unentschieden fürs Erste ihr Ende gefunden hat. Da ein Rausbrüllen des Frustes im Stadion derzeit nicht möglich ist, dürfte es bei vielen zwischenzeitlich in den eigenen vier Wänden auch mal richtig laut geworden sein. Andere wiederum wenden sich angesichts des x-ten Rückschlags wohl einfach nur noch genervt ab.

Große Ankündigungen, aber keine großen Taten

Egal, wie man es hält - ein Gefühl dürften fast alle Anhänger des vierfachen Deutschen Meisters aus der Pfalz an diesem Freitagabend kurz vor dem dritten Advent gemeinsam haben. Es ist das Gefühl, von dieser Mannschaft zum wiederholten Mal im Stich gelassen worden zu sein. Das Gefühl der bitteren Enttäuschung, einmal mehr darauf gehofft zu haben, dass den großen Ankündigungen endlich auch einmal große Taten folgen könnten.

Dass dem nicht so ist, darauf gibt im eiskalten Sportpark von Unterhaching die erste Halbzeit trotz eines anfangs hohen Pressings des FCK schon einen deutlichen Fingerzeig. Keine Emotionen, keine Gier, so gut wie keine Zweikämpfe. Als Beobachter hat man nicht den Eindruck, dass hier zwei eigentlich höher eingeschätzte Mannschaften nach bislang enttäuschendem Saisonverlauf unbedingt den Turnaround schaffen wollen. Natürlich trägt auch die triste Atmosphäre in einem Stadion ohne Fans ihren Teil zum trostlosen Gesamtbild bei. Nach 45 Minuten ist man dennoch fast froh, dass Schiedsrichter Florian Lechner zur Halbzeitpause pfeift.

Folgenschwere Patzer: Was ist mit der defensiven Stabilität passiert?

Entsprechend wenig braucht man auch die Umstellungen in der Lautrer Anfangsformation zu thematisieren. Letztlich bietet Trainer Jeff Saibene wie erwartet Torwart Avdo Spahic nach verbüßter Rotsperre sowie Kapitän Carlo Sickinger nach auskurierter Muskelverletzung wieder von Beginn an auf. Daniel Hanslik muss auf die Bank. Hendrick Zuck spielt für den verletzten Marlon Ritter. Die große Personalrochade ist das nicht, auch wenn Saibene die Spieler zum Teil auf andere Positionen verschiebt und bei Bekanntgabe der Aufstellung zunächst auch ein Einsatz von Sickinger als Rechtsverteidiger möglich erscheint.

Dort agiert stattdessen wie zuletzt gegen Duisburg Marius Kleinsorge und sieht wie seine Abwehrkollegen alles andere als gut aus, als Patrick Hasenhüttl kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit sträflich frei im FCK-Strafraum zum Kopfball kommt und den Ball zum 0:1 im Kasten von Spahic versenken darf. Kaum besser stellen sich die Gäste auch bei einem Freistoß der Hachinger eine Viertelstunde vor dem Ende an. Im Rücken von Kevin Kraus stiehlt sich Christoph Greger frei und setzt das Leder unhaltbar unter die Querlatte zum 0:2. Im zweiten Spiel hintereinander leisten sich die für einige Wochen doch recht stabil stehenden Lautrer nun wieder folgenschwere Patzer in der Defensive.

Hinten offen, vorne schludrig: FCK lässt beste Chancen liegen

Nach dem schlecht verteidigten Standard vor dem zweiten Gegentor ist die Partie so gut wie gelaufen. Und das haben sich die Gäste auch aufgrund ihrer schludrigen Chancenverwertung selbst zuzuschreiben. Viel besser als die drei Möglichkeiten zwischen der 61. und 64. Minute können die Chancen kaum sein. Doch zuerst schießt Hendrick Zuck fast vom Elfmeterpunkt ebenso kläglich wie weit drüber, anschließend lässt Marvin Pouríe eine Einladung von Haching-Schlussmann Nico Mantl liegen, ehe zu guter Letzt Marius Kleinsorge bei seinem Abschluss einfach die letzte Konsequenz fehlt. Ohne Selbstvertrauen nimmt man in so einer Situation wohl leider die Innenseite. Bei der letzten FCK-Gelegenheit durch Elias Huth in der 87. Minute ist es schließlich Mantl, der mit einer starken Parade einem Treffer der Roten Teufel im Wege steht.

Ohne Tor und vor allem ohne Punkt muss der FCK den Gegner aus der Münchner Vorstadt in der Tabelle trotz zwei absolvierter Spiele mehr auf dem Konto somit vorbeiziehen lassen. Und auch ansonsten wirkt das aufgrund Corona-bedingter Spielausfälle noch reichlich schiefe Ranking im Tabellenkeller zwei Partien vor der Winterpause mehr als besorgniserregend. Der FCK liegt im Winter 2020 am Boden. Noch viel schlimmer ist aber, dass manchmal der Eindruck entsteht, als ob sich die Mannschaft nicht einmal dagegen wehren würde.

Quelle: Der Betze brennt | Autor: Ingo

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