Spielbericht: 1. FC Kaiserslautern - Energie Cottbus 1:0

Rote Teufel mit weißer Weste

Rote Teufel mit weißer Weste


Endlich mal „zu null“! Und zurück auf dem Aufstiegsplatz! Der 1. FC Kaiserslautern gewinnt mit 1:0 gegen Energie Cottbus und erobert mindestens bis Montag den zweiten Tabellenrang.

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29.622 Zuschauer wollten sich das Spitzenspiel des Dritten gegen den Vierten anschauen, darunter 400 Gäste aus der Lausitz. Die Ultras von „Ultima Raka“ feierten auf dem Betzenberg ihr zehnjähriges Bestehen und zeigten eine gelungene Choreographie mit zwei nacheinander präsentierten Blockfahnen und passendem Spruchband. Ansonsten war von den FCE-Fans jedoch nur wenig zu vernehmen.

Auf Lautrer Seite stand der Abend im Zeichen der emotionalen Fan-Debatte und hier vor allem der Aktion „Ich fühl' mich sicher“. Mit Spruchbändern und Flyern wurde rund um den Betzenberg auf die Unterschriftensammlung aufmerksam gemacht, vor dem Spiel konnten die Fans sich per Laptop an einem Infostand direkt eintragen und auch im Stadionradio fand die Kampagne ihren Platz.

In sportlicher Hinsicht gab es das erste „Oha“ schon vor dem Anpfiff: Franco Foda verordnete Linksverteidiger Leon Jessen, der aktuell im Zentrum der Fan-Kritik steht und zuletzt auch noch ein Eigentor schoss, eine Pause und setzte wieder auf Routinier Alexander Bugera. Im Mittelfeld kehrte Ariel Borysiuk in die Startelf zurück, Kostas Fortounis hingegen musste nach seinem Länderspieleinsatz zwei Tage zuvor auf die Bank und wurde durch Hendrick Zuck ersetzt.

Und - goldenes Händchen von Foda - eben jener Zuck war es, der das Spiel bereits in der Anfangsphase entscheiden sollte: Zuck, Idrissou, Zuck, Zweikampf, Dribbling, Lupfer, Tor (13.)! Unglaublich, dieser Zuck! Im Sommer 2010 kam er als Perspektivspieler zum FCK, spielte zwei Jahre ordentlich, aber eher unspektakulär seinen Stiefel in der U23, und jetzt explodiert er plötzlich. Es war bereits das vierte Saisontor des Saarländers und erneut ein ganz wichtiges.

Die Roten Teufel waren an diesem Tag nicht überragend, aber doch spielbestimmend und klar besser gegen nahezu chancenlose Cottbuser. Hinten sicher gestanden, trotzdem schnell umgeschaltet und einige gefährliche Angriffe gesetzt - das war das Erfolgsrezept im Spitzenspiel. Dass zu oft die letzte Konsequenz fehlte, bleibt in diesem Zusammenhang als wichtigster Kritikpunkt festzuhalten, ansonsten wäre die Partie wahrscheinlich schon früher entschieden gewesen. Ein besonderes Lob hat die gesamte Abwehr verdient, die den Gegner kaum zur Entfaltung kommen ließ und damit den Grundstein für den Sieg legte.

In der zweiten Halbzeit kam Cottbus etwas besser ins Spiel, hatte ein, zwei Torszenen, aber viel war das nicht und wenn es überhaupt mal in Richtung „brenzlig“ ging, war beim kaum geprüften Tobias Sippel Endstation. In der Schlussphase kam der FCK dann noch zu Chancen durch Mo Idrissou, Alexander Baumjohann und den eingewechselten Enis Hajri, aber es blieb letztendlich beim knappen aber verdienten Arbeitssieg.

Am schönsten war dieser Erfolg wohl für Keeper Sippel, der sich über den ersten Zu-Null-Sieg in dieser Saison freuen durfte und nach dem torlosen Remis gegen 1860 überhaupt erst zum zweiten Mal die weiße Weste behielt. Entsprechend gelöst feierte das zum Führungsspieler gereifte „Sippelsche“ den gelungenen Start ins Wochenende mit seinen Kollegen und den Fans. Matchwinner Hendrick Zuck traute sich auf dem Zaun der Westkurve zwar nicht an die Trommel wie zuvor Denis Linsmayer - der das Spiel übrigens mit seinen Freunden in Block 7.1 verfolgte - durfte sich der Ovationen des Anhangs beim gemeinsamen „F-C-K“ aber trotzdem sicher sein. Wer entscheidende Tore schießt, muss auch nicht unbedingt trommeln!

Fazit: Unspektakulärer Arbeitssieg gegen einen Tabellennachbarn, bis auf wenige Situationen eher maue Stimmung auf den Rängen, kein Abend für's Langzeitgedächtnis. Aber auch und gerade solche Spiele müssen gewonnen werden, wenn man aufsteigen will. Die Festtage kommen von selbst, wenn auf dem Platz weiter hart und konzentriert gearbeitet wird.

Cottbus ist und bleibt einer der Lieblingsgegner des FCK, die Roten Teufel haben gegen den FC Energie noch nie verloren (neun Siege, ein Unentschieden). Das mit dem gestrigen Sieg der vorläufige Sprung auf den Aufstiegsplatz und vor allem das Distanzieren eines direkten Konkurrenten verbunden ist, macht den Erfolg umso wertvoller. Die Fans können mit einem guten Gefühl zum Auswärtsspiel beim FSV Frankfurt (Samstag, 13:00 Uhr) reisen!

Autor: Thomas

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