Vorbericht: 1. FC Kaiserslautern - Fortuna Düsseldorf

Ein lange nicht gesehener Gegner

Lange ist es her, dass der 1. FC Kaiserslautern in einem Punktspiel auf Fortuna Düsseldorf gestoßen ist. 1995/96 war es, am Ende wechselte der FCK die Liga und holte den DFB-Pokal. Es hätte wohl niemand etwas dagegen, wenn es diese Saison wieder so läuft, nur sollte der Aufzug diesmal natürlich nach oben fahren. Doch nun steht eben erstmal die Partie gegen Düsseldorf an - und da soll die tolle Serie der bisherigen Saison halten!

Die Ausgangslage

Denn inklusive des Pokals stehen bisher acht Siege und drei Unentschieden auf dem Zettel, elf ungeschlagene Spiele. Und darunter waren immerhin Gegner wie Leverkusen aus der ersten Liga und Aufstiegsaspiranten wie Duisburg, Aachen, Fürth und zuletzt Cottbus aus dem Unterhaus. Somit steht derzeit der zweite Platz zu Buche, die punktgleichen Bielefelder stehen nur durch das leicht bessere Torverhältnis an der Tabellenspitze. Dreimal gar wurde schon ein Rückstand aufgeholt, in Cottbus das Spiel gar gänzlich gedreht. Dies belegt die tolle Moral der Truppe, den Glauben an sich selbst, den unbedingten Siegeswillen. Die Mannschaft von Marco Kurz ist heiß, erfolgshungrig und bereit, für den anderen Kilometer zu fressen, das spürt man bis auf die Tribüne. Oder um den Vorbericht zum 3. Spieltag gegen Alemannia Aachen zu zitieren: „Entfacht Euphorie“ - durch diese leidenschaftlichen Vorstellungen ist genau das passiert, die Euphorie ist „back in town“. Und da soll sie nach dem Fortunaspiel auch bitteschön bleiben!

Doch der Gegner, zwar „nur“ Aufsteiger, ist sicherlich nicht ohne. Als Aufsteiger nach neun Spieltagen mit 14 Punkten auf dem siebten Rang zu stehen ist mehr als beachtlich, außerdem gestattete die Fortuna ihren Gegnern erst neun Gegentreffer, ein ebenfalls respektabler Wert. Sieben davon fielen hingegen auf des Gegners Platz, wo erst drei Punkte ergattert werden konnten. Ansonsten setzte es Niederlagen in Fürth, Duisburg und Berlin.

Das ganze zeigt, dass es eigentlich nur eins geben darf: Einen Heimsieg gegen die Fortuna. Natürlich, FCK-Trainer Kurz wird seinen Jungs mit auf den Weg geben, den Gegner nicht zu unterschätzen. Doch bislang kam dies auch noch nicht vor, zumindest wirkten die Roten Teufel konzentriert, wenn auch nicht immer direkt von der ersten Minute an. Hochnäsigkeit ob des gelungenen Saisonstarts sucht man aber vergeblich, die Spieler wissen genau worauf es ankommt und ruhen sich hoffentlich weiterhin nicht auf ihren Lorbeeren aus. Ein Sieg ist Pflicht!

Die Personalsituation

Eine verletzungsbedingte Änderung könnte die Aufstellung des letzten Wochenendes durchkreuzen, und zwar wenn Ivo Ilicevic, der bislang eine bärenstarke Saison spielt, nicht auflaufen kann. Am Mittwoch konnte der Ex-Bochumer wegen einem Bluterguss nicht am Training teilnehmen, sein Einsatz ist fraglich, aber nicht ausgeschlossen! Als Alternative könnte Dragan Paljic seine Position einnehmen - ein Ersatz, der sich quasi zum zwölften Stammspieler gemausert hat. Seinen bislang guten Leistungen hat er nun auch das Quäntchen Effektivität, sprich sein erstes Saisontor, beigemischt und somit einen großen Anteil am Sieg in Cottbus. Ganz vorne dürfte der erfrischte, aber hoffentlich von der WM-Qualifikation mit der Slowakei noch euphorisierte Erik Jendrisek mit seinem Landsmann Adam Nemec den Sturm bilden. Srdjan Lakic, dessen Einwechslung in Cottbus gefeiert wurde, ist noch nicht weit genug, um in der Startelf zu stehen. Aber gut zu wissen, dass der Goalgetter langsam aber sicher wieder seinen Platz in der Mannschaft findet und noch mehr Druck auf die Arrivierten in der Offensive ausüben kann. Sollte er morgen eingewechselt werden, wird diese Minute nicht spurlos an ihm vorüber gehen, denn zehntausende FCK-Anhänger würden Lakic sicherlich frenetisch bei seinem Heimdebüt in dieser Saison begrüßen. Ansonsten gibt es keine wahrscheinlichen Änderungen in der Startaufstellung.

(Update, 18:20 Uhr: Wie der FCK soeben meldet, ist Ivo Ilicevic fit und kann spielen!)

Fortunas Trainer Norbert Meier kann ebenfalls fast aus dem Vollen schöpfen. Bis auf Torhüter Melka, für den Ersatzkeeper Ratajczak bislang ordentliche Leistungen ablieferte, fehlen keine Stammkräfte. Einige der Spieler im Kader stammen noch aus der letzten Saison, doch van den Bergh oder Harnik besitzen Bundesliga- und internationale Erfahrung. Auch auf der Bank tummelt sich Fußballkönnen: Axel Lawaree ist ein exzellenter Stürmer, der auch schon für Augsburg auf Torejagd ging, Dimitriy Bulykin war russischer Nationalstürmer und spielte bei Bayer Leverkusen. Die Offensive ist also nicht zu unterschätzen, doch Lauterns Riesen in der Viererkette werden die Fortunen schon in den Griff bekommen.

Die Statistik

Ein gutes hat die Statistik gegen Fortuna Düsseldorf: Nach 90 Minuten konnte Düsseldorf noch keinen Sieg auf dem Betze erringen, die einzige in der Statistik auftauchende Niederlage kam durch einen Spielabbruch am 27. November 1976 zustande, da der Schiedsrichter aufgrund von fliegenden Schnapsfläschen die Partie abbrach. Zwar stand es zu dem Zeitpunkt schon 0:1 und die Fortuna hätte gewinnen können, doch wer weiß, was passiert wäre! Ansonsten stehen in der ersten Liga 17 Siege und drei Unentschieden zu Buche, hinzukommen noch zwei Erfolge im DFB_Pokal. Diese Betze-Statistik liest sich nicht nur klasse, sie verpflichtet auch - also ausbauen, Teufel!

Fan-Infos

Die Euphorie scheint endgültig ausgebrochen zu sein. Trotz herbstlichem Wetter wurden bereits über 34.000 Karten verkauft, es wird wohl wieder an der magischen 40.000er-Grenze gekratzt. Nach den eher enttäuschenden Zuschauerzahlen zu Beginn der Saison haben nun wohl einige Fans doch gemerkt, dass auf dem Betze wieder ehrlich gearbeitet wird und dass eine Mannschaft auf dem Rasen steht, die es einfach verdient angefeuert zu werden.

Es gibt zwar keine Stehplatzkarten mehr, doch auf der Süd- und Nordtribüne sind noch genügend (teilweise auch preiswerte) Karten vorrätig, also überlegt es euch. Freitagabend, Flutlicht, ein ordentlicher Gegner, eine geile Mannschaft, Betzefeeling. Was zur Hölle braucht es da mehr? Die Gäste werden einen ordentlichen Haufen an Schlachtenbummler in die Pfalz mitbringen, bis zu 4.000 Fortunen sollen es laut Prognosen der Rheinländer werden. Endlich auch auf den Rängen mal wieder ein ernstzunehmender Gegner!

Da die Lautrer Kerwe derzeit auf dem Messeplatz stattfindet, kann kein Bustransfer von dort erfolgen. Außerdem wird hierdurch und durch die hohe Zuschauerzahl mehr Verkehr herrschen, weshalb ist ein Ausweichen auf die öffentlichen Verkehrsmittel empfohlen wird - zumal in der Region Kaiserslautern die Eintrittskarte ja neuerdings auch als Fahrkarte gilt. Die Bahn setzt wie gewohnt zusätzliche Züge zum Heimspiel der Roten Teufel ein.

O-Töne

FCK-Trainer Marco Kurz: „Düsseldorf spielt sehr geordnet und diszipliniert. Unser Ziel ist es wieder an unsere Leistungsgrenzen zu stoßen“.

Lauterns Flügelflitzer Dragan Paljic: „Der Dreier von Cottbus kommt erst richtig zum Tragen, wenn wir jetzt nachlegen“.

FCK-Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz: „Ich habe Respekt vor den Leistungen und der Begeisterung, die Düsseldorfs Mannschaft ausgelöst hat, und vor der guten Arbeit von Trainer Norbert Meier. Wir wissen, dass da ein extrem schwerer Gegner auf uns zukommt.“

Fortuna-Kapitän Andreas Lambertz: „Wir sind jetzt schon gut vorbereitet. Lautern ist ungeschlagen, der Betzenberg wird voll. Aber wir haben keine Panik. Wenn wir lange ein 0:0 halten...“

Vier Wochen ist es nun her, dass der FCK zuletzt ein Heimspiel austragen durfte, entsprechend heiß werden die Fans auf den vier Tribünen sein. Hoffentlich heiß genug, um einen Höllenlärm zu veranstalten, die Mannschaft nach vorne zu peitschen und nach 90 Minuten einen Siegesschrei ausstoßen können, der bis nach Mannheim schallt. Trotz des Schiedsrichters, der Thorsten Kinhöfer heißt und bei den Lautrer Fans nicht sonderlich beliebt ist. Zu Recht übrigens.

Anpriff ist Freitagabend um 18:00 Uhr, um 19:50 Uhr könnte der FCK also die Tabellenführung zurück erobert haben. Dazu müssen wir alles geben - ihr unten auf dem Rasen und wir oben auf der Tribüne. Wie es schon in Cottbus hieß: Ihr für uns und wir für euch!

Daten und Fakten

Schiedsrichter: Kinhöfer (Herne)

Voraussichtliche Aufstellungen

1. FC Kaiserslautern: Sippel - Dick, Amedick, Rodnei, Bugera - Ilicevic, Schulz, Mandjeck, Sam - Jendrisek, Nemec

Ersatz: Robles, Abel, Müller, Pavlovic, Bilek, Paljic, Fuchs, Hesse, Lakic

Es fehlen: Kotysch (Schienbeinprellung), Hornig (Knochenödem)

Fortuna DüsseldorfRatajczak - Weber, Anderson, Langeneke, van den Bergh - Costa, Lambertz, Christ, Caillas - Harnik, Jovanovic

Ersatz: Schulze-Niehues, Palikuca, Yuki, Fink, Hampel, Sieger, Bulykin, Lawaree

Es fehlen: Melka, Hergesell, Kadah

Autor: Sebastian

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