Interview mit Aufsichtsrat-Nachrücker Fritz Fuchs

"Der Karren wurde an die Wand gefahren"

Foto: Imago Images

Nach dem Rücktritt von Jürgen Kind ist Fritz Fuchs der erste Nachrücker für den Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern. Wir haben den 75-Jährigen Ex-Profi gefragt, ob er zur Verfügung steht und was er allgemein zur kritischen Lage seines FCK sagt.

Der Betze brennt: Fritz Fuchs, wo erreichen wir Sie gerade?

Fritz Fuchs (75): Ich sitze im Auto auf dem Heimweg von Mainz, wo ich mir das Regionalligaspiel Mainz II gegen Freiburg II angeschaut habe, nach Kaiserslautern. Gerade habe ich im Radio gehört, was heute Nachmittag beim FCK passiert ist.

"Ich bin ein alter FCK'ler, mir blutet das Herz"

Der Betze brennt: Jürgen Kind ist als Mitglied im Aufsichtsrat und Beirat des 1. FC Kaiserslautern zurückgetreten. Sie sind der erste Nachrücker für die beiden Gremien - werden Sie das Amt annehmen?

Fuchs: Zunächst einmal hat sich vom Verein noch niemand bei mir gemeldet (das Gespräch wurde heute um 17:00 Uhr geführt; Anm. d. Red.), ich habe noch nichts offiziell erfahren - das muss ich nun natürlich erstmal abwarten. Aber ich bin ein alter FCK'ler, mir blutet das Herz, und ich würde dementsprechend auch Verantwortung übernehmen...

Der Betze brennt: ... also werden Sie in den Aufsichtsrat gehen?

Fuchs: Ich werde in der gegenwärtigen Situation des FCK nicht reinspringen, ohne mich vorher genauestens über die Situation zu informieren, im sportlichen und im wirtschaftlichen Bereich. Da geht es ja auch um Haftungsfragen. Ich werde nun erst mit den Vereinsverantwortlichen sowie auch mit meinem Anwalt reden und mich hundertprozentig informieren. Dafür bitte und hoffe ich auf Verständnis.

"Die Trennung von Bader ist richtig, aber auch inkonsequent"

Der Betze brennt: Was könnte - neben den Haftungsfragen - verhindern, dass Sie das Amt antreten?

Fuchs: Beim FCK ist so viel passiert in letzter Zeit, da ist keine klare Linie zu erkennen. Und ohne klare Linie reibt man sich nur auf. Ich wäre außerdem der Einzige mit sportlicher Kompetenz in dem Gremium, als ehemaliger Bundesliga-Spieler des FCK und Trainer - das ist ebenfalls nicht gut.

Der Betze brennt: Was sagen Sie zum heute ebenfalls beschlossenen Vertragsende mit Martin Bader? Der Sport-Geschäftsführer muss den FCK zum 31. Dezember 2019 verlassen.

Fuchs: Das kann man nachvollziehen. Wobei ich da wie bei allem zwischen der Sache und der Person unterscheide: Nichts persönlich gegen Martin Bader, aber er hat beim FCK keine erfolgreiche Arbeit geleistet. Diese Entscheidung hätte schon nach der Entlassung von Sascha Hildmann getroffen werden müssen und Bader hätte nicht noch den neuen Trainer verpflichten dürfen. Das ist inkonsequent.

"Beim FCK wurde nicht ehrlich miteinander umgegangen"

Der Betze brennt: Was muss beim FCK nun passieren, um das Ruder nochmal herumzureißen?

Fuchs: Wenn wir mit ehrlicher Arbeit anfangen und gemeinsam hart anpacken, dann kriegen wir das Ding wieder rum. Aber da habe ich das Gefühl, dass in der jüngsten Vergangenheit nicht ehrlich miteinander umgegangen wurde beim FCK. Damals im November 2017, als ich für den Aufsichtsrat angetreten bin, waren wir noch in der 2. Bundesliga mit Chancen auf den Klassenerhalt. Heute sind die Voraussetzungen ungleich schwerer. Der Karren wurde an die Wand gefahren.

Der Betze brennt: Vielen Dank für das Gespräch!

Autor: Thomas

Weitere Links zum Thema:

- Fuchs: "Kenne den Fußball immer noch in- und auswendig" (Der Betze brennt, 30.11.2017)

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