
In der Verlängerung: FCK verliert gegen Freiburg 1:2
Der 1. FC Kaiserslautern hat die Überraschung im DFB-Pokal denkbar knapp verpasst: Gegen den SC Freiburg verlieren die Roten Teufel erst in der Verlängerung mit 1:2 - durch einen direkt geschossenen Freistoß.
FCK-Trainer Dirk Schuster vertraute der identischen Elf, die sich zuletzt in Kiel beim 2:2 einen Punkt erkämpft hatte. Und die begann mutig, suchte immer wieder den Weg nach vorne. Der Bundesligist aus Freiburg hatte zwar erwartungsgemäß mehr Ballbesitz aber insbesondere die FCK-Defensive warf sich in jeden gefährlich werdenden Ball, sodass auch Abschlüsse der Gäste zunächst Mangelware blieben. Nach gut einer halben Stunde schlug dann die Stunde des Marlon Ritter: Der 27-Jährige bekam am Mittelkreis den Ball zugespielt, registrierte, dass Freiburg-Keeper Mark Flekken zu weit vor seinem Kasten stand und zog aus knapp 50 Metern einfach mal ab: Traumtor und die gar nicht mal unverdiente Führung für die Roten Teufel (32.). Freiburg wirkte in der Folge konsterniert, hatte erst wieder in der 41. Minute einen Torabschluss, der aber ungefährlich blieb. So ging es mit der Ein-Tore-Führung in die Katakomben.
Die bis dato größte Freiburger Chance auf den Ausgleich vergab Michael Gregoritsch in der 50. Minute, sein Schuss strich nur hauchdünn am linken Pfosten vorbei. Die Breisgauer waren nun viel aktiver als in der ersten Halbzeit und spielten sich immer wieder gefährlich in den Lautrer Strafraum. Entlastungsangriffe gelangen jetzt nur noch selten, eine Viertelstunde vor dem Ende dann aber gleich dreifach: Erst setzte Boyd nach Flanke des eingewechselten Hikmet Ciftci einen Kopfball über das Tor, ehe er eine Minute freistehend vor Flekken verzog und kurz darauf nochmals an dem Freiburger Schlussmann scheiterte. Und dieser Chancenwucher rächte sich: In der 81. Minute glich der ebenfalls eingewechselte Roland Sallai für Freiburg aus. Dabei blieb es und somit ging es in die Verlängerung.
Dort hielten die Gäste den Druck aufrecht, FCK-Keeper Andreas Luthe musste in ums andere Mal parieren. Doch in der 111. Minute war er machtlos: Aus rund 25 Metern zirkelte Ritsu Doan den Ball in die Maschen - die Entscheidung. Trotz einer äußerst kämpferischen Leistung scheidet Lautern in der 1. Runde des DFB-Pokal aus.
Quelle: Der Betze brennt
Weitere Links zum Thema:
- Statistik zum Spiel: 1. FC Kaiserslautern - SC Freiburg 1:2 n.V.
Ergänzung, 19:37 Uhr:

Stimmen zum Spiel
"Alles rausgeknallt": Teufel trotz Pokal-Aus stolz
Der 1. FC Kaiserslautern ist aus dem DFB-Pokal ausgeschieden. Trotz des 1:2 nach Verlängerung gegen den SC Freiburg herrscht aber eine große Portion Stolz sowie Lust auf die kommenden Zweitliga-Heimspiele.
"Oberamateurhausen": Schuster zwischen Kritik und "brutalem Stolz"
"Wir haben es Freiburg extrem schwer gemacht, wollten uns gegen eine starke Mannschaft ein Erlebnis schaffen. Wir hatten Freiburg am Rande der Niederlage, aber auch nur am Rande, weil wir unsere Chancen nicht genutzt haben, aber uns vor allem beim Ausgleich angestellt haben, als kämen wir aus Oberamateurhausen, wobei ich Amateuren nicht zu nahe treten will. Bei einer Ecke so zu verteidigen, das ist brutal ärgerlich", war Dirk Schuster nach der Partie ob des neuerlichen Standard-Gegentores durchaus selbstkritisch. Der eingewechselte Nils Petersen war am kurzen Pfosten unbewacht geblieben, ebenso Roland Sallai, der im Zentrum viel zu leicht zum Ausgleich einschieben konnte. In der anschließenden Verlängerung kassierten die Roten Teufel dann auch noch durch einen direkt verwandelten Freistoß von Ritsu Doan das 1:2, was die Schuster-Elf nicht mehr aufholen konnte.
Insgesamt überwog aber bei dem Trainer aber die Anerkennung, einmal mehr ein gutes Spiel abgeliefert zu haben. "Ich bin brutal stolz auf die Leistung, die wir abgerufen haben. Wir haben Freiburg alles abverlangt. Diese großartige Leistung wollen wir mitnehmen, auch wenn es ein scheiß Gefühl ist, dieses Spiel verloren zu haben. Aber wir werden nicht in tiefe Depressionen verfallen." Abschließend bedankte sich der 54-Jährige auch noch bei der neuerlich tollen Unterstützung des lautstarken FCK-Anhangs: "Hut ab, wie wir hier wieder unterstützt worden sind. Was unsere Fans wieder an Lautstärke auf den Berg gebracht haben, das war gigantisch. Danke an unsere Fans!"
Boyd macht Mut: "Spirituell haben wir nicht verloren"
Gleich viermal hatte Terrence Boyd in der letzten Viertelstunde vor Abpfiff der regulären Spielzeit die Chance, für den FCK auf 2:0 zu erhöhen, er ließ die Gelegenheiten aber ungenutzt. Entsprechend selbstkritisch gab sich der Stürmer nach der Partie: "Ich habe mehrere Chancen das 2:0 zu machen, dann wäre der Deckel drauf gewesen. Es ist extrem ärgerlich, dass ich nicht zumindest eine davon mache. Einfach schade. Man kann uns aber keinen Vorwurf machen. Wir haben alles rausgeknallt. Leider haben wir uns nicht für diesen Aufwand belohnt und werden am Ende durch zwei Standards aus dem Pokal geworfen. Wir können sehr stolz auf uns sein, uns leider davon aber nichts kaufen". Mit Blick auf die kommenden Wochen meint Boyd: "Wir müssen diese Nehmer-Qualitäten und diesen Spirit beibehalten. Das wir so ein geiles Team gerade sind, das macht mich extrem stolz. Wir sind zwar ausgeschieden, aber spirituell haben wir nicht verloren. Wir bleiben von der Moral genau da, wo wir letzte Woche aufgehört haben. Wir sind sehr gut drauf und das wollen wir beibehalten in den nächsten Heimspielen hier am Betze."
Ritter trotz Traumtor "extrem enttäuscht"
Etwas mehr als eine halbe Stunde war im Fritz-Walter-Stadion gespielt, da machte sich Marlon Ritter auf, ein Traumtor zu erzielen, das gute Chancen hat, zum Tor des Monats gewählt zu werden. Aus rund 50 Metern zog er einfach mal ab, nachdem Freiburg-Keeper Mark Flekken zu weit vor seinem Kasten stand. Eine Aktion, die durchaus geplant war, wie Ritter nach der Partie verriet: "Unser Torwarttrainer Andreas Clauß hat uns vor einigen Tagen gesagt, dass der Freiburger Torwart extrem weit vor dem Tor steht und wir einfach mal versuchen sollen, abzuziehen, wenn wir den Ball haben. Das habe ich gemacht. Aber ich hätte gerne auf das Tor verzichtet, wenn wir dafür weitergekommen wären", will Ritter seinen Treffer Marke "Tor des Monats" nicht überbewerten. Vielmehr überwog bei ihm der Frust über die späte Niederlage in der Verlängerung: "Wir sind extrem enttäuscht, denn wir haben über 120 Minuten gut dagegen gehalten und gegen einen starken Bundesligisten wenig Chancen zugelassen. Aber wir haben wieder bei einer Ecke geschlafen. Freiburg hatte in der Verlängerung dann einfach die höhere individuelle Qualität. Jetzt stehen wir, haben die nächste Runde nicht erreicht und sind sehr enttäuscht."
Kapitän Zimmer: "Das zu verdauen wird ein, zwei Tage dauern"
Seine Enttäuschung nicht verbergen konnte auch FCK-Kapitän Jean Zimmer: "Wenn man so nah dran ist, ist es nach dem Kraftaufwand, den wir betrieben haben, natürlich sehr, sehr ärgerlich, dass wir noch verloren haben. Es wird sicher ein, zwei Tage dauern, das zu verdauen, dann können wir aber auch stolz auf das sein, was wir hier heute auf den Platz gebracht haben. Wir haben schließlich gegen den letztjährigen Finalisten gespielt, die Chancen, die wir hatten, waren auch gut herausgespielt. Wenn wir das 2:0 machen, wird es für Freiburg sehr, sehr schwer."
» Zum Video: Pressekonferenz nach dem Heimspiel gegen den SC Freiburg
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 22:16 Uhr:

Blick in die Kurve
Der Betzenberg bebt trotz spätem Aus im DFB-Pokal
Der 1. FC Kaiserslautern und der SC Freiburg liefern sich im DFB-Pokal einen heißen Tanz. Und auch wenn die Roten Teufel in der Verlängerung den Kürzeren ziehen: Die Stimmung am Betze war prächtig und bildete einen würdigen Rahmen.
Die Atmsophäre war bestens: 38.317 Fans waren bei sommerlichem Wetter am Sonntagnachmittag ins Fritz-Walter-Stadion gekommen, darunter auch rund 5.000 Schlachtenbummler aus dem Breisgau. Damit ist die Zuschauerzahl eine der höchsten, die es jemals in einer ersten Runde des DFB-Pokals gegeben hat - wohlgemerkt nicht nur in Kaiserslautern, sondern deutschlandweit. Der bisherige Allzeit-Rekord stammt aus dem Jahr 2019. Damals waren 41.500 Zuschauer ins ausverkaufte Weserstadion gepilgert, um die Partie zwischen Atlas Delmenhorst und Werder Bremen zu verfolgen. Am gleichen Wochenende verfolgten damals 40.694 Zuschauer das Pokalspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Mainz 05.
Mit diesen Zahlen im Hinterkopf kann man die heutige Zuschauerzahl am Betze als stark bezeichnen. Der Lautrer Anhang sorgte über 90 Minuten für eine stimmgewaltige Unterstützung, aber auch der ausverkaufte Freiburger Gästeblock konnte einige stimmungsvolle Akzente setzen. Zunächst wurde es aber erst einmal still, denn vor dem Anpfiff wurde der Hamburger Fußball-Legende Uwe Seeler, der vor zehn Tagen verstorben war, mit einer Schweigeminute gedacht.


In der Westkurve wurden einige Transparente und Spruchbänder gezeigt: Eines erinnerte zum Spielbeginn an die Pokalsiege 1990 und 1996 - mittlerweile Tradition bei den Cup-Auftritten der Roten Teufel, passend zum heute oft intonierten Fangesang: "Trotz der zweiten Liga - Deutscher Pokalsieger - 1996 - FCK". Zudem nahm die Ultraszene Bezug zur Abberufung des umstrittenen Hannover-Funktionärs Martin Kind, der sich jahrelang für die Aufweichung der 50+1-Regel einsetzte und seit einigen Tagen nicht mehr Geschäftsführer von Hannover 96 ist. "Kind ist endlich weg - 50+1 bleibt!", war auf einem Banner der "Generation Luzifer" zu lesen. Auch der widerkehrende Protest "Fuck PMG" wurde gezeigt, dieses Mal in neuem rot-weißen Format, sowie die Aufforderung "Boycott Qatar" mit Blick auf die Winter-WM in vier Monaten. Zudem bot sich ein rot-weißes Fahnenmeer, was die lautstarke Westkurve auch optisch wieder einmal zur Wand werden ließ.


Der Gästeblock war wie bereits erwähnt mit 5.000 Freiburger Fans ausverkauft und damit erheblich voller als bei früheren Spielen des Sportclub am Betzenberg. Die Anzahl an Zaunfahnen war hingegen eher überschaubar. Nachdem es zu Spielbeginn zunächst noch etwas verhalten war, steigerte sich der Freiburger Anhang - der eine eigene Megafonanlage mitgebracht hatte - trotzdem auch stimmlich und feierte am Ende den knappen Einzug in die nächste Pokalrunde mit dem Klassiker "Berlin, Berlin, wir fahren Fangesänge".

Zur kompletten Fotogalerie vom FCK-Heimspiel gegen Freiburg:
- Fotogalerie | DFB-Pokal, 1. Runde: 1. FC Kaiserslautern - SC Freiburg
Quelle: Der Betze brennt
Ergänzung, 02.08.2022:

"Diese Kathedrale": Christian Streich schwärmt vom Betze
Nach dem Sieg im DFB-Pokal über den 1. FC Kaiserslautern singt Freiburgs Trainer Lobeshymnen auf das Fritz-Walter-Stadion. Was der 57-Jährige mit dem "Betzenberg" verbindet.
Der WM-Erfolg habe den Fußball in Deutschland nachhaltig geprägt und stehe aufgrund der vielen mitwirkenden FCK-Spieler in einem engen Zusammenhang mit dem Betzenberg. "Es ist immer etwas Besonderes, hier hochzukommen, in diesen Stein da rein", sagt Christian Streich über den Betzenberg, der sich etwa 50 Meter über das Stadtgebiet erhebt. "Und dann bauen die diese Kathedrale - das ist der Wahnsinn", beschreibt der Coach, wie anmutig das Stadion auf ihn wirkt. (…)
Quelle und kompletter Text: Kicker
Ergänzung, 06.08.2022:

Marlon Ritter für "Tor des Monats Juli" nominiert
Nach seinem Traumtor gegen den SC Freiburg ist Marlon Ritter vom 1. FC Kaiserslautern von der ARD Sportschau für das Tor des Monats Juli nominiert worden. Noch bis zum 20. August kann für den 27-Jährigen abgestimmt werden.
Es gibt Tore, da weiß man sofort, dass sie das Zeug zu einem "Tor des Monats" haben. Marlon Ritters Treffer zur 1:0-Führung im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg war so eines. Aus rund 50 Metern sah der 27-Jährige, dass SC-Keeper Mark Flekken zu weit vor seinem Kasten stand und zog einfach einmal ab. Wie ein Strahl senkte sich Ritters Schuss hinter Flekken in die Maschen, der den Ball zwar noch berührte, den Treffer aber nicht mehr verhindern konnte.
Jetzt ist Ritters Tor von der Sportschau für das "Tor des Monats" Juli nominiert worden. Die Abstimmung kann telefonisch unter der Nummer 01371 - 36900 - x (14 Cent/Anruf aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunktarif abweichend) vorgenommen werden, wobei Ritters Treffer die Endziffer 3 trägt. Also kräftig unter der Nummer 01371-36900-3 anrufen. Oder ganz einfach online unter folgendem Link für den FCK-Spieler abstimmen. Alle Teilnehmer können dabei ein Reisemobil im Wert von 40.000 Euro gewinnen. Teilnahmeschluss ist der 20. August 2022. Neben dem Lautrer Mittelfeldspieler sind auch Alexandra Popp (Deutsche Nationalmannschaft), Sven Köhler (VfL Osnabrück), Frank Uzelac (Alemannia Aachen) und Alessia Russo (Englische Nationalmannschaft) nominiert. Der Gewinner wird in der Sportschau am Samstag, den 20. August bekanntgegeben und ist automatisch für die Wahl zum "Tor des Jahres 2022" qualifiziert.
Quelle: Der Betze brennt

