Weihnachtsgedicht 2019

"Wir alle sind der FCK!"


Das vielleicht härteste Jahr in der Vereinsgeschichte des 1. FC Kaiserslautern neigt sich dem Ende zu und die Feiertage bieten einem die nötige Zeit zum Nachdenken. Wir tun dies mit dem traditionellen DBB-Weihnachtsgedicht von Rossobianco - und wünschen Euch allen ein frohes Fest!

Wann de Winter am kalschde werrd un de Pälzer soin Gliehwoi zerrt,
is Zeit fore Resimee an Hand, s’werrd Woihnacht im Pälzer Land...

So fangt des Gedicht'sche jed' Johr aan, aach des Johr do, doch merk' ich aan,
es ist jo normal, ihr sollt aach net greine, an Woihnachte uff Dialekt ze reime,
doch aus gegeb'nem Anlass, ohne Frach, heit mol in geschwoll’ner Sprach!

Wenn einer gerne reisen tut, ein Fußballspiel zu gucken,
dann wird es ihn auch irgendwann mal in den Füßen jucken,
nach Lautern, auf den hohen Berg, auf dem ein Stadion steht,
in dem der Geist der Elf von Bern und von Fritz Walter weht.

Und kommt er an in Walters Stadt und sieht von weitem schon,
am Berg des Betzo thronend, die gewaltige Bastion,
geht dann voll Ehrfurcht längs die Eisenbahnerstroß,
durchs Viadukt, zur Löwenburg, der Anblick grandios.

Dort weilt er dann, der Wandersmann, und sieht elf Freunde steh'n,
und obenan der Betzenberg, von weitem wunderschön,
Doch ahnt er nicht, wie grauenhaft regierten dort die Blinden,
und dass es schwer ward überhaupt, elf Freunde dort zu finden.

Der FCK, ein großer Club der Ballspielsport-Annalen,
der ruhmreich über 100 Jahr, schreibt lang schon rote Zahlen,
auch sportlich läuft's nicht, lange schon, man fährt den Fahrtsuhl runter,
und in der Chefetage geht’s nur drüber und auch drunter.

Nach vielen Maien voller Frust, so hat man es vernommen,
ist unser Team zu Recht, verdient, in Liga 3 wohl angekommen.
Mit Team ist nicht alleine wohl die Mannschaft hier gemeint.
Wohl keiner hier die Schuldigkeit der "Teamleitung" verneint.

Und unter Leitung muss man nicht nur das sportliche Geschehen,
nein, auch die wirtschaftliche Führung und Lenkung leider sehn,
die Darstellung nach außen hin, das Wirken weit und breit,
bei Sponsoren und Mäzenen und in der Öff'lichkeit.

Es wär' wohl müßig hier an dieser Stell, vor allem im Detail,
heraus zu putzen jeden Schwanengesang und jede Schweinerei,
so mancher tat sich selbst gefallen, auf seinem Thron zu sitzen,
und mancher Prinz ließ dabei auch mal schnell die Klingen blitzen.

Doch als die Schatzkammer war leer, und jeder hat's gewusst,
war plötzlich große Eitelkeit und man hat sich geputzt,
dabei war eigentlich die Sach', ganz einfach bitte sehr,
nur mit Ehrlichkeit und Leidenschaft kommt auch die Kohle her.

Jede Partei hat leider aber, nur ihre eig'nen Leut' bedient,
ein jeder wusste alles besser, hat seinem "Gott" gedient,
wer hat davon, wer kriegt daraus, wer muss dafür was geben?
Am Ende zahlt der FCK, und zwar mit seinem Leben!

Das ist es, was der Wandersmann am Fuß des Betze sieht,
die Abrissbirne steht bereit und jeder singt sein Lied,
auf seinen Freund, auf seinen Weg, es war und ist zum Schaudern,
der Klub vom ich spreche hier, heißt FC Chaoslautern!

Wohlan, sann sich der Wandersmann, ihr wollt mich alle foppen,
ich geh' jetzt in e Straußewertschaft und trink erscht mol n Schoppen.
Dann leg ich los und fange an, nehm mir des Teufels Spaten,
und fange an, im Sinn vom Fritz, den Betze umzugraben.

Ich guck mir an, wer viel verspricht und leider gar nix hält,
ich seh' mir an, wer zu viel labert und sich selbst gut gefällt,
ich höre zu und lausche viel, bei denen, die viel wissen,
ich diskutiere rechts und links, denn Voreinnahme ... wär beschissen.

Ich frag nicht nach, wer war dran schuld, sondern, wer kann's verbessern,
will auch die Fehler dieser Zeit jedoch hier nicht verwässern.
Und wer sich angesprochen fühlt und meint, er stünde auf der Bank,
der sollte schuldbewusst sich zeigen und nicht in Streit und Zank.

Spielt keine Rolle mehr, ob am Verlauf, des sportlichen Gelingens,
Herr Frontzeck oder Hildmann schuld war, was soll der Stress nun bringen?
Oder war's Bader oder Notzon, die hier die Fehler machten,
und die uns Spieler, leider auch, die nicht so guten brachten?

Jetzt ist der Voigt am Ruder dran, und Schommers schrubbt das Deck,
wer nicht mehr mitzieht, fliegt halt raus, und ist am Ende weg.
Gerade jetzt braucht diese Mannschaft, Vertrauen, Teamgeist und Esprit,
Stinkstiefel, Selbstdarsteller und Souffleusen, die braucht sie nimmer nie!

Vielleicht trifft's manchen, der nicht schuld, der falsch bewertet wird,
doch zu nem Team gehört nun eben, das man sich integriert.
Genau so schlimm, wie immer nur, sich oppositionieren,
sind Popokriecher und Wendehälse, auch die kann man nicht führen!

So wünschen wir dem Schommers, dem McKenna und dem Voigt,
dass man die findet, die lange noch, gern' fressen aus des Deiwels Trog.
Denn steht wohl fest, um aufzusteigen und sich zu etablieren,
braucht's nicht bloß Geld, nein auch Substanz, und wenig fluktuieren.

Und dem Team Merk wünsch ich gewiss, nen harten Tritt und festen Biss,
denn manchem werden sie begegnen, der noch noch vor Wochen Hass ließ regnen,
und der jetzt grinst und freundlich lacht, die Pranke schüttelt, bis es kracht,...
dem muss man kommen auf die Schlich', ... er stinkt zumeist am Kopf, der Fisch!

Kommissarische Räte, "Hintertürer",... und ein Geheimbund der Kapitalisierer,
die mit wenig Knete viel bestimmen, nur durch die Brust ins Aug von hinnen.
Den einen fordern, der mitnichten, ein Risiko scheint auszufichten,
nein, der knallhart sagt, ich geb kein Geld, Darlehen und Bürgschaften sind meine Welt.

Nichtsdestotrotz, wird ihm vertraut und eine güld'ne Brück gebaut,
sogar behauptet vor den Fans, dass ohne ihn droht Insolvenz,
dass Geld der anderen käm' zu spät, und außerdem sonst gar nix geht,
der "Querulant" muss sofort weg, passiert das nicht, gibt’s keinen Scheck!

Es folgt ein Hauen und ein Stechen, doch immer noch tat niemand blechen,
obwohl mit Geld im Handumdrehen, die Fahnen völlig anders wehen.
Der "Querulant", der dies erkannt, wird raus gemobbt, s'ist allerhand,
Auf ihn sie mit den Fingern weisen, und sich in seinem Fell verbeißen.

Dabei stört mich der Mordgeruch, und außerdem war's Satzungsbruch!
Es wird die Sau geschlacht' ganz flott und schnell getrieben zum Schafott.
Damit man sich kann schleunigst packen, das beste Stück von Arsch und Nacken!
Ich frag' ganz laut und ungeniert, wer davon wohl meist profitiert?

Ist es der Metzger selbst, der Täter? Oder der Händler, der kommt später?
Oder ist’s gar der Spediteur, der fährt die Wutzen hin und her?
Und speist dort an des Händlers Tafel, bei rotem Wein und viel Geschwafel?
Auf jeden Fall ist’s nicht der Kunde, das Stück kommt niemals an im Munde!

Der Metzger kriegt nämlich kein Geld, wenn es dem Händler nicht gefällt,
der Spediteur hat nichts zum sparen, denn innendrin liegt nichts zum garen,
fährt jede Woche leer nach Hause, so bleibt sie aus, die große Sause.
Die Bank guckt auf das leere Konto, und schreit "bezahl jetzt, aber pronto".

Der Spediteur ist nicht zu stoppen, er will sie alle weiter foppen,
der Händler ist jedoch kein Bauer, wird langsam auf den Metzger sauer,
der weiterhin die Bud' verrammelt, worin die Sau langsam vergammelt,
und andere Spediteure nicht mehr winken, weil Sau und Metzger furchtbar stinken!

Schluss mit der Fleischbeschau, ist klar, hier geht’s um unsern FCK!
Den lässt man nicht von Metzgern, und wie sie auch alle heißen, in tausend kleine Fetzen reißen,
unser Verein ist nichts zum Vieren und auch wohl nicht zum Spekulieren,
und wer uns schlachten will, ohne zu blechen, dem woll'n wir in den Hintern stechen.

Mit dem Dreizack des Deiwels, werden wir's schon packen!
Mit dem linken Zinken hinein den linken und mit dem rechten Zacken in den rechten Backen!
Und mit der Mitte von der Stange fackeln wir auch nicht lange!
Mit dieser drehen wir den Schild, und dann wird teuflisch heiß gegrillt!

Man hat versucht uns zu vertrösten, uns hinzuhalten, zu entblößen,
Terminverschiebung, hieß das Ziel, hinauszuzögern dieses Spiel,
damit das eig'ne Pferd ganz sacht, am Schluss den größten Hüpfer macht,
doch der lahme Gaul, der schrecklich fade, versagte auf der Zielgerade.

So mancher weiß nun ganz entsetzt, er hat aufs falsche Pferd gesetzt,
Aus der Traum vom Heldentum, geplatzt die Illusion vom Ruhm.
Das neue Team es steht bereit, beim Beelzebub, es war auch Zeit.
Fünf neue Ritter, nach denen wir dürsten, und nunmehr auch fünf neue Fürsten.

Als letzter ging zum guten Schluss, der, der sich keiner Schuld bewusst,
der monatelang hat laviert und meist rotarisch hat rotiert,
der aufgelöst hat den Vertrag, mit dem der nicht mehr zählen mag,
was Spediteure, Händler und Genossen auf leere Betze-Konten gossen.

Ganz plötzlich muss der treue Deiwel schnell weg von hier, nicht in die Eifel,
nein, in den Pott, wie jeder weiß, dort springt ein Zebra, blau und weiß.
Warum so hastig frag ich mich? Ach ja, es stinkt am Kopf der Fisch!
Das hatten wir schon, bei der Zeit... weiß Gott, das Zebra tut mir leid.

Jetzt wird nicht mehr gewettet oder gezockt, auch nicht geklagt, wer hat's verbockt!
Nach vorne geht der Blick im Sturm, der Deiwel muss raus aus dem Elfenbeinturm.
Von Mythos und Pathos können wir uns besaufen, aber noch lange davon keine Spieler kaufen,
das Dach überm Kopf hat viel' große Löcher, es sind nicht mehr arg viele Pfeile im Köcher.

Drum Ärmel hoch und ran geklotzt, net gemeckert und gemotzt,
auf dem Rasen und den Rängen, mit Kriegsgebrüll nach vorne drängen,
doch im Hauptquartier muss Ruhe walten, dort wo die Schweizer Generäle schalten,
vielleicht find' man so keine gerupfte Krähe, sondern ein paar "scheue Rehe".

Markus Merk hat's gesagt: Wer es wagt zu fragen, der muss die Wahrheit auch ertragen!
Ich aber sage, lasst uns den Lebensbaum wässern, um diese Wahrheit zu verbessern!
Denn wer lange gießt, und hegt und pflegt, sieht dass das Pflänzlein sich bewegt,
wer's dann nicht ausreißt, sondern teilt den Samen, wird ernten viele Früchte, Amen!

Nur zusammen kann es geh'n, Geduld und Demut wären schön,
Gelassenheit wär eine Zier, Besonnenheit statt Drang und Gier.
Und die Hoffnung, dass die Küchenschaben, die Sau noch nicht gefressen haben,
und dass der Deiwel die Kurve kriegt, und nicht sein Kadaver am Boden liegt.

Mit dieser Hoffnung geht er dann, vom Betze ab, der Wandersmann,
er kommt herunter voller Zweifel, weiß nicht ganz, ob er's schafft, der Deiwel,
dann sieht er wieder, aus neuem Meißel, Elf Freunde stehen dort am Kreisel,
sie stehen stolz und nicht geduckt, und blicken weit durchs Viadukt.

Sie waren fort, wurden geschröpft, von Nordbadensern wohl geköpft,
dieses Symbol der Toleranz, für unsere Ehrfurcht die Monstranz,
es zeigt durch seine Auferstehung, bei jeder neuen Platzbegehung,
Elf Freunde steh'n zusammen ein, für uns all' - ob groß, ob klein.

Sie sehen dem in's Aug, der kommt, durchs Nadelöhr, und weisen prompt,
den Weg hinan, so manche Stufe, bist dass der Geist vom Fritz sie rufe:
"Der Schlüssel zum Erfolg ist die Kameradschaft", ...eben,
und "für den anderen - und den Verein - alles zu geben"!

Wer das beherzigt, ist vom Team ein Teil, und dieses Team ist wirklich geil!
Jeder ist ein Markus oder Rainer, ein Martin, ein Jörg, da bin ich kein Schleimer,
ein Tobias, ein Wolfgang, ein Gero, heiß wie Magma,
jeder ein Steven und auch.... ja auch eine Dagmar!

Wir alle sind der FCK! Das ist jetzt auch jedem Pharisäer klar!
Macht hoch die Tür, für alte Recken, lasst endlich Vorurteile stecken,
Schmeißt Egoisten endlich raus, spendet Narzissten nicht Applaus,
Zollt dem Respekt, der für die Zukunft kämpft, auch wenn er eure Hoffnung dämpft.

Der Wandersmann wird wieder kommen, er hat den Ruf vom Berg vernommen,
auf dass der Weg des FCK nicht ewig währe, zurück zu Ruhm und alter Ehre.
Er weiß, es ist ein langer Weg, mit vielen Kurven, ein schmaler Steg,
doch weiß er auch, im tiefen Herzelein, er geht den Weg - mit dem Verein.

Zu Weinachten, so wünscht er sich, ein gutes Ende der Geschicht',
kein erster Platz, kein Punkt, kein Sieg, und erst Recht nicht die Champions League.
Nein, nur den Zusammenhalt der Herde, und dass aus Wehmut ... Demut werde.
Und dass ihr all den Betze liebt ... so lang's in Deutschland Fußball gibt.

Frohe Weihnachten 2019 und einen teuflischen Rutsch...
Euer Rossobianco

Das gesamte Team von Der Betze brennt schließt sich den Wünschen von Rossobianco an: Fröhliche Weihnachtsfeiertage an alle FCK-Freunde! Wir halten Euch natürlich auch "zwischen den Jahren" über alles Wichtige rund um die Roten Teufel auf dem Laufenden.

Autor: Rossobianco

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