Über'n Tellerrand

"DFL, erhört die Thesen von Union Berlin"


Zweitligist Union Berlin hat ein Positionspapier veröffentlicht, mit dessen Thesen der Profifußball wieder näher an seine Basis gebracht werden soll. Unterstützung erhalten die "Eisernen" dabei von Harald Layenberger, der auch den 1. FC Kaiserslautern und seine Fans mit in die Pflicht nimmt.

Harald Layenberger, Fan-naher Hauptsponsor sowohl von Union als auch des FCK, hat seinen Unterstützungsaufruf per "Facebook" geteilt und sich dabei vor allem an die Fans der Roten Teufel gerichtet: "Wenn niemand etwas tut und niemand etwas sagt, nur weil es aussichtslos erscheint, darf sich auch niemand wundern oder darüber klagen, dass sich sowieso nichts ändern lässt. Jetzt wäre die Chance für die kleineren Vereine gegeben, aufzustehen, die Stimme zu erheben und damit Union den Rücken zu stärken. (...) Jetzt haben die Fans aller Vereine eine riesige Chance, nicht gemeinsam mit "Scheiß DFB" ihren Protest auszudrücken, sondern mit "DFL, erhört die Thesen von Union Berlin" auf ihren Spruchbändern für eine positive Veränderung zu werben. Lasst uns eine neue Gemeinschaft bilden, zwischen Fans, Funktionären und Sponsoren und mit einem positiven Appell an die Verantwortlichen bei der DFL in allen Stadien werben."

» Zum Facebook-Statement von Harald Layenberger: "Gemeinsam etwas bewegen"

In dem Positionspapier, das Union Berlin am Mittwoch veröffentlicht hat, wird nicht weniger als ein "Kurswechsel für den Profifußball" gefordert. In den beiden Kernthesen werden eine Reform der Klub-Finanzierung sowie eine stärkere Mitbestimmung aller Akteure im Fußball als Ziel gesetzt.

So sollen beispielsweise die Fernsehgelder fairer verteilt werden, vor allem auch für Auf- und Absteiger in den ersten drei Ligen: "Der Abstieg aus einer Liga bleibt eine sportliche Niederlage, ist jedoch nicht zwangsläufig eine existenzielle Bedrohung für die betreffenden Klubs." Aber auch in den unteren Klassen soll es gerechter zugehen, etwa allen Meistern der Regionalligen der Aufstieg garantiert werden. Zudem sollen das Schiedsrichterwesen und die Sportgerichtbarkeit des DFB professionalisiert werden.

In punkto Mitbestimmung wollen die "Eisernen" vor allem auch die Belange der Fußballfans berücksichtigen und fordern eine Fokussierung auf das Stadionerlebnis: "Ohne die live im Stadion von den Menschen, die Fußball lieben, entfachte Atmosphäre wäre der Fußball medial kaum zu vermarkten und auch für Sponsoren nur von geringem Interesse." Auch die Beibehaltung der 50+1-Regel steht auf der Agenda.

In der Deutschen Fußball-Liga (DFL) wird zurzeit eine Strukturreform diskutiert, über welche die 36 Erst- und Zweitliga-Vereine im Dezember abstimmen sollen.

» Zum Aufruf von Union Berlin: "Kurswechsel für den deutschen Profifußball"

Autor: Thomas

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