Neuigkeiten und Pressemeldungen zum 1. FC Kaiserslautern.

Beitragvon Kohlmeyer » 30.07.2023, 14:24


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Taktik-Nachlese zum Spiel FCK-FCSP
DBB-Analyse: Zu viele Böcke versauen Aches Traumdebüt

Offensiv verbesserungswürdig, defensiv recht ordentlich, am Ende aber ein paar Fehler zu viel - so ließe sich die 1:2-Auftaktniederlage des 1. FC Kaiserslautern gegen den FC St. Pauli wohlwollend erklären. Etwas mehr Kritik muss aber schon sein.

Die Diskussionen begannen schon eine halbe Stunde vor dem Spiel. Noch an den Drehkreuzen, wo die Fans in der Schlange standen und auf ihren Smartphones einen ersten Blick auf die Mannschaftsaufstellungen werfen durften. Der wegen Knieproblemen angeschlagene Terrence Boyd war nun doch nicht in die Startelf nominiert worden, schaffte es nicht mal in den Kader. Neuzugang Ragnar Ache startete nur auf der Bank, dagegen durfte Tyger Lobinger von Beginn an ran. Das war nicht das, was die Mehrheit sich erhofft hatte, aber auch nicht so überraschend. Boyd nach Verletzung und Ache nach seinem Transfer hatten nur wenige Trainingseinheiten mit der Mannschaft absolviert, Lobinger dagegen hatte in fast allen Vorbereitungsspielen den Mittelstürmer gegeben und dabei auch mit Toren überzeugt.

Auch Kevin Kraus, obwohl nach seiner Sprunggelenk-OP schon länger wieder im Training, saß nur auf der Bank. Mit Boris Tomiak und Jan Elvedi waren nur zwei gelernte Innenverteidiger in der Startelf auszumachen. Dann würde Schuster nun wohl doch wieder mit Viererkette beginnen, so die einhellige Meinung.

Überraschung: Niehues zentrales Kettenglied in der Abwehr

Doch siehe da: Wieder mal überraschte der FCK-Trainer. Er behielt die bevorzugte Startformation der finalen Testspiele, das 3-4-3, bei und zog Sechser Julian Niehues als zentralen Mann in die Dreier-Abwehr zurück. Eine für ihn ungewohnte Rolle, die ihm aber Freude bereitete, wie er nach dem Spiel in diversen Interviews verriet. Lässt sich als Zeichen des Vertrauens werten, das der Coach mittlerweile in die taktische Flexibilität seiner Jungs hat. Ob Niehues dieses rechtfertigte? Unterm Strich ja - außer in der Situation, die zum Führungstreffer der Gäste führte.

Bis zu diesem allerdings waren bereits 51 Minuten gespielt, in denen ein typisches Auftaktspiel zu sehen war. Zwei Mannschaften, die sich hochkonzentriert gegen den Ball verschoben, nach vorne aber nicht allzu viel riskierten, um nicht den ersten Fehler zu machen und in Rückstand zu geraten. 22 Spieler, die sich allesamt als gelehrige Schüler profilieren wollten: Sie hatten brav ihre Hausaufgaben gemacht, folgten exakt den Anweisungen ihrer Lehrmeister. Und waren vor allem um gute Betragensnoten bemüht. Keiner wollte als frech oder vorlaut auffallen.

Außer vielleicht die Sankt Paulianer Elias Saad und Marcel Hartel. Die sorgten nach zwölf Minuten für eine erste Torszene, als sie sich schön über die linke Seite in die Mitte kombinierten und Hartel von der 16-Meter-Linie abzog. FCK-Keeper Andreas Luthe parierte. Und in Minute 40 strich ein Saad-Kopfball aus sieben Metern nur haarscharf am langen Eck vorbei. Geflankt hatte der rechte Schienenspieler Manolis Saliakas.

Und Lautern?

Lauterns Offensivspiel: Langholz ins Angriffsdrittel

Verzeichnete am Ende den meisten Daten-Anbietern zufolge einen Ballbesitzanteil von 50 Prozent, bundesliga.de hat nur 47 Prozent analysiert, aber egal: Für eine Mannschaft, die "Schusterball" spielt, sieht das eigentlich nach hohen Spielanteilen aus. Doch die Werte trügen. Der Ball lief die meiste Zeit nur durch die hinteren Zonen. Das Angriffsdrittel wurde fast nur über den langen Ball angepeilt. In der Hoffnung, dass einer der beiden Flügelspieler, Kenny Redondo und Aaron Opoku, im rechten Moment in die Tiefe startet und das Leder vor seinem Gegenspieler erreicht. Redondo gelang dies exakt einmal, und das bereits in der sechsten Minute. Er spielte anschließend sogar Innenverteidiger Jakov Medic aus, seine Flanke aber wurde von Schlussmann Nikola Vasilj locker abgefischt.
Oder aber Lobinger sollte den langen Ball prallen lassen oder auf seine Nebenleute weiterleiten. In diesen Disziplinen hat der 24-Jährige zwar sichtlich Fortschritte gemacht, doch erreicht er längst noch nicht die Wirkung eines Terrence Boyd an guten Tagen. Dafür arbeitete er konzentriert nach hinten mit, folgte etwa auch Eric Smith, dem Mittelmann der Hamburger Dreierkette, wenn dieser sich nach vorne schob.

Einziger Lichtblick in Hälfte Eins: Zucks Schussversuche

Bezeichnend, dass die beste Lautrer Tor-Aktion in der ersten Hälfte zustande kam, als die Roten Teufel endlich einmal spielerisch ins Angriffsdrittel vordrangen. Der rechte Schienenspieler Erik Durm, Neuzugang Tobias Raschl und Opoku hatten sich auf der rechten Seite auf engem Raum gut durchkombiniert und gedribbelt. Am langen Eck kam Hendrick Zuck an den Ball. Ein Schussversuch mit links, einer mit rechts, beide wurden abgeblockt. Auf Szenen, die für Emotionen sorgten, mussten die 44.079 Zuschauer dann bis zur zweiten Hälfte warten.

Das 0:1: Viele individuelle Fehler auf einmal

Zunächst der angesprochene Führungstreffer der Gäste in der 51. Minute. Wie konnte Saad in der Spielfeldmitte auf einmal so frei stehen, den Ball zunächst an Luthe vorbei- und dann ins Tor schieben?

"Unser rechter Schienenspieler (Erik Durm, Anm. d. Red.) hebt das Abseits auf und Luthe zieht nicht durch", analysierte Trainer Schuster hinterher. Stimmt beides. Zu ergänzen aber wäre noch: Jackson Irvine darf in zentraler Mittelfeldposition, bereits in der Lautrer Hälfte spielend, das Leder unbedrängt annehmen und in die Tiefe chippen - warum attackiert ihn dabei niemand? Und wieso war Jan Elvedi, der ansonsten ein starkes Debüt im FCK-Trikot gab, in dieser Situation zentraler Abwehrspieler, statt auf seiner zugedachten Position halbrechts Saad zu bewachen und mit ihm in die Mitte zu ziehen? Wenn Niehues nach vorne gerückt war, hätte doch erst recht einer Irvine auf den Füßen stehen müssen ... Da muss schon eher über Kollektivversagen geredet werden als über die Fehler Einzelner.

Nach dem Rückstand Angriffspressing - geht doch

Nach dem Rückstand aber gab’s endlich einen anderen FCK zu sehen. Einen, der auf einmal Angriffspressing praktizierte und dies sogar ordentlich. Was die nächste Frage aufwirft. Wäre das nicht, situativ wenigstens, auch mal möglich gewesen, solange es noch 0:0 stand? Bei allem Respekt vor der besten Zweitliga-Mannschaft der vergangenen Rückrunde, bei allem Verständnis für Risikominimierung, die in einem solchen Auftaktspiel ratsam ist. Man kann doch nicht über 90 Minuten hinweg hoffen wollen, dass der Gegner den ersten Fehler macht. Man kann auch mal versuchen, ihn zu einem solchen zu provozieren, erst recht in einem Heimspiel vor einer solchen Kulisse.

Jedenfalls rollte das Spiel nun mal für ein paar Minuten Richtung Sankt-Pauli-Tor. Hoffnungsträger Ache kam für Lobinger - und schlug schon drei Minuten später zu. Mit dem Kopf, mit dem er sich bekanntlich am eindrucksvollsten in Szene zu setzen versteht. Mit dem hatte er die Szene auch eingeleitet, als er einen langen Luthe-Ball in den Lauf Redondos verlängerte und dieser Opoku auf der rechten Seite einsetzte. Die Diskussion, ob Redondos anschließender Flanken-Schuss auf Ache tatsächlich so gemeint oder ihm lediglich der Ball über den Schlappen gerutscht war, ersparen wir uns lieber. Hauptsache 1:1, und das Betze-Publikum entdeckte nun seinen Glauben wieder. An die "Comebacker der Liga", die vergangene Saison so oft für Furore sorgten.
Doch nach nur elf Minuten wurde der Anhang kalt abgeduscht, ehe er so richtig heißlaufen konnte.

Der Elfer: Raschls Fehler, aber die Elf stand insgesamt zu tief

Raschl attackiert Hartel im Strafraum zu ungestüm, trifft dessen Fuß, nachdem dieser eine Zehntelsekunde zuvor den Ball an ihm vorbeigelegt hat. Es gibt nicht einmal Proteste, als Schiedsrichter Robert Schröder Elfmeter pfeift, und der verzichtet sogar auf eine Überprüfung durch den VAR. Raschl hat zu viel riskiert, Luthe vor dem 0:1 zu wenig - könnte man sagen.
Doch auch hier muss wieder das Kollektiv kritisiert werden: Der FCK hat sich nach dem Ausgleichstreffer erneut viel zu weit zurückgezogen. Wiederholt durfte der letzte Mann der Gäste Angriffe seines Teams in der gegnerischen Hälfte aufbauen, ohne dass ihn jemand bedrängte.

Die "Comebacker der Liga" machen weiter Pause

Und was war nun mit den "Comebackern der Liga" los? Nicht viel, zumal auch die Wechsel nicht fruchteten: Mit Opoku ging der Flügelspieler, der sich am besten auf engem Raum durchzusetzen vermochte - Philipp Hercher, schon öfter als erfolgreicher Joker gekommen, blieb diesmal ohne Wirkung. Ebenso Ben Zolinski, der Redondo ersetzte.
Für Betrieb auf der linken Seite sorgte dagegen Tymoteusz Puchacz, der nach 61 Minuten für Zuck gekommen war. Er versuchte einen Torschuss von halblinks, der drüber ging, beackerte die Außenlinie, flankte ordentlich und offenbarte zudem auch Qualitäten im Dribbling. Ebenfalls ein Hoffnungsträger für die kommenden Wochen.

Für Raschl kam nach 77 Minuten Philipp Klement. Trotz seines Fehlers, der zum Elfer führte, hat der 23-Jährige ein ordentliches Debüt am Betzenberg abgeliefert - warum musste er gehen und nicht sein Nebenmann Marlon Ritter, dem bis dato kaum etwas gelungen war?

Ache - schon auf dem Weg zum Publikumsliebling

Die einzige Ausgleichschance in der Schlussphase bot sich Ache, der nach einer Kopfball-Vorlage Zolinskis halblinks in den Strafraum eindrang, den Ball an dem herausstürzenden Vasilj aber nicht vorbei bekam. Kurz darauf hatte der neue Neuner noch einen spektakulären Auftritt, der aber - ob nun kurioser- oder bezeichnenderweise - rückwärts gerichtet war. Über den halben Platz verfolgte er als einziger Roter den allein auf Luthe zulaufenden Einwechselspieler Danel Sinani. Und schaffte es tatsächlich noch, diesen vor dem Abschluss abzugrätschen. Dabei tat sich Ache auch noch weh, auch wenn er sich wohl nicht schwerer verletzter. Noch ein, zwei solche Aktionen, und das Betze-Publikum hat einen neuen Liebling.

Unterm Strich bleibt eine Auftaktniederlage, die sich durch einige Faktoren mehr erklären lässt als nur durch individuelle Fehler in entscheidenden Situationen.

St. Pauli dominierte im zentralen Mittelfeld

Dazu auch noch ein bisschen Statistik. Die Schuster-Elf verzeichnete eine Passquote von 82 Prozent, St. Pauli 83 Prozent. Das sieht ausgeglichen aus und ist für den FCK im Vergleich zur Vorsaison ein richtig guter Wert. Aber: Bei Lautern wird der Wert durch die Abwehrspieler in die Höhe getrieben, die sich den Ball meist unbedrängt zuschieben durften. Der Vergleich der zentralen Mittelfeldspieler, deren Pässe für ein Spiel wesentlich prägender sind, fällt anders aus.

Raschl brachte 71 Prozent seiner Pässe an den Mann, Ritter nur 68 Prozent. Ihnen gegenüber standen Hartel mit 74 Prozent und Irvine mit 86 Prozent Ballpräzision. Auch bei den Torschüssen insgesamt (17:10) hatten die Kiezkicker die Nase vorn, ebenso bei denen, die innerhalb des Strafraums abgegeben wurden (10:8) und die nun einmal erfolgversprechender sind. Dass auch der xGoals-Wert für die Gäste spricht (1,40 : 2,40) ist dagegen weniger signifikant, da allein die Elfmeter-Chance einen Sprung um rund 0,75 Einheiten bewirkt.

Und noch zwei ganz simple, aber für das "Betze-Gen" doch fundamentale Werte: Das FCK-Team ist 112,65 Kilometer gelaufen, der Gegner fast sieben Kilometer mehr (119,14). Und die Roten Teufel haben nur 46 Prozent der Zweikämpfe gewonnen, in der Luft sogar nur 43 Prozent.

Sowohl "Wyscout" also auch "11tegen11" lassen sich zum Saisonstart noch Zeit mit der Anlieferung von Grafiken. Wir werden diese baldmöglichst nachtragen. Einfach morgen nochmal vorbeischauen.

Quelle: Der Betze brennt / Autor: Eric Scherer
 
Weitere Links zum Thema:

Saison-Übersicht 2023/24: Die DBB-Analysen der FCK-Spieltage



Beitragvon MarcoReichGott » 30.07.2023, 17:24


Der Unterschied bei den gelaufenen Kilometern ist extrem auffällig. Relativierend kann man natülich festhalten, dass der Wert von St. Pauli schon sehr hoch (Spieltagsbestwert) und unserer jetzt nicht richtig schlecht.

Trotzdem lohnt sich mal ein Blick wohl darauf wer wie viel gelaufen ist.

https://www.sport.de/fussball/deutschla ... team_id-6;

Hochgerechnet auf 90 Minuten ist dabei aufällig, dass neben unseren IVs (erwartbar) vor allem Opoku und Redondo weit unterdurchschnittliche Laufleistungen gebracht haben (weniger erwartbar).

Auch eine nähere Betrachung erfordert der direktt Vergleich beim Zentrum. Irvine und Hartel haben durchgespielt und zwar mit 11,8 und 12,5 km. Ritter liegt hier bei gerade einmal 10,7 km. Das ist schon wahnsinn, wenn der eine 6er fast 2km mehr läuft als der andere in 90 Minuten...

Neben dem eindeutigen individuellen Fehler beim 0:1 durch Durm (und Luthe) erkennt man in der Situation aber auch schon diese fehlende Leistungsbereitschaft. Wir stehen da ziemlich unsortiert. Opoku schlurt da ein bißchen am Mittelkreis herum, Ritter kommt locker zurückgetrabt, Lobinger zieht auch nicht beim zurückfallen lassen voll durch...und dann hat Irvine alle Zeit der Welt um den Pass zu spielen und Durm pennt.

Man sieht also schon beim Gegentor wunderbar diese fehlende Bereitschaft wieder maximal schnell in die Grundordnung zu kommen.

Die andere Seite de Medaille ist dann natürlich der Spielaufbau. St. Pauli hat sich oftmals weit zurückfallen lassen, uns teils mit 11 Leuten in der eigenen Hälfte erwartet - und dann phasenweise immer mal wieder vorgeschoben. Wenn ich da dann keine Bewgung reinbringe, dann kann ich da mich nicht nach vorne kombinieren. Da scheibt sich dann die 3er Kette den Ball zu und weiß auch nicht so wirklich weiter.

Ich seh da diesesmal keinen Ansatzpunkt über Taktikausrichtung an sich zu diskutieren. Vielmehr erfordert die Umsetzung der Taktik mehr Bewegung...



Beitragvon herzdrigger » 30.07.2023, 17:48


Das mit der Bewegung ist für mich ein ewiges Thema. Wen aus dem Mittelfeld, oder aus der letzten Reihe, raus anspielen, wenn keine Bewegung drin ist? Eine Datenbank für den Samstag braucht man dafür nicht. Man hat es im Stadion einfach sehen können. Pauli war viel präsenter. Mangels Anspielstationen ging der Ball fast immer nach hinten.

Wir können das deutlich besser. Als Klement zu uns kam war mein Kommentar: "Endlich mal ein Mittelfeld". Mit Raschl die Hoffnung, ein Spiel im Mittelfeld zusammen mit Klement zu dominieren und damit Spiele gewinnen zu können. Mit einer gesunden Offensive halte ich den Gegner von meinem Tor fern.

Ich bin gespannt, wie Trainer und Mannschaft reagieren und auf Schalke auftreten werden.

Danke für die ausführliche Analyse. :daumen:
Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.



Beitragvon Schorlegeneral » 30.07.2023, 18:35


Danke Eric für diese gelungene Analyse.
Wirklich auf den Punkt gebracht.

Auch @MarcoReichGott, du triffst den Nagel auf den Kopf.

Es bleibt abzuwarten, was das Trainerteam aus der eigenen Analyse ableitet und im nächsten Spiel verbessert.
"Der Schlüssel zum Erfolg ist Kameradschaft und der Wille, alles für den anderen zu geben." ~ Fritz Walter



Beitragvon Jupp64 Cologne » 30.07.2023, 18:53


MarcoReichGott hat geschrieben:

Neben dem eindeutigen individuellen Fehler beim 0:1 durch Durm (und Luthe) erkennt man in der Situation aber auch schon diese fehlende Leistungsbereitschaft. Wir stehen da ziemlich unsortiert. Opoku schlurt da ein bißchen am Mittelkreis herum, Ritter kommt locker zurückgetrabt, Lobinger zieht auch nicht beim zurückfallen lassen voll durch...und dann hat Irvine alle Zeit der Welt um den Pass zu spielen und Durm pennt.

Man sieht also schon beim Gegentor wunderbar diese fehlende Bereitschaft wieder maximal schnell in die Grundordnung zu kommen.


Vor dem Gegentor dauerte es 10 Sekunden vom abgefangenen Ball des gegnerischen TW bis zum Pass auf Irvine (vor der Mittellinie) - da muss man den Hebel ansetzen (vorher braucht man nicht die Systemfrage stellen)
P.S. : ich bin als Außenstehender jetzt raus



Beitragvon Lautern-Fahne » 30.07.2023, 21:13


Die Laufleistung ist so eine Sache. Man kann daraus nur etwas ableiten, wenn man das Spiel betrachtet. Für sich allein sagt das nicht viel aus.

Mal die Lauf Statistik vom letzten Jahr; auf Platz 1 Heidenheim.
Platz 15 Braunschweig
Platz 16 Darmstadt
Platz 17 FCK
Platz 18 SVS

Der FCH lief PRO SPIEL ca 9km mehr als Platz 15-18. Weil die auf extremes Pressing setzten. Junger Kader; Offensive pur. Ein Hauch von Klopp während wir eher auf Mourinho setzen.

Bei den intensiven Läufen waren wir letzter; der Aufsteiger Darmstadt Vorletzter.

https://www.bundesliga.com/de/2bundesliga/statistiken/clubs/intensive-laeufe/2022-2023

Was liest man da jetzt raus? Da unser Kader eher zu den älteren gehört und nicht breit besetzt war leuchtet es erstmal ein, dass man die Laufbelastung möglichst gering hält um Verletzungen vorzubeugen. Das Erstrecht gegen die physisch drückend überlegenen Kiezkicker. Um erfolgreich zu sein muss man nicht zwingend viel Laufen. Aber die richtigen Läufe machen.

Sehe uns an dieser Stelle mittlerweile als etwas schlampig. Es reicht nichtnur mehr drauf zu setzen das der Gegner müde wird und Redondos oder Opokus pure Geschwindigkeit die überrumpeln. Es wirkt für mich so als wüsste man nicht wirklich wohin man starten soll.
"Für mich ist Schönheit, dem Gegner nicht zu geben was er will."

"Es gibt Leute die sagen, kreative Spieler seien von Abwehraufgaben zu entlasten. Wer dies behauptet, kennt den Fußball nicht. Alle elf müssen zu jeder Zeit genau wissen, was sie zu tun haben"

José Mourinho



Beitragvon ExilDeiwl » 31.07.2023, 07:08


MarcoReichGott hat geschrieben:Ich seh da diesesmal keinen Ansatzpunkt über Taktikausrichtung an sich zu diskutieren. Vielmehr erfordert die Umsetzung der Taktik mehr Bewegung...


Da Du Dir die Frage scheinbar nicht selbst stellst (vielleicht hab ich‘s auch überlesen): Wie schafft es unsere scheinbar so lauffaule Mannschaft nur, gegen die so übermächtigen Hanseaten von St. Pauli nur, den Ausgleich zu schießen? Das sollte ja nach der Lesart dann gar nicht möglich sein. Weil Pauli ist ja viel zu stark, unsere Spieler viel zu lauffaul und an der Taktik kann‘s ja auch nicht gelegen haben?! Meine Antwort darauf ist: Doch, die Taktik hat sehr wohl damit zu tun. 10 Minuten lang hat sich unsere Mannschaft nicht hinten rein gestellt. Die defensive Taktikvorgabe über den Haufen geworfen. Und etwas gemacht, was nicht nur Laufarbeit erfordert (sicherlich nicht weniger, als den gegnerischen Torwart frühzeitig anzulaufen), sondern auch den ach so starken Gegner (der in meinen Augen so stark gar nicht war) bezwungen.

Es mag richtig sein, dass unsere Spieler nicht genügend gelaufen sind. Was hätten wir denn erreicht, wenn sie etwas mehr gelaufen wären und dadurch die Gegentreffer vermieden hätten? Die Sturm und Drang Phase hätte es dann womöglich auch nicht gegeben und wir hätten ein langweiliges 0:0 erlebt. Glückwunsch. Zumindest zu dem Punkt, den wir so zuhause behalten hätten. Lass Dir gesagt sein: die Emotionen wären nach dem Spiel nicht minder hochgekocht. Ich behaupte, dass die Laufwerte sicherlich nicht niedriger gewesen wären, wenn unsere Mannschaft die eine oder andere Phase mehr eingebaut hätte, in der sie den Gegner über einen längeren Zeitraum unter Druck setzen. Dass Pauli zu knacken war, haben wir beim Ausgleich gesehen. Also da frage ich mich schon, was diese Duckmäuserei soll. Man hätte vielleichtnnoch anders starten sollen, aber da sind wir ja einer Meinung. Starten wir eben mit Ache und nehmen ihn nach 50 Minuten raus, falls er da wirklich schon platt ist. Wäre alles denkbar gewesen. Aber das sind Entscheidungen, die nur einer treffen kann. Und das sind nicht die Spieler auf dem Platz, die durchaus auch zu kritisieren sind. Denn die Punkte, die @Kohlmeyer ausgemacht hat, sind ja durchaus valide. :daumen:
Nein, es geht mir NICHT um Hurra-Fußball!

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Beitragvon MarcoReichGott » 31.07.2023, 08:01


Ähm...der Ausgleich lässt sich an genau einer Situation festmachen: Ache gewinnt nach dem Abschlag von Luthe das Kopfballball-Duell.

Ist ja jetzt nicht so als hätten wir in der Situation St. Pauli an die Wand gespielt, sondern Ache und Redondo schaffen es den Ball in den Raum für den startenden Opoku weiterzuverlängern. Und dann steht Ache beim völlig verunglückten Schuss von Redondo da, wo er optimalerweise zu stehen hat.

Im übrigen gilt das mit dem Laufen auch fürs 1:2. Saad kann mit Platz auf Durm zulaufen und schafft es im 1vs1 sich dann durchzusetzen. Natürlich sieht Durm da nicht gut, aber es gab auch mal Zeiten, da hätte ein zweiter SPieler ihn unterstützt und die Hereingabe verhindert.

https://ibb.co/8mLM4dX

Man kann in der Situation schon antizipieren, dass Saad da ganz gute Chancen hat was gefährliches draus zu machen.



Beitragvon Ktown2Xberg » 31.07.2023, 12:20


Danke an @Kohlmeyer für die sehr ausgewogene Analyse.

Ich persönlich finde die These dass die nur mehr laufen müssen etwas gewagt. Einfach gesagt: Wohin denn?

Wir hatten es mit einem Gegner zu tun, der sehr gut im Raum steht, außerdem mit einer der wenigen Mannschaften in der Liga die auf den Betze kommen und (auch noch mit einigem Recht) den Anspruch erheben uns kämpferisch zu dominieren. Da braucht es eine Idee — und unsere war ganz klar tief zu stehen, eine 9 zu bringen die nen Extrajob als Manndecker bekommen hat und ansonsten als Prellbock und Spielpartner für die eigentlichen „Waffen“ Redondo und Opoku dient.

Den Plan kann man auch verfolgen, aber da waren bei uns schon im (mannschafts- und individual-)taktischen Ansatz einige strukturelle Probleme. Verkürzt: Selbst „hinten dicht und vorne die Flitzer“ geht nicht ohne dem Gegner auch das Mittelfeld streitig zu machen. St. Pauli spielt im 3-4-3, da sind schnelle Außen ne gute Waffe. Aber nur wenn die Idee ist, diese Außen in die offenen Räume „neben“ der Dreierkette, hinter deren Schienenspielern zu bringen — und wenn es danach Abnehmer in der Mitte gibt, also auch aus dem Mittelfeld nachgerückt wird.

Bei uns aber stehen 7 (!) Feldspieler so tief dass die drei vorne ziemlich isoliert agieren. Schlimmer: Dadurch dass Ritter und Raschl im Positionsspiel gegen den Ball trotz 5er-Kette beide tief auf die 6 fallen muss Opoku irgendwas zwischen Außen und 10er geben, sich in Halbräumem und zentral anbieten — weshalb er meist im Positionsspiel gar nicht dazu kommt, für die tiefen Läufe an die Eckfahne zur Verfügung zu stehen. Und wenn mal einer der beiden Außen Langholz fest macht ist in der Mitte Lobinger (oder demnächst ein anderer) allein gegen mehrere Abwehrspieler weil unser ZM erstmal die Meter tief aus der eigenen Hälfte machen muss. St. Pauli hat uns 2x in Halbzeit 1 mit harmlosen Flanken aus dem Halbfeld ins Wackeln gebracht — weil die 2-3 Angreifer in unsere Dreier-IV vorgeschoben hatten. Bei uns reibt sich da einer allein auf…

Im Ergebnis haben wir zwei Zustände/Phasen gesehen: Entweder wir stehen halbwegs stabil und lassen vorne die 3 komplett in der Luft hängen — oder Ritter/Raschl versuchten mal temporär mit nach vorne zu gehen, mit dem Resultat dass wir klaffende Lücken zwischen den letzten beiden Reihen hatten weil die IV nicht wirklich mit hochschieben darf.

Im 3-4-3 brauche ich entweder ZM die auch mal ganz mit vor gehen (s Hartel & Irvine beim Gegner) oder aber sehr offensive Schienenspieler, damit möglichst viele der drei Angreifer den Strafraum besetzen können — ansonsten ist es ein Maurermeister 5-4-1. Und hier lauert noch ein trauriges strukturelles Problem bei uns: Zuck ist zu langsam für den Job, weshalb er sich gegen Gegner mit schnellen Offensivaußen (wie St. Pauli) eigentlich nur noch bis ins Halbfeld wagt bevor er flankt. Will heißen: Wir spielen ein 3-4-3 indem die Schienenspieler größtenteils wie klassische Außenverteidiger agieren, was in der Folge bedeutet dass die offensiven Außenspieler selten bis nie zentral im Strafraum auftauchen was wiederum heißt dass unsere 9 für drei arbeiten muss und dann immer noch geringe Chancen hat. Ache ist vielversprechend, aber wenn wir einen Boyd so müde kriegen wird der recht bald das gleiche Problem haben. Mit Puchacz sah immerhin das gleich besser aus, weil der ein offensiver Schienenspieler ist.

In unserem System von Samstag gibt es viele kleine Schräubchen (Interpretation der Schiene, Individualtaktik im ZM und auf den offensiven Außen, eine Idee wer wir temporär den 10er-Raum besetzt). Jede einzelne dieser Schrauben war am Samstag in Richtung Sicherheit gedreht. Dann kann man halt auf ein 0:0 und ggf. nen Bonus bei schweren Fehlern des Gegners hoffen. Und selbst dafür muss man fehlerlos spielen, was auf Dauer schwer ist und daher Fehlern ein Riesengewicht verleiht, was auch ein psychologisches Problem ist weil es strukturell schnell Frustration ins Team bringt.

Ich finde die Knackpunkte von @Kohlmeyer (frei formuliert: Organisation im ZM stimmt vor dem 0:1 nicht, beim 11er verteidigen wir kollektiv viel zu tief — und wir können Angriffspressing, warum nur wenn’s nicht mehr anders geht?) sehr schön erklärt.

Wir hatten hier schon so oft Mannschaften über deren Mentalität usw. wir gemeckert haben, nur um die dann mit ner veränderten Taktik aufblühen zu sehen. Viel zu oft wurde hier der Stab über Spieler gebrochen, die mit viel Arbeit einen schlechten Plan tanzen mussten. Ich bin Schuster sehr dankbar für die zweite Jahreshälfte 2022 und freue mich wenn er die Kurve kriegt. Aber über die Brücke würde ich auch für ihn nicht gehen. Der Kern des Problems war sicher nicht mangelnde Laufbereitschaft.

Schuster muss jetzt zeigen dass er mehr als Sicherheit und Motivation anzubieten hat — denn eins ist mittlerweile klar: Wir haben nicht nur eine katastrophale Durststrecke, wir haben ein taktisches Problem.
Zuletzt geändert von Ktown2Xberg am 31.07.2023, 12:32, insgesamt 1-mal geändert.



Beitragvon ExilDeiwl » 31.07.2023, 12:30


@MRG: Ja, da hast Du durchaus Recht, was die Situation betrifft. Dennoch war in den 10 Minuten Druckphase mehr Bewegung in unserem Spiel als zuvor und danach. Daher glaube ich, dass dieses Tor nicht gefallen wäre, hätten wir so behäbig durchgespielt, anstatt mal Gas zu geben. Ich könnte wetten, dass wir in dieser Druckphase durchschnittlich mehr Strecke gemacht haben, als im restlichen Spiel. Ohne diese Sturm- und Drang-Phase wären wir wohl auch ohne eigene Fehler kaum über ein langweiliges Unentschieden hinaus gekommen. Das hat also schon recht viel mit Taktik zu tun, und den fußballerischen Sachverstand hast Du doch auch, um das zu erkennen. :wink:

Vielleicht können wir festhalten: dieses Spiel haben wir aufgrund von multiplen Individualfehlern, mangelhafter Laufbereitschaft und vielleicht doch auch ein klitzekleines bißchen aufgrund einer suboptimalen (ich würde sagen: hosenschisserischen) Taktik verloren. Spätestens als Ache mit seinem Ausgleichstreffer ein Traumdebut gibt und das Stadion mitgerissen wird, hätte man den Druck weiter hoch halten und Pauli noch eins einschenken können. Aber hätte, hätte, Fahrradkette. Wir mussten ja wieder „defensiv stabil stehen“. Ergebnis bekannt.
Nein, es geht mir NICHT um Hurra-Fußball!

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Beitragvon MarcoReichGott » 31.07.2023, 13:45


Ich weiß gar nicht, ob es zwischen unseren Aussagen hier tatsächlich objektiv große Unterschiede gibt.

Du bemängelst, dass wir nur in der Phase vor dem Ausgleich mal "Gas gegeben" hätten nach vorne. Ich bemängel, dass unsere Laufleistung zu gering war dafür, dass wir St.Paulis System ja grob gespiegelt haben - besonders im Zentrum, aber auch auf den offensiven Außenbahnen. Ktown2Xberg weist darauf hin, dass unsere 6er sich im Positionsspiel zu oft tief auf die 6 zurückgezogen haben und möchte, dass sich die Spieler stärker im Verbund nach vorne verschieben. Das sind alles jetzt Aussagen, die relativ nah beinander liegen.

Grundsätzlich vom System und Aufstellung her sind wir im 3-4-3 mit 6 gelernten Offensivspielern jetzt ja nicht wirklich defensiv aufgetreten - ganz im GEgenteil war ich ja positiv überrascht, dass uns Schuster nicht wieder nen zentralen 4er Defensivblock gegeben hat.

Die Frage ist jetzt nur: Woran hapert es? Liegts daran, dass Schuster tatsächlich absichtlich viele kleine Stellschrauben Richtung defensiv stellt? Schaffen es die Spieler nicht die Spielsituationen besser zu anzipieren und entsprechend zu handeln (was sowohl an falschen Trainingsschwerpunkten als auch an fehlenden individuellen Fehlern liegen kann)? Und letztlich muss natürlich auch die Frage erlaubt sein wie groß man denn ins Risiko gehen kann, wenn der Gegner individuell insgesamt einfach stärker ist. Fehlt es auch einfach an den letzten Prozentpunkten Leistungsbereischaft?

Ich glaube schon, dass die Wahrheit da irgendwo dazwischen liegt. Wenn ich mir eben die Gegentore anschaue dann liegt das ja nicht daran, dass wir zu tief stehen, sondern wir wir eben nicht schnell genug in eine vernünftige Grundordnung kommen. Im Gegenzug verdödelt Ritter auch gerne mal im Spielaufbau den Ball. Dann brauch ich mich natürlich auch nicht wundern, dass sie 6er es nicht schaffen vor zurücken, wenn sie beim eröffnendem Ball den schon wieder herschenken. Auf der anderen Seite weiß man aber inzwischen auch, dass Schuster absolut kein Freund davon ist "sich vorlocken" zu lassen. Dass wir bei Schuster beim Stand von 0:0 eher selten richtiges Angriffspressing zu sehen bekommen werden, da sind wir uns glaub ich auch eher einig. Auf der anderen Seite frag ich mich da aber schon z.B. auch wie erfolgreich das so überhaupt sein könnte, wenn wir wie beim 0:1 es nichtmal schaffen im Mittelfeld in einer guten Situation zu pressen und Opoku da völlig orientierungslos rumtrottet. Man kann halt auch nicht einfach blind vorne drauf los rennen. Man sollte das schon dann primär einsetzen, wenn man es auch kann...sonst sieht es so aus wie bei Bugera damals in dem einen Spiel.

Deswegen: Ich glaube ich sehe ähnliche Probleme wie ihr. Ich hab nur ein bißchen meine Zweifel daran, dass man "nur" von Außen an der taktischen Stellschraube drehen muss und dann wird das direkt schöner UND erfolgreicher. Der Weg dorthin stockt irgendwie...aber warum das so ist, finde ich als Außenstehender sehr schwer zu interpretieren.



Beitragvon Excelsior » 31.07.2023, 14:43


MarcoReichGott hat geschrieben:Der Weg dorthin stockt irgendwie...aber warum das so ist, finde ich als Außenstehender sehr schwer zu interpretieren.


Das finde ich nicht.
Denn du gibst dir darauf bereits selbst die Antwort:

MarcoReichGott hat geschrieben:Und letztlich muss natürlich auch die Frage erlaubt sein wie groß man denn ins Risiko gehen kann, wenn der Gegner individuell insgesamt einfach stärker ist. Fehlt es auch einfach an den letzten Prozentpunkten Leistungsbereitschaft?


Laufleistung/Leistungsbereitschaft wird dann von geringerer Bedeutung sein, wenn man ein Team hat, dass taktisch im höchsten Maße ausgebildet ist, über Spielübersicht/Spielintelligenz verfügt und technisch sauberen Fußball spielen kann.

All das ist bei uns derzeit noch mangelhaft und wird es vermutlich auch weiterhin einige Zeit bleiben, bis die (derzeit noch nicht ersichtlichen) zusätzlichen Verstärkungen auf den neuralgischen Positionen der Mannschaft ihren "Stempel" aufgedrückt haben.

Bis dahin muss das Team genau das in die Waagschale werfen, was sie "einem (fußballerisch) individuell überlegenen Gegner" überlegen machen kann - nämlich absoluten Willen, den Gegner situativ schlichtweg in Grund und Boden zu rennen.

Dass dies insbesondere im Zusammenspiel mit den Fans außerordentlich gut funktioniert, hat man glaube bei den ganzen Aufholaktionen in der letzten Saison (und nahezu auch für 5 Minuten gegen Pauli) recht eindrucksvoll gesehen.
Insofern schlägt Mentalität bis einem gewissen Grade eben spielerische Überlegenheit...

Der größte Murks ist allerdings, weder das Eine noch das Andere zu bieten...
Denn gerade das ist dann das Holz, aus dem Absteiger geschnitzt sind.

Wobei es auch keine Rolle spielt, von wem die mangelnde Laufbereitschaft ausgeht ... letztendlich fällt sie nämlich jedem Einzelnen im Status Quo auf die Füße... ergo sollte weder der Trainer noch die Mannschaft (vernünftigerweise) irgendein Interesse daran haben.



Beitragvon Ktown2Xberg » 31.07.2023, 15:19


@MRG:

Ich achte ja selbst auch darauf, Schuster nicht platt die „Schuld“ für unsere Probleme zu geben. Aber ich denke halt schon a) dass es so auf Dauer nicht gut geht und erwarte, dass er das b) sieht und c) ändert. Mal schauen wie es weitergeht.

@Excelsior:

Laufleistung ist oft auch einfach eine abhängige Variable von anderen Strukturen. Beispiel: Wenn man (so wie wir nach dem 1:1) sehr tief steht verschieben 7-8 Spieler Minuten lang eher als dass sie Wege gehen, während der Rest wartet. Da läuft man automatisch weniger als wenn es rauf und runter geht. Auf gelaufene Kilometer zu gucken und daraus direkt einen Arbeitsnachweis abzuleiten macht gar keinen Sinn.

Wir können einer Mannschaft die mit einer außergewöhnlichen Arbeitsleistung (Stichwort Non-Stop-Pokalmodus) für 6 Monate viel mehr erreicht hat als vom Ansatz zu erwarten war nicht bei jedem Problem mit „dann arbeitet halt noch mehr“ kommen. Wenn man das zur Regel erhebt während es taktisch nicht stimmt haben wir ein Team, dass sich a) permanent den Hintern aufreißt, b) trotzdem massiv erfolglos ist (so wie wir es seit Monaten sind) und c) auch noch dauernd das Feedback bekommt nicht genug zu arbeiten. So macht man eine Gruppe psychologisch auf Dauer kaputt.

Als Bild: Wir können mit nem VW-Käfer permanent auf Vollgas fahren bis der Motor durch ist — oder wir können nach und nach Teile austauschen um das Leistungspotenzial zu erhöhen.

Die Mär davon dass alles auch über Mentalität geht hält sich hartnäckig — weil sie eine einfache Welt und eine einfache Lösung impliziert. Wir sind jetzt aber wieder in Liga 2, nicht „Mentalitätsliga“ 3. Das ist so ein Niveauunterschied dass „die sind einfach nicht gallig genug gewesen“ für mich ähnlich ist, wie einen Flugzeugabsturz damit zu begründen dass der Pilot nicht genug Herzblut hatte.

Wir haben letztes Jahr gesehen dass diese Truppe Mentalität hat. Ich glaube persönlich nicht, dass die einfach nicht mehr wollen.



Beitragvon Excelsior » 31.07.2023, 15:38


@Kreuzberger
Vier einfache Fragen:

Hat Mentalität letzte Vorrunde funktioniert?
Oder welche ist stattdessen deine Erklärung für den außerordentlich guten Tabellenplatz nach derer?

Hattest du den Eindruck, dass die Mannschaft noch mit dem gleichen Engagement die Spiele bestritten hat, nachdem sie den Klassenerhalt gesichert hatte?

Hattest du den Eindruck, dass die Mannschaft gegen Pauli alles aus sich herausgeholt hat?

Ich verwehre mich dagegen, das Team als VW-Käfer zu bezeichnen.
Sie mag ihre fußballerischen Defizite haben ... aber andererseits KANN sie vielen anderen Mannschaften auch auf psychologischer Ebene etwas voraushaben ... sofern sie denn nur will.

Dazu braucht es allerdings entsprechende Motivation ... einen Fingerzeig, warum es lohnt, sich den Allerwertesten aufzureißen... und wenn der notfalls mit der Peitsche kommt...

Dass das Ganze extrem auf Verschleiß fährt, braucht man mir nicht zu erklären.
Umgekehrt aber auch nicht nach dem 1. Spiel von Rücksicht vor Verschleiß zu reden...



Beitragvon Ktown2Xberg » 31.07.2023, 16:29


Erstmal sicherheitshalber, damit das nicht „verschütt“ geht:

Mein entsprechender Absatz war als Antwort auf Deinen Beitrag gemeint, nicht als Gegenrede. Es war für mich ein Aufhänger allgemein was über die Mentalitätsforderung loszuwerden, dass das (wie Du schriebst) ein Faktor ist der „basic“ stimmen muss sehe ich auch so.

Zweitens:

Ich denke dass die letzte Hinrunde in gewisser Weise eine „Anomalie“ war — und dass wir trotz aller Leidenschaft, wenn man die Spiele durchgeht an deren Ende auch gut & recht mit 18 statt 28(?) Punkten hätten einlaufen können. Ich denke außerdem wie gesagt dass — neben einer Portion Matchglück — da viel Euphorie auch auf Spielerseite dazu beigetragen hat das ein oder andere Mal über die eigene Schmerzgrenze zu gehen. Und vor allem glaube ich, dass a) man das was da Ende 2022 passiert ist man auch mit noch so viel Einsatz nicht geplant reproduzieren kann, das b) Gegner dazulernen und dass c) die selbe Mannschaft die motiviert und hart arbeitend in dieses Jahr gestartet ist seitdem fällt wie ein Stein.

Also, ja: Meiner Meinung nach war das ein VW-Käfer der überperformt hat. Jetzt haben wir langsam mehr Breite & Optionen — dann sollte man aber auch anders fahren.



Beitragvon Oktober1973 » 31.07.2023, 16:31


Wieder einmal vielen Dank an @Eric für die prägnante Aufarbeitung, auch m.E. Deutung in die richtige Richtung. Wenn sich DS und das Trainerteam inklusive TH so viele Gedanken machen, wie die knapp 900 Posts in den Spielthreads ist mir nicht bange. Mich treibt seit Sonntag Morgen, seit die Daten da sind, auch wieder mal das Laufleistungsthema.
@Excelsior ist mir nun am Nächsten. Laufleistung sehe ich vorne weg prinzipiell als Willenssache an. Das Spiel kam mir in der 1. Halbzeit wie ein Sommerkick vor, bei dem Beide nichts riskiert haben, um sich nicht schon die 1. Hälfte des 1. Spiels der neuen Saison zu versauen.
Laufleistung besteht für mich, und @MRG kämpft ja harte Kämpfe um die Deutung der verschiedensten Ansätzen hier, aus Räume zulaufen, Gegenpressing , Lösen vom Gegner, um dem Mitspieler Optionen zu bieten und schnellem Vertikalspiel, bei dem nicht nur 3 Mann rennen und der Rest zuschaut.Und das kann sehr aufwendig sein. Und das 7 KM weniger Laufen als der Gegner keine Wirkung hat, wage ich zu bezweifeln. Ich behaupte sogar, dass genau dies das Geheimnis des Auftiegs von Heidenheim war.
Schon in der 1. Hälfte war mit dem Ballgeschiebe hintenrum, der Unwirksamkeit von Opoku und Redondo zu erahnen wo die Reise hingehen würde.
Wir sind m.E. einfach auf dem Platz mit bemerkbaren Aktionen nicht präsent genug. Weder aus Einzelleistung noch als Team spürbar.
Die Daten und die Wahrnehmung belegen, und bei Sofascore durch das Übereinanderlegen der Heatmaps der Spieler sichtbar, dass Irvine und Hartel im Stadion diese Präsenz einfach spürbar zeigten, wenn man nicht nur die Vereinsbrille auf hat. Und die Beiden haben in der Summe mehr bewegt, als 4 Mann von uns zusammen. Und dann passiert, was passieren muss. Abseits aufgehoben wegen mangelndem Fokus, und zu spät gekommen als Mittelfeldmotor in Abwehrsituation, wobei schon die Passgeber von Pauli niemals so tief in den Sechzehner eintauchen dürfen vor dem Elfer.
Prinzipiell kam mir unser Team zu brav vor, dem Gegner den Siegerwillen auf zu zwingen. Und damit meine ich nicht die Zimmerschen, obwohl er nicht gespielt hat und Ritterschen Provokationen. Bei Ache sieht man halt wo er hin will, nämlich in die Box. Und das ist die richtige Definition.
Ich behaupte wenn die 3 er Abwehrreihe, die ich diesmal ausnehme, von uns nicht solch einen guten Tag erwischt hätte, wäre es noch schlimmer ausgegangen.
Bin noch gespannt auf die Passgraphik von @Kohlmeyer, die sicher zeigt, dass wir wieder nicht wirksam vernetzt waren und zu tief gestanden haben.
Ich wünsche mir nun wirklich mal Mutigeres agieren, weil ich einfach noch nicht an die mangelnde individuelle Klasse glauben will. Aber mit der richtigen Zusammensetzung und Willen ist da noch Einiges an Potenzial zu heben. Mir ist es egal, wenn
wir dann wirklich mal brutal Einen auf den Allerwertesten bekommen. Von mir bekommt DS den Freibrief, spätestens gegen Elversberg volle Attacke.
Zuletzt geändert von Oktober1973 am 31.07.2023, 16:55, insgesamt 3-mal geändert.



Beitragvon ExilDeiwl » 31.07.2023, 16:34


Danke, ich bin nicht der Einzige, der der Meinung ist, dass unsere Mannschaft offensiver spielen kann, als sie das zuletzt gelassen wurde. Wieder und wieder haben wir das in der letzten Hinrunde gesehen. Und nein, wie müssen nicht hinten auf machen, wie Bugera das im Spiel gegen Union hat machen lassen, falls Du dieses Spiel meinst, @MRG. Dieses 0:5 ist mir auch noch in Erinnerung, ich habe damals diese Klatsche live im Stadion miterlebt. Natürlich kann man nach einer offensiven Phase auch mal wieder einen Gang zurück schalten. Ums blinde Anrennen geht es auch nicht. Aber sich ein klitze kleines Bißchen vom 1:1 und der aufkommenden Stimmung beflügeln lassen, das wäre denkbar gewesen. Und das kann diese Mannschaft. Da wird auch (oder gerade!) ein Ritter wach. Wenn ein Lobinger (oder jeder andere Stürmer auf der Position) darauf reduziert wird Manndecker zu spielen, dann kommt dabei das raus, was wir bewundern durften.
Nein, es geht mir NICHT um Hurra-Fußball!

🇺🇦 STOP WAR! FUCK PUTIN! 🇺🇦



Beitragvon Kohlmeyer » 01.08.2023, 10:20


Mit den Passgrafiken wird's leider auch weiterhin nichts, keine Ahnung, was bei Wyscout los ist. Nachfragen bringt da nichts, da bekommst du erst nach Tagen eine Antwort, die ein Italiener – oder ein Inder – in seiner Landessprache gesprochen und dann durch den Google-Übersetzer gejagt hat.

Hoffe, das Problem ist nächste Woche behoben, was auch immer es ist.

Zu der Diskussion um die Laufleistung: In der Tat ist es so, dass wir auch in den erfolgreichen Phasen der vergangenen Saison fast durchgehend schlechtere Laufwerte als der Gegner verzeichnete. Und dennoch hatte nicht nur das Ergebnis gestimmt. Wir hatten meist auch nach xG-Werten gewonnen, mehr Torabschlüsse im Strafraum, oft sogar mehr Ecken herausgeholt als der Gegner, und das bei manchmal nur 40 Prozent mehr Ballbesitz. Besonders bezeichnend ist m.E. das 2:0 gegen den KSC in der vergangenen Runde.

Das ist eben "Schusterball". Insofern muss man die Laufwerte nicht auf die Goldwaage legen - solange diese nicht zu weit auseinanderklaffen. Und dies ist bei fast sieben Kilometern Differenz zum Gegner der Fall.

Dass man in einem Auftaktspiel zunächst mal nicht allzu viel riskiert - das konnte im Grunde nicht überraschen, bei Schuster erst recht nicht. Beim Stande von 0:0 aber mal immer kurzfristig ins Angriffspressing zu gehen, um den Gegner aus dem Rhythmus zu bringen, haben wir aber auch schon unter Schuster mal besser gekonnt - beim 2:0-Sieg gegen den HSV beispielsweise. Das war's, was am Samstag gefehlt hat, und was auch im finalen Drittel der letzten Saison zunehmend gefehlt hatte. Die individuellen Fehler kommen da noch hinzu. Vergangene Runde konnte man das vielleicht auch mit mentaler Ermüdung nach einer langen Saison erklären. Zu einem Saisonstart allerdings, na ja.

Gruß,
Kohlmeyer



Beitragvon die 80er » 01.08.2023, 13:06


Hallo Leidensgenossen...
in ein paar Sätzen meine Gedanken, wenn auch schon vieles hier aus allen Blickrichtungen betrachtet wurde.

Verstehe in keinster Weise wie man/wir/wer auch immer zum jetzigen Zeitpunkt den Trainer hinterfragt.
Wenn sich bis zum 4./5. Spieltag die Situation / Leistung nicht verbessert hat "ok" , aber doch nicht jetzt. Dafür habe ich kein Verständnis. Gar keins.

ja wir können DS und seine Maßnahmen Auswechselungen, Aufstellung etc. diskutieren, aber gleich den Trainer in Frage stellen ist für mich deutlich zu früh...

Was mir gefehlt hat war ein Ruck nach dem 1:1 dieses Momentum nicht mitzunehmen verstehe ich nicht... Kopfsache?
Auch keine wirkliche, fühlbare Schlussoffensive, hat mir gefehlt.
Nur bei einer Szene nicht, Ache... das ist Betze, alleine diese Szene hätte müssen alle, ALLE mitreißen müssen. Auf den Kerl freue ich mich saumäßig.



Beitragvon kl_trott » 01.08.2023, 15:19


Macht wie immer Spaß, euch Taktikgurus zu folgen.
Bin übrigens auch der Meinung, dass ihr gar nicht so weit auseinanderliegt, wie es sich kurzzeitig gelesen hat.

Für mich ist der Schlüssel noch im "flachen" 3-4-3 verborgen, das sich mir bei unserem Kader noch nicht ganz erschließt, gerade bei Betrachtung der offensichtlichen Defensivvorgaben. Redondo und Opoku hingen im Spiel gegen den Ball teilweise in der Luft, bzw. wirkten orientierungslos, wenn sie keinen Gegenspieler mehr hatten, Lobinger/ Ache sollten ja offensichtlich den Weg zum 6er versperren.

Ich bin der Meinung, dann hätte man auch 3-5-2 (bzw. eher 5-3-2) mit Klement spielen können, denn bei aller Liebe: Diesen Passweg versperren, bzw. den gegnerischen 6er bei gegnerischem Spielaufbau in Manndeckung nehmen, das kann Klement genauso gut wie Lobinger, Ache, Boyd, Zolinski oder Hanslik - da gehört einfach nicht so wahnsinnig viel zu. Andersherum ist er aber in Normalform während 90 Minuten bei eigenem Ballbesitz so oft anspielbar wie alle anderen genannten zusammen.

Whatever, im Umkehrschluss hatten unsere beiden 8er wohl den Auftrag, die 8er des Gegners in Manndeckung zu nehmen. Nur: Damit bist du natürlich ein Stück weit selbst gedeckt, solltest du den Ball gewinnen. Wenn die Absicherung in Persona von Niehues dann hinten in der Kette gebunden ist, fehlt der Backup.

Und so kommt dann ein Spiel zu Stande, das ich mit "durchgehender Handbremse" bezeichnen würde. Du gehst nunmal nicht ins Risiko, wenn du mit jeder Offensivaktion befürchten musst, deine mannorientierte Defensivaufgabe zu vernachlässigen. Diese taktische Disziplin spiegelt sich dann dem Betrachter ggfs. in mangelnder Leistungsbereitschaft, dem Datenleser in weniger gelaufenen km wieder, da die Wege "in's Risiko" einfach nicht gegangen werden.

Daher wäre mein laienhafter Ansatz, entweder die beiden 8er durch einen "nahen" 6er (Niehues/ Tomiak) abzusichern oder aber einen 10er (Klement/Raschl/Ritter/Hanslik) vornedran zu setzen, dessen Defensivaufgaben überschaubar sind.

Generell blicke ich wie gesagt noch nicht so ganz durch, warum wir einen Kader haben, in dem für die total variable Grundordnung 4-2-3-1 jede Position zweifach, teils dreifach besetzt ist. Wir aber dann ein flaches (!) 3-4-3 einüben, das nur ein Zweiermittelfeld in der Zentrale vorsieht.

Auf Schalke haben wir es mit zwei gegnerischen OM im 4-3-3 zu tun. Nachvollziehbar, dass wir wahrscheinlich dann wieder mit 5 Mann hinten auflaufen.
Wünschen würde ich mir aber wieder eine 4er-Kette, mit zwei defensiven 6ern vornedran. Sodass die verbleibenden 4 vorne ohne Handbremse loslegen können.



Beitragvon herzdrigger » 01.08.2023, 18:36


Kohlmeyer hat geschrieben:Mit den Passgrafiken wird's leider auch weiterhin nichts, keine Ahnung, was bei Wyscout los ist.

Zu der Diskussion um die Laufleistung: In der Tat ist es so, dass wir auch in den erfolgreichen Phasen der vergangenen Saison fast durchgehend schlechtere Laufwerte als der Gegner verzeichnete.


Schade. Hätte bestimmt mehr Licht reingebracht.

Zu dem Laufleistungen. In der Tat müssen die Laufleistungen nicht höher als die des Gegners sein. Wenn aber das Mittelfeld überwiegend noch hinten spielen muss, weil vorne keiner in Schnittstellen rein läuft, sich keiner anbietet. Wenn bei einfachen Einwürfen sich kaum jemand bewegt ...

Ob das jetzt eine angezogene Handbremse oder was anderes ist, sei dahingestellt. Auf jeden Fall war das war schon deutlich besser und auffällig.

Samstag Abend werden wir sehen. :wink:
Die reinste Form des Wahnsinns ist es, alles beim Alten zu lassen und gleichzeitig zu hoffen, dass sich etwas ändert.



Beitragvon Kohlmeyer » 02.08.2023, 08:42


kl_trott hat geschrieben:Generell blicke ich wie gesagt noch nicht so ganz durch, warum wir einen Kader haben, in dem für die total variable Grundordnung 4-2-3-1 jede Position zweifach, teils dreifach besetzt ist. Wir aber dann ein flaches (!) 3-4-3 einüben, das nur ein Zweiermittelfeld in der Zentrale vorsieht.



Wahre Worte. Ein Spielertyp wie Klement ist für mich in dieser Formation im Grunde gar nicht mehr denkbar. Schade.



Beitragvon MarcoReichGott » 02.08.2023, 09:05


Wir haben im 4-2-3-1 eben nicht jede Position doppelt besetzt, wir haben teils nichtmals jede Position vernünftig besetzt. Da fehlt ein defensiver 6er, der optimalerweise ein spielerisches Upgrade auch zu Niehus darstellten sollte. Und es fehlt eigentlich auch im offensiven Zentrum ein Spieler, der eben die Rolle hinter den Spitzen mit mehr Zug zum Tor ausfüllen kann (wie das das letzte Saison WUnderlich und - in der Theorie - De Preville gekonnt haben).

Das ist ja schon die ganze Transferperiode mein Problem bislang...wir verpflichten Spieler, die zwar die Qualität der Kaderbreite schon verstärken, aber in jedem System fehlt mir irgendein Puzzeteil weiterhin.



Beitragvon 2025BL1 » 02.08.2023, 11:07


Edit: 12:54

Wir suchen uns ein Mäzen , der uns 100 Mio zur Verfügung stellt, verpflichten 11 neue Spieler und man wird mit Sicherheit eine bessere 11 bekommen, die höchstwahrscheinlich auch um den Aufstieg mitspielen könnte. Die jetzigen 11-16 Stammspieler wären dann für die Breite gedacht.
Zuletzt geändert von 2025BL1 am 02.08.2023, 12:54, insgesamt 1-mal geändert.
11Siege ..11 Remis für den sicheren 2.Ligaerhalt :teufel2: :doppelhalter: Gilt auch für die Saison2023/24




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