Fragen, Antworten und Anekdoten zur Geschichte des FCK.

Beitragvon Thomas » 11.06.2017, 15:09


BetzeHistorie: Das 7:6 des FCK gegen Meppen
FCK is coming home!


Vor 20 Jahren, am 11. Juni 1997, vollendete der 1. FC Kaiserslautern zum ersten Mal die Rückkehr in die Bundesliga. Zum Saisonabschluss gegen den SV Meppen lieferte das Team von Otto Rehhagel eine ganz spezielle Partie ab.

Sportlich ging es zwar um nichts mehr, denn der Aufstieg wurde rechnerisch schon am 18. Mai 1997 gegen den VfB Lübeck (7:0) klar gemacht. Aber doch bleibt von diesem letzten Spieltag an einem Mittwochabend im Juni einiges in Erinnerung: Die insgesamt 13 Tore beim 7:6-Erfolg des 1. FC Kaiserslautern bedeuten einen bis heute gültigen Rekord in der Geschichte von Bundesliga und 2. Bundesliga. Die Roten Teufel führten zur Halbzeit schon mit 6:2 und hätten den Sieg in der Schlussphase fast noch aus der Hand gegeben - wobei von den Zuschauern sowieso jedes Tor bejubelt wurde und die Meppener Mannschaft anschließend auch auf der Bühne hinter der Westkurve mitfeierte. Überhaupt war dieses Spiel gegen das Zweitliga-Symbol aus dem Emsland ("Wir fahren nur einmal nach Meppen") eine einzige Party, bei der als i-Tüpfelchen auch noch der zeitgleiche Abstieg des verhassten SV Waldhof bejubelt werden durfte (ohne Handy und Internet skandierte die Westkurve alle paar Minuten mit Blick auf das Parallelspiel der Mannheimer: "Wie steht's in Lübeck?"). Mitten in die Feierlichkeiten kam es danach zum öffentlichen Eklat zwischen Sportdirektor Hans-Peter Briegel ("Der FCK ist nicht der FC Rehhagel") und Trainer Otto Rehhagel ("Herr Briegel hat gemerkt, dass er einen oder zwei Sterne weniger hat als ich"), infolge dessen sich Rehhagel auch Pfiffe der Fans gefallen lassen musste und Briegel seinen Rücktritt erklärte.

Zu diesem Zeitpunkt ahnte noch niemand, dass in der folgenden Saison 1997/98 das Fußballmärchen schlechthin folgen sollte...

Mehr dazu in den kommenden Monaten in unserer Serie "BetzeHistorie" hier auf DBB sowie bei Facebook und Twitter.

Der letzte Spieltag der Aufstiegssaison 1996/97 im fantastischen YouTube-Kanal von "Australautern":

Bild

Quelle: Der Betze brennt / YouTube
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon LDH » 11.06.2017, 17:20


Unglaublich dass Otto damals damit durch kam. Aber der Erfolg gab ihm recht...
Und uns alle machte er blind.
„Das beginnt bei den Erwartungen des Umfelds, das den Klub immer noch im historischen Kontext von Fritz Walter, Otto Rehhagel und vier Meistertiteln sieht. Das setzt sich fort bei der Vereinnahmung des Vereins durch die Politik und bei den vielen Fraktionen, die um Einfluss rangeln.“ (SZ)



Beitragvon mastawilli » 11.06.2017, 18:00


Ja solang der Erfolg da ist, sind viele Leute blind.
Ich habe mal ein Interview gesehen - glaube mit Andi Buck - der sagte, dass es teilweise unter Otto nur 3 Trainingseinheiten pro Woche gegeben hat.

Die Mannschaft war Großteils noch aus der 2. Liga eingespielt, frisch und frei, homogen. Der Anteil von Otto daran ist sicher groß. Aber man hats ja dann auch gesehen, wie schnell das nach hinten losgeht. Wenn dann auf einmal die Klasse fehlt, ein paar Leistungsträger (Abwehrchef, Spielmacher, Goalgetter) gehen oder in die Jahre kommen, dann ist mit dieser Larifari Schule nix mehr zu gewinnen...

Aber man denkt dennoch einfach gerne dran zurück. Die Spiele gegen Stuttgart... Rostock... Bayern... Gladbach(!)... ach die Liste könnte man unendlich erweitern.

Man trug Trikots mit Namen wie Ratinho, Wagner, Marschall, Rische und konnte sich so dermaßen mit "seiner" Mannschaft identifizieren. Die Zeiten sind lange vorbei.

Aber nicht nur hier. Das ist heute ja fast überall so. Wenn ich z.B. zum BVB schaue.Was dort Spieler abwandern bei diesen Voraussetzungen. Direkte CL Qualifikation... Südtribüne... Stammplatz... Torschützenkönig. Sicherlich auch keine Almosen als Gehalt. Mkhitaryan, Aubameyang, Gündogan, um nur mal ein Paar aufzuzählen.

Wen soll man heute noch auf dem Trikot mit sich rumschleppen ohne sich am Ende dafür zu schämen.

Ich habe heute noch ein Djorkaeff Trikot im Schrank. Direkt nach seiner Verpflichtung gekauft. Naja, das war eine Saison lang ok, danach schon arg daneben. Aber ich musste mich damit im Stadion schon von Leuten dumm anmachen lassen, die selbst ein Basler Trikot trugen?? ...Ahja



Beitragvon WolframWuttke » 11.06.2017, 18:07


LDH hat geschrieben:Unglaublich dass Otto damals damit durch kam. Aber der Erfolg gab ihm recht...
Und uns alle machte er blind.


Habe ich auch gedacht. ich glaube, es gibt kein Rehagel-Interview in dem er nicht ungefragt seine Erfolge erwähnt. :lol:
http://fck.de/de/fck-der-club/mitgliedschaft/



Beitragvon fw1900 » 13.06.2017, 18:39


Nur mal an die, die hier von Größenwahn reden: Mit Otto sind wir ein Jahr später Meister geworden!!!! Nochmal für alle: Meister!!! Was gibt es da zu kritisieren. Ich wäre froh, heute einen wie Otto als "Alleinherrscher" zu haben, anstelle der Pfeifen wie Stöver etc.



Beitragvon Rheinteufel2222 » 13.06.2017, 20:00


WolframWuttke hat geschrieben:Habe ich auch gedacht. ich glaube, es gibt kein Rehagel-Interview in dem er nicht ungefragt seine Erfolge erwähnt. :lol:


Nervt mich auch manchmal. Andererseits hat er ja nicht nur das sensationelle Ding abgezogen, dass er mit dem FCK als Aufsteiger Meister wird, sondern danach auch noch das mindestens so sensationelle, mit Griechenland Europameister zu werden.

Einmal ist so etwas vielleicht auch etwas Glück, aber zweimal ist schon unglaublich.

Ich wüsste spontan keinen anderen Trainer, der an die beiden Erfolge herankäme, nicht mal Klopp.
"Ein Verein gehört nicht einem Menschen - er gehört den Menschen und Mitgliedern, die sich mit ihm identifizieren."
Christian Streich



Beitragvon Betze_FUX » 14.06.2017, 11:20


und bei Bayern auf Tabellenplatz4 wegen Erfolglosigkeit gefeuert :)

natürlich war es sensationell was er mit den Mannschaften erreicht hat. Aber heute ist eine andere Zeit, heute sind es andere Spielercharaktere, heute ist es ein anderer Fußball und heute sind es andere Zuschauer.

Heute würde sich so ein Interview auf der Titelseite diverser Blätter wiederfinden und R. Rangnick würde sich darüber empört zeigen!!!
Hoffenheim, RB Leipzig, FB Kaiserslautern :(



Beitragvon Schwede2002 » 14.06.2017, 14:54


War das eine geile Stimmung im Stadion und Meppen wurde von Uns gefeiert. Ich meine sogar das die dann in die 3 Liga abgestiegen sind. Danach ab in die Stadt zum feiern bei einem riesen Gewitter über Lautern. Wer kann sich daran noch erinnern? Bzw. hat noch einer von Euch diese Cap die an jeden verschenkt wurde??? :daumen: :teufel2:



Beitragvon Thomas » 14.06.2017, 15:11


Schwede2002 hat geschrieben:Wer kann sich daran noch erinnern? Bzw. hat noch einer von Euch diese Cap die an jeden verschenkt wurde??? :daumen: :teufel2:

Die schwarzen Caps von der DVAG mit der Aufschrift "Superfan" und dem Betzi-Teufel drauf. 8-) Die wurden glaube ich gegen eine Spende von 1,- D-Mark (oder freiwillig mehr) quasi verschenkt, ich hatte aber aus unerfindlichen Gründen keine mehr bekommen. Eine andere Sponsor-Fan-Aktion an diesem Tag waren die rot-weißen (und im Gästeblock blauen) Papptafeln von der Barbarossa Bäckerei mit der Aufschrift "FCK is coming home" (daher auch die Überschrift dieses DBB-Artikels), mit denen im Stadion dann irgendein Schnickschnack veranstaltet wurde - das war, wenn man es so will, die erste "Choreographie" im Fritz-Walter-Stadion.

Der SV Meppen ist erst ein Jahr später abgestiegen, also 1998. Die waren mit ihrem Trainer Paul Linz wirklich gut dabei bei der Stadion-Party nach dem Spiel. Und wurden auch während des Spiels schon (mit-)gefeiert, wie man oben im Video z.B. an den Handküssen von Meppens Christian Claaßen nach dem Tor zum 6:7 sieht - wohlgemerkt Handküsse in die Westkurve, nicht in den Gästeblock.
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Schwede2002 » 14.06.2017, 15:29


Du hast Recht Thomas, es war 1DM pro Cap.
Standen damals in der Ost, da gab es genug von denen. :teufel2:



Beitragvon Seb » 14.06.2017, 16:01


Wenn man sich die Tabelle von damals anschaut, ist es auch erstaunlich, dass außer Lautern keines dieser Teams aktuell in der 2. Liga spielt.

Mainz, Hertha, Frankfurt und Wolfsburg sind mittlerweile etablierte Bundesligisten.

Stuttgarter Kickers, Haching, VfB Leipzig, Uerdingen, Meppen, Fortuna Köln, Jena, Gütersloh, Zwickau, Mannheim, Lübeck, Essen und Oldenburg spielen 3. Liga oder sind in der Versenkung verschwunden.

Dahingegen spielen von den 18 Bundesligisten aus der Spielzeit 96/97 nächstes Jahr 10 erstklassig, 5 zweitklassig, 2 drittklassig und 1 viertklassig.



Beitragvon allvater » 14.06.2017, 16:53


Schwede2002 hat geschrieben:War das eine geile Stimmung im Stadion und Meppen wurde von Uns gefeiert. Ich meine sogar das die dann in die 3 Liga abgestiegen sind. Danach ab in die Stadt zum feiern bei einem riesen Gewitter über Lautern. Wer kann sich daran noch erinnern? Bzw. hat noch einer von Euch diese Cap die an jeden verschenkt wurde??? :daumen: :teufel2:


Ja die Kappe hab ich auch noch, ist sogar noch zerknittert vom Gewitter.....

Bild
Der Eckball ist auch rund! :verbeug: :fussball:



Beitragvon karsten » 14.06.2017, 18:21


fw1900 hat geschrieben:Nur mal an die, die hier von Größenwahn reden: Mit Otto sind wir ein Jahr später Meister geworden!!!! Nochmal für alle: Meister!!!


Na toll und das Ganze zu welchem Preis ?
Von diesem Größenwahn werden wir uns so schnell nicht mehr erholen.



Beitragvon Dubbe » 15.06.2017, 08:48


fw1900 hat geschrieben:Nur mal an die, die hier von Größenwahn reden: Mit Otto sind wir ein Jahr später Meister geworden!!!! Nochmal für alle: Meister!!! Was gibt es da zu kritisieren. Ich wäre froh, heute einen wie Otto als "Alleinherrscher" zu haben, anstelle der Pfeifen wie Stöver etc.


Du musst das eine vom anderen trennen...
Richtig ist dass man Rehagel SPORTLICH nix vorwerfen konnte, im Gegenteil.

Nur sowohl menschlich (immer von oben herab, so wirkte es, als ob er allein den Fussball erfunden hätte), sowohl auch aus finanzieller Sicht ("Ich bin nur zwei Leuten im Verein Rechenschaft schuldig (Friedrich und dem 1. Vorsitzenden...") zeigt doch schon woher der Wind damals wehte und das alle seine Wünsche blind erfüllt wurden. Praktisch zu vergleichen mit dem Verhältnis Kuntz/Rombach.

Fakt ist dass diese "blinde Ergebenheit" den FCK an die Wand gefahren hat. Daran hat Otto mit den größten Anteil.

Und frag Dich mal wieso er mit seiner Art in München krachend gescheitert ist? Da hatte er am Ende ALLE gegen sich, Vorstand, Aufsichtsrat und Mannschaft.
"Wer nach allen Seiten offen ist, kann nicht ganz dicht sein!"



Beitragvon Betze_FUX » 15.06.2017, 10:17


Ich hatte damals sogar 2 superfan kappen! Und ich find bede nicht mehr!!!!

Würd aber gern wieder eine haben. Wenn jemand eine abgeben will - gerne eine PN.
Hoffenheim, RB Leipzig, FB Kaiserslautern :(



Beitragvon gyula65 » 15.06.2017, 19:46


Den einzigen großen Fehler den Otto gemacht hat war die Verpflichtung von djorkaeff -bei Inter intim Feind von sforza - damit hatte er sein Spiritus Rektor in der Mannschaft enteiert und damit sein Ende selbst ein geläutet ABER den Niedergang unseres FCK kann und darf nicht an Otto fest machen ! Nach Ottos ausscheiden ,waren wir noch Stadion Besitzer - Grundstücks Besitzer - und laut Bilanz noch ein SPAARBUCH Mit BUCKEL! Mit Andy begann der finanzielle Niedergang - haribo der praediger usw. den endgültigen ko haben wir von der POLITIK AUS MAINZ MIT DER ANORDNUNG - WM NACH KAISERSLAUTERN BEKOMMEN!!



Beitragvon Toppizcek » 15.06.2017, 20:24


gyula65 hat geschrieben:Den einzigen großen Fehler den Otto gemacht hat war die Verpflichtung von djorkaeff -bei Inter intim Feind von sforza - damit hatte er sein Spiritus Rektor in der Mannschaft enteiert und damit sein Ende selbst ein geläutet ABER den Niedergang unseres FCK kann und darf nicht an Otto fest machen ! Nach Ottos ausscheiden ,waren wir noch Stadion Besitzer - Grundstücks Besitzer - und laut Bilanz noch ein SPAARBUCH Mit BUCKEL! Mit Andy begann der finanzielle Niedergang - haribo der praediger usw. den endgültigen ko haben wir von der POLITIK AUS MAINZ MIT DER ANORDNUNG - WM NACH KAISERSLAUTERN BEKOMMEN!!

Keiner hat zu der Zeit den mahnenden Finger erhoben. Alle waren in Trance und vom Erfolg verblendet. Heute die damals Verantwortlichen zu kritisieren verbietet sich!



Beitragvon Rossobianco » 18.06.2017, 21:07


Und da war sie wieder, die Frage nach der Zeitmaschine.

Würden wir, wenn wir es gewusst hätten, was kommt, diese Meisterschaft, diesen Triumph, diesen größten Husarenritt der nationalen deutschen Fußballgeschichte, eintauschen,... ja sogar zurück geben, nur weil wir gewusst hätten, was Rehhagel, Friedrich und Wieschemann aus dem Verein machen, nachdem zuerst Briegel und Ulmer, dann Keßler rasiert wurden... würden wir?

Niemals würden wir! Niemals! Wir würden all das Leiden annehmen, was kam, nur um diesem größenwahnsinnigen Triumph zu frönen. Der ja noch weiterging! Der erst von einem Schweizer namens Urs M. im Viertelfinale der Champions -League gestoppt wurde! Und der eigentlich im Irrglauben an die falsche Eitelkeit noch weiterlebte... bis zum Rückspiel gegen Deportivo Alaves, das Finale in Dortmund gegen Liverpool vor Augen!

Da war eigentlich doch erst Schluß mit der roten Brille! Keinen Zentimeter vorher!!! Wir hätten an alles gegalaubt, alles war möglich! Wir haben Rehhagel weg gejagt und zwar zurecht, trotz seiner Erfolge. Er ist ein Beau, ein Aristokrat, ein Sonnenkönig, noch größer als es Stefanus Maximus Kuntzus je sein wird. Und sind wir danach aufgewacht? Sind wir?
Und wären wir, wenn es uns einer vorher gesagt hätte, dem wir alles geglaubt hätten, Norbert Thinnes zum Beispiel, oder Kurt Beck, dem edelsten Edelfan, oder dem Ottes, oder dem windhund... Nein! Niemals! Wir hätten von niemandem einen mahnenden Zeigefinger akzeptiert!

Wie mit Hans-Peter an diesem Tag umgegangen wurde, mit Axel Ulmer und auch mit Aufsichtsrat Landry, das bleibt in meiner Erinnerung, ebenso wie der Titel. Das ist der Otto Rehhagel, den man bewusst in seinem Kopf behalten sollte, niemals jedoch im Herzen. Deutscher Meister war der FCK! Nicht Otto Rehhagel! Er war ein Angestellter. Und erst recht Adlatus von Friedrich und Wieschemann. Die waren Täter!

Aber an diesem Tag, gegen Meppen, und zuvor gegen Lübeck, hätte niemand, niiiiiiemand, Otto Rehhagel für irgendetwas kritisiert! Da war Briegel kein Held mehr, nur ein Sparringspartner, und wurde noch verklagt von seinem Verein. Eine schwarze Stunde des FCK. Unentschuldbar! Bis heute!

Ja, der FCK hat einen wie Otto in dieser Saison gebraucht, um hoch zu kommen in dieser Manier. Einen, der von sich glaubte, alles im Griff zu haben. Dabei überließ er die Mannschaft eigentlich sich selbst. Das geht eben mal ein, zwei Jahre, mal eine Quali und eine EM lang. Viele gute Kontakte, viele gute Berater, viele Schweizer Konten. Ich erinnere mich auch noch an die Unterlassungsverfügung von ihm an der JHV, als man seinen Machenschaften mit Ehefrau Beate und Berater Vöge nachgehen wollte.

Und trotzdem. Auch wenn ich selbst die Uhr zurück drehen könnte, und wüsste, wir werden nur mit diesem Mann, sei es noch so ein großes A... deutscher Meister 1998... dann würde ich niemals tauschen, niemals. Keiner von uns, wenn er ehrlich ist. Wir tragen die Crux, die wir wählten!
Geblendet vom Ruhm ins letze Gefecht.... mit dem Mythos von 1954 und dem Pathos von 1991... eine wie ich finde fast alltägliche menschliche Ader.

Also:
Otto, von dir bleiben diese peinlichen Bilder und eine Kurve, die trotz deiner Titel ein paar Monde später "Otto raus" skandierte! Auch das ist einem Rehhagel wohl nur in Kaiserslautern passiert!

Aber die geilste Meisterschale aller Zeiten im deutschen Fußball, die bleibt uns für immer! und die tauschen wir nicht! Wider besseres Wissen. :teufel2:
Zuletzt geändert von Rossobianco am 20.06.2017, 11:35, insgesamt 1-mal geändert.
"Ich weiß, wie die Deutschen ticken,... ich war in Kaiserslautern"
(Pep Guardiola, 1991 als Spieler des FC Barcelona in der Champions League am Betzenberg zu Gast, vor seinem Engagement in München.)
rossobianco | fidei defensor
:teufel2:



Beitragvon jürgen.rische1998 » 18.06.2017, 21:49


Rossobianco hat geschrieben:
Aber an diesem Tag, gegen Meppen, und zuvor gegen Lübeck, hätte niemand, niiiiiiemand, Otto Rehhagel für irgendetwas kritisiert! Da war Briegel kein Held mehr, nur ein Sparringspartner, und wurde noch verklagt von seinem Verein. Eine schwarze Stunde des FCK. Unentschuldbar! Bis heute!

Ja, der FCK hat einen wie Otto in dieser Saison gebraucht um hoch zu kommen in dieser Manier. Einen, der von sich glaubte, alles im Griff zu haben. Dabei überließ er die mannschaft eigentlich sich selbst. Das geht eben mal ein, zwei Jahre, mal eine Quali und eine EM lang. Viele gute Kontakte, viele gute Berater, viele Schweizer Konten. Ich erinnere mich auch noch an die Unterlassungsverfügung von ihm an der JHV, als man seinen machenschaften nachgehen wollte.

Und trotzdem. Auch wenn ich selbst die Uhr zurück drehen könnte, und wüsste, wir werden nur mit diesem Mann, sei es noch so ein großes A... deutscher Meister... dann würde ich niemals tauschen, niemals. Keiner von uns, wenn er ehrlich ist. Wir tragen die Crux, die wir wählten! geblendet vom Ruhm ins letze Gefecht.... eine wie ich finde fast alltägliche menschliche Ader. Also:
Otto, von dir bleiben diese peinlichen Bilder und eine Kurve, die trotz deiner Titel ein paar Moidne später "Otto raus" skandierte! Auch das ist einem Rehhagel wohl nur in Kaiserslautern passiert!

Aber die geilste Meisterschale aller Zeiten im deutschen Fußball, die bleibt uns für immer!



Das unterschreibe ich ganz genau so. Zumal ich damals im Sommer 1998 17 wurde. Pokalsieg und Meisterschaft 1990 und 1991 waren für mich "zu früh". Mit dabei gewesen, in Teilen ja. Aber das erlebte in Form eines tagelangen Feiermarathons ausleben zu können, einfach zu jung. Meine Zeit, in der ich voll dabei war, waren eben genau diese Jahre. Erste Dauerkarte 1996/1997. Auch auswärts oft dabei. Einmal im Leben in München gewesen und dann dieser Sieg. Und alles was diese Runde noch kam. Im jugendlichen Wahn habe ich damals nicht einmal kurz hinterfragt ob das was schief laufen könnte. Es ist mir aber in soweit egal, dass ich das miterleben dieser Tage niemals eintauschen wollte, trotz dem Elend was wir später erleben mussten. Ich wurde erstmals als 6 jähriger mit dem Betze infiziert. Und genau deshalb war es als Teenager für mich die unglaubliche Wahnsinnsfahrt vom Abstieg 1996, dem Pokalsieg eine Woche später und der Meisterschaft 1998 die mich wohl endgültig mit diesem Verein auf ewig verbunden hat. Das damals erlebte vergisst man einfach nie und es prägt für die Ewigkeit. Wie oft habe ich noch den Kopfball von Marschall gegen Gladbach vor Augen. Die kurze Stille und dann die Explosion im Block, es gäbe da noch so viel mehr. Diese Erlebnisse könnte ich niemals mehr eintauschen. In die Zeitmaschine würde ich nicht einsteigen. Natürlich tun mir die jungen Leute leid, die nur die Vergangenheit aus Videos und Bildern kennen und 2008 als "größtes Erlebnis" verbuchen müssen. Und trotzdem könnte ich die Jahre niemals mehr herschenken, weil es eben die Zeit war die ich hautnah voll miterlebt habe. Bezahlt habe ich es ja auch dadurch, dass ich seitdem auch all den ganzen Niedergang mitgemacht habe und es auch immer machen werde.
Lautern war der geilste Club der Welt...



Beitragvon bjarneG » 18.06.2017, 22:10


Rossobianco hat geschrieben: Das geht eben mal ein, zwei Jahre, mal eine Quali und eine EM lang.


In Bremen gings 14 Jahre mit Aufstieg, 2 Meister- und 4 Vizemeisterschaften, 7 x Pokalhalbfinale, 4 x Finale, 2 x gewonnen, Europapokal der Pokalsieger gewonnen, UEFA-Cup 2 x Halbfinale, 3 Supercupsiege, 4 x kicker-Trainer des Jahres...

Um den UEFA-CUP Sieg haben in die Drecksbayern betrogen, danach direkt zu uns, 2 x Erster, dann 2 x Fünfter.

Man könnt auch sagen: Das geht 832 BL-Spiele gut, aber irgendwann zeigt sich halt, dass man für den FCK nicht gut genug ist. Dann muss man halt bei irgendeiner Nationalmannschaft weiterwursteln :nachdenklich:



Beitragvon Rossobianco » 20.06.2017, 12:15


So, hab mal Rechtschreibung verbessert und ein paar Bezüge, damit es logischer wird, was ich meine, sorry.

Man könnt auch sagen: Das geht 832 BL-Spiele gut, aber irgendwann zeigt sich halt, dass man für den FCK nicht gut genug ist. Dann muss man halt bei irgendeiner Nationalmannschaft weiterwursteln :nachdenklich:


ich sehe BjaerneG, du bist eher Befürworter, kein Ding. Otto war in Bremen sehr erfolgreich, keine Frage. Aber auch dort hatte er zwei drei vier Spieler, die nach seinem Gusto den eigentlichen Betrieb übernahmen. Votava, Schaaf, Meier... um nur mal drei zu nennen. Die Fluktuation drum rum war sehr hoch. Und er duldete keinen Widerspruch, auch in Bremen nicht! Bei uns holte er sich Capos aus alten Tagen, die er zu seinen Führungsspielern machte, Ramzy, Rufer, ... und verließ sich auf seinen Kapitän Ciri und Michael Schjönberg, ... als deren Stern sank, sank auch Otto. Schjönberg verletzte sich schwer, Ramzy bekam Probleme mit der Staatsanwaltschaft, Ciri rebellierte gegen ihn, Rufer hörte auf... Ihm blieb nur noch Ratinho als Fürsprecher. Das war gegen Wagner, Buck und die anderen zu wenig Rückhalt. Sein Stil war letztendlich arrogant und unprofessionell, so hart es klingt. Erfolgreich nur, wenn alle bedingungslos mit zogen und die Drecksarbeit selbst machen, während er sich feiern ließ. Seine taktik hieß doch eigentlich... Wembley 66! Und das geht eben nicht eweig, man muss seinen Stil im Spiel ändern. In Bremen hattte er Erfolg, dann mal fade Jahre, Spieler ausgetauscht, alte Taktik, wieder Erfolg. In Lautern hat er die Taktik nie geändert, nicht ein einziges Spiel. Nur mal den Raum verschoben, früher nannte man das eben Vorstopper, heute Doppelsechser, bei Rehhagel hieß das kontrollierte Offensive mit zentralem Achter, ohne Zehner. Bullshit, alles das gleiche! Nur zehn Meter weiter vorne wie heute und mit schnellen Außen, die bis auf die Grundlinie gehen und flanken können. Das hat eben immer dann Erfolg, wie bei allen Kick'n-Rush Tatktiken, wenn gerade alle anderen Teams eine moderen Umstellung machen, also nach Erfindung der Viererkette, nach Einführung der Doppelsechs, nach Einführung der Raute, nach Einführung der falschen Neun. Und wahrscheinlich würde man auch mit Libero und Vorstopper wieder Erfolg haben in zehn Jahren, wenn alle anderen mit Guardiolas Tiki-Taka vorne, Zidanes Rochade in der Mitte und Allegris Calcio Catenacio in perfekter Kombination spielen.
Nur braucht man dazu eben dann auch einen geilen Libero Marke Kadlec oder Ramzy, einen noch geileren Vorstopper oder letzten Mann, like Schjönberg oder Votava, und einen Striker aka Klose. Dann hat Rehhagels Fußball sicher auch in Zukunft eine Chance auf Erfolg.

Modern gesprochen bräuchte man dazu wohl Chiellini, Bonucci und Barzagli hinten, davor vllt einen Ramos, einen Ronaldo und einen Kroos, auf Außen evtl einen Sanchis oder hängend einen Dyabala und davor sucht euch einen aus, ...besser wie Klose oder van Basten wird als Striker eh nie wieder einer. Klose ist mit 40% Torquote immer noch der zweitbeste Stürmer Euopas (Stand 2016), unfassbar. Ich würde aktuell vielleicht Lewandowksi, Cavani, Griezmann, Costa, Higuain,... in der Reihenfolge nehmen, wenn ich Rehhagel wäre. Dann könnte so ein System auch nochmal funktionieren.

Im Ernst, mit den heutigen Spielertypen im absoluten Spitzenfußball ist ein solches Unterfangen gar nicht mehr möglich. Aber eine Zweitligamannschaft nach oben führen kann man mit so einer Taktik durchaus noch mal. Norbert Meier sollte das ja gelernt haben bei ihm. Ich hoffe nur er ist nicht so selbstherrlich wie sein Meister und Lehrer. :teufel2:



Beitragvon bjarneG » 20.06.2017, 15:10


Wir sind uns weitestgehend einig @Rosso Selbstherrlich, arrogant, Steinzeittaktik, l'etat c'est moi...alles richtig - aber er war damit erfolgreich und ich glaube, er wäre es auch bei uns noch länger gewesen (und hätte die dafür notwendigen Spielertypen gefunden). Das ist natürlich alles hypothetisch und müssig sowieso...

Ich hab mich auch nur an dem zitierten Spruch gestört. Die Ottokratie hat ein gutes Vierteljahrhundert funktioniert, dass ist dann schon was Anderes als "mal ein, zwei Jahre".

Da können Scholl & Co noch so lästern über Taktik, Trainingsmethoden und seine menschlichen Schwächen - zum ersten internationalen Titel nach 76 hat er das Dreckspack geführt (natürlich hätten die auch schon gegen Villa 82 oder Porto 87 gewinnen können mit Aumann's last-minute-dunking in Belgrad 91 konnte ja auch keiner rechnen :lol:).




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