Allgemeine Fan-Themen und Fragen zu selbigen.

Beitragvon Gerrit1993 » 05.06.2023, 12:54


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Buchvorstellung: Eric Scherers "Betze-Tagebuch 2022/2023"
Hauptsache menschlich

Unterm Strich erfolgreich, aber mit enttäuschendem Finale. Nein, mit einer Hollywood-tauglichen Dramaturgie lässt sich die Saison 2022/23 des 1. FC Kaiserslautern kaum nacherzählen. DBB-Autor Eric Scherer hat dennoch wieder ein spannendes Tagebuch draus gemacht.

Wieso klingt ein Wort wie "Demut" nach Realsatire, wenn es die Bayern aussprechen, erinnert aber an Fritz Walter, wenn Thomas Hengen es sagt? Warum glaubt der Autor nicht an sogenannte "geborene Siegertypen"? Wieso bekommt "Mister Zweite Liga" Willi Landgraf ein "komisches Bauchgefühl", wenn er an den FCK denkt? Wieso ist Mario Adorf als Dr. Heinrich Haffenloher in "Kir Royal" ein ungleich sympathischerer Großkotz als jeder Red Bull-Chef?

Ob alle Fragen, denen Eric Scherer in seinem nunmehr vierten "Betze-Tagebuch" nachspürt, tatsächlich unbedingt geklärt werden mussten, kann getrost dahingestellt bleiben. Es handelt sich nun einmal nicht um eine Sammlung seiner überwiegend analytischen Texte, die er während der Saison auf <em>Der Betze brennt</em> veröffentlicht, sondern um ganz persönliche Betrachtungen während der abgelaufenen Spielzeit. Und denen kann folgen, wer will. Oder es sein lassen.

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Dabei stehen die einzelnen Partien gar nicht mal im Mittelpunkt. Auf manche geht er gar nicht ein. In seinen Tagebüchern widmet sich Scherer lieber dem Randgeschehen, und dabei wird’s auch mal launig oder abseitig. Immer aber bleibt das Menschliche im Mittelpunkt. Weil dieses, wie er in seinem "Matchplan" erklärt, in der alltäglichen Berichterstattung eine immer geringere Rolle spielt, Fußball aber nun mal nach wie vor von Menschen gespielt wird. Und gerade der FCK hat oder hatte Typen wie Terrence Boyd oder Mike Wunderlich in seinen Reihen, über die es sich zu erzählen lohnt.

Gestern und heute: Der FCK bietet unendlich viele Möglichkeiten

Ebenso greift er Begegnungen mit Spielern wie Robert Glatzel auf, deren Weg schon lange vom Betzenberg fortgeführt hat. Oder er blickt zurück. Etwa, wenn es ihn ärgert, dass eine FCK-Ikone wie Hans-Peter Briegel bei seiner Nachwahl in den Aufsichtsrat 48 Gegenstimmen erhält. Oder er erinnert an den fast vergessenen Trainer Rudi Kröner, dessen Trainerkarriere sich in Lautern zunächst vielversprechend fortzusetzen schien, ehe sie jäh gestoppt wurde - von einem Virus, ähnlich dem, der die Mannschaft in dieser Spielzeit vor dem Sandhausen-Spiel heimsuchte.

Das ist nun mal das Schöne daran, wenn man sich als Autor einem Verein wie dem 1. FC Kaiserslautern widmen darf: Die Möglichkeiten, Brücken von der Gegenwart in die Vergangenheit zu schlagen, sind nahezu unerschöpflich.

Bestellbar ist "Demut: Mein Betze-Tagebuch 2022/23" wie immer über die Homepage des Autors. Der Band hat 210 Seiten und kostet 12,90 Euro (ISBN: 978-3-00-075609-2). Auf Wunsch sind die Vorgängerbände mit einem Preisnachlass mitbestellbar. Erstmals ist ein "Betze-Tagebuch" auch im Verzeichnis lieferbarer Bücher gelistet, kann also auch beim Buchhändler bestellt werden. Und im FCK-Fanshop im Fritz-Walter-Stadion liegt es ebenfalls aus.

Quelle: Der Betze brennt / Autor: Redaktion

Weitere Links zum Thema:

- Betze-Tagebuch 2021/22: Eine Saison wie ein höllischer Wellenritt
- Betze-Tagebuch 2020/21: Unerwartetes Happy End



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