Fragen, Antworten und Anekdoten zur Geschichte des FCK.

Beitragvon jürgen.rische1998 » 01.07.2020, 22:24


Ich bin wirklich froh, dass ich ihn noch so lange Zeit bei den Adlern erleben durfte, meine zweite sportliche Heimat nach dem FCK. Was der Mann auch hinter den Kulissen immer für die Fans gegeben hat, dafür lassen sich kaum Worte finden. Das war in der Tat weit aus mehr als nur ein Stadionsprecher. Bitter, dass er durch diese Zeit nicht noch einmal die Playoffs begleiten konnte. Es wäre vielleicht noch einmal ein Triumphzug geworden. Machs gut Udo. Damit geht auch so ein Stück personifizierter "alter Betze". Für immer im Herzen :!:
Omnia vincit amor



Beitragvon K » 02.07.2020, 05:31


Udo, ich habe dich von Anfang an auf dem Betze erlebt - auch 1973 beim legendären
7:4 gegen die Lederhosen. Du warst eine Wucht!

Richtig wichtig und zum 13. Mann wurdest Du immer, wenn es kurz vor Spielende zu Ungunsten für uns stand. Dann warfst Du alles in die Waagschale - und mit dir die Fans
und die Mannschaft.

Rund um unseren Betze bleibst Du ein unvergessener Teil des Geschehens. - Du wurdest selbst zur Legende.

Danke für alles! Farewell.

--
Und besonderen Dank an Charlotte für diesen einfühlsamen und würdigen Nachruf im Wochenblatt. Er zeigt, dass Udo noch viel mehr positive Facetten hatte.



Beitragvon Ratinho17 » 02.07.2020, 08:07


Sehr sehr traurig,mein herzliches Beileid und tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie und all seinen vielen vielen Freunden. Lieber Udo Scholz ich sage DANKE und wünsche dir eine gute Reise in die unendliche Nachspielzeit! Goodbye
in good times FCK and especially in bad times FCK forever
We will come back-better than ever



Beitragvon Marc222 » 02.07.2020, 08:29


Ich erinnere mich als wir früher den Wald hoch zum Stadion gingen, da gab es noch keine Treppen und dann hat man beim Aufstieg schon die Stimme von Udo aus dem Stadion gehört, da wusste man, dass man zu Hause ist.

Unverkennbar die Stimme, er alleine konnte Gegner schon einschüchtern, verunsichern und provozieren :teufel2:

Horst Schömbs macht seine Sache gut, aber Udo Scholz kann niemand das Wasser reichen.
Wie lange hatte ich mir gewünscht, dass er nur noch einmal als Gast die Stimme vom Betzenberg gibt.

Lieber Udo,
Ruhe in Frieden, du hattest ein erfülltes Leben, wir werden dich vermissen, aber nie vergessen, du wirst immer einer von uns bleiben.
Der Familie viel Kraft.



Beitragvon FockeWulf » 02.07.2020, 08:32


R.I.P Udo

Eine sehr traurige Nachricht.

Zum Glück durfte ich ihn und seine magische Stimme auch noch live auf dem Betze erfahren.

Bei seiner Stimme bekam man richtig Gänsehaut, er war ein Unikat, "eine echte Type".

Ruhe in Frieden Udo, du bleibst für immer unvergessen und Deine Stimme wird immer in unseren Ohren sein.



Beitragvon slminnie » 02.07.2020, 08:55


Das macht mich sehr traurig.
Ich habe noch seine Stimme und sein "liebe Fussballfreunde" im Ohr.
Genauso sehe ich es vor meinem geistigen Auge wie er vor der West die Mannschaftsaufstellung vorliest...

Man konnte sich auch sehr gut mit ihm in seiner Weinstube Haardtblick unterhalten und eine Geschichte hatte er auch immer parat.

Tut deshalb so weh, weil er für den Fussball steht, den ich so lieben gelernt habe.

Mach es gut Udo, RIP :teufel2:



Beitragvon betzeherz » 02.07.2020, 10:19


20JahreBlock8 hat geschrieben:Lieber Udo, Ruhe in Frieden.
Niemals vergesse ich die Zeit in der ich immer dein Nachfolger werden wollte. Du warst ein Idol für mindestens eine Betzegeneration. Dein, von den damaligen Verantwortlichen inszenierter Abgang, war deiner Verdienste unwürdig.
Ich wollte ich wäre letzten Herbst deiner Einladung auf einen Riesling noch gefolgt.
So ist es halt wenn man Dinge aufschiebt.


Mich hatte er auch ein paar Mal eingeladen. Irgendwie kommt da ein Gefühl von Traurigkeit und Scham in mir hoch, dass ich das versäumt habe bzw. immer wieder vor mit hergeschoben habe.

Udo, mache es gut. Du warst einer der ganz Großen da oben. Da hast mir gesagt, Du würdest gerne noch ein Mal ein paar Worte in deinem Stadion zu deinen Fans sprechen. Leider hat man dir anscheinend auch das verweigert, traurig!
Das betzeherz benoetigt blut! Blut ist Bundesligafussball -
keine 3.Liga!



Beitragvon PRESSSCHLAG » 02.07.2020, 10:45


Ich habe Mitte/Ende der 80iger angefangen Auswärtsspiele zu besuchen.
Ich war in DO, auf dem Bökelberg und in BO-City. Das waren damals die vergleichbaren, reinen Fußballstadien dieser Zeit.
Die Stimmung und das Feeling dort - Alles lächerlich gegen unseren Betze und unseren UDO!
Vom "Fußballtempel" DO war ich besonders entäuscht, der Stadionsprecher hatte etwas von einem sachlichen Pfarrer oder Tagesschausprecher, auch der Rest stimmte nicht.

Wie bereits ein Vorredner hier geschrieben hat, wenn man schon den Betze raufkraxelte, hörte man vom Papa Udo die unvergessliche Stimme des Betzenbergs .
Jetzt wußte jeder - WIR sinn dehäm un glei geht`s ab! In den meisten Fällen war es dann auch so.

Udo gehörte, ach was, er war ein ganz wichtiger Teil/Auslöser der FCK-Kernfusion die 90/91 ihre volle Kraft und Macht auspielte und Gegner und Fans erdrückte.
Wo Mannschaft, Trainerstab, el Präsidente Norbert, Fans und Udo als Stadionsprecher einen unvergesslichen Traum wahr machten.

Erst nach unseren Erfolgen 91 wurde er vom Rest der Liga stümperhaft nachkopiert. Er ist der Erfinder des modernen Stadionsprechers und das seit der ersten Minute uffem Betze 74ig.

Hätte Ihn gerne noch einmal da Oben gehört.

Udo, du warst ein liebenswerter, aufrichtiger Mensch.
Ich verneige mich in voller Hochachtung vor DIR, machs gut!



Beitragvon Rolfson » 02.07.2020, 12:06


Das tut mir sehr leid :cry: . Ich werde die schöne Zeit mit ihm im Stadion niemals vergessen. Gute Reise!



Beitragvon Mathias » 02.07.2020, 12:26


Ich habe selten einen so aufrichtigen Beitrag (in diesem Fall vom Wochenblatt) gelesen, zu einem Verstorbenen. Da verneigt sich der Schreiber aber auf höchster Ebene vor Udo Scholz, den ich leider nie erlebt habe.
Welch großartige Hochachtung vor einem Menschen.
Chapeau!
Weil Depressionen echt scheiße sind, schau Dir das Video an. (Quelle: br.de)
Kümmert Euch um Eure Freunde!



Beitragvon Flo » 02.07.2020, 15:00


Unser Nachruf auf einen ganz tollen Menschen. Ruhe in Frieden, Udo!

Bild

Zum Tod von Udo Scholz
Die Stimme ist verstummt


Der frühere FCK-Stadionsprecher Udo Scholz, die einstige "Stimme vom Betzenberg", ist im Alter von 81 Jahren an den Folgen eines Herzstillstandes verstorben. DBB-Autor Flo erinnert an eine Legende am Mikrofon und erzählt von einigen Begegnungen mit Scholz.

Ich denke, dass ich sagen darf, dass Udo Scholz mein Freund war. Aber wessen Freund war er eigentlich nicht? Selten, wenn gar noch nie, hatte ich in meinem Leben einen so netten und hilfsbereiten Menschen kennengelernt. Udo war da, wenn man ihn brauchte. Seine Stimme war mir von meinen ersten Besuchen des Betzenbergs als Kind in den 1990er-Jahren zwar bekannt, aber so richtig lernte ich den gebürtigen Westfalen erst später kennen. Es müsste vor rund 15 Jahren gewesen sein, da landete ich mit meinem Vater mal in Udos Weinstube. Dem Haardtblick in Friedelsheim in der Vorderpfalz. Mein Vater und er hatten sich 1993 nach einem Training der FCK-Profis in der alten Stadion-Gaststätte unter der Nordtribüne des Fritz-Walter-Stadions kennengelernt. "Ah, das ist dein Sohn?", fragte Udo meinen Vater. Und die zweite Frage war: "Was wollt ihr trinken?" Udos Herzlichkeit und seine Geselligkeit hatten mich gleich gepackt.

Udo Scholz kam 1973 als Stadionsprecher zum 1. FC Kaiserslautern. Er sei da so reingerutscht, erzählte er einmal. Das Mikrofon war schon immer sein Leben. Schon früh machte Udo im nordrhein-westfälischen Brügge die Ansagen am Bahnhof. Bevor auf den Betze kam, sprach er bei Borussia Dortmund. Man kann sicher sagen, dass Udo in Kaiserslautern schon nach kurzer Zeit Kultstatus genoss. Er hatte die einmalige Gabe, am Mikrofon zu polarisieren und gleichzeitig zu vereinen. Das Einpeitschen des Publikums vor dem Spiel - auch das hatte er einfach drauf. Viele Spiele, die der FCK in der Nachspielzeit noch drehte, gingen auch auf Udos Kappe. Wenn schon die 94. Minute lief, sagte er einfach, es seien noch fünf Minuten zu spielen. Winnie Schäfer dürfte sich hoffentlich mittlerweile wieder beruhigt haben. 21 Jahre heizte Udo die Fans auf dem Betzenberg an, erlebte unvergessliche Spiele wie 1973 das 7:4 gegen die Bayern oder 1982 das 5:0 gegen Real Madrid. Im legendären Meisterjahr 1991 stand Udo bei einem der ersten Live-Spiele beim damaligen Sender "Premiere" zusammen mit Reinhold Beckmann auf dem Platz und sagte die Mannschaftsaufstellung des FCK durch. Damals in dieser Kombination noch möglich, heute nahezu unvorstellbar.

21 Jahre Stadionsprecher in Kaiserslautern - Gast bei "BetzeGebabbel"

1994, nach 21 Jahren, war es dann plötzlich vorbei, aufgrund von Unstimmigkeiten trennten sich die Wege von Udo Scholz und dem FCK. Udo hatte auf sein Ende am Mikrofon in Kaiserslautern immer eine eigene Sicht. Und auch, wenn er es nie zugegeben hätte: Es hatte ihn schon getroffen. Das merkte man auch Jahre später immer wieder. Trotzdem fragte er regelmäßig, wie es denn um den FCK stehe. Und so ergab es sich, dass Udo natürlich auch schon Gast in unserem Podcast "BetzeGebabbel" war und über seine Zeit in Kaiserslautern erzählte. "Udo, wenn wir eine Frage streichen oder rauslöschen sollen, dann sag Bescheid", informierten wir ihn vor der Aufnahme. "Ach was", antwortete er, "das bleibt alles so drin, wie ich es sage". So war Udo. Immer ehrlich, immer direkt. Nach seinem Aus auf dem Betzenberg hatte er schnell einen neuen Job gefunden. Von 1994 bis zu seinem Tod saß am Mikrofon beim Eishockey-Klub Adler Mannheim. Erst im legendären Friedrichspark, dann in der neuen Arena. Auch dort hatte er mit seiner unvergleichlichen Stimme beide Stadien fest im Griff und genoss bei den Fans Kultstatus. Udo fuhr zu Auswärtsspielen mit, brachte sich in die Arbeit des Klubs ein und hatte immer ein offenes Ohr für die Anhänger.

Champagner zum 80. Geburtstag - Buch als Lebenstraum

Rund um Weihnachten 2016 wurde uns in der Uni ein Videoprojekt aufgebrummt. Wir sollten jemanden aus der Region porträtieren. Sofort fiel mir Udo ein. Ich fuhr im Haardtblick vorbei und er sagte sofort zu. Für das Vorgespräch nahm er sich fast zwei Stunden Zeit. Ihn interessierte es, was andere machen. Auch das war Udo. Wir begleiteten ihn mit der Kamera in die Mannheimer Vesperkirche, wo er sich im Rahmen des Projekts "Adler helfen Menschen" für benachteiligte Kinder in Mannheim und der Umgebung engagierte. Ja, Udo hatte auch eine soziale Ader, die er zusammen mit Norbert Thines auch beim FCK gelebt hatte. Er wollte seine Prominenz nutzen, um Gutes zu tun. Er liebte es, wenn Menschen lachten. Für das folgende Heimspiel der Adler besorgte er uns Pressekarten, damit wir auch in der Halle etwas mit ihm drehen konnten. Heraus kam ein rund zweiminütiger Film, der bei weitem nicht all das abbilden konnte, was Udo alles leistete.

Dann erfüllte sich Udo einen Lebenstraum und veröffentlichte ein Buch. Titel: "Ein Leben für das Mikrofon" - wie konnte es auch anders sein? Darin schilderte er unter anderem, wie der vielleicht bekannteste Fangesang Deutschlands "Zieht den Bayern die Lederhosen aus" entstand. Eine Geschichte, die er auch immer wieder gerne in Funk und Fernsehen erzählte. Zugegeben: Ich weiß gar nicht, ob sein Lektor dieses Buch überhaupt nochmal gegengelesen hatte, zumindest ähnelte es in manchen Passagen eher dem Motto "Geschrieben wie Gesprochen". Egal, es passte aber zu Udo. Er wollte eh nie gekünstelt rüberkommen. Die Vorstellung des Werkes fand standesgemäß im Haardtblick statt. "Soll ich es dir unterschreiben?", fragte er mich damals. Damals musste ich ein wenig schmunzeln, heute bin ich froh, dass ich seine Unterschrift in diesem Buch habe. An seinem 80. Geburtstag im vergangenen Jahr fuhr ich auf Verdacht in den Haardtblick. Udo saß bei seinen Kumpels Hans-Peter Briegel und Demir Hotic. Als er mich sah, rief er der Bedienung zu: "Bring dem Jungen mal ein Glas Champagner!" Ich setzte mich alleine an einen Tisch. Aber Udo wäre nicht Udo gewesen, wenn er sich nicht doch Zeit für einen kurzen Plausch genommen hätten. Wieder war eines der ersten Themen der FCK. Elf Tage später gewannen seine Adler ihre siebte Meisterschaft in der Deutschen Eishockey-Liga. Bei allen Titeln saß Udo als Hallensprecher am Mikrofon.

Udo Scholz bleibt unvergessen

Auch wenn er jahrelang nicht mehr ins Fritz-Walter-Stadion ging, Udo fieberte immer mit seinen Roten Teufeln mit. Wenn er Zeit hatte, viel hatte er nicht, schaute er die FCK-Spiele im Fernsehen und war auch generell ganz gut über Vorgänge auf dem Berg informiert. Überraschend sprang er dann doch nochmal über seinen Schatten und kam zu einem Spiel auf den Betze. Es muss im vergangenen Jahr gewesen sein, ganz genau weiß ich es nicht mehr.

Am Mittwoch ist die über die Region hinaus legendäre Stimme von Udo Scholz für immer verstummt. Ich hoffe, er nimmt nun im Himmel das Mikrofon in die Hand und ruft: "90. Spielminute, TOOOOR für die Roten Teufel!" Wie wahrscheinlich alle FCK-Fans werde ich ihn nie vergessen. Ruhe in Frieden, mein Freund.

Quelle: Der Betze brennt
Bild



Beitragvon Ronnie Carl » 02.07.2020, 15:45


Und hier der Torschütze: Es war der Spieler mit der Nummerro 5, Hans-Peter Br...........

Unvergessen.
RIP



Beitragvon FCKseit1982 » 02.07.2020, 15:57


Unvergessen unser Stadionsprecher Udo Scholz ! ! !

Habe heute noch vieles im Ohr,wie z.B.die Werbung im Stadion mit OKI Computerdrucker.OKI und der FCK,ein erfolgreiches Team.Ein Heimspiel gegen den HSV mit deiner genialen Stimme bei der Mannschaftsaufstellung.Es kam hart rüber da es im Verein und Kurve nicht mehr stimmte.Mit der Nummer 1 Gerry Ehrmann,mit der Nummer 2 Guido Hoffmann.....
Ich stand an diesem Samstagnachmittag im Block 11 der Westkurve bevor die Nord umgebaut wurde.Du gingst bei uns am Zaun vorbei zu deinem Platz auf dem Rasen für die Aufstellung.Unvergessen lieber Udo,alles Gute auf deiner letzten Reise
R.I.P.Stimme vom Betze :teufel2:



Beitragvon Marie » 02.07.2020, 16:44


Es ist sehr traurig und ich finde auch sehr erbärmlich was vom FCK direkt zum Tod des legendärsten Stadionsprecher aller Zeiten kommt.

RIP Udo.



Beitragvon glanteufel68 » 02.07.2020, 17:54


Udo, eine Legende ist von uns gegangen.
Mein Beileid an die Angehörigen.

Nie werde ich die Treffen auf verschiedenen Rastplätzen der Republik auf dem Weg zu den Auswärtsschlachten vergessen, wenn du mit Norbert im Auto unterwegs warst. Immer Karlsberg-Dosen im Kofferraum die verteilt wurden so lange der Vorrat reicht. Und natürlich das zugehörige Gebabbels, du und Norbert, halt Leute wie du und ich. Nie abgehoben und immer geredet wie die Schnauze gewachsen war. Ich werde dich nie vergessen.

Ruhe in Frieden Udo, mach´s gut.



Beitragvon AlterSack » 02.07.2020, 17:58


'Willst du bequem nach Hause laufen,musst du Roschy-Schuhe kaufen.'Diese und andere Sprüche fallen mir ein wenn ich den Namen Udo Scholz höre und es hatte immer etwas von Gänsehaut-Feeling seine Stimme im UFO,der SAP-Arena seiner zweiten Heimat bei Heimspielen der Adler zu hören.
Ruhe in Frieden Udo,ein Mann mit Ecken und Kanten warst Du und einer Stimme-die Stimme vom Betzenberg !!



Beitragvon der ilse » 02.07.2020, 18:15


staropramen hat geschrieben:Heute ist ein weiteres Stück Betzenberg von uns gegangen. :(

Der Stadionsprecher meiner Zeit auf der West im Block 8 oder 9, der uns motivierte und heiß auf das Spiel machte.

Wie gerne würden wir noch einmal in der Halbzeitpause folgendes hören.

"Willst Du bequem nach Hause laufen, musst Du Roschy Schuhe kaufen" :(

Ruhe in Frieden.


Roschy Schuhe Waldfischbach 8-)
Unvergessen wie er in Köln 91 auf der Aschenbahn wie der Leibhaftige nach den Toren herumhüpfte.
wie er Winnie S. zur Weißglut brachte, immer hilfsbereit ( braucht ihr noch Karten?), ein Wahnsinnstyp wie wir jetzt nur noch Norbert haben.
Leider ein weiteres abgeschlossenes Kapitel. Du wirst fehlen. Tschüß Udo.
Freiler ist häßlich



Beitragvon BernddasBrot2 » 02.07.2020, 18:42


Respekt was im UFO aufgezogen wurde für Udo.
Ich hab mir das nach Facebook auch live angesehen.
Da war ich echt sprachlos.
Die Seele des Vereins ist verkauft.
Der FCK reiht sich ein in das Konzert der käuflichen Liebe.
Dazu kommt, daß seit Jahren, die meisten Spieler das Trikot des Vereins überhaupt nicht tragen dürften!



Beitragvon Rheinteufel2222 » 02.07.2020, 19:00


Udo Scholz war so etwas wie der Motor dieser speziellen "Bösartigkeit", die uns seit den Siebziger-Jahren ausgezeichnet hat und den Betzenberg für die Gegner zur Hölle gemacht hat.

Da kam zusammen, was zusammengehörte. Ich bin z.B. fest davon überzeugt, dass wir ohne ihn 1991 nicht Meister geworden wären.

Traurig, dass er jetzt tot ist. Auf mich wirkte er immer unzerstörbar und auf keinen Fall wie 81 Jahre alt. Wenigstens hatte er aber wohl das - aus seiner Sicht - genau richtige Leben gelebt.
"Ein Verein gehört nicht einem Menschen - er gehört den Menschen und Mitgliedern, die sich mit ihm identifizieren."
Christian Streich



Beitragvon ohliwa » 02.07.2020, 19:46


Ruhe in Frieden. Du und dein "Wolfram Wutti Wuttke" sind für mich der Betze meiner Kindheit! - Zamme mit de Rähnescherm-Rentner am Zaun, die immer versucht hänn de Linierichter zu verwische... Irchendwie arich, awwer so wars...
Das war schon bei Fritz Walter so, daß wird nie anders sein...



Beitragvon Allievi86 » 02.07.2020, 20:29


Seit ich 1987 erstmals auf dem Betzenberg war, habe ich kein Spiel mehr besucht, ohne an Udo Scholz zu denken. Horst Schömbs, der zweifellos seine Verdienste hat, konnte in diesem Vergleich nur verlieren, wie jeder andere auch nur hätte verlieren können. Udo hatte so vieles, was andere Stadionsprecher nicht ansatzweise hatten und auch heute nicht haben. Damals spielte er mit seiner Eloquenz, seinem Humor, seinem Gefühl für den passenden Moment und für die Fans in einer vollkommen anderen Liga als seine bieder-sachlichen Kollegen in den anderen Stadien. Und auch heute, wo sie in künstlich effekthascherischer Manier andernorts dreimal nacheinander den Lewandowski als Torschützen durchsagen oder ihr albernes „Danke-Bitte-Spiel“ mit dem satten Fanvolk betreiben, nimmt es keiner mit Udo Scholz auf. Udo, der einen vorentscheidenden HSV-Treffer mit den launigen Worten „Und da kommt Stimmung auf, auf dem Betzenberg“ kommentiert. Udo, der unfeinen Fangesängen durch ebenso wohlwollende wie eindeutige Durchsagen oder auch nur mit einem einfachen „Pschscht“ begegnet. Udo, der sich vor den gerade abgestiegenen Fortunafans aufbaut und ihnen im Namen des FCK die Daumen für den Wiederaufstieg drückt. Und Udo, der die Welle mit den Fingern seiner Hand anzählt und es versteht, die Westkurve bis zur Ekstase anzuheizen. Wie oft hatte ich ihn als Jugendlicher imitiert, davon geträumt, Stadionsprecher auf dem Betze zu sein, oder, besser noch, Udo Scholz zu sein, weil man selbst es ja doch nicht so gut gekonnt hätte wie er. Und auch heute passiert es, dass ich in irgendeinem Kaufhaus oder sonstwo einen Gong höre und wie automatisch in Scholz`schem Singsang „Spielerwechsel beim 1. FC Kaiserslautern“ vor mich hersage. Wer erinnert sich nicht an seine Werbesprüche, „denn über 20 mal in ihrer, in unserer Stadt finden sie ihre, unsere Stadtsparkasse.“ „Wer Brezel Ecker nicht kennt, hat sein Leben verpennt.“ Und natürlich wollen wir alle bequem nach Hause laufen …
Zweifellos ist es kindisch, dass ich bei jedem Stadionbesuch mit meinem Sohn das Bedürfnis verspüre, ihm zu erklären, dass eigentlich ein anderer der richtige Stadionsprecher sei. Einer, der 10 Jahre vor der Geburt meines Sprösslings sein letztes Spiel auf dem Betze kommentiert hatte, und den heute noch anzuhimmeln auf den Buben wie ein unbelehrbares „Früher war alles besser“ gewirkt haben muss. Aber in dem Fall stimmt es einfach. Udo Scholz war wirklich besser. Und er war innovativ. Während seine Bundesliga-Kollegen in ihren Sprecherkabinen saßen, lief er schon mit dem Mikro auf dem Rasen umher. Im Heimspiel gegen Bayern 1989 (Endstand 1:1 durch Tore von Nachtweih und Roos) übte er mit uns die neue und heute überall gebräuchliche Präsentation der Mannschaftsaufstellung ein. Und „Zieht den Bayern die Lederhosen aus“ hat er mit den Beatles gemeinsam erfunden.
Vieles schätzt man rückblickend höher und größer als es tatsächlich war. Udo nicht. Er hatte mich schon mit den ersten Wortfetzen, die ich hinter der Westkurve entlanggehend von ihm vernehmen konnte, in seinen Bann gezogen. FCK-Fan wurde ich zwar nicht wegen Udo Scholz, aber er hat seinen ganz massiven Beitrag dazu geleistet, dass ich in diesem Verein mit diesem Stadion etwas ganz Besonderes sehen konnte. Dafür bin ich ihm dankbar.
Als FCK`ler sollte man nicht zu sehr in der Vergangenheit schwelgen. Gerade jetzt, wo man, irrational optimistisch, im Angesicht des Untergangs schon wieder eine Ahnung von besseren Zeiten zu verspüren glaubt. Bei Udo Scholz mache ich mit dem Schwelgen eine Ausnahme. Er war in seinem Gebiet der Größte. Und als Mensch sowieso. Mach`s gut, Udo.



Beitragvon Lestat » 02.07.2020, 21:03


Die Stimme vom Betze ist entgültig verstummt :cry: :cry: :cry: :cry:

Ruhe in Frieden Udo Scholz
Ja hier stand mal eine Signatur.
Diese wurde nach über 3,5 Jahren von den Moderatoren gelöscht (aufgrund einer Beschwerde) weil sie nicht den Forumsregeln entsprechen soll. Das zu sage ich jetzt besser nichts.



Beitragvon FCK-Ralle » 02.07.2020, 21:34


Sehr schöner passender Text @Flo.

Musste noch gesagt werden.

Ruhe in Frieden Udo!
FCK 4-life
"Sieger zweifeln nicht und Zweifler siegen nicht!" (Gerry Ehrmann)



Beitragvon Atti1962 » 02.07.2020, 23:14


Lasst mich noch eine kleine Geschichte über Udo erzählen, die wir gemeinsam beim legendären Hinspiel 1991 beim FC Barcelona erlebt haben.
Udo kannte ich zu dem Zeitpunkt schon 10 Jahre, er reservierte uns in der alten Stafiongaststätte unter der Nordtribüne immer Plätze vor und nach jedem Heimspiel.
Im November 1991 spielte der FCK dann in der Vorrunde zur Championsleague für die Gruppen-Qualifikation.
Udo organisierte einen Fanbus, der Bus fuhr ab am Vorabend des Spiels von seiner damaligen Kneipe, dem Kronenstübchen in Weinheim.
Nach ewig langer Fahrt und vielen Bieren kamen wir vormittags in Barcelona an und hatten über Mittag noch genug Zeit bis zum Spiel.
Ich mit ein paar Kumpels aus dem Bus in FCK-Montur über die Ramblas. Auf einmal kommt uns der Udo entgegen, völlig aus dem Häuschen. Auf unsere Frage, was denn los sei, sagte er: Jungs, stellt Euch vor, die haben mich ausgeraubt!
Offensichtlich hatte Udo per Telefonzelle ein Interview mit einem deutschen Radiosender gemacht, als ihn irgendwelche Marokkaner unter Vorhalt eines Messers die Brieftasche abgerippt hatten. Sämtliches Bargeld und die Eintrittskarte fürs Spiel waren weg.
Ich bin mit Udo dann zur Polizei, hab übersetzt, weil ich ein wenig spanisch sprach.
Danach haben wir im Bus für ihn Geld gesammelt und über den FCK hat er dann noch ein Ticket bekommen.
Ich hatte mit Udo seitdem immer mal wieder Kontakt, vorletzte Woche haben wir noch telefoniert.
Und wir alle haben einen guten Freund verloren. :(
Lautern ist der geilste Club der Welt! :teufel2:



Beitragvon jürgen.rische1998 » 03.07.2020, 00:02


Allievi86 hat geschrieben: FCK-Fan wurde ich zwar nicht wegen Udo Scholz, aber er hat seinen ganz massiven Beitrag dazu geleistet, dass ich in diesem Verein mit diesem Stadion etwas ganz Besonderes sehen konnte. Dafür bin ich ihm dankbar.


Das kann ich nur unterschreiben. Der Mann war ein großer Teil der Magie Betzenberg die mich eingefangen hat als junger Bub. Und es mag fast eine Fügung des Schicksals gewesen sein, das nach dem Umzug nach Speyer, nicht sofort, aber bald, Udo bei den Adlern am Mikrofon saß, genau dann als ich auch regelmäßig dort immer wieder im Friedrichspark war. Er war einfach immer da, für mich ganz persönlich. Und ich bin auch sehr froh, dass ihm das Fanprojekt der Adler schon zu Lebzeiten ein Denkmal gesetzt hat. Und er wird sicher auch in der neuen Runde, wann auch immer die startet, noch eine Anerkennung erfahren die er sich verdient hat :!: Morgen bekommt er schon einmal einen kleinen Abschied an der Arena. Ein letztes Bully...

Ergänzung wie ich gerade sehe, gab es schon eine tolle Aktion:

https://www.facebook.com/adlerfanprojek ... =3&theater
Omnia vincit amor




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