Fragen, Antworten und Anekdoten zur Geschichte des FCK.

Beitragvon Kohlmeyer » 23.05.2024, 15:45


Bild
Foto: Imago Images

Im Blickpunkt
Erik Gerets: Salut für den Löwen aus Flandern


Nach erfolgreichem Abstiegskampf als Außenseiter ins DFB-Pokal-Finale. Das gab's beim 1. FC Kaiserslautern schon ein paarmal, unter anderem 2003. Und weckt bei DBB-Autor Eric Scherer Erinnerungen an einen der sympathischsten Trainer ever: Erik Gerets.

Gemocht hatten die Fans ihn sofort, als er im September 2002 seinen Dienst am Betzenberg antrat. Denn sie erinnerten sich noch gut an den Mann mit dem Vollbart und der Mähne: Sie waren ihm schon einmal begegnet. Im März 2001, als ihr FCK im Viertelfinale des Uefa-Cups bei der PSV Eindhoven gastierte. Erik Gerets war Trainer der Niederländer.

Die Lautrer gingen durch einen von Mario Basler verwandelten Elfmeter in Führung, der danach derbe das Publikum provozierte, kurz darauf flog PSV-Kapitän Mark van Bommel vom Platz. Einige einheimische Anhänger wollten daraufhin den Platz stürmen. Worauf sich nicht nur Ordner und Polizei dem aufgebrachten Mob am bereits überwundenen Eingangstor entgegenstellten. Zwischen die bezahlten Sicherheitskräfte warf sich auch der 1,78 Meter große Belgier und half, die Meute auf die Ränge zurückzudrängen. Hinterher feierten ihn die Medien als den "Löwen von Flandern", auch mit Orden wurde er behängt. Er selbst wehrte immer nur ab: "Das war doch nichts Besonderes. Ich kannte diese Leute und wusste, dass sie mir nichts tun."

So einer musste einfach auf den Betzenberg passen. Und vielleicht lag's ja an dem Sympathie-Bonus, den er schon mitbrachte, dass sie so lange Geduld mit ihm hatten. Denn die Ergebnisse stimmten erstmal gar nicht. Erst im fünften Spiel seiner Amtszeit am Betze glückte dem neuen Trainer der erste Sieg, ein 4:0 gegen Cottbus. Und der zweite ließ noch länger auf sich warten.

Er kam in unruhigen Zeiten

Gerets war als Nachfolger von Andreas Brehme gekommen. Nach einem Saisonstart mit einer fetten 0:4-Packung gegen den FK Teplice im UI-Cup sowie einem Remis und zwei Niederlagen in der Bundesliga war die Uhr des Weltmeisters abgelaufen. Im Zuge seiner Entlassung trat auch sein Fürsprecher zurück, der Vorstandsvorsitzende Jürgen "Atze" Friedrich, um den sich bereits die Finanz- und Steuerskandale abzeichneten, die den Verein an den Rand des Ruins führen sollten. Seit Anfang September 2002 steuerte der Schweizer René C. Jäggi die Geschicke am Betzenberg, zunächst als sogenannter Generalbevollmächtigter, später als Vorstandsvorsitzender. Und der hatte Erik Gerets als neuen Mann für die Trainerbank verpflichtet.

Das Internet war damals noch nicht so ergiebig, was Hintergrundinfos anging. Ehrenamtlich für die Fan-Leserschaft recherchierende Blogger, Vlogger et cetera gab's damals auch noch kaum, drum wurden über die Vita des Neuen zunächst mal nur die Eckdaten bekannt, die die professionellen Fußballberichterstatter servierten. Und die lasen sich beeindruckend. In Belgien war Gerets bereits mit Lierse und Brügge Meister geworden, Lierse hatte er zuvor auf einem Abstiegsplatz übernommen. Die PSV Eindhoven hatte er von 1999 bis 2002 gecoacht, war mit ihr zweimal niederländischer Meister geworden, 2001 hatte er den Supercup gewonnen.

Kaum bekannt wurden dagegen die Umstände seiner Entlassung. In Eindhoven nämlich war Gerets nämlich Opfer einer Spielerrevolte geworden. Angeführt hatte diese der Stürmerstar Mateja Kezmann, den Gerets auf die Ersatzbank gesetzt hatte. Die Abtrünnigen intrigierten hinter dem Rücken des Trainers bei PSV-Präsident Harry van Raaij, der sich auf die Seite der Spieler stellte.

Das hatte den Flamen, dem ein herzlicher, offener Umgang mit seinen Jungs viel bedeutete, bis ins Mark getroffen. Gerade weil es ihm bei seinem Stammverein widerfuhr, in dem er schon als Aktiver zur Ikone aufgestiegen war. Sechsmal Meister geworden war er mit dem PSV, einmal hatte er den Europacup der Landesmeister gewonnen. Für die belgische Nationalmannschaft hatte er 86 Länderspiele bestritten, als kampfstarker rechter Verteidiger, den ein gewisser Lothar Matthäus bei einem Aufeinandertreffen mal als "Geisteskranken" bezeichnete - aus diesem Munde darf das wohl als Kompliment gelten.

Die Wende glückte ihm erst kurz vorm Rausschmiss

Die Umstände dieser Entlassung nagten an Gerets auch noch in seinen ersten Wochen am Betzenberg. Dem merkwürdigen Machtgefälle, das sich im Kader eingeschliffen hatte, stand er erstmal nur konsterniert gegenüber. Den Einfluss, den der Spielerberater Roger Wittmann über seinen Schwager Mario Basler bereits seit der Brehme-Ära nahm, vermochte sein neuer Chef Jäggi erst nach und nach zu einzudämmen. Basler und Keeper Georg Koch gebärdeten sich als Platzhirsche. Die Stürmer Vratislav Lokvenc und Miro Klose waren mit sich selbst nicht zufrieden. Selbst eine Spielerpersönlichkeit wie der Schweizer Ciriaco Sforza, der gerade zum dritten Mal in die Pfalz gewechselt war, wirkte auf den Trainer gehemmt.

Nach einem 0:2 zuhause gegen den FC Bayern, das die vierte Niederlage in Folge markierte, schien selbst der Kredit des Meistertrainers aus den Benelux-Landen aufgebraucht. Teile des Aufsichtsrats um Vereinsikone Hans-Peter Briegel drängten auf seine Ablösung, wollten den 1991er Meistercoach Kalli Feldkamp als Sportdirektor zurückholen. Darauf nahm sich Jäggi seinen Trainer ein womöglich letztes Mal zur Brust: "Du darfst nicht mehr jammern, die Mannschaft habe keine Seele. Du musst ihr Leben einflößen. Und du darfst keine Kompromisse mehr machen." So oder ähnlich sollen Recherchen zufolge des "Spiegel" die Worte gelautet haben.

Gerets erneuert sich - und dann die Mannschaft

Von da an wurde es besser. Am 15. Spieltag schlug der FCK Wolfsburg mit 2:0, vier Tage später qualifizierte sich die Mannschaft mit einem 2:0 über den SC Freiburg fürs Viertelfinale des DFB-Pokals. Gerets ergriff nun mehr und mehr Initiative. Er suchte engeren Kontakt zu Spielern, die ihm das Gefühl gaben, dass er ihnen vertrauen konnte. Waren zwei Trainingseinheiten pro Tag angesetzt, bestand er darauf, dass die Mannschaft die Zeit dazwischen gemeinsam verbrachte, um ihr Wir-Gefühl zu stärken.

Seine Sorgenkinder redete der Coach wieder stark. Im Training erfand er neue Spielformen, die Spaß machten, aber durch seine ausgeklügelten Bewertungssysteme auch die Motivation hochhielten. Als Co-Trainer holte er Reinhard Stumpf zurück, der in der Brehme-Ära geschasst worden war. Und: Er brach endlich die festgefahrenen Hierarchien auf. "Man muss ehrlich und konsequent sein - und nicht nach Namen aufstellen, wenn andere bessere Leistungen zeigen", lautete von nun an sein Credo.

Wer nicht Mario Basler oder Georg Koch hieß, dankte es ihm. Basler wurde alsbald von seinen Mitspielern aufgefordert, nach dem Training auch mal selbst die Bälle aufzusammeln. Bei Spielen fand sich der alternde Star immer häufiger auf der Bank wieder. Keeper Koch wurde vom jungen Tim Wiese abgelöst.

In der Winterpause verpflichtete Gerets mit Bill Tchato einen linken Verteidiger, der ihm die Option eröffnete, eine Vierer-Abwehrkette zu formieren. Wie es in Belgien und den Niederlanden schon lange üblich war. In Deutschland aber hielt diese Spielart des modernen Fußballs erst langsam Einzug. Und er führte am Betzenberg weitere Neuerungen ein, die das 21. Jahrhundert mit sich brachte. "Gerets war der erste Trainer, der mit uns Videoanalysen machte", erinnerte sich Dimitrios Grammozis, damals Spieler im FCK-Trikot, im DBB-Gespräch zur Jahreswende anlässlich seines Amtsantritts als FCK-Trainer. Zudem sei Gerets der akribischste Coach gewesen, den er je erlebte.

Erst in der Tabelle rauf - und dann ins Pokalfinale

Nach der Hinrunde 2002/03 stand der FCK auf Tabellenplatz 17, nach dem 34. Spieltag aber auf Rang 14. Weil das Team die Rückserie als fünftbestes Team abgeschlossen, unter anderem anderen eine Serie von zehn Spielen ohne Niederlage hingelegt hatte. Und sie hatte sich in Bochum mit einem Sieg im Elfmeterschießen und einem klaren 3:0 zuhause gegen Werder Bremen für DFB-Pokal-Finale in Berlin qualifiziert.

Neben Lokvenc, Klose und Abwehrchef Aleksander Knavs war auch ein nur 1,65 Meter großer Portugiese namens José Dominguez aufgeblüht. "Ich liebe den Kleinen", gestand Gerets mal vor versammelter Journalistenschar. Die Erinnerung an den 1:0-Siegtreffer des flinken Linksaußen gegen Hansa Rostock, das seinem Team am 28. Spieltag endgültig den Klassenverbleib sicherte, lässt noch heute die Augen mancher FCK-Fans leuchten.

In Berlin war dann nichts zu holen

Ins Pokalfinale ging der FCK dann als Außenseiter, wie dieses Jahr gegen den Deutschen Meister. Der FC Bayern wollte sich mit einem Sieg das vierte Double seiner Vereinsgeschichte sichern. Auch sonst standen die Vorzeichen ungünstig: Sforza und Knavs fielen verletzt aus.

Schon vom Anpfiff weg lief das Spiel an den Lautrern vorbei. Michael Ballack köpfte in der dritten Minute zum 1:0 ein, sieben Minuten später verwandelte der Nationalspieler einen Foulelfmeter zum 2:0. Claudio Pizarro erhöhte nach 50 Minuten auf 3:0. Und ehe Miro Klose wenigstens den Ehrentreffer erzielen durfte, flog noch Marian Hristov vom Platz.

Dennoch dominierten die Roten Teufel das Berliner Olympiastadion akustisch, dank ihres Anhangs auf den Rängen. Auch danach wurde rund um Ku'damm noch ordentlich Party gemacht. Das wird kommende Samstagnacht nicht anders sein - egal, wie's ausgeht.

Danach ging's bergab

Und wie ging es mit Erik Gerets weiter?

Nach der starken Rückrunde war die Pfalz natürlich guter Dinge, dass der "Teufels-Trainer", zu dem die Medien ihn nunmehr erklärt hatten, ein Team weiter nach oben führte. Doch es kam anders.

Zunächst griff er auf dem Transfermarkt mehrmals schwer daneben. Aus der niederländischen Ehrendivision verpflichtete er mit Stijn Vreven und Mika Nurmela zwei Kicker, die ihm als Leistungsträger ihrer Klubs in Erinnerung waren. Dabei schätzte er jedoch den Qualitätsunterschied zwischen holländischen Mittelklasseklubs und Bundesliga völlig falsch ein. Beiden fehlte es deutlich an Speed für deren Ansprüche.

Mit Kamil Kosowski lieh er sich einen Flügelspieler aus Polen, der ohne Frage talentiert war, dies auf dem Rasen aber nie dauerhaft zu zeigen vermochte. Und er nahm den 33-Jährigen Ex-Nationalspieler Steffen Freund quasi nach einem AH-Spiel unter Vertrag. Der hatte sich eigentlich schon aufs Altenteil zurückgezogen - und so trat er auch in Lautern auf.

Das Aus folgte unmittelbar nach der Winterpause

Allerdings war in der FCK-Führung auch keine sportliche Kompetenz vorhanden, die der fatalen Personalpolitik des Trainers hätte entgegenwirken können. Hans-Peter Briegel, der dazu am ehesten in der Lage gewesen wäre, lag mittlerweile im Clinch mit Jäggi, weil dieser ihn für finanzielle Fragwürdigkeiten aus dessen Amtszeit als Sportdirektor 1996/97 regresspflichtig machen wollte, und konnte sich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr konstruktiv in den Verein einbringen. Der selbst vom Fußball weitgehend ahnungslose Jäggi hatte die Geschichte mit Feldkamp aus dem Jahr zuvor nicht vergessen und wollte Feldkamp loswerden.

Schon die Saisonpremiere zuhause gegen die Münchner Löwen ging in die Hose. Noch in der ersten Halbzeit mussten Knavs und Hany Ramzy verletzt raus, Tchato flog mit Rot vom Platz - am Ende hieß es 0:1. Ungefähr in diesem Stil lief die Saison weiter. Im Pokal scheiterte der Vorjahresfinalist im ersten Spiel mit 1:4 bei den drittklassigen Braunschweigern. Im Uefa-Cup endete die Saison ebenfalls schon in Runde Eins, ausgerechnet bei Vorjahresgegner Teplice, bis heute das letzte internationale Pflichtspiel der Roten Teufel.

Und in Gerets kroch wieder die Schwermut hoch, mit der er ein Jahr zuvor an den Betzenberg gekommen war. Neben den Ergebnissen frustrierte ihn zudem die Erkenntnis, dass seine Mannschaft die taktischen Feinheiten, die er sie lehren wollte, nicht so annehmen wollte. Und er war nicht der Typ Trainer, der in jeder Lage ungebrochene Zuversicht ausstrahlen konnte, so wie Friedhelm Funkel im Jahr 2024.

Danach Wolfsburg, Istanbul, Marseille, Marokko, Katar

Nach der Hinrunde stand 2003/04 der FCK auf Platz 15, und als er mit einem 1:2 bei den Sechzgern in die Rückrunde startete und noch weiter abgesackt war, gab Jäggi seinem nun ehemaligen Männerfreund den Laufpass.

Gerets stand damals vor seinem 50. Geburtstag, und sein Weg war nach seinem Aus in Kaiserslautern noch lange nicht zu Ende. Im Sommer 2004 heuerte er beim VfL Wolfsburg an, spielte mit diesem die bis dato erfolgreichste Hinrunde seiner Vereinsgeschichte, war zeitweise sogar Tabellenführer. In der Rückrunde aber sackte der VfL ab, Gerets überwarf sich mit Sportchef Thomas Strunz und musste gehen.

Er wechselte nach Istanbul zum türkischen Topklub Galatasaray und wurde mit diesem 2006 Meister. Es folgten zwei Jahre in Frankreich, bei Olympique Marseille. 2009 köchelte sein Name ein letztes Mal in deutschen Gerüchteküchen, er soll vorübergehend als Bayern-Trainer im Gespräch gewesen sein. Danach wechselte er den Kontinent, war zwei Jahre Nationaltrainer Marokkos, wurde anschließend mit dem al-Duhail SC noch einmal katarischer Meister.

Ein Schlaganfall beendet die Trainerkarriere

In europäischen Medien fand er nochmal Erwähnung in den Klatsch-Ressorts. Er sollte 2012 in Katar eine Krankenschwester geheiratet und angeblich zum Islam konvertiert sein. Eine Meldung, die er selbst mittlerweile dementierte, wenn auch erst 2017. 2016 erlitt er einen Schlaganfall und musste mit nunmehr 64 Jahren seine Trainerkarriere beenden. Seither lebt Erik Gerets zurückgezogen auf seinem Bauernhof in Flandern. 2021 wählten ihn belgische Fußballfans in ihre "ideale Nationalmannschaft".

Ein letztes öffentliches Zitat von ihm findet sich in einer französischen Zeitung aus dem Jahr 2022. Demnach ist sein Zustand sehr bedauernswert: "Ich habe den Eindruck, dass es immer schlimmer wird", teilte er den Kollegen mit. "Das Schwierigste ist der Körper, der nicht mehr mitmacht. Ich habe Mühe, das Gleichgewicht zu halten und falle mehrmals am Tag hin. Wenn ich mir zum zehnten Mal an einem Tag den Kopf stoße, frage ich mich, was ich hier eigentlich mache. Aber ich lebe noch."

Eine DBB-Anfrage bei der Berateragentur, die ihn einst betreute, wie es ihm heute gehe, ob sich vielleicht sogar ein Kontakt herstellen ließe, blieb leider unbeantwortet. Daher können wir ihm und uns nur wünschen, dass sich sein Zustand wieder gebessert hat, soweit die Umstände es zulassen. Und dass der einstige belgische Rote Teufel vielleicht das Finale seiner ehemaligen pfälzischen Teufel in Berlin verfolgen kann.

Was er ihnen wohl zurufen würde? Bestimmt, was er ihnen auch damals am Betzenberg immer wieder zurief: "Wenn wir Herz zeigen, werden wir erfolgreich sein."

Quelle: Der Betze brennt / Autor: Eric Scherer



Beitragvon Hassabamba » 23.05.2024, 16:37


Hach, was für eine geile Rückschau. Vielen Dank!

Ich habe diesen Trainer geliebt. Er war damals für mich ein Lichtblick in dunklen Zeiten.



Beitragvon salamander » 23.05.2024, 16:44


Schöner Artikel mit der Erinnerung an turbulente Zeiten. Von allen Trainern, die über die Jahre beim FCK mehr oder weniger gescheitert sind, ist er derjenige, bei dem ich es am wenigsten erwartet hätte und auch nie wirklich verstanden habe. Er brachte alles mit: Ein kerniger, nahbar, sympathischer Typ, großer Spieler, mehrfacher Meistertrainer in gleich mehreren Ländern, taktisch auf dem neuesten Stand aus Holland, souveräner Auftritt. Einer, der Respekt einflößt, der es kann. Ich hätte damals wetten können, dass er einige erfolgreiche Jahre mit dem FCK haben würde. Und so schlecht war der Kader damals gar nicht, die Auszehrung kam erst etwas später. Aber es hat nicht sollen sein. Einige Erklärungen nennt der interessante Artikel. Traurig zu hören, dass es ihm so schlecht geht. Man kann ihm nur das Beste wünschen!



Beitragvon Ultradeiweil » 23.05.2024, 16:45


An dem Bericht merkt man wie alt man geworden ist...
Unvergessen auch die Europokal Reise als wir gegen gerets spielten...
Was da alles für namen auftauchen.. Dominguez...bill tchato..hammer
Fankultur erhalten

Olé Rot Weiß so laaft die Geschicht



Beitragvon Mörserknecht » 23.05.2024, 20:17


Tut mir leid, dass es ihm nicht gut geht. Hoffentlich stabilisiert sich sein Zustand. Als FCK-Trainer habe ich ihn schlicht nicht in guter Erinnerung. Wir sind mit Gerets überhaupt erst mal in den Tabellenkeller gerutscht, so dass er uns im Wesentlichen in der Rückrunde vor einer mitverschuldeten Abstiegsgefahr gerettet hat. Er kam gerade nicht als Retter. Zu eng ist sein Name für mich verknüpft mit dem Namen Jäggi, mit Transfers wie Vreven und Nurmela. Mit einer Klage gegen Hans-Peter Briegel (mit der Gerets freilich nichts zu tun hatte, die aber zu den Merkwürdigkeiten dieser Zeit gehört). Es hat davor und danach kaum eine solch große Entfremdung gegeben, der Verein war gefühlt komplett falsch abgebogen - natürlich auch als Resultat der Fehler der Jahre 1998-2002.

Wenn man sich betrachtet, wo der Verein heute steht, trotz der zweiten Liga, muss ich sagen, wir sind ungleich „mehr Betze“ als damals.

Viel Glück und Gesundheit, Erik Gerets.
Gislason, wink emol!



Beitragvon Betzegeist » 23.05.2024, 22:41


Ich kann mich noch gut an die Rückrunde 2002/03 erinnern, als wir den Rückstand aufgeholt haben und am Schluss relativ souverän die Klasse gehalten haben. Da hatten wir von der Substanz her aber noch eine Mannschaft, die da unten nix verloren hatte.

Aber ja, Nurmela und Vreven stehen bis heute sinnbildlich für eine total verkorkste Kaderplanung. Dazu kam damals der Achillessehnenriss von Sforza und einfach ein schrittweiser Substanzabbau bis hin zum Abstieg 2006.
Stagnation ist Rückschritt.
Nicht wahr, Thomas Hengen?



Beitragvon 6Weissbier » 24.05.2024, 06:52


Wunderbarer Bericht von Eric! Die historischen Rückblicke finde ich als jemand, der schon über ein halbes Jahrhundert den FCK im Herzen trägt, ohnehin immer großartig. Ich war beim damaligen letzten Endspiel in Berlin gegen die Bayern dabei, als Gerets Trainer war und wir 1:3 verloren. Damals titelte die BZ am Folgetag: „Ein Spiel dauert 9 Minuten“. Das führten die Bayern schon 2:0. Dennoch war es ein tolles Erlebnis. Ich wünsche Eric Gerets, den ich als sehr gradlinig in Erinnerung habe, nur das Allerbeste! Und uns natürlich am Samstag den Pokal.



Beitragvon Rheinhessenposten » 24.05.2024, 08:43


Kohlmeyer hat geschrieben:
Im Sommer 2024 heuerte er beim VfL Wolfsburg an, spielte mit diesem die bis dato erfolgreichste Hinrunde seiner Vereinsgeschichte, war zeitweise sogar Tabellenführer. In der Rückrunde aber sackte der VfL ab, Gerets überwarf sich mit Sportchef Thomas Strunz und musste gehen.



Entweder die falsche Jahreszahl oder ein richtig böser Spoileralarm! :lol: :lol:
Unsre Heimat, unsre Liebe, in den Farben Rot Weiß Rot,
Kaiserslautern, 1900, wir sind treu bis in den Tod!



Beitragvon fritzgerry » 24.05.2024, 09:07


Vielen Dank für diesen lebhaften Blick in den Rückspiegel.
Ja, Drama haben wir immer und meist reichlich.

Und bei Gerets habe ich die Bilder vor Augen, als er sich dem Mob entgegengestellt hat.
Hatte mich damals gefreut, als er auf den Betze kam.

Hoffe, ihm geht es bald wieder besser.



Beitragvon FCK-Ralle » 25.05.2024, 19:56


salamander hat geschrieben:Schöner Artikel mit der Erinnerung an turbulente Zeiten. Von allen Trainern, die über die Jahre beim FCK mehr oder weniger gescheitert sind, ist er derjenige, bei dem ich es am wenigsten erwartet hätte und auch nie wirklich verstanden habe. Er brachte alles mit: Ein kerniger, nahbar, sympathischer Typ, großer Spieler, mehrfacher Meistertrainer in gleich mehreren Ländern, taktisch auf dem neuesten Stand aus Holland, souveräner Auftritt. Einer, der Respekt einflößt, der es kann. Ich hätte damals wetten können, dass er einige erfolgreiche Jahre mit dem FCK haben würde. Und so schlecht war der Kader damals
gar nicht, die Auszehrung kam erst etwas
später. Aber es hat nicht sollen sein.
Einige Erklärungen nennt der interessante
Artikel. Traurig zu hören, dass es ihm so
schlecht geht. Man kann ihm nur das Beste
wünschen!



Das Gefühl hatte ich damals auch. Dazu einer der sympathischsten Trainer, den wir je hatten.

Gute Besserung Eric Gerets.
FCK 4-life
"Sieger zweifeln nicht und Zweifler siegen nicht!" (Gerry Ehrmann)




Zurück zu Vereinshistorie

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 5 Gäste