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Spielbericht: 1. FC Kaiserslautern - TuS Koblenz 4:3

Zum Wohl. Die Pfalz.

Die Wünsche eines Aufsteigers...
Die Wünsche eines Aufsteigers...
Ein „Rheinland ohne Pfalz“ wünschten sich die zumeist jüngeren Anhänger der TuS Koblenz bei ihrem gestrigen Gastspiel im Fritz-Walter-Stadion mit einem Spruchband. Rheinhessen ließen sie hingegen bei ihrer Neugestaltung des Landes außen vor, was auch an der Unterstützung durch einige befreundete Mainzer gelegen haben könnte. Letztendlich bevölkerten rund 2.000 Gästefans das Lautrer WM-Stadion, welches mit insgesamt 40.028 Zuschauern erneut gut gefüllt war.

Neben dem erwähnten Transparent zeigten die Koblenzer lediglich ein paar Fahnen und Doppelhalter. Nach wenigen Minuten verließen gar einige Dutzend Fans um die Ultras vom Inferno Koblenz mitsamt Zaunfahne den Block – wohl aus Protest, genauere Gründe sind bisher nicht bekannt. In der Halbzeitpause kehrten dann einige wieder zurück und hängten die Zaunfahne symbolisch falsch herum wieder auf. Das Fehlen der Ultras hatte auch Auswirkungen auf die Koblenzer Stimmung, die zwar phasenweise ganz ordentlich, insgesamt jedoch nur durchschnittlich war.

Erstmals im Einsatz: Die neue Megaphonanlage; Bild: www.fck-fotopage.de
Erstmals im Einsatz: Die neue Megaphonanlage; Bild: www.fck-fotopage.de
Auf Seiten der FCK-Fans stand diesmal besonders die neu eingerichtete Megaphonanlage im Blickpunkt, die trotz vereinzelter Kritik gut angenommen wurde und die Stimmung wie erwartet nochmals verbessern konnte. Für ein endgültiges Urteil zur Megaphonanlage muss man allerdings noch ein paar Heimspiele abwarten.

Die gute Stimmung dürfte allerdings nicht zuletzt auch durch den Spielverlauf bedingt gewesen sein, der sogar ein wenig an die „gute alte Zeit“ erinnerte. Von Beginn an belagerten die roten Teufel den Strafraum der Koblenzer, wo sich TuS-Keeper Gurski trotz einzelner Unsicherheiten zum besten Spieler auf dem Platz machte. Längst hätte der FCK hoch führen müssen als plötzlich das geschah, was in solchen Fällen eben auch in früheren Jahren passierte: Die Koblenzer nutzten einen krassen Abwehrfehler der Lautrer zum Führungstreffer durch Sukalo (38.) und erhöhten mit dem Pausenpfiff gar zum 2:0 – der Ex-FCK’ler Rüdiger Ziehl profitierte von einem Fehler Jürgen Machos, der eine scharfe Flanke nicht weit genug abwehren konnte.

Verschworene Einheit: Die roten Teufel vom Betzenberg
Verschworene Einheit: Die roten Teufel vom Betzenberg
Nachdem es zur Halbzeit einige Pfiffe vom Lautrer Publikum gab und Trainer Wolfgang Wolf in der Kabine laut eigener Aussage „die Charakterfrage stellte“, folgte im zweiten Abschnitt – wie früher üblich – die Wende. Zunächst hatten die Koblenzer noch eine gute Chance zum 3:0, dann wurden sie von den roten Teufeln jedoch förmlich an die Wand gespielt. Verantwortlich für die neue Hoffnung war ein Eigentor von Sahin (48.), welches innerhalb von nur 16 Minuten durch zwei Treffer des eingewechselten Steffen Bohl (52., 61.) sowie Noureddine Daham (64.) zu einer 4:2-Führung ausgebaut wurde. Der Betzenberg bebte nun natürlich, während die TuS-Fans ihr Team zwar weiter unterstützten, sich jedoch langsam mit der Niederlage abfinden mussten.

Dabei wäre es beinahe noch einmal spannend geworden, denn durch einen von Dzaka abgefälschten Freistoß kamen die Koblenzer kurz vor Spielende nochmals zum Anschlusstreffer (84.). Doch auch danach war der FCK, der sich in diesen 90 Minuten so viele Chancen wie seit Jahren nicht mehr erarbeitete, näher am nächsten Tor, unter anderem scheiterte der eingewechselte Stefan Lexa zweimal am glänzend reagierenden Gurski.

Mehr als ein Hauch von altem Betze-Feeling
Mehr als ein Hauch von altem Betze-Feeling
Fazit: Ein gutes Spiel mit mehr als nur einem Hauch von altem Betze-Feeling - kurz vor Spielende wurde auch FCK-Urgestein Gerry Ehrmann mal wieder auf die Tribüne verbannt. Das größte Manko bleibt weiterhin die Chancenauswertung, während die roten Teufel als hoch verdienter Sieger aus diesem Rheinland-Pfalz-Duell hervorgingen und zudem die zur Halbzeit gestellte Charakterfrage eindrucksvoll beantworteten.

Auch die Stimmung, speziell in der Westkurve, war bis auf einen kurzen Durchhänger in der 1. Halbzeit gut, was sich auch nach dem Spiel noch fortsetzte. Auf Anregung vieler Fans wurde auf die ohnehin noch nicht oft durchgeführte Humba mit der Mannschaft verzichtet und stattdessen mit einem gemeinsamen „Kaiserslautern Fußball-Club Olé“ gefeiert. Individualität statt 08/15-Party!

Was bleibt sonst noch zu sagen? Rheinhessen, das Rheinland und viele andere Regionen mögen zwar schöne Gegenden sein. Aber im Fußball regiert nach wie vor nur einer…

Zum Wohl. Die Pfalz.

(von Thomas - 23.09.2006, 16:24 Uhr)

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