Alles rund um die Spiele des 1. FC Kaiserslautern.

Wie endet das FCK-Spiel bei der Hannover 96?

Lautern gewinnt
62
51%
Beide Teams teilen sich die Punkte
45
37%
Hannover siegt
14
12%
 
Abstimmungen insgesamt : 121

Beitragvon Flo » 22.01.2023, 19:17


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Vorbericht: Hannover 96 - 1. FC Kaiserslautern
Mit voller Kapelle in die Rückrunde

Nach einer elendig langen Winterpause von 78 Tagen geht es endlich wieder los. Der 1. FC Kaiserslautern gastiert zum ersten Spiel des Jahres 2023 bei Hannover 96 und wird dort von wohl rund 8.000 Anhängern unterstützt.

Das letzte FCK-Spiel des alten Jahres dürften die Fans immer noch nicht vergessen haben. Trotz der dieses Mal aufgrund der Fußball-WM in Katar rund elfwöchigen Winterpause ist Philipp Klements Last-Minute-Elfmetertor in Düsseldorf und die anschließende Ekstase in und um den Gästeblock noch lebhaft im Gedächtnis. 9.000 Lautrer Schlachtenbummler waren damals mit dabei. Ins neue Jahr geht der FCK dank der drei Siege vor der Pause nicht nur als Tabellenvierter, sondern auch als einzige Mannschaft der ersten drei Profiligen, die auswärts noch ungeschlagen ist. Sollte diese Serie auch beim Aufstiegsanwärter in Hannover verteidigt werden, würde der wieder in große Scharen mitreisende FCK-Anhang sicherlich zufrieden nach Hause fahren. Anpfiff im Niedersachsenstadion ist um 20:30 Uhr.

Was muss man zum 18. Spieltag wissen? Hier kommen die wichtigsten Vorab-Informationen zum ersten Spiel des Jahres:

Der FCK: Ausgangslage und Personal

Die Ausgangslage für den 1. FC Kaiserslautern dürfte vor dem Start der Rückrunde tatsächlich eine andere sein als vor der Hinrunde. Kein Gegner wird die Mannschaft von Dirk Schuster mehr unterschätzen. Aus dem Drittliga-Aufsteiger ist auf dem Papier ein Zweitliga-Spitzenteam geworden. Man darf dementsprechend gespannt sein, ob es dem FCK gelingt, auch im neuen Jahr für Furore zu sorgen. Dass die Saison nach 78 Tagen Pflichtspielpause förmlich von vorne beginnt, muss dabei in Betracht gezogen werden. Erstes Ziel bleibt, so schnell wie möglich die 40-Punkte-Marke zu knacken und den Klassenerhalt zu sichern. Die unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragene Generalprobe bei Viertligist Hoffenheim II gewannen die Roten Teufel durch Treffer von Philipp Klement und Terrence Boyd mit 2:0.

Vor dem Spiel in Hannover kann Schuster aus der vollen Kader-Kapelle auswählen. Alle Akteure sind einsatzbereit. Marlon Ritter trainiert nach seiner Muskelquetschung im Oberschenkel seit dieser Woche wieder mit der Mannschaft. Auch Ben Zolinski, der am Dienstag eine kurze Trainingspause einlegen musste, ist eine Option. Winter-Neuzugang Nicolai Rapp wird direkt in der Startelf erwartet, wo er je nach taktischer Ausrichtung Julian Niehues verdrängt oder eben Ritter, den Top-Spieler der Hinrunde, zunächst zum Joker macht. Auch in der Innenverteidigung wird es spannend, dort streiten Robin Bormuth, Boris Tomiak und Kevin Kraus um die Plätze. Ebenso ist die rechte Seite noch umkämpft, wo Erik Durm und Jean Zimmer genauso wie Aaron Opoku und Philipp Hercher sich um die Startelf duellieren. Die Qual der Wahl für Trainer Schuster, der bereits mögliche Härtefälle angekündigt hat.

Der Gegner: Ausgangslage und Personal

Hannover 96, vor der Spielzeit als Mitfavorit um den Aufstieg gehandelt, will bei fünf Punkten Rückstand noch einmal ganz oben angreifen. Die Wintervorbereitung verlief für die Niedersachsen zufriendenstellend, auch wenn sie im Trainingslager im türkischen Belek deutlich schlechteres Wetter hatten als kurz zuvor der FCK. Sie erwischten eine Regenwoche, an einem Tag konnte 96 gar nicht auf dem Platz trainieren. Den letzten (ebenfalls geheimen) Härtetest gewann der aktuelle Tabellenfünfte am vergangenen Samstag mit 2:1 gegen Ligakonkurrent Kiel. 

Das 4-4-2-System mit Raute aus dem Hinspiel im vergangenen Juli hat Trainer Stefan Leitl längst in ein variables 3-4-3 umgeformt. Dort blüht der beste 96-Torschütze Harvard Nielsen (sieben Treffer) richtig auf. Zudem wurde dadurch die Stabilität auf den Außenbahnen verbessert. Leitl selbst wird die Partie am Samstag nicht am Spielfeldrand verfolgen dürfen. Im letzten Spiel 2022 erhielt er einen Platzverweis, ist gegen den FCK gesperrt und darf seine Mannschaft nur bis 30 Minuten vor dem Anpfiff betreuen. An der Seitenlinie coacht Co-Trainer Andre Mijatovic. Ansonsten haben auch die Hannoveraner vor dem ersten Rückrundenspiel keine Ausfälle zu beklagen und können personell aus dem Vollen schöpfen.

Frühere Duelle

Von den bislang 48 Vergleichen gewannen die Roten Teufel 19, 22 Mal siegte Hannover. Im Niedersachsenstadion feierte der FCK fünf Erfolge. Der letzte Sieg liegt aber schon fast 20 Jahre zurück. Unter Trainer Kurt Jara gewannen die Lautrer am 13. März 2004 mit 1:0, goldener Torschütze war damals Marian Hristov.
Fan-Infos

Das Spitzenspiel des 18. Spieltages dürfte rund 40.000 Fußballfans ins Niedersachsenstadion locken, darunter wohl etwa 8.000 FCK-Anhänger - vielleicht auch ein paar mehr oder weniger. Der Gästeblock ist restlos ausverkauft, aber auch in den umliegenden Blöcken haben sich viele rot-weiße Schlachtenbummler mit Tickets eingedeckt. Karten können für das Spiel können noch im Online-Ticketshop der Gastgeber erworben werden. Wer noch ein Ticket sucht oder übrig hat, kann außerdem die DBB-Kartenbörse mit fairen Preisen von Fans für Fans nutzen.

Nachdem Mitte Dezember im Niedersachsenstadion ein Open-Air-Spiel im Eishockey stattgefunden hatte, wurde Anfang Januar ein frischer Rasen verlegt, auf dem am Wochenende erstmals gespielt wird. Weitere Informationen rund um das Auswärtsspiel hat der FCK auf seiner Homepage zusammengestellt. Bitte beachtet zudem, dass Temperaturen um den Gefrierpunkt herrschen werden. Packt euch also gut ein und singt euch dann heiß! Das Stadion öffnet um 18:30 Uhr. Die Begegnung wird "Sport1" wie üblich am Samstagabend live im Free-TV übertragen.

O-Töne

FCK-Coach Dirk Schuster: "Wir haben versucht, der Mannschaft klarzumachen, dass wir nicht mehr als Aufsteiger gesehen werden. Die Gegner haben uns jetzt als einen guten Zweitligisten auf dem Zettel und manch einer, wie zum Beispiel Hannover nach dem unglücklichen 1:2 im Hinspiel, meint vielleicht noch eine Rechnung mit uns offen zu haben. Dementsprechend fahren wir brutal gewarnt nach Hannover." 

Hannover-Cheftrainer Stefan Leitl: "Wir freuen uns natürlich sehr auf die Rückrunde und auf das Heimspiel gegen Kaiserslautern. Lautern hat sich in der Hinrunde stabilisiert und viele gute Spiele gemacht. Deshalb stehen sie auch zurecht auf dem vierten Tabellenplatz. Sie haben eine in sich gewachsene Mannschaft mit guter Defensivstruktur. Sie werden die Räume eng machen und versuchen, über ein schnelles Umschaltspiel zum Erfolg zu kommen."

Daten und Fakten

Voraussichtliche Aufstellung:

Hannover 96: Zieler - Neumann, Börner, Arrey-Mbi - Muroya, Köhn - Kunze, Besuschkow - Nielsen - Tresoldi, Teuchert

Es fehlt: keiner

1. FC Kaiserslautern: Luthe - Zimmer, Bormuth (Kraus), Tomiak, Zuck - Ritter, Rapp - Opoku (Hercher), Klement, Redondo - Boyd

Es fehlt: keiner

Quelle: Der Betze brennt / Autor: Florian Reis


Vorherige Meldungen ab 22.01.2023:

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Hannover erwartet 8.000 FCK-Fans zum Rückrundenstart

Wenn der 1. FC Kaiserslautern am kommenden Samstag bei Hannover 96 in die Rückrunde startet, wird abermals ein rekordverdächtiger Auswärtsmob mit dabei sein. Die Gastgeber rechnen beim Duell des Fünften gegen den Vierten mit 8.000 Betze-Fans.

Unter dem Titel "Verkauft Hannover 96 den Heimvorteil?" berichtet die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" von der bevorstehenden Gästefan-Invasion bei den 96-Heimspielen gegen den 1. FC Kaiserslautern (28. Januar 2023, 20:30 Uhr) und den 1. FC Magdeburg (26. Februar 2023). Und tatsächlich: Die knapp 5.000 Plätze im offiziellen Gästebereich waren Anfang dieser Woche innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Davor und danach deckten sich die FCK-Fans zudem großflächig mit Karten für die umliegenden Blöcke ein, so dass sogar mehr als 8.000 Mitreisende möglich scheinen - trotz vorhergesagtem Winter-Wetter am letzten Wochenende im Januar. Die tatsächliche Gästefan-Zahl wird erst am Spieltag im Niedersachsenstadion ersichtlich werden, alles andere vorab sind Spekulationen und Schätzungen. Die bisherigen Top-Werte der FCK-Fans in dieser Saison sind rund 10.000 Schlachtenbummler in Hamburg, 9.000 in Düsseldorf und 8.000 in Sandhausen. Mit durchschnittlich mehr als 5.000 Mitfahrenden sind die Lautrer zudem gemeinsam mit dem HSV-Anhang die mit Abstand reisefreudigsten Fans der 2. Bundesliga.

Beide Klubs mit Geheimtests zum Abschluss - Ritter-Einsatz noch fraglich

Aus sportlicher Sicht erwartet die Zuschauer ein Duell auf Augenhöhe, wie es sich auch schon beim Nachspielzeit-Sieg des FCK zum Saisonauftakt dargestellt hatte. Damals erzielte Kevin Kraus in der 92. Minute den ekstatisch bejubelten Siegtreffer zum 2:1 für die Männer in Rot. Die Hinrunde beendete Hannover mit 28 Punkten in Lauerstellung auf Platz 5, und der Aufsteiger aus Kaiserslautern steht bekanntlich sogar noch einen Punkt und einen Platz besser da. Die elf Wochen lange Winterpause wurde im Anschluss unterschiedlich gestaltet, aber eines machten beide Klubs am Ende gleich: Das letzte Testspiel absolvierten sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit, laut offizieller Begründung um dem Gegner keine Informationen zu liefern - Fans und Journalisten schauten dabei gezwungenermaßen mit in die Röhre. Nur die Ergebnisse wurden bekanntgegeben: <a href="">Der FCK siegte bei Viertligist Hoffenheim II mit 2:0</a>, Hannover setzte sich gegen Zweitliga-Konkurrent Kiel mit 2:1 durch. Aus personeller Sicht ist bei Dirk Schusters Team noch unklar, ob Marlon Ritter nach seiner Oberschenkelverletzung aus dem Trainingslager wieder mitwirken kann. Der Mittelfeld-Motor der Roten Teufel soll kommende Woche wieder ins Mannschaftstraining einsteigen, hofft der Coach.

Quelle: Der Betze brennt

Weitere Links zum Thema:

- Übersicht: Kompletter Team-Status des 1. FC Kaiserslautern


Ergänzung, 24.01.2023:

Gegner-Check: So legt man Hannover an die Leine

Sie stehen in der Tabelle nebeneinander, starten aber mit unterschiedlichen Ansprüchen ins Jahr. Der 1. FC Kaiserslautern will weiter gegen den Abstieg punkten, Hannover 96 nochmal ganz oben angreifen. Am Samstag geht’s gegeneinander.

So lief’s seit dem Hinspiel: Nach der 1:2-Auftaktniederlage im Fritz-Walter-Stadion mussten die 96er bis zum 4. Spieltag warten, ehe ihnen der erste Dreier glückte. Worauf direkt drei weitere Siege folgten. Seither punkten die Niedersachen ordentlich und werden ihrem Anspruch, um die Aufstiegsplätze mitzuspielen, einigermaßen gerecht. Aktuell stehen sie auf Rang 5, ein Punkt hinter dem FCK. Und das ist zumindest angesichts der internen und bisweilen abstrusen Kämpfe, die sich in ihrer Führungsetage abspielen, erstaunlich. Offenbar gelingt es dem Trainerteam, den Knatsch von der Mannschaft fernzuhalten. Interessant: Im Lauf der Hinrunde verabschiedete sich Coach Stefan Leitl von seiner bevorzugten Grundordnung, dem 4-4-2 mit Raute, und lässt nunmehr in einem 3-4-1-2 agieren. Damit entsprach der Trainer, wie zu lesen war, einem Wunsch, den die Mannschaft an ihn herangetragen hatte. Als vorteilhaft sah sie insbesondere die Doppel-Sechs an, die diese Formation vorsieht. Sie sollte dem Defensivverband mehr Sicherheit geben, was sich auch bestätigte. Mit erst 18 Gegentreffen stellt Hannover gegenwärtig die zweitbeste Abwehr der Liga. Acht Gegentore fielen in den fünf Spielen, in denen Leitl noch mit Viererkette und Raute operieren ließ.

Gewinner und Verlierer: Änderungen in der Grundformation, die zu Saisonbeginn noch nicht vorgesehen waren, sorgen meist auch für Verschiebungen in der Kaderhierarchie. So auch in Hannover. Profitiert von der Umstellung hat vor allem Max Besuschkow, der auf der Doppel-Sechs nun den Part des Aufbauspielers übernommen hat. Zuvor war der Deutsch-Russe nicht richtig ins Spiel gekommen, nachdem er im Sommer aus Regensburg an die Leine gewechselt war. Die 96er konnten ihn ablösefrei verpflichten, ein echtes Schnäppchen angesichts eines Marktwerts von zwei Millionen Euro, den er zwischenzeitlich erreicht hatte. Dagegen spielt der bundesligaerfahrene Louis Schaub nicht annähernd die Rolle, die sich die Verantwortlichen bei seinem Transfer vom 1. FC Köln im Sommer erhofften. Ebenfalls außen vor ist mittlerweile der Ex-Wolfsburger Sebastian Stolze. Gleiches gilt für den ehemaligen Lautrer Sebastian Kerk, dem nach der vorangegangenen Saison noch nachgesagt worden war, es sei die beste seiner Karriere gewesen. Ein Wechsel Kerks im Winter wurde unlängst mal dementiert, scheint aber noch nicht ganz vom Tisch.

Starke Mittelachse: Der international erfahrene Ron-Robert Zieler im Tor, die robusten Phil Neumann und Julian Börner in der Innenverteidigung, der starke Balleroberer Fabian Kunze auf der Sechs, der smarte Harvard Nielsen auf der Zehn und vorne der wie Nielsen schon sieben Mal erfolgreiche Stürmer Cedric Teuchert - sie schaffen nach wie vor eine stabile Achse, die Hannovers Aufstiegsambitionen realistisch erscheinen lässt. Dazu kommen die Außenbahnspieler Sei Muroya und Derrick Köhn, die beide wiederholt schon als Vorlagengeber in Erscheinung getreten sind und auch wieder in die aktuelle "Kicker"-Rangliste Einzug gehalten haben. In der Winterpause nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht hat der erst 18-Jährige Nachwuchsstürmer Nicolo Tresoldi, der den in der Hinrunde nicht immer überzeugenden Maximilian Beier aus der Startelf drängen könnte.

Hoch stehen bleibt Stilmittel: Auch wenn sich die Grundformation geändert hat - ihrer Vorgehensweise, hoch zu stehen und früh zu attackieren, bleiben die Niedersachsen treu. Zwar experimentierte Leitl in den jüngsten Testspielen auch mal mit einer etwas zurückgezogeneren Gangart, war mit den Ergebnissen aber nicht zufrieden. Der forsche Auftritt spiegelt sich auch in Zahlen wieder. Die Hannoveraner gestatten ihren Gegnern im Schnitt nur 8,87 Zuspiele, ehe sie ihn attackieren, das ist der drittbeste Wert der Liga. Lautern dagegen steht in diesem Ranking bekanntlich auf dem letzten Platz, kam damit aber, wie das aktuelle Tabellenbild zeigt, bestens klar. Zudem sind die 96er Spitze im Bälle-Abfangen: Im Schnitt gelingt ihnen das 43,53 Mal pro Spiel, das ist zweitbester Wert der Liga, der FCK ist da nur Mittelmaß. Allzu forsch zu attackieren, kann aber auch anfällig für eigene Fehler machen. Hannover leistet sich die meisten Ballverluste der Liga, im Mittel 110,38 pro Spiel. Da könnten Dirk Schusters Jungs ihre Stärken im Umschaltspiel ausspielen. Und sollten dabei daran denken: Die Roten aus Hannover gestatten ihren Gegnern die meisten Torschüsse in der Liga, und nach "xGoals against" müssten sie bereits zehn Treffer mehr kassiert haben als tatsächlich in der Tabelle stehen. Sie müssen also nur die Realität der Statistik anpassen.

Fazit: Seien wir ehrlich - das Hinspiel gewann der FCK glücklich, durch einen Lucky Punch von Kevin Kraus in der Nachspielzeit. Schusters taktischer Winkelzug, den linken Außenbahnspieler - zunächst Ben Zolinski, später Kenny Redondo - im Spiel gegen den Ball neben Terrence Boyd rücken zu lassen, um vorne mit zwei Mann den gegnerischen Abwehrspielern die Passwege zuzustellen, setzte den Hannoveranern in Hälfte eins schwer zu, nach der Pause aber kontrollierten sie das Spiel zunehmend und kamen folgerichtig zum Ausgleich. Im nun anstehenden Auswärtsspiel werden die Lautrer es wohl auf Balleroberungen weiter hinten im Feld anlegen, so, wie es bei ihnen im Lauf der Vorrunde gute Sitte geworden ist. Ebenso wichtig wird sein, dem frühen Pressing der 96er zu begegnen. Im Klartext: In Bedrängnis nicht jeden Ball aus der Abwehr nach vorne hauen, sondern auch mal den kurzen Weg durch die erste Pressinglinie suchen. Da wird Neuzugang Nicolai Rapp gefragt sein, der als sicherer Passspieler gilt und wohl mit einiger Wahrscheinlichkeit für Julian Niehues oder aber für Marlon Ritter in die Startelf rutscht, der in der Januar-Vorbereitung die meiste Zeit ausgefallen war. Denkbar ist auch, dass Zehner Phillip Klement sich bei Ballbesitz wieder zurückfallen lässt, um sich fürs Aufbauspiel aus der Abwehr anzubieten. So wurde es zum Jahresausklang auch schon im Heimspiel gegen den Karlsruher SC erfolgreich praktiziert.

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 24.01.2023:

Marlon Ritter ist zurück im Mannschaftstraining

Der 1. FC Kaiserslautern hat die Vorbereitung aufs Verfolgerduell bei Hannover 96 gestartet und kann dabei auf einen seiner Top-Spieler der Hinrunde zählen: Marlon Ritter trainiert nach zweieinhalbwöchiger Pause wieder mit der Mannschaft.

Sehr zur Freude der Kiebitze beim heutigen öffentlichen Training am Fritz-Walter-Stadion stand der 28-jährige Aufbauspieler mit auf dem Platz - genau so wie es Trainer Dirk Schuster angekündigt, oder besser gesagt erhofft hatte. Ritter hatte sich am 5. Januar bei einem Testspiel im Türkei-Trainingslager eine Muskelquetschung im Oberschenkel zugezogen und konnte seither nur individuelle Einheiten absolvieren. Nun dribbelte er erstmals wieder mit seinen Mannschafts­kollegen über den Rasen. Sollten die Trainingseindrücke in dieser Woche stimmen, dürfte Ritter beim Top-Spiel am Samstagabend (20:30 Uhr, Niedersachsenstadion) zusammen mit Neuzugang Nicolai Rapp die neue "Doppel-Sechs" der Roten Teufel bilden. Aber auch Julian Niehues, der Überraschungsmann der Vorrunde, scharrt mit den Hufen und wird seinen Stammplatz nicht einfach so hergeben.

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 26.01.2023:

Schuster: "Werden jetzt nicht mehr als Aufsteiger gesehen"

Gute Vorbereitung, keine Verletzten, riesige Fan-Unterstützung: Dirk Schuster und seine Mannen brennen auf den Start der Rückrunde. Nichts geändert hat sich vor dem Gastspiel bei Hannover 96 an der Zielsetzung des 1. FC Kaiserslautern.

"Wir wollen in Hannover etwas mitnehmen und weiter in Richtung 40-Punkte-Marke kommen - an dieser Zielsetzung hat sich für uns nichts geändert. In der Hinrunde haben wir mit 29 Punkten eine sehr gute Basis gelegt, an die es jetzt anzuknüpfen gilt", blickt Schuster auf die mit dem Top-Spiel im Niedersachsenstadion (Samstag, 20:30 Uhr) beginnende zweite Saisonhälfte voraus. Der Trainer sieht im neuen Jahr eine veränderte Ausgangssituation auf sein Team zukommen: "Wir haben versucht, der Mannschaft klarzumachen, dass wir nicht mehr als Aufsteiger gesehen werden. Die Gegner haben uns jetzt als einen guten Zweitligisten auf dem Zettel und manch einer, wie zum Beispiel Hannover nach dem unglücklichen 1:2 im Hinspiel, meint vielleicht noch eine Rechnung mit uns offen zu haben. Dementsprechend fahren wir brutal gewarnt nach Hannover." Da die 96er sehr hoch attackieren, gelte es, einfache Fehler zu vermeiden, zudem sei maximale Konzentration bei Standardsituationen gefordert.

"Die Qual der Wahl": Kompletter FCK-Kader steht zur Verfügung

Eine Besonderheit gibt es in personeller Hinsicht, nämlich keinen einzigen verletzten oder gesperrten Spieler. "Wir haben die Qual der Wahl, das freut uns", beurteilt Schuster diese ziemlich seltene Situation, und blickt zugleich auf die aus seiner Sicht hervorragend gelaufene, elf Wochen lange Wintervorbereitung zurück: "Alle Spieler haben überragend mitgezogen und machen es uns so schwer, den 20-Mann-Kader und daraus dann die erste Elf zu bilden. Es ist nicht auszuschließen, dass es da auch mal einen Härtefall geben kann. Aber das gehört dazu." Der Trainer verrät nur so viel: Neuzugang Nicolai Rapp werde mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Startformation stehen und eventuell mit dem nach zweieinhalb Wochen Pause ebenfalls wieder fitten Marlon Ritter die neue "Doppel-Sechs" der Roten Teufel bilden.

Hervorragend ist auch weiterhin die Fan-Unterstützung: Die 5.000 Gästeblock-Tickets fürs Niedersachsenstadion waren innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. Der FCK rechnet trotz Temperaturen unter dem Gefrierpunkt mit bis zu 8.000 mitreisenden Anhängern, Schuster glaubt sogar an rund 10.000.

» Zum Video: Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Hannover 96

Alle weiteren Informationen zum FCK-Spiel in Hannover folgen am morgigen Freitag im ausführlichen Vorbericht auf Der Betze brennt.

Quelle: Der Betze brennt



Beitragvon FightForBetze » 22.01.2023, 19:45


Sehr stark, direkt da weiter machen wo man 2022 aufgehört hat. 8-)
Ist eigentlich von Seiten unserer aktiven Fanszene etwas geplant? Mottofahrt (alle in Rot), Treffpunkt in der Stadt oder Marsch zum Stadion. Würde sich bei so einem Auswärtsmob anbieten und ein einheitliches und geschlossenes Bild unseres Vereins abgeben. Bessere Werbung gibt es nicht… :teufel2:



Beitragvon FCK1104 » 22.01.2023, 20:26


Alle in Rot ist super, aber leider nicht im Winter umsetzbar.
Es sei denn, es werden rote Capes ausgeteilt…

Mir wäre aktuell nix bekannt.
Übrigens halte ich 8.000 für etwas utopisch, werden schon so um die 1.000 weniger sein.



Beitragvon MarcoReichGott » 22.01.2023, 20:33


Ich bin mal echt gespannt wie wir uns präsentieren werden. In der Bundesliga haben diesen Spieltag 8 Mannschaft 3 oder mehr Tore kassiert. Mit Freiburg wurde der vorherige Tabellen 2. sogar mit 0:6 wieder nach Hause geschickt. Man sieht da schon ein bißchen wie ungewohnt die lange Winterpause war und dass so manches Team da gerade noch Probleme hat wieder in den SPielrythmus reinzufinden.



Beitragvon Gypsy » 22.01.2023, 21:51


FCK1104 hat geschrieben:
Übrigens halte ich 8.000 für etwas utopisch, werden schon so um die 1.000 weniger sein.


Wieso utopisch? Es ist mittlerweile richtig schwer, Karten für das Auswärtskontigent des FCK zu bekommen. Die Karten sind innerhalb weniger Minuten vergriffen, meistens schmiert die Seite auch ab. In Hannover gibts genug Platz, sodass man sich bestens mit Karten neben dem offiziellen Gästesektor eindecken kann.

Hannover gehört zu den attraktiven Gegnern in dieser Liga, dazu spielt uns der Termin auch in die Karten. Die meisten müssen keinen Urlaub nehmen.
8-10k werden es schon werden



Beitragvon FCK1104 » 22.01.2023, 22:25


Habe mal neben dem Gästeblock gezählt. Für S14, S5 und W10, die ja wohl zu 100% an den FCK gegangen sind komme ich so auf ungefähr 1.600 Plätze.

Dazu die 4.900 Gästekarten wären 6.500, dazu einige in W11 und S4 komme ich geschätzt auf etwas mehr als 7.000.

Ob sich viele auf der Haupttribüne eingedeckt haben weiß ich nicht.
Eventuell werden es ja noch manche bis Samstag, wenn man dort in den Ticketshop schaut, dann kann man das ganz gut abschätzen.



Beitragvon Peregrin » 22.01.2023, 22:47


Hat eigentlich sonst noch jemand Karten für S13?

Ich habe kurz nach Start des freien Vorverkaufs bei H96 sechs Tickets für S13 gekauft, diese werden mir in meinem Account dort auch weiter ganz normal angezeigt.

Aber gefühlt wurde der Verkauf von S13-Tickets irgendwann gestoppt. Jedenfalls war der Block in deren Ticketshop früher nicht mehr verfügbar als S14, was ja nicht so viel Sinn macht.

Frage mich jetzt, was da los ist. Pufferblock ist ja auch eher sinnbefreit, wenn man schon Karten verkauft hat. Außer sie setzen uns am Spieltag um, was ich nicht so prickelnd fände.



Beitragvon JG » 22.01.2023, 22:57


S13 war anfangs im Verkauf und da wurde auch einiges an Karten noch verkauft bevor der Block von 96 aus dem Verkauf genommen wurde. Ich schätze, die werden die Fans die S13 haben zum Gästeblock hin setzen und den Rest als Puffer leer lassen. Was allerdings trotzdem völlig sinnbefreit ist, weil in den umliegenden Blöcken sowie auch auf der Haupttribüne und Gegengerade FCK-Fans sitzen werden.



Beitragvon fcklautern » 23.01.2023, 00:53


Um die 8.000 FCK-Fans in Hannover ist schon Bockstark. Ich freue mich so viele Lautrer in Hannover zu sehen :teufel2:

Mich überrascht eher der schleppende Vorverkauf von 96. Die sind in der Zuschauertabelle mit Schnitt 31.313 ja auf Platz 3. Und im Vergleich zum Vorjahr sind Mannschaft und Fans ja auch wieder zusammengewachsen. Aber gut soll uns recht sein :)



Beitragvon st.pauli-teufel » 23.01.2023, 09:02


Auf nach Hannover! Wir reisen aus Hamburg an und haben Karten für W1.
Ich denke das wird ein richtig schweres Spiel für unsere Jungs - insofern best Auswärtssupport possible! Ich baue auch drauf, dass der Termin hilft 8-10.000 von uns nach Hannover zu bringen. In diesem Sinne: Attacke!



Beitragvon FCKasseläner » 23.01.2023, 09:40


Es ist schon sehr schade, dass Hannover den Andrang aus Lautern unterschätzt hat. Gegen Magdeburg geht die komplette Südtribüne an die Gäste, jedenfalls lässt darauf der Saalplan im VVK schließen. Die Maggis werden sicherlich die 10.000 voll machen. Bei uns hat H96 im laufenden Vorverkauf hektisch mit einem Pufferblock reagiert...

Ich glaube, dass es den ein oder anderen Unentschlossenen Lauterer zusätzlich motiviert hätte nach H96 zu fahren, wenn klar wär, dass man nicht hinter Pufferblöcken oder zwischen Heim- und Gästefans sitzen/stehen müsste und wir stattdessen auch komplett die Südtribüne bekommen.

Es wäre sehr wünschenswert, wenn bei der Nachfrage an Auswärtstickets der FCK im Vorfeld sofort bei Vereinen mit Stadien, die nicht ausgelastet sind, auf ein größeres Kartenkontingent drängen würde. Vielleicht hätte H96 uns ja ähnlich hofiert, wie sie es bei Magdeburg machen.



Beitragvon MrXYZ777 » 23.01.2023, 10:16


Alle in Rot ist super, aber leider nicht im Winter umsetzbar. Es sei denn, es werden rote Capes ausgeteilt…


Als ich noch ganz jung war :D :teufel2: , hatte ich ein Sommertrikot in S und ein Wintertrikot in XL, welches dann über die Winterjacke angezogen wurde... :lol:



Beitragvon Weschdpälzer » 23.01.2023, 10:38


....als ich noch jung war, hatte ich nie S :-) Unn heit erschd recht nedd.



Beitragvon Dirmsteiner84 » 23.01.2023, 13:07


@MrXYZ777:
Und heute hast ein Sommertrikot in XXXL und ne Winterjacke was mit dem FCK Nichts zu tun hat :-)
flach spiele - hoch gewinne
Aufstieg 2022 , mer henns gepackt !!! DECKEL DRUFF

Auf eine super Saison 2022/2023
Mein Tipp: Platz 6-8.
Packe mers



Beitragvon Michel85 » 23.01.2023, 14:05


st.pauli-teufel hat geschrieben:Auf nach Hannover! Wir reisen aus Hamburg an und haben Karten für W1.

In Block W1 wird euch der Zutritt verweigert. Das ist ein Heimblock. Steht deutlich auf der Homepage von Hannover.



Beitragvon fcklautern » 23.01.2023, 14:26


Michel85 hat geschrieben:
st.pauli-teufel hat geschrieben:Auf nach Hannover! Wir reisen aus Hamburg an und haben Karten für W1.

In Block W1 wird euch der Zutritt verweigert. Das ist ein Heimblock. Steht deutlich auf der Homepage von Hannover.


Das mag so in der Stadionordnung stehen, wird aber nicht zwingend so gehandhabt. Beim Pokalspiel gegen den BVB war ich in Block W3 und um mich herum saßen zig Dortmunder in gelb. Da war das auch kein Problem. Ob das gegen uns jetzt auch so sein wird kann ich nicht garantieren, aber mutmaßlich ist das nicht so ein großes Thema.



Beitragvon bizzl » 23.01.2023, 16:55


Das ist echt der Wahnsinn was gerade los ist und wie schnell die Tickets weg gehen.

Hatte mir eigentlich vorgenommen diesmal im Oberrang zu stehen da ich in Hamburg und Düsseldorf im Unterrang war.

Aber 1 Minute nach Vorverkaufsstart keine Chance mehr.
Jetzt sind wir wieder unten :|

Wir ist da die Lage vor Ort kommt man Trotzdem irgendwie in die Blöcke oben rein ?



Beitragvon LauternFan85 » 23.01.2023, 17:52


neben Ticketwahnsinn und möglichen Winterlichen Verhältnisse noch eine wichtige Frage.
Gibt's SA normales Bier (Gilde) im Gästeblock oder wird's wieder Alc. frei? :D

PS: Ich frag für eine Freund :lol:
Für immer Fritz-Walter-Stadion



Beitragvon ix35 » 23.01.2023, 18:47


Weschdpälzer hat geschrieben:....als ich noch jung war, hatte ich nie S :-) Unn heit erschd recht nedd.

Oh ja. Dieses Problem kenne ich auch!! :lol:



Beitragvon shakov » 23.01.2023, 18:50


FCKasseläner hat geschrieben:Es ist schon sehr schade, dass Hannover den Andrang aus Lautern unterschätzt hat. Gegen Magdeburg geht die komplette Südtribüne an die Gäste, jedenfalls lässt darauf der Saalplan im VVK schließen. Die Maggis werden sicherlich die 10.000 voll machen. Bei uns hat H96 im laufenden Vorverkauf hektisch mit einem Pufferblock reagiert...

Wo ist denn genau der Pufferblock?



Beitragvon klchris » 23.01.2023, 18:59


Gibt noch etliche Karten für uns bei Hannover :teufel2:
W11, W12, S4, S3 ,…..

Könnte ein Schöner Anblick werden vor Ort :teufel2:
Zum Wohl
AUF DEN FCK
----->"Das wird alles von den Medien hochsterilisiert."



Beitragvon FCKasseläner » 23.01.2023, 19:13


shakov hat geschrieben:Wo ist denn genau der Pufferblock?


Block S13 wurde aus dem Verkauf rausgenommen. Hannoveraner Fans schrieben auf Twitter, dass in der Vergangenheit immer mal wieder S13 als Pufferblock genutzt wurde, wenn der Andrang von Gästefans besonders hoch war.



Beitragvon baeckerman83 » 23.01.2023, 23:15


bizzl hat geschrieben:Wir ist da die Lage vor Ort kommt man Trotzdem irgendwie in die Blöcke oben rein ?


Zu den Stehplatzgäste Blöcken kommste aus dem Unterrang nicht, die sind mit einem Zaun abgetrennt. Zu allen Sitzplatzblöcken im Süden kommt man aber. Da gibtes keine Sperren zwischen Unterrang und Oberrang. Hatte da auch noch nie Kontrollen.

Sieht sicher lustig aus, S12 FCK rot, 13 leer, S 14 FCK rot.



Beitragvon Kohlmeyer » 24.01.2023, 11:24


Was sind die Stärken und Schwächen von Hannover? Hier kommt unser Gegner-Check:

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Gegner-Check: So legt man Hannover an die Leine

Sie stehen in der Tabelle nebeneinander, starten aber mit unterschiedlichen Ansprüchen ins Jahr. Der 1. FC Kaiserslautern will weiter gegen den Abstieg punkten, Hannover 96 nochmal ganz oben angreifen. Am Samstag geht’s gegeneinander.

So lief’s seit dem Hinspiel: Nach der 1:2-Auftaktniederlage im Fritz-Walter-Stadion mussten die 96er bis zum 4. Spieltag warten, ehe ihnen der erste Dreier glückte. Worauf direkt drei weitere Siege folgten. Seither punkten die Niedersachen ordentlich und werden ihrem Anspruch, um die Aufstiegsplätze mitzuspielen, einigermaßen gerecht. Aktuell stehen sie auf Rang 5, ein Punkt hinter dem FCK. Und das ist zumindest angesichts der internen und bisweilen abstrusen Kämpfe, die sich in ihrer Führungsetage abspielen, erstaunlich. Offenbar gelingt es dem Trainerteam, den Knatsch von der Mannschaft fernzuhalten. Interessant: Im Lauf der Hinrunde verabschiedete sich Coach Stefan Leitl von seiner bevorzugten Grundordnung, dem 4-4-2 mit Raute, und lässt nunmehr in einem 3-4-1-2 agieren. Damit entsprach der Trainer, wie zu lesen war, einem Wunsch, den die Mannschaft an ihn herangetragen hatte. Als vorteilhaft sah sie insbesondere die Doppel-Sechs an, die diese Formation vorsieht. Sie sollte dem Defensivverband mehr Sicherheit geben, was sich auch bestätigte. Mit erst 18 Gegentreffen stellt Hannover gegenwärtig die zweitbeste Abwehr der Liga. Acht Gegentore fielen in den fünf Spielen, in denen Leitl noch mit Viererkette und Raute operieren ließ.

Gewinner und Verlierer: Änderungen in der Grundformation, die zu Saisonbeginn noch nicht vorgesehen waren, sorgen meist auch für Verschiebungen in der Kaderhierarchie. So auch in Hannover. Profitiert von der Umstellung hat vor allem Max Besuschkow, der auf der Doppel-Sechs nun den Part des Aufbauspielers übernommen hat. Zuvor war der Deutsch-Russe nicht richtig ins Spiel gekommen, nachdem er im Sommer aus Regensburg an die Leine gewechselt war. Die 96er konnten ihn ablösefrei verpflichten, ein echtes Schnäppchen angesichts eines Marktwerts von zwei Millionen Euro, den er zwischenzeitlich erreicht hatte. Dagegen spielt der bundesligaerfahrene Louis Schaub nicht annähernd die Rolle, die sich die Verantwortlichen bei seinem Transfer vom 1. FC Köln im Sommer erhofften. Ebenfalls außen vor ist mittlerweile der Ex-Wolfsburger Sebastian Stolze. Gleiches gilt für den ehemaligen Lautrer Sebastian Kerk, dem nach der vorangegangenen Saison noch nachgesagt worden war, es sei die beste seiner Karriere gewesen. Ein Wechsel Kerks im Winter wurde unlängst mal dementiert, scheint aber noch nicht ganz vom Tisch.

Starke Mittelachse: Der international erfahrene Ron-Robert Zieler im Tor, die robusten Phil Neumann und Julian Börner in der Innenverteidigung, der starke Balleroberer Fabian Kunze auf der Sechs, der smarte Harvard Nielsen auf der Zehn und vorne der wie Nielsen schon sieben Mal erfolgreiche Stürmer Cedric Teuchert - sie schaffen nach wie vor eine stabile Achse, die Hannovers Aufstiegsambitionen realistisch erscheinen lässt. Dazu kommen die Außenbahnspieler Sei Muroya und Derrick Köhn, die beide wiederholt schon als Vorlagengeber in Erscheinung getreten sind und auch wieder in die aktuelle "Kicker"-Rangliste Einzug gehalten haben. In der Winterpause nachhaltig auf sich aufmerksam gemacht hat der erst 18-Jährige Nachwuchsstürmer Nicolo Tresoldi, der den in der Hinrunde nicht immer überzeugenden Maximilian Beier aus der Startelf drängen könnte.

Hoch stehen bleibt Stilmittel: Auch wenn sich die Grundformation geändert hat - ihrer Vorgehensweise, hoch zu stehen und früh zu attackieren, bleiben die Niedersachsen treu. Zwar experimentierte Leitl in den jüngsten Testspielen auch mal mit einer etwas zurückgezogeneren Gangart, war mit den Ergebnissen aber nicht zufrieden. Der forsche Auftritt spiegelt sich auch in Zahlen wieder. Die Hannoveraner gestatten ihren Gegnern im Schnitt nur 8,87 Zuspiele, ehe sie ihn attackieren, das ist der drittbeste Wert der Liga. Lautern dagegen steht in diesem Ranking bekanntlich auf dem letzten Platz, kam damit aber, wie das aktuelle Tabellenbild zeigt, bestens klar. Zudem sind die 96er Spitze im Bälle-Abfangen: Im Schnitt gelingt ihnen das 43,53 Mal pro Spiel, das ist zweitbester Wert der Liga, der FCK ist da nur Mittelmaß. Allzu forsch zu attackieren, kann aber auch anfällig für eigene Fehler machen. Hannover leistet sich die meisten Ballverluste der Liga, im Mittel 110,38 pro Spiel. Da könnten Dirk Schusters Jungs ihre Stärken im Umschaltspiel ausspielen. Und sollten dabei daran denken: Die Roten aus Hannover gestatten ihren Gegnern die meisten Torschüsse in der Liga, und nach "xGoals against" müssten sie bereits zehn Treffer mehr kassiert haben als tatsächlich in der Tabelle stehen. Sie müssen also nur die Realität der Statistik anpassen.

Fazit: Seien wir ehrlich - das Hinspiel gewann der FCK glücklich, durch einen Lucky Punch von Kevin Kraus in der Nachspielzeit. Schusters taktischer Winkelzug, den linken Außenbahnspieler - zunächst Ben Zolinski, später Kenny Redondo - im Spiel gegen den Ball neben Terrence Boyd rücken zu lassen, um vorne mit zwei Mann den gegnerischen Abwehrspielern die Passwege zuzustellen, setzte den Hannoveranern in Hälfte eins schwer zu, nach der Pause aber kontrollierten sie das Spiel zunehmend und kamen folgerichtig zum Ausgleich. Im nun anstehenden Auswärtsspiel werden die Lautrer es wohl auf Balleroberungen weiter hinten im Feld anlegen, so, wie es bei ihnen im Lauf der Vorrunde gute Sitte geworden ist. Ebenso wichtig wird sein, dem frühen Pressing der 96er zu begegnen. Im Klartext: In Bedrängnis nicht jeden Ball aus der Abwehr nach vorne hauen, sondern auch mal den kurzen Weg durch die erste Pressinglinie suchen. Da wird Neuzugang Nicolai Rapp gefragt sein, der als sicherer Passspieler gilt und wohl mit einiger Wahrscheinlichkeit für Julian Niehues oder aber für Marlon Ritter in die Startelf rutscht, der in der Januar-Vorbereitung die meiste Zeit ausgefallen war. Denkbar ist auch, dass Zehner Phillip Klement sich bei Ballbesitz wieder zurückfallen lässt, um sich fürs Aufbauspiel aus der Abwehr anzubieten. So wurde es zum Jahresausklang auch schon im Heimspiel gegen den Karlsruher SC erfolgreich praktiziert.

Quelle: Der Betze brennt

Weitere Links zum Thema:

- Hannover erwartet 8.000 FCK-Fans zum Rückrundenstart (Der Betze brennt)



Beitragvon Kirchheimer » 24.01.2023, 12:20


Wie immer schöne und fundierte Analyse + nettes Wortspiel im Titel. :daumen: :D




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