Neuigkeiten und Pressemeldungen zum 1. FC Kaiserslautern.

Beitragvon Thomas » 04.12.2022, 17:00


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Foto: MS-Sportfoto

Schultheiss, Buchmann und Lill als Nachrücker gewählt

Bei der Jahreshauptversammlung des FCK e.V. wurden mit Michael Schult­heiss, Patrick Buchmann und Thorsten Lill drei neue Nachrücker für den Aufsichtsrat gewählt. Außerdem wurden Daniel Stich und Hans-Peter Briegel als kooptierte Mitglieder bestätigt.

Das Ergebnis der heutigen Nachrücker-Wahl beim 1. FC Kaiserslautern auf einen Blick:

Michael Schultheiss - 276 Stimmen - zum DBB-Interview
Patrick Buchmann - 205 Stimmen - zum DBB-Interview
Thorsten Lill - 187 Stimmen - zum DBB-Interview
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Fritz Koch - 159 Stimmen - zum DBB-Interview
Marc Litz - 101 Stimmen - zum DBB-Interview


Sollte es in den zwölf Monaten bis zur nächsten regulären Aufsichtsratswahl im November/­Dezember 2023 zu weiteren Rücktritten kommen, würden Schultheiss, Buchmann und/oder Lill in der gewählten Reihenfolge in das zweithöchste Vereinsgremium aufrücken.

Darüber hinaus wurden SPD-Landespolitiker Daniel Stich mit 348 Ja- und 50 Nein-Stimmen (87,44% bzw. 12,56%) sowie Fußball-Legende Hans-Peter Briegel mit 349 Ja- und 48 Nein-Stimmen (87,91% bzw. 12,09%) als kooptierte Mitglieder des Aufsichtsrates bestätigt. Stich sitzt nach dem Rücktritt von Markus Merk bereits seit Dezember 2021 in dem Gremium, Briegel folgte im Mai/Juni 2022 nach dem Rücktritt von Fritz Fuchs.

Der Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern e.V. - nicht zu verwechseln mit dem Beirat der ausgegliederten 1. FC Kaiserslautern Management GmbH - besteht damit aktuell weiterhin aus: Rainer Keßler (Vorsitzender) Johannes B. Remy (stellvertretender Vorsitzender), Valentin Helou, Daniel Stich, Hans-Peter Briegel.

Was sonst noch auf der Mitgliederversammlung des FCK e.V. passierte, könnt Ihr in un­serem ausführlichen Live-Ticker nachlesen: Neben der Komplettierung des Aufsichts­rates wurde erstmals die Aktionärsstruktur der ausgegliederten FCK GmbH & Co. KGaA bekanntgegeben und - natürlich - auf den Aufstieg in die Zweite Liga zurückgeblickt.

Quelle: Der Betze brennt

Weitere Links zum Thema:

- Live-Ticker zum Nachlesen: So lief die JHV 2022 (Der Betze brennt)


Ergänzung, 22:03 Uhr:

Frey: "Unser FCK e.V. hat wieder eine Perspektive"

"Chaoslautern"? Ist vergessen. Bei der Mitgliederversammlung 2022 erhielten die Ver­antwortlichen des 1. FC Kaiserslautern e.V. beeindruckend hohe Zustimmungswerte für ihre Arbeit. Wir haben nach der JHV einige der Protagonisten um ein Statement gebeten.

Rainer Keßler, Aufsichtsrats- und Beiratsvorsitzender sowie heutiger Versammlungsleiter: "Endlich wieder eine Präsenzveranstaltung! Die virtuellen Jahreshauptversammlungen zuletzt liefen im Vergleich dazu doch recht distanziert ab. Auch als Vorstand oder Aufsichtsrat will man Emotionen erleben, das ist es doch, was einen Verein ausmacht. Hier wieder den Kontakt und die Stimmungen zu spüren, das war einfach motivierend. Es war eine harmonische Mitgliederversammlung, so wie man sie sich wünscht. Dies lässt sich einerseits natürlich dadurch erklären, dass unsere Mannschaft zurzeit sehr erfolgreich ist. Aber ich denke, wir konnten unseren Mitgliedern auch verdeutlichen, dass wir unsere Hausaufgaben machen. Auch wenn wir noch lange nicht am Ziel sind. Das tolle Ergebnis, mit dem unser Vereinsvorstand entlastet wurde, freut mich natürlich besonders, weil ich es war, der die Drei seinerzeit auf eine Kandidatur für dieses Amt angesprochen hat. Es ist wirklich bemerkenswert, was sie bislang geleistet haben."

Tobias Frey, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und federführend für die Organisation der Versammlung zuständig: "Der Vereinsvorstand ist mit einer Mehrheit von 99,47 Prozent entlastet worden - da waren Wolfgang Erfurt, Gero Scira und ich einfach nur sprachlos. Wir hätten nicht gedacht, dass ein solches Ergebnis bei einem 1. FC Kaiserslautern überhaupt möglich ist. 378 Ja- und nur zwei Gegenstimmen. Ich habe nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses natürlich sofort geschaut, welche zwei da jetzt aufstehen und die Halle verlassen, aber mir ist niemand aufgefallen (lacht). Wie sich dieses Ergebnis erklären lässt? Ich denke, es war einfach die Summe der positiven Nachrichten, mit denen wir aufwarten konnten: Schwarze Zahlen, Jahresüberschuss, Abbau von Verbindlichkeiten, die außerordentlich erfolgreiche Mitglieder-Kampagne. Die Leute sehen, unser FCK e.V. hat wieder eine Perspektive - das ist das Ausschlaggebende."

Michael Schultheiss, neugewählter "erster Nachrücker" für den Aufsichtsrat und ehemaliger Meisterspieler mit der B-Jugend der Roten Teufel: "Ich bin natürlich mächtig stolz. Zuletzt vor über 35 Jahren im FCK-Trikot aktiv, ehe eine Verletzung meine aktive Karriere beendete - und jetzt, mit 55 Jahren? Erster Ersatzmann in einem Team, in dem Hans-Peter Briegel spielt! Ich habe gesagt, ich will eine Option für den Verein und seine Mitglieder sein, und das bin ich jetzt. Im Prinzip kann ich mir auch gut vorstellen, dies auch zu den nächsten regulären Aufsichtsratswahlen im kommenden Jahr darzustellen. Aber bis dahin ist es noch eine lange Zeit. Zu der Überzeugung, die ich in meiner Vorstellungsrede geäußert habe, stehe ich auch weiterhin: Der FCK hat das Potential, seine Mitgliederzahl auf 50.000 hochzuschrauben. Allein die würden fünf bis sechs Millionen Euro an Einnahmen pro Jahr garantieren. Aus meiner beruflichen Tätigkeit weltweit weiß ich: Überall sehnen sich die Menschen danach, sich mit einem Verein zu identifizieren, der sich von unten hochkämpft, in dem man zusammensteht, der ehrlich arbeitet und ehrlich kommuniziert. Wir beim FCK können das sein!"

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 05.12.2022:

Hier kommt noch eine etwas ausführlichere DBB-Nachlese zur gestrigen JHV:

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Foto: MS-Sportfoto

Nachlese zur JHV 2022
Der FCK als "Work in Progress"


Zahlen, die positiv stimmen, und Gremien, die sich wieder als Einheit präsentieren. In Selbstbeweihräucherung artete die Jahreshauptversammlung des 1. FC Kaiserslautern dennoch nicht aus. Auf dem Weg in die Zukunft steht noch manche Hürde.

Knapp zweieinhalb Jahre ist es nun her, dass die 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA eine Insolvenz in Eigenverwaltung beantragte. Und in Fanforen, aber auch in Funktionärskreisen benachbarter Vereine - ob geographisch oder tabellarisch -, wird bisweilen immer noch gemeckert, es sei moralisch oder sonstwie nicht korrekt gewesen, diesem Verein, der sich doch selbst zugrunde gewirtschaftet hätte, dieses Schlupfloch zu lassen. Zuletzt etwa sprach im Oktober der damalige Rostocker Trainer Jens Härtel von einem "faden Beigeschmack", den die Planinsolvenz und der Corona-bedingte Erlass des üblicherweise fälligen Neun-Punkte-Abzugs hinterlassen hätten.

Ob diese geschmacklich Irritierten sich irgendwann mal die Mühe machen, sich mal einfach nur die Zahlen anzuschauen, die dieser FCK mittlerweile produziert, nur zweieinhalb Jahre, nachdem ihm das Überleben gestattet wurde? Der 1. FC Kaiserslautern e.V. hat im Geschäftsjahr 2021/22 einen Überschuss von 411.000 erwirtschaftet. Seine noch bestehenden Verbindlichkeiten - die übrigens vor allem aus jener Insolvenz der ausgegliederten Kapitalgesellschaft resultieren - hat er von zuvor 6,522 auf nun 5,956 Millionen Euro reduziert. Die zugehörigen Kreditverträge wurden inzwischen auf eine mittelfristige Laufzeit umgeschuldet und bestehen "intern", also bei den Investoren der Saar-Pfalz-Invest GmbH und bei der einst insolventen FCK GmbH & Co. KGaA.

Insolvenz hat FCK über-lebt, nun be-lebt er Fußball-Deutschland

Die Zahl der Vereinsmitglieder ist nach der überaus erfolgreichen Kampagne "Mitglied schafft Zukunft" seit Beginn des Jahres von 16.900 auf den historischen Höchststand von 22.459 geklettert. Für die laufende Saison sind mittlerweile über 20.000 Dauerkarten verkauft. Im Schnitt besuchten 38.602 Zuschauer die Heimspiele des Tabellenvierten der 2. Bundesliga. Über 5.000 FCK-Fans im Mittel füllen bei Auswärtsfahrten die Ränge und Kassen der gastgebenden Vereine.

Kann es denn tatsächlich Fußball-"Freunde" oder gar Fußball-"Romantiker" geben, die es allen Ernstes lieber gesehen hätten, wenn dieser Verein von der Deutschlandkarte des Fußballs verschwunden wäre?

Applaus, Applaus - auch für Marco Antwerpen und Frank Döpper

Trotz vieler positiver Zahlen, Daten und Fakten geriet den Verantwortlichen die Jahreshauptversammlung 2022 jedoch keinesfalls zur Selbstbeweihräucherung. Vielmehr präsentierten sich der "eV." und seine Profifußball spielende Tochter, die "KG", als gemeinschaftliches "Work in Progress". Das machte vor allem der Bericht von FCK-Kapitalgesellschaft-Geschäftsführer Thomas Hengen deutlich. Nach dem Aufstieg im Sommer und einer famosen Hinrunde war dem 48-Jährigen tosender Beifall ohnehin sicher, ebenso wie dem Mannschaftsrat und dem Trainerteam um Dirk Schuster sowie Sascha Franz, die der Versammlung vorübergehend trotz eigentlich noch laufenden Urlaubs beiwohnten.

Hengen beleuchtete aber auch noch einmal die schwierige Situation vor dem Trainerwechsel unmittelbar vor den Relegationsspielen. Was Dank und viel Applaus fürs kurzfristig "geschasste" Trainerteam Marco Antwerpen und Frank Döpper miteinschloss. Schließlich hatte die beiden die Mannschaft auf den Rang geführt, der für die Relegation gegen Dynamo Dresden qualifizierte. Und bei der Erwähnung der beiden Namen im Bericht des Aufsichtsratsvorsitzenden und Versammlungsleiters Rainer Keßler gab's ein weiteres Mal Beifall - ebenfalls ein Beleg für den neuen Spirit, der sich im vor drei Jahren noch so zerstrittenen Verein auszubreiten scheint.

Lizenz 2022/23: DFL hat Leistungsfähigkeit bescheinigt - ohne Auflagen

16 Millionen Euro Umsatzerlöse hat die ausgegliederte Profi-Abteilung im Geschäftsjahr 2021/22 erzielt. Das Konzern-Ergebnis weist für die 3. Liga einen operativen Verlust von 4,12 Millionen auf. Dennoch verfügt die KG über ein positives Eigenkapital von 19,83 Millionen Euro. Die Erlöse im Merchandising-Bereich haben bereits wieder das Niveau der letzten Zweitliga-Saison 2017/18 erreicht.

Und, ganz aktuell: Im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens für die Saison 2022/23 hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) dem FCK bereits die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ohne Auflagen bescheinigt. Braucht es sonst noch irgendwelche Belege, dass die "Planinsolvenz" zum Guten genutzt wurde?

Hengen blickte aber auch nach vorne, und da erstrahlt, der aktuellen Tabellensituation zum Trotz, beileibe nicht alles rosarot. Für Pacht und Instandhaltung des Fritz-Walter-Stadions liefen 2021/22 Kosten in Höhe von drei Millionen Euro. Diese dürften sich im ersten Zweitliga-Jahr mehr als verdoppeln. Weil nun wieder mehr Pacht gezahlt werden muss, aber auch angesichts der steigenden Energiekosten. Natürlich steigen aber auch die Einnahmen des FCK in der 2. Bundesliga in erheblichem Ausmaß, nicht nur wegen der erstklassigen Zuschauerzahlen.

Hengen will Investitionen in NLZ und Scouting

Um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu werden, müsse der FCK im Profifußball dennoch "über einen längeren Zeitraum eine Konstante bilden", so Hengen. Dies sei unter anderem geboten, um in der TV-Geld-Tabelle wieder weiter nach oben zu klettern. Auf der nämlich rangiert der FCK aktuell nur auf dem letzten Platz der Zweiten Liga. Ursache dafür sind die vier Jahre in der Drittklassigkeit, die sich nachteilig auf die Bemessung des Anteils aus dem TV-Gelder-Topf auswirkten. Zwar kassiert der FCK im Vergleich zu rund einer Million Euro in der 3. Liga jetzt schon etwa 7,6 Millionen, liegt damit aber deutlich hinter den 10,1 Millionen, die beispielsweise der 1. FC Nürnberg auf Platz 10 der von Hengen eingeblendeten TV-Geld-Tabelle bekommt. Von den drei Erstplatzierten in diesem Ranking ganz zu schweigen, die zwischen 15,8 und 19,2 Millionen Euro von der DFL erhalten: Fortuna Düsseldorf, Hamburger SV und Arminia Bielefeld.

Eine ebenso wichtige Einnahmequelle seien Transfererlöse. Um diese auch in Zukunft zu erzielen, müsse weiter in die Infrastruktur des Nachwuchsleistungszentrums investiert werden - wobei Thomas Hengen nicht vergaß, dem NLZ-Förderverein zu danken, der seit seiner Gründung vor 15 Monaten schon 50.000 Euro für den Betze-Nachwuchs zusammengetragen hat.

Notwendig sei aber auch der Ausbau der Scouting-Abteilung, damit diese auch "vermehrt an überregionalen Ort präsent sein kann". Mittelfristig soll der Stab an Fußball-Fachleuten zudem durch einen Kaderplaner oder einen technischen Direktor verstärkt werden. Aktuell in der Winterpause solle der Kader "punktuell" verstärkt werden. Im Gegenzug will Hengen den einen oder andere Spieler mit wenig Einsatzzeit abgeben.

Die Investoren: Nicht bei allen beliebt, aber (noch) lebenswichtig

Und, natürlich, auch im Investoren-Bereich müsse sich weiter was bewegen, so der Geschäftsführer. Aufsichtsratsvorsitzener Keßler nannte erneut die Jahreszahlen, bis wann es mit der Öffnung der vom Anhang schon seit 2018 geforderten "Fan-Säule" endlich soweit sein soll: 2025 oder 2026. Dann muss der FCK e.V. nach Ablauf einer siebenjährigen Frist keine Steuern mehr für die Veräußerung seiner Aktien zahlen. Auch dem normalen Fan zu ermöglichen, Anteile am FCK zu erwerben, sei dann auch notwendig, um die ab dann fälligen Verbindlichkeiten begleichen zu können, begründete Keßler.

Und die bereits vorhandenen Investoren, die wegen des vielleicht schädlichen Einflusses, den sie auf den Verein nehmen könnten, vom normalen Fan oft kritisch gesehen werden? "Ohne die könnten wir nicht überleben", betonten Hengen und Keßler unisono. Wie der Aufsichtsratsvorsitzende berichtete, engagiere sich die Saar-Pfalz-Invest GmbH (SPI) nicht nur mit Eigenkapital in der KG - sie habe auch den e.V. mit einem Kredit vor der möglichen Insolvenz bewahrt.

Die "Pacific Media Group" dagegen firmiert nun als "Platin 2180 Gmbh" in der Aktionärsstruktur der KG. Die chinesisch-amerikanisch geführte Gruppe hat sich bekanntlich im März 2022 knapp zehn Prozent der Anteile gesichert - exakt 9,94 Prozent, wie nun erstmals offiziell bekanntgegeben wurde. Rund 3,3 Millionen Euro soll sie dem Vernehmen nach dafür gezahlt haben. Weil das vielen weiterhin zu wenig erscheint, erläuterte Rainer Keßler ein weiteres Mal, dass die Gruppe bereits Investitionsbereitschaft am FCK signalisiert habe, als diesem zu Beginn der Saison 2021/22 der erneute Abstiegskampf in der 3. Liga drohte. Damals war die Verhandlungsgrundlage noch eine andere.

Überraschenderweise wurde "nebenbei" auch noch bekannt gemacht, dass die Regionalen Investoren in der Zwischenzeit ihren Anteil um weitere zehn Prozent aufgestockt haben. Von der FCK GmbH & Co. KGaA gehören nun 34,93 Prozent der SPI sowie jeweils 4,40 Prozent Dienes Packaging und Dr. Theiss Naturwaren, den Firmen von drei der fünf SPI-Investoren. Wieviel Geld dafür geflossen ist, ist bislang nicht bekannt. Der FCK e.V. besitzt somit nur noch 45,85 Prozent der Anteile und nur durch die 50+1-Regel sowie die Satzung ist noch die Stimmenmehrheit des Vereins gesichert.

Die "Mutter" hat auch noch andere schöne Töchter

"Der Mutter", also dem e.V., könne es nur gut gehen, wenn es auch "der Tochter", also auch der KG, gut gehe. Der Vergleich wurde gleich von mehreren Rednern bemüht. Die Berichte des Vorstandsmitglied Tobias Frey allerdings machten deutlich: Bei der ausgegliederten Profiabteilung handelt es sich lediglich um die Promi-Tochter des FCK. Der Verein hat noch einige Töchter mehr, und auch die sind schön anzuschauen, auch wenn sie nicht permanent im Rampenlicht stehen.

Die Hockey-Abteilung etwa besteht schon 110 Jahre und wird in der Hallensaison 2022/23 mit sechs Jugendteams und zwei Erwachsenenteams an den Start gehen. Im Feld stellen die Mädchen der U14, in der Halle die der U12 die aktuellen Meister der Verbandsliga. Die Leichtathletik-Abteilung hat sich als Landes-Leistungszentrum profiliert und stellt mit Hürdensprinter Moritz Heene und Zehnkämpfer Cordian Mielczarek Aktive, die in ihren Disziplinen deutschlandweit zur Spitze zählen. Die Basketball-Damen stiegen aktuell als souveräner Oberligameister in die 1. Regionalliga Südwest auf und holten den Rheinland-Pfalz Pokal.

Und Fußball-Frauen sind auch in der Pfalz auf dem Vormarsch. Derzeit werde über die Gründung einer Frauenfußball-Abteilung nachgedacht, dazu liefen bereits Gespräche mit 1. FFC Kaiserslautern. Mit der 2021 gegründeten E-Sports-Sparte beschreitet der FCK bereits einen weiteren neuen Weg.

Der neue Jugendstil: Nicht alles dreht sich um Fußball

Interessant auch: Gegenwärtig treiben 872 Jugendliche und Kinder unter 18 Jahren Sport beim FCK - und 676 davon spielen keinen Fußball. Das zeigt: Die Zeiten, in denen nach Schule und Hausaufgaben alle nur gegen den Ball treten wollten, sind lange vorbei. Was aber nicht heißen muss, dass junge Sportler anderer Disziplinen nicht gerne auf den Betzenberg pilgern, wenn die Roten Teufel kicken.

Apropos Jugend: Dass die Mitglieder den 35-jährigen Patrick Buchmann und der 31-jährigen Torsten Lill nach dem 55-jährigen ehemaligen FCK-Jugendspieler Michael Schultheiss zu den ersten Nachrückern für den Aufsichtsrat wählten, lässt sich ebenfalls als Zeichen dafür werten, dass die Jugend auch auf dem Vormarsch Richtung FCK-Führungsspitze ist. Wenn auch zum Leidwesen eines Fritz Koch, der es mit seinen 71 Jahren nicht auf die Ersatzbank des Kontrollgremiums schaffte. In diesem bleibt FCK-Legende Hans-Peter Briegel mit seinen nunmehr 67 Lenzen weiterhin der Nestor. Als im Mai nachberufenes Aufsichtsratsmitglied wurde der Altinternationale gemeinsam mit Ministerialdirektor Daniel Stich nun von den Mitgliedern auch offiziell bestätigt.

"Ich will zeigen, dass es nicht nur in den Vereinigten Staaten und im Vatikan möglich ist, auch im reifen Alter noch gewählt zu werden", hatte sich Fritz Koch um die Position beworben. Das ist dem Handwerksmeister aus Frankenthal nun zwar nicht geglückt. Dafür aber darf er für sich in Anspruch nehmen, das netteste Bonmot des Tages platziert zu haben.

Quelle: Der Betze brennt / Autoren: Eric Scherer, Thomas Hilmes
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon SEAN » 04.12.2022, 17:06


So in etwa hatte ich die Nachrückerliste bei der Wahl erwartet. Es waren wohl nicht viele aus den organisierten Fanclubs von der West da, wenn ich das Ergebnis von Marc Litz sehe.
Scheint die Sonne so warm, trag ich Papier unterm Arm,
scheint die Sonne so heiß, setz ich mich hin und.........



Beitragvon ExilDeiwl » 04.12.2022, 18:49


Ja, so hatte ich die Liste auch ungefähr erwartet, hätte aber nicht gedacht, dass Marc Litz als letzter abschneidet.

Wie auch immer: den gewählten Nachrückern herzlichen Glückwunsch und alles Gute für den Fall eines Einsatzes!
🇺🇦 STOP WAR! FUCK PUTIN! 🇺🇦



Beitragvon carpe-diabolos » 04.12.2022, 18:55


Es macht halt einen Unterschied, ob man Imagefilme dreht, unkritisch Interviews macht oder eine fundierte Rede vor über 400 Anwesenden plus Presse halten soll.

Selbst das Ablesen des Redetextes ging mehrfach schief ("da bin ich wieder in der Zeile verrutscht").

Das einfach nix! Da waren alle Mitbewerber um Längen kompetenter.
Qui diabolos odit, odit homines is
Wer die Roten Teufel hasst, hasst die Menschen
Quidquid agis, prudenter agas et respice finem
Was auch immer du tust, handele klug und bedenke das Ende



Beitragvon ExilDeiwl » 04.12.2022, 19:34


Ja, vor über 400 Menschen zu reden und für sich zu werben ist halt doch eine Herausforderung, anders als einen Podcast zu sprechen oder auf Youtube. Wobei auch da schon was dazu gehört.

Ich kann jedenfalls mit den Nachrückern Stand heute gut leben.
🇺🇦 STOP WAR! FUCK PUTIN! 🇺🇦



Beitragvon Betze_FUX » 04.12.2022, 20:17


Wobei das am Ende halt auch nicht entscheidend für die Art und Weise der tätigkeit ist. Als AR macht man ja selten reden vor 400 Leuten. Aber man muss sich halt auch verkaufen können...
"In Kaiserslautern immer auf die übertriebene Erwartungshaltung zu verweisen, ist vollkommener Quatsch. Ich vermisse es, dass man die Fans als Faktor begreift, mit dem Erfolg zu schaffen ist." - Kalli Feldkamp



Beitragvon Kohlmeyer » 04.12.2022, 22:03


Die erste Nachlese mit einigen Stimmen zur JHV packen wir mal vorerst hier mit rein:

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Frey: "Unser FCK e.V. hat wieder eine Perspektive"

"Chaoslautern"? Ist vergessen. Bei der Mitgliederversammlung 2022 erhielten die Ver­antwortlichen des 1. FC Kaiserslautern e.V. beeindruckend hohe Zustimmungswerte für ihre Arbeit. Wir haben nach der JHV einige der Protagonisten um ein Statement gebeten.

Rainer Keßler, Aufsichtsrats- und Beiratsvorsitzender sowie heutiger Versammlungsleiter: "Endlich wieder eine Präsenzveranstaltung! Die virtuellen Jahreshauptversammlungen zuletzt liefen im Vergleich dazu doch recht distanziert ab. Auch als Vorstand oder Aufsichtsrat will man Emotionen erleben, das ist es doch, was einen Verein ausmacht. Hier wieder den Kontakt und die Stimmungen zu spüren, das war einfach motivierend. Es war eine harmonische Mitgliederversammlung, so wie man sie sich wünscht. Dies lässt sich einerseits natürlich dadurch erklären, dass unsere Mannschaft zurzeit sehr erfolgreich ist. Aber ich denke, wir konnten unseren Mitgliedern auch verdeutlichen, dass wir unsere Hausaufgaben machen. Auch wenn wir noch lange nicht am Ziel sind. Das tolle Ergebnis, mit dem unser Vereinsvorstand entlastet wurde, freut mich natürlich besonders, weil ich es war, der die Drei seinerzeit auf eine Kandidatur für dieses Amt angesprochen hat. Es ist wirklich bemerkenswert, was sie bislang geleistet haben."

Tobias Frey, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und federführend für die Organisation der Versammlung zuständig: "Der Vereinsvorstand ist mit einer Mehrheit von 99,47 Prozent entlastet worden - da waren Wolfgang Erfurt, Gero Scira und ich einfach nur sprachlos. Wir hätten nicht gedacht, dass ein solches Ergebnis bei einem 1. FC Kaiserslautern überhaupt möglich ist. 378 Ja- und nur zwei Gegenstimmen. Ich habe nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses natürlich sofort geschaut, welche zwei da jetzt aufstehen und die Halle verlassen, aber mir ist niemand aufgefallen (lacht). Wie sich dieses Ergebnis erklären lässt? Ich denke, es war einfach die Summe der positiven Nachrichten, mit denen wir aufwarten konnten: Schwarze Zahlen, Jahresüberschuss, Abbau von Verbindlichkeiten, die außerordentlich erfolgreiche Mitglieder-Kampagne. Die Leute sehen, unser FCK e.V. hat wieder eine Perspektive - das ist das Ausschlaggebende."

Michael Schultheiss, neugewählter "erster Nachrücker" für den Aufsichtsrat und ehemaliger Meisterspieler mit der B-Jugend der Roten Teufel: "Ich bin natürlich mächtig stolz. Zuletzt vor über 35 Jahren im FCK-Trikot aktiv, ehe eine Verletzung meine aktive Karriere beendete - und jetzt, mit 55 Jahren? Erster Ersatzmann in einem Team, in dem Hans-Peter Briegel spielt! Ich habe gesagt, ich will eine Option für den Verein und seine Mitglieder sein, und das bin ich jetzt. Im Prinzip kann ich mir auch gut vorstellen, dies auch zu den nächsten regulären Aufsichtsratswahlen im kommenden Jahr darzustellen. Aber bis dahin ist es noch eine lange Zeit. Zu der Überzeugung, die ich in meiner Vorstellungsrede geäußert habe, stehe ich auch weiterhin: Der FCK hat das Potential, seine Mitgliederzahl auf 50.000 hochzuschrauben. Allein die würden fünf bis sechs Millionen Euro an Einnahmen pro Jahr garantieren. Aus meiner beruflichen Tätigkeit weltweit weiß ich: Überall sehnen sich die Menschen danach, sich mit einem Verein zu identifizieren, der sich von unten hochkämpft, in dem man zusammensteht, der ehrlich arbeitet und ehrlich kommuniziert. Wir beim FCK können das sein!"

Was sonst noch auf der Mitgliederversammlung des FCK e.V. passierte, könnt Ihr in un­serem ausführlichen Live-Ticker nachlesen: Neben der Komplettierung des Aufsichts­rates wurde erstmals die Aktionärsstruktur der ausgegliederten FCK GmbH & Co. KGaA bekanntgegeben und - natürlich - auf den Aufstieg in die Zweite Liga zurückgeblickt.

Quelle: Der Betze brennt

Weitere Links zum Thema:

- Live-Ticker zum Nachlesen: So lief die JHV 2022 (Der Betze brennt)



Beitragvon wernerg1958 » 05.12.2022, 09:02


Es gab schon schlechtere Nachrichten nach einer JHV. Was aus meiner Sicht ein Muster ohne Wert ist war die Wahl der Nachrücker. Es ist nicht davon auszugehen, daß es bis zur JHV in 2023, dann mit Neuwahlen des kompletten AR des FCKev, Rücktritte gibt. Und dann gibt es wieder für alle eine neue Chance. Schöne Adventszeit.



Beitragvon Kohlmeyer » 05.12.2022, 13:45


Hier kommt noch eine etwas ausführlichere DBB-Nachlese zur gestrigen JHV:

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Foto: MS-Sportfoto

Nachlese zur JHV 2022
Der FCK als "Work in Progress"


Zahlen, die positiv stimmen, und Gremien, die sich wieder als Einheit präsentieren. In Selbstbeweihräucherung artete die Jahreshauptversammlung des 1. FC Kaiserslautern dennoch nicht aus. Auf dem Weg in die Zukunft steht noch manche Hürde.

Knapp zweieinhalb Jahre ist es nun her, dass die 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA eine Insolvenz in Eigenverwaltung beantragte. Und in Fanforen, aber auch in Funktionärskreisen benachbarter Vereine - ob geographisch oder tabellarisch -, wird bisweilen immer noch gemeckert, es sei moralisch oder sonstwie nicht korrekt gewesen, diesem Verein, der sich doch selbst zugrunde gewirtschaftet hätte, dieses Schlupfloch zu lassen. Zuletzt etwa sprach im Oktober der damalige Rostocker Trainer Jens Härtel von einem "faden Beigeschmack", den die Planinsolvenz und der Corona-bedingte Erlass des üblicherweise fälligen Neun-Punkte-Abzugs hinterlassen hätten.

Ob diese geschmacklich Irritierten sich irgendwann mal die Mühe machen, sich mal einfach nur die Zahlen anzuschauen, die dieser FCK mittlerweile produziert, nur zweieinhalb Jahre, nachdem ihm das Überleben gestattet wurde? Der 1. FC Kaiserslautern e.V. hat im Geschäftsjahr 2021/22 einen Überschuss von 411.000 erwirtschaftet. Seine noch bestehenden Verbindlichkeiten - die übrigens vor allem aus jener Insolvenz der ausgegliederten Kapitalgesellschaft resultieren - hat er von zuvor 6,522 auf nun 5,956 Millionen Euro reduziert. Die zugehörigen Kreditverträge wurden inzwischen auf eine mittelfristige Laufzeit umgeschuldet und bestehen "intern", also bei den Investoren der Saar-Pfalz-Invest GmbH und bei der einst insolventen FCK GmbH & Co. KGaA.

Insolvenz hat FCK über-lebt, nun be-lebt er Fußball-Deutschland

Die Zahl der Vereinsmitglieder ist nach der überaus erfolgreichen Kampagne "Mitglied schafft Zukunft" seit Beginn des Jahres von 16.900 auf den historischen Höchststand von 22.459 geklettert. Für die laufende Saison sind mittlerweile über 20.000 Dauerkarten verkauft. Im Schnitt besuchten 38.602 Zuschauer die Heimspiele des Tabellenvierten der 2. Bundesliga. Über 5.000 FCK-Fans im Mittel füllen bei Auswärtsfahrten die Ränge und Kassen der gastgebenden Vereine.

Kann es denn tatsächlich Fußball-"Freunde" oder gar Fußball-"Romantiker" geben, die es allen Ernstes lieber gesehen hätten, wenn dieser Verein von der Deutschlandkarte des Fußballs verschwunden wäre?

Applaus, Applaus - auch für Marco Antwerpen und Frank Döpper

Trotz vieler positiver Zahlen, Daten und Fakten geriet den Verantwortlichen die Jahreshauptversammlung 2022 jedoch keinesfalls zur Selbstbeweihräucherung. Vielmehr präsentierten sich der "eV." und seine Profifußball spielende Tochter, die "KG", als gemeinschaftliches "Work in Progress". Das machte vor allem der Bericht von FCK-Kapitalgesellschaft-Geschäftsführer Thomas Hengen deutlich. Nach dem Aufstieg im Sommer und einer famosen Hinrunde war dem 48-Jährigen tosender Beifall ohnehin sicher, ebenso wie dem Mannschaftsrat und dem Trainerteam um Dirk Schuster sowie Sascha Franz, die der Versammlung vorübergehend trotz eigentlich noch laufenden Urlaubs beiwohnten.

Hengen beleuchtete aber auch noch einmal die schwierige Situation vor dem Trainerwechsel unmittelbar vor den Relegationsspielen. Was Dank und viel Applaus fürs kurzfristig "geschasste" Trainerteam Marco Antwerpen und Frank Döpper miteinschloss. Schließlich hatte die beiden die Mannschaft auf den Rang geführt, der für die Relegation gegen Dynamo Dresden qualifizierte. Und bei der Erwähnung der beiden Namen im Bericht des Aufsichtsratsvorsitzenden und Versammlungsleiters Rainer Keßler gab's ein weiteres Mal Beifall - ebenfalls ein Beleg für den neuen Spirit, der sich im vor drei Jahren noch so zerstrittenen Verein auszubreiten scheint.

Lizenz 2022/23: DFL hat Leistungsfähigkeit bescheinigt - ohne Auflagen

16 Millionen Euro Umsatzerlöse hat die ausgegliederte Profi-Abteilung im Geschäftsjahr 2021/22 erzielt. Das Konzern-Ergebnis weist für die 3. Liga einen operativen Verlust von 4,12 Millionen auf. Dennoch verfügt die KG über ein positives Eigenkapital von 19,83 Millionen Euro. Die Erlöse im Merchandising-Bereich haben bereits wieder das Niveau der letzten Zweitliga-Saison 2017/18 erreicht.

Und, ganz aktuell: Im Rahmen des Lizenzierungsverfahrens für die Saison 2022/23 hat die Deutsche Fußball-Liga (DFL) dem FCK bereits die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ohne Auflagen bescheinigt. Braucht es sonst noch irgendwelche Belege, dass die "Planinsolvenz" zum Guten genutzt wurde?

Hengen blickte aber auch nach vorne, und da erstrahlt, der aktuellen Tabellensituation zum Trotz, beileibe nicht alles rosarot. Für Pacht und Instandhaltung des Fritz-Walter-Stadions liefen 2021/22 Kosten in Höhe von drei Millionen Euro. Diese dürften sich im ersten Zweitliga-Jahr mehr als verdoppeln. Weil nun wieder mehr Pacht gezahlt werden muss, aber auch angesichts der steigenden Energiekosten. Natürlich steigen aber auch die Einnahmen des FCK in der 2. Bundesliga in erheblichem Ausmaß, nicht nur wegen der erstklassigen Zuschauerzahlen.

Hengen will Investitionen in NLZ und Scouting

Um wirtschaftlich konkurrenzfähig zu werden, müsse der FCK im Profifußball dennoch "über einen längeren Zeitraum eine Konstante bilden", so Hengen. Dies sei unter anderem geboten, um in der TV-Geld-Tabelle wieder weiter nach oben zu klettern. Auf der nämlich rangiert der FCK aktuell nur auf dem letzten Platz der Zweiten Liga. Ursache dafür sind die vier Jahre in der Drittklassigkeit, die sich nachteilig auf die Bemessung des Anteils aus dem TV-Gelder-Topf auswirkten. Zwar kassiert der FCK im Vergleich zu rund einer Million Euro in der 3. Liga jetzt schon etwa 7,6 Millionen, liegt damit aber deutlich hinter den 10,1 Millionen, die beispielsweise der 1. FC Nürnberg auf Platz 10 der von Hengen eingeblendeten TV-Geld-Tabelle bekommt. Von den drei Erstplatzierten in diesem Ranking ganz zu schweigen, die zwischen 15,8 und 19,2 Millionen Euro von der DFL erhalten: Fortuna Düsseldorf, Hamburger SV und Arminia Bielefeld.

Eine ebenso wichtige Einnahmequelle seien Transfererlöse. Um diese auch in Zukunft zu erzielen, müsse weiter in die Infrastruktur des Nachwuchsleistungszentrums investiert werden - wobei Thomas Hengen nicht vergaß, dem NLZ-Förderverein zu danken, der seit seiner Gründung vor 15 Monaten schon 50.000 Euro für den Betze-Nachwuchs zusammengetragen hat.

Notwendig sei aber auch der Ausbau der Scouting-Abteilung, damit diese auch "vermehrt an überregionalen Ort präsent sein kann". Mittelfristig soll der Stab an Fußball-Fachleuten zudem durch einen Kaderplaner oder einen technischen Direktor verstärkt werden. Aktuell in der Winterpause solle der Kader "punktuell" verstärkt werden. Im Gegenzug will Hengen den einen oder andere Spieler mit wenig Einsatzzeit abgeben.

Die Investoren: Nicht bei allen beliebt, aber (noch) lebenswichtig

Und, natürlich, auch im Investoren-Bereich müsse sich weiter was bewegen, so der Geschäftsführer. Aufsichtsratsvorsitzener Keßler nannte erneut die Jahreszahlen, bis wann es mit der Öffnung der vom Anhang schon seit 2018 geforderten "Fan-Säule" endlich soweit sein soll: 2025 oder 2026. Dann muss der FCK e.V. nach Ablauf einer siebenjährigen Frist keine Steuern mehr für die Veräußerung seiner Aktien zahlen. Auch dem normalen Fan zu ermöglichen, Anteile am FCK zu erwerben, sei dann auch notwendig, um die ab dann fälligen Verbindlichkeiten begleichen zu können, begründete Keßler.

Und die bereits vorhandenen Investoren, die wegen des vielleicht schädlichen Einflusses, den sie auf den Verein nehmen könnten, vom normalen Fan oft kritisch gesehen werden? "Ohne die könnten wir nicht überleben", betonten Hengen und Keßler unisono. Wie der Aufsichtsratsvorsitzende berichtete, engagiere sich die Saar-Pfalz-Invest GmbH (SPI) nicht nur mit Eigenkapital in der KG - sie habe auch den e.V. mit einem Kredit vor der möglichen Insolvenz bewahrt.

Die "Pacific Media Group" dagegen firmiert nun als "Platin 2180 Gmbh" in der Aktionärsstruktur der KG. Die chinesisch-amerikanisch geführte Gruppe hat sich bekanntlich im März 2022 knapp zehn Prozent der Anteile gesichert - exakt 9,94 Prozent, wie nun erstmals offiziell bekanntgegeben wurde. Rund 3,3 Millionen Euro soll sie dem Vernehmen nach dafür gezahlt haben. Weil das vielen weiterhin zu wenig erscheint, erläuterte Rainer Keßler ein weiteres Mal, dass die Gruppe bereits Investitionsbereitschaft am FCK signalisiert habe, als diesem zu Beginn der Saison 2021/22 der erneute Abstiegskampf in der 3. Liga drohte. Damals war die Verhandlungsgrundlage noch eine andere.

Überraschenderweise wurde "nebenbei" auch noch bekannt gemacht, dass die Regionalen Investoren in der Zwischenzeit ihren Anteil um weitere zehn Prozent aufgestockt haben. Von der FCK GmbH & Co. KGaA gehören nun 34,93 Prozent der SPI sowie jeweils 4,40 Prozent Dienes Packaging und Dr. Theiss Naturwaren, den Firmen von drei der fünf SPI-Investoren. Wieviel Geld dafür geflossen ist, ist bislang nicht bekannt. Der FCK e.V. besitzt somit nur noch 45,85 Prozent der Anteile und nur durch die 50+1-Regel sowie die Satzung ist noch die Stimmenmehrheit des Vereins gesichert.

Die "Mutter" hat auch noch andere schöne Töchter

"Der Mutter", also dem e.V., könne es nur gut gehen, wenn es auch "der Tochter", also auch der KG, gut gehe. Der Vergleich wurde gleich von mehreren Rednern bemüht. Die Berichte des Vorstandsmitglied Tobias Frey allerdings machten deutlich: Bei der ausgegliederten Profiabteilung handelt es sich lediglich um die Promi-Tochter des FCK. Der Verein hat noch einige Töchter mehr, und auch die sind schön anzuschauen, auch wenn sie nicht permanent im Rampenlicht stehen.

Die Hockey-Abteilung etwa besteht schon 110 Jahre und wird in der Hallensaison 2022/23 mit sechs Jugendteams und zwei Erwachsenenteams an den Start gehen. Im Feld stellen die Mädchen der U14, in der Halle die der U12 die aktuellen Meister der Verbandsliga. Die Leichtathletik-Abteilung hat sich als Landes-Leistungszentrum profiliert und stellt mit Hürdensprinter Moritz Heene und Zehnkämpfer Cordian Mielczarek Aktive, die in ihren Disziplinen deutschlandweit zur Spitze zählen. Die Basketball-Damen stiegen aktuell als souveräner Oberligameister in die 1. Regionalliga Südwest auf und holten den Rheinland-Pfalz Pokal.

Und Fußball-Frauen sind auch in der Pfalz auf dem Vormarsch. Derzeit werde über die Gründung einer Frauenfußball-Abteilung nachgedacht, dazu liefen bereits Gespräche mit 1. FFC Kaiserslautern. Mit der 2021 gegründeten E-Sports-Sparte beschreitet der FCK bereits einen weiteren neuen Weg.

Der neue Jugendstil: Nicht alles dreht sich um Fußball

Interessant auch: Gegenwärtig treiben 872 Jugendliche und Kinder unter 18 Jahren Sport beim FCK - und 676 davon spielen keinen Fußball. Das zeigt: Die Zeiten, in denen nach Schule und Hausaufgaben alle nur gegen den Ball treten wollten, sind lange vorbei. Was aber nicht heißen muss, dass junge Sportler anderer Disziplinen nicht gerne auf den Betzenberg pilgern, wenn die Roten Teufel kicken.

Apropos Jugend: Dass die Mitglieder den 35-jährigen Patrick Buchmann und der 31-jährigen Torsten Lill nach dem 55-jährigen ehemaligen FCK-Jugendspieler Michael Schultheiss zu den ersten Nachrückern für den Aufsichtsrat wählten, lässt sich ebenfalls als Zeichen dafür werten, dass die Jugend auch auf dem Vormarsch Richtung FCK-Führungsspitze ist. Wenn auch zum Leidwesen eines Fritz Koch, der es mit seinen 71 Jahren nicht auf die Ersatzbank des Kontrollgremiums schaffte. In diesem bleibt FCK-Legende Hans-Peter Briegel mit seinen nunmehr 67 Lenzen weiterhin der Nestor. Als im Mai nachberufenes Aufsichtsratsmitglied wurde der Altinternationale gemeinsam mit Ministerialdirektor Daniel Stich nun von den Mitgliedern auch offiziell bestätigt.

"Ich will zeigen, dass es nicht nur in den Vereinigten Staaten und im Vatikan möglich ist, auch im reifen Alter noch gewählt zu werden", hatte sich Fritz Koch um die Position beworben. Das ist dem Handwerksmeister aus Frankenthal nun zwar nicht geglückt. Dafür aber darf er für sich in Anspruch nehmen, das netteste Bonmot des Tages platziert zu haben.

Quelle: Der Betze brennt / Autoren: Eric Scherer, Thomas Hilmes

Weitere Links zum Thema:

- Chronologie im DBB-Forum: Nachlese zur Jahreshauptversammlung 2022



Beitragvon Betze_FUX » 05.12.2022, 16:52


Es ist erschreckend....da ist JHV und es gibt 7 und 14 beiträge zu den entspr. Berichten... Das waren Mal 400-600 :)
"In Kaiserslautern immer auf die übertriebene Erwartungshaltung zu verweisen, ist vollkommener Quatsch. Ich vermisse es, dass man die Fans als Faktor begreift, mit dem Erfolg zu schaffen ist." - Kalli Feldkamp



Beitragvon Schlossberg » 05.12.2022, 17:10


Da die Damen in dieser "Nachlese" bisher nicht genannt sind, möchte ich nochmals auf des starken Applaus hinweisen, den Annemarie Liebrich und Beatrix Thines voll verdient ernteten.
Man hätte sich gewünscht, dass Werner und Norbert den Wiederaufstieg des FCK noch hätten erleben dürfen.



Beitragvon Glotterteufel » 05.12.2022, 18:58


In dem Bericht wird die wirtschaftliche Erholung auch durch den sehr guten Zuschauerschnitt begründet.
Mich würde mal interessieren, was bei einem Heimspiel mit 38.000 im Schnitt hängen bleibt. Wie hoch sind die Bruttoeinnahmen an einem Heim Spieltag und was bleibt nach Abzug aller Kosten übrig? Ist das bekannt bzw. weiß das jemand?

Ansonsten sieht man, dass sehr viel am sportlichen Erfolg hängt. Durch den Aufstieg, die gute Hinrunde, und die daraus resultierende Euphorie sieht alles ganz schnell viel positiver aus. Warum soll da Unruhe aufkommen? Klar, wenn man mitmischen kann, muss man die Chance nutzen. Generell glaube ich, wäre es besser, sich erstmal in der 2. Liga zu etablieren.

Im Frühjahr 2021 noch fast in der Regionalliga, jetzt im Winter 2022 mit Blick auf die Bundesliga. Das ist einfach nur verrückt.



Beitragvon paulgeht » 06.12.2022, 13:39


Vielen Dank für die tolle Zusammenfassung der JHV, sehr lesenswert. Insgesamt stimmt doch der Weg, der beschritten wird, wenngleich keine der Zahlen Anlass geben, sich auszuruhen.

Eine andere Sache, die ich super finde: Die Stärkung anderer Abteilungen. Egal ob Frauen-Fußball oder Hockey, der FCK als Gesamtverein soll ruhig auf mehreren Füßen stehen und regional und überregional eine "Marke" werden.
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Beitragvon Alex76 » 14.12.2022, 18:50


Die vorigen Jahreshauptversammlungen in Präsenz waren meist zäh und langwierig. Aufgrund der sportlichen und wirtschaftlichen Situation kontrovers. Thematiken betrafen z.B. Satzungsänderung(en) und Ausgliederung.

Der Reiz dieser JHV war die Bestätigung der bestellten Aufsichtsratsmitglieder Hans Peter Briegel und Daniel Stich. Zudem stellten sich Patrick Buchmann, Fritz Koch, Thorsten Lill, Marc Litz und Michael Schultheiss als Aufsichtsratskandidaten vor. Dabei vernahmen die Vereinsmitglieder von allen Kandidaten einen Wunsch nach Kontinuität und Geschlossenheit im Gremium. Schließlich konnte die Mannschaft den Aufstieg in die 2.Bundesliga feiern, begleitet mit positiven wirtschaftsrelevanenten Zahlen. Besonders der Zuschauerschnitt übertraf mit über 38.000 Zuschauern die Erwartungen, so dass der 1.FCK nach der Planinsolvenz wieder positive Nachrichten schreibt. Ebenso bemerkenswert ist die Erhöhung der Mitgliederzahl von 16.900 auf rund 22.500 und den Verkauf von mehr als 22.000 Dauerkarten.

Dennoch ist die finanzielle Lage nicht einfach. Das Fritz-Walter-Stadion kostet eine jährliche Miete in der 2.Bundesliga von 2,4 Millionen Euro. Zudem fallen laut Thomas Hengen weitere Stadionkosten von ca. 4 Millionen Euro an. Besonders die Verdoppelung oder vielleicht sogar Verdreifachung der Energiepreise schmälern das Betriebsergebnis, das aufgrund der fantastischen Zuschauerzahlen und der ausverkauften VIP-Bereiche im Vergleich zur Vorsaison stark anwachsen wird.

Vor einer wirtschaftlichen Stagnation gilt es Lösungen zu finden, um die Basis für einen 1.FCK in der ersten bzw. zweiten Bundesliga dauerhaft zu legen. Die TV-Gelder sind vom sportlichen Abschneiden abhängig. Die nie im Betracht stehende Veräußerung der Namensrechte am Fritz-Walter-Stadion ist von der Vereinssatzung geschützt. Um also weitere Einnahmen zu generieren, bedarf es kreativere Antworten im Rahmen des Fritz-Walter-Stadions bzw. des Nachwuchsleistungszentrums. Hier kommt gedanklich eine gemeinnützige GmbH ins Spiel, die zwischen der Stadt und dem Verein operiert.

Bisher ist die Fritz-Walter-Stadion Gesellschaft eher passiv auf die Abwicklung des Kredits ausgerichtet. Eine thematische Erweiterung des Gesellschaftszweckes würde eine aktivere Rolle durch die gGmbH ermöglichen, so dass Spenden, Sponsorengelder und Investitionen akquiriert werden könnten.

Ausgehend von einem überdimensionierten WM-Stadion (Fritz-Walter-Stadion) könnte die Finanzierung, der Betrieb und die Vermarktung von Sportstätten in RLP (Kaiserkarree KL, Multifunktionshalle Mainz, …) angeregt werden. Mittels Innovationen wie einer Stadionherberge Kaiserslautern, einer Olympiaherberge, Naming Right Alternative oder Sportfondskonzept wäre die gGmbH attraktiv und sexy. Für den 1.FC Kaiserslautern könnte/würde die Miete erlassen werden und wichtige Stadion(instandhaltungs-)arbeiten verrichtet werden, die die Rentabilität der Immobilie erhöhen.

Eingebettet und flankiert wäre die Gründung der gGmbH in eine deutschlandweite Kampagne, die die Nachhaltigkeit der Olympischen Spiele auf den Breiten- und Leistungssport transferiert. Und gleichzeitig die Nachhaltigkeit des Handwerks in der öffentlichen Wahrnehmung stärkt. Also eine gGmbH im Bereich Sport, Kunst, Kultur und Handwerk. Finanziert über eine KGaA! Oder doch anders? Mich würde es freuen auch andere Interessierte zu erreichen, die ihr Wissen, Know-how und ihre Erfahrungen teilen. Persönlich würde ich daher alle fünf Aufsichtsratskandidaten engagieren. ;-)




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