Fragen, Antworten und Anekdoten zur Geschichte des FCK.

Beitragvon Thomas » 26.09.2022, 17:04


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Nachlass von FCK-Legende Horst Eckel wird versteigert

Der Nachlass von Weltmeister und Ehrenspielführer Horst Eckel († 89) wird ver­stei­gert. Mit dem Erlös der Auktionsstücke, darunter Trikotsatz, Fußballschuhe und Goldmedaille vom WM-Endspiel 1954, soll für Eckels Witwe Hannelore (85) gesorgt werden.

Die Versteigerung wird angekündigt und durchgeführt vom Auktionshaus "AGON-SportsWorld", das von der Familie des am 3. Dezember 2021 verstorbenen Horst Eckel damit beauftragt wurde. In der Mitteilung heißt es: "Die Sammlung besteht aus über 500 Einzelstücken, die in 243 Positionen angeboten werden. Die Prunkstücke dieser Sammlung sind die vollständige Sportkleidung, die Horst Eckel im Endspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 trug: Trikot, Hose, Stutzen (35.000,- €) und Fußballschuhe (12.500,- €). Weltweit wohl einmalig! Außerdem gehört die FIFA-Siegermedaille aus Gold für die Weltmeister 1954 dazu (35.000,- €). Davon wurden nur 13 Exemplare ausgegeben."

Nach DBB-Informationen werden des Weiteren auch Memorabilien aus der Zeit beim 1. FC Kaiserslautern versteigert, darunter die zwei Meisternadeln des DFB für die Titel 1951 und 1953 sowie die 2017 überreichte Ehrenspielführerurkunde des Vereins. Der goldene Meisterring, den Eckel bis ins hohe Alter trug, wird nicht verkauft.

Weitere Informationen zur Auktion werden am morgigen Dienstag ab 12:00 Uhr auf einer Pressekonferenz mit Tochter Dagmar Eckel und Wolfgang Fuhr, dem Geschäftsführer der "AGON SportsWorld GmbH", bekanntgegeben. Auf YouTube soll es hierzu einen Live-Stream geben. Unter agon-auktion.de ist zudem in Kürze ein Sonderkatalog mit allen zum Verkauf stehenden Stücken einsehbar.

"Große Bedenken", aber Erlös soll zur Pflege von Hannelore Eckel dienen

"Familie Eckel hat sich unter großen Bedenken jetzt dazu entschlossen, die Sammlung zu veräußern", schreibt das Auktionshaus weiter. "Nur einige wenige Stücke mit persönlichen Bezügen verbleiben im Besitz der Familie. Der Erlös dieser Sammlung kommt komplett der Sicherung der langfristigen Pflege der Weltmeisterwitwe Hannelore Eckel zugute. Es war Horst Eckels ausdrücklicher Wunsch, dass seine schwer erkrankte Frau, mit der er 64 Jahre verheiratet war, niemals in ein Heim kommen sollte."

Die Versteigerung ist für November geplant und soll entweder komplett oder einzeln stattfinden. Dazu nochmals das Auktionshaus: "Der Wunsch Familie Eckels ist es, dass die Sammlung komplett von einem öffentlichen Museum, Archiv oder Privatsponsor übernommen wird und die umfangreiche historische Sammlung sachgerecht archiviert, gesichert und somit öffentlich zugänglich gemacht werden kann. Deshalb wird diese Sammlung komplett am 9.11.2022 in einer Privatauktion bei AGON-SportsWorld für einen Startpreis von 280.000,- € angeboten. Der Startpreis orientiert sich an der Summe von 250.000,- €, die 2019 für die Fragmente der Fritz-Walter-Sammlung gezahlt wurden. In den Resten der Fritz-Walter-Sammlung fehlten allerdings schon die wesentlichen Kernstücke, das Endspieltrikot und die Siegermedaille 1954. Sollte allerdings am 9.11. kein Käufer für die Eckel-Sammlung gefunden werden, werden die Stücke am 19.11. in Mannheim von 11.00 - 13.00 Uhr im Maritim Parkhotel einzeln angeboten."

Familie hofft auf 280.000 Euro - Fritz Walters Nachlass als Vergleich

Die erwähnte Versteigerung von Fritz Walters Nachlass hatte Anfang 2019 für großes Aufsehen gesorgt. Weil weder der Deutsche Fußball-Bund noch der damals kurz vor der Insolvenz stehende 1. FC Kaiserslautern die Erinnerungsstücke erwerben konnten oder wollten, standen die Erbstücke des WM-Kapitäns von 1954 kurz vor der Zerstreuung in alle Welt. Letztendlich rettete der damalige FCK-Hauptsponsor Harald Layenberger mit seiner Firma den Nachlass, im Oktober 2020 folgte eine große, von Fans organisierte Ausstellung in der Fruchthalle.

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 18.11.2022:

Nachlass von Horst Eckel wird in Einzelteilen versteigert

Bei 280.000 Euro lag der Schätzpreis für das gesamte Erbe von Horst Eckel, der 2021 als letzter Fußball-Weltmeister von 1954 starb. Tochter Dagmar hatte sich entschieden, die Erinnerungsstücke zu veräußern, um die Pflegekosten für ihre Mutter stemmen zu können. "Zwei hochkarätige Sammler aus Deutschland waren bis zum Schluss dabei", sagt Auktionator Wolfgang Fuhr, doch beide sprangen kurzfristig ab. Deshalb kommt der Nachlass nun am Samstag im Mannheimer Maritim-Hotel in Einzelteilen unter den Hammer. (…)

Quelle und kompletter Text: Rheinpfalz


Ergänzung, 19.11.2022:

Mehr als 200.000 Euro für den Nachlass von Horst Eckel

Der Nachlass von Horst Eckel, Ehrenspielführer des 1. FC Kaiserslautern und Weltmeister von 1954, wurde am Samstagmittag wie angekündigt versteigert. Das Trikot vom Wunder von Bern brachte 78.000 Euro, auch viele FCK-Stücke kamen unter den Hammer.

Bei der von "AGON SportsWorld" durchgeführten Auktion ersteigerte ein nicht namentlich genannter Telefonbieter mit der Nummer "43" das DFB-Trikot vom WM-Endspiel 1954 für 78.000 Euro, die zugehörigen Adidas-Schuhe für 20.000 Euro und die goldene Siegermedaille für 76.000 Euro. Die Startpreise für diese drei Top-Exponate hatten jeweils bei ungefähr der Hälfte des nun erzielten Preises gelegen. Wohin die Stücke gehen, ob sie in Deutschland bleiben oder ob sie zukünftig öffentlich ausgestellt werden, wurde zunächst nicht bekannt.

Zahlreiche weitere Exponate wie Ehrenplaketten/-nadeln, Autogrammsammlungen und sonstige kleinere Teile wurden zudem für drei- bis vierstellige Summen verkauft. Besonders begehrt waren dabei die Teile von der WM 1954: Eine Herberger-Uhr brachte 4.100 Euro, die Siegernadel vom Endspiel 3.500 Euro, Eckels Teilnehmerausweis 2.800 Euro. Zudem ging ein Spielball von der WM 1958 für 5.900 Euro über den Tisch.

Aber auch von Eckels Zeit beim 1. FC Kaiserslautern wurden einige Exponate versteigert: Für die zwei Meisternadeln von 1951 und 1953 wurden 1.800 beziehungsweise 2.700 Euro geboten. Die Urkunde zur Ernennung als Ehrenmitglied des FCK brachte 500 Euro ein, für die 2017 überreichte Urkunde zur Ernennung als Ehrenspielführer wurde unter der Auktionsnummer "2112" kein Gebot abgegeben. Der goldene Meisterring, den Eckel bis ins hohe Alter trug, wurde nicht versteigert und bleibt im Besitz der Familie.

Insgesamt kamen weit über 200.000 Euro für den Nachlass des am 3. Dezember 2021 im Alter von 89 Jahren verstorbenen Horst Eckel zusammen. Die Versteigerung hatte vor einigen Wochen seine Tochter Dagmar Eckel unter großem öffentlichen Aufsehen angekündigt. Das Geld soll für die langfristige Pflege von Witwe Hannelore Eckel (85) verwendet werden.

Die Auktion wurde per Live-Stream im Internet übertragen und kann momentan noch unter folgendem Link angeschaut werden:

» Live-Stream: AGON Live Auktion inkl. Sonderauktion Horst Eckel

Quelle: Der Betze brennt
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon FCKFreak » 26.09.2022, 18:47


Mal gespannt wie sich der DFB verhält!!!

Horst du warst und beibst ein Ehrenmann. Allein schon das du deiner Hannelore versprochen hast Sie soll niemals ins Heim ist an Menschlichkeit nicht zu überbieten.

Schaut euch diese Welt an und denkt an Horst. Dann merkt
man den Unterschied. :cry:


Boykot Quartar!!!!!!



Beitragvon Lautern-Fahne » 26.09.2022, 18:56


Immerhin ist es nicht so ein Leichengefleddere wie beim Fritz Walter Erbe. Trotzdem bestürzt es mich, dass man die Hinterlassenschaften veräußern muss, um die Rente zu finanzieren. M.M.n. müsste da der DFB früher eingreifen und sie absichern.



Beitragvon Betzebastion Mainz » 26.09.2022, 19:16


Man muss Herrn Layenberger für sein finanzielles Einspringen heute noch die Füsse küssen.
Ich hoffe auf eine ähnliche Lösung zugunsten einer Ausstellung der Exponate in der Heimat, am besten im FCK Museum. Das wäre schön.
1.FCK - you just can´t escape my love



Beitragvon Yogi » 26.09.2022, 19:31


Es geht nicht um Rente sichern, richtig lesen.
Wenn etwas mehr Zeit waere haette man auch ne Sammelaktion starten können, 3€ haben die meisten. Werden bestimmt schon mal leicht 60000 beim BS Spiel zusammen kommen, wenn sich nur die Hälfte daran beteiligt.



Beitragvon Marie » 27.09.2022, 07:30


Ja, wirklich schade, dass es doch eher kurzfristig bekannt gegeben wurde. Man hätte die 280000 eur sicher über mehrere Spielesammlungen zusammen bekommen können und die Stücke für das FCK Museum sichern können.



Beitragvon Jean-P » 27.09.2022, 08:29


Ich verstehe ehrlich gesagt nicht warum die Fans hier wieder einspringen sollen. Das ist nun wirklich nicht unsere Pflicht.

Den Nachlass zu verkaufen ist kein ungewöhnlicher Vorgang. Auch wenn die Gegenstände vielleicht einen emotionalen Wert für einige hier haben mögen.

Würde mich freuen wenn sich ein Investor findet der die Exponate für die Öffentlichkeit ausstellt. Ob Privat/Staatlich oder Verein spielt für mich keine Rolle.



Beitragvon Fckfreack » 27.09.2022, 09:07


1 spiel Spenden Aktion und der Rest sollte irgendwie vom dfb Verein und edlen Gönnern gemacht werden



Beitragvon Ungeheuer1938 » 27.09.2022, 09:08


Wie ich vernommen habe bezahlt der DFB seinen Rumpelkickern 400 000 Euro für den Titelgewinn.
Wer so mit Geld um sich werfen kann wird doch wohl 280 000 Euro aufbringen um das Erbe des für den Deutschen Fußball und der Nachkriegsrepublik verdienten Horst Eckel in seiner Gesamtheit sichern zu können.
Auch der FCK und wir Fans sind aufgefordert.



Beitragvon Yogi » 27.09.2022, 12:08


Jean-P hat geschrieben:Ich verstehe ehrlich gesagt nicht warum die Fans hier wieder einspringen sollen. Das ist nun wirklich nicht unsere Pflicht.

Den Nachlass zu verkaufen ist kein ungewöhnlicher Vorgang. Auch wenn die Gegenstände vielleicht einen emotionalen Wert für einige hier haben mögen.

Würde mich freuen wenn sich ein Investor findet der die Exponate für die Öffentlichkeit ausstellt. Ob Privat/Staatlich oder Verein spielt für mich keine Rolle.


Keiner wird gezwungen was zu zahlen, gibt sicher genug Leute die 3€ oder mehr übrig haben und gerne zumindest Teile im Museum wieder sehen würden. Denke da natürlich vor allem an das Trikot und die Medaille, ich wuerde die zumindest gerne mal sehen am besten im Betze Museum.
Dafuer waere es mir wert mal 1,2 Bierchen weniger zu trinken und lieber zu spenden.
Und wenn Einer kauft und Ausstellt zahlst du mit Sicherheit Eintritt, da Spende ich doch lieber und die Sachen bleiben beim FCK.



Beitragvon Betziteufel49 » 27.09.2022, 12:39


Nicht schon wieder...erst das Theater mit Ehrengrab jetzt die Hinterlassenschaft. :o

Ob Horst uns Uwe oder Fritz, keiner von diesen immer in Demut lebenden einmaligen Legenden hat es verdient, das man nach dem Tod so mit ihnen umgeht. Traurig. :cry:



Beitragvon Adaleh » 27.09.2022, 14:02


Jean-P hat geschrieben:Ich verstehe ehrlich gesagt nicht warum die Fans hier wieder einspringen sollen. Das ist nun wirklich nicht unsere Pflicht.

Den Nachlass zu verkaufen ist kein ungewöhnlicher Vorgang. Auch wenn die Gegenstände vielleicht einen emotionalen Wert für einige hier haben mögen.

Würde mich freuen wenn sich ein Investor findet der die Exponate für die Öffentlichkeit ausstellt. Ob Privat/Staatlich oder Verein spielt für mich keine Rolle.


Ich weiß nicht, ob Dir der historische Zugang zu dem ganzen Thema etwas fehlt!?! Die "Gegenstände" haben für FCK-Fans, viele Deutsche und Fußballfans in ganz Europa einen sehr hohen emotionalen und historischen Wert!
Der Gewinn der Weltmeisterschaft 1954 in Bern war die emotionale Gründung der Bundesrepublik und für alle FCK-Fans ein entscheidender Pfeiler der noch heute wirkenden Bedeutung des FCK für den deutschen Fußball.



Beitragvon Jean-P » 27.09.2022, 15:24


@Adaleh

Das ist mir durchaus bewusst. Das Finaltrickot ist im DfB-Museum in Dortmund aktuell ausgestellt. Der Vertrag läuft unabhängig der Auktion noch bis 2025.
Selbst wenn die Fans die Gegenstände ersteigern würden hätten wir nichts davon in den nächsten Jahren.

Es wird sich schon der richtige Käufer finden und irgendwo in Deutschland werden die Gegenstände zu sehen sein.



Beitragvon Thomas » 27.09.2022, 21:55


Die heutige Pressekonferenz mit Wolfgang Fuhr (Agon SportsWorld) und Dagmar Eckel sowie mit der Vorstellung einiger Exponate kann re-live und in kompletter Länge hier angeschaut werden: https://youtu.be/dROkxbnHO_4
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Adaleh » 28.09.2022, 11:39


@Jean-P:
Was die Finanzierung durch uns Fans angeht, gebe ich Dir durchaus recht... wenn weder der Bonzen-DFB noch die Sepp-Herberger-Stiftung dafür was übrig haben, dann ist das mehr als beschämend. Aber ich bin aber zuversichtlich, daß sich Private finden werden...



Beitragvon jojo » 28.09.2022, 12:20


Nach Hören des Swr-Podcasts "NurderFck" habe ich bisschen Bauchschmerzen bekommen.
Die Sepp-Herrberger-Stiftung hat angeboten, für die Pflege der Ehefrau aufzukommen.
Zudem wurde dem Fck nichts aus der Sammlung angeboten.

Dazu die Info von anderer Seite, dass das Wohnhaus der Eckels verkauft wird/wurde.

Klingt mir leider eher nach Geldmacherei der Familie.



Beitragvon betzeherz » 28.09.2022, 14:54


Schlicht weg beschämend. In dem Fußballgeschäft werden Milliarden umgesetzt und hier…
Das betzeherz benoetigt blut! Blut ist Bundesligafussball -
keine 3.Liga!



Beitragvon SEAN » 28.09.2022, 18:49


Das es sich um Exponate aus dem Nachlass vom Horst handelt, macht es schon besonders. Immerhin Weltmeister ´54, wovon auch offensichtlich einiges unter dem Nachlass befindet. Da sind mit Sicherheit einzigartige Stücke dabei, die für die Nachwelt gerettet werden sollten.
Es gibt aber auch die andere Seite. Wo fängt man an, wo hört man auf? In ein paar Jahren gehts vielleicht um einen Weltmeister von 1974, dann eventuell um einen Europameister 1980 oder um den Rekordnationalspieler Matthäus..... Es ist halt dann auch irgendwann eine Verpflichtung des DFB, außergewöhnliche Stücke zu retten, bzw. für die Öffentlichkeit zu kaufen, und nicht die Aufgabe von privaten Investoren wie beim Fritz mit Harry Berg. Ich gehe mal davon aus, alles was nach 1990 passierte, hat der DFB Exponate im Museum, so klever werden sie dann doch gewesen sein.
Scheint die Sonne so warm, trag ich Papier unterm Arm,
scheint die Sonne so heiß, setz ich mich hin und.........



Beitragvon Neutralerzwei » 29.09.2022, 07:05


Eigentlich sollten alle Fußballhelden die jetzt 70+ sind durchaus vorab eine Regelung gefunden haben. Was in Kunst, Kultur und bei Politikern funktioniert, sollte auch bei einem WM- und EM-Helden inzwischen Teil des Testamentes sein.

Aus einem bestimmten Grund werfe ich dem DFB und dem FCK da aber nichts vor: Über die Uni hatte da Kontakt zu Mitarbeitern des Bundesarchives. Für die Leute dort ist es immer wieder eine Mühsal, den Angehörigen oder dem Nachlassgeber (sofern er noch lebt) klar zu machen, dass oftmals nur wenige Asservate von all dem, was sich daheim an Erinnerungsstücken stapelt, für die Nachwelt tatsächlich interessant sind.

Es wäre für den DFB nicht damit getan, als Konvolut Nachlässe aufzukaufen. Man brauch da schon einiges an (neudeutsch) Manpower um sinnvoll erhaltenswerte Werte zu schaffen und das auch entsprechend zu kommunizieren.



Beitragvon Südpälzer » 29.09.2022, 16:44


Neutralerzwei hat geschrieben:Über die Uni hatte da Kontakt zu Mitarbeitern des Bundesarchives. Für die Leute dort ist es immer wieder eine Mühsal, den Angehörigen oder dem Nachlassgeber (sofern er noch lebt) klar zu machen, dass oftmals nur wenige Asservate von all dem, was sich daheim an Erinnerungsstücken stapelt, für die Nachwelt tatsächlich interessant sind.

Ich hab eben mal auf der Seite von Agon einen Blick reingeworfen.
Über Meisternadeln, Ehrennadeln, WM-Trikot, WM-Schuhe etc. brauchen wir natürlich nicht zu diskutieren.
Aber dann finden sich Sachen, bei denen ich mich frag, ob das wirklich für die Nachwelt ist.

Ein Briefbeschwerer als Ehrengabe des OB von Düsseldorf anlässlich eines Fußballspiels Westdeutscher Fußballverband gegen Rheinland-Pfalz. Schätzpreis 140 Euro. Ist das der Materialwert?

Speisekarten von Länderspielen mit Unterschriten der beiden Mannschaften. Scheinbar eine Art Sammelhobby von Horst Eckel.
Sicher schöne Erinnerungsstücke für ihn persönlich, der bei den Spielen dabei war.
Aber eine dieser Speisekarten von einem Spiel gegen Jugoslawien wird mit einem Wert von 200 Euro geschätzt. Warum?
Dagegen wird der Spielwimpel vom Endspiel 1954 gegen Hannover mit "nur" 500 Euro geschätzt. Das steht doch in keinem Verhältnis.

Eintrittskarten für die WM 2006. 200 Euro! Dagegen stelle ich die Ehrennadel der Stadt Kaiserslautern für "nur" 450 Euro.

Der Mitgliedsausweis von Horst Eckel bei der IG Metall aus dem Jahr 1949.
Anstatt hier zu versuchen, 150 Euro damit zu verdienen, sollte dieser Ausweis an die lokale IG Metall oder ein Gewerkschaftsmuseum (gibt es so etwas?) übergeben werden. Dort und nur dort ist dieser Ausweis thematisch würdig aufgehoben.

Wo es bei mir dann wirklich aufhört sind von Horst Eckel getragene, dreckige Tennisschuhe aus den Achtzigern. 150 Euro!
Warum sind diese Schuhe etwas besonderes? Weil Horst Eckel sie getragen hat?
Das besondere an unseren 1954er Weltmeister war doch immer, dass es normale Menschen wie du und ich waren.
Es mag sein, dass profane Gebrauchsgegenstände für manche Menschen zu etwas besonderes werden, nur weil sie von Prominenten benutzt wurden. Gerade das passt aber nicht zu unseren 1954er Weltmeistern.

Wäre ich finanziell in der Lage, dieser weiße Ritter spielen zu können, würde ich diese Sammlung als ganzes gar nicht wollen.
Diese Art und Weise, zu meinen, man könne mit profanen oder vermeintlich besonderen Gegenständen Geld verdienen, nur weil sie in Verbindung mit Horst Eckel stehen, ist in meinen Augen nicht unterstützenswert.



Beitragvon Adaleh » 15.11.2022, 20:46


Mal was off topic: Medial hört und sieht man nix über den Verlauf und das Ergebnis der geschlossenen Versteigerung des Eckel-Nachlasses. Es gab mehrerer Bieter und wohl auch Gebote über dem Schätzpreis von 280 T€. Schon interessant, dass es trotzdem keine Zuschlag gab ... passt mal nicht so zu den Beteuerungen einer Frau Dagmar Eckel!
Zuletzt geändert von Thomas am 15.11.2022, 20:55, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Verschoben von "off topic" (FCK-Trainingslager usw.) in "on topic". Bitte halbwegs beim jeweiligen Thema bleiben.



Beitragvon Thomas » 18.11.2022, 11:10


Der Komplett-Verkauf hat nicht geklappt, morgen folgt nun die Einzelteile-Auktion:

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Nachlass von Horst Eckel wird in Einzelteilen versteigert

Bei 280.000 Euro lag der Schätzpreis für das gesamte Erbe von Horst Eckel, der 2021 als letzter Fußball-Weltmeister von 1954 starb. Tochter Dagmar hatte sich entschieden, die Erinnerungsstücke zu veräußern, um die Pflegekosten für ihre Mutter stemmen zu können. "Zwei hochkarätige Sammler aus Deutschland waren bis zum Schluss dabei", sagt Auktionator Wolfgang Fuhr, doch beide sprangen kurzfristig ab. Deshalb kommt der Nachlass nun am Samstag im Mannheimer Maritim-Hotel in Einzelteilen unter den Hammer. (…)

Quelle und kompletter Text: Rheinpfalz

Weitere Links zum Thema:

- Chronologie im DBB-Forum: Nachlass von FCK-Legende Horst Eckel wird versteigert
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Schnullibulli » 18.11.2022, 12:07


Ganz kniffliges Thema mit Hinterlassenschaften von Menschen wie Eckel, Walter oder all den anderen Legenden.
Problematisch finde ich dass alles zusammen veräußert werden sollte.
Auch wenn der DFB sich hier selten mit Ruhm bekleckert muß man auch erwähnen dass der DFB sicher nicht an allen Exponaten Interesse hat. Würde er von allen Legenden alles ausstellen braucht er irgendwann 10 Museen.
Sammlerwerte sind auch immer so eine Sache...
Zwar haben Sammlerstücke einen Wert der theoretisch zu erzielen ist, aber man muß eben auch Diejenigen finden die das dann auch zahlen wollen und können.
Und auch hier ist es wie beim Beispiel DFB: macht es Sinn für den FCK oder sonst wen wirklich alles zu kaufen?

Es mag einfacher sein alles auf einmal zu veräußern. Es ist sinnvoll dass nicht alles einzeln verkauft wird, aber erfolgreicher und zielführender wären wohl einzelne "Pakete".

Wie dem auch sei, ich wünsche seiner Witwe dass sie einen möglichst entspannten und schönen Lebensabend verlebt und dass das Gezerre um Horst Eckel bald ein Ende findet und er endlich zur verdienten Ruhe kommen kann.



Beitragvon Adaleh » 18.11.2022, 13:59


Der Schätzpreis des Gesamtnachlaß von Horst Eckel liegt bei 280 T€. Was heißt jetzt, zwei Sammler sprangen "kurzfristig" ab? Ich kenne den Preis und springe dann plötzlich ab? Ich würde mal sagen, das klingt nach Augenwischerei...

Gab es nun Angebote in Höhe des Schätzpreises von 280 T€ - ja oder nein?? Die Gesamtversteigerung zum Schätzpreis hätte sicherlich geklappt, wenn ... ja wenn man nicht hoffen würde, bei einer Zerschlagung noch mehr rauszuholen! Dieses Verhalten ist eines Horst Eckel unwürdig...



Beitragvon Gypsy » 18.11.2022, 14:36


Südpälzer hat geschrieben:
Neutralerzwei hat geschrieben:Über die Uni hatte da Kontakt zu Mitarbeitern des Bundesarchives. Für die Leute dort ist es immer wieder eine Mühsal, den Angehörigen oder dem Nachlassgeber (sofern er noch lebt) klar zu machen, dass oftmals nur wenige Asservate von all dem, was sich daheim an Erinnerungsstücken stapelt, für die Nachwelt tatsächlich interessant sind.

Ich hab eben mal auf der Seite von Agon einen Blick reingeworfen.
Über Meisternadeln, Ehrennadeln, WM-Trikot, WM-Schuhe etc. brauchen wir natürlich nicht zu diskutieren.
Aber dann finden sich Sachen, bei denen ich mich frag, ob das wirklich für die Nachwelt ist.

Ein Briefbeschwerer als Ehrengabe des OB von Düsseldorf anlässlich eines Fußballspiels Westdeutscher Fußballverband gegen Rheinland-Pfalz. Schätzpreis 140 Euro. Ist das der Materialwert?

Speisekarten von Länderspielen mit Unterschriten der beiden Mannschaften. Scheinbar eine Art Sammelhobby von Horst Eckel.
Sicher schöne Erinnerungsstücke für ihn persönlich, der bei den Spielen dabei war.
Aber eine dieser Speisekarten von einem Spiel gegen Jugoslawien wird mit einem Wert von 200 Euro geschätzt. Warum?
Dagegen wird der Spielwimpel vom Endspiel 1954 gegen Hannover mit "nur" 500 Euro geschätzt. Das steht doch in keinem Verhältnis.

Eintrittskarten für die WM 2006. 200 Euro! Dagegen stelle ich die Ehrennadel der Stadt Kaiserslautern für "nur" 450 Euro.

Der Mitgliedsausweis von Horst Eckel bei der IG Metall aus dem Jahr 1949.
Anstatt hier zu versuchen, 150 Euro damit zu verdienen, sollte dieser Ausweis an die lokale IG Metall oder ein Gewerkschaftsmuseum (gibt es so etwas?) übergeben werden. Dort und nur dort ist dieser Ausweis thematisch würdig aufgehoben.

Wo es bei mir dann wirklich aufhört sind von Horst Eckel getragene, dreckige Tennisschuhe aus den Achtzigern. 150 Euro!
Warum sind diese Schuhe etwas besonderes? Weil Horst Eckel sie getragen hat?
Das besondere an unseren 1954er Weltmeister war doch immer, dass es normale Menschen wie du und ich waren.
Es mag sein, dass profane Gebrauchsgegenstände für manche Menschen zu etwas besonderes werden, nur weil sie von Prominenten benutzt wurden. Gerade das passt aber nicht zu unseren 1954er Weltmeistern.

Wäre ich finanziell in der Lage, dieser weiße Ritter spielen zu können, würde ich diese Sammlung als ganzes gar nicht wollen.
Diese Art und Weise, zu meinen, man könne mit profanen oder vermeintlich besonderen Gegenständen Geld verdienen, nur weil sie in Verbindung mit Horst Eckel stehen, ist in meinen Augen nicht unterstützenswert.


Genau, ich sehe es nämlich ähnlich. Vielen Dank dass du mal genauer drauf geschaut hast. Es klingt erstmal krass, wenn der Nachlass von Horst Eckel versteigert wird, ekliges Thema irgendwie.
Aber auch der FCK kann nicht alles besitzen, vieles ist halt auch nicht ganz so interessant nur weil es irgendwie einen Bezug zu Horst Eckel hat.
Das Deutsche Fußballmuseum musste ja das Trikot zurückgeben, das ist wirklich ein interessanter Gegenstand. nun hat es die Chance sich dieses wieder zu ersteigern.




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