Allgemeine Fan-Themen und Fragen zu selbigen.

Beitragvon Marky » 12.07.2022, 17:24


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Kummt Senf druff
Warum der FCK-Aufstieg wie eine Erlösung ist

Wir haben es wirklich geschafft! Bevor der 1. FC Kaiserslautern am Freitag gegen Hannover 96 die Zweitliga-Saison eröffnet, bringt Euch DBB-Autor Marky auf Betriebstemperatur. Es geht um ein monströses Erwachen, Moses Boyd, das Palzlied - und Marco Antwerpen.

Irgendwo in der Südpfalz in der Nähe der Queich am späten Dienstagabend: Ich knie auf dem Boden und hämmere immer wieder mit der rechten Faust auf den Steinboden. Ich kann es nicht fassen. Ich muss es begreifen. "Das gibt es nicht. Das gibt es nicht!", brülle ich. "WIR STEIGEN WIRKLICH AUF". "Das gibt es nicht". "Ist das denn zu fassen?", frage ich - ja, wen eigentlich? Den Fußballgott? Den Erfinder von "Verstehen Sie Spaß?", Kurt Felix? Oder mich selbst?

Viele Kilometer weg in Dresden bebt auch die Erde. Philipp Hercher hat gerade das 2:0 geschossen. Und auf dem großen Fernseher vor mir fliegen Raketen aufs Feld. Es ist wie an Silvester kurz nach Mitternacht. Eine neue Zeit beginnt, ein neues Fußball-Leben. Wir verjagen die bösen Geister der Vergangenheit mit einem großen Knall. "JAAAAAAA" brüllt es hinter mir aus vielen vertrauten Kehlen.

Drei Stunden vor Anpfiff saß ich noch am Schwimmbadrand und schaute meinem Sohn beim DLRG-Training zu. Ich dachte dabei: Er ist so frei und leicht. Er weiß von nichts. Und das ist gut so. Ich dagegen war im Tunnel. Wie vor einer schweren, entscheidenden Prüfung. Im Energiespar- und Abwesenheits-Modus - für Berufskollegen und Familie. Die verbleibende Akkuleistung voll ausgerichtet auf das finale Hochfahren. Gleichzeitig war ich froh, dass dieser unruhige Ruhezustand heute enden sollte. Endlich. Gewissheit.

Can’t stop the feeling

Als meine Kinder schliefen, verließ ich das Haus. Ich nahm mein Lautern-Herz in beide Hände und fuhr zu unserem Treffen im eingangs erwähnten Hof. Heute Abend sollte keiner alleine sein, der es nicht wollte. Sebastian, den ihr vom Unzerstörbar-Podcast kennt, redete mir vorher ins Gewissen: "Heute müssen alle hingucken - die Mannschaft spürt das". Ich hab es an dem Abend nicht immer geschafft hinzuschauen. Aber wie die Roten Teufel in der Dresdner Hölle aus der Pause kamen, das war schon mitreißend. Die Mannschaft zeigte am Ende eindrücklich, was sie kann. Und gibt es einen besseren Zeitpunkt, zu zeigen, was man kann, als wenn es drauf ankommt!?

Meine Tochter hatte im Vorfeld der Relegation unsere Alexa genötigt, "Rockmusik" zu spielen. Wisst ihr, welche zwei Lieder die KI auswählte? "Can’t stop" von den Red Hot Chilli Peppers und "We are the Champions" von Queen. Also unser ehemaliges Einlauflied vom letzten Aufstieg in die Bundesliga und dann das Lied, das überall läuft, wenn Sportler etwas Großes gewinnen. Freddy Mercury flashte mich derart, dass mir in diesem Moment bewusst wurde, wie lange wir mit dem FCK nichts mehr gewonnen hatten. Und wie verdammt groß die Sehnsucht danach wirklich war. Beide Lieder hörte ich, als ich in der Aufstiegsnacht nach Hause zurückfuhr.

Endlose Liebe

Und ich stellte mir vor, was jetzt eigentlich in der ganzen Pfalz und bei allen, die mit diesem Verein zusammenleben, los sein musste. Ich kenne euch ja alle und hab euch schon oft genug erlebt! Euch und Eure Emotionalität, wenn es um den FCK geht. Man erkennt Euch allein schon daran, dass ihr so laut Tore und Siege beschreit, wie kaum eine andere Fangemeinde. Dann wisst ihr nicht, wohin mit eurer Liebe. Im Hinspiel gegen Dresden habt ihr so laut gebrüllt, dass mir schier die Schädeldecke weggeflogen ist. Nein, eure Leidenschaft, die könnt und wollt ihr nicht verstecken. Einen der schönsten Aufstiegs-Erlebnisberichte las ich dann auf "Der Betze brennt": Ein Vater beschrieb dort, wie er es zum Ende des Spiels nicht mehr ausgehalten hatte und das Haus verließ. Im Feld drehte er einsam seine Runden. Irgendwie - war es auf seinem Handy, waren es Jubelschreie, waren es Raketen - hat ihn dann DIE Nachricht erreicht. Das Spiel war aus und gewonnen! Er eilte in sein Haus zurück, im Flur rannten ihm seine Kinder schon entgegen - Tränen überströmt. Alle fielen sich in den Arm, herzten sich, feierten… In dieser Geschichte ist alles drin, was man über die Bedeutung dieses Abends wissen muss. Welche Erlösung er nicht für den Verein ist, sondern auch für die Menschen, für Ehen, für Freundschaften und Familien.

Für meine Kinder hat sich die Saison auch gelohnt. Nach jedem Sieg gab es ein Eis, eine glänzende Idee meiner Tochter. Eine Win-Win-Situation sozusagen. Meist erlebten meine Kids die Erfolge hautnah zu Hause mit. Ja, ich bin tatsächlich erst spät wieder auf meinen Betze zurückgekehrt. An Ostersonntag. Und wurde Zeuge.

Als die Leute nach dem 3:1 gegen Saarbrücken aus dem Stadion strömten, konnte man an ihren Gesichtern nicht ablesen, was in den zurückliegenden 90 Minuten passiert war. Sie waren in sich gekehrt. Keine Gesänge, kein Jubel. Der Welt entrückt, von den Eindrücken überwältigt. Ich fragte einen Kumpel, wie wir dieses Spiel jetzt eigentlich einordnen sollten? In unsere ewige Top 10? Wir gehen schon seit 30 Jahren plus auf den Berg... Ernsthaft? Top 10? Ja, klar! Hans-Peter Briegel zog in der Zwischenzeit im TV Vergleiche zum 5:0 gegen Real Madrid. Völlig verrückt? Na klar, aber auch authentisch.

Boyd als Moses

Es waren die typischen Zutaten, die den Betze einst zum Mythos werden ließen. Vor allem der Spielverlauf. Erst diese Rote Karte, die für uns in der Westkurve mangels Perspektive nicht nachvollziehbar war. Ja, sie erschien himmelschreiend ungerecht. Dann der Ausgleich der Saarbrücker, deren Jubelschreie Kaiserslautern schon Jahrzehnte nicht mehr gehört hatte. Und die Angst! Verlieren wir nicht nur dieses große Derby, sondern verkacken wir jetzt auch den Aufstieg?! Ist Kurt Felix zurück mit seinem aufwendigsten Streich, den er jemals bei "Verstehen Sie Spaß" gespielt hat?! Doch dann nahm die größte Geschichte, die die Betze-Jünger seit langem erlebt hatten, ihren Lauf: Am Tag der Auferstehung von Jesus kehrte der FCK von den Totgeglaubten zurück. Vor Terrence Boyd teilte sich der Strafraum wie einst das Meer bei Moses. Die Saarbrücker Verteidiger wurden von so viel Wucht einfach zur Seite gespült. Und als Moses Boyd sein eines Auge gen Westen richtete, sah und spürte er mit jeder Faser seines Leibes ein biblisches Beben - und nicht nur dort, auch im Norden, im Osten und besonders im Süden. Dann kam auch noch Redondo und fackelte den brennenden Busch endgültig ab. Boyd suchte später auf Social Media nach einem Eigenschaftswort für das Erlebte. Es kamen auch tolle Vorschläge zusammen; ich habe auch noch einen: Es war monströs. Das Monster hatte nicht nur seine Augen geöffnet. Es war aufgetaucht und hatte wild um sich geschlagen. Oder um es mit einer anderen epischen Story zu sagen: Wir erlebten das Erwachen der Macht.

Dieses Saarbrücken-Spiel war aber nicht nur ein Anfang. Es läutete auch das Ende von Marco Antwerpen ein. Ich habe in jenen Tagen eine DBB-Kolumne über unseren damaligen Trainer geschrieben, habe viel über ihn recherchiert und nachgedacht. Erschienen ist das Stück nie. Thomas Hilmes hatte wieder mal einen guten Riecher. Das Unmögliche ist beim FCK eben möglich. Bekanntlich. Als sich die Nachricht von Antwerpens Entlassung verbreitete, war das für viele ein Schock. Manche machten ihrem Ärger in den Foren Luft und brachen eine Lanze für den Ex-Coach: "Lieber noch eine Drittligasaison mit Antwerpen" ... es gehe um Haltung im Verein. Ein "DBB"-User entgegnete den Treueschwüren: "Ihr tut ja fast so, als wäre Antwerpen ein FCK-Held wie Fritz Walter …"

Danke an Ante

Mit Fritz Walter braucht man Antwerpen natürlich nicht vergleichen. Warum auch. Die Helden von Bern haben einem ganzen Land Gutes getan. Antwerpen hat dem FCK gutgetan. Er hat diesem tief gefallenen und traumatisierten Verein wieder das Siegen beigebracht. Mit seiner Art, seinem Denken und seiner Rhetorik. "Ich will immer gewinnen", ist ein Satz, den Antwerpen wie ein Mantra benutzt. Vor dem Saarpfalz-Derby sagte er in der Pressekonferenz: "Wir haben das Derby in Mannheim gezogen, warum sollten wir nicht auch ein zweites in Saarbrücken gewinnen." Hendrik Zuck verriet im immer hörenswerten FCK-Podcast des SWR, Antwerpen sei der erste Trainer gewesen, der wirklich nachgefragt habe, warum bei Kaiserslautern hoch veranlagte und hoch dotierte Spieler scheinbar immer schlechter würden. Und er hat diesen gordischen Knoten, über den ich mir selbst in Kolumnen den Kopf zerbrochen habe, durchschlagen. Wie auch immer er das angestellt hat.

Antwerpen war auch selbst einmal im SWR-Podcast zu Gast: Dort erklärte er vor der Saison, die zum Aufstieg führen sollte, dass er am Betze viel Wertschätzung erfahre. So wie vielleicht noch nie in seiner Trainerkarriere. Antwerpen konnte hier so sein, wie er ist. Ein Segen. Für beide Seiten. Vor seinem letzten Spiel gegen Viktoria Köln hielt Antwerpen eine denkwürdige Pressekonferenz ab. Es war, wie wir heute wissen, seine Abschiedsrede. Er hob hervor, dass man in dieser herausragenden Saison alle Fragen, die man auf dem Feld gestellt bekam, beantworten konnte. Und keiner konnte Antwerpen da widersprechen. Und doch gab es noch diese eine entscheidende Frage: Schafft der FCK auch den Aufstieg? Wenn man sich mit unserem Ex-Trainer ein wenig genauer beschäftigt, dann weiß man, dass er für einen Job brennt - und zwar an beiden Enden. Mein Arbeitsleben hab ich dir vermacht, jeden Tag und jede Nacht. Antwerpen hat hier alles rausgehauen, was er hatte. Sein Kommentar vor dem berüchtigten Braunschweig-Heimspiel gegen Magdeburg ließ mich aufhorchen: Anschauen wolle er sich das eher nicht, vielleicht gehe er in die Kirche beten …

Antwerpen war eins mit dem FCK, vor allem in diesen letzten emotionalen Wochen, gefeiert von Tausenden bei Schweinespielen wie in Würzburg. Er erlebte den Betze-Wahnsinn an vorderster Front. Und mal ehrlich, wer konnte nach diesem himmelhoch jauchzenden Sieg über Saarbrücken noch einen klaren, kühlen Kopf bewahren? Unmöglich. Antwerpen hat den Staffelstab fast bis ins Ziel getragen. Mit letzter Kraft. Vielleicht konnte diese Mammut-Aufgabe, diese mission impossible, auch kein Einzelner bewältigen, vielleicht brauchte es dafür einfach zwei Cheftrainer. So will ich Antwerpen in Erinnerung behalten. Für mich ist er ein Held.

Awwer onnerschtwu is onnerscht

Das Leben geht weiter. Schon an diesem Freitagabend mit Dirk Schuster als Trainer unter Flutlicht. Dann ertönt auch wieder das Palz-Lied auf dem Betze. Gerade in Corona-Zeiten haben viele ihre Heimat wiederentdeckt. Die Sehnsucht nach regionaler Verankerung, nach Gemeinschaft und Nähe ist groß. Als die "Anonyme Giddarischde" vor dem Anpfiff gegen Dortmund II ihren Song über die Pfalz und ihre besonderen Menschen live vor der Westkurve schmetterten, da war dieses Gefühl greifbar. Wie Tausende diese Zeilen voller Inbrunst mitsangen, hat mich überwältigt. Wann hat man so einen Zusammenhalt in diesem Stadion ein letztes Mal gespürt? Ich musste an Norbert Thines denken, wie er in den frühen 90ern durch das Stadionrund lief.

Im Refrain des Palzlieds heißt es:

Des wer alles nix besonnres
Sagscht du un du mischt jetzt geh
Weil es gäb außer de Palz jo a noch
Onneres zu seh'
Sicher hoscht du recht
Wonn du sagscht dass ders
Onnerschtwu a gfallt


Auf den Betze gemünzt, könnte man sagen: Manche haben in den letzten Jahren den FCK ein wenig aus den Augen verloren. Nicht aus dem Sinn. Haben vielleicht am Wochenende was anderes gemacht: Ihr Auto gewaschen, ihren Garten gepflegt, sind mit der Familie gewandert oder haben Bundesliga auf Sky geguckt. Aber jetzt ist die Lust und Leidenschaft wieder groß, in dieses Stadion zurückzukehren - in ihr Stadion. Denn:

Awwer onnerschtwu is onnerscht.
Un halt net wie uffm Betze.


Quelle: Der Betze brennt / Autor: Marc Bartl
Zuletzt geändert von Marky am 13.07.2022, 09:46, insgesamt 2-mal geändert.
"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden." (Nick Hornby, "Fever Pitch") #Unzerstörbar



Beitragvon Passives Abseits » 12.07.2022, 17:42


Ich gehe auch seit fast 40 Jahren uff de Betze. Für mich gehört das Spiel in Dresden zu meinen Top 10 Spielen die ich mit dem FCK erleben durfte. Nassgeschwitzt nach dem Spiel, randvoll mit Adrenalin und Tränen in den Augen! Für mich war das Fussball in Reinkultur, das war alles was der Fußball zu bieten hat. Vereine wie Hoffenheim, Wolfsburg, Leipzig, Mainz usw. werden diese Emotionen ihren Fans nie bieten können. Nur der FCK!
`Expecting the worst but hoping for the best` Winston Churchill



Beitragvon Willofser Teufel » 12.07.2022, 17:50


Das hast du wunderbar beschrieben. Spiegelt exakt auch meine Gefühlswelt wider. Jetzt gilt es die Euphorie mitzunehmen und unsre Jungs bei der Mission Klassenerhalt bedingungslos zu unterstützen.



Beitragvon Markus67 » 12.07.2022, 18:08


@Marky

Was für eine super Zusammenfassung :daumen: das ging direkt ins Herz.

Der FCK ist mehr als nur ein Verein……



Beitragvon GerryTarzan1979 » 12.07.2022, 18:13


@Marky, perfekt geschrieben. Spiegelt die Gefühlswelt der FCK-Fans wider.
Man kann es vielleicht so beschrieben:
Nicht nur das Monster ist wieder erwacht, sondern auch der Betze!
:pyro: :pyro:
"Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie was man kriegt."
aus "Forrest Gump" :winken:

-> STOP WAR! STOP PUTIN!



Beitragvon mb_1980 » 12.07.2022, 18:18


Super geschrieben…
Es war halt einfach eine Saison, die rückblickend alles geboten hat, was eine Aufstiegsgeschichte zu bieten haben muss…
Die Abmeldung eines Vereins nicht zu vergessen.

Kurze Frage: spielen die AG am Freitag wieder Live? Das wär schon cool :love:



Beitragvon JG » 12.07.2022, 18:46


@Marky

Nur ein Wort
GROẞARTIG :love:
--------------------



Beitragvon oldman67227 » 12.07.2022, 18:51


Danke @ Marky! :daumen:
Es läuft grad wieder das ein oder andere Tränchen



Beitragvon Hardl » 12.07.2022, 18:51


Danke!
Und danke für die berührenden Worte, die Du zu Antwerpen gefunden hast. Angemessen.
Ich bin ihm sehr dankbar, ich finde, seinen Beitrag zum Aufstieg kann man nicht überschätzen.
Vergessen wir das nicht.



Beitragvon saarteufel » 12.07.2022, 19:00


Klasse Artikel, Marky. Hatte Gänsehaut beim Lesen.



Beitragvon BetzeDubbe » 12.07.2022, 19:52


Oh man... Die letzte Saison war sehr nervenaufreibend aber auch richtig geil.

Da war echt alles dabei. Echte Liebe, echte Tränen, echte Verzweiflung und echte Erlösung.

Danke für den schönen Artikel.

Jetzt. In. Die. Zukunft. schauen.

Forza FCK :teufel2:



Beitragvon hakeemthedream » 12.07.2022, 19:54


Chapeau Marky,

die Emotionen toll transportiert, habe Tränen in den Augen.
Ich höre mir täglich das You tube Video vom Pfalzlied aufm Betze an, da geht's mir genauso. Etzel isn Grosser, die annere anonyme nadierlich aach...Wer noch Motivation für Freitag braucht? Schaut Euch diesen Chor an...
Wär nur schon Freitag, ich bin heiss wie Frittenfett!

Peace
Hakeemthedream
nix druff - ausser Zahnbelag!!!



Beitragvon Strafraum » 12.07.2022, 20:26


Wir sind schon ein verrückter Haufen :lol: Danke für diesen absolut treffenden Beitrag! Freue mich auf den Saison Start !
Ruhe an der Murmel! Das muss in die Birne!



Beitragvon FT » 12.07.2022, 21:13


Danke, Marky, danke...

Nach dem Einlauf-Pfalzlied gegen Dynamo habe ich mich schon irgendwo oben auf der Süd stehend innerlich gefragt wie viel Kilo Sch... der letzten Jahre in diesem Moment von mir abgefallen sind.

4 Tage und 2 Stunden später konnte ich es auf dem Boden heulend/brüllend liegend dann genau definieren: alle Sch... ist abgefallen. Alle. Und es war verdammt viel. Der über Jahre aufgebaute Frust. Der zum Selbstschutz aufgebaute Schirm. Gartenarbeit statt FCK.

Wir sind wieder da :pyro:
Old School Supporter



Beitragvon BadenTeufel8493 » 12.07.2022, 22:06


Ich muss diesen Beitrag auf's heftigste kritisieren und heftigste Rücksichtslosigkeit unterstellen, dass er ohne Trigger-Warnung eingestellt worden ist.
Habe ihn nebenbei während der Arbeit lesen wollen (schaff im Einzelhandel) und musste meine tränenden Augen einer allergischen Reaktion zuschreiben, um weitere Nachfragen zu unterbinden.
"I sometimes feel that I'm impersonating the dark unconscious of the whole human race. I know this sounds sick, but I love it." - Vincent Price



Beitragvon FCK-Ralle » 12.07.2022, 22:12


Wie schon so oft und wohl immer wieder:
Danke Marky für diese herrlich treffende Kolumne.
Wie immer total Emotional, authentisch und voll ins Betze-Herz.
Mich hast wieder emotional getroffen. Wahre Worte!

Und grad läuft das nächste Tränchen, als ich mich erinnere, wie ich, ebenfalls auf Knien, beim entscheidenden Tor von Hercher meine Freude heraus und meine Frau aus dem Bett gebrüllt habe. :love:

Südpfälzer Grüße vom Rhoi an die Quääch. :wink:

Onnerschtwu is onnerscht und halt net wie in de Palz/ uffm Betze. :daumen:
FCK 4-life
"Sieger zweifeln nicht und Zweifler siegen nicht!" (Gerry Ehrmann)



Beitragvon hakeemthedream » 12.07.2022, 22:54


Freitag heisst es aber Betze, statt Gartenarbeit in FT, lieber DJ aus der Schweiz. Wir sehn uns...
nix druff - ausser Zahnbelag!!!



Beitragvon ExilDeiwl » 12.07.2022, 23:23


BadenTeufel8493 hat geschrieben:Ich muss diesen Beitrag auf's heftigste kritisieren und heftigste Rücksichtslosigkeit unterstellen, dass er ohne Trigger-Warnung eingestellt worden ist.
Habe ihn nebenbei während der Arbeit lesen wollen (schaff im Einzelhandel) und musste meine tränenden Augen einer allergischen Reaktion zuschreiben, um weitere Nachfragen zu unterbinden.


Selbst schuld. Der Beitrag ist von @Marky. Was erwartest Du? :wink: :prost:

@Marky: wieder eine tolle Kolumne! Vielen Dank für die guten Worte zu Antwerpen. Er war einer der besten, nein der beste Trainer der letzten Jahre. Er hat geschafft, woran sich andere zuvor die Zähne ausgebissen haben. Für mich reiht er sich unter den großen FCK-Trainern ein, auch wenn er die Ernte nicht einfahren durfte. Vielleicht auch zurecht, ich weiß es nicht.

Und das Rückspiel der Relegation? Ich weiß nicht, ob ich zuvor so eine laute Kurve selbst erlebt habe. Es hat schon fast in den Ohren geschmerzt. Während des Spiels war eine Anspannung in mir… es stand alles auf des Messers Schneide. Nach dem 0:1 erste große Freude und dennoch starke Anspannung. Und zum 0:2 dann eine wahre Explosion der Glücksgefühle! Ich gebe zu, mir sind da die Tränen des Glücks nicht geflossen. Ich habe nur dieses unbändige Glück genossen, keinen Augenblick an die Last der Jahre zuvor gedacht. Ich kann jeden verstehen, bei dem es so war. Aber ich wollte einfach nur glücklich sein und war es auch! Sentimental wurde es erst im Auto auf der Rückfahrt in Richtung Exil. Und was ich im Radio gehört hab? Ist doch klar. Onnerschwu isch onnersch…
🇺🇦 STOP WAR! FUCK PUTIN! 🇺🇦



Beitragvon Technorunner » 13.07.2022, 06:32


Antwerpen ist recht brutal auf der Zielgeraden eingebrochen, um ein zweites "Runjaic" zu verhindern, musste er gehen.
Ja, Schade. Marco hat unsere Mannschaft sehr gut durch die Saison geführt, vom Abstiegskandidaten zum Aufstiegskandidaten gemacht. Dafür gebührt ihm Dank und Anerkennung. An 3 Niederlagen in Folge am Ende der Saison wäre der schon sicher geglaubte direkte Aufstieg beinahe in die Hose gegangen, selbst die Relegation war aus eigener Kraft nicht mehr erreichbar gewesen.
Wäre es MA gelungen, daß Saisonfinale mit dem direkten Aufstieg zu krönen, wäre ihm ein Platz neben Kalli Feldkamp und Otto Rehhagel angeboten worden.
Ja, MA hat gute Arbeit geleistet. Aber abgerechnet wird immer zum Schluß !
-Consdaple-



Beitragvon Schwabenteufel1 » 13.07.2022, 08:03


als ich diese zeilen gestern gelesen habe, lief es mir kalt den rücken runter.
bin seit anfang der 90iger fck fan. hab schon viel erlebt. seit 2011 ging es nur bergab, immer auf die fresse. als fck fan wurde man verarscht. das einzig gute, hier im schwäbischen mögen viele vfb fans den fck und fiebern mit uns mit. und das wird immer mehr.

dann kam die rettung durch antwerpen letzte saison. dann die letzte saison. ich vergess das freiburg spiel nicht mehr. tausende fck fans waren so glücklich endlich mal wieder live im stadion zu sein.
der rest ist bekannt.

dieses palz lied sagt vieles aus. ich kannte es bis vor einem halben jahr noch gar nicht. mittlerweile gehört dieses lied schon auf der fahrt nach lautern zum ritual. dieses lied wird mittlerweile bei uns auf privaten festen gespielt und alle finden es toll.

der fck ist wieder da. man spürt richtig, wie wir wieder eine einheit geworden sind.
wir müssen aber demütig bleiben, einzig allein der klassenerhalt ist das ziel.

ich denke mit schuster haben wir einen guten fang gemacht.

so geht es am fr wieder richtung betze. es wird was besonderes. klar, wir sollten es nicht verlieren. aber in erster linie ist es dankbarkeit endlich die 3.liga zu verlassen haben und wir die saison eröffnen dürfen.
ich bin so stolz.

noch ein wort zu döppi und antwerpen. mir tut es so leid, das sie nicht mehr da sind. es war allerdings sportlich richtig, dafür danke ich hengen.

aber was wäre das für eine tolle geste gewesen, wenn man zum spiel am freitag die beiden verabschiedet hätte vor vollem publikum. sie hatten ganz großen anteil am aufstieg. schade, aber vielleicht bin ich zu romantisch.

am ende kann ich nur sagen, ich bin stolz fan dieses vereins zu sein...



Beitragvon Paul » 13.07.2022, 09:01


Marky ist unter meinen Top3 an Menschen, mit denen ich sehr gerne mal ein FCK-Spiel zusammen im Stadion erleben würde.
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Nur im Pälzer Bode hänn moi Haxe richdich Halt!
leer
unzerstörbar - NUR der F C K



Beitragvon Chrisss » 13.07.2022, 10:12


Das war einfach nur noch ein Rausch. Ein unfassbares Drehbuch, wie sie nur der FCK schreiben kann. Diese letzten Wochen... diese letzten beide Spiele... Einfach unfassbar. Dafür gibt es keine Worte. Was da aus einem rausgebrochen ist, als man wusste, dass Ding ist durch.

Ein bisschen Fremdscham... aber in der Pfalz an diesem Abend jeder so: https://www.youtube.com/watch?v=5S_GvCutjz8



Beitragvon GerryTarzan1979 » 13.07.2022, 10:30


Ich glaube, man könnte ein ganzes Buch schreiben mit den Emotionen oder Geschichten, die alle FCK Fans bei diesen beiden Relegationsspielen erlebt haben. Gerade das Rückspiel hat bei uns Fans mehr als eine Eruption ausgelöst!

Normal gibt es bei mir Zuhause vorm TV ganz normale Sitzplätze. In der 2. HZ hatte ich allerdings ein Stehplatzticket gelöst. :lol:
"Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen, man weiß nie was man kriegt."
aus "Forrest Gump" :winken:

-> STOP WAR! STOP PUTIN!



Beitragvon LosGeneralos » 13.07.2022, 10:39


Danke für diese Kolumne!
Das löst Gänsehaut und Augenwasser aus :daumen:
101% FCK



Beitragvon Marky » 13.07.2022, 11:04


FCK-Ralle hat geschrieben:
Südpfälzer Grüße vom Rhoi an die Quääch. :wink:



Lieber Ralle, an der Quääch wohnt der mit dem Hof (wo wir das Spiel geschaut haben). Ich wohn irgendwo an der Woistroß :teufel2: Gruß
"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden." (Nick Hornby, "Fever Pitch") #Unzerstörbar




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