Neuigkeiten und Pressemeldungen zum 1. FC Kaiserslautern.

Beitragvon Steckbeenich » 23.02.2020, 23:18


Alm-Teufel hat geschrieben:Ich maße mir nicht an diesen Schritt zu beurteilen. Es ist aber nur eine weitere ganz unschöne Episode in der Geschichte des FCKs. Aus meiner Sicht wird dies zu einer weiteren Spaltung des Vereins führen und diesem weiteren Schaden zufügen. Wer daran zweifelt, kann sich ja gerne die ganzen Seiten nochmal durchlesen. Fans bezeichnen sich untereinander als Idiot, Versager etc. Wie soll der nächste Tiefpunkt aussehen?


Volle Zustimmung!

Ein weiterer Meilenstein des Schreckens ohne Ende. Der Druck und die Last von innen und außen sind anscheinend einfach zu groß. Die Lager verfestigen sich und gemeinsame Werte, Ziele und von mir aus Gegner sind in weiter Ferne. Organisationen, Vereine im speziellen, leben von Emotionen. In regelmäßiger Sicherheit schaffen wir extrem negative Emotionen zu erzeugen. Da sind die Mehrzahl der ehemaligen Verantwortlichen alles Versager und wollten Böses, etc. pp., ins Einzelne muss man da nicht gehen.

Letztlich waren Thines, Rehagel und Kuntz (R & K zeitweise) die letzten, die den Verein, vom Spieler bis zu den Fans, einen konnten. Immer dann war der FCK stark.

Man kann nur hoffen, dass auch hier alle ein wenig runter kommen und gegenseitige Beleidigungen einstellen. DBB ist nicht "der FCK" und nicht "die Fans" genauso wie es nicht die Ultras alleine sind. Wir alle sind nur jeweilige Puzzelteile und benehmen uns hoffentlich auch so, zum Wohle des Vereins, gerade am kommenden Samstag. Denn die Gefahr ist gerade groß, dass ARD und ZDF am kommenden Samstag titeln dürfen, "der FCK zerstört sich selbst".

Selbst Gerry konnte in der aktuellen Lage noch den Verein in den Mittelpunkt stellen. Vielleicht kann er das sogar in naher Zukunft wieder vor Ort und über seinen Schatten springen. Träumen kann man ja mal. Der FCK-Familie würde es gut tun.

Bei aller Emotion, Gerry ist 61, hat viele Erfolge, Niederlagen und Erfahrungen in dem Geschäft und ganz sicher, kann er seine Angelegenheiten selbst regeln und dafür einstehen. Unterstützung, Dank und Anerkennung kann und sollte jeder Fan äußern und ihm entgegenbringen, sofern er (der Fan) das möchte. Die Entscheidung aber als persönlichen Angriff empfinden und daraufhin den Kopf verlieren, den Trainer und gar die Führung persönlich beleidigen, genau da wird dann aber eine Linie überschritten und die Werte des Vereins und FW verraten.

So viel zu meiner Meinung, auch wenn sie sicher nicht viel bringen wird. Dazu ist der Frust anscheinend bei einigen zu groß...

PS: Vielen herzlichen Dank Herr Ehrmann, Sie waren ein Kindheitsidol und sind bis heute ein Vorbild an Einsatz, Treue und Verbundenheit.



Beitragvon Oktober1973 » 23.02.2020, 23:21


Wenn man mal die 550 Posts sacken lässt, kommt man dennoch nicht umhin, bei Allem an Spaltung nun im Forum und den Theorien der Ursachen festzustellen, dass die Art und Weise der Entlassung nicht gerade professionell wirkt.
Unabhängig vom Wahrheitsgehalt, und jeder weiss, dass Gerry kein Kind von Traurigkeit ist:
Man setzt sich ganz einfach zusammen und beendet dass zum Saisonende mit einer geplanten Kommunikation sauber und professionell. Dies wäre, wenn man mal Gerrys Kommentar von Heute liest, sicher möglich gewesen.
So wahrt jeder sein Gesicht, was zum jetzigen Zeitpunkt dringend angezeigt wäre. Diese Unruhe hätte niemand gebraucht. Und damit hat sich BS noch mehr in die "Bringschuld" manövriert.
Dieses Gesabbel im VIP Raum und drumherum von den "Adabeis", wie sie die Österreicher gerne nennen, gibt es doch nicht erst seit Gestern.
Und den Fans Ihr Urgestein zu nehmen zwischen Tür und Angel, ist nicht gerade die Beste Idee.
Aber Zu- und Abgeben ist nicht gerade die Stärke der nachrückenden Generation. Da wird zu oft klinisch auf political Correctness geschaut und es geht nichts weiter, implodiert erstmal, um dann wieder bei 0 zu starten.
Für mich war die Art und Weise unnötig.



Beitragvon Marky » 23.02.2020, 23:25


Gestern habe ich in der West noch dran gedacht, was wohl Gerry zu dieser Darbietung auf dem Platz sagen würde. Sein Satz mit den Zweiflern und den Siegern kam mir in den Sinn.

Es ist unfassbar, was heute Nachmittag passiert ist. Meine FCK-Welt steht still.

https://www.der-betze-brennt.de/artikel ... -gerry.php

Meine eigene FCK-Geschichte ist ohne Gerry Ehrmann nicht denkbar. Ein Spiel steht symbolisch dafür: Ein Abend im April 1987. Südweststadion, Ludwigshafen. Waldhof gegen Kaiserslautern. Ehrmann war damals mehr außerhalb als im 16-Meter-Raum anzutreffen. Er kassierte seine fünfte gelbe Karte der Saison, hielt zwei Elfmeter. Insgesamt gab es vier Strafstöße gegen den FCK. Als der Schiri in der Nachspielzeit Lautern das 4:4 wegen Abseits aberkannte, sah ein Mann rot. Nur weil seine Mitspieler und die Ersatzleute (!) eingriffen, konnte Schlimmeres verhindert werden.

Ich kannte vorher Torhüter wie Uli Stein, die den Strafraum zum Box-Ring umfunktioniert hatten, aber ich hatte noch nie einen Torhüter erlebt, der die eigene Spielhälfte zu seinem Revier erklärte und diese große Grünfläche verteidigte, als ginge es um sein Leben. Nein, das war nicht nur ein Tor-Hüter, sondern ein Torjäger-Jäger. Einer, der einen Entschluss fasste, der nicht abwartete, der über seine Schmerzgrenze ging. Einen, den nichts auf seinem (langen) Weg (zum gegnerischen Stürmer) abbringen konnte. Ein Ball konnte an ihm vorbeikommen, ja, aber nie Ball plus Spieler.

Und es gibt noch eine andere Begebenheit, die mein (Fan-)Leben maßgeblich geprägt hat. Das letzte Heimspiel gegen Gladbach in dieser sagenhaften Rückrunde '91. Damals glitt Gerry der Meisterball förmlich aus den Händen. Wie tragisch.

Gerade ihm, dem mancher schon mal Superhelden-Kräfte andichtet. Dem Tarzan, dem Chuck Norris aus der Pfalz.

Doch Gerald Ehrmann, geboren in Tauberbischofsheim, zwischen Würzburg und Heilbronn, stand wieder auf, so wie er es Jahre später auch nach Barcelona tat, nach José Maria Bakero. Ein Mensch, fehlbar und mit großem Herzen.

Gerry gehört für Alt und Jung dazu wie das Betze-Lied und die Westkurve

Ich habe diese Gedanken schon einmal auf DBB-Papier gebracht: 2012. Die Kolumne hieß damals: Gerry, wir brauchen dich! Damals schrieb ich über ihn auch diese Sätze "Wir reden hier oft über Tradition, aber mal ehrlich, viel davon ist uns nicht mehr geblieben. Dich können wir nicht auch noch verlieren. Noch nicht. Denn keiner verkörpert den FCK wie du."

Das würde ich heute auch immer noch unterzeichnen. Aber ich habe für mich einen Weg gefunden, mit dem ich diesen Verlust ertragen kann und die Lücke, die eigentlich einem Krater nach einem Meteoriteneinschlag gleichkommen wird, füllen kann.

Dass Gerry nicht mehr als einer der Ersten auf den Platz läuft, dass er nicht mehr - so lässig, wie nur er es kann - in die Kurve winkt. Dass da keiner mehr ist, der mit Vollspannschüssen aus fünf Metern seine Torleute auf Betriebstemperatur bringt, der es im Alleingang mit der gesamten gegnerischen Trainerbank aufnimmt. Das alles ist gewiss kaum vorstellbar.

Gerry gehört für Alt und Jung zum Betze wie das Stadionlied und die Westkurve. Seit 1984 ist er ein Roter Teufel - das muss man sich mal vorstellen. 1984 führte Apple den Macintosh ein, Richard von Weizsäcker wurde Bundespräsident, Ronald Reagan regierte die USA, das Privatfernsehen startete in Deutschland und Gerry Ehrmann wechselte vom 1. FC Köln nach Kaiserslautern.

Die Brust raus, den Kopf nach oben, der Blick fest entschlossen

2010 sagte er einmal in einem Interview, dass er noch zehn Jahre weiterarbeiten möchte. Heute zitiert "Bild" ihn so: „Mir tut körperlich nichts weh. Ich fühle mich nicht wie 60 und denke nicht ans Aufhören, solange ich das Gefühl habe, dass ich bei den Jungs glaubwürdig bin. Ich gehe noch ein- bis zweimal pro Woche in den Kraftraum. Ich will ja dem Verfallsdatum entgegenwirken."

Wenn der Tag X kommt, dann kann ich, ja, dann können wir alle eines tun: Die Werte, für die Gerry Ehrmann steht, weiter hochhalten und leben. Eigentlich können wir beim nächsten Heimspiel schon damit anfangen: Eine aufrechte Haltung im Block, auf dem Spielfeld oder sonst wo einnehmen, die Brust raus, den Kopf nach oben, die Muskeln angespannt, der Blick fest entschlossen.

Das schönste Geschenk also, das jeder Gerry Ehrmann zu seinem 60. Ehrentag machen kann, ist nicht nur, dass Zusammenhalt in seinem geliebten Verein einkehrt, dass alle an einem Strang ziehen, damit der FCK wieder erfolgreich wird. Nein, es gibt noch etwas: Dass es den Leuten alles anderes als egal ist, was mit und um den FCK passiert. Dass man sich wehrt. Dass man mutig ist - und dass man mindestens noch ein mal "Nie mehr SV Waldhof" anstimmt…

Wir sind Gerry - alles Gute!
Zuletzt geändert von Marky am 23.02.2020, 23:27, insgesamt 1-mal geändert.
"Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden." (Nick Hornby, "Fever Pitch") #Unzerstörbar



Beitragvon SaDr24 » 23.02.2020, 23:26


unabhängig davon ob es jetzt richtig oder falsch ist kriege ich den gedanken nicht in den kopf dass gerry nimmer da ist.



Beitragvon Chris79 » 23.02.2020, 23:27


Das wird dem FCK einige Fans kosten.
Ehrmann kann so schlecht nicht gewesen sein, siehe seine Torhüter wie Weidenfeller etc., siehe 36 Jahre beim FCK...
Hoffe es bleiben Ränge in Mannheim leer.
Der Verein geht leider immer weiter runter und die jungen Anhänger wissen doch gar nicht was ein Idol ist.



Beitragvon flidp » 23.02.2020, 23:29


SaDr24 hat geschrieben:unabhängig davon ob es jetzt richtig oder falsch ist kriege ich den gedanken nicht in den kopf dass gerry nimmer da ist.


Ich kann dich beruhigen - er lebt noch!



Beitragvon NiederrheinDevil » 23.02.2020, 23:31


Steckbeenich hat geschrieben:
Alm-Teufel hat geschrieben:Ich maße mir nicht an diesen Schritt zu beurteilen. Es ist aber nur eine weitere ganz unschöne Episode in der Geschichte des FCKs. Aus meiner Sicht wird dies zu einer weiteren Spaltung des Vereins führen und diesem weiteren Schaden zufügen. Wer daran zweifelt, kann sich ja gerne die ganzen Seiten nochmal durchlesen. Fans bezeichnen sich untereinander als Idiot, Versager etc. Wie soll der nächste Tiefpunkt aussehen?


Volle Zustimmung!

Ein weiterer Meilenstein des Schreckens ohne Ende. Der Druck und die Last von innen und außen sind anscheinend einfach zu groß. Die Lager verfestigen sich und gemeinsame Werte, Ziele und von mir aus Gegner sind in weiter Ferne. Organisationen, Vereine im speziellen, leben von Emotionen. In regelmäßiger Sicherheit schaffen wir extrem negative Emotionen zu erzeugen. Da sind die Mehrzahl der ehemaligen Verantwortlichen alles Versager und wollten Böses, etc. pp., ins Einzelne muss man da nicht gehen.

Letztlich waren Thines, Rehagel und Kuntz (R & K zeitweise) die letzten, die den Verein, vom Spieler bis zu den Fans, einen konnten. Immer dann war der FCK stark.

Man kann nur hoffen, dass auch hier alle ein wenig runter kommen und gegenseitige Beleidigungen einstellen. DBB ist nicht "der FCK" und nicht "die Fans" genauso wie es nicht die Ultras alleine sind. Wir alle sind nur jeweilige Puzzelteile und benehmen uns hoffentlich auch so, zum Wohle des Vereins, gerade am kommenden Samstag. Denn die Gefahr ist gerade groß, dass ARD und ZDF am kommenden Samstag titeln dürfen, "der FCK zerstört sich selbst".

Selbst Gerry konnte in der aktuellen Lage noch den Verein in den Mittelpunkt stellen. Vielleicht kann er das sogar in naher Zukunft wieder vor Ort und über seinen Schatten springen. Träumen kann man ja mal. Der FCK-Familie würde es gut tun.

Bei aller Emotion, Gerry ist 61, hat viele Erfolge, Niederlagen und Erfahrungen in dem Geschäft und ganz sicher, kann er seine Angelegenheiten selbst regeln und dafür einstehen. Unterstützung, Dank und Anerkennung kann und sollte jeder Fan äußern und ihm entgegenbringen, sofern er (der Fan) das möchte. Die Entscheidung aber als persönlichen Angriff empfinden und daraufhin den Kopf verlieren, den Trainer und gar die Führung persönlich beleidigen, genau da wird dann aber eine Linie überschritten und die Werte des Vereins und FW verraten.

So viel zu meiner Meinung, auch wenn sie sicher nicht viel bringen wird. Dazu ist der Frust anscheinend bei einigen zu groß...

PS: Vielen herzlichen Dank Herr Ehrmann, Sie waren ein Kindheitsidol und sind bis heute ein Vorbild an Einsatz, Treue und Verbundenheit.



Ich sehe es vielmehr so : Seit Jahren beschmutzen einige aus der Führung die Werte Fritz Walters und des Vereins , sonst wären wir nicht da wo wir sind



Beitragvon FCK-Ralle » 23.02.2020, 23:32


Oktober1973 hat geschrieben:Wenn man mal die 550 Posts sacken lässt, kommt man dennoch nicht umhin, bei Allem an Spaltung nun im Forum und den Theorien der Ursachen festzustellen, dass die Art und Weise der Entlassung nicht gerade professionell wirkt.
Unabhängig vom Wahrheitsgehalt, und jeder weiss, dass Gerry kein Kind von Traurigkeit ist:
Man setzt sich ganz einfach zusammen und beendet dass zum Saisonende mit einer geplanten Kommunikation sauber und professionell. Dies wäre, wenn man mal Gerrys Kommentar von Heute liest, sicher möglich gewesen.
So wahrt jeder sein Gesicht, was zum jetzigen Zeitpunkt dringend angezeigt wäre. Diese Unruhe hätte niemand gebraucht. Und damit hat sich BS noch mehr in die "Bringschuld" manövriert.
Dieses Gesabbel im VIP Raum und drumherum von den "Adabeis", wie sie die Österreicher gerne nennen, gibt es doch nicht erst seit Gestern.
Und den Fans Ihr Urgestein zu nehmen zwischen Tür und Angel, ist nicht gerade die Beste Idee.
Aber Zu- und Abgeben ist nicht gerade die Stärke der nachrückenden Generation. Da wird zu oft klinisch auf political Correctness geschaut und es geht nichts weiter, implodiert erstmal, um dann wieder bei 0 zu starten.
Für mich war die Art und Weise unnötig.


Noch einmal Fullquote und danke.
FCK 4-life
"Sieger zweifeln nicht und Zweifler siegen nicht!" (Gerry Ehrmann)



Beitragvon jürgen.rische1998 » 23.02.2020, 23:33


In der modernen, völlig anständigen und sterilen Zeit, in der pC über alles geht, ja da ist kein Platz mehr für einen wie Gerry. Wie der FCK reagiert hat ist in diesen Tagen völlig korrekt und professionell. Hat das noch etwas mit Lautern zu tun? Dem FCK der immer irgendwie anders und besonders war? Ich glaube nicht. Aber das ist dann eben das Problem von Ehrmann und auch mein eigenes Problem. Haben mich doch gerade Charaktere wie er überhaupt mein Herz an den Sport und allen voran den FCK verlieren lassen. Dann ist das eben so. Und dann wars das. Der FCK ohne Gerry auf beim Waldhof, weil er geschmissen wurde. Ohne Worte. Aber wenigstens muss er sich das nicht mehr auf der Bank ansehen. Von daher eigentlich gut für ihn. Machs gut Gerry und schön wars FCK. In der Zeit vor den ganzen Weicheiern :nachdenklich:
Omnia vincit amor



Beitragvon elbetze » 23.02.2020, 23:33


Adieu Betze, mon ami...
1966 bis jetzt... war ne geile Zeit mit dir, aber vorbei ist vorbei...
Früher war die Zukunft besser



Beitragvon Rheinteufel2222 » 23.02.2020, 23:41


Chrisss hat geschrieben:@Rheinteufel: Und es ist gut, dass Gerry es – im Bewusstsein darüber, welchen Status und welche "Macht" er hier hat – so drauf ankommen lässt, dass jetzt die Bombe platzt? Alleine das diskreditiert ihn, finde ich. Es gibt andere Wege....


Wenn das, was Gerry da gestern im VIP-Bereich gesagt haben soll, dem entspricht, was er beim täglichen Training beobachtet, dann ist es definitiv nicht nur gut, sondern auch wichtig, wenn er das auch vorbringt. Allerdings idealerweise hinter verschlossenen Türen und nicht gegenüber Dritten, da sind wir uns einig. Man wird jedoch davon ausgehen können, dass Gerry genau das auch zunächst gemacht hat, und vermutlich nicht erst seit gestern. Jetzt ist ihm der Kragen geplatzt und er hat aus seinem Herz kein Mördergrube mehr gemacht.

Damit hat er gegen Regeln verstoßen, allerdings aud seiner Sicht in der erkennbaren Absicht dem sich auf dem falschen Weg befindlichen Verein zu helfen. Beide Gesichtspuntke sollten in einem solchen Fall von der Vereinsführung berücksichtigt und gewichtet werden, ebenso wie sein bisherigen Verdienste und sein Wert für die nächsten Jahre.

Angemessen und im Interesse des FCK wäre meiner Meinung nach gewesen, mit Gerry zu reden, sich seine Bedenken hinter verschlossenen Türen in Ruhe anzuhören, idealerweise Schommers zu der Aussprache hinzuzuziehen und dann beide an ihre gemeinsame Verantwortung für den Verein zu erinnern und sie dann aufzufordern, sich am Riemen und zu reißen. Wenn die Zusammenarbeit sich dann trotzdem nicht gebessert hätte, hätte man immer noch reagieren können. Dann hätte man aber auch ein, zwei weitere Spiele gehabt, die verdeutlicht hätten, wer von beiden Recht hat.

Setzt sich die aktuelle sportliche Tendenz jetzt fort, dann wäre es nämlich ohnehin dringend geboten, sich von Schommers wieder zu trennen. Gelingt Schommers jedoch der Turnaround, wäre ganz sicher Gerry auch der erste, der seinen Fehler einsiehtund Schommers zur Entschuldigung einen freundlichen Klaps auf den Rücken gibt, dass dem die Brille auf den Boden fällt.

Gerry ist old school und unorthodox. Das weiß man beim FCK aber schon seit 1984. Bis jetzt hat man davon gewaltig profitiert. Unter allen früheren Vereinsführungen hat man ihn trotz dessen und vielleicht auch deswegen geschätzt, und das war auch vernünftig so. Der Verein hat durch Gerry über die Jahre zweistellige Millionenbeträge eingenommen. Gerry war so etwas wie unsere Lebensversicherung.

Wenn so jemand, der zudem für die Fans die einzig verbliebene Identifikationsfigur mit dem Verein ist, das Protokoll verletzt, schmeißt du ihn nicht einfach so von einem Tag auf dem anderen raus, sondern findest eine Lösung. Und schon gar nicht, wirfst du ihn raus, ohne dich auch nur mit einem einzigen Wort zu bedanken. Das ist erstens unklug, weil du dich selber und den dir anvertrauten Verein damit schwächst, und zweitens ist es einfach schäbig.
Zuletzt geändert von Rheinteufel2222 am 23.02.2020, 23:43, insgesamt 2-mal geändert.
"Ein Verein gehört nicht einem Menschen - er gehört den Menschen und Mitgliedern, die sich mit ihm identifizieren."
Christian Streich



Beitragvon Jeans092 » 23.02.2020, 23:41


Da ist er nun. Der Schmerz in der FCK-Seele. Die letzte Grundmauer der Vergangenheit ist abgerissen. So schlimm es auch sein mag, ich denke es wird etwas Gutes bringen. Das ist der Tiefpunkt. Ab jetzt wird das Haus FCK nichtmehr geflickt, saniert und um die Alte Zeit gebastelt. Ab jetzt wird ein neues Haus gebaut, auf den alten Fundamenten, die wir zum Großteil selbst verkörpern und die in jedem FCK-Fan für immer zu finden sein werden.
Gerry wird für immmer die Ehre von uns erhalten die ihm gebührt. Wir müssen jetzt erst recht zusammenrücken und uns auf das besinnen, was uns stärkt.



Beitragvon Megazodiac » 23.02.2020, 23:43


Was hier wieder ein Faß aufgemacht wird wegen dem Gerry, unglaublich. Wenn man nix hat zum sich drüber aufregen, dann macht man sich was.

Der Gerry war en guter Torwart, ein super Kerl, aber er hat den Zeitpunkt zum Aufhören so um 10 Jahre verfehlt. Zuletzt fiel er nur noch dadurch auf, dass er sich zum Sprachrohr eines dubiosen Geschäftemachers aus Luxemburg machte, drohte mit Rücktritt, wenn man dem armen Herrn Banf nicht folgt. Den letzten guten Torwart, den er hervor gebracht hat, muss man lange in der Vergangenheit suchen.

Ich mag den Gerry, hab ihn selbst früher sehr oft spielen gesehen, aber der Lodda war auch ein guter Spieler, trotzdem will den wohl niemand ernsthaft zum Nationaltrainer machen, weil er halt der Lodda ist. Und genauso isses mit dem Gerry. Der ist einfach aus der Zeit gefallen, heute kannst du deinen Chef einfach nicht mehr Arschloch nennen oder ihm auf die Fresse hauen. Die Zeiten sind vorbei, wir leben im Jahr 2020.

Ich hoffe er und auch seine Jünger hier kommen demnächst mal in der Gegenwart an, ist ja nicht zum Aushalten hier.



Beitragvon Scrooge McDuck » 23.02.2020, 23:44


Rheinteufel2222 hat geschrieben:Keiner von denen, die für die Entlassung von Gerry verantwortlich sind, Martin Wagner vielleicht ausgenommen, hat für den FCK auch nur 10 % dessen geleistet, was Gerry für den Verein getan hat.

Also willst du die Verdienste eines Markus Merk in Abrede stellen, der als Weltschiedsrichter die Fußballabteilung des FCK über viele Jahre mehr als würdig vertreten hat? Und du willst die Verdienste eines Rainer Keßler klein reden, vielleicht auf "Huberts Sohn, sonst nix" reduzieren? Und wenn wir schon dabei sind, ist sogar Fritz Fuchs sicherlich streitbar, aber trotzdem hochverdient um den FCK. So, das wären dann mit Wagner 4 mehr als verdiente FCKler, von denen mindestens zwei der Freistellung zugestimmt haben müssen.
Vigilo confido.



Beitragvon Gazza » 23.02.2020, 23:45


Jeder, der mal im Dorfverein Fußball gespielt hat, kennt die Situation:

Ein für die Klasse herausragender Fußballer, der am Stammtisch Politik in zuvorderst eigenem Interesse macht, bringt ab und an überdurchschnittliche Leistungen - versaut mit seinem Verhalten aber unterm Strich mehr als er bringt.

Spielt er Dreck, so muss der Trainer sich laut Zuschauer durchsetzen und ihn mal auf die Bank setzen. Sitzt er auf der Bank und die Mannschaft liegt zur Pause hinten, gehen die Stammtischler auf die Barrikaden.

Dann ist es nicht der richtige Trainer, wenn er mit schwierigen Charakteren nicht kann... oder weil er nicht dazwischen hauen kann.

Sobald jemand eine unantastbare Sonderrolle innehat, wird es für den Verein schwierig - man kann nur verlieren.

Und so kommt es ja jetzt auch...
Wechseln? Ich bin doch schon beim FCK!
- Fritz Walter -



Beitragvon 33 » 23.02.2020, 23:46


Ich bin immer mehr der Überzeugung, dass es richtig war Ehrmann zu entlassen. Vllt. ein schlechter Zeitpunkt. Aber nur weil jemand eine Ikone ist, heißt es nicht, dass er sich alles erlauben kann.

Ihr redet immer von Fritz Walters Werten: Ehrmann hat Schommers als A***** Und Schei** Laptoptrainer öffentlich beleidigt. Hätte das ein Fritz Walter gemacht?

Zweitens hat er mit entschieden wer hier Trainer wird, Kaucinski war wohl fast FCK Trainer und Gerry wollte nicht mit dieser Karlsruh S** arbeiten. Zudem ist es auch möglich, dass Lieberknecht nicht hier her kam.

Gerry hat sich öffentlich für Bader und Becca stark gemacht, die beiden sieht ihr alle kritisch, aber was ist mit Gerry? Kann er einfach entscheidungen mit beeinflussen ohne Konsequenzen zu tragen? Das ist ja der eigentliche Skandal, dass ein Torwarttrainer sich in dinge einmischt die ihn nichts angesehen, aber sein standing nicht verliert.

Ausserdem hat Gerry gesagt er hat keinen beleidigt. Somit würde er lügen. Und er ist zur Bild gerannt, und hat für dieses Chaos gesorgt an einem Sonntag. Danke dafür.

Außerdem macht er sich lustig, dass sich in der Mannschaft Spieler vegetarisch ernähren.
Briegel ist auch eine Ikone, als Torwartrainer wäre er aber sicher unantastbarer.

Und was erwartet ihr vom verein für ne Stellungnahme? Daraus wird doch egal was geschrieben wird, wieder so gedreht dass es ein skandal ist. Entweder Schommers Raus, Vorstand Raus, oder Oh Gott, wie können die nur öffentlich machen was Gerry Ehrmann intern alles abgezogen hat.
Geht rauf wenn ihr Lautrer seid! :teufel2:



Beitragvon dennisson » 23.02.2020, 23:48


Oktober1973 hat geschrieben:Man setzt sich ganz einfach zusammen und beendet dass zum Saisonende mit einer geplanten Kommunikation sauber und professionell. Dies wäre, wenn man mal Gerrys Kommentar von Heute liest, sicher möglich gewesen.


Ja, aber was ist denn, wenn Gerry durch "mehrere Vorkommnisse" den Bogen einfach überspannt hat und man heute die Reißleine ziehen musste. Genau wie bei Hemlein & Co.. Die Stimmung im Team, die Zusammenarbeit, die Hierarchie usw. gehen da doch vor! Wenn es nicht geht, dann geht es nicht. Da warte ich doch nicht bis zum Ende des Jahres, nur weil der Gerry eine Legende ist!! Um dies abschließend beurteilen zu können, wissen wir wahrscheinlich wieder zu wenig.

Oktober1973 hat geschrieben:Und den Fans Ihr Urgestein zu nehmen zwischen Tür und Angel, ist nicht gerade die Beste Idee.


Eigentlich sollten wir froh sein, dass die Vereinsführung keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Anhänger (die eh nicht wissen, was genau los ist) nimmt.



Beitragvon Block 9 » 23.02.2020, 23:49


Nach etwas Zeit, Reflektion und Medienberichten lesen komme ich für mich zu dem Schluss, dass die Entscheidung zwar unpopulär und - für mich - auch falsch war, aber es wohl so viele gute Gründe gegeben hat, dass man sich das trotzdem "getraut" hat - und auch, dass Gerry keinerlei Möglichkeit (oder Lust?) zum Nachtreten hat. Es ist wohl einfach die einzig logische Konsequenz.

Trotzdem merke ich, wie mir seit halb drei heute Mittag ein großer Teil meines FCK-Herzens fehlt. Meine Emotionen sind wie betäubt. Was interessiert mich das nächste Spiel? Was der Rest der Saison? Wir werden sicher net absteigen, nach oben geht eh nix. Egal, was in meinem FCK-Leben war: Gerry war die einzige Konstante. Etwas, das immer da war, auch wenn alles den Bach runter ging. Und wenn es wirklich so war, dass es rein ums Zwischenmenschliche und Sportliche ging, dann ist die Wahl zwischen Schommers und Gerry falsch getroffen worden. Ich rede nicht davon, dass Gerry sich korrekt verhalten hat, das weiß ich einfach nicht, ich war nicht dabei. Aber egal, was Gerry gegen Schommers sportlich zu sagen hatte, er hatte wohl recht.
Und egal, ob die Freistellung korrekt war oder nicht: Sie treibt einen Keil zwischen die Fans. Jetzt, kurz vor der ultimativen Schlacht des Vereins gegen den Untergang.

Nein, ich werde Mitgliedschaft und Dauerkarten nicht kündigen. Das würde Gerry auch nicht wollen. Aber mein Bock auf FCK, der seit Wochen, Monaten, Jahren eh nur aus der Erinnerung und unseren Helden gespeist wird, geht seit heute endgültig gegen Null. Ich bin so traurig. Nicht wegen Gerry, wegen des Vereins.
Mit einem Idioten zu diskutieren ist, als spiele man mit einer Taube Schach: Egal wie gut beide spielen; am Ende schlägt sie zweimal mit den Flügeln, wirft dabei alle Figuren rum, kackt auf das Brett und stolziert weg, als hätte sie gewonnen.



Beitragvon Rohrbacher » 23.02.2020, 23:50


Die Gesellschaft hat sich aber auch verändert. Überlegt doch mal was früher in den Stadien alles gerufen und gesungen wurde und keine Sau hat es interessiert. Das U Bahn lied wurde von Tausenden Leuten mitgesungen. Heute wäre das ein Skandal, es gäbe zig Sondersendungen im ÖR. Oder die Ar.... Wi... Hu.... Rufe beim Torabstoß, keine Sau hat es interessiert. Heute gibt es drakonische Strafen wenn man Dietmar Hopp als Sohn einer H.... beleidigt. Das ist wie in der freien Wirtschaft. Früher hat man sich auch mal mit seinem Vorgesetzten ( Meister ) gezofft und beleidigt bis die Fetzen geflogen sind. Danach hat man sich an einen Tisch gesetzt und miteinander geredet und danach ging man dann noch zusammen ein Bier trinken und alles war wieder gut. Sag Heute mal zu deinem Vorgesetzten auf der Arbeit Arschloch, vorallem wenn er jung ist und direkt von der Uni kommt, da bist du direkt weg vom Fenster.



Beitragvon Rheinteufel2222 » 23.02.2020, 23:53


Scrooge McDuck hat geschrieben:
Rheinteufel2222 hat geschrieben:Keiner von denen, die für die Entlassung von Gerry verantwortlich sind, Martin Wagner vielleicht ausgenommen, hat für den FCK auch nur 10 % dessen geleistet, was Gerry für den Verein getan hat.

Also willst du die Verdienste eines Markus Merk in Abrede stellen, der als Weltschiedsrichter die Fußballabteilung des FCK über viele Jahre mehr als würdig vertreten hat? Und du willst die Verdienste eines Rainer Keßler klein reden, vielleicht auf "Huberts Sohn, sonst nix" reduzieren? Und wenn wir schon dabei sind, ist sogar Fritz Fuchs sicherlich streitbar, aber trotzdem hochverdient um den FCK. So, das wären dann mit Wagner 4 mehr als verdiente FCKler, von denen mindestens zwei der Freistellung zugestimmt haben müssen.


Ja, willich. Vergleich das, was die in ihren bisherigen für den FCK bisher konkret bewirkt haben mit dem, was Gerry für den FCK bewirkt hat. Da kommen die 10% schon ganz gut hin.
"Ein Verein gehört nicht einem Menschen - er gehört den Menschen und Mitgliedern, die sich mit ihm identifizieren."
Christian Streich



Beitragvon FCK-Ralle » 23.02.2020, 23:55


Marky hat geschrieben:Gestern habe ich in der West noch dran gedacht, was wohl Gerry zu dieser Darbietung auf dem Platz sagen würde. Sein Satz mit den Zweiflern und den Siegern kam mir in den Sinn.

Es ist unfassbar, was heute Nachmittag passiert ist. Meine FCK-Welt steht still.

https://www.der-betze-brennt.de/artikel ... -gerry.php

Meine eigene FCK-Geschichte ist ohne Gerry Ehrmann nicht denkbar. Ein Spiel steht symbolisch dafür: Ein Abend im April 1987. Südweststadion, Ludwigshafen. Waldhof gegen Kaiserslautern. Ehrmann war damals mehr außerhalb als im 16-Meter-Raum anzutreffen. Er kassierte seine fünfte gelbe Karte der Saison, hielt zwei Elfmeter. Insgesamt gab es vier Strafstöße gegen den FCK. Als der Schiri in der Nachspielzeit Lautern das 4:4 wegen Abseits aberkannte, sah ein Mann rot. Nur weil seine Mitspieler und die Ersatzleute (!) eingriffen, konnte Schlimmeres verhindert werden.

Ich kannte vorher Torhüter wie Uli Stein, die den Strafraum zum Box-Ring umfunktioniert hatten, aber ich hatte noch nie einen Torhüter erlebt, der die eigene Spielhälfte zu seinem Revier erklärte und diese große Grünfläche verteidigte, als ginge es um sein Leben. Nein, das war nicht nur ein Tor-Hüter, sondern ein Torjäger-Jäger. Einer, der einen Entschluss fasste, der nicht abwartete, der über seine Schmerzgrenze ging. Einen, den nichts auf seinem (langen) Weg (zum gegnerischen Stürmer) abbringen konnte. Ein Ball konnte an ihm vorbeikommen, ja, aber nie Ball plus Spieler.

Und es gibt noch eine andere Begebenheit, die mein (Fan-)Leben maßgeblich geprägt hat. Das letzte Heimspiel gegen Gladbach in dieser sagenhaften Rückrunde '91. Damals glitt Gerry der Meisterball förmlich aus den Händen. Wie tragisch.

Gerade ihm, dem mancher schon mal Superhelden-Kräfte andichtet. Dem Tarzan, dem Chuck Norris aus der Pfalz.

Doch Gerald Ehrmann, geboren in Tauberbischofsheim, zwischen Würzburg und Heilbronn, stand wieder auf, so wie er es Jahre später auch nach Barcelona tat, nach José Maria Bakero. Ein Mensch, fehlbar und mit großem Herzen.

Gerry gehört für Alt und Jung dazu wie das Betze-Lied und die Westkurve

Ich habe diese Gedanken schon einmal auf DBB-Papier gebracht: 2012. Die Kolumne hieß damals: Gerry, wir brauchen dich! Damals schrieb ich über ihn auch diese Sätze "Wir reden hier oft über Tradition, aber mal ehrlich, viel davon ist uns nicht mehr geblieben. Dich können wir nicht auch noch verlieren. Noch nicht. Denn keiner verkörpert den FCK wie du."

Das würde ich heute auch immer noch unterzeichnen. Aber ich habe für mich einen Weg gefunden, mit dem ich diesen Verlust ertragen kann und die Lücke, die eigentlich einem Krater nach einem Meteoriteneinschlag gleichkommen wird, füllen kann.

Dass Gerry nicht mehr als einer der Ersten auf den Platz läuft, dass er nicht mehr - so lässig, wie nur er es kann - in die Kurve winkt. Dass da keiner mehr ist, der mit Vollspannschüssen aus fünf Metern seine Torleute auf Betriebstemperatur bringt, der es im Alleingang mit der gesamten gegnerischen Trainerbank aufnimmt. Das alles ist gewiss kaum vorstellbar.

Gerry gehört für Alt und Jung zum Betze wie das Stadionlied und die Westkurve. Seit 1984 ist er ein Roter Teufel - das muss man sich mal vorstellen. 1984 führte Apple den Macintosh ein, Richard von Weizsäcker wurde Bundespräsident, Ronald Reagan regierte die USA, das Privatfernsehen startete in Deutschland und Gerry Ehrmann wechselte vom 1. FC Köln nach Kaiserslautern.

Die Brust raus, den Kopf nach oben, der Blick fest entschlossen

2010 sagte er einmal in einem Interview, dass er noch zehn Jahre weiterarbeiten möchte. Heute zitiert "Bild" ihn so: „Mir tut körperlich nichts weh. Ich fühle mich nicht wie 60 und denke nicht ans Aufhören, solange ich das Gefühl habe, dass ich bei den Jungs glaubwürdig bin. Ich gehe noch ein- bis zweimal pro Woche in den Kraftraum. Ich will ja dem Verfallsdatum entgegenwirken."

Wenn der Tag X kommt, dann kann ich, ja, dann können wir alle eines tun: Die Werte, für die Gerry Ehrmann steht, weiter hochhalten und leben. Eigentlich können wir beim nächsten Heimspiel schon damit anfangen: Eine aufrechte Haltung im Block, auf dem Spielfeld oder sonst wo einnehmen, die Brust raus, den Kopf nach oben, die Muskeln angespannt, der Blick fest entschlossen.

Das schönste Geschenk also, das jeder Gerry Ehrmann zu seinem 60. Ehrentag machen kann, ist nicht nur, dass Zusammenhalt in seinem geliebten Verein einkehrt, dass alle an einem Strang ziehen, damit der FCK wieder erfolgreich wird. Nein, es gibt noch etwas: Dass es den Leuten alles anderes als egal ist, was mit und um den FCK passiert. Dass man sich wehrt. Dass man mutig ist - und dass man mindestens noch ein mal "Nie mehr SV Waldhof" anstimmt…

Wir sind Gerry - alles Gute!


Danke Marky!
Du hast als einziger heute geschafft mir nicht aus Wut sondern aus Rührung die Tränen ins Gesicht zu treiben!

Alle Gerry-Hater lasst euch den Artikel auf der Zunge zergehen. Unfassbar wie viel Scheiße heute über ihn ergossen wurde.

@jürgenrische1998

Ja so sehe ich das auch. Der FCK in den ich mich damals verliebt habe ist glaube ich heute endgültig gestorben. Und ob das was danach kommt mir noch gefällt muss man sehen.
Ich mache jenen jungen Leuten, die erst später Fan wurden und diese Zeiten nicht kennen keinen Vorwurf. Aber so kann man nicht auf Gerry scheißen. Das geht nicht.

Wir werden keinen mehr erleben, der so lange dem Verein die Treue hält.
Der FCK wird immer mehr im Einheitsbrei der deutschen Fußballvereinswelt versinken.
Die Besonderheiten, die den FCK einzigartig gemacht haben wurden in den letzten 20 Jahren Stück für Stück vernichtet.
Gerry ist eines der letzten Mosaiksteinchen das eliminiert wurde.
Mir graut noch mehr denn je vor der Zukunft.

Und bei Schommers bin ich auch gespannt wie es weiter geht. Sein Intimfeind ist ja nun weg. Kriegt die Mannschaft nun die Kurve?
Mir fehlt ein wenig der Glaube.
Wahrscheinlicher erscheint mir derzeit eine Klatsche am Samstag gegen Waldhof und dass Schommers spätestens am Saisonende gehen muss.
FCK 4-life
"Sieger zweifeln nicht und Zweifler siegen nicht!" (Gerry Ehrmann)



Beitragvon Rheinteufel2222 » 23.02.2020, 23:56


33 hat geschrieben:Ihr redet immer von Fritz Walters Werten: Ehrmann hat Schommers als A***** Und Schei** Laptoptrainer öffentlich beleidigt. Hätte das ein Fritz Walter gemacht?


Gerry hat schon als Torwart nicht unbedingt die Werte von Fritz Walter vertreten. Ich weiß aber, dass Fritz Walter Gerrys Spielweise sehr gemocht hat.

Was Fritz und Gerry verbindet, ist dass sie beide auf ihre Weise absolute FCKler waren. Und das konnte der Fritz immer respektieren.
"Ein Verein gehört nicht einem Menschen - er gehört den Menschen und Mitgliedern, die sich mit ihm identifizieren."
Christian Streich



Beitragvon flidp » 23.02.2020, 23:57


Rheinteufel2222 hat geschrieben:
Wenn so jemand, der zudem für die Fans die einzig verbliebene Identifikationsfigur mit dem Verein ist, das Protokoll verletzt, schmeißt du ihn nicht einfach so von einem Tag auf dem anderen raus, sondern findest eine Lösung. Und schon gar nicht, wirfst du ihn raus, ohne dich auch nur mit einem einzigen Wort zu bedanken. Das ist erstens unklug, weil du dich selber und den dir anvertrauten Verein damit schwächst, und zweitens ist es einfach schäbig.


Und wenn Du es doch machst, denkst du Dir vermutlich was dabei.
Es ist schon einigermaßen arrogant, wenn man annimmt, dass die Verantwortlichen noch nicht mal so weit vorausdenken können, dass sie sich der Reaktionen nicht bewusst sind.
Ich meine noch nicht mal Dich persönlich, ist ja in vielen Beiträgen so zu lesen. Und spiegelt genau das wieder, was seit Jahren bei uns so läuft. Immer wissen alle was richtig ist, nur die Verantwortlichen nicht.
Ist in sehr vielen Fällen bei vielen Entscheidungen allerdings schwer zu durchblicken oder zu bewerten.
Aber in diesem Fall ist es mal ziemlich klar.
Wennn Markus Merk, Rainer Keßler, Fritz Fuchs, Martin Wagner sich zu einem solchen Schritt entschließen, was kann das denn wohl bedeuten?

Ehrlich Leute, auch wenn es in diesem Fall besonders schwer zu ertragen ist, ist es genau aus diesem Grund für mich eigentlich völlig klar, dass es wohl eben keine Alternative mehr gab, keine Möglichkeit, dass irgendwie anders zu regeln.



Beitragvon Tical1983 » 23.02.2020, 23:57


Also das welche auffordern den Verein nicht mehr zu unterstützen, wegen einzelnen Personen, die haben diesen Verein nie geliebt.

Ihr glaubt doch nicht wirklich, dass es nur um eine Beleidigung gegen Schommers geht, da muss mehr vorgefallen sein.

Merk und Co würde da definitiv anders vorgehen, wenn es nur um dieses Problem gehen würde,da würden sie sagen er solle sich wegen der Beleidigung entschuldigen(Emotionen kochen nunmal manchmal über), eine Geldstrafe und gut ist.

Schommers ist doch schon angezählt, bevor das ganze jetzt passiert ist, da würden die sicher nicht einfach Gerry rauswerfen, da Schommers so noch mehr angezählt wäre wie davor schon.

Nehmen wir mal den Fall, dass sie erstes probiert hätten, das Gerry sich entschuldigen soll und sie versucht hätten zu vermitteln und Schommers wollte mit Gerry nicht mehr weiter arbeiten, dann denke ich wäre auch eher Schommers geflogen, da er wie gesagt eh schon angezählt war und es auch die leichter Entscheidung gewesen wäre und man es einfach mit fehlenden sportlichen Ergebnisse begründen hätte können und Gerry einfach eine Geldstrafe gegeben hätte.

Es muss einfach mehr vorgefallen sein, dass so eine unpopuläre Entscheidung bei den Fans getroffen werdeb müsste.

Das Statement des FCK scheint dies ja auch anzugeben.



Beitragvon super-jogi » 24.02.2020, 00:01


Harald Layenberger hat sich auch zu Wort gemeldet (Kannst aber nicht verlinken, darum der kopiere Text, hoffe das ist OK)

Harald Layenberger hat geschrieben:Was ist da heute eigentlich passiert?

Ich kenne Gerry seit seinem ersten Tag beim FCK. Als er 1984 vom 1.FC Köln zum Betzenberg kam, hat er nicht nur mich durch seine eigene Art des Torwartspiels begeistert. Schnell wurde er zu unserem Tarzan und unser aller Publikumsliebling. Ich habe damals sogar meinen Schäferhund nach ihm benannt. Spätestens nach dem überraschenden DFB Pokal Sieg 1990 und der Meisterschaft 1991 mutierte Gerry dann endgültig zu unser aller Held und zur Identifikationsfigur für die ganze FCK Familie. Es folgte der DFB Pokalsieg 1996, die Deutsche Zweitligameisterschaft 1997 und die Sensationsmeisterschaft 1998, kaum einer hat mehr Erfolge mit dem FCK gefeiert als er. Nach seiner aktiven Karriere wurde Gerry 1998 unser Torwarttrainer. Roman Weidenfeller, Tim Wiese, Tobi Sippel, Kevin Trapp und viele andere erfolgreiche Torhüter, durchliefen erfolgreich die Ehrmannsche Fußballschule und starteten beim FCK Ihre Karriere. Danke dafür Gerry!

Gerry war in den 36 Jahren nie ein Diplomat. Seine durchaus kantige Art und sein teils rauher Ton, waren geprägt von seinem Ehrgeiz und dem absoluten Willen Erfolg zu haben. Ja er war laut, beleidigte auch schon mal den einen oder anderen in seiner Emotion, da können einige Spieler und Offizielle sicherlich auch ein Liedchen davon singen. So war und so ist er halt und so wurde er bei uns zur lebenden Legende.

Ich sag Euch was, ein Vorfall wie heute hätte nie dieses Ausmaß angenommen und wäre wahrscheinlich auch nicht in diesem Maße eskaliert, hätte da nicht jemand vorschnell die Presse informiert. Man hätte sich wahrscheinlich am Montag unter Männern zusammengesetzt, sich ordentlich die Meinung gesagt und einen für alle Seiten gangbaren Weg gefunden - wie auch immer dieser dann ausgesehen hätte!

Gerry versicherte mir heute persönlich, nicht die BILD informiert zu haben und ich glaube ihm das. Ich kann mir auch nicht vorstellen dass das ein Herr Schommers, ein Herr Voigt oder irgend ein Mitglied unseres Aufsichtsrates getan hat. Warum auch, so was schadet doch nur unserem Verein und wer will das schon?

Ich kann Euer aller Empörung nur zu gut verstehen. Die Sympathiebekundungen von uns Fans für Gerry Ehrmann dürfen aber bitte nicht dazu führen, dass wir Fans uns wieder an den Hals gehen (das hatten wir doch schon)!
Die Vereinsmitgliedschaft zu kündigen, nicht mehr uff de Betze zu gehen oder die Dauerkarte zu kündigen, ist der absolut falsche Weg! Ganz sicher ist der Letzte der das gut findet, Gerry Ehrmann.

Den Protagonisten kann ich nur empfehlen, falls es dann wirklich nicht mehr zu kitten sein sollte und manchmal ist das dann halt so, dann findet bitte eine einvernehmliche Lösung und schlagt keine Türen zu, die dann vielleicht nie mehr zu öffnen sind.

Wer auch immer die Presse informiert hat, er hat unserem Verein und unserem Gerry einen Bärendienst erwiesen.
Das Leben ist wie eine Klobrille. Man macht so einiges durch !




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