Neuigkeiten und Pressemeldungen zum 1. FC Kaiserslautern.

Beitragvon Thomas » 15.10.2019, 18:00


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Markus Merk im Interview: "Im Sinne des FCK"

Markus Merk will zusammen mit Rainer Keßler, Martin Wagner, Martin Weimer und Jörg Wilhelm den zukünftigen Aufsichtsrat des 1. FC Kaiserslautern bilden. Im Exklusiv-Interview mit Der Betze brennt spricht der gebürtige Kaiserslauterer über seine Pläne.

"Ich bin immer noch überzeugt davon, dass der FCK auch in dieser schwierigen Phase mit diesem Substanzverlust, noch eine unfassbare Energie hat", glaubt der immer noch viel rumkommende Weltschiedsrichter Markus Merk. "In ganz Deutschland, von Nord nach Süd, von Flensburg bis Oberstdorf. Und auch international. Der FCK wird überall noch beachtet, obwohl er 3. Liga spielt. Diese Kraft und Energie, die hier schlummert, gilt es wieder zu erwecken. Wir müssen versuchen, die verschiedenen Lager wieder zusammenzuführen."

"Nach allen Seiten eine offenen Gesprächsdialog führen"

Diese verschiedenen Lager haben sich in den vergangenen Monaten vor allem während der Streitigkeiten bei der Investorensuche gebildet. Merk und seine Mitstreiter wollen hier auch vermitteln: "Es wäre ein Traum, wenn wir in vier Wochen alle an einem Tisch sitzen hätten. Im Sinne des FCK müssen und werden wir nach allen Seiten eine offenen Gesprächsdialog führen." Die Grundlage für alle Entscheidungen sei das Vier-Säulen-Modell, für das die FCK-Mitglieder mit der überwältigenden Mehrheit von 92 Prozent gestimmt haben, betont Merk.

"Wieder eine positive Grundstimmung entfachen"

Auch sportlich hält der 57-Jährige mehr als das bisher Gezeigte für möglich: "Die Mannschaft hat meiner Ansicht nach ein viel größeres Potenzial, als sie jetzt zeigt - davon bin ich überzeugt. Aber es fehlt die positive Grundstimmung in und um den Verein. Wir wollen mithelfen, diese wieder zu entfachen."

Im ausführlichen Interview des Monats spricht Markus Merk über die bevorstehende Aufsichtsratswahl und seine sportlichen, wirtschaftlichen und menschlichen Zukunfts­gedanken für den FCK. Teil 1 erscheint morgen Nachmittag auf Der Betze brennt.

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 16.10.2019:

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Interview des Monats: FCK-Kandidat Dr. Markus Merk, Teil 1/2
"Wenn der FCK mich braucht, dann bin ich da"


Den 1. FC Kaiserslautern wieder nach vorne bringen - so lautet das Ziel des fünfköpfigen Kandidaten-Teams um Markus Merk. Im Exklusiv-Interview mit Der Betze brennt spricht der dreifache Weltschiedsrichter über die bevorstehende Aufsichtsratswahl und seine persönliche Motivation.

Der Betze brennt: Markus Merk, gleich zum Einstieg folgende Frage, die viele FCK-Fans bewegt: Haben Sie schon mit Flavio Becca gesprochen? Werden Sie zusammenarbeiten?

Dr. Markus Merk (57): Ich möchte alle Mitglieder und Fans dahingehend beruhigen, dass wir jede Möglichkeit der Zusammenarbeit ergreifen. Wir haben den Ball zu Flavio Becca ins Feld gespielt, ihn um den Meinungsaustausch in einem persönlichen Gespräch gebeten, und sind aktuell in der Phase der Terminfindung. Wir sind bereit, mit allen zu sprechen und wollen jederzeit versuchen, konträre Ansichten zusammenbringen. Es ist aber auch ein schmaler Grat: Wenn immer nur über einen gesprochen wird, fühlen sich dadurch schnell andere auf den Schlips getreten. Ich weiß um diese Sensibilität und respektiere dies. Wir werden alles tun, um auch möglichst alle mitzunehmen. Wir versuchen mit jedem zu sprechen, bei dem wir spüren, er oder sie kann und will den FCK weiterbringen.

"Wir müssen versuchen, die verschiedenen Lager zusammenzuführen"

Der Betze brennt: Gemeinsam mit Rainer Keßler, Martin Wagner, Martin Weimer und Jörg Wilhelm kandidieren Sie für den Aufsichtsrat des FCK. Warum tun Sie sich das eigentlich an?

Merk: Weil wir immer noch der Überzeugung sind, dass der FCK auch in dieser schwierigen Phase mit diesem Substanzverlust noch eine unfassbare Energie hat. In ganz Deutschland, von Nord nach Süd, von Flensburg bis Oberstdorf. Und auch international. Der FCK wird überall noch beachtet, obwohl er in der 3. Liga spielt. In den letzten Jahren habe ich immer den Respekt vor diesem Verein gespürt, aber die Tendenz ging auch zu Mitleid. Das ist grausam, das müssen wir ändern. Diese Kraft und Energie, die hier schlummert, gilt es wieder zu wecken. Wir müssen versuchen, die verschiedenen Lager wieder zusammenzuführen. Das ist mein Ziel, unser Ziel. Es wäre für mich das schlimmste, wenn ich mir irgendwann sagen müsste, ich habe es nicht wenigstens versucht - für den FCK und die Menschen.

Der Betze brennt: Wie würden Sie die Rolle ihres Teams aktuell beschreiben?

Merk: Wir bieten uns als Alternative an. Da bestehen wir drauf. Es wird mit uns keinen neuen Grabenkampf, keinen Kampf um Macht geben. Als vor zweieinhalb Wochen die Unruhe nach dem Spiel bei 1860 München immer größer wurde, wollten wir den Fans und Mitgliedern eine Sicherheit geben. Natürlich waren wir schon länger im Austausch, haben uns dann aber zu diesem Zeitpunkt entschieden, mit unserer Kandidatur an die Öffentlichkeit zu gehen. Für den Fall, dass der Aufsichtsrat bei der ja eigentlich für den 20. Oktober geplanten Jahreshauptversammlung abgewählt würde, wollten wir zeigen, dass der Verein nicht führungslos wäre. So sehen wir uns auch weiterhin. Als Alternative. Wenn der FCK mich braucht, dann bin ich da. Daran wird sich nie etwas ändern.

Der Betze brennt: Sie kandidieren für den Aufsichtsrat des e.V., die Zugehörigkeit ist aktuell gleichbedeutend mit dem Eintritt in den Beirat der Kapitalgesellschaft. Worin sehen Sie in den beiden Gremien ihre Hauptaufgabe?

Merk: Die Bezeichnung "Aufsichtsrat” ist für mich nicht immer die glücklichste. Es steckt der Begriff Aufsicht drin, also Kontrolle. Mit Sicherheit ist das auch die Primärfunktion. Aber das schließt den operativen Ansatz eigentlich aus. Und dennoch gibt es Schnittstellen. Vor allem in der Anfangsphase müssten wir - sofern wir ein Mandat erhalten - vermehrt operativ denken. Das Ziel muss es immer sein, eine starke Geschäftsführung in der Kapitalgesellschaft und einen starken Vorstand im e.V. zu haben. Beiden Bereichen werden wir den Rücken stärken. Aktuell muss etwa ein starker Nachfolger für Martin Bader gefunden werden. Wenn das erledigt ist, kommt der Begriff Aufsicht wieder mehr zum Tragen. Sicherlich liegt der Fokus auf den offenen Themen im Profifußball - aber der FCK ist mehr als nur ein Fußballverein und darauf können wir auch stolz sein.

"Jeder in unserem Team hat seine Aufgabe und seine Stärken"

Der Betze brennt: Also wollen Sie vermehrt im Hintergrund arbeiten, weniger in der Öffentlichkeit?

Merk: Am Anfang wird das in der Form nicht möglich sein, da heißt es: Wichtige Entscheidungen treffen. Aber natürlich, langfristig wollen wir uns auf die Kontrollfunktion, die Unterstützung und Beratung konzentrieren. Das bedeutet: Ja, eindeutig, im Hintergrund.

Der Betze brennt: Sehen Sie Ihre persönliche Rolle dabei mehr als Vermittler oder als Gestalter?

Merk: Das Entscheidende ist das Team, wir sind eines und wir bleiben eines. Welche Rolle ich darin habe, da gibt es vier andere, die Sie fragen können und es beurteilen sollten (lacht). Aber jeder in unserem Team hat seine Aufgabe und soll seine Stärken ausspielen. Das Gemeinsame steht im Vordergrund. Persönlich muss ich ja immer über ein gewisses Schubladendenken schmunzeln: Der Schiedsrichter, der Zahnarzt... unwissend was man strategisch, unternehmerisch in den letzten 15 Jahren geleistet hat. Letztendlich zählt die Leistung, situativ, und sie sollte eine Konstanz haben. Ich halte es da lieber mit etwas Bescheidenheit.

Der Betze brennt: Sie treten mit insgesamt fünf Personen an. Eine Teamwahl sieht die Satzung jedoch nicht vor. Sie müssen also darauf zählen, dass die Mitglieder sie dennoch gemeinsam wählen. Worin liegt genau der Mehrwert gegenüber der Einzelwahl?

Merk: Es geht um Kompetenzen, die in diesem Gremium vorhanden sein sollten. Bei einer Wahl von fünf Einzelbewerbern bleibt es komplett dem Zufall überlassen, welche Konstellation sich findet. Genauso wenig helfen mir fünf Markus Merks oder fünf Martin Wagners weiter. Für die Auswahl unserer Team-Mitglieder war wichtig, dass jeder mit seiner fachlichen Kompetenz dem FCK bei den unterschiedlichen Themenfeldern einen Mehrwert bietet. Wir wollen mit den fünf Personen - und mit vielen weiteren - dem FCK helfen. Denn fünf reichen gar nicht. Wenn du nicht unfassbar viele kluge Köpfe im Hintergrund hast, die Einzelbereiche viel besser bestellen können, dann reicht es auch nicht. Die schon jetzt überwältigende Zustimmung und die Angebote zur Unterstützung vieler Mitglieder und Fans geben uns zusätzlich Kraft und Motivation, diesen beschwerlichen Weg zu gehen.

"Starke Leute können mit starken Leuten - oder sie sind nicht stark"

Der Betze brennt: Auch die früheren FCK-Funktionäre hatten zweifellos alle ihre Kompetenzen, aber gerade an diesem Team-Gedanken hat es dann doch öfter gehapert...

Merk: Ich sage immer wieder: "Starke Leute können mit starken Leuten oder sie sind keine starken Leute." Ich weiß, was ich kann. Ich weiß aber auch, was ich nicht kann. Und das werde ich nicht versuchen, wenn ich weiß, es gibt jemand, der das besser kann. Entscheidend ist auch, dass Personen dabei sind, die von außen, überregional auf uns drauf schauen. Denn wenn du zu weit in dieser Regionalität drin bist, verlierst du leicht den Über- und Weitblick. Deswegen ist unser Team eine ideale Zusammenstellung.

Der Betze brennt: Nicht jeder aus ihrem Team ist den Mitgliedern bisher ein Begriff. Wie etwa der Wirtschaftsjurist Jörg Wilhelm. Welche Qualitäten bringt er mit?

Merk: Für uns war klar, dass die juristische Schiene besetzt sein muss. Je weniger wir diese brauchen werden, desto besser. Aber leider Gottes wäre das verblendet, nur darauf zu hoffen. Mit Jörg haben wir diesen Posten ideal besetzt. Mehr als einen internationalen Anwalt für Wirtschaftsrecht können wir nicht haben. Er hat eine unfassbare Vernetzung. Wenn es irgendwo knallen sollte, dann haben wir ein Problem. Dann brauchst du jemanden, der sich mit der Materie auskennt und der dir das Problem schnellstmöglich vom Hals schafft. Und genau dafür haben wir den richtigen Mann.

Der Betze brennt: Auch Martin Weimer, früheres Vorstandsmitglied beim SC Freiburg, dürfte vielen noch unbekannt sein.

Merk: Er ist unser Finanzfachmann. Mit dieser Vita, Vorstand bei SC Freiburg gewesen zu sein, hilft er uns enorm. Vor 15 bis 20 Jahren war der FCK noch vor Freiburg. Vieles hatten beide Vereine aber damals schon gemeinsam. Sie wurden deutschlandweit geschätzt, hatten hohe Sympathiewerte. Es waren Klubs, die mit wenigen Mitteln viel bewegt haben. Jetzt schauen wir aber mal heute, wo wir stehen, wo Freiburg steht. Da hilft es uns enorm, dass Martin beide Vereine kennt und die Frage beantworten kann, warum es beim SC so gut gelaufen ist und in Kaiserslautern nicht. Sein enormes Netzwerk komplettiert das Ganze.

Der Betze brennt: Bei Martin Wagner ist der Bekanntheitsgrad natürlich etwas ganz anderes. Dennoch die Frage, welche Rolle übernimmt er?

Merk: Er hat mit die beste Vernetzung zu den Fans. Und mit seinen Erfolgen für den FCK passt er einfach super hier hin. Auch ich stehe im Stadion am liebsten in der Westkurve, aber dann doch eher am Rand. Martin ist da anders: Der geht mitten rein. Als Identifikationsfigur ist er unersetzbar. Und natürlich müssen wir über die sportliche Expertise von Martin Wagner, der Deutscher Meister und Nationalspieler war, gar nicht erst reden.

"Rainer Keßler denkt 24 Stunden am Tag für diesen Verein"

Der Betze brennt: Bleibt noch Rainer Keßler, der bereits mehrere Ämter rund um den FCK bekleidete, unter anderem als Vereinsvorstand.

Merk: Rainer ist die absolut wichtige Figur in diesem Team. Rainer denkt 24 Stunden am Tag, von Montag bis Sonntag, für diesen Verein. Sein Wissen, was die Satzung und auch diverse Randthemen angeht, ist unfassbar. Dazu seine regionale und nationale Vernetzung. Das ist der Wahnsinn, was Rainer für diesen Verein alles tut. Da hat er meinen größten Respekt. Unsere Väter haben uns den FCK da ganz schön in die Wiege gelegt.

Der Betze brennt: Doch was ist, wenn nicht alle fünf Personen gewählt werden?

Merk: Es ist in dem Fall gut so, dass es eine Einzelwahl ist. Wir stellen uns einer demokratischen Wahl. Ich hoffe sogar darauf, dass sich weitere Kandidaten bewerben. Schon die Satzung sieht schließlich fünf Mitglieder im Gremium sowie drei Nachrücker vor, also müsste es mindestens acht Bewerber geben. Wir wollen niemanden abschrecken.
Bei uns im Team hat niemand Angst oder die Befürchtung, nicht gewählt zu werden. Kommt es zu einer Konstellation, in der nicht alle vertreten sind, werden wir schauen, wie wir damit umgehen. Wenn wir am Ende ein Gremium haben, in der weiter die ein oder andere Baustelle offen bleibt, sind wir keinen Schritt weiter. Dann könnten wir es auch so lassen wie aktuell.
Aber ich möchte nochmals betonen: Unser Team wurde rein aus der Notwendigkeit erstellt, verschiedene Themenfelder fachlich kompetent zu besetzen. Wir vertrauen und schätzen uns, obwohl wir uns erst relativ kurze Zeit in dieser Konstellation kennen. Wir alle sind jedoch der Überzeugung, dass wir als Team dem FCK helfen können. Für die Realisierung unserer Ziele für den FCK wäre es natürlich wichtig, dass alle Team-Mitglieder das Votum der Mitgliederversammlung erhalten

Der Betze brennt: Es gibt eine weitere Variable. Wenn das nachgerückte Aufsichtsratsmitglied Fritz Fuchs den ihm zustehenden Platz weiter beanspruchen wird, ist nur die Vakanz auf vier Posten gegeben, die zudem nur für ein Jahr nachgewählt werden. Was dann?

Merk: Zunächst mal hoffen wir, dass jeder das tut, was im Sinne des Vereins ist. Da vertraue ich auch auf Fritz, den ich seit nahezu 50 Jahren kenne und schätze. Ich weiß auch, was für ihn der FCK bedeutet. Natürlich gibt es genau bei diesem Punkt aber immer auch eine Subjektivität, verschiedene Sichtweisen: Was bedeutet "im Sinne des Vereins"? Falls es zu der angesprochenen Situation kommt, brauchen wir eine Rangliste, um zu verdeutlichen, welche Kompetenzen wir unbedingt benötigen.
Es gibt jedoch eine weitere Möglichkeit. Die Satzung sieht vor, was schonmal sehr gut ist, was aber kaum jemand weiß, dass der Aufsichtsrat um zwei Plätze erweitert werden kann. Das ist spannend. Es gibt dir vor allem die Möglichkeit, vielleicht fehlende Kompetenzen, die du im Moment noch nicht siehst, mit Personen, die wir noch nicht kennen, zu einem späteren Zeitpunkt hinzuziehen.

"Es ist ein Grundproblem, dass das Vertrauen weg ist"

Der Betze brennt: ... oder eben die Person aus dem Team, die zunächst nicht gewählt wurde.

Merk: Natürlich würde es Leute geben, die uns dann vorwerfen: "Das haben die ja klasse gemacht, die Satzung ausgenutzt, um doch alle ins Boot zu holen." Aber darum kann es doch gar nicht gehen. Sondern nur um die Frage: Was ist für den FCK das Beste?
Aber natürlich kann ich auch dieses Argument, respektive den Vorwurf aus kritischer Sicht verstehen. Es ist ein Grundproblem, dass das Vertrauen weg ist. Das Schwierigste für uns ist, diese unglaubliche Zerrissenheit in der FCK-Familie wieder geradezubiegen. Jedem bewusst zu machen, sich selbst ein Stück rauszunehmen und mehr Offenheit und Toleranz zu zeigen für die Arbeit anderer. Dass das verloren gegangen ist, ist Fakt.

Der Betze brennt: Nun kennen wir die Mitglieder Ihres Teams etwas näher. Doch wie lauten Ihre Pläne, was wollen Sie genau umsetzen, um die Talfahrt zu stoppen?

Merk: Wir wollen und können nichts versprechen, da viele Faktoren uns noch gar nicht bekannt sind. In den letzten Jahren gab es auch zu viele Versprechen beim FCK, die dann oft nicht eingehalten wurden. Um die Talfahrt zu stoppen, ist es jedoch extrem wichtig, Geschlossenheit und Ruhe vorzuleben. Dafür steht unser Team!

"Wir wollen und können nichts versprechen"

Der Betze brennt: Sie haben also noch keinen konkreten Maßnahmenkatalog oder ähnliches?

Merk: Wir haben uns mit vielen Fragen befasst. Erste Priorität besitzt natürlich die Entscheidung über die sportliche Leitung und Struktur. Des Weiteren müssen wir die Geschäftsführung bestmöglich bei der Investorensuche unterstützen, um eine finanzielle Stabilität und Zukunft für den FCK zu erhalten. Mit einem Mandat werden wir gemeinsam mit den Verantwortlichen des FCK eine Detailbewertung vornehmen, um den FCK in allen Bereichen fit für die Zukunft aufzustellen. Es gilt auch, den Mitarbeitern Ängste zu nehmen und sie für die eventuell notwendigen Veränderungen zu motivieren.

Der Betze brennt: Aber müssen die Mitglieder nicht zumindest einige Anhaltspunkte kennen, um Sie und ihr Team zu wählen? Sei es im sportlichen Bereich, personell auf der Führungsebene oder im Finanziellen?

Merk: Natürlich gibt es Pläne, die vielen Baustellen zu bearbeiten - die aber noch nicht spruchreif sind. Unsere Gedanken liegen auf dem Reißbrett. Würden wir uns erst dann damit beschäftigen, wenn wir das Mandat haben, wäre es viel zu spät. Letztlich musst du dann noch die Variablen mit einfließen lassen und dann zupacken. Mit einem klaren Ziel: Eine starke Geschäftsführung und einen unterstützenden, beratenden und im Hintergrund agierenden Aufsichtsrat zu haben.

Der Betze brennt: "Das Herz der Pfalz" - "Lautrer Herzblut" - "Nur zusammen sind wir Lautern": Wer beim FCK etwas ändern wollte, hatte meist einen Leitspruch. Ihr Team auch?

Merk: Wir haben bewusst darauf verzichtet. Wir hatten einige Ideen, aber nein. Die Menschen haben die Schnauze voll von solchen Parolen. Wer mich kennt, der weiß, dass ich ein hochemotionaler Typ bin. Aber in ganz vielen Bereichen müssen wir die Emotionen mal rausnehmen, das ist ein wichtiger Punkt. Das heißt nicht, dass wir auch mal was Neues raushauen, aber erstmal sollten wir gemeinsam diese Leitsprüche mit Leben füllen!

"Jegliche weitere Verzögerung geht zu Lasten des Vereins"

Der Betze brennt: Es gibt noch ein weiteres Problem: Der Termin für die Mitgliederversammlung steht noch immer nicht. Rennt dem FCK die Zeit davon?

Merk: Natürlich, jegliche weitere Verzögerung geht zu Lasten des Vereins. Jede weitere Woche ist unfassbar viel verloren gegangene Zeit. Egal, wer letztlich ins Gremium gewählt wird, er wird damit ein Problem haben. Umso später wichtige Personalentscheidungen getroffen werden, umso mehr stehst du unter Druck. Bist am Ende angreifbarer. Gerade auch aus diesem Grund ist es unerlässlich, durch eine zeitnahe Entscheidung der Mitglieder Klarheit zu schaffen. Unsere Satzung sieht hierzu eindeutig vor, dass in der derzeitigen Situation durch den Rücktritt des Aufsichtsrats unverzüglich eine Außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen ist!

Nachträgliche Ergänzung: Mittlerweile wurde der Termin der Mitgliederversammlung für den 01. Dezember 2019 bekanntgegeben, also in sechseinhalb Wochen (siehe FCK-Pressemitteilung).

Der Betze brennt: Sie wollen mehr in die Zukunft schauen als sich in der Vergangenheit zu bewegen. Wie wichtig ist dennoch eine intensive Aufarbeitung der Geschehnisse seit der Ausgliederung?

Merk: Das wird uns natürlich einholen. Überhaupt keine Frage. Totschweigen wäre auch das schlechteste. Wir hoffen aber alle, dass nicht derart viel aufzuarbeiten ist, was unsere zukunftsorientierte und zielführende Arbeit aufhält, die Ruhe und Kontinuität stört und unnötige Energie kostet.

Morgen Nachmittag im zweiten Teil des großen DBB-Interviews: Markus Merk über die Gespräche mit verschiedenen Investoren, das Vier-Säulen-Modell, die sportliche Situation des FCK und mögliche Tabus bei der Zukunftsplanung.

(Das Interview führten Thomas Hilmes und Moritz Kreilinger.)

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 17.10.2019:

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Foto: Imago Images

Interview des Monats: FCK-Kandidat Dr. Markus Merk, Teil 2/2
"Es geht nicht um Namen, sondern um den Verein"


Im zweiten Teil unseres großen Exklusiv-Interviews haben wir Markus Merk zu Gesprächen mit Investoren und Sportchefs, zum Vier-Säulen-Modell und zur sportlichen Situation des 1. FC Kaiserslautern befragt. Welche Aufgaben kommen auf die fünf neuen Kandidaten für den FCK-Aufsichtsrat zu?

Der Betze brennt: Markus Merk, wie sehen für Sie und Ihr Team die nächsten Wochen bis zur Mitgliederversammlung? Dass sie keinen groß angelegten "Wahlkampf" betreiben werden, klang ja bereits durch.

Dr. Markus Merk (57): Richtig, das werden wir nicht machen. Ich glaube die Mitglieder und Fans kennen uns auch so schon, sie wissen uns nach kurzer Zeit sehr gut einzuschätzen. Mich sprechen überall Menschen an und wünschen uns "Alles Gute". Zusammenhalt und Hoffnung sind riesig. Wir müssen uns nicht mehr groß nach außen präsentieren, sondern auf unsere wichtigsten Punkte hinweisen: Glaubwürdigkeit, Vertrauen, Einsatzwille, ohne überzeichnete Versprechungen.

"Wir haben keine Angst - aber Respekt und Demut"

Der Betze brennt: Der FCK braucht im ersten Schritt auch finanzielle Mittel, um diese sportlich sinnvoll zu investieren und wieder in die Spur kommen zu können. Der Finanzbedarf im kommenden Frühjahr könnte erneut mehr als zehn Millionen Euro betragen. Wird ihnen da nicht angst und bange?

Merk: Hätte ich Angst, würde ich es nicht tun. Aber wir haben Respekt und Demut. Der Weg des Vereins in den letzten zwei Jahrzehnten, der macht so viel Sorgen. In dieses Sorgenpaket passt eigentlich nichts mehr rein. Auch können wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht abschätzen, wie viel Geld benötigt wird. Dieser Problematik müssen wir uns stellen, wenn wir das Mandat der Mitglieder erhalten haben. Wir wissen aber natürlich, dass es für die Struktur des Vereins ein riesiges Brett ist.

Der Betze brennt: Was können Sie überhaupt jetzt schon planen und was noch nicht?

Merk: Wir haben uns natürlich die Frage gestellt, was wir ohne Mandat der Mitglieder überhaupt machen können? Dürfen wir uns beispielsweise schon mit potenziellen Investoren treffen? Bei vielem sind wir lieber vorsichtig, bereiten aber natürlich alles für den Fall vor, dass wir gewählt werden. Aber erst dann, wenn wir den Einblick in die Bücher bekommen, lässt sich die Gesamtsituation überblicken, der exakte Weg bestimmen.

Der Betze brennt: Demnächst wollen Sie sich mit dem potenziellen FCK-Investor Flavio Becca treffen, um mögliche Übereinstimmungen und mögliche Unterschiede auszuloten. Sollten Sie nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen, könnte Becca ein eigenes Team bei der Aufsichtsratswahl antreten lassen. Was würde das für Sie bedeuten?

Merk: Auch dann setzen wir uns wieder zusammen und fragen uns, was bietet das andere Team als Mehrwert für den FCK. Nur darum geht es. Das soll jetzt natürlich nicht heißen, dass wir dann zurückziehen. Das wäre ja fatal. Aber bei jeder neuen Ausgangssituation schauen wir, was ist das Beste für den Verein. Was können andere eventuell liefern, was wir nicht können. Es geht nicht um Namen, sondern um den Verein.

"Die Mitglieder wollen Investoren - aber auch das Lautrer Modell"

Der Betze brennt: Hinsichtlich Mitspracherechts und Forderungen wurde von vielen Seiten schon Kritik an Flavio Becca geäußert. Wie würden Sie damit umgehen, wenn Sie das Mandat erhalten? Unter den bisherigen Verhandlungspartnern Beccas - Patrick Banf, Martin Bader und Michael Klatt - wurden viele strategische Entscheidungen in enger Abstimmung mit dem Kapitalgeber getroffen.

Merk: Die Namen spielen keine Rolle. Ein Investor hat natürlich Rechte, er hat Wertschätzung verdient und darf den Anspruch haben, dass auch wirtschaftlich Mehrwert generiert wird. Der Fakt ist aber das Entscheidende. Und Fakt ist: Wir saßen am 3. Juni 2018 im Stadion und haben mit 92 Prozent für das Vier-Säulen-Modell gestimmt. 92 Prozent - das ist der Hammer. Ein klares Bekenntnis der Mitglieder für Investoren - aber auch eine Verpflichtung zu diesem Lautrer Modell. Das ist die Basis, auf der wir zu arbeiten haben. Vielleicht würde uns ein anderes Modell einfallen, anderen Wirtschaftswissenschaftlern wiederum auch. Das spielt aber keine Rolle. Denn wir, die Mitglieder, haben eben dafür gestimmt. Nun sind schon eineinhalb Jahre vergangen und es gilt endlich, das Modell umzusetzen. Das ist der klare Auftrag, den die Mitglieder erteilt haben: Die vier Säulen zu füllen.

Der Betze brennt: Was bedeutet das konkret für mögliche Investoren?

Merk: Ganz klar: Wir müssen uns alle an die Richtlinien halten. In dem Vier-Säulen-Modell ist vieles vorgegeben, über das sich zwar diskutieren lässt, aber gerade das Mitspracherecht ist strikt geregelt. Daran kann kein Investor, kein Geschäftsführer, kein Vorstand und auch kein Aufsichtsrat etwas ändern. Wenn also jemand kommt und sagt: Hier habt ihr fünf Millionen Euro, ich will aber dort und dort noch mitsprechen. Nein, das geht nicht, das verbietet die aktuelle Satzung.
Das bedeutet aktuell und je nach Vereinswert: Für 20 Prozent der Anteile gibt es einen Platz im Beirat. Für weniger eben nicht. Natürlich gibt es auch immer noch weiche Faktoren, über die man reden kann. Die Grenzen sind auch oft nicht klar, das verschwimmt immer miteinander. Aber formaljuristisch hat uns die Mitgliederversammlung, das höchste Gremium des Vereins, eben Grenzen gesetzt. Die gilt es einzuhalten.

"Es wäre ein Traum, in vier Wochen alle an einem Tisch zu haben"

Der Betze brennt: Die Suche nach Geldgebern, sei es der Ankerinvestor oder auch regionale, kleinere Investoren, glich bisher eher einem Gegeneinander. Dabei könnte man gemeinsam doch viel mehr erreichen. Ist das realistisch, dass alle zusammen anpacken?

Merk: Es ist verdammt schwer, wirklich alle unter einen Hut zu bringen. Es muss aber unser Ziel sein - vielleicht ist es die ultimative Chance. Aber es ist mir auch schon gelungen, in Unternehmen konträre Ansichten und Visionen zusammenzubringen. Das wäre auch beim FCK der erste und der entscheidende Schritt. Es wäre ein Traum, was wäre das herrlich, wenn wir in vier Wochen alle an einem Tisch sitzen hätten. Und der eine sagt, ich lege das in die Säule ein, der andere sagt, ich lege das ein. Damit würde jeder bekunden, dass es ihm wirklich um den FCK geht. Es geht nur zusammen. Ich träume diesen Traum jetzt noch nicht (lacht), aber die Hoffnung gebe ich nicht auf, alle Kräfte beim FCK zu bündeln.
Im Sinne des FCK müssen und werden wir nach allen Seiten einen offenen Gesprächsdialog führen. Wenn wir das hinkriegen, haben wir eine große Energie. Aber - nochmal - wir können nichts versprechen. Doch für viele mögliche Geldgeber ist jetzt ein Alibi verloren gegangen: "Ich kann mit dem nicht oder mit dem nicht.” Dieses Argument gilt mit dem bevorstehenden Personalwechsel nicht mehr. Wir haben niemandem etwas getan. Wenn jemand jetzt sagt er will das, er tut es dann aber nicht, dann will er es nicht für uns, er will es für den FCK nicht tun.

Der Betze brennt: Den SC Freiburg hatten Sie schon als mögliches Vorbild für den FCK genannt. Welche Vergleichsbeispiele sehen Sie noch?

Merk: Schauen Sie sich zum Beispiel Arminia Bielefeld an. Die haben unter dem Motto "Köln hat den Dom, Bielefeld hat die Arminia" unglaubliche Global Player in ihren Sponsoren- und Investoren-Pool gelockt. Das hat den Klub begehrt gemacht und da wollten dann auch viele andere mit dabei sein. Da müssen wir auch hinkommen. Bielefeld ist heute weitgehend schuldenfrei und steht in der 2. Bundesliga gut da.

"Die Fan-Säule ist ein echtes Statement, viele wollen sich beteiligen"

Der Betze brennt: Neben dem sogenannten Ankerinvestor ist auch die noch immer nicht geöffnete Fan-Säule ein heiß diskutiertes Thema.

Merk: Völlig verständlich. Das zu generierende Eigenkapital, aber vor allem auch die Symbolik ist hier das Entscheidende. Die Fan-Säule ist ein echtes Statement. Es gibt so viele, die sich da bereits beteiligen wollten, doch sie dürfen nicht, fühlen sich ausgeschlossen.

Der Betze brennt: Der FCK benötigt einerseits viel Geld, sollte aber andererseits nicht zu früh zu viele Anteile verkaufen. Ihr Kollege Rainer Keßler schlug im Mai beispielsweise vor, im Rahmen des Vier-Säulen-Modells zunächst maximal 30 Prozent der Aktien an große und kleine Investoren, inklusive der Fans, zu verkaufen. Welcher Weg sollte aus Ihrer Sicht gegangen werden?

Merk: Das ist natürlich ein Spiel der Balance. Genaue Zahlen kann ich da noch nicht nennen. Das ist aber ganz klar der Weg. Wenn wir nicht die Hoffnung hätten, dass wir den Vereinswert auf Dauer steigern können, dementsprechend mehr Geld pro verkaufter Aktie einsammeln, dann könnten wir auch jetzt unsere letzte Patrone verschießen und alle Anteile hergeben. Aber wir haben ja eben diese Hoffnung. Wir wollen das Investment steigern. Dafür muss sportlicher Erfolg her, denn beispielsweise in der 2. Bundesliga wäre der FCK schon viel mehr wert als in der 3. Liga. Ein Investor möchte doch auch Rendite und einen Mehrwert generieren, und das ist auch vollkommen legitim. Das Kaufmännische überwiegt am Ende auch gegenüber Herzblut. Kein Mensch will sein Geld verbrennen. Die Verantwortung derer, die dann im Gremium sitzen, ist somit immens.

"Ohne Mandat der Mitglieder können wir keine Verhandlungen führen"

Der Betze brennt: Wir haben jetzt viel über Geld und Finanzierungsformen gesprochen. Aber mindestens genauso wichtig ist ja wohl, dass das vorhandene Geld auch sportlich richtig eingesetzt wird - daran hat es in den letzten Jahren beim FCK allzu oft gehapert. Die wichtigste Person in dieser Hinsicht wird gerade gesucht: Der Nachfolger von Sport-Geschäftsführer Martin Bader. Wie weit sind Sie in dieses Thema bereits eingestiegen?

Merk: Wir denken natürlich über verschiedene Lösungen nach. Doch ohne ein Mandat der Mitglieder haben wir überhaupt kein Anrecht, in einer so wichtigen Personalentscheidung Verhandlungen zu führen. Da möchten wir erst das Mandat von den Mitgliedern bekommen, das versteht sich aus Respekt.

Der Betze brennt: Der frühere Braunschweiger Marc Arnold wird von Medien als neuer FCK-Sportchef gehandelt, genauso Axel Schuster, zuletzt bei Schalke 04. Ex-Profi Toni Polster hat sich gar selbst ins Gespräch gebracht.

Merk: ... und durch die nun lange Zeit bis zu Außerordentlichen Mitgliederversammlung (diese wurde gestern auf den 01. Dezember 2019 terminiert, also in sechseinhalb Wochen; Anm. d. Red.) werden es noch viel mehr werden. Welche, die sich selbst ins Spiel bringen, ins Spiel gebracht werden, gute Ratschläge geben oder auf den Verein einprügeln und nachtreten. Ein Problem, gerade in unserer Situation beim FCK. Deshalb eine Bitte an unsere Mitglieder und Fans: Bewahrt Ruhe und lasst Euch davon nicht vereinnahmen.
Unsere Faustregel für die kommenden Wochen lautet, und dafür bitten wir um Verständnis: Wir werden keinerlei Namen kommentieren. Schon gar nicht, solange wir kein Mandat haben.

"Wer mit wem nicht kann, das zählt jetzt nicht"

Der Betze brennt: Der sportlich Verantwortliche ist nur ein Teil der Geschäftsführung. Michael Klatt ist weiterhin als Finanzchef angestellt. Doch Klatt hatte sich im vergangenen Jahr mit Rainer Keßler überworfen. Sind diese Risse wieder zu kitten, sodass eine konstruktive, gemeinsame Arbeit möglich wäre?

Merk: Für uns ist das klar, dass es persönlich für beide Seiten nicht einfach war und ist. Um Gottes willen werden wir da aber kein Fass aufmachen. Wir müssen alles zusammen angehen. Für Rainer Keßler kann ich sagen, er weiß um diesen Umstand. Es gibt für ihn da aber kein Vertun: Es geht effektiv nur noch um die Sache. Wer mit wem nicht kann, das zählt jetzt nicht. Es geht rein um die Leistung. Es zählt nur die Arbeit für den Verein: Und wenn die gut ist - perfekt. Persönliche Befindlichkeiten spielen überhaupt keine Rolle. Das gilt aber nicht nur für diese Personalie, das gilt für alles und jeden.

Der Betze brennt: In ihrem Team sind entsprechende Kompetenzen vorhanden. Sei es fürs Sportliche oder auch fürs Finanzielle. Wenn nun ein solcher Posten in der Geschäftsführung gesucht wird, ist dann ein Wechsel vom Aufsichtsrat in die Geschäftsstelle für die Kandidaten aus ihrem Team denkbar?

Merk: Ganz ehrlich. Wenn wir so denken würden, wäre da ein deutlicher Hang zu einem unseriösen Verhalten erkennbar. Natürlich, wenn du Kompetenzen hast und eine Notlage eintritt, musst du alles überdenken. Aber auf dem Sektor haben wir viele Kontakte und ein großes Netzwerk. Ein interner Wechsel ist also absolut nicht angedacht.

"Die Mannschaft hat ein viel größeres Potenzial, als sie zeigt"

Der Betze brennt: Der Wiederaufstieg in die 2. Bundesliga würde viele Problemstellen deutlich verkleinern. Was ist sportlich aus ihrer Sicht noch drin? Nach oben sind es zurzeit sieben, acht Punkte, nach unten sind es nur zwei.

Merk: Die Mannschaft hat meiner Ansicht nach ein viel größeres Potenzial, als sie jetzt zeigt - davon bin ich überzeugt. Aber es fehlt die positive Grundstimmung in und um den Verein herum. Und diese wollen wir wieder zu entfachen helfen. Diesen Teufelskreis zwischen sportlichem Misserfolg, internen Streitigkeiten und schlechter Stimmung drumherum müssen wir aufbrechen. Ich glaube da immer noch an die vorhandene Energie. Wir versprechen nichts, aber wir werden alles versuchen.

Der Betze brennt: Was muss passieren, um diesen Teufelskreis auf und neben dem Platz in den Griff zu bekommen?

Merk: Das hängt von vielen Komponenten ab. Wir müssen lernen, auch einen Arbeitssieg gegen Jena wieder zu schätzen und das feiern. Das muss jeder verstehen. Natürlich haben wir keine Lust, ewig in der 3. Liga zu spielen. Aber du musst den Boden erstmal wieder bestellen, dass darauf überhaupt etwas wachsen kann. Klar wirkt es auch wie eine Parole, wenn man davon spricht, den "Betzenberg wieder zur Festung zu machen". Die Zeiten haben sich natürlich geändert. Früher hatten die Gegner die Hosen gestrichen voll, heute ist es für sie das Spiel des Jahres. Gerade da müssen wir wieder eine positive Stimmung erzeugen, vor allem auf dem Spielfeld breite Brust zeigen.

Der Betze brennt: Was bedeutet das konkret? Welches Ziel kann in dieser Saison noch erreicht werden?

Merk: Mit viel Leidenschaft haben wir auch darüber diskutiert, aber das bringt uns nicht weiter, ich müsste da nun Phrasen dreschen: Im Fußball ist alles möglich, wir werden alles daran setzen, der FCK hat es ja oft genug bewiesen... Aber diese Sprüche sind alle Käse. Wir müssen uns wirtschaftlich und sportlich stabilisieren. Und eins muss uns wieder gelingen: Wir müssen diese Verbindung im Stadion zwischen Mannschaft und Fans wieder hinkriegen. Das ist bei der heutigen Spielergeneration gar nicht mehr so einfach, auch rein altersmäßig denen die Geschichte des FCK zu erklären. Aber wir werden es versuchen. Wir müssen ihnen auch erklären, dass ihre Karriere eine sehr kurzer Lebensabschnitt bedeutet und der FCK eine Chance ist, Fußspuren im großen Business Fußball zu hinterlassen.

"Am Ende steht und fällt alles mit dem sportlichen Erfolg"

Der Betze brennt: Und wo kann der FCK mit Ihnen in drei, in fünf Jahren stehen?

Merk: Wir wollen auch hier noch kein sportliches Ziel ausgeben. Ich habe es für mich persönlich aufgeschrieben, wenn das dann tatsächlich eintrifft, dann sage ich das ist gut oder wir haben es nicht geschafft.. Aber wir werden das vorher nicht öffentlich verkünden. Uns ist natürlich bewusst: Am Ende steht und fällt alles mit dem sportlichen Erfolg. Wenn du diesen Erfolg nicht hast, dann nützt dir auch eine gute Arbeit oben und drumherum wenig. Wir können für den FCK auf dem Platz keine Tore schießen - aber wir werden für Stabilität und Ruhe im Verein kämpfen. Aber so wie es im Moment läuft, auch mit dem Umfeld beim FCK, was ja eigentlich alles ein Paket ist - so kann es nicht weitergehen.

Der Betze brennt: Gibt es für Sie denn Tabus? Nehmen wir das Thema Nachwuchs und Finanzen: Wenn es nur ums Geld einsparen gehen würde, könnte die Forderung nach Abmeldung der zweiten Mannschaft kommen oder nach weiteren Kürzungen am Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) - aber das wäre mit Blick auf die letzten Jahre beim FCK doch ein Schuss ins eigene Knie, oder?

Merk: Absolut! Wir wollen ganz im Gegenteil sogar das NLZ stärken, nicht schwächen. Wenn wir hier noch weiter runterfahren würden, würden wir doch ganz unsere Identifikation und Zukunft verlieren. Ohne die Nachwuchsförderung wären wir ja nur noch ein Einkaufsverein. Der Nachwuchs ist unser Nährboden, den wollen wir stärken. Gerade beim FCK haben wir schon oft aus Not junge Spieler reingeworfen - und es hat funktioniert.
Der FCK versteht sich als Ausbildungsverein - talentierte Spieler sollen sich für den FCK entscheiden, da sie in diesem Verein auch eine realistische Chance erhalten, den Sprung in den Profisport zu schaffen. Da müssen wir für die jungen Spieler ein vertrauensvolles und sympathisches Umfeld sein, sportlich und sozialkompetent. Die vergangenen Jahre haben das bereits bewiesen - uns muss es jedoch gelingen, diese Spieler auch längerfristig an den Verein zu binden und somit eine höhere Wertschöpfung zu erzielen.

Der Betze brennt: Herzlichen Dank für das ausführliche Gespräch.

(Das Interview führten Thomas Hilmes und Moritz Kreilinger.)

Quelle: Der Betze brennt


Vorheriger Artikel vom 15.10.2019:

Bild

Im Blickpunkt: Aufsichtsratswahl beim FCK
Kandidaten im Porträt: Das sind Rainer Keßler und Co.


Sie wollen den 1. FC Kaiserslautern in eine bessere Zukunft führen - wenn sie denn das Vertrauen der Vereinsmitglieder erhalten. Wir haben das fünfköpfige Kandidaten-Team um Ex-Vorstand Rainer Keßler und Weltschiedsrichter Markus Merk zu einer kurzen Vorstellungsrunde gebeten.

"Es ist nicht die Gruppe Merk, keine Ein-Mann-Show, sondern wir sind sind ein Team aus fünf gestandenen Persönlichkeiten", betont Markus Merk sofort, wenn man ihn auf "seine" Mannschaft für die anstehende Aufsichtsratswahl anspricht. Merk wurde zwar als Sprecher ausgewählt und ist wohl auch das bekannteste Gesicht des Kandidaten-Teams. Aber die Expertise wurde bewusst auf mehrere Schultern verteilt, so Merk: "Für die Auswahl der Team-Mitglieder war wichtig, dass jeder mit seiner fachlichen Kompetenz dem FCK bei den unterschiedlichen Themenfeldern einen Mehrwert bietet."

Das sind die fünf Bewerber, die in ein paar Wochen gemeinsam für den FCK-Aufsichtsrat kandidieren wollen:

Der Stratege: Rainer Keßler (57 Jahre alt)

Diplom-Betriebswirt (BA) Rainer Keßler ist hauptberuflich Geschäftsführer zweier Versicherungsagenturen und nicht nur damit in die Fußstapfen seines Vaters Hubert Keßler getreten: Keßler senior war vor der Jahrtausendwende der letzte ehrenamtliche Präsident des 1. FC Kaiserslautern, er hat Rainer Keßler die FCK-Leidenschaft vererbt und ihn schon schon als Zweijährigen im Verein angemeldet. Der heute 57-Jährige war nicht nur bis zu seinem Ausscheiden im Dezember 2018 ehrenamtlicher Vereinsvorstand des FCK, sondern saß zuvor auch im Ehrenrat. Außerdem ist er Mitglied im Vorstand der Fritz-Walter-Stiftung und Vorsitzender des Fördervereins dieser Stiftung. Rainer Keßler, der genauso wie Markus Merk Ehrenmitglied des FCK ist, gilt als strategischer Kopf des jetzigen Kandidaten-Teams.

Das Gesicht: Dr. Markus Merk (57)

Der dreifache Weltschiedsrichter Markus Merk ist sicher das bekannteste Gesicht des Kandidaten-Teams: Schon seit dem Tag seiner Geburt ist er Vereinsmitglied, absolvierte für den FCK insgesamt 339 Bundesliga-Spiele und zahlreiche internationale Einsätze als Schiedsrichter. Von 1991 bis 2004 war der promovierte Zahnarzt mit eigener Praxis in Kaiserslautern tätig, danach arbeitete er als Coach und Vortragsredner in Unternehmen - Merks Schwerpunkte hierbei: Entscheidungen, Führung, Kommunikation, Werte. Von 2010 bis 2019 fungierte der Extremsportler (Ultra-Trailrunning) außerdem als TV-Experte in Deutschland und der Türkei. Ähnlich wie Rainer Keßler hat auch Markus Merk seine tiefe FCK-Leidenschaft von seinem Vater geerbt: Rudi Merk war viele Jahre lang Abteilungsleiter Fußball bei den Roten Teufeln, Ehrenmitglied, Träger des Goldenen Ehrenrings des FCK und des Bundesverdienstkreuzes.

Der Sportler: Martin Wagner (51)

"Alleine ist man stark, aber gemeinsam ist man unschlagbar", lautet einer der Leitsprüche von Martin Wagner. Als aktiver Fußballer gehörte der heute 51-Jährige zu den erfolgreichsten Sportlern des 1. FC Kaiserslautern: Im DFB-Pokal-Finale 1996 erzielte er per Freistoß den entscheidenden 1:0-Siegtreffer, zwei Jahre später war er Stammspieler bei der Deutschen Meisterschaft 1998. Als Nationalspieler nahm er unter anderem an der Weltmeisterschaft 1994 teil. Seit dem Ende seiner aktiven Profikarriere ist Wagner im Sportmanagement und in der Firmenberatung tätig, zudem engagiert er sich in sozialen Projekten wie der Horst-Eckel-Stiftung und der Fritz-Walter-Stiftung. Privat steht er bei den FCK-Heimspielen oft in der Westkurve. Wagner betont: "Ich bin stolz darauf, ein Teil dieses großartigen Vereins und seiner unglaublichen Fans zu sein!"

Der Finanzexperte: Martin Weimer (59)

Der ausgebildete Bankkaufmann Martin Weimer soll im Team von Markus Merk und Rainer Keßler den Fachbereich Finanzen abdecken - und ein Vergleichsbeispiel für gute Arbeit im Profifußball mitbringen: Von 2005 bis 2014 war Weimer als Vorstandsmitglied beim SC Freiburg, unter anderem mit dem heutigen DFB-Präsidenten Fritz Keller, tätig. Schon in den 1990er Jahren hatte er als Banker und Vertreter des Hauptsponsors beratend beim SCF mitgewirkt und in dieser Zeit auch Kontakte nach Kaiserslautern geknüpft: Über den damaligen FCK-Präsidenten Hubert Keßler entstand eine Freundschaft zu Rainer Keßler und zum FCK. Fachlich steht die strategische Geschäftsfeldentwicklung im Portfolio von Weimer, der unter anderem zum Schwerpunkt "Wertschöpfung durch und mit dem Sport" auch junge Leistungssportler berät. "Meine Werte: Sachlichkeit, Demut im Amt, Respekt und Wertschätzung gegenüber Gremien und Mitgliedern", sagt Martin Weimer.

Der Jurist: Senator h.c. Prof. Dr. Jörg E. Wilhelm (62)

Internationales Wirtschafts- und Steuerrecht ist das Fachgebiet von Jörg Wilhelm, der neben einer eigenen Anwaltskanzlei in Weggis/Schweiz und einer Professur für internationales Wirtschaftsrecht in Berlin auch als Präsident der "Trusted Advisors Group" aktiv ist: Hierbei handelt es sich laut Selbstbeschreibung um eine international operierende und multinational präsente Gruppe von Rechtsanwälten, Wirtschaftsprüfern, Fachanwälten und Steuerberatern. Wilhelm fühlt sich schon seit seiner Jugendzeit als dem FCK verbundener Fan und möchte im Falle einer erfolgreichen Wahl vor allem sein Fachwissen klug einbringen. Er sagt: "Was immer Du tust, tue es klug und bedenke das Ende."

Morgen Nachmittag auf Der Betze brennt: Markus Merk im ausführlichen Interview des Monats über die Ziele und Pläne seines Teams. Wie soll der 1. FC Kaiserslautern wieder in bessere Zeiten geführt werden?

Quelle: Der Betze brennt

Weitere Links zum Thema:

- Chronologie im DBB-Forum: Team um Markus Merk bietet sich als Alternative an
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Hatschongelb » 15.10.2019, 19:18


Wenn die Mitglieder sich diesem kompetenten Team verweigern, ist es um den FCK geschehen...

Klar haben auch andere Wasser gepredigt, um dann Wein zu saufen, als sie gewählt waren, aber jetzt ist dort oben nicht mal mehr Chateau Migräne vorhanden.

Man muss kein Freund der Merk'schen Motivations-Vorträge sein, aber dass dieser Mann sich in dieser Situation stellt, nötigt einem großen Respekt ab.



Beitragvon Oktober1973 » 15.10.2019, 19:32


Hatschongelb hat geschrieben:Klar haben auch andere Wasser gepredigt, um dann Wein zu saufen, als sie gewählt waren, aber jetzt ist dort oben nicht mal mehr Chateau Migräne vorhanden.


und das Schlimme ist, dass im Keller noch nicht mal mehr was liegt, um Bahndamm Nordseite nach zu kaufen. Da muss man nicht mal mehr wie damals MK in den Keller gehen, um das zu wissen. Ich bekomme schon Migräne wenn ich nur dran denke...



Beitragvon Rheinteufel2222 » 15.10.2019, 19:51


Hatschongelb hat geschrieben:Wenn die Mitglieder sich diesem kompetenten Team verweigern...


Das wird kaum passieren. Der neue Aufsichtsrat des FCK wird sich entweder komplett oder zumindest mehrheitlich aus Mitgliedern dieses Teams zusammensetzen.

Die Hauptaufgabe, die auf Merk und die anderen zukommen wird, wird die ständige Balance zwischen Machtproben mit Becca auf der einen Seite und der heiklen finanziellen Situation auf der anderen Seite sein. Das wird vom Wohlfühlfaktor her so ähnlich wie eine Teilnahme am Vietnam-Krieg. Da wird kaum jemand unlädiert die Amtsperiode überstehen. Umso größeren Respekt an alle, die sich dazu bereit erklären.
"Ein Verein gehört nicht einem Menschen - er gehört den Menschen und Mitgliedern, die sich mit ihm identifizieren."
Christian Streich



Beitragvon Kämpfer » 15.10.2019, 20:06


Ich denke das könnte eine Chance sein endlich wieder auf den richtigen Weg zu kommen.
Das wird (wie Merk auch selber sagt) alles natürlich nicht von jetzt auf gleich funktionieren aber es wird wenigstens versucht ein Konzept zu stricken hinter welches sich alle Fans stellen können!
Man versucht alle Bereich mit kompetenten Leuten zu besetzen, die auch Expertise im Profi Fußball haben...
Ich drücke uns beide Daumen, dass wir nach Jahrzehnten des Mißerfolgs auf Sicht endlich wieder erfolgreich sind
Wer nicht kämpft hat bereits verloren... ich bin für einen Trainer der aggressiven, offensiven Fußball spielen lässt.. Namen spielen da keine Rolle!



Beitragvon SEAN » 15.10.2019, 20:12


Rheinteufel2222 hat geschrieben:Die Hauptaufgabe, die auf Merk und die anderen zukommen wird, wird die ständige Balance zwischen Machtproben mit Becca auf der einen Seite und der heiklen finanziellen Situation auf der anderen Seite sein.


Bevor es soweit ist, dürfte die wichtigste Aufgabe sein, die Mitglieder dahin zu bekommen, das sie wieder vertrauen in die Geschäftsführung und deren Überwachungsorgan haben. Für das ganze Porzellan, das in den letzten 12-15 Monaten zerschlagen wurde, und offenbar immer noch zerschlagen wird, braucht es keinen LKW zum abtransportieren, sondern einen Eisenbahnzug mit vielen Anhängern.
Becca sehe ich ehrlich gesagt im Moment nicht so wichtig. Auch wenn ich gerne einen Investor hätte, auch ein Becca, bisher ist ja nix an finanziellen Mitteln geflossen. Ich glaube das was man im Moment von Becca verlieren würde, kann man durch öffnen der bisher geschlossenen Säulen auffangen.
Abseits der Werte des Vereins stellt sich jeder, der sich stattdessen aus reinem Selbstzweck einer Fankultur verpflichtet fühlt, in der einzelne Gruppierungen und Personen wichtiger sind als der gesamte Club, in der aus diesem Selbstverständnis heraus Straftaten begangen werden.



Beitragvon Calvados » 15.10.2019, 20:57


Ich hoffe das ich unrecht habe,aber wage mal zusagen es die Gruppe Markus Merk nicht schaft gewählt zu werden, denn dafür hört man ja jetzt schon sehr viel Skepsis zu Ihnen,
die Mitglieder u Fans sind auch zu sehr entzweit um eine Wahlmehrheit für die Merk-Gruppe zu bekommen.
Schade es wäre die Change für den FCK gewesen wieder in
ruhigen Wasser zu shippern gewesen.
C'

Es geht von Spiel zu Spiel, von Woche zu Woche. Heute der Held, morgen der Depp. N.Meier



Beitragvon Devil's Answer » 15.10.2019, 21:12


Merk und seine Gruppe zu wählen ist selbstverständlich kein Selbstläufer und mit einem gewissen Risiko verbunden.

Merk und seine Gruppe nicht zu wählen wird ein Selbstläufer. Nämlich zum Verschwinden des Vereins in seiner bisherigen Form.

Sollte, was ich hoffe, die MV Merk und seine Gruppe wählen, brechen nicht unmittelbar herrliche Zeiten an.

Am besten Merk nimmt eine Anleihe bei Winston Churchill - "Blut, Schweiss und Tränen". Na, ganz so schlimm wird es hoffentlich nicht.

Aber wie @Sean schon geschrieben hat, ist das Wichtigste die Rückgewinnung des Vertrauens.
Des Vertrauens der Mitglieder, des Vertrauens der Belegschaft und der Spieler, des Vertrauens der Stadt, des Vertrauens der Geldgeber und einige mehr.

Denn ohne Geld wird es nicht gehen. Eine weitere Saison 3. Liga muss finanziert werden. Ein fähiger sportlicher Leiter muss gefunden werden. Die Mannschaft gezielt verstärkt werden.

Uuuund in der darauffolgenden Saison muss der Aufstieg geschafft werden.

Dann, und nur dann kann sich der Verein bzw. die KGaA langsam konsolidieren.

Und dann kommt das Schwerste und Allerwichtigste:

Auf dem Teppich bleiben und solide weitermachen!
Oooooh, Baby, Baby, it's a wild world



Beitragvon Super Techniker » 15.10.2019, 21:26


Wer jetzt diese allerletzte Chance durch eine evtl Nichtwahl des Teams blockiert oder zerredet , der hat irgendwie nicht mehr alle Latten am Zaun !!
Ein weißer Ritter der solange Geld über uns ausschüttet, bis alles gut wird, wird es nicht geben....
In unserer Situation ist das eine SEHR SUPER GUTE letzte Patrone !
BETZE eine Liebe für die Ewigkeit :teufel2:



Beitragvon Außenstehender9 » 15.10.2019, 21:27


Sollten Merk und Co. gewählt werden, was ich hoffe, dann ist ihre wichtigste Aufgabe wieder Ruhe und Beständigkeit in den Verein zu bringen. Damit könnte es wieder zu einer Aufbruchstimmung wie zum Einstieg von Kuntz kommen. Das wäre das beste, was uns passieren könnte.



Beitragvon Runnin'WithTheDevil » 15.10.2019, 21:51


Lasst es wahr werden !

Was M.Merk im Interview sagt, hat für mich Bedeutung und Substanz. Daran glaube ich fest.

Mit dieser Gruppe kehrt wieder Hoffnung, in den Verein und die Fangemeinschaft, ein.

Ich kann mir beim besten Willen NICHT vorstellen, daß sie NICHT GEWÄHLT werden könnten. Diese Vorstellung wäre viel zu verrückt.

Diese Chance nicht zu ergreifen wäre wie einen Lottoschein mit 6 Richtigen nicht einzulösen.



Beitragvon Super Techniker » 15.10.2019, 21:54


Und ganz wichtig wäre auch, dass das Gefasel von schnell zurück in die 1.Liga und CL spielen mal aufhört !!! Dazu muss auch die Fangemeinde bereit sein, einen lockeren 3-5 Jahresplan für Etappenziele zu akzeptieren; und nicht bei jeder noch so kleinen Entscheidung bzw. Rückschlag gleich wieder alles in Frage stellen..... Zeit wird es auf jeden Fall brauchen ! ( und viieel Geld !!)
BETZE eine Liebe für die Ewigkeit :teufel2:



Beitragvon Teufelneuneins » 15.10.2019, 22:05


@Super Techniker:
Realistisch sind 3-5 Jahre für jede Etappe. Und wahrscheinlich kann das Maximum auch nur sein eine Fahrstuhlmannschaft zwischen Liga 1-2 zu werden. Um ehrlich zu sein - damit wäre ich auch vollkommen zufrieden.



Beitragvon babsack » 15.10.2019, 22:08


Merk und sein Team werden nicht zaubern können, auch nicht das der FCK nächste Saison in die 2. Liga aufsteigt. Aber er kann seriös und ehrlich den Grundstein für eine bessere Zukunft des FCK legen. Dabei wird es darauf ankommen, welche Absprachen und Vertragsinhalte mit Becca und Quadrex oder wem auch immer geschlossen wurden. Ich hoffe das man immer noch an dem 4 Säulenmodel festhalten kann. Aktuell gibt es zum Team Merk keine Alternative, mal sehen, ob sich da noch Jemand zur Wahl / Nachwahl aufstellen lässt.

Durch Ihr Handeln und Tun hat sich der aktuelle oder auch kommissarische AR auf jeden Fall sämtliches Vertrauen und Sympathien verspielt.



Beitragvon Bud » 15.10.2019, 22:48


Gebt den Männern eine faire Chance. Das sind zumindest mal alles Fachleute. Was haben wir zu verlieren???
Don´t marry. Be happy!



Beitragvon Bernhard876 » 15.10.2019, 23:19


Die Preisfrage für mich ist im Moment ist ja: Macht Fritz Fuchs den Weg frei für einen Neuanfang mit einem Team im AR dass sich einig ist, einen Plan hat und augenscheinlich auch die nötige Kompetenz mitbringt? Oder muss nächstes Jahr dann wieder neu gewählt werden?

Ich will ihm hier nicht seine Kompetenz absprechen sein Amt vernünftig zu führen, aber meiner Meinung nach sollte er es zur Verfügung stellen um einen echten Neuanfang zu ermöglichen.



Beitragvon Oracel » 16.10.2019, 05:49


Ich hoffe auf mehr Transparenz bei dem "Team Merk“ Klar, dass die nicht mit Klatschen die erste Zeit aus den roten Zahlen kommen aber der Weg über das vier Säulen Modell wird der vernünftigste sein. Zudem sollte Becca, sollte er noch am Tisch sitzen, nur dann eine "Meinung" äußern dürfen, wenn ein größeres Invest folgt. Ich schreibe hier ganz klar "Meinung" denn dies schließt eine direkte Mitsprache über das Geschehen aus. Zudem sollte, wenn es so kommen sollte, jedes Invest des Becca transparent ersichtlich sein und keine direkte Forderung enthalten.



Beitragvon Achim71 » 16.10.2019, 06:01


Wenn Merk davon überzeugt ist, dass die Mannschaft ein viel größeres Potenzial hat als bisher gezeigt, gibt es für mich zwei Theorien.
1. Der Trainer steht schon auf dem Prüfstand und muss sofort liefern.
2.Bader hat einen guten Job gemacht und den Kader bestmöglich zusammengestellt.
Sollte Punkt 2 zutreffen und Merk dies so sehen, müsste der auslaufende Vertrag doch eigentlich verlängert werden...und bei dem Standing das Bader hier hat wäre es mit Ruhe und Gelassenheit schon wieder vorbei. Ich bin mal gespannt was da in den nächsten vier Wochen passiert.



Beitragvon zet » 16.10.2019, 06:38


@Achim71:
Bei Punkt 2 habe ich auch sofort gedacht, dass das eine interessante Aussage ist in Bezug auf uns Fans bzw. der Stimmung bezüglich Martin Bader :teufel2:

Bei Punkt 1 bin ich nicht ganz bei Dir, da ich durchaus glaube, dass es etwas Zeit braucht, bis neue Dinge wirklich greifen, aber es ist schon richtig, da muss schon recht bald wenigstens eine Steigerung her ...
"Es ist ein schwerer Fehler, wenn man theoretisiert, ohne Prämissen zu haben. Unmerklich fängt man dann nämlich an, Tatsachen zurechtzubiegen, sie Theorien anzupassen, statt Theorien nach Tatsachen zu bilden."

Arthur Conan Doyle, Die Abenteuer des Sherlock Holmes



Beitragvon Datenleak » 16.10.2019, 07:01


Achim71 hat geschrieben:2.Bader hat einen guten Job gemacht und den Kader bestmöglich zusammengestellt.
Sollte Punkt 2 zutreffen und Merk dies so sehen, müsste der auslaufende Vertrag doch eigentlich verlängert werden...und bei dem Standing das Bader hier hat wäre es mit Ruhe und Gelassenheit schon wieder vorbei. Ich bin mal gespannt was da in den nächsten vier Wochen passiert.


Wenn man das Forum und vor allem die Facebook Kommentarspalten durchliest kann dies ja absolut nicht sein. Hier wird gebetsmühlenartig immer wieder und wieder auf jeden Spieler eingeprügelt der in dieser Saison das Trikot getragen hat.

Ich mag Bader auch nicht, aber ich bin gespannt was uns erwartet



Beitragvon Betze_FUX » 16.10.2019, 07:45


also bevor jemand über 1BL und CL redet, sollen wir erstmal zusehen, das wir schleunigst die Lizenz für 2020 bekommen und überhaupt in der 3Liga bleiben!

ich gehe aber mal davon aus, das sowohl Hr.Merk und auch Kessler und Kollegen im Hintergrund schon mal vorsichtig hier und da mal anklopfen was denn wäre wenn.
Ich könnte mir gut vorstellen, das in ein parr Tagen eine Meldung kommt, mit welcher Strategie/Konzept man sich vorstellt Stabilität zu erlangen bzw. die Wende einzuleiten. das gepaart mit dem ein oder anderen Geldgeber und auf Basis ALLER 4 Säulen.

aber warten wir s mal ab...
Hoffenheim, RB Leipzig, FB Kaiserslautern :(



Beitragvon Stimpy001 » 16.10.2019, 07:52


Die 5 Herren lesen sich alle toll.
Das haben zwar auch viele vorher, aber ich wäre noch nie so enttäuscht gewesen, wie von unserer jetzigen Führung.

Klar ist auch, es könnte auch immer noch schlimmer kommen. Nur wirklich glauben kann ich es nicht.

Ich würde alle fünf genau so wählen. Apropos wählen, verdicht ruhig aufm Berg. Haben die vergessen, dass da noch eine Versammlung offen ist?! Oder wird da gehofft, dass es alle vergessen haben?
Auch wenn ich Hesse bin, so weiß ich wo guter Fussball gespielt und gelebt wird.
Pro AOMV



Beitragvon Mathias » 16.10.2019, 08:16


Es wäre sooo traumhaft, wenn diese Herren ihre Arbeit antreten könnten. Ich bete, dass es schnellstmöglich geschieht! Wenn man das alles liest und auch die Menschen hinter den Namen realisiert. Es wäre wirklich so schön!
„Haters don't really hate you. They hate themselves, because you're a reflection of what they wish to be.“ (Paulo Coelho)

Olé rot-weiß - so laaft die Gschischt

„Bundesligaspiele sind keine russische Wahlen, bei denen immer gewonnen wird." (Gyula Lorant)



Beitragvon heiko1900 » 16.10.2019, 08:26


Haben BBK & Co. das Wohl des Vereins im Blick und nicht die eigene Inszenierung werden sie alles unternehmen um den tiefen Graben der durch die FCK Familie geht wieder zu schließen und hierzu gehört mehr als nur ein Rücktritt... Die einzige realistische Chance hierzu ist den Weg für Keßler, Merk und Co. zu ebnen um Glaubwürdigkeit Authentizität und Einigkeit wieder herzustellen. Schluß mit taktieren und vertuschen.
Leider fehlt mir der Glaube daran... zu erleben wie sich im Verein und insbesondere unter den Fans die verschiedenen Lager gebildet haben ist unerträglich...
Die Abwärtsspirale in der wir seit vielen Jahren stecken muss durchbrochen werden und die Kehrtwende eingeleitet werden.
"Der Schlüssel zum Erfolg ist Kameradschaft und der Wille alles für den anderen zu geben." Fritz Walter



Beitragvon BacktoGlory » 16.10.2019, 09:48


Also zunächst möchte ich mich vielen Vorschreibern anschließen:

Ein riesengroßes DANKESCHÖN an Markus Merk, Jörg Wilhelm, Martin Wagner, Rainer Keßler und Martin Weimer, dass ihr Euch in dieser in der Vereinsgeschichte des FCK schwersten Zeit zur Verfügung stellt.
Alleine deswegen müsst ihr schon gewählt werden !

Was die Verteilung der Fachkompetenzen betrifft, bin ich der Meinung ist diese Melange das Beste was wir beim FCK seit Jahrzehnten haben können !
Auch hier gibt es mMn nichts zu überlegen, dass dieses Gremium gewählt werden sollte !

Durch das Ziel, dieses 4-Säulen-Modell ENDLICH zu öffnen und in die Realität umzusetzen, verliert auch ein Flavio Becca etwas ein Einfluss.
Möglicherweise haben das Team Merk auch schon Kontakte zu anderen Investoren geknüpft, wer weiß es ? Kontakte sind da denke ich auf jedem Fall vorhanden.

Dass es natürlich Zeit braucht, um die "Smoking Ruins" zu beseitigen und wieder eine richtige Festung FCK aufzubauen wissen wir alle, da müssen wir uns, so schwer es auch fällt, in Geduld üben !!

Was das Thema Fritz Fuchs betrifft hätte ich eine Frage ans Forum: Da er Nachrücker ist steht er für die abgelaufene Saison überhaupt zur Entlastung ??
Wenn nein, was könnte man tun, das Team Merk komplett in den AR zu bekommen ?
Was wäre, wenn nur einzelne Personen aus dem Team Merk in den AR gewählt würden ( was hoffentlich NICHT passiert, denn ich denke dieses Team als komplette Einheit ist bestimmt das Beste, was wir uns für unseren FCK wünschen können )könnten die nichtgewählten dann andere Posten im Verein übernehmen ( so sie denn dazu bereit wären ) ?

Wäre es nicht auch denkbar mal unsere Satzung neu aufzuarbeiten ( z.B. gerade dieses Thema "schriftliche Absage einer JHV" oder Entlastung ALLER FCK-Verantwortlichen, nicht nur den AR, sondern auch Sportdirektor, Finanzvorstand usw. ) ?

Vor allem ist aber mMn das Allerwichtigste, dass die JHV VOR der Winterpause stattfindet mit einem
Zeitpuffer, dass die gewählten Personen oder wer auch immer dafür zuständig ist, wenigstens schonmal einen guten Sportdirektor verpflichten
und sonstige Dinge in die Wege leiten zu können.

Diese Saison hab' ich eigentlich schon abgehakt, Klassenerhalt ( das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: FCK - 3. Liga - Klassenerhalt :cry: :x ).
Auf jedem Fall ist KEINE Zeit mehr zu verlieren !!
" ... a heart set in the past and eyes to watch the future ... "




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