Neuigkeiten und Pressemeldungen zum 1. FC Kaiserslautern.

Beitragvon Thomas » 21.07.2019, 20:00


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Flavio Becca exklusiv: "Meine Pläne mit dem FCK"

Es wird viel über ihn gesprochen, jetzt spricht er selbst: Im Exklusiv-Interview mit Der Betze brennt äußert sich Flavio Becca erstmals ganz ausführlich zu seinem Engagement beim 1. FC Kaiserslautern. Wer ist der Kapitalgeber aus Luxemburg und was sind seine Ziele mit den Roten Teufeln?

"Ich möchte den FCK so schnell wie möglich wieder sportlich erfolgreich machen", lautet die Zielsetzung von Flavio Becca (57), der erst gar keine Zweifel an seinen Ambitionen aufkommen lassen will: "Das Saisonziel kann nur der Aufstieg in die 2. Bundesliga sein."

Gestern war Becca beim Saisonauftakt des 1. FC Kaiserslautern gegen die SpVgg Unterhaching (1:1) zu Gast im Fritz-Walter-Stadion. Wie 20.146 weitere Zuschauer musste er feststellen, dass trotz manch guter Ansätze noch ein langer, harter Weg vor den Roten Teufeln liegt. Becca fördert und fordert: "Die FCK-Verantwortlichen haben auch dank meiner finanziellen Unterstützung den Kader bekommen, den sie haben wollten. Daran müssen sie sich jetzt messen lassen, was aber gar nicht negativ klingen soll, sondern das ist der normale sportliche Druck."

Das erste Eigenkapital soll noch in diesem Sommer fließen

Mit rund drei Millionen Euro in Form einer Bürgschaft und einer Transfer-Beteiligung ist der Kapitalgeber aus Luxemburg im ersten Schritt bei den Roten Teufeln im Spiel. Auf bis zu 25 Millionen Euro soll sein Engagement in den kommenden fünf Jahren ansteigen, das erste Eigenkapital noch in diesem Sommer fließen - sobald die Neuberechnung des Vereinswertes abgeschlossen ist. Becca bekräftigt im DBB-Interview seine finanziellen Absichten, stellt aber auch fest: "Ich gebe keinen Blankoscheck. Wenn mein Geld im Spiel ist, dann möchte ich auch gerne wissen, was damit passiert und wie es investiert wird."

Den allgemeinen Trubel rund um den FCK möchte Becca, auch wenn er sich grundsätzlich Ruhe im Verein wünscht, in eine positive Richtung kanalisieren: "Selbstverständlich weiß ich um die großen Emotionen beim FCK. Das war sogar einer der Hauptgründe, die mich so an diesem Verein gereizt haben. Was hier möglich ist mit all der Leidenschaft und den sich daraus bietenden Chancen, danach muss man woanders lange suchen."

In unserem sehr ausführlichen Interview des Monats spricht Flavio Becca über seine Verhandlungsrunden mit dem FCK, die Rücktrittsforderung gegen Michael Littig, die geplanten Investitionen in den FCK und was er dafür erwartet, das Fritz-Walter-Stadion, seine sonstigen Engagements im Fußball und in anderen Sportarten, die Gerichtsprozesse in Luxemburg und noch vieles mehr. Der erste von drei Teilen erscheint am morgigen Montag - exklusiv auf Der Betze brennt!

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 22.07.2019:

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Flavio Becca beim FCK-Heimspiel gegen Unterhaching, im Gespräch mit Patrick Banf; Foto: Imago

Interview des Monats: FCK-Kapitalgeber Flavio Becca, Teil 1/3
"Die Frage war: Wie bekommen wir Ruhe rein?"


Das erste große Interview mit Flavio Becca: Bei Der Betze brennt spricht der Kapitalgeber aus Luxemburg über seine turbulenten Verhandlungen mit dem 1. FC Kaiserslautern, die Rücktrittsforderung gegen Michael Littig und womit Martin Bader und Co. sein Interesse an den Roten Teufeln geweckt haben.

Der Betze brennt: Flavio Becca, wer wird der Nächste sein, den Sie beim 1. FC Kaiserslautern zum Rücktritt auffordern?

Flavio Becca (57): Niemand. Wenn alles in Ordnung ist und alle an einem Strang ziehen, dann werde ich niemanden beim FCK zum Rücktritt auffordern.

Der Betze brennt: Ihre Rücktrittsforderung gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden Michael Littig - der dieser letztendlich nachgekommen ist - hat die FCK-Familie tief gespalten. Lange wurde über die genauen Hintergründe gerätselt. Wie kam es zu dieser Forderung?

Becca: Wir - mein Team und ich - waren schon seit Januar in intensiven Gesprächen mit dem FCK. Unsere Verhandlungspartner waren Patrick Banf, Martin Bader und Michael Klatt (Beiratsvorsitzender und die beiden Geschäftsführer; Anm. d. Red). Zu einem Treffen kamen die drei dann zu uns und sagten: Wir haben ein Problem, morgen ist eine Beiratssitzung in Kaiserslautern, und die wollen Banf absägen. Littig möchte dort jetzt das Sagen haben.

Der Beirat der FCK Management GmbH besteht bislang aus den fünf gewählten Aufsichtsratsmitgliedern des FCK e.V. Zum ersten Mal wackelte der Stuhl des Vorsitzenden Patrick Banf hier schon im Januar 2019. Damals rauften die Beteiligten sich jedoch noch einmal zusammen und vertagten die Personalentscheidungen auf März/April - zuerst sollten die Lizenzunterlagen fertiggestellt werden, hieß es von Seiten der FCK-Verantwortlichen (Chronologie im DBB-Forum).

Der Betze brennt: Diese besagte Beiratssitzung fand am 04. April 2019 statt...

Becca: Ich habe dann gesagt: Bringt zu unseren Gesprächen mit, wen ihr möchtet. Aber wenn das schon so anfängt, dann verliere ich das Interesse. Banf hat vom Beirat ein Mandat für die Gespräche erhalten, dazu kommt Bader für das Sportliche und Klatt für die finanziellen Themen. Ein Wechsel bei meinen Verhandlungspartnern kam für mich nicht in Frage. Aber ich habe angeboten, dass sie jeden zum nächsten Treffen mitbringen, den sie möchten, also auch Littig.

"Mein Angebot war: Bringt mit, wen ihr möchtet"

Der Betze brennt: Michael Littig sagt, dass er eine solche Einladung nie erhalten habe?

Becca: Das weiß ich nicht. Der Einzige, der zum nächsten Treffen mitgekommen ist, war jedenfalls Paul Wüst (Aufsichtsrats- und Beiratsmitglied; Anm. d. Red.). Auch zu ihm sagte ich, dass die Konstellation dieselbe bleiben muss: Banf, Bader und Klatt sind meine Ansprechpartner. Und wenn mal eine größere Runde gemacht werden muss, dann kann die natürlich auch gemacht werden - aber wir können am Ende nicht mit 20 Leuten hier am Tisch sitzen.

Der Betze brennt: An jenem 04. April kam es dann zu dem sogenannten "Burgfrieden": Patrick Banf durfte Beiratsvorsitzender der FCK Management GmbH bleiben, Michael Littig übernahm von Banf das Amt als Aufsichtsratsvorsitzender des Vereins. "Der Gewinner ist der FCK", verkündeten Banf und Littig damals einmütig.

Becca: Diese Entscheidung konnte ich nicht verstehen, habe sie aber akzeptiert, in der Hoffnung auf Ruhe im Verein. Und was passierte dann drei Wochen später? Da war Martin Bader der Nächste, der abgesägt werden sollte...

"Die Konsequenz lautete: Littig muss gehen"

Der Betze brennt: Diese noch nicht offizielle Entscheidung des Beirats sickerte am 28. April über die Medien durch...

Becca: Wir hatten zu diesem Zeitpunkt noch keine Einigung, keinen Handshake, nichts. Und dann sollte mitten in unseren Verhandlungen schon mein zweiter Gesprächspartner gestürzt werden, wieder ausgehend von Littig?! Beim nächsten Treffen (am 30. April; Anm. d. Red.) habe ich mich dann bereiterklärt, beim FCK einzusteigen, aber nur verbunden mit der Lösung der Frage: Wie bekommen wir Ruhe rein? Antwort: Wenn die Leute, die gegen dieses Projekt steuern, nicht mehr da sind. Littig muss gehen, so lautete die Konsequenz. Das habe ich dann schriftlich als Absichtserklärung aufgesetzt und alle vier haben es unterschrieben: Flavio Becca, Patrick Banf, Martin Bader, Michael Klatt. Das ist genau das, was passiert ist, und nichts anderes.

Der Betze brennt: Wir müssen noch mal nachhaken. Sie haben zu den FCK-Verantwortlichen gesagt: "Bringt mit, wen ihr wollt." Warum kam dann aber kein frühzeitiges Gespräch mit Michael Littig zustande, im März, April, wo man die Probleme vielleicht noch hätte lösen können? Hat Littig diese Einladung nicht angenommen? Oder hat er sie vielleicht überhaupt nicht bekommen? Warum war nicht einfach mal der gesamte FCK-Beirat bei den Gesprächen in Luxemburg mit dabei?

Becca: Das weiß ich nicht. Das müsst ihr den Beirat fragen. Ich habe von Anfang an gesagt: Bringt alle mit, die ihr mitbringen wollt. Und dass wir verhandelt haben, war auch kein Geheimnis, es stand ja über gefühlt jedes Treffen in Luxemburg etwas in den Medien.

Der Betze brennt: Waren Sie denn von der riesigen Empörung überrascht, die ihre Forderung in Kaiserslautern ausgelöst hat?

Becca: Ja und Nein. Wenn die ganze Zeit gezündelt wird, ist es natürlich klar, dass irgendwann ein Feuer ausbricht. Wir haben auch sehr viel darüber diskutiert, ob das eine gute Idee war. Aber wenn du eine Kontinuität und Erfolg in den Klub bringen möchtest, dann kannst du nicht jemanden gebrauchen, der die ganze Zeit gegen dich schießt. Wir haben ein Ziel: Wir müssen den FCK wieder hochbringen. Und deshalb dürfen wir uns nicht untereinander zerstreiten.

Ganz besonders turbulent wurde es dann zwischen dem 30. April und dem 16. Mai: Während das Angebot und die Forderungen von Flavio Becca im Raum standen, akquirierte Michael Littig eigene regionale Investoren für den FCK, mit denen ebenfalls schon länger Kontakt bestand (erste Chronologie im DBB-Forum). Diese erhielten kurzzeitig sogar den Zuschlag des FCK-Beirats, ehe sie ihn später dann doch wieder verloren - nicht zuletzt weil Finanzdienstleister Quattrex mit der Verweigerung weiterer Millionen-Kredite drohte. Zu diesem Zeitpunkt, rund um das zweite Mai-Wochenende, reichte Littig auch nochmals die Hand in Richtung Becca und es kam doch noch zu ersten persönlichen Gesprächen mit Vertretern des Luxemburgers. Eine gemeinsame Einigung konnte zu diesem späten Zeitpunkt jedoch nicht mehr erzielt werden (zweite Chronologie im DBB-Forum).

"Warum hinterfragt niemand das Konzept der pfälzischen Investoren?"

Der Betze brennt: Um ein Haar hätte Michael Littig dann noch den Spieß umgedreht und die pfälzischen Unternehmer Hans Sachs und Klaus Dienes wären als FCK-Investoren eingestiegen. Nachdem der Beirat am 02. Mai noch pro Becca votiert hatte, wechselte die Mehrheit am 06. Mai zugunsten des Angebots von Sachs/Dienes...

Becca: Es ging zu diesem Zeitpunkt gar nicht um Becca gegen Dienes/Sachs. Da gibt es auch noch andere Mitspieler, wie etwa Quattrex - wenn die dem FCK weitere Kredite verweigert hätten, dann wäre der Verein in Konkurs gegangen.

Der Betze brennt: Aber Sachs und Dienes sagten, dass sie auch die Kredit-Lücke von Quattrex ausgleichen würden, sogar zu günstigeren Zinsen.

Becca: Das sagen sie, ja... Aber warum ist das dann nicht durchgegangen? Das sogenannte Konzept "FCK 2.0" dieser pfälzischen Investoren, das hinterfragt niemand und will niemand mal sehen, auch nicht in eurem Diskussionsforum. Dieses Konzept bestand nur aus einem Blatt Papier. Die Zukunftsvision lautete: Wenn wir als regionale Investoren einsteigen, dann werden auch andere folgen. Das hört sich gut an, genügt aber einem Finanzinstitut wie Quattrex nicht. Schauen sie: Im FCK-Aufsichtsrat gibt es heute mit fünf Personen schon große Probleme. Wie soll das dann erst morgen werden, wenn neben Sachs und Dienes noch zehn oder 20 weitere Investoren an einem Tisch sitzen?

Der Betze brennt: Sie kritisieren unterschwellig schon auch den zerstrittenen FCK-Aufsichtsrat, oder? Was sollte hier geschehen?

Becca: Ich kritisiere das Gremium nicht als solches. Vielleicht wäre es aber sinnvoll, wenn auf der nächsten Versammlung nicht fünf Einzelpersonen, sondern ein zusammengehörendes Team in den Aufsichtsrat gewählt wird? Die müssen nicht, könnten dann aber auch mit einem Investor antreten, also etwa "Team Becca" oder "Team Sachs/Dienes". Diesen Vorschlag hatten wir vor einigen Monaten auch mal gemacht, aber das wurde in den Gesprächen mit dem FCK nicht weiter vertieft.

"Mir wurde angeboten, beim Angebot von Sachs/Dienes mitzugehen"

Der Betze brennt: Wie stellte sich die Situation für Sie dar, als Sie am 06. Mai die Gunst des FCK zu verlieren schienen und sogar per Pressemitteilung verkündet wurde: "Das Angebot von Flavio Becca ist nicht mehr existent"?

Becca: Ich habe gerade in einem Restaurant am Tisch gesessen und da bekomme ich um 10, halb 11 Uhr abends einen Anruf aus der FCK-Sitzung. Da sollte in einer Nacht- und Nebelaktion der Vereinswert von 108 auf 30 Millionen Euro gesenkt werden ...

Der Betze brennt: ... für Anteile in der 3. Liga, wobei ja in der besagten Pressemitteilung auch eine Steigerung des Vereinswertes auf 130 bis 190 Millionen in der 2. Bundesliga und sogar auf bis zu 250 Millionen Euro in der Bundesliga schriftlich mitverkündet wurde. Anteile in Höhe von 3 Millionen Euro sollten zu diesem Zeitpunkt verkauft werden.

Becca: Mir wurde unterbreitet, bei diesem Angebot mitzugehen und dann den Zuschlag zu bekommen. Aber ich sagte, das interessiert mich nicht. Ich rede heute nicht über den Vereinswert, sondern ich rede heute von einer Bürgschaft über 2,6 Millionen Euro für den FCK. Schluss. Wenn ihr den Deal jetzt mit den anderen machen wollt, dann macht es halt - kein Problem.

Der Betze brennt: Das Ende ist bekannt: Nach turbulenten Tagen, über die wir nun schon ausführlich gesprochen haben, setzten Sie sich doch noch durch und erhielten am 16. Mai mit einer erneut gedrehten 3:2-Mehrheit den Zuschlag im FCK-Beirat.

In dem "Showdown" entschied sich der FCK-Beirat "nach intensiver und tiefgehender Analyse" für das Angebot von Flavio Becca und gegen jenes von Hans Sachs/Klaus Dienes. FCK-Geschäftsführer Michael Klatt sah bei den pfälzischen Investoren vor allem den Zeitfaktor als Problem und sagte: "Beide Angebote hatten Vorteile und Nachteile." Michael Littig trat als Konsequenz von allen Ämtern beim FCK zurück und erfüllte damit die Rücktrittsforderung aus der Absichtserklärung. Ruhe kehrte jedoch keine ein und die Diskussionen gingen noch eine lange Zeit weiter - eine Aufklärung und Beantwortung aller Fragen von Seiten des FCK ist für ein Mitgliederforum am 28. Juli und für die Mitgliederversammlung im Herbst/Winter 2019 angekündigt (Chronologie im DBB-Forum).

Der Betze brennt: Springen wir doch noch mal zwei Schritte zurück. Flavio Becca, seit wann beschäftigen Sie sich denn schon als potentieller Investor mit dem FCK? Im Vereinsumfeld ist zu hören, dass es schon vor vielen Jahren erste Kontakte gegeben haben soll?

Becca: Das ist richtig. Den ersten Kontakt zum FCK gab es schon ungefähr 2005, als René C. Jäggi (FCK-Vorstandsvorsitzender 2003 bis 2006; Anm. d. Red.)noch dort war. Auch später gab es dann immer mal wieder Gespräche, zuletzt 2016, 2017 mit Nikolai Riesenkampff und Mathias Abel (FCK-Aufsichtsratsmitglieder 2014 bis 2017; Anm. d. Red.). Aber die damaligen FCK-Verantwortlichen wollten immer nur das Geld haben, nach dem Motto: "Gib uns einen Blankoscheck und lass uns dann mal machen." Das kam aber für mich nicht in Frage.

"Ich gebe keinen Blankoscheck - das kommt nicht in Frage"

Der Betze brennt: Und bei den jetzigen Verhandlungen lief das sofort besser? Wer hat diesmal den Kontakt geknüpft?

Becca: Als Erster war Martin Bader hier, zusammen mit Boris Notzon (FCK-Sportdirektor; Anm. d. Red.). Die beiden saßen im Oktober 2018 bei mir im Büro, ich habe mir alles angehört und sie dann gefragt, ob sie am träumen sind (lacht). Zu diesem Zeitpunkt haben mir die Vorstellungen des FCK noch nicht gepasst und meine erste Reaktion war: Wir machen das Thema Lautern sofort wieder zu.

Der Betze brennt: Wie konnten Bader und Co. Sie dann doch noch überzeugen?

Becca: Durch die Ausgliederung waren neue Möglichkeiten geschaffen, in denen ich mich auch mit einbringen kann, denn ohne das ist es sicherlich nicht möglich. Wir - ich und mein Team - kennen uns im Sport aus und dementsprechend möchten wir auch mitreden, wenn es um die Entscheidungen geht. Ich werde mich natürlich nicht mit auf die Trainerbank setzen, dafür hätte ich auch gar nicht die Zeit. Aber wir möchten alles gemeinsam analysieren. Um das Bild von vorhin aufzugreifen: Ich gebe keinen Blankoscheck. Das kommt nicht in Frage. Wenn mein Geld im Spiel ist, dann möchte ich auch gerne wissen, was damit passiert und wie es investiert wird.

Der Betze brennt: Ein mitsprechender Investor wird von vielen Fans kritisch gesehen, Negativbeispiele wie 1860 München oder der Hamburger SV springen einem in den Kopf. Was halten Sie dem entgegen?

Becca: Die sportliche Expertise, die Kontakte aus dem Fußballgeschäft, die wir mitbringen - das kann doch nur zu Gunsten des FCK sein. Ich stecke ja nicht irgendwo Geld rein und nutze dann nicht die Möglichkeiten aus, die ich sonst noch habe, um mitzuhelfen.

"Die Summe von 2,6 Millionen wurde vom FCK vorgeschlagen"

Der Betze brennt: Im ersten Schritt haben Sie dem FCK nun 2,6 Millionen Euro in Form einer Bürgschaft zur Verfügung gestellt. Wie kam diese Summe zustande?

Becca: Diese 2,6 Millionen Euro für das erste Jahr sind 1,5 Millionen für die Lizenz, die im Mai noch gefehlt hatten. Und 1,1 Millionen für eine Erhöhung des Lizenzspieleretats, um damit in den Kader und die Zukunft zu investieren - diese Summe wurde von den FCK-Verantwortlichen vorgeschlagen. Zusätzlich haben wir vor zwei Wochen noch die Ablösesumme für Janik Bachmann mitfinanziert. Mein Ziel ist es, den FCK so schnell wie möglich wieder sportlich erfolgreich zu machen.

Morgen im zweiten Teil des großen DBB-Interviews: Flavio Becca über Darlehen und Eigenkapital, sein beabsichtigtes Investment von bis zu 25 Millionen Euro, die Zusammenarbeit vor dem Hintergrund der 50+1-Regel und sein Interesse am Fritz-Walter-Stadion.

(Das Interview führten Moritz Kreilinger und Thomas Hilmes.)

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 23.07.2019:

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Interview des Monats: FCK-Kapitalgeber Flavio Becca, Teil 2/3
"Das Ziel kann nur der Aufstieg sein"


Im zweiten Teil des großen DBB-Interviews spricht Flavio Becca über die Chancen und Risiken, die ein Einstieg beim 1. FC Kaiserslautern bietet. Der Luxemburger möchte bis zu 25 Millionen Euro in den Verein stecken und interessiert sich auch für das Fritz-Walter-Stadion.

Der Betze brennt: Flavio Becca, wieso haben Sie sich ausgerechnet den 1. FC Kaiserslautern als "ihren" Fußballklub in Deutschland ausgesucht?

Flavio Becca (57): Auch durch die Nähe zu Luxemburg bedingt, war ich schon immer Sympathisant des FCK. Schon als Kind und auch in den letzten Jahren habe ich immer nach den Ergebnissen von Kaiserslautern geschaut. Ich kenne auch die ganze Geschichte des Vereins, weiß was gelaufen ist, schon seit Atze Friedrich. Es wurde finde ich in der Vergangenheit viel zu viel zugeschaut - sonst wäre es gar nicht so weit gekommen. Aber unabhängig davon war für mich immer klar: Sollte ich mich im deutschen Fußball beteiligen, dann nur in Kaiserslautern.

Der Betze brennt: Aber wissen Sie wirklich, worauf Sie sich hier bei uns einlassen? Auf dieses Leben in der Bude, auf diese Emotionen, auf diese Leidenschaft manchmal jenseits aller Realitätsgrenzen - im negativen wie im positiven Sinne?

Becca: Selbstverständlich weiß ich das. Das ist sogar einer der Hauptgründe, die mich so am FCK reizen. Was hier möglich ist mit all den Emotionen und den sich daraus bietenden Chancen, danach muss man woanders lange suchen.

"Es stimmt nicht, dass Littig gar keinen Kontakt zu uns hatte"

Der Betze brennt: Rund um den turbulenten Monat Mai haben Sie in dieser Hinsicht ja schon einiges erlebt mit dem FCK...

Becca: Um es noch mal ganz deutlich zu machen: Die Rücktrittsforderung gegen Michael Littig (den damaligen FCK-Aufsichtsratsvorsitzenden; Anm. d. Red.) hat verständlicherweise viele Fragen aufgeworfen. Es wurde die ganze Zeit nur über Flavio Becca sowie über Patrick Banf, Martin Bader und Michael Klatt (der Beiratsvorsitzende und die beiden Geschäftsführer; Anm. d. Red.) gesprochen. Mir ist es wichtig zu betonen, dass diese Personen ein Mandat von den FCK-Gremien hatten, um die Verhandlungen zu führen. Und auch, dass es zu Littig gar keinen Kontakt gegeben habe, stimmt nicht: Er selbst hat Mitte Mai mehrere lange Telefongespräche mit unserem internen Prokuristen geführt, zuletzt am 16. Mai (dem Tag der Entscheidung im FCK-Beirat; Anm. d. Red.). In den Monaten zuvor hatte er öfter SMS-Kontakt mit einem gemeinsamen Bekannten gehabt. Am 15. Mai hatte er angeboten, auf dem Rückweg von seinem Termin mit Quattrex in Paris noch bei uns in Luxemburg vorbeizukommen, was dann aber nicht geschah. Also kann man definitiv nicht sagen, dass er gar nicht in Kontakt mit uns war. Und auch mit den anderen FCK-Gremien hat schon ein Treffen stattgefunden.

Der Betze brennt: Wann und wo ist das passiert?

Becca: Nach der Entscheidung zu meinen Gunsten und nachdem der FCK die Lizenz bekommen hatte, habe ich sämtliche Räte des FCK zum Kennenlernen nach Luxemburg eingeladen. Das war Mitte Juni. Bedauerlicherweise waren der Ehrenrat sowie Jürgen Kind, der im Übrigen gegen mein Investment und somit gegen die Lizenz für den FCK gestimmt hatte, bei diesem Treffen nicht präsent (auf DBB-Nachfrage hierzu antwortet Beiratsmitglied Jürgen Kind, dass er sich bei dem Juni-Treffen in Luxemburg aufgrund eines Trauerfalls entschuldigen ließ, zudem habe er auch nicht "gegen die Lizenz" des FCK gestimmt; Anm. d. Red.).
Um mit diesem Thema aber nun abzuschließen, möchte ich betonen, dass ich nie den Eindruck hatte, dass Patrick Banf, Martin Bader und Michael Klatt in unseren Gesprächen nicht das Interesse des Vereins 1. FC Kaiserslautern vertreten hätten - im Gegenteil!

"Meine Absichtserklärung: Bis zu 25 Millionen innerhalb von fünf Jahren"

Der Betze brennt: Sie haben dem FCK eine Bürgschaft für ein Darlehen in Höhe von 2,6 Millionen Euro gewährt, welches in Eigenkapital umgewandelt werden soll. Warum nicht gleich ein Eigenkapital-Investment? So hätten manche Diskussionen und Streitigkeiten im Vorfeld vermieden werden können.

Becca: Ganz einfach: Weil der Vereinswert, der zu dem Zeitpunkt auf dem Tisch lag, und zwar 120 Millionen Euro, für meine Begriffe nicht mit der aktuellen Realität in Einklang gebracht werden kann. Wir wollten dem FCK keinen Wert diktieren, für den wir ins Kapital einsteigen könnten. Wir verhandeln keinen Vereinswert. Das ist ein langer Prozess. Deswegen haben wir das für die Lizenz nötige Geld bereitgestellt, um danach in Ruhe alles weitere zu klären. Der FCK ist aktuell damit beschäftigt, den Vereinswert realistisch zu berechnen. Wenn das abgeschlossen ist, findet gemäß unserer Absichtserklärung die Umwandlung des ersten Teilbetrages in Eigenkapital statt - nach jetzigem Planungsstand soll das noch im Sommer 2019 geschehen.

Der Betze brennt: Die besagte Absichtserklärung stammte zunächst von April und wurde von Ihnen im Juni noch ein zweites Mal schriftlich bekräftigt. Ganz konkret gefragt: Was ist der Inhalt dieser Absichtserklärung?

Becca: In den kommenden fünf Jahren beabsichtige ich, bis zu 25 Millionen Euro in den FCK zu stecken - das ist in diesem Schriftstück festgehalten. Und diese Vereinbarung wird übrigens nicht nur von den FCK-Verantwortlichen und von mir akzeptiert. Sondern auch Quattrex als wichtiger Geldgeber sieht damit die finanzielle Zukunft des Vereins auch über die laufende Saison hinaus gesichert.

Der Betze brennt: Die Anschlussfrage, die viele FCK-Fans brennend interessiert: Wann wird dieses Geld, wann werden diese 25 Millionen Euro fließen?

Becca: Es soll dann fließen, wenn es benötigt wird. Dieses Jahr waren es eben nur rund drei Millionen, die nach gemeinsamer Einschätzung der FCK-Verantwortlichen und von uns gebraucht wurden. Jetzt schauen wir, was passiert. Wenn wir im Winter zulegen müssen, müssen wir finanziell eben nachlegen. Es ist immer eine Frage des Bedarfs.

"Nur Eigenkapital? Ich muss auch auf mein Investment aufpassen"

Der Betze brennt: Also ein Schritt nach dem anderen. Eine weitere sich stellende Frage: In welcher Form sollen die für die kommenden fünf Jahre in Aussicht gestellten 25 Millionen Euro fließen? Reden wir ausschließlich von Eigenkapital?

Becca: Alles ist möglich. Natürlich benötigt der Klub Eigenkapital, darum drehten sich auch von Anfang an alle Diskussionen. Aber wir brauchen - wie schon gesagt - auch einen Einfluss auf unsere Investitionen. Eigenkapital oder Darlehen, es wird nie nur das eine oder nur das andere sein. Ein Darlehen hilft uns auch, um im Notfall mal etwas sagen zu können. Eigenkapital hingegen käme quasi einem Blankoscheck gleich. Deshalb haben wir gesagt, wir geben jetzt erstmal die benötigten 2,6 Millionen Euro, zunächst als Bürgschaft und dann als Eigenkapital, und danach sehen wir weiter. Die bis zu 25 Millionen Euro sind in der Absichtserklärung schriftlich festgehalten. Ich will und muss aber auch auf mein Investment aufpassen, wir reden schließlich über Summen im zweistelligen Millionenbereich.

Der Betze brennt: Wird ausschließlich dieses Geld reichen, um die Rückkehr in die Bundesliga zu realisieren?

Becca: Das kann ich noch nicht abschätzen, weil es von vielen noch ungewissen Faktoren abhängt.

"Eine konkurrenzfähige Mannschaft und Top-Niveau im NLZ"

Der Betze brennt: Ein wichtiger Punkt ist zudem: Wie und wo soll das Geld eingesetzt werden?

Becca: In erster Linie müssen wir eine konkurrenzfähige Mannschaft aufbauen. Auch ausländische Spieler könnten dafür interessant sein. Man muss auf jeden Fall das Beste aus dem Netzwerk machen, das man hat.

Der Betze brennt: Soll auch ein Teil der angekündigten Millionen in die Infrastruktur gesteckt werden, etwa in das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ)?

Becca: Das ist sogar sehr wichtig, weil der Verein ohne dies nicht überleben kann. Wir haben die Pläne vom NLZ angefragt, wo ja in der Vergangenheit Arbeiten vorgesehen waren, die so nicht realisiert wurden. Sollten die Flächen rund um das Fritz-Walter-Stadion - die Stadt möchte dieses Gelände ja verkaufen - mal anderweitig genutzt werden als für Trainings- und Parkplätze, müssten auf dem Fröhnerhof neue Rasenflächen und auch ein erweiterter Kabinentrakt für die tägliche Trainingsarbeit der Profis errichtet werden. Der FCK braucht auch Trainer und Betreuer für den Nachwuchs, die auf einem Top-Niveau sind. Mit der Fan-Anleihe zum Ausbau des NLZ hatte der FCK damals eine sehr gute Idee. Nur leider wurde das Geld an anderer Stelle ausgegeben.

Der Betze brennt: Sie machen sehr deutlich, dass Sie im Gegenzug für Ihre Millionen auch Informationen und Mitsprache verlangen. Wie dürfen wir uns das vorstellen? Über einen Sitz im FCK-Beirat, was ab einer gewissen Summe ja möglich wäre?

Becca: Ein Sitz im Beirat wird meiner Meinung nach nicht ausreichen und ist auch zu diesem Zeitpunkt nicht die Priorität. Ich möchte auf jeden Fall grundsätzlich alle Prozesse sowie die ganze Organisation des Vereins sehr sorgfältig unter die Lupe nehmen, damit die Zusammenarbeit möglichst effizient ist und im Interesse des FCK organisiert wird.

"Ich muss mit 50+1 leben, sehe die Regel aber kritisch"

Der Betze brennt: Die Mitbestimmung im ganz großen Stil unterbindet in Deutschland die 50+1-Regel. Wie stehen Sie dazu?

Becca: Ich muss mit der 50+1-Regel leben, sehe sie aber kritisch, da sie viele gute Möglichkeiten für Fußballklubs verhindert. Irgendwann wird diese Regel auf europäischer Ebene kippen, da bin ich mir sicher.

Der Betze brennt: Selbst dann wäre die Regel in der Vereinssatzung des FCK aber nochmals zusätzlich verankert. Das haben die Mitglieder damals in einem Atemzug mit der Ausgliederung beschlossen.

Becca: Auch dann könnte sich der Satzungsausschuss nochmals mit dem Thema befassen und die Situation neu bewerten. Aktuell sieht das noch nicht jeder, aber gehen wir mal davon aus, dass unsere Zusammenarbeit neue Hoffnung und konkrete Resultate für den FCK mit sich bringt. In ein bis zwei Jahren wird hoffentlich dann jeder erkennen, dass ich nicht aus reinem Eigeninteresse hier bin, sondern im Sinne des Vereins.

Der Betze brennt: Der FCK hat seine Zukunft auf dem sogenannten Vier-Säulen-Modell aufgebaut. Neben einem oder mehreren größeren Investoren sollen sich auch mittelgroße regionale Geldgeber, ein stiller Teilhaber sowie die Mitglieder und Fans beteiligen können. Ist das aus Ihrer Sicht der richtige Weg?

Becca: Ob das der richtige Weg ist, wird sich zeigen. Das lässt sich für mich momentan noch nicht abschätzen, da ich mich beispielsweise mit dem Thema Fans als Investoren noch nicht ausführlich beschäftigt habe. Aber klar ist: Wir haben keine Absicht das Vier-Säulen-Modell in Frage zu stellen, es wurde schließlich mit 92 Prozent der Stimmen gewählt.

"Wir stellen das Vier-Säulen-Modell nicht in Frage"

Der Betze brennt: Über die ebenfalls am FCK interessierten Investoren Hans Sachs und Klaus Dienes hatten wir schon gesprochen, außerdem gab es da Anfang des Jahres auch noch den Russen Mikhail Ponomarew. Und eben Sie, Flavio Becca, als dritte Partei. War das in gewisser Form eine Konkurrenzsituation?

Becca: Das eine hatte mit dem anderen nichts zu tun. Wir haben nicht gegeneinander verhandelt, sondern nur mit dem FCK.

Der Betze brennt: Wären Sie denn noch am Einstieg weiterer Großinvestoren interessiert?

Becca: Ich mag keine fremden Götter neben mir (lacht). Aber nein, Spaß beiseite: Diese Alternative hat sich nie gestellt. Es ist viel Porzellan zerschlagen worden, aber jetzt sollten wir nach vorne schauen.

Der Betze brennt: Das kostentechnisch mitunter größte Problem des FCK ist das Fritz-Walter-Stadion. Im kommenden Jahr steigt die Miete von 425.000 Euro wieder auf 2,4 Millionen. Welche Lösungsansätze sehen Sie hier?

Becca: Eines ist klar: Du kannst den 1. FC Kaiserslautern nicht in ein anderes Stadion setzen. Dafür hängt zu viel Historie daran. Doch du musst es dir leisten können, Nostalgiker zu sein. Und darin liegt aktuell das Problem. Denn auf Dauer kannst du dir das in der 3. Liga nicht mehr leisten. Doch die Nutzungsmöglichkeiten sind bei weitem noch nicht ausgereizt beziehungsweise falsch ausgerichtet. Die Stadiongastronomie ist ein Gebiet, das man wahrscheinlich überdenken muss. Zudem gibt es so viele freie Flächen im Stadion, quasi Löcher, die zu stopfen sind, um Einnahmen zu erwirtschaften.

"Du kannst den FCK nicht in ein anderes Stadion setzen"

Der Betze brennt: Dann können Sie das Stadion ja kaufen und dem FCK zur Verfügung stellen. Sie sind regelmäßig in Kontakt mit Oberbürgermeister Klaus Weichel, neben dem Stadion auch wegen des Pfaff-Geländes und weiterer Flächen.

Becca: Natürlich habe ich Interesse am Fritz-Walter-Stadion, das ist ja nichts Neues. Doch wir stehen bei dem Punkt erst ganz am Anfang. Vertraglich ist das nicht so einfach. Doch die Ideen, die wir mit Oberbürgermeister Weichel ausgetauscht haben, stimmen mich positiv.

Der Betze brennt: Und was würde das für den FCK bedeuten?

Becca: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Aber die Fragen zu Immobilien und Grundstücken kommen jetzt noch zu früh. Da ist noch nichts. Heute zählt für mich in Kaiserslautern nur: Erster F-C-K! Und glaubt mir, das bleibt auch so. Ich bin nicht dazu da, um den FCK zu schlachten oder das Stadion abzureißen, denn da würde ich mir ja selbst eine Kugel in den Kopf schießen. Mein Ziel ist sportlicher Erfolg.

Der Betze brennt: Auf dieses Thema möchten wir gerne noch ausführlicher zu sprechen kommen. Wie lautet das Saisonziel von Flavio Becca?

Becca: Das Ziel kann in diesem Jahr nur der Aufstieg in die 2. Bundesliga sein. Das muss schnellstmöglich geschehen.

Der Betze brennt: Von Vereinsseite wird sich dahingehend nur sehr zurückhaltend geäußert.

Becca: Die FCK-Verantwortlichen haben auch dank meiner finanziellen Unterstützung den Kader bekommen, den sie haben wollten. Daran müssen sie sich jetzt messen lassen, was aber gar nicht negativ klingen soll, sondern das ist der normale sportliche Druck. Du musst eine positive Gestaltung der Realität erreichen. Den Zuschauern Lust machen, ins Stadion zu kommen. Und das erreichst du nicht, indem du dich klein redest.

"Schnellstmöglich aufsteigen: Das ist der normale sportliche Druck"

Der Betze brennt: Das erste Ziel lautet also schnellstmögliche Rückkehr in die 2. Bundesliga. Und dann?

Becca: Aus dem Bauch heraus: Fünf bis sechs Jahre erachte ich als realistisch für den Aufstieg in die Bundesliga. Versprechen kann ich das natürlich nicht.

Der Betze brennt: Wie sieht das langfristige Konzept aus?

Becca: Erstmal hatte der FCK zwei große Baustellen mit der Lizenz und der sportlichen Planung für die neue Saison. Diese sind nun erledigt. Ich muss und werde mir jetzt die Zeit nehmen und mich richtig in das Thema FCK reinknien. Die sportliche Mannschaft auf dem Feld und auch das gesamte Team drumherum müssen so zusammenpassen, dass der Verein auf dem schnellsten Wege in die 2. Bundesliga kommt. Ich werde meine Kontakte nutzen, die in dieser Form niemand in Kaiserslautern hat, um dem FCK auf dem Spielermarkt weiterzuhelfen.

Morgen im dritten und abschließenden Teil des großen DBB-Interviews: Flavio Becca über seinen persönlichen Werdegang, seine sonstigen Engagements im Sportbereich, den bevorstehenden Gerichtsprozess in Luxemburg sowie seine Prognose für den FCK im Jahr 2024.

(Das Interview führten Moritz Kreilinger und Thomas Hilmes.)

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 24.07.2019:

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Flavio Becca (l.) feiert mit Abwehrspieler Tom Schnell den Meistertitel 2017 für F91 Düdelingen; Foto: Imago

Interview des Monats: FCK-Kapitalgeber Flavio Becca, Teil 3/3
"Der FCK in fünf Jahren: Zweite Liga oben - mindestens"


Exklusiv auf Der Betze brennt spricht Kapitalgeber Flavio Becca über seine Ziele und Pläne mit dem 1. FC Kaiserslautern. In Teil 3 des Interviews gibt der Luxemburger zudem einen Einblick in sein sonstiges Leben - sportlich, geschäftlich und persönlich.

Der Betze brennt: Flavio Becca, Sie sind in Luxemburg geboren und haben italienische Vorfahren. Wie ist aus Ihnen der Mann geworden, der Sie heute sind?

Flavio Becca (57): Mein Vater kam aus Umbrien, hat eine Luxemburgerin geheiratet und ist dann hiergeblieben. Er hatte ein kleines Bauunternehmen. Nach dem Schulabschluss hatte ich die Möglichkeit, bei ihm zu arbeiten. Schon nach zwei Wochen sagte er zu mir: Von heute an bist du nicht mehr Angestellter, sondern mein Partner. "It’s up to you to play", meinte er. Um den Betrieb übernehmen zu können, musste ich eine Meisterprüfung ablegen. Als Maurer. Ich hatte wochenlang nur noch Rückenschmerzen (lacht).

Reich geworden ist Flavio Becca in den letzten 25 Jahren vor allem mit Bauprojekten, unter anderem im Ban de Gasperich in Luxemburg-Stadt. Gleichzeitig hat der Multi-Unternehmer in viele weitere Standbeine investiert, produziert etwa den natürlichen Energydrink "Leopard", betreibt das Weingeschäft "Vinissimo", besitzt die Uhrenmarke "Anonimo" und ist als mitsprechender Geldgeber im Sportbereich sehr aktiv. Immer wieder stößt er dabei aber auch auf Widerstände - so ist beispielsweise für das nächste Jahr ein Gerichtsprozess wegen Veruntreuung angesetzt, dem Becca laut eigener Aussage aber zuversichtlich entgegen sieht.

Der Betze brennt: Bei den italienischen Wurzeln muss man wohl nicht fragen, woher Ihre Fußball-Leidenschaft kommt?

Becca: Von Kindestagen war ich Fan von Inter Mailand, das hat mir mein Vater so gesehen in die Wiege gelegt. Inter ist mein Verein. Aber wie ich schon sagte, bedingt durch die regionale Nähe hatte ich auch für den FCK schon immer gewisse Sympathien.

"Das Highlight war die Europa League gegen den AC Mailand"

Der Betze brennt: Schon seit 20 Jahren unterstützen sie den luxemburgischen Erstligisten F91 Düdelingen als Sponsor. Es war ihr erstes Engagement im Sportbereich. Wie ist es dazu gekommen?

Becca: Meine Mutter kommt aus Düdelingen und ein guter Freund hat mich damals gefragt, ob wir dem Verein helfen können. Das haben wir dann getan. Ich habe aber gleich gesagt, erwartet nicht direkt im ersten Jahr die Meisterschaft, ihr müsst uns mindestens drei Jahre geben. Doch wir hatten Glück, es ist sehr gut gelaufen und schon im zweiten Jahr haben wir den Meistertitel geholt. Seitdem haben wir uns in der Spitze der Liga festgesetzt. Doch man muss immer betrachten, dass der Fußball in Luxemburg keine Profi-Liga ist.

Der Betze brennt: Auch zum FCK gab es schon früh erste Verbindungen in Düdelingen...

Becca: Wir haben tatsächlich Spieler aus Kaiserslautern geholt: Roger Lutz, der bei uns seine Karriere beendete und dann auch Trainer wurde. Rainer Hauck hat in Düdelingen gespielt, Mario Pokar steht aktuell noch hier unter Vertrag. Olaf Marschall (in den letzten 25 Jahren als Spieler, Team-Manager und Scout beim FCK aktiv; Anm. d. Red.) habe ich öfter getroffen.

Der Betze brennt: Trotz der nur semi-professionellen Voraussetzungen erreichten Sie in der letzten Saison die Europa League, was ein auch in der deutschen Grenzregion sehr beachteter Erfolg war. In der Gruppenphase ging es unter anderem gegen den AC Mailand.

Becca: Ja. Das war das absolute Highlight. Wir haben für luxemburgische Verhältnisse alles erreicht, was man realistisch gesehen erreichen kann. In Mailand haben wir sogar 2:1 geführt, zuhause auch nur mit 0:1 verloren. Und obwohl die Europa League körperlich und mental auch eine große Belastung für uns war, haben wir in der Rückrunde noch eine große Aufholjagd gestartet und doch noch den Meistertitel errungen und auch den luxemburgischen Pokal gewonnen.

In der laufenden Champions-League-Qualifikation ist F91 Düdelingen trotz 2:0-Führung knapp am FC Valletta (Malta) gescheitert: Das Heimspiel endete noch 2:2, im Rückspiel auswärts bedeutete dann das 1:1 aufgrund der Auswärtstorregel das Aus. Weiter geht es für F91 nun in der Europa-League-Qualifikation, wo diese Woche Dienstag ein 2:1-Hinspielsieg bei FK Shkëndija (Nordmazedonien) gelang. Viele Leistungsträger aus Düdelingen sind allerdings in diesem Sommer zu Royal Virton nach Belgien gewechselt, darunter auch Trainer Dino Toppmöller.

"Wenn ich etwas anfassse, will ich meine Ziele erreichen"

Der Betze brennt: Dennoch folgt im kommenden Jahr Ihr Ausstieg in Düdelingen. Stattdessen werden sie in Luxemburg künftig den Zweitligisten Swift Hesperingen unterstützen. Warum?

Becca: Dass ich Düdelingen verlasse, hat nichts mit dem Klub zu tun. Seit 20 Jahren war ich mit der Politik im Gespräch, um ein neues Stadion zu bauen, doch ich und der Klub wurden nur hingehalten. Ich habe alles versucht, die Sache in die Wege zu leiten, doch als mir gesagt wurde vor 2023 wird das nichts, habe ich mich entschieden, aufzuhören. Denn wenn ich etwas anfasse, will ich meine Ziele erreichen. Es ist aber nach den vielen erfolgreichen Jahren der richtige Zeitpunkt gekommen, um sich langsam, nicht sofort, zurückzuziehen. Mit Hesperingen gilt es nun zunächst, in die erste Liga aufzusteigen.

Der Betze brennt: Zudem haben Sie im Sommer 2018 den belgischen Drittligisten Royal Excelsior Virton gekauft. In Belgien gibt es keine 50+1-Regel, Sie sind dort also Besitzer dieses Klubs. Und direkt im ersten Anlauf ist der Aufstieg in die zweite Liga gelungen.

Becca: Wir hatten auch Glück, dass der Aufstieg gleich geklappt hat, denn die belgische Meisterschaft ist keine leichte. Wir mussten den Fußball dort auch erst kennenlernen. Ich hoffe aber sehr, dass ich nicht immer zuerst zwei Trainer entlassen muss, bevor wir zu den gewünschten Resultaten kommen (lacht). Ich habe mich in Virton zuerst von Leuten beraten lassen, die den Klub kannten, dann gemerkt, dass wir so in eine falsche Richtung abdriften. Letztendlich habe ich für die Trainerposition eine interne Lösung gefunden, die dann zum Erfolg geführt hat.

Der Betze brennt: Was sind ihre weiteren Pläne in Belgien? Sportlich sind in diesem Sommer viele Leistungsträger von Düdelingen nach Virton gewechselt, zudem auch Trainer Dino Toppmöller.

Becca: Das Ziel muss jetzt sein, dass sich die Mannschaft sportlich etabliert, dann kann über den nächsten Schritt, den Aufstieg in die erste Liga, nachgedacht werden. Doch wir werden nichts überstürzen.

"Wir möchten ein gemeinsames Scouting-Netzwerk mit dem FCK aufbauen"

Der Betze brennt: Ist eine Vernetzung ihrer drei Fußballklubs denkbar? Dass zum Beispiel mal ein Talent von Kaiserslautern nach Virton wechselt oder ein Leistungsträger in die andere Richtung? Man kennt so etwas beispielsweise von den international verstreuten Red-Bull-Klubs mit ihren Filialen unter anderem in Leipzig und Salzburg.

Becca: Ja, das ist sicher eine unsere Ideen, aber natürlich in einem kleineren Rahmen als bei Red Bull. Wir wollen die Austauschmöglichkeiten maximieren. Als ersten Schritt möchten wir zeitnah ein gemeinsames Scouting-Netzwerk aufbauen, quasi in einem Dreieck: Kaiserslautern, Virton und Düdelingen/Hesperingen. Das Ganze soll von Kaiserslautern aus organisiert und verarbeitet werden. Die sportlichen Leiter der Vereine können sich dann untereinander austauschen, welcher der beobachteten Spieler am besten zu welchem Verein passt. Außerdem lassen sich die Kosten für jeden Einzelnen somit senken. Erste Gespräche dazu wurden bereits geführt.

Man kann den Multi-Unternehmer Flavio Becca getrost als Sportverrückten bezeichnen. Er ist fast jedes Wochenende persönlich bei "seinen" Teams dabei, zuletzt am Wochenende auch beim FCK-Heimspiel gegen Unterhaching (1:1). Seine Tochter Emma (16) ist eine international im Nachwuchsbereich erfolgreiche Dressurreiterin, die von ihrem Vater unterstützt wird. Und auch für andere Sportarten kann sich Becca begeistern.

Der Betze brennt: Auch abseits des Fußballplatzes ist Ihr Faible für den Sport zu erkennen. Mit dem Team "Leopard Trek" und den beiden Luxemburger Brüdern Andy und Frank Schleck starteten sie 2011 im Radsport.

Becca: Im Radsport waren die Luxemburger schon immer sehr stark. Als Sportbegeisterter und früherer Radfahrer hat man mich damals gefragt, ob wir um die Schleck-Brüder herum etwas aufbauen können. Für mich war aber von vornherein klar, dass das Projekt nur über drei Jahre ausgelegt ist. Das Ziel, die Tour de France zu gewinnen, konnten wir zwar nicht erreichen, doch der zweite und dritte Platz im Gesamtklassement war ein großer Erfolg. Auch in vielen anderen großen Radrennen sind wir vorne mit dabei gewesen. Es gab aber auch sehr schwere Momente, wie den, als wir beim Giro d'Italia nach einem Unfall einen Todesfall verkraften mussten.

Der Betze brennt: Zudem sind Sie mit dem Rennstall "Leopard Racing" in der Motorrad-WM aktiv.

Becca: Im Motorsport sind wir auch deswegen sehr aktiv, um unsere verschiedenen Marken wie "Leopard", "Anonimo" oder "Dovit" nach vorne zu bringen, weil Moto3, Moto2 und MotoGP weltweit verfolgte Veranstaltungen sind. Wir sind im ersten Jahr gleich Weltmeister geworden und haben dort eine enorme Werbereichweite, generieren so einen immensen Return. Momentan sind wir auch Erster nach dem Deutschland-Grand-Prix.

"Rot wird hundertprozentig die Farbe der FCK-Heimtrikots bleiben"

Der Betze brennt: Beim Stichwort "Leopard" kommen wir nicht drumherum, auch wieder einen Bezug zum FCK zu setzen: Die meisten ihrer Sportler, auch die Fußballer in Luxemburg und Belgien, laufen in der Leopard-Markenfarbe Türkis auf. Und das Getränk soll bald auch in Deutschland auf den Markt kommen. Aber die Roten Teufel bleiben doch wohl die Roten Teufel, oder?

Becca: Da muss in Kaiserslautern niemand Angst haben (lacht). Rot wird hundertprozentig die Vereinsfarbe und die Farbe der Heimtrikots bleiben. Eine gewisse Verbindung zu der Leopard-Farbe und Kaiserslautern haben wir aber entdeckt: Der Farbton ist fast identisch mit der Farbe des Fischs im Stadtwappen von Kaiserslautern. Und ja, auch ein Sponsoring von Leopard in Kaiserslautern ist denkbar, doch noch ist das Produkt auf dem deutschen Markt nicht eingeführt, noch macht es also keinen Sinn. Aber die Markteinführung ist geplant und soll zeitnah erfolgen.

Der Betze brennt: Hat der Einstieg in Kaiserslautern denn einen Einfluss auf Ihre weiteren Sport-Investments?

Becca: Nein, Kaiserslautern ist ein neues Projekt, welches mit dem Rest des Sponsorings erstmal nichts zu tun hat. Aber eins ist damit klar. Wir unterstützen jetzt drei Fußballvereine. Ein weiterer wird nicht hinzukommen.

Wie schon erwähnt, trifft Flavio Becca auch immer wieder auf juristische Widerstände: Im Jahr 2011 wurden bei einer Hausdurchsuchung Luxusuhren sichergestellt, der daraus resultierende Gerichtsprozess soll nun im kommenden Jahr stattfinden (Hintergrund). Vorletzte Woche gab es zudem Schlagzeilen über einen geschätzt 700 Millionen Euro schweren Immobilienfonds, um den ein ebenfalls noch schwebendes Verfahren geführt wird (Hintergrund).

"Die Fans müssen sich wegen der Gerichtsprozesse keine Sorgen machen"

Der Betze brennt: Zuletzt standen Sie wegen einem für 2020 terminierten Prozess der Veruntreuung in den Schlagzeilen. Zudem läuft ein Vergleichsverfahren wegen eines hunderte Millionen Euro schweren Immobilienfonds. Haben diese juristischen Angelegenheiten einen Einfluss auf ihr Engagement in Kaiserslautern? Könnte das Geld ausgehen oder sonst etwas schlimmes passieren?

Becca: Die Fans können absolut beruhigt sein. Das Ganze hat überhaupt keinen Einfluss auf den FCK. Ich bin mit meinem Gewissen im Reinen und sehe den Verfahren deswegen zuversichtlich entgegen. Man sollte nicht alles glauben, was geschrieben wird. Ganz wichtig ist mir aber: Es ging nie um Korruption, wie von einigen Medien fälschlicherweise behauptet wurde.

Der Betze brennt: Wer sind Ihre Berater, wenn es um sportliche Dinge und speziell um den FCK geht? Klaus Toppmöller? Michael Becker? Reiner Calmund? Dieter Buchholz?

Becca: Mit Klaus Toppmöller (Bundesliga-Rekordtorschütze des FCK und ehemaliger Trainer; Anm. d. Red.) treffe ich mich gerne zum Essen, auch um über Fußball zu reden. Ihn und die anderen alten FCK’ler müssen wir wieder hoch auf den Betze bekommen, ich würde gerne einen "Klub der Ehemaligen" gründen. Michael Becker (Spielerberater aus Kaiserslautern und Luxemburg; Anm. d. Red.) und Reiner Calmund (Ex-Manager von Bundesligist Bayer Leverkusen; Anm. d. Red.) sind sehr gute Freunde, aber nicht meine direkten Berater. Gleiches gilt für Dieter Buchholz (FCK-Sponsor und früherer Aufsichtsratsvorsitzender; Anm. d. Red.): Ob er so ein Fußballexperte wie die Vorgenannten ist, weiß ich nicht, aber ich gehe gerne mit ihm essen und wir tauschen unsere Meinungen über das Geschehen beim FCK aus.

Der Betze brennt: Unsere abschließende Frage: Flavio Becca, wo sehen Sie sich und den 1. FC Kaiserslautern in fünf Jahren - nach Abschluss des "Fünfjahresplans" im Sommer 2024?

Becca: Im oberen Teil der 2. Bundesliga - mindestens.

Der Betze brennt: Vielen Dank für das sehr offene und ausführliche Gespräch!

(Das Interview führten Moritz Kreilinger und Thomas Hilmes.)

Quelle: Der Betze brennt


Ergänzung, 25.07.2019:

Banf: "Becca ist kein Ismaik oder Ponomarew"

Patrick Banf, der Vorsitzende des Beirats der Kapitalgesellschaft des 1. FC Kaiserslautern, sieht das Mitgliederforum, das am Sonntag (10 Uhr) erstmals stattfindet, positiv. (...) Ein großes Thema ist der Investor.

Mittwochabend vermochte Banf nicht zu sagen, bis wann die Verträge mit Flavio Becca fix sind. Der FCK-Funktionär erklärt: "Wir befinden uns auf der Zielgerade der Verhandlungen. Bezüglich der Bewertung des Vereins wurde unsere Position sicherlich dadurch geschwächt, dass das zwischenzeitlich im Raum stehende Angebot zu einer Vereinsbewertung von 30 Millionen Euro von vielen Menschen und Teilen der Gremien akzeptiert wurde. Daher ist es für uns keine einfache Aufgabe, den Investor davon zu überzeugen, mehr für die Anteile zu bezahlen. Wir haben aber gute Argumente, dass der FCK mehr als 30 Millionen Euro wert ist und sind guter Dinge, bald zu einer Einigung in diesem Punkt zu kommen."

"Nein, ganz und gar nicht, Flavio Becca ist ein ganz anderer Typ", sagt Banf auf die Frage, ob mit Becca ein Ismaik oder Ponomarew mit Luxemburger Pass gekommen sei. "Flavio arbeitet sehr nachhaltig. Er will das Fundament des Vereins stärken, will ins Nachwuchsleistungszentrum und ins Scouting investieren. Aber das Wichtigste ist: Er glaubt an den FCK", betont Banf. Klar ist Beccas Ansage: Er will mit dem FCK wieder nach oben. Die Bundesliga ist das erklärte Ziel, die Champions League sein Traum.

"Die Sportliche Leitung um Martin Bader konnte im festgesetzten Etat die Entscheidungen selbstständig treffen. Selbstverständlich wird Flavio Becca von uns über die relevanten Vorgänge informiert und wir lassen uns natürlich auch von ihm beraten. Es wäre destruktiv, wenn wir das große Knowhow eines erfolgreichen Geschäftsmannes und seine langjährige Erfahrung im Fußball nicht zu unserem Vorteil nutzen", sagt der Chef des Beirats. (…)

Quelle und kompletter Text: Rheinpfalz

Weitere Links zum Thema:

- Chronologie im DBB-Forum: Becca sticht pfälzische Investoren aus - Littig tritt zurück
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Thomas » 21.07.2019, 20:05


Vorbemerkung: Wir wissen um die Emotionalität des Investoren-Themas, gleichzeitig aber auch um dessen Wichtigkeit für unseren FCK. Deswegen bitten wir Euch direkt zu Beginn dieses Thread ganz explizit um sachliche und argumentative Beiträge - Provokationen, Einzeiler, Nonsense, Falschbehauptungen und natürlich Beleidigungen werden ggf. gelöscht.

:danke:
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon wkv » 21.07.2019, 20:15


Flavio Becca hat geschrieben:"Die FCK-Verantwortlichen haben auch dank meiner finanziellen Unterstützung den Kader bekommen, den sie haben wollten. Daran müssen sie sich jetzt messen lassen, was aber gar nicht negativ klingen soll, sondern das ist der normale sportliche Druck."


Echt jetzt? DEN KADER wollten wir? Was ist mit der "Anschubfinanzierung"? Gut, zu bürgen ist finanziell unterstützt, das will ich anerkennen. Und erhöht mit dem von ihm ausgegebenen Saisonziel "Aufstieg in die zweite Liga" und dem oben genannten Satz den Druck mal gleich anständig.

Sind wir mal gespannt, was dbb sich getraut hat, oder ob es bei den braven Fragen wie bei der PK an Bader bleibt.

Wenn jetzt die Geschichte wirklich konkret wird, schauen wir mal, was bei rum kommt.



Beitragvon Chrisss » 21.07.2019, 20:18


Endlich äußert er sich mal. Ich bin gespannt, vielleicht entpuppt sich Flavio ja tatsächlich als "Retter" – und macht den Schlafmützen da oben ordentlich Dampf unter dem Hintern. Die ersten Aussagen gefallen mir jedenfalls.



Beitragvon Michimaas » 21.07.2019, 20:19


Immerhin kommuniziert H. Becca als klares Ziel den Aufstieg und unterstützt nicht das Rumgetruckse des H. Bader. Zwischen den Zeilen lese ich, dass er von den leitenden Angestellten jetzt Taten erwartet, passiert nix, wird H. Becca wohl seine Schlüsse ziehen. Gut so !



Beitragvon Patsche81 » 21.07.2019, 20:23


allein schon wieder der erste Satz "Ich möchte...." Da sitzt ein König auf dem Thron Betzenberg. Gute Nacht 1.FC Becca!



Beitragvon wkv » 21.07.2019, 20:24


Nun ja, die Regionalen hätten "Wir möchten den FCK so schnell wie möglich"....gesagt.
So fair muss man bleiben.



Beitragvon daachdieb » 21.07.2019, 20:26


Jetzt mal ohne Scheiß: ich glaube menschlich könnte ich mit dem Mann auch ganz gut hinkommen. Und erst die Zahnlücke - wie Madonna :love:

Aber was der Herr verstehen muss ist, dass Ruhe erst einkehrt, wenn die verschiedenen Strömungen innerhalb unserer Familie zusammengeführt werden und zu einem Strom werden. Da hat er sich meiner Meinung nach in die Nesseln gesetzt indem er Littig raushaben wollte und eine Fraktion bevorzugte. Indem er spaltete statt die Streithähne zu einen. Das wäre der Weg von Thines gewesen. Der Weg, den wir alle in den Genen haben.

Herr Becca, ich bin gespannt darauf, was wir morgen lesen dürfen. Und eins sei ihnen versichert: Fehler darf hier jeder machen. Aber bitte setzen sie ihr Engagement nicht ein um einer Seite zum Sieg zu verhelfen und die andere Seite abzukanzeln. Sonst wird das nichts mit ihnen und dem FCK.
Oderint, dum metuant
fck-jetzt.de



Beitragvon Rheinteufel2222 » 21.07.2019, 20:28


Immerhin gibt er das Interview dbb und nicht der Rheinprawda. M.a.W. er wendet sich an die Fans. Das ist grundsätzlich positiv.

Alles weitere wird man sehen, wenn das Interview veröffentlicht ist. Wie er die Littig-Geschichte rechtfertigen will, darauf bin ich z.B. sehr gespannt.
"Ein Verein gehört nicht einem Menschen - er gehört den Menschen und Mitgliedern, die sich mit ihm identifizieren."
Christian Streich



Beitragvon Jo1954 » 21.07.2019, 20:30


Eigentlich wissen wir ja gar nicht, ober er Littig weg haben wollte, oder ob das von BBK gesteuert wurde!

Ich kann Becca noch nicht einordnen! Vielleicht hilft mir ja das Interview!

Frage noch an Thomas: War das jetzt ein Interview, das ihr in drei Teilen bringt? Das fände ich schade! Oder interviewt ihr ihn dreimal? Dann wär's ok - für mich!
Zuletzt geändert von Jo1954 am 21.07.2019, 20:39, insgesamt 2-mal geändert.



Beitragvon wkv » 21.07.2019, 20:31


Jo1954 hat geschrieben:Eigentlich wissen wir ja gar nicht, ober er Littig weg haben wollte, oder ob das von BBK gesteuert wurde!


Ach, seine Sicht ist das eine. Mich interessiert da eher Banf, Grotepaß und Wüst.
Becca wollte etwas. Das ist das eine. Die drei gaben es ihm. Das ist das andere. In Sachen Satzung sind die drei unsere Ansprechpartner.
Zuletzt geändert von wkv am 21.07.2019, 20:38, insgesamt 1-mal geändert.



Beitragvon Amman_Teufel » 21.07.2019, 20:37


Die Sehnsucht nach was ansehnlichem im FWS und Bundesliga Fussball ist mittlerweile schon groß. Hat Becca schon ein Ultimatum gestellt?
nemo prudens punit, quia peccatum est, sed ne peccetur



Beitragvon Gypsy » 21.07.2019, 20:38


Interessant, dass endlich mal ein ausführliches Interview von Herrn Becca kommt.

Was die Rheinpfalz nicht geschafft hat, schafft nun DBB. Ich bin sehr gespannt, eigentlich wissen wir doch alle nichts von diesem Herren



Beitragvon LDH » 21.07.2019, 20:40


Ich habe das Gefühl, was er wirklich verlangt hat und was von BBK kam erfahren wir erst wenn Becca realisiert, dass sein Geld(sofern es mal fließen sollte) bei den Spezialisten nicht gut aufgehoben ist. Daher finde ich es gut zu lesen, wie deutlich er sein Saisonziel formuliert. Ja, Bader wird wieder ewig sagen bis es theoretisch noch möglich ist.... Aber ich befürchte diese Saison wird ihm das keiner mehr glauben. Alleine schon weil die Tabelle nicht fehlinterpretiert werden kann
„Das beginnt bei den Erwartungen des Umfelds, das den Klub immer noch im historischen Kontext von Fritz Walter, Otto Rehhagel und vier Meistertiteln sieht. Das setzt sich fort bei der Vereinnahmung des Vereins durch die Politik und bei den vielen Fraktionen, die um Einfluss rangeln.“ (SZ)



Beitragvon Jo1954 » 21.07.2019, 20:42


Gypsy hat geschrieben:Was die Rheinpfalz nicht geschafft hat, schafft nun DBB. Ich bin sehr gespannt, eigentlich wissen wir doch alle nichts von diesem Herren


Ich halte ihn für so clever, dass er genau Bescheid weiß, wie auf die Beiträge der RHEINPFALZ mittlerweile reagiert wird und welchen Stellenwert DBB hat!

Ich denke, er liest hier mit - oder einer aus seinem Team - und erkennt die Bedeutung von DBB.

Wie ehrlich oder berechnend seine Antworten dann sind, wird jeder für sich selbst entscheiden! Ich, für mich, gehe da erst einmal möglichst vorurteilsfrei dran!



Beitragvon City-Service » 21.07.2019, 20:45


Wer hätte das gedacht :daumen: ein exklusiv Interview mit dbb. Bin sehr gespannt.
Ha Ho He !



Beitragvon oleola » 21.07.2019, 20:52


Ich finde es auch positiv, dass er sich dem Interview bei DBB stellt. Jetzt bin ich mal gespannt, was da so alles kommt. Und wie @ wkv schreibt: er kann natürlich als potentieller Geldgeber Forderungen stellen. Die Frage ist halt immer, worauf lassen sich die Verhandlungspartner ein...
"Ich grüße meine Mutter, meinen Vater, und ganz besonders meine Eltern!"

(Mario Basler)



Beitragvon Rheinteufel2222 » 21.07.2019, 20:56


Flavio Becca hat geschrieben:"Das Saisonziel kann nur der Aufstieg in die 2. Bundesliga sein."


Da beschlägt Bader sicher die Brille, wenn er das liest.
"Ein Verein gehört nicht einem Menschen - er gehört den Menschen und Mitgliedern, die sich mit ihm identifizieren."
Christian Streich



Beitragvon zille » 21.07.2019, 20:57


Okay, Herr Becca, Sie wissen also selbst, dass mit dem FCK alles möglich ist, dass hier Real, Barca, Tottenham und Bayern verhauen wurden. Sie haben dafür gesorgt, dass wir sorgenfrei die Lizenz bekommen haben, dass kein Spieler abgegeben werden mußte, und das ein Spieler geholt wurde, den wir uns sonst wohl nicht hätten leisten können. Wir sind und waren kein Verein, dem man einfach mal so ein paar Stars kauft, das paßt nicht so ganz zu uns, siehe Taribo West und Djorkaeff, insofern, alles so in Ordnung. Die Kraft dieses Vereins ist die Symbiose aus Fans mit diesem Verein. Wenn sie die Fans einen, in der Vereinsstruktur gute Grundlagen legen, dann wird das hier für Sie eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen. Packen Sie es an, holen Sie sich fähige Leute an Ihre Seite. Becca und FCK, das könnte sehr gut zusammenpassen.



Beitragvon de79esche » 21.07.2019, 21:02


wkv hat geschrieben:Sind wir mal gespannt, was dbb sich getraut hat, oder ob es bei den braven Fragen wie bei der PK an Bader bleibt.

Nicht schon mit Vorurteilen ran gehen, wkv. Ich finde es schonmal sehr gut, daß er bereit ist, genau hier Rede und Antwort zu stehen. Das könnte die Transparenz sein, die wir alle fordern. Ich bin gespannt.

daachdieb hat geschrieben:Aber was der Herr verstehen muss ist, dass Ruhe erst einkehrt, wenn die verschiedenen Strömungen innerhalb unserer Familie zusammengeführt werden und zu einem Strom werden. Da hat er sich meiner Meinung nach in die Nesseln gesetzt indem er Littig raushaben wollte und eine Fraktion bevorzugte. Indem er spaltete statt die Streithähne zu einen. Das wäre der Weg von Thines gewesen. Der Weg, den wir alle in den Genen haben.

Herr Becca, ich bin gespannt darauf, was wir morgen lesen dürfen. Und eins sei ihnen versichert: Fehler darf hier jeder machen. Aber bitte setzen sie ihr Engagement nicht ein um einer Seite zum Sieg zu verhelfen und die andere Seite abzukanzeln. Sonst wird das nichts mit ihnen und dem FCK.

Zuviel Eventualitäten im voraus. Einfach mal wertfrei lesen und dann die Meinung bilden. Ist doch besser. Und eines kann ja jetzt schon sicher sein. Dieses Interview wird höchstwahrscheinlich in keine Richtung geschönt. Bei der Rheinpfalz wäre ich mir da nicht so sicher gewesen.
Zuletzt geändert von Thomas am 21.07.2019, 22:12, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Doppelbeitrag zusammengefügt.
#StrongerThanFear



Beitragvon wkv » 21.07.2019, 21:12


de79esche hat geschrieben:Nicht schon mit Vorurteilen ran gehen, wkv.

Noch einmal: Ich habe nichts gegen den Investor Becca. Wenn er jetzt den Worten Taten folgen lässt. Aber seine Worte bezüglich des Kaders und dem Saisonziel zeigen eindeutig, dass Herr Becca sich im Besitz des FCK wähnt. ER bestimmt, dass die Verantwortlichen sich für ihren Kader zu rechtfertigen haben werden. Bei IHM. Da muss man nichts beschönigen, dass ist so. Mal sehen, was er noch so für Vorstellungen haben wird.

Die Sache Littig und was damit einher geht, dafür stehen andere gerade. Die auch dafür gerade stehen müssen, dass der Becca Deal das bringt, was sie uns versprachen.

Aber ein Gedanke kommt mir spontan: Der zahlt deshalb noch nicht seine bis zu 25 Mio, weil "seine" Leute noch nicht installiert sind. An der Stelle von Bader, Klatt und Hildmann wäre ich etwas beunruhigt.

de79esche hat geschrieben:Und eines kann ja jetzt schon sicher sein. Dieses Interview wird höchstwahrscheinlich in keine Richtung geschönt.

Das Interview wird das sein, was Becca oder sein Anwalt davon frei geben. Dessen bin ich mir sicher.
Zuletzt geändert von Thomas am 21.07.2019, 22:12, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: Doppelbeitrag zusammengefügt.



Beitragvon De Sandhofer » 21.07.2019, 21:29


Also ich freue mich auf das Interview mit Flavio. Auf dem Bild sieht er nett aus und wer genau hinsieht kann erkennen, was die Uhr geschlagen hat. Herr Bader es ist nicht fünf vor zwölf sondern 20 nach eins. 8-) 8-)
Wirt zur Bedienung:" Wieso haben sie Speinat in die Karte geschrieben".
Bedienung:" Sie haben doch gesagt,ich soll Spinat mit ei schreiben".



Beitragvon de79esche » 21.07.2019, 21:32


@wkv:
Naja, das kommt jetzt halt auf die Deutung der Worte an und die liegen beim Empfänger. Bei Dir kommt es so an, daß er was bestimmen will. Was von Deiner Wahrnehmung her zeugt.

Ich lese das so, daß er dafür gesorgt hat, daß gewisse wünsche der Verantwortlichen erfüllt werden konnten. Wenn man was von jemandem will, versucht man ihm das meist auch mit gewissen Versprechungen schmackhaft machen und an solchen Versprechungen muss man sich dann auch messen lassen.

Ist doch bei uns Fans genauso. Nimm doch nur mal die PK vom Donnerstag und dann das Spiel gestern. Ich denke eher, daß dann halt weitere Zahlungen von abhängen. Das ist der normale Druck, wie er sagt. Harry möchte ja bestimmt auch wissen, was die Verantwortlichen mit seinem Geld machen.

Und der Satz: "Ich gebe keinen Blankoscheck. Wenn mein Geld im Spiel ist, dann möchte ich auch gerne wissen, was damit passiert und wie es investiert wird." verstehe ich auch so.

Wie gesagt, Deine Auffassung und meine Auffassung. Wer richtig liegt, wissen wir beide nicht, aber ein Urteil gebe ich erst ab, wenn ich alles gelesen habe.

Die wichtigste Frage, die mich interessiert ist, ob er es zulässt, daß auch andere Investoren einsteigen, was für mich die einzige nachhaltige Lösung ist. 25 Mio. sind im heutigen Geschäft und mit unserer Struktur gleich verbrannt.
Zuletzt geändert von Thomas am 21.07.2019, 22:14, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Doppelbeitrag zusammengefügt.
#StrongerThanFear



Beitragvon Jo1954 » 21.07.2019, 21:36


wkv hat geschrieben:...Aber ein Gedanke kommt mir spontan:
Der zahlt deshalb noch nicht seine bis zu 25 Mio, weil "seine" Leute noch nicht installiert sind. An der Stelle von Bader, Klatt und Hildmann wäre ich etwas beunruhigt.


Würde zumindest zu der Aussage von @City-Service passen "Becca und sein Team" :wink:



Beitragvon Rheinteufel2222 » 21.07.2019, 21:37


wkv hat geschrieben:Noch einmal: Ich habe nichts gegen den Investor Becca.


Es ist gut, wenn Becca investieren will. Es ist noch besser, wenn er es dann auch tatsächlich macht.

Nicht gut ist es allerdings, wenn er zum Beispiel andere Investoren verhindert oder ausschließt, sich in unzulässiger und respektloser Weise in innere Angelegenheiten des Vereins einmischt oder den Verein als sein Privatspielzeug betrachtet.

Es wird interessant, seine Sicht zu diesen Dingen zu hören. Die Gelegenheit sollte ihm unvoreingenommen gegeben werden. Danach weiß man vielleicht mehr.
"Ein Verein gehört nicht einem Menschen - er gehört den Menschen und Mitgliedern, die sich mit ihm identifizieren."
Christian Streich




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