Allgemeine Fan-Themen und Fragen zu selbigen.

Beitragvon paulgeht » 07.06.2018, 16:29


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Kummt Senf druff
Mein Tag der Entscheidung auf dem Betzenberg

von Konstantin (Gastautor)

Er wurde am Sonntag ausgepfiffen und bepöbelt, als er ankündigte, bei der Frage nach der Ausgliederung mit "Nein" zu stimmen. Hier erzählt FCK-Mitglied Konstantin, warum er den Glauben an die Betze-Familie trotzdem nicht verloren - und sogar neuen Mut gefasst hat.

Als ich in den Zug steige, in die S1, Richtung Neustadt, die erste Etappe auf meinem Weg zurück nach München, ist es 16:35 Uhr. Da ist es schon gute drei Stunden her, die Sache mit diesem "Nein". Ich suche nach dem perfekten Platz, in einer fast leeren S-Bahn, als mich ein junger, allein am Fenster sitzender Kerl anspricht. Fast noch ein Kind, vielleicht fünfzehn. Er sagt was von "Respekt". Dieses Wort habe ich in den letzten drei Stunden öfter gehört. Aber wie der da jetzt drauf kommt, hier, in der S-Bahn, das versteh' ich erst mal nicht. Hat es was mit dem Trikot zu tun, das ich anhabe? Ist es, weil ich FCK-Fan bin? Also, immer noch? Sollte hier aber doch eigentlich nicht so ungewöhnlich sein, oder?

"Ich war oben" sagt er, "ich hab' sie gehört. Als sie da geredet haben. Respekt."

Ich setze mich. Er heißt Lewis. Aber das werde ich erst zwanzig Minuten später erfahren, unmittelbar, bevor ich aussteige. Da werden wir schon beim 'du' sein. Immerhin haben wir uns grad fast eine halbe Stunde über das Wichtigste im Leben unterhalten: Über den FCK.

Na ja. Und das war eigentlich schon die Kurzzusammenfassung. Von einem der schrägsten Tage in meinem schrägen FCK-Leben: Dem 3. Juni 2018. Der in einer Reihe steht, mit dem unübertrefflichen 15. Juni 1991, den ich jedes Jahr feiere, seit damals, ich nehme mir frei dafür, wenn nötig, dem schrecklichen 18. Mai 1996 und dem so einzigartigen 18. Mai 2008.

"Ich werde hier heute, aller Voraussicht nach, mit 'Nein' stimmen"

Denkwürdige Tage. Und jetzt kommt eben dieser 3. Juni 2018 hinzu. Aber von vorne:

12:50 Uhr ist es, als ich auf die Bühne gerufen werde. Von meinem Vorredner habe ich kein Wort verstanden. Obwohl ich in dieser Stadt auf die Welt kam, bin ich des Pfälzischen nicht wirklich mächtig. Aber das ist jetzt völlig egal. Mein erster Satz ist gleich der Schlimmste:

"Ich werde hier heute, aller Voraussicht nach, mit 'Nein' stimmen."

So hatte ich es mir jedenfalls aufgeschrieben. Ob ich das tatsächlich grad so gesagt habe, oder vielleicht völlig anders, entzieht sich meiner Kenntnis - ich bin längst tief im Tunnel. Jedenfalls habe ich das Gefühl, mir schlagen Entsetzen und blanke Empörung entgegen von der Tribüne vor mir. Wenn auch zu diesem Zeitpunkt noch in vergleichsweise stummer Form.

Kurz danach werde ich den vielleicht entscheidenden Fehler machen: Ich versuche, mein "Nein" kurz zu begründen! Mit nur drei kurzen Sätzen, die die so komplexe Argumentation, die ich mir gestern überlegt hatte, die mir angesichts der aufgeladenen Erwartungshaltung auf den Rängen ("Es darf einfach nichts schief gehen, heute - sonst ist der FCK am Ende!") aber viel zu kompliziert und vor allem viel zu lang erscheint, radikal abkürzen und ersetzen:

"Ich denke, der FCK ist so oder so pleite, in drei oder vier Jahren. Mit oder ohne Ausgliederung. Aber ohne Investor fällt es uns leichter, gemeinsam aus eigener Kraft wieder aufzustehen."

Bummm.

Hat der wirklich gerade "uns" gesagt?

So fühlt sich das also an. Wenn man auf dem Betze ausgebuht und ausgepfiffen wird. Wohl nur von einigen wenigen, dafür ziemlich lauten. Aber für dich sind es alle, in dem Moment.

Das hättest du wohl mal besser nicht gesagt. Obwohl du es doch denkst. Völlig egal, Mann!!

Vielleicht wärst du von deinem ersten Satz einfach besser direkt, ohne jede Begründung für deine Einschätzung, weiter gegangen, zu den beiden Appellen, für die du eigentlich an das verdammte Mikro gegangen bist. So stand es schließlich auch auf dem Zettel, den du der schönen Hostess für deine Wortmeldung in die Hand gedrückt hast, als du grad noch da oben hocktest. In dem Feld, wo man die "Frage" an die verantwortlichen Herren auf dem Podium schon mal formulieren sollte. Da hattest du, mit deinem viel zu dicken Marker, nur zwei Worte drauf geschrieben: Zwei Appelle. Das war der Plan. Dein Plan. Und jetzt?

Rufe und Pfiffe von den Rängen - und diese Stimme von links...

Kürzen wir's ab. Auch hier. Wer sich wirklich interessiert, für meine beiden Appelle - obwohl es eigentlich Appelle waren für den Fall, dass mit "Nein" gestimmt wird - der wird hier fündig: "Wortmeldung: Ich werde heute aller Voraussicht nach gegen die Ausgliederung stimmen."

Ich hab das noch mal aufgeschrieben. Für euch. Und für mich. Das, was ich euch eigentlich sagen wollte, als ich da stand. Auch, weil es mir nicht so gut gefallen hat, dass hier, auf Der Betze brennt, danach eine ganze Menge Leute der Meinung waren, dass da jemand komplett planlos ans Mikro getreten ist. Und sich dann nicht wundern muss, wenn die Leute irgendwann unruhig werden und zu buhen anfangen. So war es nicht. Vielleicht war es sogar genau andersrum.

Es kommt nicht mehr zu diesen zwei Appellen, jedenfalls nicht wirklich, nicht so flammend, wie du es geplant hattest. Irgendwas stammelst du zwar noch, in dieser Richtung. Aber da hört schon keiner mehr zu, die Unruhe wird immer größer: Was will der Kerl eigentlich???

Was aber viel irritierender ist, für dich, in diesem Moment, als diese Rufe und Pfiffe von den Rängen - mit denen du eigentlich ganz gut umgehen kannst, du bist schließlich nicht zum ersten Mal auf diesem Berg, so ist das eben, wenn er brennt - ist diese Stimme von links:

Hört das eigentlich die ganze Tribüne? Er fragt dich immer wieder das gleiche, seit du hier stehst, auch in jeder Pause, die du angesichts der Buhrufe einlegen musst, bevor du mit dem, was du sagen möchtest, fortfahren kannst. "Was-ist-denn-jetzt-Ihre-F-R-A-G-E?"

Welche verdammte Frage? Du hast keine Frage. Musst du wirklich eine Frage haben, um hier stehen und reden zu dürfen? Ist es wie in der Grundschule, Matheunterricht, wo nur den Finger heben darf, wer eine Frage hat, an den Lehrer oder noch besser: die passende Antwort auf die Frage des Lehrers? Oder sind wir hier auf der Mitgliederversammlung eines der stolzesten deutschen Fußballvereine, in der es um alles geht, für diesen Verein, darin sind sich alle einig, bei der gerade mal zweiten von zu diesem Zeitpunkt insgesamt nur zwei Wortmeldungen, bei gut 17.000 Mitgliedern, unmittelbar vor der zweifellos folgenschwersten Entscheidung in der Geschichte dieses Vereins. Die letzte Chance, noch einen Gedanken einzubringen, in die Köpfe und Herzen der Mitglieder, vor dem möglichen Schlusspfiff. So eine Art siebte Minute der Nachspielzeit... der Ball segelt noch mal nach vorne... Richtung Strafraum... und aus den Lautsprechern des Stadions dröhnt...: "Was-ist-Ihre-Fraaaage?"

Meine Verfassung nähert sich dem Mittelteil von "Fear and Loathing in Las Vegas". Fünf bunte Buchstaben des Wortes "Frage" kreisen um meinen Kopf. Gleich ist es so weit. Gleich werde ich tun, was du nie, wirklich nie tun darfst, auf diesem Berg: Ich werde innerlich aufgeben.

Ich sage noch ein, zwei Sätze. Und stehle mich dann davon. Immerhin klatschen ein paar. Anerkennend. Wohl eher meinen Mut würdigend, als den unter diesen Bedingungen ohnehin viel zu kurz gekommenen Inhalt. Immerhin, Mann, immerhin. Es sind die Fans, die du liebst.

Stimmabgabe, Rostbratwurst - und viel Zuspruch und Aufmunterung

Und damit beginnt der großartige Teil des Nachmittags, nur noch kurz unterbrochen von einem Abstimmungsergebnis von 92 Prozent, das ich zwar nach wie vor für verhängnisvoll halte - mittlerweile hätte mir das umgekehrte Ergebnis allerdings wohl noch mehr Angst eingejagt.

Es geht zur Stimmabgabe. Das ist jetzt nicht wirklich schwierig. Und dann, endlich, in die Halle. Auf eine lang ersehnte Rostbratwurst. Wurde auch höchste Zeit. Mann, is' die lecker.

Und jetzt kommt's. Das, warum ich euch all das hier überhaupt erzähle. Schon auf meinem Weg vom Mikro zurück auf meinen Platz, dann dort, später auf dem Weg zur Stimmabgabe, zur Bratwurst, zurück auf die Tribüne, schließlich auf dem Weg aus'm Stadion, bis ich in den Zug steige, in dem Lewis sitzt, erlebe ich einfach immer wieder das Gleiche:

Zuspruch. Mal aufmunternd, mal begeistert, mal dankbar. Immer herzlich. Die Worte "Eier" und "Respekt" hab ich vielleicht noch nie so oft gehört, wie in diesen zwei Stunden.

Ich habe ein nettes Gespräch in der Schlange zur Wurst, lerne meinen Sitznachbar, einen sympathischen Landwirt, dessen ehemaliger gastronomischer Betrieb Platz für 150 Leute bot, obwohl der Ort, in dem er sich befindet, nur 120 Seelen zählt, da geht's ihm bisschen ähnlich, wie unserem FCK, näher kennen, und selbst auf dem Weg hinunter vom Berg rufen mir durchs runtergelassene Autofenster noch Leute herzlich ihre Anerkennung entgegen.

Die verdammte FCK-Familie! Deren Oberhaupt, Norbert Thines, gerade mal zwei Reihen über mir saß. Was mich so furchtbar freute, dass ich davon absah, um ein Selfie zu bitten.

Wer braucht ein Selfie, wenn er eine Familie hat.

Na, und irgendwann sitze ich dann eben in dieser S-Bahn. Gegenüber von Lewis. Der nicht wirklich Lewis heißt. Ich hab den Namen hier einfach mal bisschen geändert. Steht ja nicht jeder drauf, dass alle wissen, wo du dir mal wieder deinen sauer verdienten Sonntag um die Ohren geschlagen hast. Und der nicht nur die Dauerkarte hat, sondern auch die verdammte Auswärtsdauerkarte, wie er mir erklärt, mit Stolz, in seinen jungen Augen, völlig zurecht.

Ach ja, und noch was. Ich hab ihn gefragt, wie er eigentlich abgestimmt hat. "Ich durfte leider noch nicht", sagt er, zerknirscht. Das Alter. "Leider. Ich hätte definitiv mit 'Nein' gestimmt."

Danke, Lewis. Dafür, dass Du mir meinen Glauben zurückgegeben hast. An meinen FCK.

Wir werden wieder aufstehen. Danach. Natürlich werden wir das. Wie konnte ich zweifeln!

(Autor Konstantin lebt in München, ist FCK-Fan seit 1979, Mitglied seit dem ersten Abstieg 1996 und fragt sich derzeit, wie lange noch.)

Quelle: Der Betze brennt / Gastautor Konstantin
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Beitragvon Devil's Answer » 07.06.2018, 17:02


Das zu sagen, was alle sagen, ist keine große Kunst.

Eine konträre Meinung haben und diese öffentlich vertreten ist schon eine andere Hausnummer.

Und gerade deswegen verdient das den größten Respekt.
Oooooh, Baby, Baby, it's a wild world



Beitragvon Hephaistos » 07.06.2018, 17:14


Nur, dass er seine Meinung nicht belegen konnte. Als er kam, hat man ihm ja zugehört. War alles wie es sein soll, selbst als er sagte, dass er gegen stimmen wird. Als er dann aber sagte, FCK sei mit oder ohne Investor so wie so in 4-5 Jahren Pleite, hat er das direkt von den Rängen zurückbekommen. Man ist auf einer Versammlung, die über die Zukunft des Vereins entscheiden soll und dann kommt ein Kommentar, Verein wäre nicht mehr zu helfen und Insolvenz der beste Weg wäre. Sorry, aber das ist Blödsinn. Ob es eintritt mag keiner zu wissen. Ob wir Pleite sein werden oder nicht: wir haben dann zumindest alles versucht. Fundamentale Belege waren Fehlanzeige, "Bauchgefühl" ist so ein Begriff, den man bei einer Mitgliederversammlung nicht in den Mund nehmen sollte.



Beitragvon Veedaa » 07.06.2018, 17:29


Ich möchte an der Stelle eine Sache hervorheben. Klatt und seine Kollegen haben sich ein Jahr den Arsch aufgerissen den Mitgliedern ein anständiges, mitgliederfreundliches Modell nicht nur auszuarbeiten, sondern im Vorfeld auch jedem ausführlich vorzustellen.

Wer dann noch ans Mikro tritt, und das gilt für fast alle, die an diesem Tag gesprochen haben, sollte dann auch inhaltlich etwas zur Sache beitragen und nicht nur von seinem Bauchgefühl sprechen. Das ist von allen Seiten manipulativ und wird der Sache nicht gerecht, über die abgestimmt wurde. Es war nicht umsonst eine Fragerunde und keine Meinungsrunde. Jeder sollte nach den Fakten entscheiden und nicht nach irgendwelchen emotionalen Ausbrüchen am Mikro.

Die Diskussionskultur am Betze würde ich trotzdem gerne ausführlicher besprechen. Das Thema muss auf den Tisch, denn so kann es nicht weitergehen.



Beitragvon Thomas » 07.06.2018, 18:00


Veedaa hat geschrieben:Es war nicht umsonst eine Fragerunde und keine Meinungsrunde.

@Veedaa:
Das stimmt so nicht ganz: Es handelte sich um den "Tagesordnungspunkt 4: Fragen und Aussprache". Oder anders gesagt um die einzige Möglichkeit, wo die Mitglieder am Sonntag überhaupt etwas sagen durften. Da sollte dann gerade bei der sog. "wichtigsten Zukunftsentscheidung des FCK" auch jeder Interessierte die Möglichkeit auf eine Wortmeldung erhalten (so viele waren es doch gar nicht). Erst recht jemand, der extra aus München anreist und somit sicherlich nicht vorher jede Infoveranstaltung besuchen konnte.

Seine Meinung zum Thema "Insolvenz" teile ich zwar auch nicht unbedingt. Aber trotzdem ist es (fast) jedes Jahr immer wieder aufs neue beschämend, wenn FCK-Mitglieder von anderen FCK-Mitgliedern niedergemacht werden, nur weil sie eine andere Meinung vertreten. Die Vergangenheit sollte uns doch eigentlich eines Besseren belehrt haben?! Da hätte ich mir auch von der Vereinsführung oben mal ein beruhigendes Wort gewünscht, gerade wo doch vorher so viel von "Respekt" und "Diskutieren" geredet wurde - insbesondere von Sitzungsleiter Patrick Banf wurden die Buhrufer ja sogar eher noch mehr angestachelt. Umso mehr freut es mich aber, dass der Redner laut eigener Aussage hinterher von anderen FCK-Mitgliedern dann doch noch viele freundliche Worte gehört hat (und das angesichts des Abstimmungsergebnisses sicher auch von Leuten mit anderer Meinung).
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Veedaa » 07.06.2018, 18:16


Thomas hat geschrieben:
Veedaa hat geschrieben:Es war nicht umsonst eine Fragerunde und keine Meinungsrunde.

@Veedaa:
Das stimmt so nicht ganz: Es handelte sich um den "Tagesordnungspunkt 4: Fragen und Aussprache". Oder anders gesagt um die einzige Möglichkeit, wo die Mitglieder am Sonntag überhaupt etwas sagen durften

Aussprache bedeutet aber in dem Sinne wohl eher Unklarheiten/Ungereimtheiten anzusprechen und Substanzielles zu liefern. Natürlich möchte ich niemandem verbieten nochmal die eigenen Schlüsse zu ziehen und die eigene Meinung kundzutun, aber doch bitte nur dann, wenn inhaltlich etwas dahintersteht. Wie oben gesagt, das gilt größtenteils für beide Seiten und alle Versammlungen.


Thomas hat geschrieben:Aber trotzdem ist es (fast) jedes Jahr immer wieder aufs neue beschämend, wenn FCK-Mitglieder von anderen FCK-Mitgliedern niedergemacht werden, nur weil sie eine andere Meinung vertreten. Die Vergangenheit sollte uns doch eigentlich eines Besseren belehrt haben?!

Genau das sage ich ja auch. Das sollte definitiv in Zukunft Thema sein.



Beitragvon MiroK1991 » 07.06.2018, 18:32


Werter Autor. Dass man da oben plötzlich den Faden verliert und nicht mehr weiß, was man eigentlich sagen wollte, kann ich absolut nachvollziehen. Insbesondere nach den Reaktionen. Diese waren aber vorhersehbar.

Aber die zwei Appelle, die planmäßig verlesen werden sollten, hab ich nach wie vor noch nicht gehört. Oder hab ich was überlesen?

Ich kann diese Meinung nach wie vor nicht nachvollziehen. Wie kann man ernsthaft lieber eine sofortige Insolvenz wollen, weil sie in 4-5 Jahren sowieso eintritt? Wer weiß das schon? Wer kann in die Zukunft sehen?

Keiner von uns weiß, wo wir in einem Jahr stehen. Wenn die ersten Investoren (hoffentlich) kommen und wir nicht mit 5 Mio Minus aus der Saison gehen müssen, wenn wir vielleicht auf einem der beiden ersten Plätze liegen und es im nächsten Jahr dann wieder vielleicht 10 Mio Fernsehgeld in der 2.Liga gibt.

Nein, ich will keineswegs absprechen, dass man für eine solche Meinungsäußerung durchaus Mut braucht.

Aber wer ernsthaft dagegen war, nach all diesen Informationen, die die Dringlichkeit der Ausgliederung deutlich vor Augen zeigten, der hatte den FCK in der jetzigen Form doch sowieso komplett aufgegeben. Und genau so hab ich das Statement auch verstanden. Lieber sofortige Insolvenz und Neuanfang. Und dafür gibt es keine nachvollziehbare Gründe, jedenfalls nicht für mich.

Sorry, wenn ich so deutlich bin. Die Story an sich liest sich schön, aber letztlich kann ich mit dem Inhalt nichts anfangen.

Ich kann all diejenigen nicht verstehen, die lieber als "ehemaliger FCK" auf dem Erbsenberg spielen. Den FCK würde es nach der Insolvenz nämlich auch nicht mehr so, wie er war, geben. Also, warum nicht die Chance ergreifen, einen oder viele Investoren an den FCK zu binden? Mal sehen was draus wird.

Aber aufgeben und ganz unten anfangen? Das können wir dann in 4 oder 5 Jahren, wenn der Autor Recht behalten sollte,immer noch.



Beitragvon DSWFisch » 07.06.2018, 18:45


http://www.suedwest-fussball.de/clubs/v ... p?objnr=14

und das nur als kleiner stadtverein ! ! !
keinen cent der gmbh



Beitragvon TazDevil » 07.06.2018, 18:57


Ja die Geschichte von dem Redner werden wir uns bis zum Ende unserer Tage von den Ausgliederungsgegnern anhören müssen. Und das nur weil gesagt hat in 5 Jahren sind wir eh Pleite.

Die Saison ist schon eine Ironie des Schicksals. Vor dem ersten Pflichtspiel werden von unseren tollen Ultras eigene Spieler übelst Beleidigt, weil sie mal für den falschen Verein Gekickt haben. Und am Ende der Saison sind wir auch ein bisschen Red Bull, Hoffenheim und Wolfsburg. Naja zumindest ein klein bisschen irgendwann vielleicht.

Die Ausgliederungsgegner sollten ihre Niederlage eingestehen. Das Ergebnis war mehr als eindeutig
TazDevil = Ist die Abkürzung von "The Tasmanian Devil" von den Looney Tunes :teufel2:



Beitragvon DSWFisch » 07.06.2018, 19:08


TazDevil hat geschrieben:Die Ausgliederungsgegner sollten ihre Niederlage eingestehen.

das mache ich und gehe erst wieder zum fck fussball wenn die gmbh pleite und gelöscht wird und sollte das nie sein setze ich nie wieder einen fuß zu den spielen der "Profis",U23,U19,U17
keinen cent der gmbh



Beitragvon Matthew » 07.06.2018, 19:13


TazDevil hat geschrieben:Die Ausgliederungsgegner sollten ihre Niederlage eingestehen. Das Ergebnis war mehr als eindeutig


Wenn ich den Satz lese könnt ich grad kotzen. Ich habe bis jetzt wenig/nichts von den Leuten gehört die Gegen die Ausgliederung waren/sind. Stattdessen kommt eher von der Pro-Ausgliederungsfraktion ein andauerndes "stacheln" und lamentieren, dass die Leute die mit NEIN gestimmt haben, sinngemäß keine FCK-Fans sind. Alleine dass du hier davon sprichst, dass sich die "Gegner" eine Niederlage eingestehen sollen, zeigt ja wie es um unsre Diskussionskultur im Verein bestellt ist. Meinungen anderer Personen, seien sie noch so kontrovers sind dann halt eben Gegner und die müssen gefälligst verlieren! Man Man Man... :nachdenklich:.



Beitragvon ExilDeiwl » 07.06.2018, 19:14


Hallo Konstantin,

Zunächst auch von mir: Respekt, dass Du Dich am Sonntag da hoch gewagt hast auf die Bühne, um Deine Meinung zu vertreten. Sich überhaupt vor über 2.000 Leuten hinzustellen und zu sprechen, das macht nicht jeder. Und wenn man davon ausgehen kann, dass ein Großteil vermutlich die eigene Meinung nicht teilen wird, dass man vermutlich eine Breitseite abbekommen wird, dann verdient das umso mehr Respekt. Respekt auch, dass Du Dich hier noch einmal mit Deinem Beitrag der Diskussion stellst.

Ich habe mir Dein Manuskript oder Deine Abschrift (was war das nun eigentlich - das was Du gesagt hast oder das was Du sagen wolltest?) durchgelesen.

Diese Ankündigung
Konstantin hat geschrieben:Ich hab das noch mal aufgeschrieben. Für euch. Und für mich. Das, was ich euch eigentlich sagen wollte, als ich da stand.

Hat bei mir die Erwartung geweckt, dass ich nachlesen und ggf. sogar nachvollziehen kann, wie Du darauf kommst, dass der Verein in drei oder vier Jahren sowieso pleite sein wird, Deiner Meinung nach. Aber nein, Du begründest auch dort nicht, weshalb Du glaubst, dass wir pleite gehen werden. Ich weiß, es ist nur Deine Einschätzung. Aber auf genau dieser Einschätzung basiert doch Deine Entscheidung. Wie sollten wir also Deine Entscheidung, Deine Worte nachvollziehen können, wenn Du den zentralen Punkt Deiner Argumentation nicht einmal ansatzweise versuchst zu begründen, nachvollziehbar zu machen? In meinen Augen war nicht das Nein zur Ausgliederung der Grund weshalb Du ausgebuht und ausgepfiffen wurdest. Deswegen wurden die Leute auch nicht unruhig. Die Leute wollten zuhören, vielleicht auch etwas erstaunt und still aufgrund Deines Eröffnungssatzes. Aber anstelle einer nachvollziehbaren Argumentation kam nur, „ich glaube, wir sind in drei oder vier Jahren sowieso pleite.“ ich finde, das Ausbuhen und Auspfeifen hätte nicht sein müssen, aber dass die Leute vielleicht raunen, den Kopfschütteln und dem Sitznachbarn mitteilen, dass sie von dieser Einschätzung nichts halten, das kann ich offen gestanden gut nachvollziehen. Denn so ging es mir - ich hab‘s nicht verstanden und musste den Kopf schütteln. Nicht missverstehen: ich respektiere Dein Nein zur Ausgliederung, aber verständlich konntest Du es mir nicht machen.

Ein paar Sätze zu der Fragestellung, ob man eine Frage hätte stelle müssen. Ich kann die Vereinsführung verstehen, wenn sie das als Fragerunde gestalten wollten und nicht als Forum zur freien Meinungsäußerung. Bei über 2.000 anwesenden Mitgliedern hätte das lange dauern können.

ABER: Muss ein Verein, muss eine solche Mitgliederversammlung es nicht doch aushalten können, wenn jemand trotzdem „nur“ seine Meinung mitteilt und keine Frage stellt? Ich finde schon.

Und seien wir ehrlich: Konstantin war nicht der Einzige, der nichts zu fragen, sondern etwas mitzuteilen hatte. Charlotte Basaric-Steinhübl hat auch nur mitgeteilt, dass sie sich letztlich doch für die Mitgliederung entschlossen hat. Johannes Remy hat in der Fragerunde auch „nur“ seinen Antrag erläutert und begründet (das aber sehr gut, Konstantin). Der alte Kamerad, der seit den Vierzigern schon Mitglied beim FCK ist und brennend für die Ausgliederung geworben hat und dafür geworben hat, dass man jetzt erst einmal den Entwurf von der Vereinsführung unverändert übernehmen soll. Da wurden auch keine Fragen gestellt, lediglich mal Pseudofragen („Wollt Ihr da mitgehen?“). Bei Remy hat Banf indirekt ein paar Fragen heraus gelesen und sie beantwortet. Das war auch gut und im Sinne der Sache, zweifelsohne. Das hätte man bei Konstantin aber genauso handhaben können. Man hätte die Frage herauslesen können, wie man denn dafür sorgen möchte, dass der Verein nicht doch in drei oder vier Jahren pleite geht. Aber letztlich wollte Banf Konstantins Beitrag wohl abkürzen und vielleicht sogar zu dessen Schutz...

So, das war‘s. Ist viel zu lang geworden... :wink:
#merhännsnetgepaggt :|



Beitragvon daachdieb » 07.06.2018, 19:15


Konstantin hat geschrieben:...
Meine Verfassung nähert sich dem Mittelteil von "Fear and Loathing in Las Vegas". Fünf bunte Buchstaben des Wortes "Frage" kreisen um meinen Kopf. Gleich ist es so weit. Gleich werde ich tun, was du nie, wirklich nie tun darfst, auf diesem Berg: Ich werde innerlich aufgeben.
...
Wir werden wieder aufstehen. Danach. Natürlich werden wir das. Wie konnte ich zweifeln!

Andere bezahlen viel Geld um solche Erfahrungen machen zu "dürfen" :D
Danke, dass du dich nochmal gemeldet hast. :daumen:
Oderint, dum metuant



Beitragvon wkv » 07.06.2018, 19:17


Es ist doch legitim, wenn Mitglieder ihre Sicht der Dinge darlegen, und pro oder contra argumentieren wollen. Das gehört zur Meinungsbildung hinzu, ich finde das völlig in Ordnung.

Wer noch nie vorne am Mikro stand, sollte sich übrigens in Sachen stringentem Vortrag und "Gestammel" zurückhalten.
Nemo me impune lacessit



Beitragvon Seb » 07.06.2018, 19:18


Chapeau, dass er sich da vorne hingestellt hat, obwohl er sich schon denken konnte, dass es Gegenwind gibt!

Leider hatte er von Anfang an keine richtige Chance, wenn 92% der Zuhörer gegen einen sind. Spätestens als die Mitglieder unruhig wurden und ein Raunen durch die Menge ging, konnte er die Situation eh nicht mehr retten. Die Vereinsführung hatte uns im Vorfeld ordentlich Honig ums Maul geschmiert mit 50 M€ und Bundesliga-Fußball. Dass er sich dann vorne hinstellt und sagt, "lasst es uns besser doch nicht machen" hat wohl bei einigen (vermutlich in Verbindung mit der brennenden Sonne) die Sicherungen durchbrennen lassen. Ein Sitznachbar von mir, der bisher eher stoisch die Versammlung gelauscht hatte, ist irgendwann aufgesprungen und hat aufgebracht geschrien, "er solle sich von der Bühne verp*****". Geht's noch? Vielleicht haben auch einige zu viele Fußballspiele von der Nordtribüne aus verfolgt, um in dem Moment zu erkennen, dass der da vorne kein Gegner oder Feind ist, sondern ein Mitglied des eigenen Vereins, dass gerade seine Meinung äußert.

Den Offiziellen hat das Ganze natürlich in die Karten gespielt. Ihr Verhalten war nicht die feine englische Art, aber es ging eben um verdammt viel.

Unterm Strich sollte sich nochmal jeder vor Augen führen, wie eindeutig das Votum ausgefallen ist und wie mit Kritikern im Vorfeld hier im Forum und auch auf der AOMV umgegangen wurde. Demnach soll bitte im Nachhinein, in ein paar Jahren, wenn der Karren vielleicht in den Sand gesetzt wurde, niemand kommen und sagen "ich hatte ja gleich Bedenken." Fast alle Mitglieder wollten die Ausgliederung und sie haben sie bekommen. Also müssen sie auch zu der Entscheidung stehen und mit den Konsequenzen leben.



Beitragvon Seb » 07.06.2018, 19:24


wkv hat geschrieben:Wer noch nie vorne am Mikro stand, sollte sich übrigens in Sachen stringentem Vortrag und "Gestammel" zurückhalten.


Genau so ist es. Sich überhaupt erst da vorne hinzustellen, verdient schon Respekt. Und man sollte die Beiträge der Redner in dieser Runde nicht mit den Vorträgen von Klatt, Bader und Co. vergleichen. Das sind PR-Profis, die dafür bezahlt werden, dafür ausgebildet wurden und die die entsprechende Erfahrung mitbringen.



Beitragvon Rheinteufel2222 » 07.06.2018, 19:31


TazDevil hat geschrieben:Die Ausgliederungsgegner sollten ihre Niederlage eingestehen. Das Ergebnis war mehr als eindeutig


Das stimmt. Das Abstimmungsergebnis hatte schon DDR-Format. Und das auch noch völlig freiwillig.

Der Umgang mit dem Autor des obigen Artikels übrigens auch. Umso mehr Respekt für dessen Mut.

Ich habe übrigens nicht mit abgestimmt, weil ich mir nach wie vor nicht sicher bin, welcher Weg für den FCK der bessere ist. Wer weiß, vielleicht wird die Zeit Konstantin sogar Recht geben.
"Ein Verein gehört nicht einem Menschen - er gehört den Menschen und Mitgliedern, die sich mit ihm identifizieren."
Christian Streich



Beitragvon eye of the tiger » 07.06.2018, 20:21


Seb hat geschrieben:Ein Sitznachbar von mir, der bisher eher stoisch die Versammlung gelauscht hatte, ist irgendwann aufgesprungen und hat aufgebracht geschrien, "er solle sich von der Bühne verp*****". Geht's noch? Vielleicht haben auch einige zu viele Fußballspiele von der Nordtribüne aus verfolgt, um in dem Moment zu erkennen, dass der da vorne kein Gegner oder Feind ist, sondern ein Mitglied des eigenen Vereins, dass gerade seine Meinung äußert.



Exakt DAS! In mir ist in dem Moment noch was zerbrochen. Der FCK war mal sowas wie ne Familie. Egal, welche Meinungen man hatte, man stand zusammen. Gegen einen sportlichen Gegner.

Seit Jahren wird sich aber nur noch untereinander zerfleischt. Pro Person XY vs. Contra Person XY. Pro Ausgliederung vs. Contra Ausgliederung etc.

Dass aber einige Schwachköpfe so verblödet sind und Leute, die den Mut haben, sich da hinzustellen und vor über 2000 Menschen zu reden und die Meinung zu äußern, auspfeiffen (wohlgemerkt Menschen vom eigenen Verein!), damit hätte ich nicht gerechnet, bzw. mir anderes erhofft.

Jeder, der gepfiffen hat, sollte sich persönlich entschuldigen.

Banf hat in dem Moment übrigens ne sehr schlechte Figur abgegeben und ist mir extrem negativ aufgefallen. Als Versammlungsleiter hat er neutral zu sein. In dem Moment, wenn er merkt, die Stimmung schlägt gegen den Redner und er wird nervös, die Menge dann noch mit Unsinn anzustacheln, ist ganz schlechter Stil. Andere haben keine Fragen gestellt, es war nicht nötig, ne Frage zu stellen. Es war ne Aussprache, dazu bedarf es keiner Frage. Eine Diskussion besteht nicht aus Fragen.

Noch einmal Respekt an den Redner.


Und an alle, die meinen, Kommentare wie diesen Unsinn zu posten:
TazDevil hat geschrieben:
Die Ausgliederungsgegner sollten ihre Niederlage eingestehen. Das Ergebnis war mehr als eindeutig


Ihr macht euch selbst bei den 92% die dafür gestimmt haben keine Freunde. Warum? Schaltet mal das Ding zwischen den Ohren an, das ist nicht nur für den RTL2 Konsum gedacht. Man kann die Spaltung auch noch weiter treiben, oder mal damit aufhören. Posts wie der von TazDevil führen zu ersterem.



Beitragvon Mörserknecht » 07.06.2018, 20:59


eye of the tiger hat geschrieben:Exakt DAS! In mir ist in dem Moment noch was zerbrochen. Der FCK war mal sowas wie ne Familie. Egal, welche Meinungen man hatte, man stand zusammen. Gegen einen sportlichen Gegner.

Seit Jahren wird sich aber nur noch untereinander zerfleischt. Pro Person XY vs. Contra Person XY. Pro Ausgliederung vs. Contra Ausgliederung etc.


Sorry, aber da verklärst Du doch einiges. Wenn man sich mal überlegt, was die Mitgliederversammlung 1996 mit Norbert Thines getrieben hat ... oder dass dieser Verein jahrelang gegen Hans-Peter Briegel prozessiert hat - und zwar ziemlich aussichtslos. Nein, es gab in der Vergangenheit viel extremere Beispiele als diese Versammlung.

Trotzdem respektiere ich Konstantins Einstellung, seinen Mut und seine Offenheit mit diesem Beitrag. Und bitte, bleib Vereinsmitglied. Der FCK e.V. lebt auch nach der Ausgliederung weiter. Den e.V. geht es auch nach der Ausgliederung etwas an, was der Profifussball so treibt. Und der FCK e.V. lebt auch nach der Ausgliederung von und durch seine Mitglieder. Positiv FCK-Verrückte wie Dich brauchen wir. In Zukunft nicht weniger, als in der Vergangenheit.
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Beitragvon hessenFCK » 07.06.2018, 21:48


Den Mut aufbringen sich dort hin zu stellen ist das eine, wohlwissend, das es diese eine Chance für uns ist, ist das andere. Das Nein könnte nicht so wirklich untermauert werden in den Zeilen, meines Erachtens auch nicht wirklich möglich. Sicher war es nicht bei jeder ja-Stimme die pure Überzeugung, es war das Erkennen der Chance die sich uns dadurch bietet - zunächst nicht mehr nicht weniger. Die Arbeit fängt gerade an.. sollten uns wieder mit dem wesentlichen befassen - wann kommen die nächsten Neuzugänge :D



Beitragvon jupp77 » 07.06.2018, 22:25


Du hast mehr als nur den 7,x Prozent der "offiziellen Ausgliederungsgegner" aus der Seele gesprochen.

Vielen letztlichen "Ja"-Stimmern - ich schließe mich selbst da ein - ging es schlicht um das "Nein zum Nein", mangels auch nur halbwegs als gangbar erachteter Alternativen, wie hier im Vorfeld der MV auch schon von mehreren Seiten angesprochen.

Mag es deinem Vortrag auch ein wenig an Argumentationsgrundlage gefehlt haben; es war in diesem Rahmen - 2500 sonnengeplagte Mitglieder, da hast du in jeder Konstellation Leute dazwischen, die durch Lautstärke und Populismus versuchen, aufzufallen - schwer möglich, fundierte sachliche Argumente einzubringen. Das gilt sowohl qualitativ hinsichtlich Anspruch, als auch quantitativ was den zeitlichen Rahmen angeht.

Ich habe während der Versammlung in der ersten Reihe in der brennenden Sonne gesessen, unmittelbar nach deinem Vortrag nahmst du diagonal hinter mir auf den "Wortmeldungs"-Plätzen Platz. Meine Respektbekundung von vor Ort wiederhole ich hiermit: Es ist die eine Sache, gegen den Strom zu schwimmen. Aber nochmal eine ganz andere, diese Meinung vor versammelter Mannschaft incl. aller Vereinsoffiziellen kundzutun.


Rot-Weiß Olé :doppelhalter:



Beitragvon babsack » 07.06.2018, 22:27


Ich kann den Verfasser schon ein wenig verstehen.

Jahrelang bekommen wir keine Sponsoren die bereit sind mehr zu geben und auf einmal soll der grosse Investor kommen?

Wie sieht es mit der sportlichen Kompetenz in unserer Vereinsführung aus, ich hätte eher bis zur WP gewartet bevor ich über die Ausgliederung entschieden hätte. Aus aktueller Sicht kann man die Arbeit von Bader oder Notzon noch nicht wirklich beurteilen, dazu müssten im aktuellen Kader schön ein paar Rohdiamanten sein welche jetzt den letzten Schliff bekommen.

Ist nicht genug Kompetenz da wird auch wieder nur Kohle verbrannt.

Der einzige Grund für die Ausgliederung aus meiner Sicht ist der Abstieg und damit verbunden der Verlust von Vereinsvermögen in Höhe von 12-13Mio Euro.
Dadurch hat der Verein absolut keinen Spielraum mehr, der war vorher schon sehr begrenzt.



Beitragvon Bertikoks » 07.06.2018, 22:34


Lieber Konstantin,

Du soltest dich da nicht entmutigen lassen. Im Gegenteil. Du hast dir an diesem Tag etwas vorgenommen und Du hast es durchgezogen. Dazu braucht es Mut. Dass man dann vor so vielen Menschen ein wenig aus dem Tritt kommen kann, wenn man das noch nie gemacht hat, ist ganz normal. Und ab und an, wenn den Leuten etwas gar nicht gefällt, wird man auch mal niedergemacht. Ist mir auch schon passiert. Aber das muss man dann aushalten und am Ende kommt das auch wieder in Ordnung.

Unsere Mitglieder sind emotional aber gewöhnlich nicht nachtragend. Ich fände es jedenfalls schade, wenn Du den e.V. verlässt. In der Sache konnte ich dir übrigens auch nicht wirklich folgen. Aber das muss ja auch nicht sein. Meinen Respekt jedenfalls hast Du trotzdem. Und ich denke ich bin nicht der einzige der das so sieht.


Gruß Berti



Beitragvon Paladin » 08.06.2018, 07:45


Thomas hat geschrieben:Es handelte sich um den "Tagesordnungspunkt 4: Fragen und Aussprache". Oder anders gesagt um die einzige Möglichkeit, wo die Mitglieder am Sonntag überhaupt etwas sagen durften


Und nicht nur Sonntag. Der AR und Vorstand beschäftigen sich mit dem Thema seit Monaten, in Klatts Fall sogar 2 Jahren. Dazu noch unterstützt durch 3 Rechtsanwälte und einen Notar und wahrscheinlich einer ganzen Reihe anderer Experten. Wir die Mitglieder, wie er so schön zu Anfang erklärt hat: das höchste Organ und damit sein Auftraggeber, hatten nur die eine Möglichkeit uns mit den anderen "Auftraggebern" auszusprechen. Wir können uns nur eine Meinung bilden durch die Informationen die uns durch Vorstand und AR zur Verfügung gestellt werden. Vor dem Hintergrund und da es um die wahrscheinlich wichtigste Entscheidung seit Vereinsgründung ging, hat mich dieses "und was ist ihre Frage genervt". Da werden bei jeder Aktionärsversammlung der BASF wesentlich merkwürdigere Wortbeiträge ertragen und bei uns gab's gerade Mal schlappe sieben. Respekt vor allen Rednern, inkl. Banft. Aber man muss auch andere Meinungen zu Wort kommen lassen, denn jetzt stimmt halt Mal dafür, dann gucken wir schon und passen es hinterher an funktioniert so auch nicht.

Vorallem fand ich es merkwürdig das Banft den Vorschlag den Beirat anders zu gestalten vorgestellt hat. Das hat der Antragsteller zu tun und der hätte dazu nicht die Möglichkeit bekommen wenn er nicht Punkt 4 dazu "missbraucht" hätte. Man merkte schon das Banft daran gelegen war möglichst keine Diskussion aufkommen zu lassen um nix zu riskieren. Verständlich aber trotzdem so nicht in Ordnung.

Nur um es zu verdeutlichen, ich hab für die Ausgliederung gestimmt und gegen Remy's Vorschlag. Kann mich also wenn's schief läuft nicht rausreden. Ich finde auch das der neue AR einen guten Job macht und alleine durch die Einstellung von Bader wieder sowas wie Hoffnung in den Verein gebracht hat. Ich fand nur die Art und Weise wie das Thema abgehandelt wurde nicht ok.



Beitragvon Chrisbee76 » 08.06.2018, 07:45


Sorry, aber ich lese das immer noch als "Lieber jetzt sofort ohne Investor pleite gehen, als in 3-4 Jahren mit" - was tatsächlich Sinn ergibt wenn man der Überzeugung ist, dass die Ausgliederung schiefgehen wird. Was aber eine Meinung ist, die ich nicht teilen kann.
Gleichzeitig stimme ich natürlich zu, dass die Reaktionen der Tribüne anders ausgefallen wären, wenn der Autor seinen Vortrag ruhig (wie niedergeschrieben) vorgebracht hätte. Das hat die Nervosität leider verhindert. Und damit auch einen sachlichen Austausch.
Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten.




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