Diskussionen zu fanpolitischen Themen, wie z.B. von ProFans oder dem B.A.F.F.

Beitragvon 2.6.1900 » 03.08.2014, 22:51


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Vorstellung: Bundesweite Fan-Kampagne „Nein zu Red Bull“
„RB Leipzig bewegt sich am Rande der Legalität“


Das Fan-Bündnis „Nein zu Red Bull“ sorgt derzeit für Aufsehen in den Stadien der 2. Bundesliga, auch im Fritz-Walter-Stadion waren vergangene Woche entsprechende Plakate zu sehen. Wir haben stellvertretend für die beteiligten Gruppen aus der Westkurve mit FCK-Fan Andi gesprochen, der zu den Initiatoren der bundesweiten Kampagne gehört.

Der Betze brennt: Hallo Andi! Stefan Kuntz hat kürzlich das Modell RB Leipzig als „legitim“ bezeichnet und man müsse sowas in der heutigen Zeit „akzeptieren“ (Quelle). Warum seht Ihr das anders?

Andi: Wir würden eher sagen, RB Leipzig bewegt sich am Rande der Legalität. Red Bull hat 2009 mit der Übernahme der Spielberechtigung des Oberligisten SSV Markranstädt ein völlig neues Szenario erschaffen, mit dem die verantwortlichen Fußballverbände damals überfordert zu sein schienen. Ein Konzern hatte erstmals in der Geschichte des bundesdeutschen Fußballs einen Verein komplett übernommen. Dazu gehörte die Änderung des Namens in RasenBallsport Leipzig, das Entwerfen eines neuen Vereinswappens sowie die Änderung des Stadionnamens in Red Bull Arena. RB Leipzig befindet sich mit dem, was sie in Bezug auf das Vereinswesen machen, in vielen Bereichen in einer Grauzone und hätte deswegen im Sommer von der DFL fast die Lizenz verweigert bekommen. Zwar wurden jetzt die Mitgliedsbeiträge gesenkt, stimmberechtigt ist man als „Fördermitglied“ jedoch immer noch nicht. Ein eingetragener Verein benötigt laut BGB mindestens sieben Mitglieder. Red Bull hatte bei der letzten Mitgliederversammlung 14 - mehr sollen es auch nach Aussagen von Red-Bull-Chef Mateschitz nicht werden. Zwar wurde auch die Führungsebene ausgeglichener besetzt, dass RB aber weiterhin die Fäden in der Hand hält, ist unzweifelhaft. Das alles haben übrigens auch viele Vorstände anderer Klubs schon kritisiert, von Watzke über Heidel bis Rummenigge.

Der Betze brennt: Wie ist die Kampagne entstanden? Wer ist alles beteiligt?

Andi: Bei uns in Kaiserslautern gab es schon in der letzten Saison Überlegungen, wie man mit einem Aufstieg RB Leipzigs in die 2. Bundesliga umgehen sollte. Nachdem dann klar war, dass wir auf Leipzig treffen würden, gab es schnell erste Vorschläge innerhalb der Ultraszene, dass man sich aktiv gegen RB äußern müsse und dass man dazu am Besten so viele Zweitliga-Fanszenen wie möglich mit ins Boot holen sollte. Daraufhin wurden Kontakte zu anderen Vereinen gesucht und wir haben uns dann schließlich Ende Juli in Darmstadt zur Gründung der Kampagne „Nein zu Red Bull! Für euch nur Marketing - Für uns Lebenssinn“ getroffen. Beteiligt an der Gründung waren Karlsruhe, Darmstadt, Braunschweig, München (1860), Aue, Aalen, Ingolstadt, Heidenheim, Sandhausen und natürlich wir. Zurzeit kommen fast täglich weitere Unterstützer dazu.

Der Betze brennt: Was sind die Ziele Eures Bündnisses?

Andi: Wünschenswert, aber absolut utopisch, wäre der Rückzug Red Bulls aus dem Fußball. Wir würden es schon begrüßen, wenn DFL und DFB konsequenter gegen RB Leipzig durchgreifen würde bzw. es in der Vergangenheit mal getan hätte. Aber wie gesagt: RB schlängelt sich da ganz geschickt am Rande der Legalität entlang. Die Regularien von DFL und DFB sind viel zu schwammig. Das sollte man in Zukunft ändern, um mögliche Nachahmungen zu verhindern, sofern der DFL und dem DFB wirklich etwas am fairen Sport liegt. Dass allein die Hälfte der Transferausgaben in der zweiten Liga durch RB getätigt wurden (laut Medienberichten zwischen 12 und 16 Millionen Euro; Anm. d. Red.), ohne erwähnenswerte Einnahmen, gleicht einer krassen Wettbewerbsverzerrung. Wir fordern daher ein Financial Fair Play auch auf nationaler Ebene.

Der Betze brennt: Innerhalb der UEFA wurde dieses Financial Fair Play ja schon eingeführt, aber nur für internationale Wettbewerbe wie die Champions League. Wie stellt Ihr Euch das konkret vor?

Andi: Ausgaben müssen enger an die Einnahmen gebunden sein. Nur im Notfall, zum Beispiel bei einer Insolvenz, sollte es einem Investor möglich sein, Bilanzdifferenzen in einer gewissen Höhe ausgleichen zu dürfen. Auf internationaler Ebene sind das aktuell 45 Millionen Euro in drei Jahren. Das ist aber immer noch zu viel. Investoren hält das nicht davon ab, in Vereine einzusteigen. Aber das ist nicht allein das Problem RB Leipzigs. welches auch nur ein Teil des kommerziellen Fußballs ist, der sich nun mal einer kapitalistischen Logik unterwirft. Dennoch sind für uns Werte, wie Tradition, Vereinsloyalität und Bodenständigkeit unverhandelbar - auch nicht in den Zeiten des modernen, kommerziellen Fußballs. Ein Verein braucht ein aktive Mitgliedschaft, ein aktives Vereinsleben. Er darf keine Machtkonzentration durch einige wenige geben - das ist für uns auch im Sinne einer demokratischen Kultur und Gesellschaft. Bei RB Leipzig wird das alles mit Füßen getreten. Dadurch, dass die 50+1-Regel - die eben eine solche Machtkonzentration verhindert - nur bei Kapitalgesellschaften und nicht bei Vereinen greift, hat Red Bull einfaches Spiel. Wir fordern eine Regelung, die diese Machtbündelung durch Konzerne verhindert.

Der Betze brennt: Am ersten Spieltag war vor der Westkurve ein großes Spruchband eurer Kampagne zu sehen. In anderen Stadien gab es weitere Aktionen. Kannst du kurz erklären, was es mit den Aktionen auf sich hatte und wie in Zukunft euer Protest aussehen wird?

Andi: Im Rahmen der Kampagne sind mehrere „Aktionsspieltage“ geplant. Es sollen dabei gleichartige Aktionen in allen Stadien stattfinden, die das Modell Red Bull und RB Leipzig kritisieren. Am 1. Spieltag gab es in mehreren Stadien Aktionen, bei denen Klopapierrollen geworfen und dazu passende Spruchbänder gezeigt wurden. Ziel war es erstmal, auf die Kampagne aufmerksam und auf das Grundproblem mit RB im Fußball aufmerksam zu machen. Wir in Kaiserslautern konnten die Aktion nicht durchführen, da durch das Fangnetz vor der Westkurve leider keine Möglichkeit dazu bestand. Außerdem wollten wir um Zuge des des Blockwechsels der Ultras mit dieser doch recht spontanen Aktion niemanden vor den Kopf stoßen, sondern uns zunächst mal auf die eigenen Veränderungen in der Westkurve konzentrieren. Aber wir möchten an dieser Stelle schon mal alle dazu aufrufen, sich an den kommenden Aktionen zu beteiligen - gemeinsam wollen wir ein Zeichen gegen Red Bull setzen!

Der Betze brennt: Danke für das Gespräch!

Weitere Informationen, darunter Hintergründe der Kampagne sowie Infos und Fotos zu aktuellen Aktionen, sind im Internet zu finden: http://www.Nein-zu-RB.de

Quelle: Der Betze brennt
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Erste Ankündigung von "Nein zu Red Bull":

Hallo Fußballfans,

wie ihr sicher mitbekommen habt, gab es bisher im Rahmen des 1. Spieltag der 2. Bundesliga verschiedene Aktionen und Spruchbänder, die sich gegen Redbull richteten.

Für uns war das der Start unserer Kampagne ” Nein zu RedBull! Für euch nur Marketing – Für uns Lebenssinn! ”

Wir wollen mit dieser Kampagne auf das Problem mit RedBull im Fußball aufmerksam machen. Genauso wollen wir aber das Thema der immer weiter fortschreitenden Kommerzialisierung unsres Fußballs in den Fokus rücken. RedBull ist da nur ein Rädchen im System -zurzeit das am stärksten polarisierende.

Für uns geht es nicht nur um Tradition oder Werte. Nein es geht vielmehr auch darum, dass mit RB Leipzig eine Grenze überschritten wurde, die eigentlich längst überschritten war… Klar, Fußball ist Massenspektakel, Fußball ist Vermarktungsträger, Fußball muss wirtschaften. Aber für welchen Preis? (Traditions-) Vereine haben auf Dauer keine Mittel, um mit hochgerüsteten Aktiengesellschaften konkurrieren zu können – wirtschaftlich und in letzter Konsequenz dann auch sportlich.

Die Profiligen unterliegen einer wirtschaftlichen Logik, die mit reinem Sport schon lange nichts mehr am Hut hat. Mit RB Leipzig kommt aber ein neuer Akteur dazu, der so auf den ersten Blick ganz andere Interessen verfolgt. Red Bull geht es ums Marketing. Also darum, das Produkt RedBull am besten den potenziellen Kunden zu präsentieren – und dazu dient die Bühne des Fußballs. Ein Teil dieses Marketings ist das Sponsorn verschiedener Events, Vereine und Einzelsportler/innen mit dem Ziel das Produkt bzw. die Marke “RedBull” öffentlichkeitswirksam in Szene zu setzen. Aber von einem normalen Sponsoring kann bei RB Leipzig schon lange keine Rede mehr sein. RedBull gehört der Verein. Eine Mitgliederstruktur gibt es nicht – die ca. 9 Mitglieder sind allesamt RedBull Mitarbeiter/innen. Mittlerweile hat RB Leipzig im Zuge des Lizenzierungsverfahrens für die Teilnahme an der 2. Bundesliga eine sogenannte “Fördermitgliedschaft” ermöglicht, die aber rein auf dem Papier besteht – Stimmberechtigung erhält man damit nicht.

Nicht nur das RedBull das Vereinsrecht mit Füßen tritt und regelrecht ausnutzt, vielmehr schafft sich das Unternehmen einen eigenen Nachwuchs- und Transferkosmos, in dem kleine Vereine in unteren Ligen aufgekauft werden, um zu sogenannten “Farmteams”- also Vereine, die für RedBull Spieler ausbilden - umgestaltet zu werden, die dann wiederum die ausgebildeten Spieler an RB Leipzig oder Redbull Salzburg abgeben. Aber auch transferrechtlich – und das hat sich schon gezeigt – besitzt RedBull die Möglichkeit Regelungen gezielt zu umgehen.

Für uns sind solche krassen Wettbewerbsvorteile nicht hinnehmbar. DFL und DFB schauen tatenlos zu. Der Amateurfußball liegt brach und die Profiligen sind ungleicher denn je…

RedBull ist nur ein Teil des Problems – aber der Größte.

Weitere Infos folgen!

http://www.nein-zu-rb.de

Link zum Flyer:
http://www.nein-zu-rb.de/wp-content/upl ... marken.pdf

>>>!!!NEIN ZU RED BULL!!!<<<
Zuletzt geändert von Thomas am 13.08.2014, 12:09, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: DBB-Interview zum Thema eingefügt. Danke fürs Eröffnen des Threads.



Beitragvon 2.6.1900 » 05.08.2014, 23:53


Aktuelle Liste der Initiatoren und die Unterstützer (wird noch aktualisiert):
Initiatoren:

Aalen:
Crew Eleven

Aue:
Fialova Sbor

Braunschweig:
Cattiva Brunsviga

Darmstadt:
Block 1898
Usual Suspects
Ultrà De Lis

Heidenheim:
Fanatico Boys

Ingolstadt:
Black Red Company
Supporters

Kaiserslautern:
Frenetic Youth
Pfalz Inferno
Generation Luzifer

Karlsruhe:
Phönix Sons
Rheinfire
Armata Fidelis
Wild Boys

München 1860:
Giasinga Buam

Sandhausen:
Blockade Sandhausen



Unterstützer:

Braunschweig:
Mentalita Ultrà 381
Assalto Comando
Rabauken Braunschweig
Boys Braunschweig
Daltons Braunschweig
Les Autres
Gruppe Wilder Pfeiler
Alte Kameraden Braunschweig
Wild Bunch
Arrogant und Geisteskrank
FanKlub Unterste Schublade
Exzess Boys
Altstadtlöwen
Liontology Braunschweig
Legendäre Löwen
Eintracht Fan-Club Stöckheim
Eintracht Hoch 5
Löwensöhne
Braunschweiger Elche
The Ramonas
Jägi-Jungs
IseLöwen
Weser-Ems-Connection
Fanklub Unter Aller Sau
BTSV Fans Harz
The Wanderers
Division 38
Legion 67

Sandhausen:
Hardtwaldfront 2002
Syndikat 1916
Hardtwald Supporters
Fußballfreunde Sandhausen
Kleinstadt Mafia


Initiatoren und Unterstützer
Ihr wollt die Kampagne unterstützen? Ihr seid ein Fanclub, eine Gruppe oder ein sonstiger Zusammenschluss – dann schreibt uns eine Email an: nein_zu_rb (at) yahoo.de



Beitragvon 2.6.1900 » 07.08.2014, 19:51


Pro Fans unterstützt die Kampagne “Nein zu RedBull”

Wir freuen uns, dass Pro Fans unsere Kampagne untersützt und alle Fans und Vereine dazu aufruft, dies ebenfalls zu tun.

Hier die offizielle Stellungnahme von Pro Fans:

Berlin, den 7. August 2014: Das unabhängige Bündnis ProFans unterstützt ausdrücklich die bundesweite Kampagne” Nein zu RedBull! Für euch nur Marketing – Für uns Lebenssinn! ”, die sich primär gegen den 2009 gegründeten Verein „RasenBallsport Leipzig
e.V.“ richtet.

Seit der Gründung des Vereins verfolgt der dahinter stehende Konzern „RedBull“ die Etablierung seines Brausegetränks auf dem deutschen Markt, wobei es ihm um reines Marketing geht. Mit dem Fußball, den die unzähligen Fans dieses Landes lieben und den damit einhergehenden Werten, hat das nichts mehr zu tun. “Das Beispiel RedBull kann maßgeblich für die zukünftige Entwicklung des Fußballs in Deutschland werden”, sagt Sandra Schwedler von ProFans. “Die 50+1 Regel ist bis zur Unkenntlichkeit verbogen worden. Die Liga, Fans und Vereine müssen sich fragen, ob man zu einer Konzernliga werden will oder nicht“, so Schwedler weiter.

Erst sah das die DFL allem Anschein nach ähnlich, störte sich an den vielen Ungereimtheiten innerhalb des Retortenvereins und versagte RB Leipzig nach deren Aufstieg in der Saison 2013/2014 die Zweitligalizenz. „Leider zeigte sich schnell die Inkonsequenz der DFL, als diese nach einigen Schönheitskorrekturen innerhalb der Vereinsstrukturen und am Vereinslogo, die Lizenz dennoch vergab“, bedauert ProFans-Sprecher Alex Schulz.

Dass Vereine die von Konzernen oder Mäzen dominiert sind, einen enormen finanziellen Wettbewerbsvorteil für sich generieren steht dabei außer Frage. Für ProFans ist diese Entwicklung nicht mehr tragbar, denn noch nie war das Ungleichgewicht innerhalb der Profiligen größer und der Traditions- und Amateurfußball bedrohter. Der Fall RB Leipzig erscheint in der stetig voranschreitenden Entwicklung des deutschen Fußballs hin zu einem überkommerzialisierten Produkt, als eine Spitze des Eisbergs. Die aktiven Fanszenen stehen an einem Scheideweg. „Das Problem betrifft natürlich nicht nur die Fans und Vereine der 2. Liga. Alle Fußballfans des Landes sind gefragt, sich gegen diesen Ausverkauf der Fußball-Tradition zu wehren“, sagt Jakob Falk von ProFans.

ProFans ruft daher die Fans, aber auch die Vereine selbst, dazu auf, gegen RB Leipzig aktiv zu werden, die Kampagne „Nein-zu-RB“ zu unterstützen und dieser durch verschiedene Aktionen, Leben einzuhauchen.

Bitte beachten Sie die Internetseite der Kampagne:
http://www.nein-zu-rb.de/

ProFans, im August 2014

Quelle: http://www.profans.de


Tabelle online
Seit heute ist nun auch unsere aktuelle Tabelle der 2. Liga online. Diese unterscheidet sich jedoch etwas von der offiziellen Tabelle der 2. Fußball Bundesliga. Denn in der Konsequenz unserer Ablehnung RB Leipzigs tauchen in dieser Tabelle nur 17 Vereine auf. Jedes Wochenende hat ein Club spielfrei und erhält demnach keine Punkte. Am Ende der Saison gleicht sich das wieder aus.

Hier geht’s zur Tabelle: Klick


Außerdem wurde die Unterstützer-Liste aktualisiert. Tragt bitte auch euren Fanclub ein.


http://www.nein-zu-rb.de



Beitragvon Rieddevil » 10.08.2014, 20:03


Das beste (negativ) Beispiel das Geld doch Tore schießt.
Scheiß RB

Warum gibt es überhaupt Leute die diese Plörre saufen? Macht gegen den Konsum von Red Bull Produkten Front. Wenn das keiner mehr kauft ist das Problem gelöst.
Wir sind Betze - Unterstützt mit uns den FCK!

https://www.facebook.com/groups/2588448 ... page_panel



Beitragvon 2.6.1900 » 13.08.2014, 13:25


Bericht in der Welt:
Anfeindungen gegen RB Leipzig in neuer Dimension

Auch beim ersten Zweitligasieg in der Vereinshistorie von RB Leipzig protestieren die gegnerischen Fans. Die Konkurrenz ruft dazu auf, sich "gegen den Ausverkauf der Fußballtradition zu wehren".

Am Ende verdiente die ganze Aktion nun wirklich nicht den Titel Protestmarsch. 150 Anhänger des TSV 1860 München waren am Sonntagmittag ins Münchner Zentrum gekommen, ihre Plakate durften sie auch ausrollen, doch mehr als jene kurze Zusammenkunft verhinderten Polizei und Kreisverwaltungsreferat. Ihre Botschaft wurden die Münchner Anhänger dennoch los: "Alle gegen Kommerz" und vor allem "Nein zu RB Leipzig".

Später am Nachmittag mussten sie dann mit ansehen, wie nun RB Leipzig ausgerechnet in München den ersten Zweitligasieg in der Vereinshistorie schaffte. 3:0 (1:0) gewann der Aufsteiger, selbst einen verschossenen Foulelfmeter konnten sich die Sachsen leisten. Dass sie alles andere als willkommen waren, war ihnen jedenfalls herzlich egal.

"Leidenschaft und Tradition - ihr seid kein Teil davon", solche Bannern hingen im Münchner Fanblock. Sie illustrieren ganz gut die Traditions- und Kommerzdiskussion, die seit Monaten herrscht. Es gab wohl noch nie einen Klub im deutschen Profifußball, der so derart polarisiert wie Rasenballsport Leipzig. Selbst die umstrittenen Hoffenheimer wurden einst mit weniger Argwohn bedacht, auch das wurde am Samstag bei den Aktionen der 1860-Anhänger deutlich.

[Weiter geht´s hier]



---------

Außerdem gibt es eine neue Mail-Adresse:
kontakt(at)nein-zu-rb.de



Beitragvon Diablo-Rojo » 13.08.2014, 13:39


Realistisch betrachtet wird es immer wieder Wege geben wie die Vorgaben umgangen werden können. Und wenn es über einen Trikotsponsorvertrag geht der halt mit 50 Mio dotiert ist - dann sind die Einnahmen von heute auf morgen da.

Nichtsdestotrotz lohnt sich der Widerstand - und wenn es nur darum geht zu zeigen dass da auch noch andere sind.

Spannend sind für mich noch zwei Fragen:
1) Wie werden Bayern und Dortmund reagieren wenn die Dosen erstmals um die Fleischtöpfe mitkämpfen?
2) Was macht die FCK-Fanschaft bei den beiden Spielen gg die Dosen? Boykott? Protest auf allen Ebenen? Business as usual?

Grüße, D-R
RIP, Super Sic
RIP, Kentucky Kid



Beitragvon Spitzkick » 13.08.2014, 14:03


Ich bin defintiv alles andere als ein Fan von RedBull Leipzig.
Allerdings hat das Thema nicht mehr viel mit Sport, sondern nur noch mit knallharter Fanpolitik zu tun. Wem hiermit ein Gefallen getan werden soll, weiss ich nicht.

Am Sonntag war ein guter Bericht in der FAZ http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/rb-leipzig-wehe-wenn-der-bulle-kommt-13089948.html

(...)
Wie irrwitzig die Kommerz-Diskussion ist, zeigt sich besonders gut am Hintergrund der Initiatoren des breitangelegten Fan-Protests gegen die Leipziger, die aus Kaiserslautern kommen. Dort wird der dümpelnde FCK trotz zweifelhafter Managementleistungen seit Jahren im großen Stil von Stadt und Land unterstützt. Wegen möglicherweise verbotener Beihilfen prüft jetzt die EU.
(...)



Beitragvon w8.1 » 13.08.2014, 14:04


Boykotiert Spiele mit Beteiligung von RB. Damit könnt ihr die Entscheider und Druckmacher an ehesten erreichen.
sapere aude, FCK!



Beitragvon schnittstelle » 13.08.2014, 14:17


@spitzkick

Schau mal auf den Namen des Verfassers dieses Artikels.

Damit dürfte ja alles klar sein... :wink:
"Niveau sieht nur von unten aus wie Arroganz." (Brigitte Bardot) :p



Beitragvon 2.6.1900 » 13.08.2014, 14:19


Spitzkick hat geschrieben:Ich bin defintiv alles andere als ein Fan von RedBull Leipzig.
Allerdings hat das Thema nicht mehr viel mit Sport, sondern nur noch mit knallharter Fanpolitik zu tun. Wem hiermit ein Gefallen getan werden soll, weiss ich nicht.

Am Sonntag war ein guter Bericht in der FAZ http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/rb-leipzig-wehe-wenn-der-bulle-kommt-13089948.html

(...)
Wie irrwitzig die Kommerz-Diskussion ist, zeigt sich besonders gut am Hintergrund der Initiatoren des breitangelegten Fan-Protests gegen die Leipziger, die aus Kaiserslautern kommen. Dort wird der dümpelnde FCK trotz zweifelhafter Managementleistungen seit Jahren im großen Stil von Stadt und Land unterstützt. Wegen möglicherweise verbotener Beihilfen prüft jetzt die EU.
(...)


Das was du, bzw. die FAZ, als Irrwitzig beschreibst, ist einfach lächerlich. Denn es geht hier nicht um Hilfe in Form von Unterstützungsgeldern durch einen Sponsor oder Beihilfen durch Stadt/Land, oder durch das PAchtmodell, sondern es geht darum, dass eine Firma, hier Red Bull Unsummen in einen Verein pumpt, dieser Verein in der 2. Liga weit über 10 Millionen Euro ausgibt, was selbst manche 1. Ligisten nicht können. In der Torwart-Diskussion waren sogar Spieler wie Trapp, Horn und sogar Ron-Robert Zieler. Außerdem dient RB Leipzig nur als Werbeplattform, was selbst Mateschitz schon mal gesagt hat.

Deswegen sind Vergleiche in dieser Form einfach Falsch.
Selbst wenn man nach Ingolstadt rüberschaut, was ja auch sozusagen ein "Werksclub" (Audi) ist, sieht man, dass dort mit normalen Mitteln gearbeitet wird und nicht über 2. Liga-Durschnitt.



Beitragvon Tyosuabka » 13.08.2014, 14:21


Die Bayern kriegen auch von etlichen Konzernen unmengen Geld ohne Ende in den Arsch geblasen von Telekom Addidas bis zur Allianz. Geld regiert die Welt. Mich wundert nur das solche Vereine Fans finden.



Beitragvon Spitzkick » 13.08.2014, 14:31


2.6.1900 hat geschrieben:
Spitzkick hat geschrieben:Ich bin defintiv alles andere als ein Fan von RedBull Leipzig.
Allerdings hat das Thema nicht mehr viel mit Sport, sondern nur noch mit knallharter Fanpolitik zu tun. Wem hiermit ein Gefallen getan werden soll, weiss ich nicht.

Am Sonntag war ein guter Bericht in der FAZ http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/bundesliga/rb-leipzig-wehe-wenn-der-bulle-kommt-13089948.html

(...)
Wie irrwitzig die Kommerz-Diskussion ist, zeigt sich besonders gut am Hintergrund der Initiatoren des breitangelegten Fan-Protests gegen die Leipziger, die aus Kaiserslautern kommen. Dort wird der dümpelnde FCK trotz zweifelhafter Managementleistungen seit Jahren im großen Stil von Stadt und Land unterstützt. Wegen möglicherweise verbotener Beihilfen prüft jetzt die EU.
(...)


Das was du, bzw. die FAZ, als Irrwitzig beschreibst, ist einfach lächerlich. Denn es geht hier nicht um Hilfe in Form von Unterstützungsgeldern durch einen Sponsor oder Beihilfen durch Stadt/Land, oder durch das PAchtmodell, sondern es geht darum, dass eine Firma, hier Red Bull Unsummen in einen Verein pumpt, dieser Verein in der 2. Liga weit über 10 Millionen Euro ausgibt, was selbst manche 1. Ligisten nicht können. In der Torwart-Diskussion waren sogar Spieler wie Trapp, Horn und sogar Ron-Robert Zieler. Außerdem dient RB Leipzig nur als Werbeplattform, was selbst Mateschitz schon mal gesagt hat.

Deswegen sind Vergleiche in dieser Form einfach Falsch.
Selbst wenn man nach Ingolstadt rüberschaut, was ja auch sozusagen ein "Werksclub" (Audi) ist, sieht man, dass dort mit normalen Mitteln gearbeitet wird und nicht über 2. Liga-Durschnitt.



Ich hab nicht gesagt, dass ich der FAZ zustimme, geschweige denn, dass ich das so bezeichne. ;-)

Der Vergleich der FAZ ist durchaus gewagt. Das Geschäftsmodell von RedBull Leipzig ist alles andere als moralisch richtig. Nur was den Vergleich zulässt: Auch unser FCK hat in den letzten Jahren MILLIONEN in den Arsch geblasen bekommen und verbrannt. Wir haben es geschafft, mit dem Geld nicht richtig zu wirtschaften. Auch das sollte man nicht vergessen.



Beitragvon kepptn » 13.08.2014, 14:50


Spitzkick hat geschrieben:...
Ich hab nicht gesagt, dass ich der FAZ zustimme, geschweige denn, dass ich das so bezeichne. ;-)

Der Vergleich der FAZ ist durchaus gewagt. Das Geschäftsmodell von RedBull Leipzig ist alles andere als moralisch richtig. Nur was den Vergleich zulässt: Auch unser FCK hat in den letzten Jahren MILLIONEN in den Arsch geblasen bekommen und verbrannt. Wir haben es geschafft, mit dem Geld nicht richtig zu wirtschaften. Auch das sollte man nicht vergessen.


Nunja, Du hast den Werbetxt in der FAZ als "guter Bericht" bezeichnet.

Und wo bitte hat der FCK Millionen verbrannt? Du tust ja so, als sei das in einem annähernd vergleichbaren Rahmen geschehen.

@Topic: Neulich haben Sie so einen rotbulligen Jungprofi interviewt, den man von Wolfsburg zukaufte. Der hat allen ernstes gesagt, dass er sich gegen VW und für Red Bullshit entschieden hat, weil er dort damit rechnen musste, einfach so durch nen teureren Spieler ersetzt zu werden, wenn es bei ihm nicht mal so läuft. Das fand ich niedlich.

Red Bull ist auch nicht der FCB, der sein Vermögen und die potenten Sponsoren (mehr oder weniger) sportlich verdient hat. VW und Bayer sind in ihrern Möglichkeiten immerhin noch eingeschränkt, da stehen Unternehmensinteressen im Hintergrund.

Red Bullshit ist, das kann man nur so lange betonen, bis es auch der letzte Depp geschnallt hat, nur zu einem einzigen Zweck gegründet worden. Damit man Name und Logo noch öfter, in möglichst positivem Umfeld, sieht. Das ist eher Coca Cola als FC Bayern. Da steckt ein Typ soviel Kohle rein, wie er Bock hat, einfach nur weil er es kann. Der will nicht seinen alten Dorfclub gewinnen sehen. Dem ist scheißegal wer da für ihn wo gegen den Ball tritt. Den interessiert nur, dass dabei möglichst viele Leute zusehen und das so geil finden, dass sie sich, wenn sie nächstes Mal vorm Brauseregal stehen, daran erinnern und sein Produkt kaufen. Sein Produkt ist, um auch das nochmal deutlich zu sagen, nicht der RB Leipzig, das ist nicht Fußball, das Produkt ist ein verdünnter, in Dosen abgefüllter, aus Asien importierter, hochpreisiger Bumsurlauber-Wachhalter mit coolem Image. Der Kerl lebt nicht nach sportlichen Regeln. Der interessiert sich nicht mal ansatzweise für die Verbandsstatuten, das hat man im Sommer mit der DFL erlebt und das hat man jetzt wiederholt in Österreich gesehen. Der lebt nach den Regeln des Kapitalmarktes, und der kennt keine Punktetabelle und Pokale, der kennt Umsatzzahlen und Gewinn.
Es gibt immer was zu lachen.



Beitragvon jürgen.rische1998 » 13.08.2014, 15:04


:verbeug:
Danke kepptn. Ich glaube Du hast es perfekt auf den Punkt gebracht. Das sollte man jedem der die Bullen gar nicht so schlimm findet um die Ohren hauen :!:
Dauerkarte 2018/2019 (Südtribüne)



Beitragvon pebe » 13.08.2014, 15:30


Wo soll man da nur anfangen ohne ein Buch zu schreiben. Die Leute,die mich kennen wissen, dass ich schon vor 5 Jahren dieses Konstrukt als Krebsgeschwür das es zu entfernen gilt bezeichnet habe. Der Zeitungsartikel zeigt auf, wie die Interessen der Wirtschaft gelegt ist. Selbsternannte Fussballromantiker, Chaoten und Traditionalisten, gewalttätig und nicht von heute. Nur ohne gestern wäre die heute garnicht da! Sie sind es, die da mitkegeln wollen wo andere teils ein halbes oder ganzes leben verbringen. Sie sind es, die in ein Haus einziehen ohne die Hausordnung und Gewohnheitsrechte zu respektieren, sich nicht integrieren und auch noch versuchen die alten Bewohner zu kriminalisieren! Wo kommen wir hin, wenn jeder gegen die Hausordnung verstößt nur weil er meint einen dickeren Geldbeutel zu besitzen. Sollen sie doch eine Red Bull Liga gründen, losgelöst von Fifa oder Uefa oder noch ein paar mehr Idioten aus ner Kapsel im Weltraum springen lassen oder dümmmliche Events in Freibädern nach Art Spiel ohne Grenzen. Ja, man muss sie so lange negativ in Schlagzeilen bringen, dass sich der Produktnutzen von Zuckerwasser eben negativ auswirkt. Cola Flyer werfen oder Pepsi eben Kreativ deren Mitkonkurrenten bei IHREM "Event" ins Spiel bringen. Auswärts keine Fans und keine spieler akzeptieren die zu diesem Konstrukt wechseln oder in einen anderen Verein zurück wollen. Dann ist nach 2 Jahren die Karriere beendet und die überlegen ob sie sich das antun. Es gibt viele Möglichkeiten... Ach ja, der Kaiser Franz ist Berater bei Red Bull.... In Salzburg. ;-) Meine Rede, Bayern die Wurzel allen Übels und Mutter allen Kommerzes in Deutschland. Deswegen immer und überall gegen die... Zu radikal für manchen vielleicht aber für mich nicht. Kein Tropfen RB und keine Cent bei irgendeiner Veranstaltung die mit denen was zu tun hat.



Beitragvon MäcDevil » 13.08.2014, 16:12


Also Kaiserlautern mit RB Leipzig zu vergleichen ist ja wohl der Hammer. Ich gebe dem Verfasser zwar recht im Bezug das ohne Zuschüsse, Minderung etc. von Stadt und Land der FCK in dieser Form nicht mehr existent wäre . Aber diesen Stein kann man jetzt auch in richtig FSV Mainz 05 werfen. Warum macht man es nicht ?
Zurück zu RB Leipzig. wenn ich die ganze Problematik analysiere ist RB Leipzig einfach Sch*** ( :lol: )und braucht mehr Mitglieder als der Kirchenchor. Zudem muss die 50:1 Regel ausgeweitet werden auf Vereine. Wo ich aber allerdings bitte mal die Rechtsform erklärt habe möchte die Bayer, VW usw. erlaubt am Spielbetrieb der Bundesliga teilzunehmen. Wird der Verein als Abteilung oder Tochterfirma geführt ? Deswegen manchmal die Bezeichnung "Abteilung Sport". Das heist wenn RB das macht wäre alles Rechtens - und wieso acht man das nicht ? Gibt es da wieder eine Besonderheit im Paragraphen-Getümmel ? Vielleicht kann mir das mal ein BWL studierter Mensch erklären ?! :nachdenklich:



Beitragvon winnes » 13.08.2014, 16:36


Nicht alles was Aussichtslos scheint, ist sinnlos. Man müsste sonst nicht mehr auf den Platz raus, wenn man zur Halbzeit 1:4 zurück liegt. Im Sport werden solche Produktionstechniken von Sinn immer wieder angeregt – dann gelingt es auch mal zu zehnt ein 0:2 umzubiegen. Man muss schon an das Spiel glauben, um in solche Halbzeiten zu gehen. Das ist im Leben sonst auch nicht anders. Manchmal führt einem der Glauben an den Sinn im Spiel in aussichtslose Situationen innerhalb desselben. In dieser Hinsicht verdienen die Engagierten dieser Kampagne die sportliche Anerkennung! Sich gegen die Kommerzialisierung des kommerziellen Fußballs zu stellen, das ist möglicherweise die letzte Regung, die in dieser verkommenen Branche, noch von Sportsgeist getragen wird. Und ich finde, dass zielsicher das wenige gefunden worden ist, dass es noch zu bewahren lohnt, auch wenn es oft nur noch formal vorhanden ist: Fairness in Finanzdingen zum Beispiel, oder Demokratie, wenigstens nach den Statuten des Vereinsrechts. Ich finde, dass das Motto sehr schön zeigt, was auf dem Spiel steht: Alle diejenigen, für die der eingangs besagte Glaube an das Spiel und die Begegnungen in ihm als Selbstzweck bewahrenswert erscheint, die sind in der Tat von einer Sinnentleerung bedroht.
Diese Entleerung geht davon aus, dass künftig zentral, durch wenige Großinvestoren gesteuert, mit außerhalb des Spiels und seinen Begegnungen liegenden Zielen (Marketing), gekickt wird. Das Spiel wird vom Selbstzweck der Kicker und Ihrer begeisterten Anhängerschaft in und um deren Vereine zu einem Instrument zur Erreichung von Zielen, an denen nur wenigen, wirklich wenigen gelegen ist. Das zeigt auch die Richtung an, warum Kommerzialisierung überhaupt ein Problem ist: Wer als Kommerzialisierung einen Prozess beobachtet, der zu einer sich ausweitenden Ausrichtung an Gewinnorientierung in immer mehr Bereichen unseres Lebens führt, der ist schon nah dran, an der Frage, wem das eigentlich nutzt. Wollte man das Spiel fördern, weil man das Spiel und die Begegnung von Spielern und ihrer begeisterten Anhängerschaft liebt, dann würde man fragen müssen, wie es für alle Beteiligten in einer akzeptablen Art und Weise finanziert werden kann. Man bräuchte dann nicht zu versuchen, die publicity abzuschöpfen. Man könnte dann anonym über demokratisch bestimmte Kuratorien sein Geld einbringen.
Das will ich aber gar nicht erst fordern, weil es eine Reichtumsverteilung innerhalb einer mehr oder weniger fußballverrückten Gesellschaft voraussetzt, die man ja auch gar nicht für das Ende der Geschichte halten muss. Ein Missstand, der einen ebenso aussichtslosen Eindruck machen mag. Jetzt will ich noch darauf hinweisen, dass beide Missstände – die Kommerzialisierung des kommerziellen Fußballs und die Ungerechtigkeit der Ressourcenverteilung zusammenhängen, weshalb ich die Fußballbranche in gewissem Sinne für verkommen halte: Denn neben den Investoren, deren Investment vielleicht mal gar nicht immer gut kalkuliert ist, profitieren ja vor allem auch Spieler und Funktionäre von unserer bereits weitgehend sinnleeren Begeisterung. Das führt zu einer Wiederholung der Ungleichheit in der Finanzausstattung, die heute sportliche Begegnungen ad absurdum führt (Bayern gegen Paderborn) – das financial Fairplay-Problem. Andererseits führt es aber zu einer privilegierten Kaste von Jungmillionären, die man sich nicht zwangsläufig wünschen muss, nur weil man Fußball mag. Es würde immer noch zu einem weit überdurchschnittlichen Einkommen für Spieler reichen, würden die Spieleretats in der Spitze der Clubs auf diejenigen Etats der derzeitigen unteren Plätze der Bundesliga und die ersten Plätze der zweiten Liga eingependelt. Ein junger Mann von unter dreißig Jahren verdiente dann alleine immer noch sehr deutlich mehr, als das durchschnittliche Haushaltseinkommen der Haushalte in Deutschland (2 Personen).
Demgegenüber ist es so, dass es innerhalb des Fußballs wahnsinnige Ungerechtigkeiten gibt, was mit dem Prinzip Hoffnung bezahlt wird, und die Branche insgesamt gegenüber den Fragen unserer Zeit sowie den Gerechtigkeitsansprüchen unserer Kultur geradezu verkommen ist: Auf der Bank in Fürth hat der sympathische Assamoha in seinem letzte Profijahr zehnmal mehr verdient als der besagte Haushalt! Jetzt denken wir an Lahm, Schweinsteiger, Ribery und so weiter und wir denken an die Haushalte, in denen zwei Kinder zu den beiden statistischen Personen kommen – verkommen ist nicht, dass man das verdient, - vielleicht dass man minderjährige Prostituierte durch Europa fliegen lässt - verkommen ist, dass wir es zulassen, dass das verdienet werden kann. So lange diese Branche von uns allen einen solchen Status erarbeitet bekommt – so kann man es mal sehen – wir alle arbeiten dafür, dass es so bleibt – so lange ist es echt sehr sehr sportlich, sich gegen RB-Leibzig auf den Zaun zu stellen! Meine Sympathie hat das! Macht weiter!



Beitragvon jones83 » 13.08.2014, 17:04


Sehr guter Beitrag Winnes!
Auch der vom Kepptn!

Es geht nicht nur um Geld & Kommerz, es geht hier auch um Anstand & Moral und den Spaß am fairen Sport!

Nein zu RB, Nein zu SAP, Nein zu Audi und VW, Nein zu Bayer, Nein zu Kind!
Die richtige Antwort ist die Produkte derer zu boykottieren!

Fußball ist kein Spielplatz für Millionäre und auch kein Werbemedium!



Beitragvon patrick1984 » 13.08.2014, 17:36


Ich bin kein rb fan und hoffe das sie scheitern. ABER wie siehts denn wo anders aus... Adidas und Audi schütten den FCB zu, Gazprom Schalke, Puma BVB etc. Wir wären ohne diese komische Stadiongesellschaft und die Stadt KL schon längst in der oberliga. ... also erstmal vor der eigenen Haustür kehren.
P.s. seit letztem Sonntag zweifle ich es eh an ob diese sogenannten Fans sich wirklich für das Spiel interessieren. .. mehr Selbstdarstellung. Das zeigt auch wieder der Fall vom Montag in Nürnberg. .



Beitragvon Roter_Teufel » 13.08.2014, 17:56


Meiner Meinung nach gibt es nur eine Möglichkeit und die ist leider ncih durchsetzbar.

Bei jedem Auswärstspiel bleibt das Stadion leer!
Vorallem für Sky und DFB/DFL wäre das ein Eingriff, der ihnen ins Geld und Image geht und das einzigste Mittel mit dem man evt. was erreichen kann. Über Gesänge oder Plakate lachen die nur. Im Gegenteil damit bauen dir sich noch ein positives Image auf.

Aber das machen wir ja nicht weil wir ja den Verein unterstützen müssen ...
Ich denke in dieser Sache wäre es einfach wichtiger.
„Ein Verein sucht man sich nicht aus, man wird in ihn hinein Geboren!“



Beitragvon Flasher1986 » 13.08.2014, 18:12


@patrick1984 Du hast es immernoch net kapiert. Wie oft soll man denn noch ansprechen, dass das was RB macht mit "normalem" Sponsoring absolut nichts mehr gemein hat. Ich raffe net, wie man das net sehen kann. Damit bist jetzt net nur du alleine gemeint. Solche Kommentare wie der deinige ziehen sich durch sämtliche Foren und Leserbriefe... :nachdenklich:
"Aber ich hätte sogar Geld gezahlt, um in Kaiserslautern spielen zu dürfen." (Horst Eckel)



Beitragvon patrick1984 » 13.08.2014, 18:24


Flasher1986 hat geschrieben:@patrick1984 Du hast es immernoch net kapiert. Wie oft soll man denn noch ansprechen, dass das was RB macht mit "normalem" Sponsoring absolut nichts mehr gemein hat. Ich raffe net, wie man das net sehen kann. Damit bist jetzt net nur du alleine gemeint. Solche Kommentare wie der deinige ziehen sich durch sämtliche Foren und Leserbriefe... :nachdenklich:


Nur weil du oder andere dieser Meinung sind, heisst das nicht das ihr das Recht gepachtet habt. Also muss ich gar nix kapieren. Andere Ansichten sollte man auch respektieren.
Um es abzuschließen, was ist dann dann der unterschied zwischen BAYER Leverkusen und VW WOB? Am Ende des Tages mehr oder weniger das gleiche. Ja gut da wurde kein 6. Ligist aufgekauft und aufgebaut, aber slnst eigentlich die selbe Sache.



Beitragvon Devil's Answer » 13.08.2014, 18:32


Ich frage mich immer, wer diese süsse, klebrige Brühe säuft. Ich habe das Gesöff aus Interesse mal ausprobiert. Nach dem ersten, zaghaften Schluck flog die Dose in hohem Bogen in den nächsten Abfallbehälter. Wer noch über wenigstens ein paar intakte Geschmacksnerven und auch halbwegs brauchbare Gehirnzellen verfügt, kann das Zeugs unmöglich konsumieren.

Finde ich jedenfalls. Es fällt mir in diesem Fall schwer, den berühmten Spruch von "de gustibus..." zu akzeptieren.
Oooooh, Baby, Baby, it's a wild world



Beitragvon Westkurvenalex » 13.08.2014, 18:33


Red Bull in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf. DFB und DFL mögen zwar "fast" die Lizenz verhindert haben, aber eben nur fast. Dieses halbherzige Getue, man würde die Lizenz nicht erteilen war doch nur in wenig Futter für die Fans und Medien. Man möchte einfach einen Club aus Ostdeutschland in der 1. Liga haben und das auch noch weit oben. RB wird dies bald bieten, der Aufstieg ist nur eine Frage der Zeit. Man hat sich mit den Zuständen dort arrangiert und wird hier auch nicht weiter tätig werden. Dem Mateschitz ist doch vollkommen egal, ob die Spieler aus der eigenen "Jugend" kommen oder nicht. Hauptsache er kommt schnell in die höchste Liga und spielt international. Ob die Spieler das begreifen, dass sie schneller weg sind als faule Tomaten, wenn sie keine Leistung bringen, wage ich zu bezweifeln.
Und in diesem Licht steht auf einmal das Projekt Hoffenheim auf einmal unter einem ganz anderen Licht. Dort gibt es ja wenigsten noch so etwas wie Anstand. Nur Mateschitz wird eben keine Grenzen der finanziellen Mittel kennen.

Die 1. Liga bewegt sich langsam aber sicher auf das zu, was wir bereits in England, Italien, Spanien usw. haben. Das was die Bundesliga noch vor 5-10 Jahren ausgemacht hat, wird immer mehr abgeknabbert. Es entsteht eine Einseitigkeit in der es eine Zweiklassengesellschaft gibt. In die Riege der ersten 6 können normale Clubs eh nicht mehr einsteigen, es sei denn mit einem Mateschitz.
In 10 Jahren werden die Stadien stimmungstechnisch so tot sein wie in England und Italien.
Aber diese Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten. Die 50+1 Regel ist doch eigentlich das Papier nicht mehr wert. RB umgeht diese Regel einfach und die Oberen interessiert es eben nicht. Es wird nicht lange dauern und ein Kind klagt gegen DFB und DFL auf Wegfall der 50+1 Regel und ich mag es ihm noch nichtmal verdenkden.
Helfen Proteste dagegen? Nein, aber es tut wenigstens in der Seele gut.



Beitragvon Westkurvenalex » 13.08.2014, 18:33


Devil's Answer hat geschrieben:Ich frage mich immer, wer diese süsse, klebrige Brühe säuft. Ich habe das Gesöff aus Interesse mal ausprobiert. Nach dem ersten, zaghaften Schluck flog die Dose in hohem Bogen in den nächsten Abfallbehälter. Wer noch über wenigstens ein paar intakte Geschmacksnerven und auch halbwegs brauchbare Gehirnzellen verfügt, kann das Zeugs unmöglich konsumieren.

Finde ich jedenfalls. Es fällt mir in diesem Fall schwer, den berühmten Spruch von "de gustibus..." zu akzeptieren.


Das ist wie mit der Bild-Zeitung. Keine liest sie aber jeder weiß was drinsteht.......




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