Fragen, Antworten und Anekdoten zur Geschichte des FCK.

Beitragvon Thomas » 17.12.2013, 13:00


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Hall of Fame: Norbert Thines
Die gute Seele des 1. FC Kaiserslautern

von Thomas

Die DBB-Rubrik „Hall of Fame“ war bisher ausschließlich früheren Spielern des FCK vorbehalten, von Fritz Walter bis Miroslav Kadlec. Diese Tradition brechen wir heute mit einem Mann, der mehr FCK-Geschichte geschrieben hat, als die meisten Fußballer: Alt-Präsident Norbert Thines, dem die Fans am Freitag eine große Choreographie widmeten.

Norbert Thines (geb. 1940) besuchte als gebürtiger „Atsche“ sein erstes FCK-Heimspiel kurz nach dem zweiten Weltkrieg. „Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. Als Kinder haben wir auf den Bäumen gehockt und uns die Spiele angeguckt. Damals war ja noch keine Tribüne um das Feld herum, das Stadion war völlig offen“, blickte er vor einigen Jahren im Interview auf diese Zeit zurück. Aus dem Kind wurde später der langjährige Funktionär (Geschäftsführer ab 1977, Vizepräsident ab 1985, Präsident ab 1988 bis 1996) und vor allem eines: Die gute Seele des 1. FC Kaiserslautern.

Vor allem für die Fans hatte er stets ein offenes Ohr, ja, man kann ihn fast als so etwas wie den Vater der FCK-Familie bezeichnen. Thines erinnert sich: „Ich weiß noch genau, es muss so 1977 gewesen sein, als der damalige Präsident Müller zu mir kam: 'Da sind Briefe von unseren Fans, die wollen Klubs machen und so! Das machen wir nicht! Wenn die erst einmal die Gewalt haben, dann ist es vorbei.' Und dann habe ich ihn wochenlang genervt und bekniet und versuchte, ihm klar zu machen, was für ein Potenzial dahinter stünde. Irgendwann schnauzte er nur: 'Thines, machen Sie doch was Sie wollen - das machen Sie ja eh!' Mit den ersten Fanclubs ist dann die ganz große Euphorie ausgebrochen.“

Im März 1977, nach einem von Thines einberufenen Fan-Kongress, wurden die Fanclubs vom FCK erstmals registriert und offiziell anerkannt. 44 Fanclubs waren es damals, heute sind es fast 400. Im Juli 1989 wurden die Fanclubs in Regionen eingeteilt und der Fanbeirat gegründet; in den 1990er Jahren folgte dann der ganz große Fußballboom. Unter der Ägide von Norbert Thines wurden der FCK und seine Fans Trendsetter für ganz Deutschland, sie setzten sich aktiv für Aktionen wie „Rote Karte dem Rassismus“, „Fußball braucht Stehplätze“ oder auch im sozialen Bereich ein - etwa mit Hilfsgütern zum einstigen Champions-League-Gegner Tarnovo (Bulgarien), wo heute noch der „FCK-Fanclub Norbert Thines“ existiert. Sogar die in den 1980er Jahren gefürchteten Hooligans bekam Thines ganz ohne die heutzutage angewendeten Repressalien einigermaßen in den Griff, wie die Jungs vom First Class später veröffentlichten: „Als Norbert Thines vor Jahren einige von uns bösen Buben (O-Ton Thines) einlud, um die Gewalt im Stadion zu beenden, haben wir mit ihm die Abmachung getroffen, uns im Stadion dementsprechend zu verhalten. Norbert Thines hob damals die bestehenden Stadionverbote auf und auch wir haben uns an diese Abmachung 
gehalten.“

Wirklich einzigartig wird die FCK-Geschichte von Norbert Thines aber, wenn man nicht nur die soziale Seite betrachtet, sondern auch die sportliche Entwicklung. Von 1989 bis 1996 führte Thines den Verein in seine erfolgreichste Zeit seit der Walter-Ära, aus dem Abstiegskampf heraus wurden Erfolge wie die Deutsche Meisterschaft 1991 sowie die Pokalsiege 1990 und 1996 gefeiert. Aber am Ende folgte dem steilen Aufstieg ein heftiger Fall: Mit Manager Rainer Geye sowie den Trainern Kalli Feldkamp und Friedel Rausch hatte Thines die sensationellen Titelgewinne gesammelt, musste nach Pleiten, Pech und Pannen aber auch den ersten Bundesligaabstieg des FCK am 18. Mai 1996 mit auf seine Kappe nehmen.

Danach knallte es in Lautern. Thines wurde auf einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung von den Mitgliedern und dem Team „Professionelle Zukunft“, der Opposition um Atze Friedrich und Kalli Feldkamp, geradezu vom Betzenberg gejagt. Der damals noch ehrenamtliche Vorstand wurde durch eine der ersten bezahlten Vereinsführungen inklusive Aufsichtsrat im deutschen Fußball ersetzt und Meistermacher Otto Rehhagel als neuer Trainer geholt. Die Folgen mit all ihren Höhen und Tiefen sind bekannt. Norbert Thines brauchte lange, um diese Vorfälle zu verkraften. Jahre später, im März 2008, sagte er: „Als Sozialromantiker haben Kritiker im Verein uns beschimpft. (…) Heute bekommen die ihr Geld und sollen sehen, wie sie damit zurechtkommen. Eine Katastrophe, eine Bankrotterklärung ist das, was die aus dem Verein gemacht haben.“

Während seine Familie dem Fritz-Walter-Stadion bis heute fern bleibt und seine Frau erst am Freitag zur Choreo wieder mitgekommen ist, hat Norbert Thines aber längst seinen Frieden mit dem FCK gemacht. Im düsteren Jahr 2003 gründete er zusammen mit Ottmar Walter und Horst Eckel die „Initiative Leidenschaft“, die ein Spendenkonto einrichtete, um den FCK vor dem drohenden Lizenzentzug in der ersten Liga zu bewahren. 2007 folgte ein Aufruf zum Zusammenhalt im Abstiegskampf - mittlerweile in Liga zwei - ehe die „Initiative Leidenschaft“ schließlich im Verein zur Förderung des Fritz-Walter-Vereinsmuseums aufging. Norbert Thines war immer zur Stelle, wenn es dem FCK dreckig ging.

Es gäbe noch unzählige Geschichten über Norbert Thines zu erzählen. Wie die freudetrunkenen Fans sein Haus in der Kaiserslauterer Innenstadt rot-weiß anstrichen, als Dank für den Meistertitel 1991. Wie er vor den Heimspielen stets seine Ehrenrunde im Fritz-Walter-Stadion drehte, ohne dabei je selbstdarstellerisch zu wirken. Wie er noch heute gültige Traditionen begründete, etwa das Betze-Lied „Olé Olé“ als Vereinshymne oder die Betzi-Teufel als Maskottchen. Wie er einem alten Mann mitten in der Kommerzialisierungsphase des Fußballs erlaubte, in der Nordtribüne für 2,50 D-Mark kleine Stoffteufel zu verkaufen, um seine Rente aufzubessern. Aber auch die negativen Punkte gehören dazu, wie etwa der Knebelvertrag mit Trikotsponsor Crunchips über 25 Jahre oder das zu lange Festhalten an Manager Geye und Trainer Rausch im Abstiegsjahr - Thines blieb stets Mensch, machte auch Fehler, hatte aber nie etwas schlechtes im Sinn für seinen Verein oder seine Mitmenschen. Auch außerhalb des Fußballs war und ist der ehemalige Mitarbeiter der Karlsberg Brauerei auf allen möglichen Ebenen aktiv, sei es in der Politik (früher als Stadtratsmitglied für die CDU), in der Kirche, in seinem Verein „alt-arm-allein“, der alten Menschen hilft, oder im Karneval. So manchem FCK-Spieler brachte Norbert Thines rund um die Kappensitzungen pfälzisch bei, etwa den Schweden Ronnie Hellström und Benny Wendt.

Heute ist Norbert Thines wieder voll im Verein eingegliedert, sei es als Betreuer der gegnerischen Vereinsführung bei Heimspielen, als Vorstand des Museumsvereins oder - seit vorletzter Woche - als Träger des Goldenen Ehrenrings, inklusive stehenden Ovationen bei der Mitgliederversammlung. Auch dieser Augenblick bildete eine schöne Abrundung von Thines' bewegten Jahrzehnten mit dem FCK und zeigt, dass man sich in einer Familie auch mal bitter streiten kann (so wie 1996), sich dann aber doch früher oder später wieder zusammenrauft.

Fritz Walter und seine Mannschaft sind die eine von zwei großen Konstanten, auf denen die Identität des Traditionsvereins aus der Pfalz fußt. Die andere Konstante sind die Fans. Und hier kann man ohne Übertreibung behaupten: Ohne Norbert Thines wäre der 1. FC Kaiserslautern nicht das, was er heute ist!

Norbert Thines wurde von den FCK-Fans beim Heimspiel gegen den SC Paderborn mit einer großen Choreographie für sein Lebenswerk geehrt, bei der alleine schon die nackten Zahlen Respekt einflößen: 3.500 Euro an Materialkosten, 2.200 Quadratmeter Stoff, über 1.500 (ehrenamtliche) Arbeitsstunden, 400 Spraydosen, 70 Rollen Klebeband - und das alles für zwei Minuten Gänsehaut vor dem Anpfiff im Fritz-Walter-Stadion. „Der Betze brennt“ hat die Entstehungsgeschichte der Norbert-Thines-Choreo begleitet und präsentiert Euch einen ausführlichen Rückblick in Wort und Bild:

Zur Foto-Story: Entstehung und Durchführung der Norbert-Thines-Choreo


Quelle: Der Betze brennt

Weitere Links zum Thema / Quellen zum Artikel:

- 54er-Weltmeister und Thines richten Spendenkonto ein (Der Betze brennt, vom 05.02.2003)
- FCK-Größen starten „Initiative Leidenschaft FCK“ (Der Betze brennt, vom 22.11.2007)
- Thines: „Es tut mir so weh“ (11 Freunde, vom 10.03.2008)
- Die Abseitsfalle (Tagesspiegel, vom 23.03.2008)
- Offener Brief zu den Vorfällen am 18.05.2008 (First Class Crew, vom 27.05.2008)
- Norbert Thines, „das soziale Gesicht Kaiserslauterns“ (Wochenblatt, vom 19.09.2013)

Foto-Story
Entstehung und Durchführung der Norbert-Thines-Choreo

(gekürzte Vorschau)

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Die ersten Arbeiten fanden zuhause statt, die Organisatoren kommunizierten über Handy und Internet. Schnell war der Grundaufbau der Choreo klar und als digitale Vorlage aufbereitet: Auf einer Blockfahne sollten per Filmstreifen einige Stationen aus dem FCK-Leben von Norbert Thines gezeigt werden, umrahmt von rot-weißen Papptafeln und einem aussagekräftigen Spruch.

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Der reine Materialaufwand für die Norbert-Thines-Choreo: 5.000 Papptafeln (2.500 rote, 2.500 weiße), 2.200 Quadratmeter Vlies, 70 Rollen oder umgerechnet 1,75 Kilometer Klebeband, 400 Spraydosen in verschiedenen Grautönen zum Ausmalen, 70 PVC-Stangen á 3 Meter, 30 Eddings zum Vormalen. Die Gesamtkosten für das Material betrugen 3.500 Euro und wurden komplett von den ausführenden Gruppen „Perspektive FCK“, „Pfalz Inferno“ und „Frenetic Youth“ getragen. Hinzu kommen über 1.500 ehrenamtliche Arbeitsstunden der mithelfenden Fans.

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Nochmals braucht es viele helfende Hände, um die Spruchbänder und die Blockfahne während des laufenden Spiels nach draußen zu schaffen. 2.200 Quadratmeter Stoff befinden sich hier in Bewegung.

Zur kompletten Foto-Story mit 40 Bildern und vielen Hintergrundinfos: http://www.der-betze-brennt.de/fotos/13 ... choreo.php
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon jürgen.rische1998 » 17.12.2013, 13:27


:applaus: Schön geschrieben.

Norbert Thines und Gerry sind irgendwie noch
zwei lebendige Erinnerungen an die Zeit
als der FCK noch ein etwas "anderer" Verein war und Fussball nicht nur Geld bedeutete.

Der Mann mit den Stoffteufeln :o an den hatte
ich gar nicht mehr gedacht.


Die Choreo ist zeitlich leider etwas schlecht
getimt gewesen. Dadurch dass Paderborn die
Seitenwahl gewonnen hat, viel das Ende dann
praktisch mit dem Pfeifkonzert für deren
Torhüter zusammen, das war etwas Schade.
Soviel die Choreographie als auch Thines
hätten da noch einen Applaus verdient gehabt.
Aber wie man sehen konnte, kam die Botschaft bei
ihm selbst ja voll an :)
Omnia vincit amor



Beitragvon CharlyRedDevil » 17.12.2013, 13:52


Toller Bericht Thomas!

Ein Wahnsinn, was die Jungs und Mädels da auf die Beine gestellt haben! :danke:

Ich durfte im Hintergrund die Vorbereitungen mitbekommen und ein klein wenig mithelfen - ich war total fasziniert... Es ist schön, dass dieser Bericht einen Einblick gibt, wie viel Arbeit so eine Choreographie macht und wie viel Leidenschaft da hineingesteckt wird. Es spielen so viele Dinge eine Rolle und am Ende muss man trotzdem hoffen, dass alles klappt, dass alle im Block mitmachen, dass das Material das ganze aushält...

Und es hat geklappt, es sah wunderschön aus, Norbert war überrascht und er hat sich sehr gefreut.

Norbert ist für mich definitiv die gute Seele des Vereins und auch der Stadt. Wenn mehr Menschen so wären wie er, wäre die Welt um eines besser.



Beitragvon Moo2102 » 17.12.2013, 14:37


Ich mag keine Biografien, aber eine von Norbert Thines würde ich kaufen.
Da wären einige Geschichten drin die einige der Jüngeren gar nicht glauben könnten weil so etwas heute nicht mehr da ist.
Wie schön wäre es wenn man diese Zeit noch einmal zurück holen könnte.
The dinosaurs will slowly die
And I do believe no one will cry



Beitragvon Martin S-H » 17.12.2013, 14:48


Norbert Thines war für mich von Kindesbeinen an "Mr. FCK".

Für seinen Einsatz, seine Leidenschaft und seine Herzlichkeit, die er für den FCK an den Tag gelegt hat kann man ihm gar nicht genug danken!

Bleib uns noch ganz lange erhalten, Norbert!
“You can change your wife, change your politics, change your religion. But never, never can you change your favourite football team!” Eric Cantona



Beitragvon FCK-Ralle » 17.12.2013, 14:56


Ehre wem Ehre gebührt!

Thines war für mich seit Kindheitstagen ein "Gesicht" des FCK!

Chpeau für die tolle Choreo.
Der Mann hat es echt verdient. Möge er noch lange gesund und munter unter uns weilen!

Danke für alles bisher geleistete Norbert!
FCK 4-life
"Sieger zweifeln nicht und Zweifler siegen nicht!" (Gerry Ehrmann)



Beitragvon Rückkorb » 17.12.2013, 16:21


Ein schöner Artikel, den man kaum ohne Tränen lesen kann.

Was mir fehlte, auch wenn man dem entgegen halten kann, dass der Artikel ja gar keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann, war mir der Hinweis auf seine Betriebsratstätigkeit.
Quelle: http://www.der-betze-brennt.de/news/709 ... uterns.php

Einerseits wird damit die Reichhaltigkeit seines politischen Spektrums belegt. Andererseits wird damit auch dokumentiert, dass es in der Biographie von Norbert Thines seit frühen Jahren angelegt war, sich um seine Mitmenschen und sein Umfeld zu kümmern.
Auch das kann ein Rückkorb noch aufladen.



Beitragvon Thomas » 17.12.2013, 17:24


Rückkorb hat geschrieben:Was mir fehlte, auch wenn man dem entgegen halten kann, dass der Artikel ja gar keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann, war mir der Hinweis auf seine Betriebsratstätigkeit.
Quelle: http://www.der-betze-brennt.de/news/709 ... uterns.php

Es wären noch so viele Anekdoten und Zitate von Norbert Thines erwähnenswert gewesen... Wahrscheinlich könnte man damit wirklich ein ganzes Buch füllen, wie oben von Moo2102 angedeutet, und nicht bloß einen Bericht im Internet. Deshalb sind unterhalb des Artikels auch einige weiterführende Links aufgelistet, unter anderem auch zum von Dir erwähnten Artikel aus dem Wochenblatt - alle interessanten Dinge hier zu erzählen, hätte einfach den Rahmen gesprengt. Aber ich würde mich freuen, wenn hier im Thread vielleicht noch einige ihre persönlichen Erlebnisse mit Norbert Thines beisteuern. :)

Neben diesen Links gibt es übrigens auch in der Erstausgabe des FCK-Buches "Der Berg, das Land und der Ball" (erschienen 1995, von Günther Rohrbacher-List) ein sehr ausführliches und lesenswertes Porträt über Norbert Thines, geschrieben vom bekannten Fußball-Autor Dietrich Schulze-Marmeling. Wer das Buch noch zuhause rumfliegen hat und sich für das Thema interessiert, unbedingt lesen! Zwar wie gesagt auf dem Stand von 1995, wichtige Teile von Norbert Thines' FCK-Biographie fehlen also, aber das war der beste Text, den ich bei meinen Recherchen für diese "Hall of Fame" gefunden habe. Leider nicht online verfügbar.
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon Fuzzelabbe » 18.12.2013, 10:45


Tolle Aktion für ein lautrer Original.

Ich wünschte mir, es gäbe in der heutigen Zeit mehr Menschen vom Schlag eines Norbert Thines.

Bei allem Gemecker über die Leistungen, Söldner, Ultras, MFA und Stimmung in der West bleibt vielleicht das menschliche dieser Tage etwas auf der Strecke...

Ich frage mich auch, ob es ausser Gerald Ehrmann noch andere geben wird, für die man eine solche Aktion in 20-30 Jahren noch mal auf sich nehmen würde...



Beitragvon OWL-Teufel » 18.12.2013, 11:02


Die tolle Choreographie am Freitag konnte nur erahnen lassen, welche Wertschätzung Norbert Thines verdient.

Mir persönlich ist er sehr oft begegnet, mal im Bus zum Betze, mal zu Fuß ebendorthin, mal im Museum...und stets hat er ein freundliches Wort über.

Daher verdient er auch diese Würdigung auf DBB.



Beitragvon Ostseeteufel » 18.12.2013, 11:11


Ehre wem Ehre gebührt.
Ein volksnaher Mann. Ich fande es schon immer beeindruckend, dass er als Präsident, unten in der Halle der Nord, einfach Small-Talk vor und nach den Spielen mit den Fans geführt hat.
Er hatte immer ein offenes Ohr und es ging ihm wirklich um die Menschen und den FCK.
Noch heute bekommen wir als Familie immer noch eine Weihnachtskarte von Ihm.
Danke für alles Norbert Thines



Beitragvon Paul » 18.12.2013, 12:03


Als Thines richtig aktiv beim FCK wurde, bin ich gerade mal zur Welt gekommen.
Das erklärt ganz schnell, warum für mich Thines lange Zeit quasi der FCK war.
Natürlich kam das auch gut, weil er einfach Mensch war. Er machte es mir einfach, ihn und den FCK zu mögen.

Er hätte es verdient gehabt, diese Ehrung (Choreo) vor vollem Haus in Liga 1 zu sehen. Aber vielleicht ist es ja gerade passend, dass es nun anders kam.

Danke, Norbert!
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Nur im Pälzer Bode hänn moi Haxe richdich Halt!
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unzerstörbar - NUR der F C K



Beitragvon Der alter FCKler » 18.12.2013, 12:49


Den Norbert habe ich Anfang März 1978 persönlich kennen gelernt. Als ich "Herr Thines" zu ihm sagte, meinte er: "Allo hopp, jetzt mach awwer kä Sache, ich bin de Norbert!"

Ich glaube, besser kann man ihn nicht beschreiben.
Ich habe im Museum bisher keine Megaphonanlage der Walter-Elf gesehen, ebenso keine von unseren Meisterschaften/Pokalsiegen 1951-1953-1990-1991-1996-1998!



Beitragvon ks_969 » 18.12.2013, 12:53


Der Norbert ist einfach einer der ganz großem beim FCK, der so vieles für den Verein getan hat, das man das eigentlich kaum zurückzahlen kann. Danke!!!

Wäre eigentlich mal Zeit beim FCK das Amt des Ehrenpräsidenten einzuführen...solch eine FCK Ikone muss Ehrenpräsident sein.
1.FCK - Unzerstörbar



Beitragvon super-jogi » 18.12.2013, 12:54


Der alter FCKler hat geschrieben:Den Norbert habe ich Anfang März 1978 persönlich kennen gelernt. Als ich "Herr Thines" zu ihm sagte, meinte er: "Allo hopp, jetzt mach awwer kä Sache, ich bin de Norbert!"

Ich glaube, besser kann man ihn nicht beschreiben.


So ähnlich ging es mir vor etwa nem Jahr, als ich ihn in der Nord vorübergehen sah und ihn fragte: Herr Thinnes, könnte ich ein Foto mit ihnen machen ?

Darauf er: Alla hopp, awwer nur wande Norbert zu mer sasch.
Das Leben ist wie eine Klobrille. Man macht so einiges durch !



Beitragvon Wurschdbrot » 18.12.2013, 14:00


Norbert Thines verkörpert und lebt eine beispielhafte menschliche, sympathische, hilfsbereite und warmherzige Art, die nicht nur ihm sondern auch in Verbindung mit ihm dem FCK große Sympathie und Zuneigung gebracht haben. Abseits des großen Geldgeschäftes, abseits des Kommens und Gehens namenloser und unzähliger Spieler in den Jahren nach seiner Präsidentschaft, wirkt Norbert Thines wie eine Ikone der Menschlichkeit in diesem Haifischbecken des Profifußballs, fast schon wie eine umsorgende Mutter, die mit Liebe und Wärme auf ihren FCK herabschaut und mit wahrem Herzblut die Menschen liebt, die sich mit diesem Verein und in diesem Verein wiederfinden.

Meine Hochachtung und meine Bewunderung für diesen außergewöhnlichen Menschen. Die gesamte FCK-Familie darf sich glücklich schätzen, ihn zu haben. Danke Norbert!



Beitragvon teufelin50 » 18.12.2013, 15:20


Es wäre schon, wenn man (wie bei der tollen Choreo für Fritz Walter) ein Poster erstellen koennte und dies bei einem Heimspiel zu Gunsten von alt-arm-allein dann an die Fans zu verkaufen.



Beitragvon Tor » 18.12.2013, 17:42


Norbert..ein Mensch mit Herz und Seele..
es wurde bereits alles geschrieben über diesen
besonderen Menschen..
nur noch eine kleine anekdote..
so war unser Norbert..
zur gleichen zeit als mein vater begesetzt wurde..
fand in Kaiserslautern im rahmen des länderspiels
Deutschland-Schweiz ein bankett statt..zu dem auch
Norbert eingeladen war..
als er mir auf dem friedhof sein beileid aussprach..
war ich überrascht und fragte ihn..Norbert wieso
bist du nicht in KL ?
seine antwort werde ich nie vergessen..
er sagte.. die bestattung deines vaters ist nur einmal..banketts gibt es immer wieder..
Danke Norbert für alles was du für unseren FCK
bisher getan hast und was du noch machen wirst..
sowie für deine Freundschaft..
möge Dir und Deiner Familie ein langes und gesundes leben beschieden sein..
dies wünscht Dir Bert
"Wohin soll ich denn wechseln? Ich bin doch schon beim FCK" ! Fritz Walter



Beitragvon Rheinteufel2222 » 18.12.2013, 18:17


Es heißt ja immer, der Fussball hätte sich so durch die Kommerzialisierung verändert, dass wir mittlerweile als Kleinstadtverein mit den Großen nicht mehr mithalten können. Das ist nicht falsch, aber das war zu den Zeiten von Norbert Thines auch schon so. Und trotzdem, gegen alle Logik und Wahrscheinlicheit haben wir unter Norbert Thines diese ganzen Titel geholt.

Und dabei (das wird aus dem Artikel von Thomas ja auch deutlich) war er nie ein besonders begabter Kaufmann. Er hat das vielmehr mit anderen Mitteln erreicht, indem er einen Zusammenhalt und eine Grundstimmung rund um den FCK geschaffen hat, die sogar weit über die eigentliche Pfalz ausgestrahlt hat und durch die eine Eigendynamik entstanden ist, die stark genug war, um 1991 eine Mannschaft voller No-names und Grobmotoriker zur Meisterschaft zu brüllen. Das ist einmalig, nicht nur in Kaiserslautern, sondern auch sonst im deutschen Fußball, und wenn ich es nicht selbst erlebt häte, würde ich es wahrscheinlich gar nicht glauben.

Nach Thines kamen dann Atze und Wiesche und der Defizit an Durchblick, dann Göbel und Stfan Kuntz und die zweite Liga als Normalzustand. Mit dem FCK unter Thines hat der FCK von heute leider nicht mehr viel Ähnlichkeit. Er ist halt noch der Verein in unserer Region, deshalb schaut man wie er spielt, aber warum er darüberhinaus etwas besonderes sein soll, fällt heute schwer zu erklären.

Letztlich verdeutlicht aber auch das nur, wie groß der Verdienst von Norbert Thines für den Verein ist, wie außergewöhnlich das war was er damals in den 80er und 90er geschaffen hat. Der Abstieg unter Thines 1996 bleibt natürlich als kleiner Schönheitsfleck, aber wer weiß ob unser Provinzklub unter einer anderen Führung nicht schon viel früher abgestiegen wäre? Wir waren ja schon vor Norbert Thines oft genug nahe dran.

Ich würde in der Gesamtschau die Bedeutung vn Norbert Thines für den FCK vielleicht sogar höher bewerten,al die der Weltmeister von 1954 (mit Ausnahme natürlich von FW). Ich wünsche ihm auf alle Fälle noch ein langes und gesundes Leben und viel Freude mit unserem gemeinsamen Lieblingsverein, der ohne ihn vielleicht gar nicht mein Verein wäre.
- Frosch Walter -



Beitragvon LDH » 18.12.2013, 20:42


Eine Frage habe ich noch zu dem Artikel. Schon mal Danke für die Antwort, sollte jemand Infos dazu haben.

Was wurde aus dem Knebelvertrag über 25 Jahre mir Crunchips??
Marlon Ritter: „Anscheinend sind wir doch schlechter als wir denken“.



Beitragvon Thomas » 18.12.2013, 22:28


LDH hat geschrieben:Was wurde aus dem Knebelvertrag über 25 Jahre mir Crunchips??

Der wurde von der neuen Vereinsführung um Atze Friedrich aufgelöst/umgewandelt. Jedenfalls war Crunchips dann noch von 1996 bis 1998 Trikotsponsor und machte danach freiwillig (so damals die offizielle Version) Platz für die DVAG, die ja wiederum von Helmut Kohl zum FCK vermittelt wurde und der langjährigste Hauptsponsor aller Bundesligisten werden sollte. Vermutlich gab es irgendwelche Ausgleichszahlungen oder sonstwas für Crunchips, aber das weiß ich auch nicht genauer.

Google spuckt zu dem Thema folgenden Link aus dem FAZ-Archiv aus, wo leider nur die Einleitung kostenlos verfügbar ist, aber die Überschrift und die ersten Sätze bestätigen das in etwa so:

FAZ/sid hat geschrieben:Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.1997, Nr. 199, S. 27

Sport
Friedrich bessert Vertrag mit dem FCK-Sponsor nach


KAISERSLAUTERN (sid). Norbert Thines, der frühere Präsident des Fußball-Bundesligaklubs 1. FC Kaiserslautern, hat 1996 mit dem Hauptsponsor Bahlsen einen vergleichsweise unterdotierten Vertrag über eine Laufzeit von 29 Jahren vereinbart. Dies berichtet die Zeitschrift "Sport-Bild". Die Details der Vereinbarung bestätigte Jürgen Friedrich, der Aufsichtsratsvorsitzende des Vereins, am Mittwoch. Demnach wären Kaiserslautern trotz einer jährlichen Steigerungsrate von 100000 Mark auf die jetzt 2,5 Millionen Mark pro Saison bis zum Jahr 2025 im Vergleich zur Konkurrenz Millionenbeträge entgangen. Der Verein besaß zudem …

http://www.seiten.faz-archiv.de/FAZ/199 ... --100.html

Für nächste Saison bekämen wir mit dem alten 29-Jahre-Vertrag von Crunchips also 2,1 Mio. Euro (4,2 Mio. D-Mark). Mal schauen, ob uns stattdessen der Vertrag mit dem Nachfolger von Allgäuer Latschenkiefer so viel mehr einbringt. ;) Auch wenn man diesen Vergleich so vereinfacht natürlich nicht ziehen sollte.
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon LDH » 18.12.2013, 22:57


Merci. Den FAZ Artikel hab ich auch gegoogelt. Wie das ganze ausgegangen ist werden wir wohl nie erfahren. Auch eine seltsame Geschichte rund um Finanzgeschäfte beim FCK. Was da alles in den Sand gesetzt wurde. Unglaublich.

Aber interessanter Gedanke Thomas. Gut möglich, dass wir mit dem Geld nächstes Jahr besser da stehen würden als mit Sponsor XY. Die zahlungswilligen Interessenten stehen wohl nicht gerade schlange.
Marlon Ritter: „Anscheinend sind wir doch schlechter als wir denken“.



Beitragvon McMett » 19.12.2013, 03:14


Leider konnte ich wegen herbst-/winterbedingter Ausfallerscheinungen in Form von akuter Erkältung nicht vor Ort sein, wie sonst fast immer in der letzten Dekade.
Umso schöner, eine solche Choreographie auch vor dem (zugegeben gestreamten) TV-'Spektakel' in vollem Glanz genießen zu dürfen! An dieser Stelle lasse ich das Spiel und dessen Verlauf völlig außer Acht, sondern betrachte nur den Aufwand, die Anstrengungen und das Ergebnis für bzw. der Choreo und ich komme zu dem Schluss:

Das war erstklassig!

Viel Vorbereitung, viel Engagement und das alles verbunden damit, auch eine Aussage zu transportieren. Eine Aussage über einen Mann, den viele der Organisatoren, wahrscheinlich genau wie ich, wirklich aktiv kaum haben wahrnehmen können.
Ich selbst (Jahrgang 84), mit dem ersten Live-Betzespiel 1997, kennen Norbert Thines und sein mittlerweile zum Kult gewordenes Engagement um den FCK nur durch Erzählungen und Anekdoten guter Freunde (danke Fragile X-Factor! ;) ), ohne es wirklich selbst als aktiver Fan mitbekommen zu haben.
Umso toller finde ich es, dass Personen wie Norbert Thines in solchen Aktionen gewürdigt werden, auch und gerade von Jungs und Mädels, die das ganze nicht aus eigener Erfahrung kennen, es nicht selbst erlebt haben. Das zeigt für mich das, was wir uns alle immer wieder auf die Fahnen schreiben und was uns hoffentlich auch ein Stück weit ausmacht: Das wir uns unserer Tradition bewusst sind, sie weitergeben und bewahren und diejenigen, die Teil und prägendes Element eben dieser Traditon sind, im Gedächtnis behalten und ihren Einsatz wertschätzen.

In diesem Sinne: Danke an die Gruppen, die diese Choreo organisiert habe und so viel Arbeit hineingesteckt habe und natürlich: Danke Norbert, du bist ein ganz großes Stück FCK!
"Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich allerdings alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft." (Jean-Paul Sartre)



Beitragvon szymaniak » 22.12.2013, 12:42


Norbert Thines hatte den FCK zu einer ganz großen harmonischen Familie in unserer so wunderschönen Region gemacht.
Unter ihm war der FCK etwas ganz Besonderes, eine riesig große Familie mit traditionellen Werten.
Bei unserem Verein, dem 1. FC Kaiserslautern, stand der ehrliche Fußball in Reinkultur, der Sport im Vordergrund.
Geld, das war damals nicht das absolut Vordergründige in unserem Verein.
Seine Menschlichkeit, sein vorgelebtes christliches Menschenbild, übertrug sich damals in weiten Teilen auf die Gesamtfamilie FCK.
Unter seinen Nachfolgern ist dieses etwas ganz Besonderes im Dt. Fußball zu sein leider leider mehr u. mehr in den Hintergrund geraten, somit auch mehr u. mehr innerhalb der Familie FCK.
Bei Norbert Thines konnte u. kann man sich bis heute absolut sicher sein, dass sein gegebenes Wort auch Gültigkeit hat. Heutzutage können das immer weniger sagen über seine Nachfolger u. deren Mitstrategen.
Die Gesamtatmosphäre rund um den Betzenberg spricht dafür Bände.
Die einst so riesig große harmonische Familie FCK
wird leider Jahr für Jahr immer kleiner, so etwa wie auch leider in den normalen Familien in Deutschland.
So wie die Familie immer kleiner wird, so geht auch immer mehr die Harmonie u. die Geschlossenheit im Stadion zurück. Immer mehr Grüppchen im Stadion machen ihr eigenes Ding, kochen ihr eigenes Süppchen.
Von der Geschlossenheit, die uns früher auszeichnete, die den FCK als etwas ganz Besonderes ausmachte, ist leider heutzutage nicht mehr viel übrig geblieben.
Der Zusammenhalt in der immer kleiner werdenden Familie FCK geht drastisch zurück.
Wir sind unter seinen Nachfolgern ein ganz hundsgewöhnlicher Club geworden.
Seine Nachfolger konnten allesamt die Aura des Norbert Thines nicht mehr weiter verbreiten.
Insgeheim wären wir alle froh, es käme wieder einer wie Norbert Thines, der die Familie des FCK
wieder zu dem macht, was sie einmal war.
Wie sagt es so schön der Volksmund:
Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Ich sage dazu bezugnehmend zum FCK:
Hoffentlich stirbt sie nie.
Hoffentlich kommt ganz schnell wieder ein Norbert Thines.
In diesem Sinne eine schönen 4. Advent für alle und ein Sieg morgen in Ingolstadt.



Beitragvon attacke pfalz » 04.09.2014, 03:13


das ich diesen artikel noch nicht kommentiert habe wundert mich grad übelst..jedenfalls muss man sagen:
Norbert Thines ist der zweit größte FCK ´ler aller Zeiten!!! man kann den RESPEKT den er sich (mit oder ohne fck) verdient hat gar nicht in worte fassen...




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