Neuigkeiten und Pressemeldungen zum 1. FC Kaiserslautern.

Beitragvon Olamaschafubago » 18.12.2020, 16:34


Kann nur zustimmen, dass die Taktikanalysen hier wohltuend sind und oft interessante Blickwinkel und Gedankenanstöße liefern.

Was die xG-Methodik angeht, denke ich mal jedes Modell kann nur so gut sein wie sein schwächstes Glied. Die individuelle Qualität des schießenden Spielers ist eben eine solche Variabel, die man dann nicht mehr ausreichend berücksichtigen kann (die Rasenqualität an unterschiedlichen Stellen z.B. auch). Trotzdem hat der Wert als Annäherung an die Torgefährlichkeit einer Mannschaft insgesamt eine Aussagekraft.

Was mir an der Passgrafik vom 60-Spiel auffällt, sind die kaum vorhandenen horizontalen Balken in unserer IV. Ein Grund dafür ist sicherlich Bachmanns Platzverweis, aber auch die hoch pressenden Sechziger, die unsere Verteidiger fast die gesamte Spielzeit über aktiv angelaufen haben, sodass versucht wurde, sie mit Longline-"Langholz" zu überspielen. So war ein geordneter Spielaufbau kaum möglich. Leider werden auch zukünftige Gegner so agieren.

Mit Dreier- (offensiv), bzw. Fünferkette (defensiv) zu spielen ist anspruchsvoll und fehleranfällig, daher kommt es für unsere Mannschaft momentan nicht in Frage. An der Viererkette wird diese Saison nichts dran vorbeigehen, mit Hlousek, Bachmann/Winkler, Kraus/Sickinger und Hercher in Normalform dürften wir da auch stabil genug für die Liga sein, aber momentan sind sie ja entweder im Formtief oder verletzt/gesperrt. Für die nötige Konzentration und den nötigen Körpereinsatz muss eben der Kopf mitspielen, da hat der Schmidt mit Sicherheit recht. Damit der Kopf mitspielt, müssten mal wieder ein Sieg her oder zumindest ein paar Spiele ohne Gegentor. Und um diesen Teufelskreis zu durchbrechen braucht man wahrscheinlich auch mal das Glück oder die Gunst des Schiris auf seiner Seite...



Beitragvon Rheinteufel2222 » 18.12.2020, 18:56


Kohlmeyer hat geschrieben:Ein Team, das in 90 Minuten drei Torgelegenheiten in der Box rausgespielt hat ist eben als "besser" einzuschätzen, beziehungsweise näher dran am Sieg, als eines, das 17 Mal aus 40 Metern aufs Tor gebolzt hat.


Das ist sicher richtig, aber braucht man für diese Erkenntnis tatsächlich ein Computerprogramm?

Fußball ist eine komplexe Geschichte und die eigenen Augen sehen meiner Meinung nach immer noch mehr und verarbeiten mehr Informationen und Faktoren als eine tote Statistikmaschine. Nach den xG-Werten hätten wir gegen 1860 ja eigentlich 1:1 gespielt. Das würde wohl niemand, der das Spiel selbst gesehen hat, unterschreiben. Tatsächlich sind wir mit dem 0:3 sogar noch ganz gut davon gekommen.

Das nur mal als Beispiel dafür, wie weit das Programm von der Realität entfernt sein kann. Man sollte dem Fußball noch einen Rest seiner Menschlichkeit lassen, sonst wird er nur noch uninteressanter.
- Frosch Walter -



Beitragvon Kohlmeyer » 19.12.2020, 09:15


Also, wo du das jetzt herausgelesen hast, musst Du mir mal erklären.

Nach kumulierten xG-Werten endet das Spiel 0.60 : 1.29 für 1860 München, geht also klar an die 60er. So steht es in der Grafik und auch bei mir im Text. Wie kommst Du auf 1:1?

Ansonsten gebe ich Dir recht. Dieses hyperanalytische Betrachten des Fußballs tötet auch ein wenig die Romantik und raubt uns den Spaß an dem, was wir am Fußball lieben.

Ich hab mich wahnsinnig geärgert, als sich nach dem Champions-League Sieg von Olympique Lyon über Man City einige analystisch zu stark angefixte Kollegen echauffiert haben, dass Lyon jetzt so gefeiert und Pep so niedergemacht wird. Den Analyse-Daten zufolge hätte die Siegeswahrscheinlichkeit von Man City bei 70 Prozent gelegen, von der Spielausrichtung her sei Pep also nichts vorzuwerfen. Lyon hätte halt seine Außenseiterchance genutzt, im wahrsten Sinne des Wortes.

Ja, mein Gott, gibt's denn was Geileres im Fußball als gerade solche Außenseitersiege? Und gibt's irgendjemanden, der das besser weiß als wir Lautrer?

Drum betrachte ich ja die Spiele nicht nur analytisch. Ich denke aber, ich kann DBB mit diesen Grafiken etwas geben, was es so bislang noch nicht hatte. Und ein gewisser Leserkreis weiß das ja zu schätzen, wie man sieht. Und der genügt mir auch. Den Ehrgeiz, es allen recht zu machen, habe ich schon lange nicht mehr.

Gruß,
Kohlmeyer



Beitragvon Kohlmeyer » 21.12.2020, 11:18


Hier kommt die DBB-Analyse zum Auswärtssieg gegen Uerdingen - und darüber hinaus:

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Taktik-Nachlese zum Spiel KFC-FCK
Die Taktikanalyse: Hurra, sie leben noch

Zum Jahresabschluss gelingt dem 1. FC Kaiserslautern ein 2:0-Sieg beim KFC Uerdingen. Nein, die ersehnte "Wende zum Besseren" ist damit noch nicht geschafft. Das Erfolgserlebnis sollte jedoch ermöglichen, fällige Entscheidungen jetzt in der richtigen Reihenfolge zu treffen. DBB-Autor Eric analysiert die Lage zur Winterpause.

Wenn du denkst, es geht nicht mehr, muss einfach nur der KFC Uerdingen her. Auch im fünften Aufeinandertreffen in der 3. Liga hat der 1. FC Kaiserslautern den Klub aus Krefeld besiegt. Und nicht nur das: Einmal mehr hat der FCK gegen die Uerdinger seine bislang beste Saisonleistung gezeigt. Der dritte Sieg dieser Spielzeit war nicht nur früher unter Dach und Fach als die beiden bisherigen, erst in den Schlussminuten klargemachten Erfolge gegen Zwickau und Lübeck, er resultiert aus einer fast über die vollen 90 Minuten konzentrierten, überzeugenden Darbietung.

Und das, obwohl die Zeichen für Lautern diesmal schlechter standen als je zuvor. Der KFC hatte aus den letzten drei Spielen sieben Punkte geholt und kein Gegentor zugelassen, der FCK sich hingegen nur einen Zähler gesichert und sieben Buden kassiert. Und nun das. Andererseits: Typisch 3. Liga eigentlich.

Saibene dreht die Uhr zurück - und macht einen Schritt nach vorn

Irgendwie hat Trainer Jeff Saibene es geschafft, die jüngsten Auftritte seiner Jungs aus den Köpfen zu bekommen. Das gelang ihm, indem er in gewisser Weise die Uhr zurückdrehte, zu seinen Anfängen beim FCK zurückkehrte. Etwa zu einer Grundordnung, die so klar strukturiert das letzte Mal am 11. Spieltag, gegen den Halleschen FC, zu sehen war: einem 4-1-4-1. Gegen den Ball attackierten die beiden inneren Glieder der offensiven Viererkette die gegnerischen Innenverteidiger abwechselnd, das sah geordneter aus und brachte den Kontrahenten mehr in Verlegenheit, als die jüngst praktizierten Varianten mit zwei echten Stürmern in einem 4-4-2, oder einem Zehner, der bei gegnerischem Ballbesitz zur Sturmspitze aufrückte.

Und erstmals seit dem 10. Spieltag bildeten Kevin Kraus und Carlo Sickinger wieder das Innenverteidiger-Duo. Der Wiedereinbau von Kapitän Sickinger sollte wohl die Schnelligkeitsdefizite der hinteren Reihe minimieren. Das klappte in der ersten halben Stunde, in der der FCK trotz der zuletzt erlittenen Nackenschläge erstaunlich dominant auftrat, auch ganz gut.

Winkler wird eingewechselt - und wirkt wie ausgewechselt

Dann allerdings musste Sickinger verletzt vom Platz. Für ihn kam Alex Winkler in der Partie, der dessen FCK-Debüt nach langer Verletzungspause am Dienstag gegen 1860 München so gründlich missglückt. Doch siehe da: Der Eingewechselte präsentierte sich wie ausgewechselt, verschaffte sich schnell mit einigen beherzt gewonnenen Zweikämpfen Respekt und demonstrierte, dass einer wie er einfach nur Wettkampfpraxis braucht, um doch noch zu erhofften Verstärkung zu werden.

Ein weiteres stabilisierendes Element war Philipp Hercher, der erstmals seit dem 12. Spieltag als Rechtsverteidiger die Startelf zurückkehrte. Schon nach fünf Minuten bereitet er mit einer Flanke auf Marlon Ritter die erste Torchance der Lautrer vor. Nach 30 Minuten markiert er nach Ecke von Kenny Redondo und Kopfballverlängerung von Tim Rieder den Führungstreffer - der einmal mehr belegt, dass Hercher auch zu den besten Kopfballspielern des Teams gehört.

Nun brennt doch noch ein Kerzchen am sonst düsteren Weihnachtsbaum

Nur vier Minuten später fällt der zweiten Treffer. Linksflanke von Adam Hlousek aufs lange Eck, wo Daniel Hanslik flach und direkt in die Mitte gespielt und Marlon Ritter vollstreckt wird - eine Doublette des Tores, das der FCK gegen Magdeburg erzielte, da hatte Ritter abgelegt und Marvin Pourié vollstreckt. Ob das jetzt ein festes Muster draus wird? Auch in der zweiten Hälfte bewahrte Saibenes Elf Stabilität. Hendrick Zuck, Hanslik und Redondo hätten sogar auf 3:0 erhöhen können, so klar, dass Skeptiker schon wieder fürchten mussten, es käme doch noch die alte Binsenweisheit zum Tragen, dass es sich am Ende rächt, wenn solche Torchancen ausgelassen werden. Aber nichts dergleichen geschah. Lautern siegte am Ende verdient, wie auch die Timeline der "expected Goals" (xG) bestätigt.

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Die Positions- und Passgrafik bildet die 4-1-4-1-Formation schön ab und zeigt eine beinahe gleichmäßige Ballverteilung mit einer leichten Rechtslastigkeit. Zuletzt bildete da eher die Seite von Hlousek und Redondo den Schwerpunkt. Ebenfalls erfreulich: Von allen Gliedern der offensiven Viererkette und den beiden Außenverteidigern zeigt ein Pfeil auf Pourié, der diesmal freilich mehr als Ballverarbeiter denn als Torjäger unterwegs war. Solange andere die Treffer markieren, ist das völlig okay.

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Als Service für mitlesende Anhänger des Gegners hier die Positions- und Passgrafik des KFC:

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Nach äußerst deprimierenden Wochen zuletzt haben die Roten Teufel ihren Fans nun also doch noch ein Kerzlein am ansonsten düsteren Weihnachtsbaum angesteckt. Höher sollten diese drei Punkte auch nicht bewertet werden.

Jetzt gilt es, erst einmal die Personalie Notzon zu klären

So ein Stimmungsaufheller ist aber auch nicht zu unterschätzen. Eine neuerliche Niederlage hätte vermutlich eine erneute Trainerdiskussion ausgelöst und Rufe nach dringend benötigten Ad hoc-Verstärkungen laut werden lassen. Beides macht derzeit aber auch kaum Sinn - jedenfalls solange nicht, bis die Personalie Boris Notzon geklärt ist.

Der Vertrag des Sportdirektors läuft im Sommer 2021 aus. Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt hob im DBB-Interview Anfang Dezember Notzons Fachkompetenz hervor und sagte, er wolle bezüglich der Vertragsgespräche noch etwas die Entwicklung der Mannschaft abwarten und dann rechtzeitig seine Schlüsse ziehen. Aus dem Beirat der FCK-KG ist seit dem ausdrücklicken Lob des mittlerweile zurückgetretenen Martin Wagner derzeit nichts öffentliches über Notzon zu vernehmen. Im Fan-Lager aber schlägt dem Sportchef mittlerweile eine Ablehnung entgegen, die die Verantwortlichen kaum noch ignorieren können. Wie immer sie damit umgehen wollen: Die Entscheidung darüber, wer als Sportdirektor und/oder gegebenenfalls als neuer Geschäftsführer Sport künftig für die weitere Personalplanung im sportlichen Bereich verantwortlich zeichnet, muss jetzt fallen. Bevor wieder über den Trainer oder neue Spieler geredet wird.

Schon jetzt zeichnet sich ab: Der nächste Transfersommer wird heiß

Denn die nächste Saison will mit Bedacht vorbereitet werden. Transfereinnahmen, die in den vergangenen Jahren Handlungsspielräume eröffneten, sind da nämlich kaum zu erwarten. Gereifte Talente, die sich einen gewissen Marktwert erspielt haben, hat der FCK diesmal nicht im Angebot. Mit Carlo Sickinger hat ein möglicher Kandidat seinen Vertrag noch nicht verlängert, so dass ein Abgang ohne Ablöse droht. Anas Bakhat oder Hikmet Ciftci, die sich gegebenenfalls hätten so entwickeln können, dass sie interessante Investitionen für zahlungskräftige Vereine hätten darstellen können, konnten in der Hinrunde - auch wegen Verletzungen - noch nicht durchstarten. Kurzfristig aufblitzende "Überflieger" aus U21 oder U19 wird es heuer ebenfalls nicht geben, denn deren Teams spielen wegen Corona zurzeit ja gar nicht.

Ohne Transfereinnahmen wiederum wird es schwer werden, die aktuellen Leihspieler Hlousek, Hanslik und Pourié abzulösen und weiterzuverpflichten. Da zeichnet sich also wieder ein größerer Kaderumbau ab, der sich von jetzt auf gleich gestalten lässt. Und wenn der viel strapazierte Begriff "Kontinuität" am Betzenberg tatsächlich irgendwann einmal Geltung haben soll, sollte ein gegebenenfalls neuer sportlich Verantwortlicher auch die Trainerfrage mitentscheiden. Das wäre in Jeff Saibenes Fall momentan durchaus möglich. Sein Vertrag wurde von Notzon und Voigt, wenn auch mit Option, nur bis Sommer 2021 datiert.

Uerdingen hat gezeigt: Aktuell ist kein Aktionismus angezeigt

Die aktuelle Mannschaft dagegen hat in Uerdingen zumindest gezeigt, dass sie stark genug ist, sich in absehbarer Zeit von den Abstiegsplätzen zu entfernen, ohne dass sofort neues und womöglich überteuertes Personal angekarrt wird - mit dem wiederentdeckten 4-1-4-1, das nun hoffentlich zur festen Grundordnung wird, dem wiedergekehrten, starken Hercher, einem stärker werdenden Winkler, einem Ritter, der endlich mal über 90 Minuten präsent war. Nicht, dass ein weiterer schnellerer Mann vorne nicht helfen könnte - dieses Manko aber könnte auch ein Marius Kleinsorge beheben, so er denn endlich in die Spur findet. Dass der FCK Hlousek und Hercher nur zwei Außenverteidiger im Kader hat, solange Dominik Schad ausfällt, ist da schon problematischer. Wichtiger ist jedoch, erst einmal die übergeordnete Frage zu entscheiden.

Quelle: Der Betze brennt / Autor: Eric Scherer
 
Weitere Links:

- Neu auf DBB | Grafiken sagen nicht alles, aber viel: Die Taktikanalysen von den FCK-Spielen



Beitragvon Miggeblädsch » 21.12.2020, 12:01


@Kohlmeyer: Vielen Dank für die wie immer aufschlussreiche Analyse :daumen:

Ich stimme dir auch völlig zu, was den ersten und wichtigsten Schritt angeht, der zu gehen ist.
Irgendwann geht's los



Beitragvon scheiss fc köln » 21.12.2020, 12:19


Kohlmeyer hat geschrieben:(...) seine bislang Saisonleistung gezeigt.


Kann man so gelten lassen! :D
R.I.P Can i get a witness?



Beitragvon LM2608 » 21.12.2020, 12:48


Der FCK muss (wenn wir mal vom Klassenerhalt ausgehen) Pourié und Hlousek halten und die Mannschaft noch zusätzlich verstärken, um aufzusteigen ansonsten ist das Pulver aus der Planinsolvenz schon wieder verschossen und die nächste folgt.
Spieler wie Skarlatidis, deren Vertrag ausläuft, werden gehen. Dadurch wird etwas Budget frei. Dennoch muss der FCK in der Sommerpause für Drittligaverhältnisse ganz schön was hinlegen. Das heißt die Investoren müssen nachschießen, wenn sie die nächste Insolvenz vermeiden wollen.



Beitragvon MarcoReichGott » 21.12.2020, 13:57


Ich muss ja malfesthalten, dass wir hier mit den Analysen anscheinend recht nahe bei Saibene liegen, auch wenn dieser teilweise andere Lösungen dann sucht und findet.

So hatte ich ja schon die letzten Wochen festgehalten,dass Hanslik auf jedenfall einen stark offensiven AV hinter sich braucht, wenn er im RM spielt. Ich hatte hier bei Hercher aber ehrlich gesagt auf der rechten Seite die Hoffnung aufgegeben, aber wie man auch klar an der Positionsgrafik sehen kann hat er das dieses Spiel sehr gut umgesetzt.

Im Zentrum war das Zurückziehen von Zuck lange überfällig. Hier wurde erkannt, dass Rieder als stark defensiver 6er offensive Mitspieler benötigt. Ich würde hier mir ehrlich gesagt aber trotzdem zur Winterpause einen weiteren offensiven 8er wünschen. Ich seh die Position auch auch deutlich wichtiger für uns an als einen RM, wo wir zumindest quantativ eigentlich eine recht große Auswahl haben. Aber wer weiß: Vielleicht schafft es Ciftci auch in der Winterpause hier offensiv nochmal zuzulegen und zu verinnerlichen, dass ein zweiter reiner Ballverteiler neben Rieder einfach zu wenig Dynamik in die offensive bringt.

Insgesamt hat das Spiel mich zumindest in sofern beruhigt, dass Hercher und Zuck durchaus ihre ROllen auch anders interpretieren können und wir daher - sofern die verletzten Bakhat, Sessa und Co rechtzeitig zurückkommen - vielleicht doch nicht so viele Wintertransfers zur Stabilisierung der Mannschaft benötigen wie ich das noch die letzten Wochen befürchtet hatte.



Beitragvon Rickstar » 21.12.2020, 14:46


Danke für die wertvollen Analysen. Ich sehe es auch so, dass jetzt schon die Weichen für die nächste Saison im Kader gestellt werden sollten. D.h. in jedem Fall einen weiteren AV und einen RM holen, da einerseits auf den AV Positionen durch den Ausfall von Schad ein Mangel herrscht und uns Skarlatidis relativ sicher verlassen wird. Ich sehe hier gute und günstige Chancen bei den Regionalligen, die derzeit nicht spielen (Nord, Nordost, Bayern?).



Beitragvon YessinetheGreat » 21.12.2020, 19:03


Meiner Meinung nach ist der Schlüssel zum Erfolg ein richtig guter Rechter Außenspieler auf dem Level von Redondo.
In der Verteidigung sehe ich keinen Nachholbedarf, auch wenn wir oft unstabil waren sind wir mit Kraus, Winkler, Sickinger und Bachmann gut besetzt.
Im zentralen Mittelfeld ist Rieder gesetzt, Ciftci hat zwar ein paar Unsicherheiten entwickelt sich aber gut, Bakhat ist unsere Zukunft und Zuck + Sickinger sind gute Alternativen. Sessa sollte auch bald zurückkommen, sehe ihn aber leider erst in der nächsten Saison als Leistungsträger.
Links außen ist Redondo gesetzt, wenn er sich verletzt kann Ritter nach links rücken.
Im Sturm haben wir momentan nur Pourie und Ritter, hoffe aber dass irgendwann der Knoten bei Huth platzt (kann mit einfach nicht vorstellen, dass er die ganze Zeit ohne Tor bleibt.
Saibene hat oft mit einem großen Kopfballstarken Stürmer gespielt. Auch wenn das nicht so gerne gesehen wird, vielleicht ist das der Schlüssel zum Erfolg in der 3. Liga aber ich sehe es nicht als Lebensnotwendig.
Unsere Problemzone ist aber eindeutig die rechte Aussenbahn... Zuck, Kleinsorge, Skarla, Gözütok, Hanslik haben einfach nicht überzeugt und wir stahlen (außer im letzten Spiel) 0 Gefahr von rechts aus. Ein Kaliber wie Redondo wäre unglaublich wichtig, diese Spieler sind aber in der Winterpause schwer zu greifen; man muss eigentlich auf einen Glücksgriff hoffen.
Und ich hoffe echt, das Notzon jetzt geht. Ich habe 0 Vertrauen darin, dass er auf den jeweiligen Positionen die richtige Entscheidung trifft. Das wäre auch ein wichtiges Zeichen an uns



Beitragvon Chrisss » 21.12.2020, 20:20


Ich sehe das ähnlich wie @YessinetheGreat und @MarcoReichGott: Was für die rechte Außenbahn und für das OM machen. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen (vor allem die ohne Ritter) gab es im letzten Spiel mal ein Mittelfeld mit Zug zum Tor. Hlousek/Redondo funktionieren dann gut, wenn nicht das ganze Spiel über links gespielt werden soll.



Beitragvon Rickstar » 21.12.2020, 20:29


@yesinthegreat: bzgl. Redondo und unserer linken offensiven Seite müssten wir eigentlich dort auch nochmal nachlegen. Ritter dort hinversetzen bei einem Ausfall von Redondo hieße ja unsere Zentrale stark schwächen. Die Alternativen Zuck oder Sessa sind auch nicht üerzeugend. Mit letzterem würde ich generell - wenn überhaupt - in der Rückrunde nur als Einwechsler rechnen. Bliebe ggf. noch Gözutök, der JS grundsätzlich zu gefallen scheint.
Wo ich dir Recht gebe, ist dass wir zentral (IV, DM, OM, MS) für die Rückrunde keinen akuten Handlungsbedarf haben.



Beitragvon ExilDeiwl » 22.12.2020, 00:58


@YessinetheGreat: Ich möchte Deiner Einschätzung bzgl. der Defensive widersprechen, denn ich sehe hier zwei Baustellen.

Die erste Baustelle ist die Rechtsverteidigung, nominell mit Schad besetzt, der aber noch länger ausfallen wird. Hier haben wir nur Hercher, der anfangs große Probleme hatte, seine Qualitäten in ähnlicher Weise zu zeigen, wie er das auf der linken Seite in der letzten Saison getan hat. Gegen Uerdingen hat es dann gut geklappt (nicht nur wegen seines Treffers). Was aber passiert, wenn auch er ausfällt, konnten wir mit Kleinsorge auf der RV Position sehen. Das war eher nix. Ergo: da muss noch einer für diese Position her.

Die zweite Baustelle sehe ich in der IV. Hier hat in der Vorrunde zumeist Sickinger für Winkler gespielt, Sickinger ist aber Wechselkandidat. Immerhin: Bachmann war unser Überraschungs-IV, mit dem da eigentlich keiner gerechnet hat. Inwiefern Winkler sich mit Spielpraxis in der IV festspielen kann, müssen wir mal sehen. Diese Baustelle ist also nicht ganz so groß, tendenziell fände ich hier aber noch einen Backupspieler sinnvoll. Meine Strategie wäre: der gesuchte RV müsste auch in der IV einsetzbar sein.

Bzgl. der RA Position stimme ich zu. Ein Redondo-Pendant auf der rechten Seite, möglichst mit hohem Tempo. Mich deucht, wir hätten zuletzt so einen gehabt. Wo ist der nur hin gekommen...?!



Beitragvon Rickstar » 22.12.2020, 10:50


Aber nochmal zur Frage des LA. Wen seht ihr denn als Backup von Redondo? Umbaumaßnahmen ala Ritter sehe ich nicht wirklich positiv, weil das Gerüst dann wieder ins wanken gebracht wird.



Beitragvon SEAN » 22.12.2020, 12:42


Rickstar hat geschrieben:Aber nochmal zur Frage des LA. Wen seht ihr denn als Backup von Redondo? Umbaumaßnahmen ala Ritter sehe ich nicht wirklich positiv, weil das Gerüst dann wieder ins wanken gebracht wird.

Hätte sich Schad nicht verletzt, oder es wäre ein weiterer RV im Kader, könnten Adam und hercher die linke Seite beackern. Die sind zwar im Verbund nicht so offensiv stark und schnell wie mit Redondo, dafür aber defensiv zusammen stabiler.
Scheint die Sonne so warm, trag ich Papier unterm Arm,
scheint die Sonne so heiß, setz ich mich hin und.........



Beitragvon MarcoReichGott » 22.12.2020, 15:47


ExilDeiwl hat geschrieben:Die zweite Baustelle sehe ich in der IV. Hier hat in der Vorrunde zumeist Sickinger für Winkler gespielt, Sickinger ist aber Wechselkandidat. Immerhin: Bachmann war unser Überraschungs-IV, mit dem da eigentlich keiner gerechnet hat. Inwiefern Winkler sich mit Spielpraxis in der IV festspielen kann, müssen wir mal sehen. Diese Baustelle ist also nicht ganz so groß, tendenziell fände ich hier aber noch einen Backupspieler sinnvoll.


Ja gut, wir haben jetzt aber ja gesehen, dass Bachmann das eben auch zumindest passabel spielen kann. Wir haben mit Sickinger, Rieder und Bachmann nunmal 3 Spieler im Kader, die sowohl in der IV als auch auf der 6 eingesetzt werden. Selbst wenn da mehrere Leute ausfallen sind, haben wir zusammen mit den beiden reinen IVs Winkler und Kraus da immer noch genug Backups gehabt. Genau das war ja auch der Plan und der ist eben bislang auch ziemlich gut aufgegangen.

Aus den Analysen hier hingegen ist ganz eindeutig sichtbar, dass auf der rechten Seite und auf einer offensiveren 8 gerade unsere HAuptschwachstellen liegen, bzw. wir im Sturm eben kein "Wandspieler" haben, wenn man doch stärker mit langen Bällen heraus operieren möchte. Die Frage ist halt in wie fern hier evtl. Bakhat und Sessa schon diese Lücken schließen können.

Meiner Meinung nach ist die wichtigste Frage ohnehin, was wir im Zentrum machen. Das Duo Ciftci und Rieder passt meiner Meinung nach einfach nicht gut zusammen, weil beide keinen wirklich Zug nach vorne haben. Und davon wie wir das Auflösen hängt es eigentlich auch von ab auf welcher Position (abgesehen vom AV, wo wir einfach quantativ völlig unterbesetzt sind) wir uns offensiv noch verstärken sollen...



Beitragvon ExilDeiwl » 22.12.2020, 19:35


Ich revidiere meinen Beitrag bzgl. IV mal dahingehend, als dass wir in der IV so oder so keinen schnellen IV haben. D.h. Wenn wir mal offensiver spielen wollen, müssen wir immer mit der Angst leben, dass wir uns einen Konter und folglich einen Gegentreffer fangen. Wollen wir das nicht, dürfen unsere IV nicht so weit aufrücken, was wiederum den Pffensivbe,ühingen zuwider läuft, denn das Mittelfeld muss die Lücke zwischen Offensive und IV schließen => der Offensivdruck lässt in einem 4-4-2 nach. Ich finde schon, dass uns das ganz schön einschränkt. Anforderung an einen IV: auch schnell muss er sein. So einen haben wir nicht (bzw. bei Winkler noch nicht gesehen).



Beitragvon Kohlmeyer » 02.01.2021, 10:32


Zum Start ins neue Jahr kommt hier ein kleines Taktik-Resümee der bisherigen Hinrunde:

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Taktik-Nachlese zur bisherigen Hinrunde
Nach xG-Ergebnissen hätte der FCK acht Punkte mehr

Wir warten auf das Ende der Winterpause - und vertreiben uns die Zeit mit einer kleinen Spielerei: Wo würde der 1. FC Kaiserslautern stehen, wären die Spiele tatsächlich so ausgegangen, wie es Sander Ijtsma anhand seiner "expected Goals" errechnete?

Es gibt eine Untersuchung des Bloggers und Fußball-Analytikers Colin Trainor, die mittlerweile als richtungsweisend gilt. Der Nordire betrachtete sich seinerzeit die katastrophale Hinrunde von Borussia Dortmund in der Bundesligasaison 2014/15 genauer. Die eigentlich als Titelfavorit gehandelten Schwarzgelben waren damals auf dem 17. Tabellenrang abgesackt. Warum, vermochte niemand wirklich überzeugend zu erklären. "Einfach nur Pech" gilt in diesem Geschäft bekanntlich nicht als Ausrede.

Trainor betrachtete sich die statistischen Wahrscheinlichkeiten, mit denen der BVB Treffer erzielen, aber auch Gegentreffer hätte kassieren können. Daraus errechnete er die Punktezahl, die unter diesen Gesichtspunkten zu erwarten gewesen wäre ("expected Points"). Und kam zu dem Schluss, dass die Borussia 15 Punkte mehr auf dem Konto haben und eigentlich auf Platz 4 der Tabelle stehen müsste. Demnach bräuchte sie keine Abstiegssorgen zu haben: Bliebe sie bei ihrer Spielweise, die solche Wahrscheinlichkeiten produziere, wäre sie in der Rückrunde für rund 30 Punkte gut.

Kann Lautern Dortmunds Beispiel folgen?

Trainor hatte übrigens nie ein Spiel des BVB gesehen, sondern vertraute nur auf seine Zahlen. In absehbarer Zeit werde sich eine sogenannte "Regression zur Mitte" einstellen, prophezeite er. Was im simplen Fußballersprech nichts anderes heißt als: "Am Ende des Tages gleichen Glück und Pech sich aus." Ungefähr jedenfalls. Ein Satz, den eigentlich auch niemand mehr hören mag. Doch was geschah? In der anschließenden Rückrunde holten die Dortmunder 31 Zähler, kletterten auf Rang 7 und kamen damit vom Abstiegsplatz noch in die Europa League.

Ganz so komplexe Berechnungen wie Colin Trainor können wir nicht anstellen, denn uns stehen nur die "expected Goals" aus den bislang 17 Saisonpartien zur Verfügung. Spannend ist es dennoch, sich einmal anzuschauen, wie viele Punkte der FCK auf dem Konto hätte, wenn die Spiele gemäß der nach der xG-Methode errechneten Chancenverteilung ausgegangen wären.

Statistik mit zwei kleinen künstlerischen Freiheiten

Dabei erlauben wir uns zwei kleine künstlerische Freiheiten. Da xG-Vergleiche eigentlich nie unentschieden enden, haben wir zwei "Close by"-Ergebnisse als Remis gewertet: Das in Meppen, das der FCK nur knapp verloren hätte, und das gegen Lübeck, welches die Roten Teufel in der xG-Bewertung noch knapper für sich entschieden als im richtigen Leben.
Das Ganze sieht dann so aus:

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Ob der demnach durchaus mögliche Auftaktsieg gegen Titelfavorit Dresden Trainer Boris Schommers vielleicht sogar den Job gerettet hätte, ist heute nur noch müßig zu diskutieren. Interessant ist jedenfalls: Nur fünf Mal entsprechen die xG-Ergebnisse den tatsächlich erzielten Resultaten. Von den insgesamt neun Remis-Partien hätten vier gewonnen werden müssen, allerdings wäre ausgerechnet gegen die Nachbarn Saarbrücken, Mannheim und Wiesbaden eine Niederlage xG-gerechter gewesen. Unterm Strich aber steht: Der FCK hätte 26 statt 18 Zähler auf dem Konto. Wäre damit punktgleich mit dem Tabellenvierten, die Aufstiegsränge wären noch in Schlagdistanz und die Vorfreude aufs kommende Jahr wäre riesig.

Okay, nutzt nichts, bietet aber ein Argument, Ruhe zu bewahren

Schön wär’s ja. Aber dieses ewige Wäre, Wäre, Wäre ... Was soll das? Nutzen diese Erkenntnisse denn irgendjemanden? Im Grunde natürlich nicht. Aber sie erlauben einen etwas entspannteren Blick auf die, zugegeben, insgesamt immer noch recht trostlose Gesamtsituation. Denn wenn in den kommenden Monaten die "Regression zur Mitte" einsetzt, sollte am Ende zumindest ein gesicherter Mittelfeldplatz möglich sein.

Statt jetzt schon wieder nach noch mehr Neuzugängen zu rufen, wäre es vielleicht ratsamer, auf die Rückkehr der derzeit Verletzten zu warten und den Neuen, die bislang noch kaum zum Einsatz kamen, noch ein wenig Zeit zur Integration zu geben. Den Trainer wiederum sollte man in Ruhe weiterarbeiten lassen, denn der hatte angesichts des dicht gedrängten Terminplans, der Verletzungsmisere und der dadurch ständig notwendigen Umstellungen bislang am wenigsten Gelegenheit, seine Handschrift auf dem Platz sichtbar zu machen.

Zum Abschluss noch ein wenig Trainerkunde

Ob ein anderer Coach unter diesen Umständen mehr gerissen hätte? Sicher bestätigen oder widerlegen lässt sich auch das natürlich nicht. Aber wir können mal auf die schauen, die zuletzt ebenfalls Kandidaten auf den Trainerposten beim FCK waren - jedenfalls mehr oder weniger konkreten Spekulationen zufolge.

So geisterte nach der Entlassung von Boris Schommers der Name Michael Schiele um den Betzenberg, der nach nur zwei Spielen in der Zweiten Liga bei den Würzburger Kickers entlassen worden war. Zuvor hatte Schiele drei Jahre bei den Franken gearbeitet, dabei auch manche Talsohle unbeschadet überstehen dürfen. In diesem Sommer war er mit einem Kader aufgestiegen, der bestenfalls zum erweiterten Favoritenkreis in der 3. Liga gezählt worden war. Schiele trainiert mittlerweile den SV Sandhausen, hat in bislang fünf Spielen gerade mal drei Punkte geholt - und die süffisanterweise gegen Würzburg.

Im Frankenland wurde Schiele von Marco Antwerpen beerbt, der vergangene Saison Eintracht Braunschweig zum Aufstieg in die 2. Bundesliga geführt hatte und nach der Entlassung von Sascha Hildmann im Herbst 2019 auch am Betzenberg heiß gehandelt worden war. In Würzburg wurde Antwerpen schon nach fünf Partien wieder geschasst, er hatte lediglich einen Zähler geholt. Seither schwingt Bernhard Trares das Zepter bei Kickers, der ehemalige Waldhof-Trainer, der nach der Schommers-Entlassung der Wunschkandidat einiger Lautern-Fans und auch mancher Entscheidungsträger war. Seine Würzburger Bilanz bisher: Drei Punkte in fünf Spielen.

Er kam, sah und siegte? Das ist nicht mehr als Mythos

Um es klar zu sagen: Die kurze Aufstellung soll nicht verdeutlichen, Schiele, Antwerpen oder Trares "kochen auch nur mit Wasser" oder gar "Die hätten beim FCK auch nichts gerissen". Sondern: Für einen Trainer, der mitten in der Saison verpflichtet wird, ist es nahezu unmöglich, das Ruder von jetzt auf gleich herumzureißen.

Sicher hat es in der langen Geschichte des Fußballs schon Beispiele gegeben, in denen einer kam, sah und siegte - so, wie es Julius Cäsar einst von sich behauptete. In bester Erinnerung ist noch die Sechs-Siege-Serie, mit der André Schubert startete, als er im September 2015 bei Borussia Mönchengladbach Lucien Favre beerbte, der zuvor fünf Mal hintereinander verloren hatte. Vernünftig belegen lässt sich die Existenz eines "Trainer-Effektes", der sich nach einem Wechsel einstellen soll, jedoch nicht - das hat eine groß angelegte Studie der Unis Münster und Kassel schon vor neun Jahren nachgewiesen.

Die Zahlen beweisen nichts, sollten aber zuversichtlich stimmen

Auch Kalli Feldkamp hat nicht sofort zu siegen begonnen, als er im Winter 1989/90 beim FCK das Traineramt von Gerd Roggensack übernahm. Am Ende aber reichte es, um nicht nur den Klassenverbleib zu sichern, sondern den Saisonausklang auch noch mit einem DFB-Pokalsieg zu versüßen. Das wird Jeff Saibene definitiv nicht mehr gelingen. Bis sich seine Arbeit einigermaßen differenziert beurteilen lässt, wird es noch eine Weile dauern. Die hier präsentierten Zahlen sollten zumindest Anlass zur Zuversicht geben, dass es bald besser wird.

Quelle: Der Betze brennt / Autor: Eric Scherer



Beitragvon SEAN » 02.01.2021, 10:43


Unterm Strich aber steht: Der FCK hätte 26 statt 18 Zähler auf dem Konto. Wäre damit punktgleich mit dem Tabellenvierten

Um den tatsächlichen Tabellenstand nach der xG Analyse festzustellen, muß man aber sicherlich alle Spiele, bzw. bei allen Vereinen diese Analyse machen, oder? Die Punkte verändern sich ja nicht nur bei uns, sondern auch bei den anderen 19 Vereinen. Oder ist das schon gemacht und eingerechnet worden?
Scheint die Sonne so warm, trag ich Papier unterm Arm,
scheint die Sonne so heiß, setz ich mich hin und.........



Beitragvon FcKeiler » 02.01.2021, 11:02


Ich finde die Analysen ja ganz interessant. Aber solange mir niemand erklären kann, weshalb wir gegen 1860 eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit auf ein Tor hatten, als gegen Haching, habe ich den Glauben an die Aussagekraft verloren.



Beitragvon MarcoReichGott » 02.01.2021, 11:14


FcKeiler hat geschrieben:Ich finde die Analysen ja ganz interessant. Aber solange mir niemand erklären kann, weshalb wir gegen 1860 eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit auf ein Tor hatten, als gegen Haching, habe ich den Glauben an die Aussagekraft verloren.


0,6 vs 0,47 ist nicht "deutlich höher". Wir reden hier über wahrscheinlichkeitstheoretische Modelle. Diese weisen nicht nur einen Erwartungswert, also vereinfacht einen mittleren Wert auf, sondern auch eine Streuung.


Nun ist der Erwartungswert für ein Tor gegen 1860 leicht höher als gegen Haching. In der Statistik würde man nun einen Test anwenden, ob die beiden Werte nicht doch eher gleich sein könnten und der Unterschied schlichtweg durch Zufall bedingt ist. Ich halte es für durchaus denkbar, dass dies auch das Ergebnis bei einem solchen Test wäre. Aber selbst wenn nicht: Etwas mehr als 1/10 Torerwartung ist nicht wirklich viel^^



Beitragvon MarcoReichGott » 02.01.2021, 11:31


Im übrigen vielleicht eine Anmerkung zu der Analyse: Wie wir hier ja diskutiert hatten - und meine falsche Annahme korrigiert wurde - sind die XGoals unabhängig von den jeweiligen Spielern. Es gibt somit immer zwei Intepretationsmöglichkeiten:

1) "Pech"
2) Abschlussschwäche

Mir sind aus der Hinrunde z.B. ein paar Großchancen von Rendondo in Erinnerung geblieben (10 Meter freistehend vor dem Tor), die er einfach extrem schwach vergeben hat. Sowas kann natürlich einfach mal "Pech" sein, bzw. eben auch kurzfristig fehlendes Selbstvertrauen. Es kann aber halt auch eine grundsätzliche Abschlussschwäche von ihm sein.

Nichtdestotrotz stimmt es natürlich positiv, wenn wir rein von den Chancen her eigentlich mehr Punkte hätten haben müssen, denn die Chancen muss man sich schließlich auch erstmal erarbeiten.



Beitragvon Kohlmeyer » 02.01.2021, 11:41


SEAN hat geschrieben:Um den tatsächlichen Tabellenstand nach der xG Analyse festzustellen, muß man aber sicherlich alle Spiele, bzw. bei allen Vereinen diese Analyse machen, oder? Die Punkte verändern sich ja nicht nur bei uns, sondern auch bei den anderen 19 Vereinen. Oder ist das schon gemacht und eingerechnet worden?


Da hast du absolut Recht. Auf xG-Daten für die anderen Klubs habe ich keinen Zugriff, die könnten ein durchaus anderes Tabellenbild ergeben. Dass wir mit 26 Punkten aber nicht in Abstiegsgefahr schweben würden, dürfte klar sein. Meines Wissens erhebt Sander die xG-Daten für den FCK - und für DBB - als einzigem Drittligisten. Deswegen lass ich den öfter gebrachten Einwand, dass diese Analysen nur "Spielerei" seien, für diesen Beitrag auch gelten, steht ja auch so schon in der Einleitung.



Beitragvon offhegoes » 02.01.2021, 12:00


...

Vielleicht mache ich einen Denk- oder Rechenfehler - da freue ich mich über jeden Kommentar.

Ich habe meine Fehler selbst erkannt... Erst denken, dann schreiben.



Beitragvon FcKeiler » 02.01.2021, 12:46


MarcoReichGott hat geschrieben:
FcKeiler hat geschrieben:Ich finde die Analysen ja ganz interessant. Aber solange mir niemand erklären kann, weshalb wir gegen 1860 eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit auf ein Tor hatten, als gegen Haching, habe ich den Glauben an die Aussagekraft verloren.


0,6 vs 0,47 ist nicht "deutlich höher". Wir reden hier über wahrscheinlichkeitstheoretische Modelle. Diese weisen nicht nur einen Erwartungswert, also vereinfacht einen mittleren Wert auf, sondern auch eine Streuung.


Nun ist der Erwartungswert für ein Tor gegen 1860 leicht höher als gegen Haching. In der Statistik würde man nun einen Test anwenden, ob die beiden Werte nicht doch eher gleich sein könnten und der Unterschied schlichtweg durch Zufall bedingt ist. Ich halte es für durchaus denkbar, dass dies auch das Ergebnis bei einem solchen Test wäre. Aber selbst wenn nicht: Etwas mehr als 1/10 Torerwartung ist nicht wirklich viel^^


Alles schön und gut. Überzeugt mich aber nicht. Haching: 4-5 Großchancen. 1860: 2-3 angedeuteten Kopfbälle mit 10 Mann. Mölders sagt nach dem Spiel, er hatte nie das Gefühl, dass wir ein Tor schiessen können. Da bin ich bei ihm. Wenn die 0,6 stimmen, hätte die Chance im Spiel gegen Haching subjektiv bei 1,4-1,7 liegen müssen. Aber doch keinesfalls tiefer als gegen 1860...! Fehlerbetrachtung hin oder her.




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