Neuigkeiten und Pressemeldungen zum 1. FC Kaiserslautern.

Beitragvon Miggeblädsch » 01.12.2020, 13:01


Da schließe ich mich @Chrisss an. :daumen:

Die Taktikanalysen sind sehr aufschlussreich und verhelfen zu einer guten Sicht auf die Dinge über die Vereinsbrille hinaus.
Irgendwann geht's los



Beitragvon SaaleDevil » 01.12.2020, 14:06


Dem ist nichts hinzuzufügen. Man wünscht sich, dass auch unter uns Fans etwas mehr Sachlichkeit in die Diskussion reinkommt. Man kann auch gut rauslesen, dass sich unser Trainer angesichts der Personalnot durchaus einen Matchplan zurecht gelegt hat (Beispiel Tore durch Standards), also im Gegensatz zu seinem Vorgänger in der Lage ist, sich und die Mannschaft auf den jeweiligen Gegner einzustellen. Das ist es vor allem (nicht nur), was einen guten Trainer ausmacht. Ich hoffe, man gibt ihm auch die nötige Zeit, um seine Vorstellungen umzusetzen. Wenn unsere Verletzten wieder an Bord sind, vor allem Winkler, schätze ich, werden wir auch besser punkten.



Beitragvon betzebub10 » 01.12.2020, 23:06


Gute Analyse, danke dafür.
Mir ist auch aufgefallen, dass bei dem Abstoß vor dem Platzverweis einiges schief gelaufen ist. Die Szene gab es 1:1 auch schon davor so, ebenso gefährlich, nur mit glücklicherem Ausgang. Das darf danach so eigentlich kein zweites Mal passieren, von daher fand ich unser Unvermögen vor dem Platzverweis eklatanter, als der Gegentreffer und beispielsweise das Verhalten dabei von Bachmann.



Beitragvon harryyy » 01.12.2020, 23:54


Ich will keine abwartende Spielweise mehr !!!
Auch nicht gegen einen zwischenzeitlichen Tabellenführer der dritten Liga. Als ob das ein Übergegner wäre. Nein, ist es nicht.
Und '(fast) aufgegangen' ist mir wirklich etwas sehr freundlich formuliert.



Beitragvon Kohlmeyer » 02.12.2020, 10:40


harryyy hat geschrieben:Ich will keine abwartende Spielweise mehr !!!
Auch nicht gegen einen zwischenzeitlichen Tabellenführer der dritten Liga. Als ob das ein Übergegner wäre. Nein, ist es nicht.
Und '(fast) aufgegangen' ist mir wirklich etwas sehr freundlich formuliert.


Tja, da kann man jetzt drüber streiten: Wenn zwei Minuten vor Schluss erst der Ausgleich fällt, wär der Matchplan doch schon „fast“ aufgegangen, oder?.

Andererseits: Wir hatten vorher unverschämt viel Glück und Saarbrücken war objektiv durchweg die bessere Mannschaft, abgesehen mal von einer kurzen Phase nach dem 0:1, wo sie mal ein wenig den Faden verloren. Insofern ist der Matchplan eher zufällig fast aufgegangen.

Du meinst also, Matchpläne sind nur aufgegangen, wenn sie nicht nur Siege, sondern auch „verdiente“ Siege bringen? Der Meinung kann man sein, ich frage mich nur, ob man dann generell Spaß an der Dritten Liga haben kann.

Meiner Meinung nach wird da öfter „unverdient“ gewonnen als „verdient“, und am Ende stehen die oben, die die meisten „unverdienten“ Siege eingefahren haben - und zwischendurch vielleicht auch mal den ein oder anderen Gala-Auftritt hinlegten.



Beitragvon Briggedeiwel » 02.12.2020, 20:15


harryyy hat geschrieben:Ich will keine abwartende Spielweise mehr !!!



Meiner Meinung nach spielen wir genau das, was wir können.
Vorrangig tief stehend, destruktiv, Nadelstiche mit Diaginalbällen wenn eine Abwehrseite des Gegners ein Lücke aufweist. Wenn jetzt der ein oder andere ruhende Ball noch rein geht, gut.

Wir können auch den Gegner am eigenen 16er pressen und nach 10 Minuten das 0:3 kassieren weil wir körperlich viel zu langsam sind.
Mit Feng Shui hat man 2015 den :teufel2: aus dem Stadion vertrieben. Seit dem geht's Berg ab und zwar steil.
Leider ist der rote Teufel, der Geist von Zusammenhalt und Leidenschaft, seit dem nicht mehr wiedergekehrt. :cry:



Beitragvon Kohlmeyer » 02.12.2020, 23:41


Mit Dank für Eure Geduld und einen Tag später hier noch die versprochenen Taktik-Grafiken:

Die xG-Grafiken zum Derby in Saarbrücken

Mit etwas Verspätung hier Sander Ijtsmas Visualisierungen vom Spiel. Die Aufrechnung der qualitativ bewerteten Torchancen fällt sogar noch deutlicher aus, als wir es befürchtet haben: Nach "expected Goals (xG’s)" gewinnt der 1. FC Saarbrücken 1.88 : 0.54, das ist heftig. Den großen Sprung nach oben verursacht beim FCS übrigens die Doppelchance von Sebastian Jacob und Kianz Froese, gegen die Spahic gleich zwei Mal hintereinander retten muss. Und der FCK hat außer Redondos erfolgreichem Abschluss anscheinend gar nichts zustande gebracht. Erstaunlich, dass Hansliks 16-Meter-Schuss nach ungefähr einer halben Schuss gar keinen Niederschlag findet. Die Schussposition zum Tor mutete eigentlich recht vielversprechend an.

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Die Positions- und Passgrafik bestätigt Hikmet Ciftci als die Umschaltstation im Lautrer Spiel. Daniel Hanslik war anscheinend besser in die Partie, als viele glauben. Und nochmals Hut ab vor André Hainault, die kurzfristig eingesprungene Notlösung auf der rechten Verteidigerposition, er war sogar einen Tick passaktiver als sein Gegenüber Adam Hlousek.

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Zum Schluss die Positions- und Passgrafik der Saarbrücker. Geradezu monströs die Spots und Passbalken in den hinteren Reihen. Zu beachten sind aber auch die vielen Dreieckspfeile vorne. Da wird in der Offensive munter rochiert. Da muss man neidlos anerkennen: Wenn dieser Aufsteiger dieses Niveau und die etablierten Drittligateams nicht besser in Tritt kommen, ist der Durchmarsch in die Zweite Liga durchaus möglich.

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Beitragvon Kohlmeyer » 07.12.2020, 10:30


Welche Schlüsse kann man aus dem Spiel gegen Duisburg ziehen? Hier unsere Analyse:

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Foto: Eibner-Pressefoto/Alexander Neis

Taktik-Nachlese zum Spiel FCK-MSV
Die Taktikanalyse: Es hilft nichts - eine Kante muss her


Nach dem Beinahe-Triumph beim Tabellenführer nun eine Beinahe-Blamage gegen den Tabellenvorletzten. Die ewigen Unentschieden des 1. FC Kaiserslautern nerven zwar, folgen aber stets wechselnden dramaturgischen Konzepten.

Nach 88 Minuten gegen den MSV Duisburg 0:2 hinten gelegen, bereits wie der sichere Verlierer ausgesehen, dann doch noch mit einem Doppelschlag einen Punkt gerettet. Aber: Hinterher stimmten Lauterns Aktive und ihre Vorgesetzten eben nicht das Hohelied auf die eigene Moral an, sondern blickten mehrheitlich mürrisch drein. Das ist zunächst mal ein gutes Zeichen, denn es zeigt, dass die Aktiven und ihre Vorgesetzten nach wie vor willens sind, aus dieser Saison noch mehr herauszuholen als nur zwei Siege, drei Niederlagen und nunmehr neun Unentschieden nach 14 Spielen.

Die Frage ist nur, wie man seiner Unzufriedenheit Ausdruck verleiht. Die Worte, die Marvin Pourié fand, sind einmal mehr bemerkenswert. Andere machten eine weniger gute Figur. Darunter auch Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt und Cheftrainer Jeff Saibene, eigentlich zwei, die normalerweise sehr besonnen auftreten. Doch hinterher auf den Schiedsrichter zu schimpfen, kommt vor einigermaßen neutralen Publikum selten gut. Sich sogar in eine Art Opferrolle hineinzupredigen, weil dem FCK schon zum wiederholten Mal Strafstöße verweigert worden wären, erst recht nicht.

Trotz verweigertem Elfmeter: Immer erst an die eigene Nase fassen

Ja, in der 32. Minute hätte ein Handelfmeter für Lautern gepfiffen werden müssen, und ja, ein 1:1-Ausgleichstreffer zu diesem Zeitpunkt hätte für den Rest des Spiels die Weichen neu gestellt. Aber diese Szene mit dem angeblichen Handspiel aus der Partie in Saarbrücken in eine Reihe zu stellen, passt nicht. Da blieb der Pfiff nämlich zurecht aus.

Und in diesem Spiel hatte Pourié die Hand im Gesicht seines Gegenspielers, als er zum 1:2-Anschlusstreffer ansetzte. Der geht darauf zwar sehr theatralisch zu Boden - ganz hasenrein war das dennoch nicht. Mal sehen, was der Ex-Schiedsrichter Babak Rafati in seiner nächsten Kolumne bei "Liga3-Online"-Kolumne dazu sagt. Im Saarbrücken-Spiel vergangene Woche wollte er sogar zwei nicht ausgesprochene Platzverweise gegen den FCK gesehen haben. In diesem Spiel pfiff Referee Tobias Fritsch vielleicht nicht immer richtig, einseitig pfiff er aber nicht.

Sich an die eigene Nase fassen, ist auf jeden Fall hilfreicher, um endlich den Weg in eine bessere Zukunft zu finden. Weshalb also hat es nicht geklappt mit dem dritten Saisonsieg?

Immer noch nicht abgestellt: Grober Fehler, früher Rückstand

Zum einen hat sich der FCK wieder einmal etwas geleistet, was angesichts der stabilen Defensivleistungen zuletzt abgestellt schien. Einen frühen Rückstand nach Ballverlust in der Vorwärtsbewegung, auch noch in der letzten Reihe, auch noch verursacht von einem, von dem man es am allerwenigsten erwartet. Ausgerechnet der ballsichere Hikmet Ciftci, einer der wenigen, der sich in dieser bislang enttäuschend verlaufenden Spielzeit positiv entwickelt, verliert das Leder. Vincent Vermeij darf alleine aufs Tor zulaufen, auf Sinan Karweina querlegen - 0:1.

Was nach nur 14 Minuten bedeutet: Der MSV "darf" sich weit zurückziehen, fortan auf "schnelles Umschalten" setzen - was soll er auch sonst tun nach zuletzt fünf sieglosen Spielen mit vier Niederlagen? Und er mauert gar nicht mal ausschließlich: Hin und wieder attackieren die Duisburger Angreifer die Lautrer Hintermannschaft auch mal früh in deren Hälfte, um diese aus dem Konzept zu bringen.

Der FCK dagegen ist zu dem verurteilt, was kaum eine Drittligamannschaft gut kann: einen tiefstehenden Gegner bespielen.

Das 0:2: Eine halbe Mannschaft im kollektiven Sekundenschlaf

Wer genau alles beim zweiten Treffer der Zebras gepennt hat? Da wird der Trainer wohl etwas länger benötigen, um sich alle zu notieren. Das Tor resultiert nicht einmal aus einem Konter: Mindestens sechs FCK-Spieler sind auf der Höhe des Balles oder stehen sogar dahinter. Dennoch darf Lukas Stepanik auf Ahmet Engin passen, der in der Mitte des Strafraums so freisteht, dass er vermutlich friert. Jetzt darf er sich endlich warmschießen. 0:2.

Natürlich: Es ist keinesfalls so, dass Lautern bis zur 88. Minute gar nichts zustande gebracht hat, was zu einem Treffer führen konnte. Abgewehrte Ecken werden immer wieder gut abgefangen und vielversprechende zweite Bälle angesetzt. Adam Hlousek schießt aus dem Rückraum, ein Hinterhaltsgeschoss Ciftcis wird von Bachmann noch abgefälscht und von MSV-Keeper Leo Weinkauf gerade noch abgewehrt. Redondo kommt freistehend im Strafraum zum Schuss - nach einer im ersten Moment fragwürdigen Aktion gegen Pourié, die aber auch keinen Pfiff wert war - kriegt aber nicht genug Wumms hinter den Ball, um Weinkauf zu überwinden. Und in der 58. Minute kommt Pourié nach einer Linksflanke von Adam Hlousek sieben Meter vorm Tor frei zum Kopfball.

Einer "effizient" auftretenden Mannschaft genügt das bereits, um ein Spiel zu drehen. Dem FCK in dieser Saison nicht. Noch nicht?

Die positiven Elemente: Pourié, Redondo, Kleinsorge

Am Ende sind es einmal mehr Redondo und Pourié, die den Punktgewinn doch noch sichern. Beim ersten Treffer dient Redondo seinem Kollegen als Doppelpasspartner, beim zweiten schlägt er die Ecke, die Pourié diesmal souverän einköpft. Dass die beiden mittlerweile eine eigene Torjubel-Choreo einstudiert haben, bei der sie sich ausladend voreinander verbeugen, wundert nicht: Ohne sie läuft in der FCK-Offensive zurzeit kaum was.

Lobend erwähnt werden darf auch Marius Kleinsorge, den Jeff Saibene diesmal als Rechtsverteidiger aufbot. Damit er als gelernter offensiver Flügelspieler für mehr Dampf nach vorne sorgt als André Hainault, die zweite Notlösung auf dieser Position, nachdem Philipp Hercher und Dominik Schad ausfallen. Hainaults Qualitäten liegen jedoch in der Defensivarbeit. Turbosprinter Kleinsorge versteht sich vor allem aufs "Hinterlaufen" seines Vordermanns, was insbesondere dann gut kommt, wenn diese - erst Daniel Hanslik, später Hendrick Zuck - in die Mitte ziehen. Was beide gerne tun, diesmal aber wenig erfolgreich.

Bachmann wie einst Sammer - Gegner "bespielen" reicht nicht

Beeindruckend auch einmal mehr Bachmann als Innenverteidiger. Er beherrscht nicht nur einen einigermaßen präzisen "ersten Pass" aus der letzten Reihe, diesmal löst er sich mit zunehmender Spieldauer immer wieder mit dem Ball am Fuß aus der Abwehrreihe, um forsch durchs Mittelfeld zu marschieren. Das erinnert an das Libero-Spiel, mit dem Matthias Sammer die deutsche Nationalmannschaft 1996 zur Europameisterschaft trieb... Okay, überlebensgroße Vergleiche sind am Betzenberg im Dezember 2020 nicht angezeigt.

Vor allem zeigte die Partie: Beim "Bespielen" tiefstehender Gegner ist der FCK kein Stück weitergekommen, seit Jeff Saibene das Zepter von Boris Schommers übernommen hat. Die Elf vermag sich bisweilen auch auf engem Raum recht ansehnlich mit kurzen Pässen bis zum Strafraum durchzuknoddeln. Aber eben nicht weiter.

Natürlich: Unter Saibene wird mehr geflankt als unter Schommers, Saibene hat die von Schommers bevorzugten "Hybridstürmer" abgeschafft, lässt mit klar identifizierbaren Flügelspielern agieren. Aber gerade deswegen fehlt mehr denn je ein Typ in der Box, wie ihn Saibene in Ingolstadt mit Stefan Kutschke und in Bielefeld mit Fabian Klos zur Verfügung hatte - und der auch ein dankbarer Mitspieler für Pourié sein könnte. Ein "Mann für die letzten 14 Meter", wie ihn auch Schommers gerne gehabt hätte und der Terence Boyd heißen sollte. Der Hallenser kam dann aber doch nicht.

Die Frage an die Scouts: Kennt jemand 'ne Kante?

Bei Duisburg heißt der Typ aus dieser Baugruppe Vincent Vermeij. Ein 1,96 Meter großer Niederländer, den der MSV im Juli 2019 ablösefrei von Heracles Almelo verpflichtete. Am selben Wochenende nahm der FCK die 1,93-Meter-Kante Andri Rúnar Bjarnason gegen eine geringe Ablöse von Helsingborgs IF unter Vertrag. Der Isländer ging diesen Sommer zurück in den Norden, nachdem er am Betzenberg nie Tritt fasste. Vermeij hat mittlerweile 46 Drittliga-Einsätze, 17 Treffer und zehn Assists in der Statistik stehen. Tja...

Wie Jeff Saibene vergangenen Sonntag in "SWR Sport" erklärte, tauscht er sich mit Sportdirektor Boris Notzon und Geschäftsführer Voigt bereits intensiv darüber aus, was im Winter-Transferfenster personell getan werden könnte. Wetten, dass so eine Kante ganz oben auf der Liste steht?

XG-Grafiken zum Spiel sind bislang leider wieder nicht eingetroffen. Sie werden in einem eigenen Post in Kürze nachgereicht. Einfach morgen nochmal vorbeischauen.

Ergänzung, 08.12.2020: Die xG-Grafiken zum Heimspiel gegen Duisburg

So, Sander Ijtsmas Grafiken zum Duisburg-Spiel sind eingetroffen. Tatsächlich: Wir müssen uns über dieses 2:2 noch mehr ärgern als wir bislang glaubten. Nicht nur, dass Ex-Schiedsrichter Babak Rafati in seiner Kolumne bei "Liga3-Online.de" meine abwägenden Worte zur Schiedsrichterleistung Lügen gestraft hat: Er hat auch die Strafraum-Aktion gegen Pourié als Elfmeter gewertet und Pouriés Armeinsatz vor dem 1:2 als noch erlaubt eingestuft. Das ergibt unterm Strich ein ganz schlechtes Zeugnis für Referee Tobias Fritsch aus Mainz.


Auch die Aufrechnung der "expected Goals" (xG)-Werte weist klar aus, dass der FCK diese Partie hätte gewinnen müssen, Last-Minute-Treffer hin oder her. 1.52 sind zwar kein guter Gesamtwert, aber mehr als doppelt so viel, wie der MSV zustande brachte.



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Ausnahmsweise hier auch mal der sogenannte "Pitchplot", der zeigt, wo auf dem Feld die Mannschaften ihre Einschussgelegenheiten hatten. Oben auf dem Chart findet man auch die tumbe Aufrechnung der Torschüsse, wie sie in Statistiken gemeinhin üblich ist: 19:4 für den FCK, in dieser Deutlichkeit hat auch das Aussagekraft.


Interessanter ist ein anderer Vergleich. Die Werte der aus dem Spiel heraus erarbeiteten Torchancen ("xG Open Play", 1.0) sowie der nach Standards erreichten ("xG Set Pieces", 0,52) stehen bei Lautern endlich im Verhältnis 2:1. Sehr schön, so sollte es immer sein. Nur dürfen beide Werte natürlich noch höher sein.

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Die Positions- und Passgrafik zeigt: Die Offensivkräfte hingen diesmal ganz schön in der Luft. Ritter scheint gar nicht im Spiel gewesen zu sein, von den zentralen Mittelfeldspielern geht überhaupt kein Pfeil zu den Mitspielern vorne. Zur Erinnerung sei hier auch nochmal gesagt: Diese Pfeile werden erst nach mindestens nach drei Zuspielen eingezeichnet. Ein oder zwei Pässe, die auch ankamen, könnten Rieder oder Ciftci also schon gespielt haben.

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Zum Vergleich noch die Positions- und Passgrafik des MSV. Die agierten ziemlich linkslastig, schafften es aber durchaus, ihre Offensiven ins Spiel einzubeziehen. Außer Engin. Dem genügte der eine Pass, den sein Kollege Scepanik auf ihn spielte. So frei, wie er anschließend zum Schuss kam, konnte er gar nicht anders, als den zweiten Treffer der Duisburger zu erzielen.


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Quelle: Der Betze brennt / Autor: Eric Scherer

Weitere Links zum Thema:

- Neu auf DBB | Grafiken sagen nicht alles, aber viel: Die xG-Analysen von den FCK-Spielen



Beitragvon kl_trott » 07.12.2020, 10:42


Was fiel beim Duisburg-Spiel auf?

Kleinsorge: Für mich zum ersten Mal die Chance genutzt - möchte hier endlich jemand die rechte Offensivbahn zum Leben erwecken?

Der Coach hat Änderungen angekündigt. Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass Sickinger und Hercher vielleicht zurückkommen, könnten das sogar größere Änderungen werden?

Wir haben momentan im 4-2-3-1/ 4-2-2 ein großes Problem im Spielaufbau. Bachmann und Kraus brauchen dafür einen der Sechser, sonst wird das nix. Allerdings ist dann die Mitte mit nur noch einem verbliebenen ZM zu schwach besetzt, da gibt's dann keine Anspielstation. Also Ballverlust, außen oder Langholz. Bei Langholz ist Ritter völlig unbrauchbar und Pourié reibt sich gegen x Gegenspieler auf. Huth, wenn in Form, kann Pourie dann schon besser entlasten.

Jetzt könnte man aber sagen, auch wenn Sickinger zurück kommt, dass gerade Bachmann, Kraus, Rieder und Ciftci in Sachen Leistung und auch in Sachen Mentalität eigentlich keine Bank-Kandidaten sein dürften derzeit.

Dann also vielleicht ein neues System?
Denn, wenn fitt, drängen sich für die Startelf auf: Sickinger, Kleinsorge, ggfs Hercher, ggfs Zuck, ggfs Huth. Wer wackelt? Ritter, Hanslik.
In einem 4-3-3 könnten alle vier etatmäßigen DM Spielen. Man bräuchte die IV nicht umbauen, könnte trotzdem mit einem abkippenden Sechser im Spielaufbau spielen und hätte aber nun 2 Anspielstationen in der Mitte und 2 Außen.

Durch die stärker besetzte Mitte hätten die Außen, hier Redondo und Kleinsorge, mehr Freiheiten. Man könnte auch mehr Risiko beim Pressing gehen.
Nachteil: Das Sturmzentrum wäre nur mit Pourie besetzt. Der wäre auf druckvolle RA/LA und nachrückende ZM angewiesen. Machbar, aber sehr viel Änderungen, auch in den Verhaltensweisen auf dem Platz.

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Das nur eine Überlegung. Wenn Saibene vom 4-4-2 nicht abrücken möchte (auch dafür gibt es gute Gründe, denn gerade im "Tore-Verhindern" funktioniert das eigentlich ja sehr gut die letzten Wochen), könnte Sickinger an ungewohnter anderer Stelle in's Team rücken und gemeinsam mit Kleinsorge die rechte Seite bilden? Von der Spielanlage her könnte das gut passen, denn mit Kleinsorge und Redondo hätten wir auf den Außen zwei Spieler, die zwei Mittelstürmer mit Flanken versorgen und jeweils sehr gut (Hlousek) und wahrscheinlich mindestens sehr solide (Sickinger) abgesichert sind.

Mein Tipp für Freitag, wahrscheinlich auch in Verbindung mit relativ viel Langholz im Spielaufbau:
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Bank: Raab, Morabet, Gözütok, Scholz, Zuck, Hanslik, Ritter



Beitragvon jones83 » 07.12.2020, 11:53


Gute Analyse! Bis auf den Vergleich mit Saibene und Schommers, dass am wie beim letzten Trainer am 16er Schluss sei. Das stimmt einfach nicht! Wie spielerisch um Klassen besser als unter Schommers und erarbeiteten uns auch viel mehr klare Torchancen pro Spiel. Es werden Doppelpässe gespielt, zielgerichtet in den Strafraum geflankt. Die Spieler verinnerlichen mittlerweile dieses „Passen - Laufen - Passen und direkt wieder anbieten und den Ball auch fordern. Da ist viel viel mehr Bewegung drin als unter Schommers horizontalem Ballgeschiebe. Bei Schommers kam immer nur der Sicherheitspass nach hinten und ein absolut statisches Spiel. Jetzt unter Saibene wird gepasst und dann folgt direkt ein Sprint nach vorne. Den Mitspieler überholen, sich erneut anbieten, das funktioniert immer besser. Bei Schommers war’s Standfußball jetzt ist endlich mal Bewegung drin.

Ich hab wirklich alles - nur keine Geduld! Aber Saibene vertraue ich, weil ich sehe dass er was bewegt. Die Ergebnisse werden folgen. Bin ich mir ganz sicher.
Ist halt 3. Liga, da wird generell ein Scheiß-Fußball gespielt. Schönen Fußball werden wir hier nie sehen, aber ich glaube durch Jeff Saibene bald erfolgreicheren Fußball.



Beitragvon Osnabrücker Teufel » 07.12.2020, 12:19


Als Kante würde ich den Kollegen Girth vom KSV Holstein Kiel nennen. Hat in der dritten Liga seine Treffsicherheit unter Beweis gestellt, sehr guter Kopfballstürmer und sehr robust.
Wenn Fußball einfach wäre, würde es Tennis heißen!



Beitragvon Kohlmeyer » 07.12.2020, 12:36


Der Abschnitt bezog sich allein auf das Bespielen tiefstehender Gegner. Und da sah das am Samstag meines Erachtens über lange Phasen der zweiten Hälfte nicht viel anders aus als unter Schommers.

Ansonsten sind wir unter Saibene noch nicht so oft in der Situation gewesen, dass wir nach einem frühen Rückstand lange gegen einen Gegner anliefen, der sich über die Zeit mauern will. In Meppen konnten wir zwei Mal relativ schnell ausgleichen, und in Wiesbaden und gegen Mannheim haben wir zwei Mal spät ausgeglichen, aber die standen längst nicht so tief drin, und auch da haben wir nicht unbedingt viele Torchancen herausgespielt, um zum Ausgleich zu kommen, sondern waren eher "effektiv".

Dass wir ansonsten unter Saibene wieder mehr über die Flügel machen, mit echten Flügelspielern arbeiten und uns das ingesamt besser zu Gesicht steht, habe ich, glaube ich, schon öfter beschrieben.

Gruß,
Kohlmeyer



Beitragvon Betzebastion Mainz » 07.12.2020, 12:56


Ottmar Walter, das war ne Kante....

....oder aber der hier:

https://www.transfermarkt.de/mario-mand ... eler/34572



:D
„Ich könnte es als deutscher Gesundheitsminister schwer erklären, wenn in anderen Regionen der Welt ein in Deutschland produzierter Impfstoff schneller verimpft würde, als in Deutschland selber."
- Jens Spahn -



Beitragvon SEAN » 07.12.2020, 13:26


Betzebastion Mainz hat geschrieben:Ottmar Walter, das war ne Kante....

....oder aber der hier:

https://www.transfermarkt.de/mario-mand ... eler/34572



:D

Ne Kante ist meiner zwar nicht, aber den hätte ich immer schon gerne bei uns gesehen.
https://www.transfermarkt.de/jonathan-s ... ieler/7893
Ich glaub der würd auch jetzt noch 15 Tore + in der dritten Liga machen.
Scheint die Sonne so warm, trag ich Papier unterm Arm,
scheint die Sonne so heiß, setz ich mich hin und.........



Beitragvon wernerg1958 » 07.12.2020, 14:57


Da fällt mir ein Name aus alten Tagen ein, so einer wäre Gold wert, aber so einen zu finden? HARALD KOHR! Der kam damals auch aus einer unteren Klasse glaube RL aus Salmrohr oder war es doch Trier. Die sollen mal ihren Laptop zuklappen und schauen wo solche Jungs ihre Tore machen. Nicht alles findet man im Internet!



Beitragvon Ke07111978 » 07.12.2020, 18:46


https://de.wikipedia.org/wiki/N’Golo_Kanté

N’Golo Kanté

Wenn der Name hält, was er verspricht... :D



Beitragvon JG » 08.12.2020, 10:32


Ich lese die Analysen sehr gerne. Gehe auch meist damit konform.
Was mir allerdings zu kurz kommt, ist das Problem in der 4er Abwehrkette.
Auffallend wie tief der FCK trotz Rückstand immer wieder im Spiel steht. Da wird meist erst kurz vor der Mittellinie angegriffen und auch erst dann die Räume für den Gegner eng gemacht.
Im Gegensatz zum Rivalen, der selbst auf dem Betzenberg zumeist schon an unserem Strafraum Bachmann und Kraus anlaufen. Wohlwissend dass die Unseren in höchste Bedrängnis geraten und die Bälle nur noch nach Vorne oder ins Aus befördern können.
Dass geht im übrigen allen Drittligisten so, weil schlichtweg die Qualität fehlt sich unter Bedrängnis spielerisch aus der Umklammerung zu lösen.

Also warum nur tut das der FCK nicht ebenso?
Wenn denn mal in den wenigen Momenten im Spiel der Lauterer wirklich Vorchecking gespielt wird, dann hat man meist recht schnell den Ball erobert und nistet sich in der gegnerischen Hälfte ein.
Also nochmal, warum steht der FCK so tief in der eigenen Hälfte?
Trainer Saibene hat natürlich längst erkannt, dass unsere Innenverteidigung extreme Geschwindigkeitsdefizite hat. Trotz gutem Stellungsspiel und Zweikampfverhalten ist Bachmann nicht besonders schnell. Vom Kraus gar nicht zu reden. Der wohl langsamste IV der Liga.
Auch die AV mit Hlousek auf Links und in SB Hainault auf Rechts sind alles aber keine Sprinter. Hercher...naja...zumindest noch schneller als die bisher aufgezählten. Kleinsorge ist flink, ja.
Aber gerade in der Mitte, der IV, fehlts an wenigstens einem wirklich schnellen Verteidiger.
Daher wäre es wohl Harakiri mit dieser IV höher zu stehen, und vorne drauf zu gehen. Effektives Forchecking funktioniert eben nur mit allen Feldspielern auf dem Platz.

Von daher sollte meiner Meinung nach in der Winterpause ein schneller IV auf der Einkaufsliste ganz oben stehen, um dann eben die Möglichkeit zu haben das Spiel in des Gegners Hälfte zu verlagern. Ergo mehr Torchancen für uns und weniger für die Gegner.

Andere Möglichkeit: Ist Rieder schnell ? Ich weiß es gerade nicht. Aber wenn, warum dann den nicht neben Bachmann in die IV. Dass ein defensiver MF-Spieler auch IV kann hat gerade erst Bachmann bewiesen.
Rieder gefällt mir als 6er überhaupt nicht. Ebenso wenig wie vorher Bachmann. Mit Sickinger hat man einen besseren 6er in der Hinterhand. Zwei Fliegen mit einer Klappe.
Zumal Rieder im Spielaufbau wesentlich stärker ist als ein Kraus. Langsamer wird er auch nicht sein...geht fast gar nicht...

Der FCK steht mit dem Rücken an der Wand, wie Pourie schon sagte. Also wenn nicht jetzt, wann dann?!



Beitragvon Studrumer » 08.12.2020, 11:00


JG hat geschrieben:Von daher sollte meiner Meinung nach in der Winterpause ein schneller IV auf der Einkaufsliste ganz oben stehen, um dann eben die Möglichkeit zu haben das Spiel in des Gegners Hälfte zu verlagern.

Zum Thema IV:
Wenn Winkler fit ist, bekommt er sicher seine Chance. Warum noch einen IV zusätzlich auf die Gehaltsliste setzen, indem man Einen verpflichtet?! Wir haben mit Scholz einen Spieler den es zu entwickelt gilt. Sickinger wurde auch einfach mal ins kalte Wasser geworfen. Verstehe nicht warum man Scholz keine Chance lässt?!
:doppelhalter: Für Lautern fahr' ich um die Welt, von Timbuktu bis nach Bielefeld! :doppelhalter:



Beitragvon MarcoReichGott » 08.12.2020, 11:13


Ich hab das mit Rieder vor ein paar Wochen ja schon angesprochen und die letzten Grafiken belegen das ja auch nochmal( bestimmt gibts gleiche eine Grafik vom letzten Spiel, bei dem alles dann anders ist^^):

Rieder verteilt die Bälle fast ausschließlich hin zur 4er Abwehrkette oder zu Ciftci. Ich weiß nicht, ob das zum Trainer Matchplan gehört oder sich einfach so ergibt, aber für mich genau dieses Verhalen einer der Hauptgründe, warum wir in der Offensive so schwach sind. Wir spielen ohnehin nur mit zwei Leuten im Zentralen Mittelfeld (Ritter ist doch meistens deutlich weiter vorne zu finden) und davon setzt einer kaum offensiv Akzente.

Das soll nun alles wirklich keine Kritik an Rieder sein, der als defensiv denkender 6er einen guten Job macht, aber er hat halt nicht umsonst seine besten Spiele bei 1860 in der IV gemacht.

Natürlich wäre so eine "Kante" ne super Sache, nicht umsonst wollten wir ja auch genau den SPielertypen eigentlich holen. Aber meiner Meinung nach ist es noch viel entscheidender, dass wir das Zentrum einfach offensiver besetzen.

Eigentlich gibt der Kader hier gerade nur Sickinger als 6er her. Rieder könnte entweder in die IV rutschen oder evtl. als defensive RV Variante (hat er auch schon in seiner Karriere gespielt).

Alternativ könnte man Zuck mal in einer deutlich zentraleren Position zusammen mit Rieder und Ciftci testen.



Beitragvon JG » 08.12.2020, 12:01


Studrumer hat geschrieben:
JG hat geschrieben:Von daher sollte meiner Meinung nach in der Winterpause ein schneller IV auf der Einkaufsliste ganz oben stehen, um dann eben die Möglichkeit zu haben das Spiel in des Gegners Hälfte zu verlagern.

Zum Thema IV:
Wenn Winkler fit ist, bekommt er sicher seine Chance. Warum noch einen IV zusätzlich auf die Gehaltsliste setzen, indem man Einen verpflichtet?! Wir haben mit Scholz einen Spieler den es zu entwickelt gilt. Sickinger wurde auch einfach mal ins kalte Wasser geworfen. Verstehe nicht warum man Scholz keine Chance lässt?!


Wenn Winkler schnell ist und kein Kraus 2.0 dann bitte gerne neben Bachmann in die IV. Oder auch Scholz testen. Aber nicht erst wenn die Saison vorbei ist, sondern jetzt.



Beitragvon Miggeblädsch » 08.12.2020, 12:52


Sehr interessant gerade, die Diskussion über unsere Innenverteidigung, da mach' ich gerne mit.

Kraus:
Er ist langsam, hat generell nicht die allerbeste Spieleröffnung und ist immer mal gut für einen Fehlpass, der einen gefährlichen Konter des Gegners einleitet. Auf der anderen Seite ist er kopfballstark, kämpft bis zum Umfallen und ist von der Mentalität her genau der Spielertyp, den wir alle lieben und schätzen. Außerdem hat er bereits mit allen anderen IV zusammen gespielt.

Bachmann:
Neu in die Innenverteidigung gerückt. Auch er ist nicht der schnellste. Etwas schneller als Kraus, dafür trotz seiner Größe nicht so kopfballstark. Was seine Mentalität und seinen Einsatz angeht, gilt das Gleiche wie bei Kraus: Ein guter Junge, Kampf und Einsatz vorbildlich. Hat bis jetzt nur mit Kraus zusammen in der IV gespielt.

Winkler:
War meine große Hoffnung für die IV, aber inzwischen weiß ich nicht mal, ob er real überhaupt existiert. Falls er inzwischen fit sein sollte, fehlt ihm die Spielpraxis. Hat bisher nur mit Kraus in den Testspielen zusammen gespielt.

Sickinger:
Muss eigentlich spielen, wenn er fit ist. Er ist schnell, gute Spieleröffnung und hat auch mit allen anderen IV bereits gespielt.

Hainault:
The good, old boy. Ich mag ihn, aber wenn er zum Einsatz kommt, ist das ein Zeichen dafür, dass wir komplett auf den Felgen fahren. Notlösung.

Andere:
Hlousek kann IV spielen, aber den brauchen wir als linken AV. Es sei denn, wir würden mit Dreierkette spielen.
Rieder kann wohl auch IV spielen, aber dazu kann ich nichts sagen.
Scholz hat offenbar in den Augen des Trainers (noch) nicht die Qualität, sonst wäre wohl kaum Hainault zum Zuge gekommen.

Interessant sind dann eben auch die möglichen Paarungen, je nachdem, wer fit ist. Aufgrund der obigen Einzelbetrachtung sollten Sickinger und Winkler gesetzt sein, sofern beide fit sind. Da beide jedoch noch nie zusammen gespielt haben und allgemein Spielpraxis fehlt, wäre dies aber auch ein "heißes Eisen".

Ich möchte echt nicht in der Haut des Trainers stecken, wie der diese gebündelte Qualität unter einen Hut kriegen soll.
Irgendwann geht's los



Beitragvon JG » 08.12.2020, 13:09


Miggeblädsch hat geschrieben:Sehr interessant gerade, die Diskussion über unsere Innenverteidigung, da mach' ich gerne mit.

Ich möchte echt nicht in der Haut des Trainers stecken, wie der diese gebündelte Qualität unter einen Hut kriegen soll.


Ich gehe mal davon aus, dass dein letzter Satz mit Ironie zu kennzeichnen wäre.
Weil unsere diversen IV haben alles, aber bestimmt keine gebündelte Qualität. Wir hatten mal Qualität mit Heintz, Orban und Koch. Auch Ewerton.
Alle verkauft.

Meine Einschätzung zum vorhandenen Material.

Kraus:
+ Kopfball
- Stellungsspiel
- Geschwindigkeit
- Spieleröffnung
- Spielintelligenz

Bachmann:
+ Spieleröffnung
+ Stellungsspiel
- Geschwindigkeit
- Kopfball
+ Spielintelligenz

Winkler:
? Spieleröffnung
? Stellungsspiel
? Geschwindigkeit
? Kopfball
? Spielintelligenz

Sickinger:
+ Spieleröffnung
+ Stellungsspiel
+ Spielintelligenz
+ Geschwindigkeit
- Kopfball

Hainault:
+ Kopfball
- Stellungsspiel
- Geschwindigkeit
- Spieleröffnung
- Spielintelligenz

Andere:
Würde ich ausprobieren. Allen voran Rieder.



Beitragvon Kohlmeyer » 08.12.2020, 13:38


So, Sander Ijtsmas Grafiken zum Duisburg-Spiel sind eingetroffen. Tatsächlich: Wir müssen uns über dieses 2:2 noch mehr ärgern als wir bislang glaubten. Nicht nur, dass Ex-Schiedsrichter Babak Rafati in seiner Kolumne bei "Liga3-Online.de" meine abwägenden Worte zur Schiedsrichterleistung Lügen gestraft hat: Er hat auch die Strafraum-Aktion gegen Pourié als Elfmeter gewertet und Pouriés Armeinsatz vor dem 1:2 als noch erlaubt eingestuft. Das ergibt unterm Strich ein ganz schlechtes Zeugnis für Referee Tobias Fritsch aus Mainz.


Auch die Aufrechnung der "expected Goals" (xG)-Werte weist klar aus, dass der FCK diese Partie hätte gewinnen müssen, Last-Minute-Treffer hin oder her. 1.52 sind zwar kein guter Gesamtwert, aber mehr als doppelt so viel, wie der MSV zustande brachte.



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Ausnahmsweise hier auch mal der sogenannte "Pitchplot", der zeigt, wo auf dem Feld die Mannschaften ihre Einschussgelegenheiten hatten. Oben auf dem Chart findet man auch die tumbe Aufrechnung der Torschüsse, wie sie in Statistiken gemeinhin üblich ist: 19:4 für den FCK, in dieser Deutlichkeit hat auch das Aussagekraft.


Interessanter ist ein anderer Vergleich. Die Werte der aus dem Spiel heraus erarbeiteten Torchancen ("xG Open Play", 1.0) sowie der nach Standards erreichten ("xG Set Pieces", 0,52) stehen bei Lautern endlich im Verhältnis 2:1. Sehr schön, so sollte es immer sein. Nur dürfen beide Werte natürlich noch höher sein.

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Die Positions- und Passgrafik zeigt: Die Offensivkräfte hingen diesmal ganz schön in der Luft. Ritter scheint gar nicht im Spiel gewesen zu sein, von den zentralen Mittelfeldspielern geht überhaupt kein Pfeil zu den Mitspielern vorne. Zur Erinnerung sei hier auch nochmal gesagt: Diese Pfeile werden erst nach mindestens nach drei Zuspielen eingezeichnet. Ein oder zwei Pässe, die auch ankamen, könnten Rieder oder Ciftci also schon gespielt haben.

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Zum Vergleich noch die Positions- und Passgrafik des MSV. Die agierten ziemlich linkslastig, schafften es aber durchaus, ihre Offensiven ins Spiel einzubeziehen. Außer Engin. Dem genügte der eine Pass, den sein Kollege Scepanik auf ihn spielte. So frei, wie er anschließend zum Schuss kam, konnte er gar nicht anders, als den zweiten Treffer der Duisburger zu erzielen.


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Beitragvon MarcoReichGott » 08.12.2020, 15:33


Es verstärkt sich halt immer weiter das Bild der aktuellen Spielweise:

1. Wir kreieren relativ viele kleinere und mittlere Torchancen. Im letzten Drittel schaffen wir es kaum Chancen mal richtig auszuspielen. Wenn man sich die Torabschlüsse vom Spiel anschaut, dann stellt man fest, dass viele kaum einen nennenswerten Ausschlag bei der Torwahrscheinlich geben, so z.B. die Abschlüsse von Ritter und Pourie vor dem 0:1. Wir haben aber auch in Halbzeit 1 eigentlich zwei Chancen gehabt aus demen man durchaus mehr hätte machen können bzw. fast schon müssen. So Dinger wie von Rendondo, der aus wenigen Meter zentral vor dem Tor völlig frei zum Schuss kommt, wurden aber so kläglich vergeben, dass sie teils sogar in der Zusammenfassung vom SWR kaum angesprochen wurden.

2. Unser Spiel läuft gerade sehr stark über die Außen. Abgesehen von Ciftci gibt es da Null Impulse aus dem Zentrum nach vorne. Ritter spielt eigentlich mehr als hängende Spitze, sodass wir letztlich dann doch fast schon wieder gerade in einem 4-4-2 spielen.

3. Das Duo Hanslik/Kleinsorge ist ganz interessant. Hanslik orientiert sich auf der AUßenbahn eigentlich immer recht stark mittag nach hinten. Sowohl in Kombination mit Schad als auch mit Kleinsorge als AV hat das ganz funktioniert. Er schafft hier durchaus Räume, die die AVs dann nutzen können. Überhaupt keinen SInn macht das jedoch, wenn man einen primär defensiven AV wie Hercher oder Hainault hinter ihm platziert.



Beitragvon Miggeblädsch » 08.12.2020, 15:59


JG hat geschrieben:
Miggeblädsch hat geschrieben:Sehr interessant gerade, die Diskussion über unsere Innenverteidigung, da mach' ich gerne mit.

Ich möchte echt nicht in der Haut des Trainers stecken, wie der diese gebündelte Qualität unter einen Hut kriegen soll.


Ich gehe mal davon aus, dass dein letzter Satz mit Ironie zu kennzeichnen wäre...


Joa, das hast du ganz gut erkannt.

Wobei ich sagen muss, dass ich uns mit einem Sickinger, der sich anstrengt und mit einem Winkler, der das bei uns abruft, was wir uns von ihm erhoffen, ganz gut aufgestellt sehe für die 3.Liga.

Die Frage ist halt, wann wir uns mal selbst ein Bild davon machen können....
Irgendwann geht's los




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