Diskussionen zu fanpolitischen Themen, wie z.B. von ProFans oder dem B.A.F.F.

Beitragvon Thomas » 28.03.2019, 13:05


DSC-FCK: Freispruch trotz belastender Polizisten

Den 27.04.2018 wird Fabian (Name geändert) nicht so schnell vergessen. Nicht nur, dass sein FCK an diesem Tag endgültig in die 3. Liga abstieg, nein, auch weil er sich fast ein Jahr später wegen dieses Spiels auf der Anklagebank wiederfand. So soll er auf dem Weg zu den Einlasskontrollen eine Körperverletzung zum Nachteil eines Ordners begangen haben. Die unmittelbare Folge: Gut 80 FCK-Fans wurden gekesselt, verpassten das Spiel und Fabian wurde in Folge eines radikalen Polizeieinsatzes aus der Menge gezogen, da mehrere Polizeibeamte ihn als Täter identifizierten.

Fabian schaltete umgehend die Rot-Weiße Hilfe ein, welche ihn knapp ein Jahr später bei den beiden Verhandlungstagen vor Gericht vertrat. Dort waren mehrere Polizeibeamte als Zeugen vorgeladen, wovon drei Polizeibeamte auf Nachfrage mehrfach versicherten, Fabian zu "100%" als Täter identifizieren zu können. Auch dafür, dass er gar keinen weißen Pullover trug, wie es beim Täter der Fall gewesen sein soll, sondern eine rote Trainingsjacke, hatte man eine Erklärung: Er habe diesen nach der Tat umgehend gegen eine rote Trainingsjacke eingetauscht. Ein Zeuge, der die ganze Zeit bei Fabian war, bestätigte jedoch dessen Version, welcher die Vorwürfe abstritt und sich auch nicht umgezogen habe. Trotzdem blieben die Beamten bei ihrer Aussage. Da eine Zeugin nicht erschien, folgte ein zweiter Verhandlungstag, in dessen Rahmen RWH-Anwalt Motzenbäcker mehrere Fotos vom Tattag vorlegte, welche ein anderer FCK-Fan bei Ankunft der Fangruppe anfertigte. Diese sorgten für Verwunderung im Gerichtssaal, zeigten sie doch eindeutig auf, dass der von den Polizeibeamten übereinstimmend vorgetragene Tathergang unmöglich so stattgefunden haben kann: Fabian befand sich vor, sowie unmittelbar nach der Tat in gut 20 Meter Entfernung zum Geschehen und trug auf allen Bildern seine rote Trainingsjacke. Der Staatsanwältin reichte es nun und sie plädierte umgehend auf Freispruch, welchem sich die Verteidigung und auch das Gericht anschlossen.

Eine fälschliche Verurteilung des RWH-Mitglieds konnte somit nur verhindert werden, da glücklicherweise ein anderer FCK-Fan zufällig Bilder angefertigt hatte. Ohne diese wäre es sehr wahrscheinlich zu einem Schuldspruch gekommen, denn wieso sollten Polizisten lügen? Diese Frage stellt sich auch Fabian, welcher sich rechtliche Schritte gegen die Polizeibeamten vorbehält.

Quelle: Rot-Weiße Hilfe

Weitere Links zum Thema:

- Kritik am Polizeieinsatz beim Spiel in Bielefeld (Rot-Weiße Hilfe, 29.04.2018)
Der Verein führt als eingetragener Verein den Namen 1. Fußball-Club Kaiserslautern e.V. (1. FCK) und hat seinen Sitz in Kaiserslautern. Seine Farben sind rot und weiß. (...) Das Stadion trägt den Namen Fritz-Walter-Stadion. (Vereinssatzung des 1. FC Kaiserslautern e.V. - Artikel 1, Absatz 1)



Beitragvon EchterLauterer » 28.03.2019, 13:32


Und, Konsequenzen für die Polizisten?
Wirds wohl keine geben, oder wird der Fan Strafanzeige wegen Falschaussage o.ä. stellen?
Die einzige Gabe, die wahrhaft gerecht unter den Menschen aufgeteilt ist, ist der Verstand. Denn ein jeder glaubt, er habe genug davon. Pinkfarbener Text ist in jedem Falle Ironie, schwarzer Text aber vielleicht auch.
Die dritte Zeile dieser Signatur ist dem Forumssignaturwart gewidmet.



Beitragvon SuperBjarne » 28.03.2019, 14:08


Hauptmotivation für die Veröffentlichung dieses Artikels dürfte dennoch die kostenlose Werbung für die einzige mit Namen erwähnte Person sein.



Beitragvon Betzenberg1985 » 28.03.2019, 14:20


Oder einfach drauf hinzuweisen was die Bullen damals eine Scheiße abgezogen haben und scheinbar eiskalt vor Gericht gelogen haben.



Beitragvon LDH » 28.03.2019, 14:45


Er sollte sich rechtliche Schritte nicht vorbehalten. Er sollte rechtliche Schritte einleiten. Natürlich wird den Polizisten wenig passieren, deren Erinnerung kann ja täuschen. Aber wer sich vor Gericht zu 100% festlegt, der sollte sich nicht täuschen. Egal ob er Gärtner oder Polizist ist. Bei letzteren ist es eigentlich noch trauriger.
Bleibt die Frage: Wann kann ich endlich in die Fansäule investieren?



Beitragvon EchterLauterer » 28.03.2019, 15:31


LDH hat geschrieben:Aber wer sich vor Gericht zu 100% festlegt, der sollte sich nicht täuschen. Egal ob er Gärtner oder Polizist ist. Bei letzteren ist es eigentlich noch trauriger.


Und wenn sich mehrere Zeugen in exakt gleicher Weise irren, dann ... könnte das durchaus ein strafrechtlich relevantes Gschmäckle haben ...
Die einzige Gabe, die wahrhaft gerecht unter den Menschen aufgeteilt ist, ist der Verstand. Denn ein jeder glaubt, er habe genug davon. Pinkfarbener Text ist in jedem Falle Ironie, schwarzer Text aber vielleicht auch.
Die dritte Zeile dieser Signatur ist dem Forumssignaturwart gewidmet.



Beitragvon SuperBjarne » 28.03.2019, 15:34


Wahrscheinlich tritt dann seitens der Polizeibeamten die "Grün-Weiße Hilfe" auf den Plan.... :lol:

(Oder heutzutage "blauweiße"?)



Beitragvon Spiiwi » 28.03.2019, 15:52


Hoffentlich werden die Pisser verklagt nur für ihre Rechtfertigung eines völlig überzogenen Einsatzes einen Sündenbock suchen... :!: :kampf: :tadel:
FCK!!! :teufel2:



Beitragvon Solingerteufel » 28.03.2019, 16:28


EchterLauterer hat geschrieben:Und, Konsequenzen für die Polizisten?
Wirds wohl keine geben, oder wird der Fan Strafanzeige wegen Falschaussage o.ä. stellen?

nicht zu vergessen rufmord, das anhängen einer straftat etc...
ein karrierekiller für die polizisten- so oder so
streite dich nie mit einem dummkopf, es könnte sein das die zuschauer den unterschied nicht bemerken (mark twain)



Beitragvon Malvoy » 28.03.2019, 17:34


Und genau wegen solcher Vorfälle gehe ich zu keinem Fußballspiel mehr. Das Fußball-Publikum ist einfach zu assozial geworden, ständig Schlägereien oder sie fackeln das halbe Stadion mit Pyros ab. Da ist man schnell mittendrin wenn man zufällig in der Nähe steht.



Beitragvon Davy Jones » 28.03.2019, 20:59


Malvoy hat geschrieben:Und genau wegen solcher Vorfälle gehe ich zu keinem Fußballspiel mehr. Das Fußball-Publikum ist einfach zu assozial geworden, ständig Schlägereien oder sie fackeln das halbe Stadion mit Pyros ab. Da ist man schnell mittendrin wenn man zufällig in der Nähe steht.



Für mich war das tatsächlich eine Überlegung, da ich fast immer alleine zum Betze unterwegs bin und zuvor dachte, dass mir der ganze Trouble (Fahrt, anstehen etc.) nicht gefällt. Trotz allem bin ich letztes Jahr zum ersten Mal hochgefahren. Bis jetzt hab ich selbst zum Glück noch keine schlechten Erfahrungen gemacht. War aber zweimal nicht allzu weit entfernt davon (gegen den KSC im 4er Block und gegen Uerdingen bei der Unterführung auf dem Weg nach oben).



Beitragvon katewoo » 28.03.2019, 22:19


Jungs, danke für diesen nützlichen Artikel!!!! 8-)



Beitragvon eye of the tiger » 28.03.2019, 23:19


SuperBjarne hat geschrieben:Hauptmotivation für die Veröffentlichung dieses Artikels dürfte dennoch die kostenlose Werbung für die einzige mit Namen erwähnte Person sein.


Ähm nein.

Offenbar wurde ein Unschuldiger aufgrund des Einsatzes mehrerer Fans und der Anwälte freigesprochen. Das ist erstmal eine sehr positive Meldung.

Edit: Und falls die Rot-Weiße-Hilfe noch Anwälte benötigt, würde ich das auch übernehmen ;) (sollte ohne Klarnamen ok sein, oder Herr SuperBjarne? ;) )



Beitragvon SEAN » 28.03.2019, 23:34


Wenn einer Scheiße baut, soll er auch dafür einstehen. Wenn jemand allerdings wie hier offenbar passiert falsch beschuldet wird, muß er auch das Recht und die UNTERSTÜTZUNG haben, aus der Sache rauszukommen. Für solche Fälle finde ich die Rot-Weiße Hilfe sehr gut, dafür kann und muss man ihnen auch danken.
Die Hilfe sollte aber nicht für solche Fälle gelten wie vor Wochen der Fall mit dem geworfenen Klappmesser.
Abseits der Werte des Vereins stellt sich jeder, der sich stattdessen aus reinem Selbstzweck einer Fankultur verpflichtet fühlt, in der einzelne Gruppierungen und Personen wichtiger sind als der gesamte Club, in der aus diesem Selbstverständnis heraus Straftaten begangen werden.



Beitragvon eye of the tiger » 28.03.2019, 23:38


SEAN hat geschrieben:Wenn einer Scheiße baut, soll er auch dafür einstehen. Wenn jemand allerdings wie hier offenbar passiert falsch beschuldet wird, muß er auch das Recht und die UNTERSTÜTZUNG haben, aus der Sache rauszukommen. Für solche Fälle finde ich die Rot-Weiße Hilfe sehr gut, dafür kann und muss man ihnen auch danken.
Die Hilfe sollte aber nicht für solche Fälle gelten wie vor Wochen der Fall mit dem geworfenen Klappmesser.


In einer Sache stimme ich dir nicht zu: Jeder hat das Recht auf ein ordentliches Verfahren, auch derjenige, der ein Klappmesser wirft.

Da wird es halt "schwer", was ordentliches rauszuholen...

Das ordentliche Verfahren ist dann Aufgabe der Anwälte.

(Sowas geht mir generell aufn Sack, nicht nur in der Sache. Da werden Anwälte beschimpft und beleidigt, wenn die ihren Job machen, nur weils halt die Verteidiger vom Bösen per se sind, gerade heute in Bezug auf der Berliner Raserfall mehrfach gelesen...)



Beitragvon SEAN » 29.03.2019, 00:21


eye of the tiger hat geschrieben:In einer Sache stimme ich dir nicht zu: Jeder hat das Recht auf ein ordentliches Verfahren, auch derjenige, der ein Klappmesser wirft.

Da wird es halt "schwer", was ordentliches rauszuholen...

Das ordentliche Verfahren ist dann Aufgabe der Anwälte.



Ich glaube wir sind nicht weit auseinander, vielleicht hab ich es auch falsch ausgedrückt?
Ein Rechtsbeistand steht zum Glück jedem Bürger zu, das ist auch gut so. Darüber brauchen wir auch nicht zu diskutieren.
Mein Gedanke ist halt der, das solche Fälle wie mit dem Messer nicht von der rot-weißen Hilfe unterstützt werden sollten, wenn sie zu 100 % und unwiderlegbar eindeutig sind und eine schwere Straftat darstellen. Für meinen Geschmack ist die RWH vor allem für so Fälle wichtig und angebracht, wo man in einer gewissen Grauzone ist, oder wie hier in dem Fall, wo man einen unschuldigen kassieren will. Auch, weil warscheinlich die finanziellen Mittel der RWH nicht fett auf dem Konto liegen, um schlussendlich nachgewiesenen Straftätern zu helfen. Ich denke das kann er dann auch selbst zahlen.

Wenn wir trotzdem da unterschiedlicher Meinung sind, dann ist es eben so, ich kann damit leben. :wink:
Abseits der Werte des Vereins stellt sich jeder, der sich stattdessen aus reinem Selbstzweck einer Fankultur verpflichtet fühlt, in der einzelne Gruppierungen und Personen wichtiger sind als der gesamte Club, in der aus diesem Selbstverständnis heraus Straftaten begangen werden.



Beitragvon eye of the tiger » 29.03.2019, 00:48


SEAN hat geschrieben:
Ich glaube wir sind nicht weit auseinander, vielleicht hab ich es auch falsch ausgedrückt?
Ein Rechtsbeistand steht zum Glück jedem Bürger zu, das ist auch gut so. Darüber brauchen wir auch nicht zu diskutieren.
Mein Gedanke ist halt der, das solche Fälle wie mit dem Messer nicht von der rot-weißen Hilfe unterstützt werden sollten, wenn sie zu 100 % und unwiderlegbar eindeutig sind und eine schwere Straftat darstellen. Für meinen Geschmack ist die RWH vor allem für so Fälle wichtig und angebracht, wo man in einer gewissen Grauzone ist, oder wie hier in dem Fall, wo man einen unschuldigen kassieren will. Auch, weil warscheinlich die finanziellen Mittel der RWH nicht fett auf dem Konto liegen, um schlussendlich nachgewiesenen Straftätern zu helfen. Ich denke das kann er dann auch selbst zahlen.

Wenn wir trotzdem da unterschiedlicher Meinung sind, dann ist es eben so, ich kann damit leben. :wink:


Ne, in solchen Fällen braucht die Rot-Weiße-Hilfe auch gar nicht unterstützen. Ich denke bei dem Messerwurf wird mindestens auch versuchte gefährliche Körperverletzung angeklagt, evtl auch mehr. Da gibts eh nen Pflichtverteidiger vom Staat.

Die RWH (nach kurzem Einblick auf der Website) stellt auch nur finanzielle Hilfe zur Verfügung, wenn die gebraucht wird, das ist halt bei kleineren Vergehen so. Ich sehe das ja selbst, auch Straftaten bei denen nur ne Einstellung kommt, sind die Gebühren schon im mittleren bis hohen dreistelligen Bereich und die werden nicht ersetzt, außer es erfolgt ein Freispruch vor Gericht (Außergerichtliche Einstellung zahlt man selbst).

Das ist insbesondere für Menschen mit kleinem Einkommen halt kaum zu stemmen. Daher ist die Grundidee der RWH sehr sehr gut, insbesondere da es gerade bei Fußballspielen bekanntlich öfter mal zu Falschaussagen von Polizisten kommt...



Beitragvon SuperBjarne » 29.03.2019, 00:53


eye of the tiger hat geschrieben:

Offenbar wurde ein Unschuldiger aufgrund des Einsatzes mehrerer Fans und der Anwälte freigesprochen. Das ist erstmal eine sehr positive Meldung.



Ach Gott Leute, seid doch einfach ein wenig vorsichtger.

Wir reagieren hier nicht auf einen unabhängigen neutralen Artikel, sondern auf einen Eintrag den die "Rot Weiße Hilfe" selbst verfasst hat.

Das wäre genauso wie wenn Ich einem Eintrag glauben schenken würde der lautet. "Ich bin seit Beginn der Runde der beste Mann auf dem Platz" (user: Janek S.) :lol:



Beitragvon Dercheef » 29.03.2019, 11:14


Malvoy hat geschrieben:Und genau wegen solcher Vorfälle gehe ich zu keinem Fußballspiel mehr. Das Fußball-Publikum ist einfach zu assozial geworden, ständig Schlägereien oder sie fackeln das halbe Stadion mit Pyros ab. Da ist man schnell mittendrin wenn man zufällig in der Nähe steht.

Die einzigen die sich hier asozial Verhalten haben waren die Polizisten vor Ort und die vor Gericht. Klar, vor denen muss man sich beim Fußball mittlerweile leider schon ziemlich in Acht nehmen.
Team Betzegebabbel
https://www.fck-jetzt.de/




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