Alles zur WM 2018 in Russland

Beitragvon Alex76 » 01.08.2020, 09:39


EU-Sondergipfel mit Hilfspaket und Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR)

Insgesamt 91 Stunden, vom 17. bis zum 20. Juli, dauerte der EU-Sondergipfel zum Corona-Hilfspaket und dem Mehrjährigen Finanzrahmen (MFR), der den EU-Haushalt für die Jahre 2021 bis 2027 festlegt.

Die 27 EU-Regierungschefs begannen ihren Verhandlungsmarathon am Freitag mit zwei aufeinander prallenden Interessengruppen, die dem Corona-Plan von Emmanuel Macron und Angelika Merkel kritisch gegenüber standen. Ursprünglich sah der Plan ein Hilfspaket im Volumen von 750 Milliarden Euro vor, das aus 500 Milliarden Euro Zuschüssen und 250 Milliarden Euro Krediten bestand. Empfänger sollten die von der Corona-Krise stark betroffenen südeuropäischen Länder werden.

Der Gruppe der Empfänger von Corona-Hilfen steht die Gruppe der Sparsamen Länder gegenüber bestehend aus Österreich, Dänemark, Niederlande, Finnland und Schweden. Für die Sparsamen Länder waren die Zuschüsse aus dem Corona-Plan von Macron und Merkel deutlich zu hoch. Zudem forderten sie Reformen im Gegenzug zu den Hilfen.

Im Verlauf des EU-Gipfels einigten sich die Sparsamen Länder mit den restlichen EU-Ländern auf einen Kompromiss, der das Corona-Paket auf 390 Milliarden Euro nicht rückzahlbarer Zuschüsse und 360 Milliarden Euro Kredite festsetzt. Für das Konjunkturpaket darf die EU-Kommission erstmals und einmalig Schulden aufnehmen. Die zu emittierenden Anleihen von 750 Milliarden Euro haben eine Laufzeit bis 2058. Bereits vor 2027 soll die Rückzahlung beginnen. Die Kreditaufnahme soll 2026 enden.

Wer hat Anspruch auf Zuschüsse und wie hoch sind diese? Italien, Spanien und Frankreich waren bislang am härtesten von der Pandemie betroffen. Der Großteil der Zuschüsse soll über ein neues EU-Programm ausgeschüttet werden, das staatliche Investitionen und Reformen unterstützt. Insgesamt werden 312,5 von 390 Milliarden Euro über diesen Fonds verteilt. Giuseppe Conte beziffert die Höhe der Subventionen aus dem Aufbaufonds für Italien auf 81 Milliarden, Spanien rechnet mit 73 Milliarden und Frankreich mit 40 Milliarden Euro.

Eine genauere Bestimmung der Mittel erfolgt nach einem Verteilungsschlüssel, der sich in den Jahren 2021 und 2022 aus der Wirtschaftskraft und der Entwicklung der Arbeitslosigkeit ergibt. 2023 soll dann statt der Arbeitslosenzahlen die Wirtschaftsentwicklung der Vorjahre bewertet werden. Die von der Corona-Krise stark betroffenen Länder sollen nationale Reform- und Investitionspläne für die Jahre 2021 bis 2023 einreichen. Die EU-Kommission prüft diese innerhalb von zwei Monaten und leitet sie weiter an den Rat der Finanzminister. Beide Instanzen müssen mit qualifizierter Mehrheit (https://www.consilium.europa.eu/de/coun ... -majority/ ) die Pläne genehmigen. Zeitlich sind 70% der Corona-Hilfen zwischen 2021 und 2022 abrufbar. Im darauffolgenden Jahr die restlichen 30%.

Die Auszahlung der Mittel erfolgt in mehreren Tranchen in Abhängigkeit von den Reformfortschritten in dem jeweiligen Land. Sollte ein Mitgliedsland Reformen in einem Empfängerland für unzureichend halten, besteht die Möglichkeit Einspruch einzulegen. In diesem Fall muss die EU-Kommission die Auszahlung erst einmal stoppen. Eine Mediation auf der Ebene der Staats- und Regierungschefs soll den Streit schlichten.

Zweiter wichtiger Tagungspunkt war die finanzielle Aufstellung des EU-Haushalts für die Jahre 2021 bis 2027. Durch den Brexit fällt Groß Britannien ab 2021 als wichtiger Nettozahler weg, so dass die Lasten auf mehrere Schultern verteilt werden mussten. Der Mehrjährige Finanzrahmen (MFR) soll 1074 Milliarden Euro umfassen; somit jährlich ca. 154 Milliarden Euro. Der wissenschaftliche Dienst des Europäischen Parlaments hatte vorab den Vorschlag der EU-Kommission im Juli 2018 bewertet und eine Analyse veröffentlicht, die Informationen über Größe und Gesamtstruktur des vorgeschlagenen MFR gibt:
https://www.europarl.europa.eu/RegData/ ... S_IDA(2018)625148_DE.pdf

Letztlich ist der Haushalt geringer als der ursprüngliche Vorschlag der EU-Kommission aus dem Jahre 2018, resultierend aus durchgesetzten Kürzungen und Rabatten der „sparsamen Vier“ beim Gipfel. Ob der Mehrjährige Finanzrahmen (MFR) vollumfänglich inhaltlich realisiert werden kann, ist nun vom EU-Parlament und den einzelnen Länderparlamenten abhängig.

Es formierten sich bereits kritische Stimmen aus dem EU-Parlament, die die Kürzungen zu Lasten von Zukunftsprogrammen anmahnten. So sollen Mittel für Forschungsförderung, Digitalisierung oder Verteidigung gegenüber dem Vorschlag der Kommission teils deutlich gekürzt werden. Kürzungen sollen auch bei Klimaschutz, Gesundheit und Migrationspolitik erfolgen. Leicht gestiegen ist der Stellenwert der traditionellen Felder Landwirtschaft und Strukturfonds, die von den Staats- und Regierungschefs mit moderaten finanziellen Zuschlägen bedacht wurden.

Zur Finanzierung des EU-Haushalts sollen auch neue Einnahmequellen generiert werden aus nicht mehr recycelbaren Plastikmüll ab 2021, einer Digitalsteuer und einer Einfuhrgebühr auf Produkte aus Drittstaaten mit geringeren Umweltauflagen ab 2023. Die Bundesregierung geht von finanziellen Mehrbelastungen an EU-Zahlungen durch Corona in Höhe von etwa zehn Milliarden Euro pro Jahr aus.

Kontrovers wurde vorab und während des Gipfels die Frage behandelt, ob und wie die Vergabe von EU-Geldern an rechtsstaatliche Standards geknüpft werden solle. Eine einfache Lösung wurde nicht gefunden, was an der ablehnenden Haltung von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán lag. Am letzten Verhandlungsabend wurde ein Kompromiss gefunden, den Deutschland und Frankreich mit Ungarn und Polen ausgehandelt hatten. Ein neuer "Schutzmechanismus" solle von der EU-Kommission entwickelt werden, und über mögliche Sanktionen bei Verstößen sollen die Mitgliedsstaaten mit einer Zweidrittelmehrheit entscheiden.

Fazit:
Das Gesamtpaket in Höhe von 1,8 Billionen Euro lässt erahnen welch historischen Stellenwert der EU-Gipfel hatte. Mit dem Kompromiss zugunsten der Corona-gebeutelten Länder ist ein Pakt der Solidarität und Freundschaft entstanden, der Europa auch außen- und innenpolitisch Stärke verleiht.

540 Milliarden Euro werden in den Umweltschutz fließen, so dass das Ziel der Klimaneutralität bis 2050 und die Verschärfung des CO2-Reduktionsziels für das Jahr 2030 aufrecht erhalten bleiben.

Ebenso unzufrieden sind viele EU-Abgeordnete, dass beim Thema Rechtsstaatlichkeit nur ein vager Kompromiss gefunden wurde.
Nun ist der Fokus auf das EU-Parlament und die Länderparlamente gerichtet…

Nachrichten zum EU-Gipfel in Brüssel:

17. Juli 2020, 17:45 Uhr: EU-Gipfel - Energie sparen für den Samstag
https://www.sueddeutsche.de/politik/eu- ... -1.4970215

21. Juli 2020, 6:04 Uhr: Brüssel - EU-Sondergipfel endet nach 91 Stunden mit Einigung
https://www.sueddeutsche.de/politik/eu- ... errer=push

21.07.2020, 06:28 Uhr: Einigung beim EU-Gipfel - Das Billionen-Finanzpaket steht
https://www.tagesschau.de/ausland/-eu-g ... g-101.html

21. Juli 2020, 6:41 Uhr: EU-Sondergipfel - So werden die 1800 Milliarden verteilt
https://www.sueddeutsche.de/politik/eu- ... errer=push

21.07.2020, 18:39 Uhr: Corona-Paket und Billionen-Haushalt - Was der EU-Gipfel genau beschlossen hat
https://www.handelsblatt.com/politik/in ... sVODzh-ap2

21.07.2020, 19:23 Uhr: Reaktionen auf EU-Gipfel - Nach der Einigung ist vor der Einigung
https://www.tagesschau.de/ausland/nach- ... l-103.html

22.07.2020, 15:08 Uhr: EU-Finanzpaket - EU-Parlament verlangt Nachbesserungen an Gipfelbeschlüssen
https://www.zeit.de/politik/ausland/202 ... -migration

23.07.2020 18:20 Uhr: EU-Parlament zu Gipfelpaket - Widerstand von vielen Seiten
https://www.tagesschau.de/ausland/eu-gi ... t-101.html

23.07.2020 23:46 Uhr: Debatte um EU-Gipfelpaket - Das Misstrauen im Parlament ist groß
https://www.tagesschau.de/ausland/eu-pa ... t-103.html


Die deutsche Politik in Aktion: Corona-Schutzschild & Konjunkturprogramm

Am 23. März 2020 beschloss die deutsche Bundesregierung ein umfassendes Maßnahmenpaket (Corona-Schutzschild) sowohl für Soloselbstständige, kleine Unternehmen als auch größere Unternehmen, das die negativen Folgen aus der Corona-Krise abfedern soll. Bereits am 25. März votierte der Deutsche Bundestag für das Corona-Schutzschild und zwei Tage später stimmte auch der Bundesrat in einer Sondersitzung zu, so dass recht schnell Soforthilfen beantragt werden konnten.

Mit Hilfe des Corona-Schutzschilds stabilisierte die Bundesregierung die deutsche Wirtschaft. Zudem stehen Beschäftigten, Selbstständigen und Unternehmen Finanzmittel zur Verfügung, die die Liquidität sicherstellen sollen. Es ist bisher das größte Hilfspaket in der Geschichte der Bundesrepublik.

Im Lauf der Monate wurde das Corona-Schutzschild weiter angepasst. Haushaltswirksame Maßnahmen betragen insgesamt 353,3 Milliarden Euro und Garantien umfassen 819,7 Milliarden Euro. Dafür wurde ein Nachtragshaushalt gebilligt, der zusätzliche Kredite in Höhe von 156 Milliarden (1.Nachtrag) vorsieht. Der aktuelle Stand der Maßnahmen (22.05.2020) ist hier sehr anschaulich dargestellt:

22.05.2020: Corona-Schutzschild - Kampf gegen Corona (Größtes Hilfspaket in der Geschichte Deutschlands)
https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... hland.html

18.05.2020: Mit aller Kraft gegen die Corona-Krise - Schutzschild für Deutschland
https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... nFile&v=20

Aufgrund der coronabedingten schweren Rezession, entschied sich die Bundesregierung am Anfang Juni neben dem Schutzschild ein milliardenschweres Konjunkturprogramm aufzulegen. Anknüpfungspunkt ist die Stärkung der (Binnen-)Nachfrage und der Investitionsbereitschaft. Zudem solle in die Modernisierung des Landes investiert werden. Das Programm stellten Olaf Scholz und Peter Altmaier am 12.06.2020 bei einer gemeinsamen Pressekonferenz vor:

„Mit voller Kraft aus der Krise“ - Pressekonferenz mit Olaf Scholz & Peter Altmaier zur Umsetzung des Konjunkturprogramms (59:50 Min.):
https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... maier.html

Der Gesamtumfang des Programms beträgt rund 130 Milliarden Euro. Insgesamt beinhaltet das Konjunkturprogramm 57 Positionen, die dazu beitragen sollen die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu stärken und die Angebotsbedingungen zu verbessern. Auch hier lohnt sich der Blick auf die beiden Links um sich einen Überblick zu verschaffen:

12.06.2020: KONJUNKTURPROGRAMM - Umsetzung des Konjunkturpakets - Mit Zuversicht und voller Kraft aus der Krise
https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... paket.html

https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... ossen.html

Eine wichtige Säule des Konjunkturprogramms ist die Senkung der Umsatzsteuer für den Zeitraum vom 01.07.2020 bis zum 31.12.2020 von 19% auf 16%. Dadurch erwartet die Bundesregierung einen deutlichen Konsumimpuls, besonders bei Beziehern von kleineren Einkommen. Die Mindereinnahmen der Länder von 19,6 Mrd. Euro werden vom Bund übernommen.

Zweiter Schwerpunkt des Programms sind Familien mit Kindern. Diese erhalten einen einmaligen Kinderbonus von 300 Euro pro Kind. Zudem wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende von derzeit 1908 Euro auf 4008 Euro für die Jahre 2020 und 2021 angehoben. Der Ausbau von Ganztagsschulen und Ganztagesbetreuung soll beschleunigt werden.

Mit zahlreichen gezielten steuerlichen Maßnahmen sollen die Unternehmen entlastet werden. Zudem werden zukunftsorientierte nachhaltige Branchen im Bereich Mobilität, Energieversorgung, Digitalisierung, Gesundheit, Bildung und Forschung gefördert.

Eingebracht wurde in den Bundestag auch der zweite Nachtragshaushalt. Er bringt die für das Jahr 2020 geplante Neuverschuldung auf die Rekordsumme von insgesamt 218,5 Milliarden Euro. Statt 362 Milliarden Euro sieht der Haushalt nun Gesamtausgaben in Höhe von 509,3 Milliarden Euro vor.

Fazit:
Hat sich die Politik verzettelt? So lautet die Kritik des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel und bezieht sich auf die Anzahl von 57 Programmpositionen. Andererseits bewirkt die Breite diverse Förderungen von zukunftsorientierten Branchen und Technologien. Bemerkenswert ist auch die Stärkung von sozial Schwachen und eine Absage an die Abwrackprämie.

Große Unterschiede gibt es bei der Wahl und der Wirksamkeit der eingesetzten Hilfen. Eine gezielte Förderung von Krisenbranchen ist beim Konjunkturprogramm schwerlich ersichtlich. Dabei ist die Bauwirtschaft von der Krise wenig betroffen, Gastronomie oder Messebau hingegen stark, und beim verarbeitenden Gewerbe einige Unternehmen gar nicht, andere enorm. Wären daher Eigenkapitalhilfen in Form von Zuschüssen angebrachter?

Fraglich ist auch, wie mit der Mehrwertsteuersenkung über den 31.12.2020 verfahren wird. Ist eine Erhöhung zum Ausgangswert sinnvoll, wo die Umstellungskosten der Kassensysteme recht teuer zu Buche schlagen?

Volkswirtschaftlich betrachtet warten 130 Milliarden Euro coronabedingte Zusatzersparnisse für den Massenkonsum...


Informationen zum Konjunkturpaket und zum Corona-Schutzschild:

22.05.2020: Corona-Schutzschild - Kampf gegen Corona: Größtes Hilfspaket in der Geschichte Deutschlands
https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... hland.html

12.06.2020: KONJUNKTURPROGRAMM - Umsetzung des Konjunkturpakets - Mit Zuversicht und voller Kraft aus der Krise
https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... paket.html
https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... ossen.html

News zum Konjunkturprogramm:

02.06.2020, 9:05 Uhr: Konjunkturprogramm - Bringt das was?
https://www.zeit.de/wirtschaft/2020-05/ ... bschaffung

4. Juni 2020, 1:52 Uhr: Coronavirus - Das Konjunkturpaket ist eine historische Wende
https://www.sueddeutsche.de/politik/cor ... -1.4926573

4.06.2020, 12:07 Uhr: Konjunkturpaket - Darauf haben sich Union und SPD geeinigt
https://www.sueddeutsche.de/politik/kon ... -1.4926584

04.06.2020, 21:25 Uhr: Maßnahmen der Koalition - Konjunkturpaket: Das wurde beschlossen
https://www.zdf.de/nachrichten/politik/ ... n-100.html

12.06.2020, 10:32 Uhr: Kabinett beschließt Konjunkturpaket - Was, wenn all das Geld nicht hilft?
https://www.tagesschau.de/inland/konjun ... t-101.html

12.06.2020, 18:53 Uhr: Deutschlands oberster Verbraucherschützer - So schafft man keine Zuversicht
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/ ... -1.4934430

12. Juni 2020, 19:46 Uhr: Scholz und Altmaier - Doppelt hält besser
https://www.sueddeutsche.de/politik/cor ... -1.4934043



Beitragvon Alex76 » 01.08.2020, 10:10


Die Suche nach einem Investor in Corona-Zeiten – Planinsolvenz in Eigenregie

Der 1.FC Kaiserslautern hat Schulden in Höhe von 20 Millionen, die ein Überleben auf Dauer nicht ermöglichen. Speziell in der Zeit nach Stefan Kuntz haben sich die Schulden nochmals gravierend erhöht. Zwischen 2016 und 2019 wurden vom damaligen Finanzvorstand Michael Klatt mehrere üppig verzinste Darlehen in Höhe von 8 Millionen Euro bei der Firma Quattrex-Sports AG aufgenommen. Aktuell belaufen sich die Schulden auf 10 Millionen Euro. Zudem bestehen jährliche Zinsen von 7,5% und erfolgsabhängige Zahlungen von angeblich nochmals mehr als 10 Millionen Euro. viewtopic.php?p=1284024#p1284024

Neben der Quattrex-Sports AG schuldet der 1.FC Kaiserslautern Lagardère Sports rund 2 Millionen Euro und dem potenziellen Investor Flavio Becca 2,6 Millionen Euro.

Nachrangig gelistet sind die eigenen Fans, bei denen der Verein sich vor einem Jahr rund 3 Millionen Euro geliehen hat. Aufgeteilt in die Betze-Anleihe II, die über den FCK e.V. an die FCK KGaA weitergeliehen wurde, und das Crowdlending "Kapilendo".

Durch die Belastung von mittlerweile mehr als 20 Millionen € Schulden gestalten sich Gespräche mit potenziellen Investoren schwierig. Neben der Schuldenlast ist die 3.Liga für alle teilnehmenden Vereine eine sehr herausfordernde Liga. Auch die Rückkehr in die 2. Bundesliga ist nicht einfach, da das Gefälle der TV-Einnahmen zwischen beiden Ligen stark variiert.

Mit der Corona-Krise und dem Wegfall von wichtigen Ticketeinnahmen hat sich für den 1.FC Kaiserslautern die finanzielle Lage drastisch verschlechtert, so dass am 15.06.2020 Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt beim Amtsgericht Kaiserslautern einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung (Planinsolvenzverfahren) gestellt hat. Voraussetzung für eine Planinsolvenz ist eine positive Fortführungsprognose.

Keine einfache Entscheidung, aber wohl alternativlos, da die Gespräche mit den Gläubigern über einen Schuldenschnitt zu keinem Ergebnis führten. Neben den oben genannten Gläubigern kommen gewöhnlich noch die Arbeitnehmer, die Bundesagentur für Arbeit, die Lieferanten, die Banken und weitere dazu. Die Spieler haben auf einen Teil ihrer Gehälter verzichtet. Aus Anlass der Corona-Krise haben DFL und DFB die strengen Kriterien im Lizensierungsverfahren in Bezug auf Verschuldung abgeschwächt. Zudem wurde der sportliche Abzug von 9 Punkten in dieser Saison ausgesetzt.

"Ziel des Verfahrens ist es, zügig die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wiederherzustellen", sagte Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt. Mittel- und langfristig erhofft sich der seit Dezember 2019 amtierende Funktionär eine wirtschaftliche Sanierung, die den Handlungsspielraum deutlich erweitert.

Der Zeitplan nach der Einreichung des Insolvenzantrags sieht vor, dass der Verein drei Monate Zeit für die Erstellung eines Insolvenzplans und für weitere strategische Verhandlungen hat. Dies wäre bis zum 31.08.2020. Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt und der Generalbevollmächtigte Dirk Eichelbaum bekommen vom Gericht einen beratenden Sachwalter zur Seite gestellt. Sollte innerhalb der drei Monate eine gemeinsame Lösung zur Sanierung gefunden werden, kann der FCK den Insolvenzantrag auch jederzeit wieder zurückziehen. Im Gegensatz zur Regelinsolvenz bleibt der FCK selbst Herr im Hause und fällt nicht in die Hände eines Insolvenzverwalters.

Zur Gewährleistung der Liquidität erhält der Verein Insolvenzgeld, das von der Bundesagentur für Arbeit ausgeschüttet wird und für die nächsten drei Monate die Gehälter der Angestellten (bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 6.900,- Euro brutto) absichert. Bei erfolgreicher Sanierung muss das Insolvenzgeld zurückbezahlt werden. Während der Insolvenzphase müssen Lohnsteuer, Sozialversicherungs¬beiträge und Umsatzsteuer nicht gezahlt werden. Erst bei erfolgreichem Abschluss des Verfahrens.

Dass es bis zur Insolvenz und dem Abstieg kommen musste, ist sehr ärgerlich. Die Gründe sind mannigfaltig. Im Fokus steht der Bau des WM-Stadions und jahrelange Misswirtschaft. Welcher Investor wird gesucht? Welche zusätzlichen Kompetenzen müssen dem 1.FCK zur Verfügung gestellt werden, um wieder erfolgreichen Fußball auf Deutschlands höchstem Fußballberg zu spielen?

„Es gibt einen Investor, der bereit ist, signifikant beim 1.FC Kaiserslautern zu investieren“, teilte der Aufsichtsratsvorsitzende der 1.FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA Jurist Jörg E. Wilhelm beim SWR Sport am 21.06.2020 mit. Das Angebot fußt auf einem Schuldenschnitt, so wie dies auch von anderen potenziellen Investoren zur Bedingung gemacht wird. Weiter sprach Jurist Jörg E. Wilhelm von einem „bindenden, unwiderruflichen, einseitigen Angebot“, das mit einer Frist zur Unterschrift nach Verlängerung bis zum 31.07.2020 versehen ist.

Auch wenn noch keine Einigung bzgl. des Schuldenschnitts erfolgt ist, kann der Vertrag formaljuristisch in Kraft treten, wenngleich die Gelder erst nach einer Einigung mit den Gläubigern fließen würden. Das Investitionsvolumen wird auf 20 Millionen Euro für 75,1% der Stimmen beziffert.

Wer ist der Interessent? Angeblich handelt es sich um keinen puren Finanzinvestor, sondern um einen „sportaffinen deutschen Geschäftsmann“ aus dem Ausland, der Mitsprache und erheblichen Einfluss aufs operative Geschäft im sportlichen Bereich zur Voraussetzung macht. Hierzu führt der Aufsichtsratsvorsitzende Jurist Jörg E. Wilhelm aus, dass der Investor „ein sehr hohes Interesse am Nachwuchsleitungszentrum und an der Jugendarbeit“ hat. Zudem hat er „ein sportliches Konzept, von dem er überzeugt ist und das an anderer Stelle schon erfolgreich umgesetzt wurde.“

Während die sportliche Expertise und Kompetenz des Investors noch zu prüfen wäre und an die Gegebenheiten im deutschen Fußball und speziell beim 1.FC Kaiserslautern angepasst werden müsste, so rückt das Fritz-Walter-Stadion in den Fokus des Interesses eines möglichen Investors mit Kompetenzen im Bereich der Bebauung.

Persönlich halte ich zwar eher eine Nutzung der Grundstücke um das Fritz-Walter-Stadion als „Sportpark“ für interessant, so dass die Besucher sich wohl fühlen können und ein gesellschaftlicher Mehrwert entsteht.

Mittlerweile hat sich auch eine Gruppe von regionalen Unternehmern gefunden, die dem Verein ein Angebot von ca. 8 Millionen Euro unterbreiteten für 25,1% der Stimmen. Ob hierbei gar eine Kooperation mit dem Großinvestor aus Dubai machbar wäre, so dass das 4-Säulen-Modell auch weiterhin verfolgt werden könnte? Oder muss der 1.FC Kaiserslautern weiter nach einem potenten Ankerinvestor suchen?

Generell muss man von der öffentlichen Wahrnehmung als „Schuldenberg“ wegkommen zu einer nachhaltigen Erfolgsgeschichte. Es gibt auch viele externe harte Faktoren, die den Niedergang des 1.FC Kaiserslautern begünstigten. So z.B. die Kirchkrise, die zu erheblichen Mindereinnahmen bei den TV-Geldern führte oder auch die Selbstanzeige bzgl. der Persönlichkeitsrechte, welche wohl auch Usus zur damaligen Bundesligazeit war.

Es gibt wohl aber auch weiche Faktoren, wie die Gerechtigkeit von Subventionen in den WM-Bau, welche die europäische Kartellbehörde für den Anlass einer WM billigt(e). Subventionen in ein pures Vereinsstadion allerdings nicht!

Die Gerechtigkeitsdebatte wurde zu Lasten der Sympathie von vielen anderen Vereinen im näheren Umkreis des FCK geführt. Legendär sind doch die Zeitungsartikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Vor diesem Hintergrund muss man das folgende Fanvideo zwar selbstkritisch, aber auch verpflichtend betrachten!

1. FC Kaiserslautern unzerstörbar?! Gründe für die Insolvenz!
https://www.youtube.com/watch?v=botubiD ... e=youtu.be

08.04.2002: Kirch-Krise lähmt die Bundesliga
https://www.welt.de/print-welt/article3 ... sliga.html


Nachrichten zum Insolvenzverfahren in Eigenregie:

1.FC Kaiserslautern Pressekonferenz zur Insolvenz in Eigenregie am 14.06.2020 (56:48 Min.)
https://www.youtube.com/watch?v=ppwFU1zY6IU

04.04.2020 - 15:30 Uhr: Fragen und Antworten zur möglichen Planinsolvenz - FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt steht vor schweren Verhandlungen und Entscheidungen
https://www.der-betze-brennt.de/artikel ... olvenz.php

14.06.2020 - 19:46 Uhr: Sanierung via Planinsolvenz: FCK stellt Konzept vor
https://www.der-betze-brennt.de/news/12 ... pt-vor.php

14.06.2020: Kommentar zur Planinsolvenz: Großes Risiko, große Chance
https://www.der-betze-brennt.de/artikel ... chance.php

14.06.2020: Keine Einigung mit Gläubigern erzielt - Chance zum Neuanfang - 1. FC Kaiserslautern vor Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens
https://www.kicker.de/777464/artikel/1_ ... verfahrens

15.06.2020: Fragen und Antworten zum Insolvenzantrag des FCK - "Der FCK steht für die DNA des deutschen Fußballs"
https://www.der-betze-brennt.de/artikel ... sballs.php

15.6.2020: FCK bestätigt Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahren
https://www.kicker.de/777554/artikel/fc ... zverfahren

15.06.2020: Lautern peilt Abschluss des Verfahrens bis 31. Oktober an - Der FCK und der Insolvenzantrag: "Die Hoffnung ist nicht unbegründet
https://www.kicker.de/777600/artikel/de ... egruendet_

23.06.2020: Möglicher Rückkauf des Stadions: Spekulationen über den Preis - FCK liegt Investorenangebot vor: Wo ist das Problem?
https://www.kicker.de/778210/artikel/fc ... s_problem_

27.6.2020 : Soeren Oliver Voigt zur Insolvenz des FCK (SWR Sport)
https://www.swr.de/sport/media/soeren-o ... k-100.html

10.7.2020, 13:50 Uhr: FCK-Insolvenz - Auch die Gläubiger möchten künftig Profifußball auf dem Betzenberg
https://www.swr.de/sport/fussball/1-fc- ... i-100.html

20.7.2020, 20:10 Uhr: Positive Signale vom FCK nach Vorstellung der Konzepte möglicher Investoren
https://www.swr.de/sport/fussball/1-fc- ... n-100.html


Die Suche nach einem Investor in Corona-Zeiten - Auf dem Weg zum 4-Säulen-Model …

Am 29.07.2020 tagte der vorläufige Gläubigerausschuss im Fritz-Walter-Stadion, um über zwei Investorenangebote zu entscheiden. Das ausgewählte Angebot soll Grundlage für einen Insolvenzplan sein. Zur Auswahl standen das oben erwähnte Angebot aus Dubai, welches bis zum 30.07.2020 verlängert wurde, und das Angebot der Regionalen Investoren.

Während das Angebot aus Dubai angeblich 16 Millionen Euro für 75% der Anteile umfasste, betrug das regionale Angebot lediglich 25% bei einer Investitionssumme von 8 Millionen Euro. Doch nicht nur finanziell, sondern auch inhaltlich unterschieden sich die beiden Angebote. So wollte der Investor aus Dubai, bei dem es sich um den fußballaffinen Geschäftsmann Horst Peter Petersen handelt, große Mitspracherechte im sportlichen Bereich sichern. Wie würden diese aussehen? Zu denken wäre an Mitspracherechten bei Spielertransfers, Trainerwahl und Aufstellungen.

Bei den regionalen Investoren handelt es sich zum großen Teil um renommierte Partner und Sponsoren aus der Umgebung von Kaiserslautern. Zur regionalen Investorengruppe um Sprecher Giuseppe Nardi zählen auch Peter Theiss, Klaus Dienes, Dieter Buchholz und Axel Kemmler.

Aufsichtsratssprecher Markus Merk, Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt und Insolvenzsachwalter Andreas Kleinschmidt standen bei der anschließenden Pressekonferenz Rede und Antwort. Was waren die ausschlaggebenden Argumente des Gläubigerausschusses? Wie wurde der Auswahlprozess gestaltet?

Pressekonferenz zur aktuellen Situation der 1.FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA nach dem Gläubigerausschuss am 29.07.2020 (43:21 Min.)
https://www.youtube.com/watch?v=lO7RxRY ... e=youtu.be

Zunächst stellte Sachwalter Andreas Kleinschmidt die Entscheidung des Gläubigerausschusses vor: „Die Entscheidung sieht so aus, dass der vorläufige Gläubigerausschuss die Geschäftsführung beauftragt hat, mit der Gruppe der Regionalen Investoren finale Verhandlungen über den Abschluss einer Investorenvereinbarung zu führen und abzuschließen. Diese Vereinbarung ist dann die Grundlage für einen von den Gläubigern anzunehmenden Insolvenzplan."

Ausschlaggebend für die Wahl der Regionalen Investoren „waren die große und solide Transaktionssicherheit, eine große Nachvollziehbarkeit des Engagements, eine Konzeption, die in die Struktur des FCK passt sowie der gelassene Raum für weitere zusätzliche Investoren in der Zukunft. Demgegenüber hat das Dubai-Angebot zu viele Fragen offen gelassen, insbesondere was die Struktur und die Zusammensetzung der eigentlichen Investoren angeht. Nicht abschließend geklärt werden konnte auch die Transaktionssicherheit sowie die Vereinbarkeit des sportlichen Konzepts mit verbandsrechtlichen Regularien."

Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt skizzierte den Bewertungsprozess, der als Entscheidungsgrundlage für die Gläubiger diente: „Unabhängige, sachverständige Prüfer wurden vom vorläufigen Gläubigerausschuss beauftragt, die tatsächlich vorliegenden Dokumente zu analysieren, zu bewerten und zu vergleichen. Letztendlich stellten die Mitglieder des vorläufigen Gläubigerausschusses heute einstimmig fest, dass ausschließlich die Gruppe der regionalen Investoren die Vorgaben zu Bonitätsprüfung, zu Geldwäsche, zu Compliance sowie zu den Regularien und Statuten des DFB und der Satzung des FCK erfüllen konnte."

Ein kurzer Rückblick zur Außerordentlichen Mitgliederversammlung 2018 verdeutlicht die aktuellen Schwierigkeiten das Angebot des Investors aus Dubai in die engere Auswahl zu nehmen. So soll das 4-Säulen-Modell die Mitbestimmungsrechte eines großen Investors beschneiden und konform zur 50+1 Regel sein. Soeren Oliver Voigt argumentierte daher: „Das Vier-Säulen-Modell ist für uns eine bindende Orientierung. Entsprechend werden wir uns zum richtigen Zeitpunkt mit der Öffnung der Fan-Säule beschäftigen."
https://zukunft.fck.de/wp-content/uploa ... 18_PDF.pdf

Bei der AoMV stimmten 92,13 Prozent für die Ausgliederung, nachdem heftige kontroverse Debatten in sozialen Medien und im Vereinsumfeld eher gegen eine Ausgliederung tendierten. Ausschlaggebendes Element für das positive Votum war die im Vorfeld stark beworbene Lösung des 4-Säulen-Modells.
viewtopic.php?t=23931

Vor diesem Hintergrund stellt das Angebot der Regionalen Investoren ein Fundament im 4-Säulen-Modell dar, welches Entwicklungspotential verspricht und gleichzeitig das finanzielle Risiko auf mehrere Schultern verteilt. Anders sähe es wohl beim Angebot aus Dubai aus.

Der Druck lastete auf dem Aufsichtsrat. Markus Merk wirkte erleichtert über die Entscheidung: „Das heute ist ein großer Schritt nach vorne. Wir haben jetzt ein Spiel gewonnen, aber noch lange keine Meisterschaft."

Weiter führte Markus Merk aus:„Dass wir jetzt ein unabhängiges neutrales Votum bekommen haben, das kann ich persönlich sagen, das entlastet ungemein. Wir haben eine unfassbare Geschlossenheit in den Gremien. Auch wenn es in den letzten Tagen etwas anders aussah. Es ist wichtig, dass man in den Gremien kontrovers diskutiert. Wenn aber etwas zu kommunizieren ist, müssen wir mit einer Stimme sprechen. Wir brauchen Ruhe, um die positive Fortführungsprognose zu gewährleisten. Da werden wir uns auch intern unterhalten müssen. Störfaktoren von innen können wir uns nicht erlauben."

Die nächste Saison scheint gesichert und der Profikader könnte zusammenbleiben. „Zum jetzigen Zeitpunkt spielen die Avancen anderer Klubs an unsere Spieler keine Rolle. Alle Spieler werden bei uns ins Training einsteigen und dann schauen wir, was die nächsten Wochen bringen. Wir sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht verpflichtet, aus einer Notsituation heraus Spieler verkaufen zu müssen“, erklärte Soeren Oliver Voigt.

Nächster Schritt ist die Verhandlung mit den Gläubigern über den von den Investoren geforderte Schuldenschnitt. „Es kann daran noch scheitern, ich sehe das aber nicht. Ich sehe eher, dass die Gläubiger ein großes Interesse daran haben, dass hier weiter Fußball gespielt werden kann», sagte Kleinschmidt.

Bis zum 1.September muss der 1.FC Kaiserlautern den Insolvenzplan beim Amtsgericht einreichen.
Der Termin für die Gläubigerversammlung wird nach Eröffnung des Verfahrens vom zuständigen Amtsgericht festgelegt. Bei der Gläubigerversammlung werden die Gläubiger über die Annahme des Insolvenzplans entscheiden. Laut Sachwalter Andreas Kleinschmidt werde der Termin wohl im Oktober stattfinden.

Nachrichten zur Investorensuche:

29.07.2020: Kaiserslautern geht wichtigen Schritt in Richtung Konsolidierung - "Transaktionssicherheit" schlägt "offene Fragen": FCK hat seinen Investor
https://www.kicker.de/780701/artikel/_t ... n_investor

29.07.2020: Kommentar zur Investorensuche beim 1. FC Kaiserslautern - Etappenziel erreicht - Chance verpasst
https://www.kicker.de/780712/artikel

29. Juli 2020, 18:30 Uhr: Regionale Investoren sollen 1. FC Kaiserslautern retten
https://www.rheinpfalz.de/politik/rhein ... 92520.html

29. Juli 2020, 20:47 Uhr: Entscheidung für regionale Investoren nur eine erste Hürde
https://www.rheinpfalz.de/sport_artikel ... duced=true

29. Juli 2020, 21:00 Uhr: KOMMENTAR - Der FCK und die Tage des Donners
https://www.rheinpfalz.de/sport_artikel ... 92550.html

29.07.2020: Im Blickpunkt: Pressekonferenz zur Investoren-Entscheidung - "Das Dubai-Angebot hat zu viele Fragen offen gelassen"
viewtopic.php?p=1293525#p1293525



Beitragvon Alex76 » 24.08.2020, 12:08


Die Suche nach einem Investor in Corona-Zeiten – Aus der Höhle der Löwen …

Das Umfeld des 1.FC Kaiserslautern gilt als emotional, brodelnd und unruhig. Aufgrund des fehlenden sportlichen Erfolgs häuften sich Stimmen nach Kompetenz, Transparenz, Kosmopolitismus aber auch Regionalität aus dem Kreis der Fans und Mitgliedern. Teils widersprüchlich, teils aber auch für einen Verein bereichernd, wenn Werte wie Fairplay und Respekt im Vereinsleben gelebt werden. Speziell in den letzten Jahren herrschten im Aufsichtsrat unterschiedliche Meinungen und Einstellungen, die eine harmonische Suche nach Investoren erschwerten.

Parallel läuft seit der Verkündung am 14.06.2020 die Planinsolvenz in Eigenregie, die mit einem Insolvenzplan bis zum 31.08.2020 und der Gläubigerversammlung wichtige Etappenziele vor sich hat. In den Social Media wurde das Insolvenzverfahren in Verbindung mit der Suche nach Investoren in aller Breite aber auch Tiefe diskutiert. Teilweise mit richtigem Zahlenwerk, teilweise mit Spekulationen. Potentiell interessierten Investoren steht eine Due-Diligence-Prüfung zur Verfügung.

Wie muss man sich den Findungsprozess vorstellen? Ganz genau kann ich mir den Prozess auch nicht vorstellen. Gibt es einen Markt für Vereine auf Investorensuche? Oder erfährt der potentielle Investor im Wirtschaftsblatt über die Suche nach Investoren seitens des 1.FC Kaiserslautern? Letzteres gilt wohl eher für regionale Investoren.

Schaut man z.B. auf der Homepage der KPMG nach, so findet man den Matchmaker, der zwischen Unternehmen und Investoren vermittelt und dies in einem kurzen Video anschaulich vorstellt:
https://atlas.kpmg.de/matchmaker/en


Um es mit der TV-Sendung der Höhle der Löwen zu vergleichen, so ist der 1.FC Kaiserslautern auf der Suche nach einem erfolgreichen Pitch, der in der Höhle der Löwen meist von innovativen Startups angestrebt wird. Das Unternehmen stellt sich, das Geschäftskonzept, den Markt und das eigene Produkt vor. Ziel ist das Akquirieren von Risikokapital zum Wachstum des Unternehmens. Dazu werden Geschäftsanteile in Relation zum “ermittelten“ Unternehmenswert angeboten.

Begonnen hat die Höhle der Löwen im August 2014. Seitdem sind 7 Staffeln mit mehr als 450 Pitches erfolgt. Mittlerweile befindet sich die Sendung in der 8. Staffel und beginnt am Montag, den 31.August.
Bei der Pressekonferenz am 18.08.2020 (1:06:07 Min.) wurden die Investoren vorgestellt:
https://www.vox.de/cms/die-hoehle-der-l ... 97872.html
20. August 2020 um 14:02 Uhr: Neuer Investor, neuer Sendeplatz - Warum „Die Höhle der Löwen“ nun immer montags gezeigt wird
https://rp-online.de/panorama/fernsehen ... d-52876221


Lautes Löwengebrüll auch im Aufsichtsrat des 1.FC Kaiserslautern. Nachdem die Ausgliederung der Profimannschaft in die GmbH & Co. KGaA mit großer Zustimmung im Rahmen der außerordentlichen Mitgliederversammlung 2018 erfolgt ist, herrschten doch große Unstimmigkeiten und Kontroversen bzgl. des Ankerinvestors, des Vereinswertes und des richtigen Stils in der Öffentlichkeit vor.

Der komplette 2017 gewählte Aufsichtsrat ist, bis auf Nachrücker Fritz Fuchs, ausgeschieden und ersetzt durch die bei der JHV 2019 angetretenen Kandidaten Dr. Markus Merk, Rainer Kessler, Martin Wagner, Martin Weimer und Prof. Dr. Jörg Wilhelm. Geballte Kompetenz in ihren Spezialdisziplinen. Insgesamt verfügt das gewählte Gremium über komplementäre Kompetenzen, die harmonisch wirken.

Parallel mit der Ausgliederung sind weitere Organe entstanden und gewachsen, die die vorhandene Struktur des eingetragenen Vereins durch die GmbH & Co. KGaA erweiterten. Hier lohnt der Verweis auf den Link, um sich die Struktur nochmals zu veranschaulichen:
https://fck.de/de/fck-der-club/struktur/

Die Aufgliederung in den Profibereich und in den Breitensportbereich wird deutlich. Mit 17.000 Mitgliedern zählt der 1.FC Kaiserslautern nach wie vor zu den großen Vereinen in Deutschland. Wesentlicher Unterschied des eingetragenen Vereins zum vorherigen Status ist die Besetzung des Vorstands durch fünf ehrenwerte Personen. Es ist möglich im Verein zehn Sportarten aktiv zu betreiben und somit auch Vereinsnähe aktiv zu erleben.

Der Vorstand ist, wie der Aufsichtsrat, auf ehrenamtlicher Basis tätig. Dem Aufsichtsrat kommen im Vergleich zu früher aber weitere Aufgabenbereiche zu. So wird stets die Mehrheit der Mitglieder des Beirats durch Aufsichtsräte besetzt. Der Beirat bestellt und überwacht die Geschäftsführung der 1.FC Kaiserslautern Management GmbH. Die Anzahl der Mitglieder des Beirats besteht aus fünf Personen, davon mindestens drei Aufsichtsräten des eingetragenen Vereins.

Auf der Hauptversammlung der 1.FC Kaiserslautern Management GmbH & Co. KGaA wird ein weiterer Aufsichtsrat gewählt, der zusammen mit dem Beirat die Geschäftsführung der 1.FC Kaiserslautern Management GmbH überwacht. Es gibt also einen Aufsichtsrat seitens des e.V. aber auch einen auf Seiten der Investoren der 1.FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA, der aus fünf Personen besteht, davon eine aus dem Aufsichtsrat des eingetragenen Vereins.

Um das komplexe Gesamtgebilde zu fassen, sollte man nochmals Seite 7 und 8 der Präsentation zur Ausgliederung anschauen: https://zukunft.fck.de/wp-content/uploa ... 18_PDF.pdf

Die konstituierende Sitzung des Aufsichtsrats der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co KGaA fand am Donnerstag, den 27. Februar 2020 statt. Auf der Sitzung wurde Prof. Dr. Jörg E. Wilhelm zum Vorsitzenden gewählt, das Amt des stellvertretenden Vorsitzenden übernimmt künftig Prof. Dr. Peter Theiss. Für den aus dem Gremium ausgeschiedenen Wilfried de Buhr rückt Wolfgang Erfurt, Vorstandsvorsitzender des 1.Kaiserslautern e.V., nach. Patrick Gregorius vervollständigt weiterhin das aktuell vierköpfige Gremium. Ein fünftes Mitglied wird die Hauptversammlung der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co KGaA in einer späteren, noch nicht terminierten Sitzung wählen.


Am lautesten vernahmen die Fans und Mitglieder das Löwenröhren von Prof. Dr. Jörg Wilhelm, da er sich zu einem mit dem Aufsichtsrat des e.V. unabgestimmten SWR-Interview veranlasst sah, in dem er ein Angebot aus Dubai den Mitgliedern und Fans näher brachte. Er sprach von einem signifikanten unterschriftsreifen Angebot basierend auf einem knallhart formulierten (Alt-)Schuldenschnitt. Kein Investor sei bereit mehr als 25 Millionen Euro für Altschulden aufzubringen.

SWR-Interview am 21.06.2020 (13:54 Min.)
https://www.ardmediathek.de/swr/video/s ... EyNjA5OTg/

Mit dem Vorpreschen in den Medien polarisierte Prof. Dr. Jörg Wilhelm die Fanmeinung ebenso wie den Aufsichtsrat. Neben dem Angebot aus Dubai wurde auch mit einem Konsortium aus regionalen Partnern verhandelt, die eine Investitionssumme von 8 Millionen Euro für 25% der Anteile aufriefen.

Bis zum 31.07.2020 lag das Dubai-Angebot unterschriftsreif vor. Der Gläubigerausschuss sollte am 29.07.2020 darüber befinden mit welcher Partei weiterverhandelt werden soll. Dabei präferierte der Gläubigerausschuss die Gruppe der Regionalen Investoren zum Abschluss einer Investorenvereinbarung, die dann Grundlage für einen von den Gläubigern anzunehmenden Insolvenzplan wäre. Das Dubai-Angebot habe zu viele Fragen offen gelassen.

Die Einzelheiten des Ausschusses wurden im vorherigen Kapitel bereits ausführlich beschrieben. Hier nochmals der Link zur Pressekonferenz über die aktuelle Situation der 1.FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA nach dem Gläubigerausschuss am 29.07.2020 (43:21 Min.)
https://www.youtube.com/watch?v=lO7RxRY ... e=youtu.be

Der Aufsichtsratsvorsitzende der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA, Prof. Jörg E. Wilhelm, äußerte sich direkt nach der Verkündung der Investoren-Entscheidung auf Twitter - und sprach von "Lügen" in der Pressekonferenz. Im Interview mit SWR Sport erklärt er, was er damit meint.

Prof. Dr. Jörg Wilhelm im Interview zur Investorenentscheidung am 30.07.2020 (17:38 Min.):
https://www.swr.de/sport/media/joerg-e- ... k-100.html

Auf die Reaktion von Prof. Dr. Jörg Wilhelm reagierte der Verein mit einer eigenen Pressemitteilung, in dem der 1.FC Kaiserslautern Wilhelm „letztmalig zu einer konstruktiven, gemeinsamen und vertrauensvollen Zusammenarbeit“ aufforderte:

DER FCK INFORMIERT
Donnerstag, 30.07.2020
• Senator h.c. Professor Doktor J.E. Wilhelm hat in erheblichem Maße gegen die Interessen des FCK verstoßen
• Anwaltlich aufgefordert, öffentliche Äußerungen mit sofortiger Wirkung zu unterlassen
• Sitzung des Aufsichtsrats in der kommenden Woche möglich, um Wilhelm aus allen Ämtern bei der Management GmbH sowie der KGaA abzuberufen
• Vereinsmitglied Wilhelm kann aus dem Verein ausgeschlossen werden

...

https://fck.de/de/der-fck-informiert-9/


Am 3.8.2020 trat Prof. Dr. Jörg E. Wilhelm von sämtlichen Ämtern beim FCK zurück. Das Fanlager ist mit dem Rücktritt noch mehr gespalten. Was ist nur los mit dem Löwenrudel? Gegeneinander? Miteinander? Oder doch Füreinander?

Kaiserslautern war jahrelang die kleinste Stadt in der Fußballbundesliga. Das berühmt berüchtigte Gallische Dorf. Danach kam die Phase der Kommerzialisierung. Vereine wie die TSG 1899 Hoffenheim als naher Konkurrent bekamen von Dietmar Hopp finanzielles Engagement in Höhe von insgesamt 240 Millionen Euro. Auch andere Vereine wie Mainz 05 haben stark aufgeholt und die Gazetten für sich vereinnahmt.

Wie wollen die FCK-Verantwortlichen die gesuchten (mittleren) Investoren (Säule 2, 3 und 4) überzeugen? Patrick Banf listete bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung 2018 fünf Kernpunkte auf: Das Fritz-Walter-Stadion, die Infrastruktur in der Stadt und im Verein, die Marke FCK und die treuen Fans als feste Konstanten - sowie als fünftes dazu idealerweise auch eine gute Fußballmannschaft. Sportliche Leistung erfordert Geschlossenheit.

Die derzeitigen Verhandlungen sind also recht komplex auch darauf beruhend, dass vier Investorensäulen zu füllen sind:

1.) Fans als Investoren

2.) Investoren & Sponsoren aus der Region

3.) Stille Gesellschafter

4.) Großunternehmen & Finanzinvestoren

Wie soll also der 1.FC Kaiserslautern 2.0 ausschauen? Zwischen Tradition und Innovation – Dann klappt´s auch wieder mit der Bundesliga! Bis dato ist jedes Spuil wie gegen Bayern.. ;-)


News zum Duell der Löwen:

15.7.2020, 16:39 Uhr: FCK-Insolvenz: Weitreichende Entscheidung wird erwartet
https://www.swr.de/sport/fussball/1-fc- ... g-100.html

29.7.2020, 17:35 Uhr: Entscheidung gefallen: Der FCK will Vertrag mit Gruppe regionaler Investoren abschließen
https://www.swr.de/sport/fussball/1-fc- ... t-100.html

30.7.2020, 12:32 Uhr: FCK: "Es geht weiter mit Unruhe und kryptischen Vorwürfen"
https://www.swr.de/sport/fussball/1-fc- ... r-100.html

30.7.2020, 14:23 Uhr: Markus Merk: "Die Entscheidung war alternativlos"
https://www.swr.de/sport/fussball/1-fc- ... g-100.html

30.7.2020, 18:03 Uhr: Jörg E. Wilhelm: "Die FCK-Verantwortlichen spielen Roulette" - FCK reagiert deutlich
https://www.swr.de/sport/fussball/1-fc- ... r-100.html

30.7.2020, 18:11 Uhr: Jörg E. Wilhelm im Interview zur Investoren-Entscheidung des FCK
https://www.swr.de/sport/media/joerg-e- ... k-100.html

31.7.2020, 14:30 Uhr: Streit im FCK Aufsichtsrat: "Seid ihr eigentlich noch zu retten?"
https://www.swr.de/sport/fussball/1-fc- ... t-100.html

3.8.2020, 19:10 Uhr: Jörg E. Wilhelm tritt von sämtlichen Ämtern beim FCK zurück
https://www.swr.de/sport/media/joerg-e- ... k-100.html

BetzeGebabbel – Folge #54: Dubai vs. Saarland
https://www.betzegebabbel.de/2020/08/14 ... -saarland/



Beitragvon Alex76 » 17.09.2020, 22:45


Die Corona-Krise erschwert viele Debatten und Verhandlungen. Was für alle anstrengend und hart ist. Gleichzeitig kann sie auch Blickwinkel öffnen. So vielleicht neben der Klimakrise auch zur Flüchtlingskrise und zur Einkommensgerechtigkeit systemrelevanter Jobs.


Europa und die Flüchtlingskrise

Tausende Flüchtlinge drängen sich in den überfüllten Flüchtlingslagern in Griechenland. Sie warten auf ein Asylverfahren mit der großen Hoffnung in Europa anzukommen.

Aktuell ist das Registrierungs- und Aufnahmezentrum Moria nach dem Brand auf der Insel Lesbos im Fokus. Vorübergehend leben dort 12.000 Migranten, zeitweilig an die 20.000 Menschen. Laut UN-Flüchtlingshilfswerk leben derzeit gut 27.000 Migranten in den sogenannten Hotspots auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Kos und Leros. 47% der Flüchtlinge stammen aus Afghanistan, 19% aus Syrien und 6% aus der Demokratischen Republik Kongo.

Nach der Einigung von Union und SPD können 1553 Menschen aus 408 Familien, die einen genehmigten Asylantrag haben, nach Deutschland einreisen. Zuvor sollen bereits 150 unbegleitete Minderjährige einreisen.

Generell ist Deutschland ein sehr egozentriertes Land, provokant formuliert, wo Helfen dann doch eher die Ausnahme statt die Regel ist, wenn ich die Einkommensverteilung und auch die Vermögensverteilung zu Rate ziehe. Laut einer DIW Berlin 2019 Studie besitzen die reichsten zehn Prozent 56% des Nettogesamtvermögens und die ärmere Hälfte verfügt nur über 1,3%. So ein bisserl gerechter sollte es schon sein, wenn der Vorstandschef von VW 127 mal mehr verdient, als der einfache VW-Mitarbeiter.

Die Flüchtlingskrise ist eine gesamtgesellschaftliche Krise. Viele systemrelevante Berufe, die sich in der aktuellen Corona-Krise bewähren, sind im unteren Einkommensbereich und werden schlecht bezahlt. Speziell die finanziellen Folgen der Corona-Krisen werden einen langfristigen Effekt für den Staat haben, durch geringere Steuereinnahmen und höhere Ausgaben. Allein in diesem Jahr werden dem Bund insgesamt Steuern in Höhe von 54 Milliarden Euro fehlen. Erst 2023 dürfte das Niveau der Vor-Corona-Zeit wieder erreicht werden.

Die Flüchtlingskrise kann nicht von Deutschland alleine gestemmt werden, sondern muss von Europa gelöst werden und sollte auch eine soziologische Zukunftskomponente beinhalten. Betrachtet man die europäische Einkommensverteilung und legt den Gini-Index als Maßstab, so liegt Deutschland etwas unterhalb des Durchschnitts, so dass die Ungleichverteilung in Europa gar etwas höher ist.

Dafür besitzt Deutschland finanzielle Power, wie auch der ein oder andere Partner, um zumindest die Unterkünfte besser auszustatten und nach praktikablen Lösungen zu suchen. Deutschland gilt für viele Immigranten als Sehnsuchtsland, da Deutschland ein gutes Bildungssystem hat, in einer relativ guten wirtschaftlichen Lage ist, staatliche Wohlfahrt bietet und die Menschenrechte hoch hält. Viele haben Verwandte und Freunde bereits im Land.

Dort wo Respekt und Anerkennung fehlen, kann die Gastfreundschaft in Fremdenfeindlichkeit umschlagen. Aus der Träumerei Europa kann recht leicht ein geplatzter Traum werden, wenn das Leben in Richtung Kleinkriminalität verläuft. Deutschland und Europa sind keine Wohlfühloasen. Zugleich besteht die Gefahr eines Crowding Outs (Verdrängen) in Städten, wo Wohnungsnotstand und Gefahren von Parallelgesellschaften existieren. Viele ältere Menschen fürchten den Verlust der Heimat.

Was sind die Fluchtgründe? Krieg und Verfolgung? Wirtschaftliche Not? Klimaflucht? Integration kann nur gelingen mit Respekt, Anstand und Motivation. Mag auf den ersten Blick eventuell makaber klingen, aber Deutschland als Exportweltmeister hat die Möglichkeit über Bildung und Qualifizierung Flüchtlinge zu starken Personen zu entwickeln, um vielleicht später in das eigene Land zurückzuwandern mit einem Koffer aus Hoffnung und Vertrauen.


Rassismus, Antisemitismus, Islamphobie, Soziale Gerechtigkeit und Toleranz

Man kann nur versuchen Werte vorzuleben in der Hoffnung, dass sie übernommen werden. Sich andere damit auseinandersetzen und in einem freiheitlichen Prozess ihre Meinung und Gewohnheiten bilden. Political korrekt wirkt vielleicht steril und aufgesetzt, ein Charakter muss sich entwickeln können. So wie dies beim Wein der Fall ist.

Auch als Arbeiterkind hat man die Möglichkeit sich zu bilden und gar ein Abitur zu machen. Klar braucht es dazu einen starken Willen und auch die finanziellen Voraussetzungen. Wenn du der erste in der Familie bist, hast du nicht gerade einen Vorteil sich gegen das Establishment zu behaupten. Auch hat man weniger Nachteile Fremdsprachen zu lernen, wenn die Eltern diese bereits sprechen. Und manchmal musst du einen Text zwei Mal lesen, um ihn zu verstehen. Oder öfter..

Wenn dann erschwerend hinzukommt, dass man in der Oberstufe koinen lehrplanadäquaten Mathematikunterricht bekommt, kann dies die zukünftigen Perspektiven arg beeinträchtigen. Zumindest muss man sich die Inhalte mühselig selbst erarbeiten. Gerade in den Corona-Zeiten ist es wichtig Bildung mit Motivation zu versehen, um coronabedingte Defizite in den Hauptfächern Mathematik, Deutsch, Naturwissenschaften, Sprachen oder Ethik/Religion schnell auszugleichen.

Um die soziale Schere in Deutschland geringer werden zu lassen, ist Bildung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ein wichtiger Faktor, auch wenn es darum geht die Großkopferten davon zu überzeugen, ihr schwer verdientes Geld in die Gesellschaft zu investieren, statt in den eigenen Wohlstand oder Konsum.

Was hat das alles mit Rassismus, Antisemitismus und Islamphobie zu tun? Vielleicht wenig! Vielleicht viel! Prägend sind die Erfahrungen, die sich im Laufe des Zusammenlebens bilden und eine politische Richtung ebnen. Letztlich entscheidet das stetige soziale Verhalten aller den Grad an Rassismus. Vorurteile erschweren einen positiven Verlauf von Antirassismus, Nachsicht verhindert ein negatives Manifestieren.

Rassismus trifft meist nicht den gewollten Adressaten, sondern eher die helfenden wenig verdienende Fachkräfte in der Krankenpflege, der Kindererziehung oder in handwerklichen Berufen. Berufe die in Deutschland gefragt sind. Berufe die schlecht bezahlt sind und als körperlich hart gelten. Häufig von ausländischen Mitmenschen ausgeübt werden!


Europa und Schwarz-Rot-Gold!

Alles Multikulti? Wo führt das hin? Vielleicht die spannendste aller im Raum stehender Fragen. Und die, die auch alle interessieren sollte, in Deutschland und der EU. Überfremdung? Crowding out (Verdrängung)?

Wichtig sind die deutschen bzw. europäischen Werte, die auf einer christlichen Nächstenliebe aufbauen wertzuschätzen, beizubehalten und zu schützen. Dabei gilt es gesellschaftliche Herausforderungen zu bestehen wie Klimawandel, Fachkräftemangel, Kriminalität oder Sozialer Wohnungsbau.

Wie kann ein Fairer Zukunftsdeal ausschauen? Gesunder Nationalstolz ohne Angst vor Überfremdung und Anpassung an eine christliche Werteorientierung. Mit Demut vor der Geschichte, aber auch mit positivem Enthusiasmus!

Der Islam ist geprägt von verschiedenen Strömungen. Und hier muss man deutlich intervenieren friedliche Lösungen in der Interpretation des Korans zu suchen, um wichtige Themen angehen zu können. Sonst werden die Vorurteile in Europa nicht abnehmen, was ein Miteinander erschwert.

Eine friedliche Lösung in Syrien könnte das Flüchtlingsproblem lösen, mit Toleranz und Respekt! Und den Abbau von Feindbildern, verbunden mit einem Wiederaufbau des Landes.



Beitragvon Alex76 » 02.10.2020, 21:25


Der nächste Beitrag ist weit ausführlicher als anfangs geplant und beschäftigt sich mit der Rückkehr von Zuschauern in die Stadien, Arenen und Hallen. Dazu werden das Hygiene- und Gesundheitskonzept, der Leitfaden mit Grundlagen für die Konzepterstellung zwecks Wiederzulassung von Stadionbesuchern, DFL-Pressekonferenzen (04.08.2020, 03.09.2020), Ministerpräsidentenkonferenzen (27.08.2020, 29.09.2020) und die Meldung der Staats- und Senatskanzleien über die Rückkehr von Zuschaueren (15.09.2020) zusammengefasst und chronologisch dargestellt.


Zuschauerdebatte in Politik, Medien und bei den Fans

Nach der Saison ist vor der Saison. Besonders in Corona-Zeiten gestaltet sich die Organisation und Planung für die neue Saison schwierig, sowohl für die Vereine als auch die größeren Verbände und Ligen. Viele Parameter sind noch nicht ganz absehbar. Der Sport befindet sich zwischen Hoffen und Bangen.

Die Befürchtungen eines weiteren Lockdowns, so wie die deutsche Volkswirtschaft dies ab dem 23.03.2020 erlebt hat, sind präsent. Bis in den Spätsommer war das Infektionsgeschehen in Deutschland rückläufig. Die Tendenz deutet auf einen moderaten Anstieg im Herbst, Winter und Frühling. Sofern es keine medizinischen Innovationen, wie die eines erprobten Impfstoffes gibt, wird es bis zum nächsten Frühjahr schwierig den Sportbetrieb wie wir ihn kennen und lieben mit Zuschauern in den Stadien und Hallen aufrecht zu erhalten.

In den vergangenen Wochen und Monaten kam es zu schrittweisen Lockerungen vieler Auflagen in allen gesellschaftlichen Bereichen. Das Leben spielte sich im Sommer draußen ab, wo die Gefahren einer Ansteckung über Aerosole deutlich geringer sind als in Innenräumen. Fast einzig Urlaubsreisen in riskante Urlaubsregionen sorgten für steigende Fallzahlen. Dort wo die Kontakteinschränkungen dem puren Feiern wichen, sorgten erhöhte Ansteckungszahlen für weitere Lockdownmaßnahmen wie z.B. auf Mallorca und weiteren spanischen Regionen, wo die komplette Gastronomie wieder geschlossen werden musste. Aber auch in Teilen Frankreichs, der Niederlande und der Schweiz.

Deutschland ist verhältnismäßig gut über den Sommer gekommen. Nach dem Höchstwert von Neuinfektionen am 28.03.2020 mit 6.294 Fällen, wurde am 26.09.2020 ein saisonaler Höchstwert von nur 2.507 Fällen vom Robert Koch Institut vermeldet. Anders schaut die Lage in Frankreich und Spanien aus. So wurde in Frankreich der Anfangshöchstwert von 7.578 Fällen am 31.03.2020 am 24.09.2020 übertroffen auf 16.096 Fälle. In Spanien beträgt der am 18.09.2020 erreichte Höchstwert 14.389 Fälle im Vergleich zu 9.159 Fällen am 26.03.2020.

Was sind die deutschen Erfolgsfaktoren für die äußerst geringen Fallzahlen? Gesundheitssystem? Kontaktverfolgung? AHA-Regeln? Testen? Quarantänemaßnahmen? Smartphone-App?

Mit den kommenden kälteren Temperaturen werden zwangsläufig mehr Menschen mit der Coronavirus-Erkrankung (COVID-19) angesteckt, allerdings sollte Deutschland gesundheitlich/ medizinisch gerüstet sein für einen Anstieg.

Mittlerweile wurden sehr viele Studien in Auftrag gegeben, die sich mit den Übertragungswegen unter speziellen Bedingungen befassen und somit in Konzepte wie das Hygiene- und Gesundheitskonzept für den Trainings- und Spielbetrieb der DFL und des DFB eingearbeitet werden können.

Nach wie vor ist das primäre Ziel die Eindämmung der Neuinfektionszahlen, so dass ein exponentieller Anstieg vermieden wird und die Gesundheit jedes Einzelnen geschützt wird. Neben gesundheitlichen Aspekten rücken allerdings soziokulturelle, wirtschaftliche und verfassungsgarantierte freiheitliche Aspekte in den Fokus.

Die Akzeptanz der im Frühjahr getroffenen Maßnahmen fand zunächst große Zustimmung. Im weiteren zeitlichen Verlauf der Pandemie wurde die Sinnhaftigkeit der Präventionsmaßnahmen in Frage gestellt. Nach wie vor scheint aus neutraler Perspektive die Kombination aus Abstand halten – Hygiene beachten – Alltagsmaske (Mund-Nasen-Bedeckung) gebrauchen von großem Nutzen zu sein, wenn auch lästig. Die AHA-Regel ermöglicht für die kleinsten und größten der Kloinen, den Kindern und Jugendlichen, das Recht auf Bildung wahrnehmen zu können. Anders betrachtet: Schulpflicht!

Zudem wird mit der AHA-Regel die Option für erweiterte winterliche Gastronomiekonzepte und Weihnachtsmärkte geöffnet, sofern ein tragfähiges Hygiene- und Gesundheitskonzept dahinter steckt. Viel hängt von den Besuchern und ihren Gewohnheiten ab. Hin zu einem moderaten Alkoholkonsum. Auch für die erweiterte Veranstaltungsbranche sind die bisherigen Einschnitte wirtschaftlich extrem schwierig. Bis mindestens Ende Oktober sind Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich sind, untersagt.

Durch die Wiederaufnahme des Spielbetriebs der Bundesliga im Mai konnte nicht nur ein sportlich integeres Tabellenbild ausgespielt werden, vielmehr konnten wichtige Erkenntnisse und Vorarbeiten zur Erweiterung und Ergänzung des Hygiene- und Gesundheitskonzept für Trainings- und Spielbetrieb erprobt werden, welches mittlerweile in der Version 3.0 (Stand: 03.09.2020) besteht. Somit konnte getestet werden wie die Fußballer und aller am Spiel, im Stadion- und Trainingsbereich tätiger Personen untereinander sich verhalten müssen, um Ansteckungen zu vermeiden. Ergänzt wird das Konzept für die Phasen im Hotel und in der Häuslichen Hygiene:

TASK FORCE SPORTMEDIZIN/SONDERSPIELBETRIEB IM PROFIFUSSBALL | VERSION 3.0 STADIEN | TRAININGSSTÄTTEN | HOTELS | HÄUSLICHE HYGIENE (Stand 3.9.2020)
https://media.dfl.de/sites/2/2020/09/An ... -Stand.pdf


Um recht früh, möglichst zu Saisonbeginn, einen geregelten normalen Spielbetrieb mit hohen Zuschauerzahlen offerieren zu können, fehlt noch ein allgemeines Konzept, welches den Vereinen eine grundlegende Orientierung gibt.

Am 15.07.2020 veröffentlichten DFB und DFL einen Leitfaden zur Wiederzulassung von Besuchern, der für die Bundesliga, 2.Bundesliga, 3.Liga, DFB-Pokal, Frauen-Bundesliga und Spiele der Nationalmannschaft zur Verfügung gestellt wird. Der 41-Seitige Leitfaden liefert Orientierung für die Grundstruktur der von den Vereinen und Verbänden zu erstellenden Konzepte und beinhaltet zahlreiche zu berücksichtigende Kriterien.

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) verwies im Dialog mit DFL und DFB auf die konsequente Einhaltung höchster Infektionsschutzstandards als Grundvoraussetzung einer Rückkehr von Zuschauern. Dabei soll eine (Teil-) Zulassung abhängig vom regionalen Infektionsgeschehen sein, so dass die lokalen Konzepte der Vereine und Veranstalter von den zuständigen Gesundheitsbehörden vor Ort freigegeben werden müssen. Richtwert und Anhaltspunkt ist die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner.

Grundlegende Voraussetzungen sind die Einhaltung von Mindestabständen in sämtlichen Stadionbereichen und Sicherstellung der Nachvollziehbarkeit von Infektionsketten.

Der Leitfaden umfasst Informationen zur Kapazitätsbestimmung, zur Umsetzung des Ticketingkonzepts, zum Mobilitäts- bzw. An- und Abreisekonzept, zum Organisations- und Reinigungskonzept sowie zum Cateringkonzept.

Das Gesamtkonzept muss mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmt und von diesem freigegeben werden. Weiter gelten die folgenden Infektionsinzidenzen:
Bei mehr als 35 Neuinfektionen pro Woche und pro 100.000 Einwohner am Standort oder in angrenzenden Landkreisen werden keine Zuschauer zugelassen. Zwischen 5 und 35 Neuinfektionen werden Zuschauer unter zu definierenden Auflagen zugelassen. Bei weniger als 5 Neuinfektionen würde es sukzessive zur Rückkehr in den Normalbetrieb kommen.

Für den Überblick liefert Liga3-online.de Angaben zu den einzelnen Konzepten und den Vorrausetzungen:

15. Juli 2020 um 16:11 Uhr: Leitfaden für die Wiederzulassung von Besuchern - DFB und DFL veröffentlichen Leitfaden für Fan-Rückkehr
https://www.liga3-online.de/dfb-und-dfl ... rueckkehr/

Der komplette Leitfaden findet sich im Fundus der DFL: Grundlagen & Leitfaden für die Konzepterstellung zwecks Wiederzulassung von Stadionbesuchern (Bundesliga | 2. Bundesliga | 3. Liga | DFB-Pokal | Frauen-Bundesliga | Nationalmannschaft) - Version 15. Juli 2020
https://media.dfl.de/sites/2/2020/07/Gr ... uchern.pdf


Entwicklungen hin zur Zuschauerrückkehr

Speziell für die Vereine in der 3.Liga sind die Zuschauereinnahmen ein wesentlicher Bestandteil der Gesamteinnahmen und machten 2018/19 im Schnitt 21% des Gesamtanteils aus, wohingegen die Erlöse aus der Medienverwertung bei nur 10,8% liegen. Hinzu kommen 37% Einnahmen durch Werbung basierend auf dem Spieltagerlebnis.

Ähnlich sieht es bei den weiteren größeren Mannschaftssportarten im Handball, Basketball und Eishockey aus. Hier sind die TV-Einnahmen ähnlich niedrig gelagert. Für die Vereine ist die Forderung nach Zuschauern existentiell. Gleichzeitig besteht die Gefahr eines zweiten Lockdowns, der die Wirtschaft empfindlich treffen würde.

Vorsicht ist besser als Nachsicht! Zumindest solange noch kein Impfstoff existiert. Die Vereine haben sich zur Politik der kleinen Schritte bekannt und tragen den politischen Kurs mit. Schon jetzt ist der Blick auf den Herbst und Winter besorgniserregend. Wie werden sich die Fallzahlen in den kalten Jahreszeiten entwickeln? Was wird mit dem Unterricht in den Schulen? Wie wird die Gastronomie und die Künstler- und Veranstaltungsbranche die Corona-Krise überstehen? Und was wird aus den vielen Kurzarbeitern?

Mit Spannung wurde in der Sportbranche die DFL-Pressekonferenz am 4. August erwartet, die einen Eindruck vom Meinungs- und Stimmungsbild der 36 Profimannschaften liefern sollte. Dabei reichen die Auffassungen von progressiv bis zurückhaltend. Aufsehen erregte im Vorfeld Union Berlin mit dem Plan eines vollen Stadions auf Basis einer Testung der kompletten Stadionzuschauer inklusive der Nutzung aller Stehplätze in Köpenick. Full House oder stark begrenzte Sitzplatzkontingente?

Christian Seifert von der DFL erklärte, dass er einen Start mit weniger als 10.000 Zuschauern für realistisch halte, wenngleich die DFL der Politik keine Forderungen stellen wolle. Bei ihrer Mitgliederversammlung am 04.08.2020 wurde ein finales mit der Politik abgestimmtes Hygienekonzept für die neue Saison angekündigt. Dieses solle in 14 Tagen fertig sein. Vier Anträge des DFL-Präsidiums wurden beschlossen, um einheitliche Bedingungen und Vorrausetzungen für standortbezogene Zuschauerkonzepte zu schaffen.

Die Anträge sehen vor, dass weder Stehplatz- noch Gästekarten angeboten werden. Zudem soll es keinen Alkoholausschank geben und die Klubs müssen außerdem sämtliche Kontaktdaten der Ticketkäufer erfassen. Christian Seifert bekräftigt die Absicht das Infektionsrisiko aller Beteiligten minimieren zu wollen. Bei den Entscheidungen handle es sich nicht um sportpolitische oder strategische Weichenstellungen, um die Fankultur aufzuweichen, sondern um vorübergehende Maßnahmen. Konkrete Zuschauerkapazitäten werden nicht von der Politik gefordert.

Christian Seifert betont, dass die neue Saison nicht vergleichbar mit der letzten Saison sei, wo bereits 25. Spieltage absolviert waren, bevor die Corona-Pandemie den Fußball traf. „Jetzt kommen wir mit anderen Voraussetzungen. Wir haben auf dieses Konzept aufgebaut. Das ist klar. Aber die neue Saison wird mit der letzten nicht komplett vergleichbar sein.“ In der neuen Saison komme eine gänzlich neue Komplexität hinzu mit Europapokal, Länderspielen, DFB-Pokal.

„Grundsätzlich ist es so: Wer den Virus nicht hat, kann ihn nicht weitergeben. Deswegen hat jeder erst mal dafür Sorge zu tragen, dass er ihn gar nicht erst bekommt. Dieses Bewusstsein leidet gerade ein bisschen. Den nächsten wirtschaftlichen Lockdown werden wir noch länger spüren als den ersten. Es ist unser aller Verantwortung, das Thema wirklich weiter ernst zu nehmen. Die Klubs haben eine Menge Vertrauensvorschuss verdient."

Geschäftsführer Christian Seifert in der Pressekonferenz zur DFL-Mitgliederversammlung am 4. August 2020 (48:41 Minuten):
https://www.dfl.de/de/aktuelles/aussero ... er-laenge/
https://www.kicker.de/5f291b3d9936c0393 ... nz_seifert


Der Doppelpass war an die Politik gerichtet. Und kam bei der Kanzlerin Angela Merkel sowie den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder bei einer Videokonferenz am 27.08.2020 an. Das Verbot von Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln nicht möglich sind, soll noch auf Ende Dezember verlängert werden. Zudem werde eine Arbeitsgruppe der Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien sich mit bundesweiten Sportereignissen beschäftigen, die zu einer Rückkehr von Zuschauerteilen führen sollen. Spätestens Ende Oktober soll ein Ergebnis den Sportverbänden und Vereinen übermittelt werden.

An der Pressekonferenz nahmen Bundeskanzlerin Angela Merkel, der Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz Markus Söder aus Bayern und Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher teil. Zu Beginn gab Angela Merkel eine kurze Einschätzung zur Pandemie ab. Bei steigenden Infektionszahlen habe die Regierung das Geschehen noch gut im Griff. In Deutschland und in Rheinland-Pfalz seien die Infektionszahlen allerdings alarmierend, zurückzuführen auf Gemeinschaftsunterbringungen, Urlaubsreisen, Veranstaltungen, Feiern und familiäre Festlichkeiten.

Generell müssen bei der Bekämpfung der Pandemie grundsätzliche Fragen einheitlicher auf Bundesebene geregelt werden. Man wolle nach den gleichen Prinzipien handeln, aber angepasst an das regionale Infektionsgeschehen.

Ende des Sommers und anfangs der kälteren Jahreszeiten müsse ein neuer gesellschaftlicher Anlauf unternommen werden, um rücksichtsvoll, umsichtig und vorsichtig miteinander zu interagieren.

Wichtige Themenblöcke sind hier nochmals kurz umrissen:

Maskenpflicht und Bußgelder:

Angela Merkel hat nochmals die präventiven Vorteile der AHA-Regel (Abstand halten – Hygiene beachten – Alltagsmaske (Mund-Nasen-Bedeckung) gelobt. Ein Mindestbußgeld von 50 Euro soll bei Missachtung der Mund-Nasen-Bedeckung fällig werden.

Einheitliche Teststrategie:

Die Erfahrung im Sommer zeigt, dass bei der Testung noch Potential zur effektiveren Nutzung begrenzter Kapazitäten besteht. Ungezielte Testungen seien nicht sinnvoll.

Besondere Augenmerke werden auf Schulen und Arbeitsplätze gerichtet, um einen Lockdown zu verhindern. Die Weiterentwicklung der Teststrategie werde vom Gesundheitsministerium zusammen mit dem Robert Koch Institut erarbeitet. Vorrangig getestet werden Personen, die in gefährdeten Bereichen wie Altenheimen oder Krankenhäusern arbeiten, Corona-typische Symptome aufweisen, oder unmittelbaren Kontakt zu einer Corona-positiven Person hatten.

Abstand nahmen die Regierungschefinnen und Regierungschefs von kostenlosen Corona-Tests für Urlauber aus Nicht-Risikogebieten. Diese sollen ab dem 15. September wegfallen. Testpflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten besteht nachwievor. Allerdings sollen ab dem 1. Oktober die Einreisenden sich in 14 tägige Quarantäne begeben. Um diese vorab verlassen zu können, kann frühestens ab dem 5.Tag ein Test gemacht werden. Eine Entschädigung für die Quarantäne könne es nicht auf Kosten der Allgemeinheit durch z.B. kostenlose Testung geben, wenn Menschen ohne triftigen Grund in Risikogebiete fahren. Einen Vorschlag für die Handhabe der entstehenden Kosten solle bei der nächsten Konferenz erörtert werden.

Die Bundesländer bitten die Bundesregierung um eine frühere Meldung der risikobehafteten Länder und fordern eine Verbesserung, möglichst Digitalsierung, der sogenannten Aussteigekarten von der Aufnahme bis zur Information an die zuständigen Gesundheitsämter. Der Bund will eine elektronische Einreiseanmeldung entwickeln, um die lokalen Gesundheitsämter zu entlasten.

Schulbetrieb

Schulschließungen und weitreichende Quarantäneanordnungen sollen möglichst vermieden werden. Der Fokus liegt auf Präsenzunterricht und einer Notbetreuung im Einzelfall. Zudem werde der Bund die gesetzlichen Voraussetzungen schaffen, um ein Kinderkrankentagegeld für gesetzlich Versicherte in diesem Jahr für jedes Elternteil für 5 zusätzliche Tage und für Alleinerziehende für 10 zusätzliche Tage zu gewährleisten.

Großveranstaltungen

Für den Sport interessant und eingangs bereits erwähnt ist das Thema Großveranstaltungen. Ohne Kontaktnachverfolgung und ohne Hygienekonzept sind diese nicht erlaubt. In vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens sind Konzepte entwickelt worden, die kulturelle, sportliche oder sonstige Veranstaltungen unter entsprechenden Hygieneanforderungen ermöglichen. Vor dem anstehenden Winter können pauschal keine Schutzmaßnahmen gelockert werden.

Private Feiern

Feiern im Familien- oder Freundeskreis bergen die Gefahr als Superspreader die regionalen Infektionen massivst zu erhöhen. Hier ist nochmals auf die Abstandsregel von 1,50 Meter zu verweisen, die bei Einhaltung ein obiges Superspreader-Szenarion vermeiden.

Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst

Angela Merkel bedankte sich bei den Mitarbeitern im öffentlichen Dienst, die bei Beginn der Pandemie eine zentrale Rolle in der Nachverfolgung der Infizierten hatten und nachwievor haben. Am 8.Spetember soll es eine Konferenz zum öffentlichen Gesundheitsdienst geben, bei dem der Bund 4 Mrd. Euro zusicherte, um die Gesundheitsämter zu stärken. Auf der Konferenz soll es einen Pakt zwischen Bund, Ländern und Kommunen geben, der die vielfältigen Aufgaben bei der Einhaltung von Quarantäneanordnungen, der Kontaktnachverfolgung, der Eindämmungen von größeren Infektionsgeschehen und gewöhnlichen Aufgaben berücksichtigt.

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz Markus Söder motivierte mit seiner Rede nochmals die Bundesbürger keinen zweiten Lockdown zu provozieren. Die Infektionen seien zu früh zu hoch! Bisherige Lockerungen sind regional vom Infektionsgeschehen abhängig. Sollten sich die Infektionen massivst erhöhen werden Maßnahmen wie z.B. Alkoholverbot und Maskenpflicht von den örtlichen Ämtern verordnet. Er appellierte an die Jüngeren zu bedachten Feiern.

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher stellte nochmals die Einheitlichkeit der Maßnahmen in den Vordergrund. So sollen Schulen, Private Feiern, Mindestbußgelder oder Maskenpflicht im öffentlichen Nah-und Fernverkehr bundeseinheitlich geregelt werden, so dass die Akzeptanz der Bevölkerung gestärkt werde und die Handhabe der Verantwortungsträger erleichtert werde.

Die Presseunterrichtung im Anschluss an die Videokonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 27.08.2020 (37:30 Min.)
https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/ ... hek?query=

27. August 2020, 17:28 Uhr: Einheitliche Teststrategie und verschärfte Bussgelder - Ergebnisse der Videokonferenz der Regierungschefs
https://www.wochenblatt-reporter.de/kai ... erenz-der- regierungschefs_a222310

Fazit als Laie:

Viele Schutzmaßnahmen sind mit einem normalen Gefahrenbewusstsein nach den letzten Monaten selbstverständlich wie die Nutzung eines Mund-Nasen-Schutzes, die Abstandsregel oder ein hygienisches Grundverhalten. Dass es bei Missachtung des Mund-Nasen-Schutzes ein Bußgeld geben soll, ist solidarisch und folgerichtig. Ebenso solidarisch gut sind die Konsequenzen aus der Rückreise/Einreise aus einem Risikogebiet, wenn die Reise nur schwerlich vermeidbar war.

Wichtig für jeden Einzelnen ist zu schauen, wie man sein individuelles Verhalten anpassen muss, um Gefahren aus dem Weg zu gehen. Parallel darf man nicht ignorieren welche schwerwiegenden seelischen Folgen aus dem Verbot von Nähe z.B. in Altenheimen oder in Krankenstationen (Quarantäne) für die Patienten und Angehörige entstehen, die von Statistiken nicht erfasst werden. Daher müssen die Eingriffe des Staats in die Freiheitsrechte sehr stark abgewogen werden.

Bei Ankündigungen von Investitionen in das Gesundheitssystem besteht die Gefahr uneffektive Überkapazitäten dauerhaft aufzubauen, andererseits haben Privatisierungen dazu geführt, dass Krankenschwestern und Ärzte überlastet sind. Der Patient nicht mehr im Mittelpunkt steht. Bzgl. der Pandemie muss man sehr stark auf Flexibilität und schnelles Handeln im Gesundheitssektor setzen. Viele Maßnahmen und Prozesse des Gesundheitssystems haben im internationalen Vergleich relativ gut gegriffen.

Digitalisierung und Bildung für Schulkinder massivst stärken? Hoffentlich mit Bedacht! Nicht als Pflicht! Auch ohne Computer, Smartphone oder ipad kann man z.B. das Bruchrechnen ohne Mathematiklehrer und mit dem eigenem Tempo erlernen. Schlicht und einfach mit Hilfe eines Buches aus der Schulbibliothek.. Man mag es in der Ghettosprache als Anfixen bezeichnen. Hin zur Bildungsreform analog zu Johannes Gutenberg..


Die Kanzlerin äußerte sich in ihrer Sommerpressekonferenz am 28.08.2020 zur aktuellen Lage in der Corona-Krise. Aufgrund der sommerlichen Temperaturen haben sich die Infektionszahlen auf niedrigem Niveau halten können. Wir alle haben im Sommer Freiheiten genießen können und den natürlichen Schutz vor Aerosolen. In den nächsten Monaten komme es darauf an, die Infektionszahlen niedrig zu halten, wenn das Leben drinnen stattfindet, an Arbeitsplätzen, in Schulen und in Wohnungen.

Da bisher keine Impfstoffe und Medikamente gegen das Virus existieren, müssen wir noch länger mit dem Virus leben. Nach wie vor ist die Lage ernst. Wachsamkeit und Aufmerksamkeit müsse bewahrt werden!

Angela Merkel zeigte sich aber auch zuversichtlich ob des letzten halben Jahres, da Bürger und Staat die Krise gemessen an der Herausforderung gut gemanagt haben, so dass völlig überforderte Krankenhäuser wie sie bei Partnerländern zu verzeichnen waren, uns erspart blieben.

Die Kanzlerin verwies auf das gute Gesundheitssystem und bedankte sich bei der überwiegenden Mehrheit in Deutschland für ihre Vernunft, ihr Verantwortungsbewusstsein und ihre Mitmenschlichkeit. Für diese millionenfache Reaktion der Menschen werde sie immer dankbar sein.

Die Bundesregierung habe in diesem halben Jahr intensiv gearbeitet für den Schutz der Gesundheit jedes einzelnen, für unser Gesundheitssystem als Ganzes und für den Erhalt unserer wirtschaftlichen Basis und unserer Arbeitsplätze. Mutige Entscheidungen seien von der Bundesregierung zusammen mit dem Bundestag und den Bundesländern getroffen worden.

Vor dem Anfang des Herbstes habe Angela Merkel drei wichtige Ziele und Schwerpunkte, die von besonderer Wichtigkeit seien:

1.) Unsere Kinder dürfen nicht die Verlierer der Pandemie sein! Ihre Bildung ob Kita oder Schule muss mit das allerwichtigste sein. Angela Merkel sprach von allen Kindern, egal aus welchem familiären Umfeld. Die Schule darf niemanden zurücklassen. Dabei müssen die Schulen den Unterricht unter Infektionsschutzregeln organisieren. Direkte Verantwortung haben natürlich die Länder, aber auch der Bund sieht sich laut Merkel in der Verantwortung.

Über den Digitalpakt hinaus, werde der Bund mit einem großen Beschaffungsprogramm auch für die digitale Ausstattung der Lehrer und einigen anderen Projekten aufkommen.

2.) Das Wirtschaftsleben soll so weit wie möglich am Laufen gehalten bzw. zum Laufen gebracht werden! Substanz der Unternehmen und die Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben und gleichzeitig in der Krise die Zukunftsfähigkeit und Innovationskraft von Deutschland zu stärken: Klimafreundliche Technologien, Digitalisierung, Grundlagen der Energiewende und Nutzung von Wasserstoff.

3.) Den Gesellschaftlichen Zusammenhalt bewahren und stärken! Die Pandemie belastet Menschen sehr ungleich. Ganze Gruppen der Bevölkerung seien besonders verwundbar, wie ältere Menschen, Pflegebedürftige und ihre Angehörige, Familien mit Kindern in beengten Wohnverhältnissen, Studierende ohne Nebenjob, Arbeitssuchende, Kleinunternehmer, Künstler und Künstlerinnen. Auf sie alle müssen die Gesellschaft und die Bundesregierung achten und mit den einzelnen Gruppen im Dialog stehen.

Bis zum Ende des Jahres habe Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft inne, welche im Zeichen der Pandemie stehe. Viele Begegnungen und Gipfel, die in Deutschland stattfinden sollten, seien nicht möglich. Was allerdings nichts am europäischen Ehrgeiz und Einsatz ändert, mit dem Deutschland die Präsidentschaft angehe. Aktuell gehe es darum die 27 Mitgliedsstaaten gut durch die Krise zu führen und wieder stark aus der Krise heraus zu führen. Dies gehe nur Gemeinsam und Solidarisch, nicht durch ein Jeder-für-sich!

Auf europäischer Ebene seien ein historischer Wiederaufbaufonds nebst dem EU-Haushalt bis 2027 beschlossen worden. Beides seien ein guter Start in die EU-Ratspräsidentschaft und durch die Initiative von Frankreichs Präsident Macron und Merkel möglich gewesen. In Verhandlungen mit dem Europäischen Parlament, die nicht einfach werden, müsse alles darangesetzt werden, dass der Wiederaufbaufonds zum Jahresanfang wirksam werde. Die Mitgliedsstaaten warten dringend auf die Mittel.

In der Krise müsse auch daran gedacht werden, womit man die Zukunft gewinnen wolle. Europa und seine Mitgliedsstaaten wollen sich für eine entschiedene und ambitionierte Klimapolitik einsetzen. Zudem müssen Innovation und Digitalisierung zukünftige Schwerpunkte sein. Europa müsse da, wo der zukünftige Wohlstand entstehe Anschluss finden oder noch besser von Anfang an vorne dabei sein wollen.

Probleme der Europäischen Union und der deutschen Präsidentschaft seien der Brexit und eine gemeinsame Asyl- und Migrationspolitik. Bei letzterem erwarte die EU in Kürze Vorschläge von der Europäischen Kommission.

Pressekonferenz von Angela Merkel am 28.08.2020: "Wir werden noch längere Zeit mit diesem Virus leben müssen" (1:28:19 Stunden)
https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/ ... hek?query=

Ausschnitte aus der Pressekonferenz von Angela Merkel am 28.08.2020: "Wir werden noch längere Zeit mit diesem Virus leben müssen" (03:02 Min.)
https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/ ... hek?query=


Christian Seifert gab bei der Pressekonferenz zur Außerordentlichen DFL-Mitgliederversammlung am 3. September 2020 Auskunft über die getroffenen Beschlüsse und lieferte Informationen zur aktuellen Lage:

Christian Seifert sendete einen vorsichtig optimistischen Blick in die neue Spielzeit, die für DFL und DFB kompliziert werde. Dafür sprechen die Anzahl an Bundesligaspielen, Europäische Spiele in Verbindung mit Reisen in Corona-Krisengebiete und ein hohes Maß an Disziplin, welches von Spielern, Trainern, Funktionären und Zuschauern abverlangt wird. Gleichzeitig könnte der Fußball ein positives Zeichen setzen in Bezug auf die Einhaltung von Verhaltens- und Hygieneregeln. Somit auch Vorreiter für die Veranstaltungsbranche bei der Rückkehr in einen Zuschauermodus.

Mittlerweile haben alle Vereine der 1. und 2. Bundesliga Individuelle Konzepte für die Ausrichtung von Bundesligaspielen mit Zuschauern unter Berücksichtigung des Leitfadens vom 15.07.2020 und der getroffenen Entscheidungen vom 04.08.2020 erstellt. Um einem einheitlichen Vorgehen gerecht zu werden, wird auf Auswärts-Kontingente, Stehplätze und Alkohol verzichtet. Zudem soll die Nachverfolgung von Infektionsketten gewährleistet sein.

Zusammen mit dem aktualisierten medizinisch-hygienische Arbeitsschutz-Konzept der „Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb“ soll auch das „Informationshandbuch Diagnostik und Monitoring für den Trainings- und Spielbetrieb in der Bundesliga und 2. Bundesliga“ in der überarbeiteten Version als Anhang in die DFL-Spielordnung aufgenommen werden.

Das medizinisch-hygienische Arbeitsschutz-Konzept unter Leitung von Prof. Dr. Tim Meyer regelt den Arbeitsschutz für die am Spielbetrieb beteiligten Arbeitnehmer wie Spieler, Trainer, Betreuer und Medienvertreter. Berücksichtigt werden die Anforderungen an den Arbeitsschutz gemäß der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales bekanntgegebenen „SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel“, die auch mit dem für Fußball zuständige gesetzliche Unfallversicherung VBG übereinstimmt. Auf Grundlage des Arbeitsvertrages besteht für Vereine die Möglichkeit der Sanktionierung von ihren Spielern und Arbeitnehmern, sofern diese bei Vorbereitung, Organisation und Durchführung eines Spiels gegen Verhaltenspflichten verstoßen.

Durch die Aufnahme in die DFL-Spielordnung hat das Konzept und das Informationshandbuch verbandsrechtliche Verbindlichkeit für alle Clubs. Verstöße von Spielern und Clubs gegen ihre (Organisations-) Pflichten können durch DFL oder DFB sanktioniert werden.

Analog zum Ende der letzten Saison soll das Auswechselkontingent auf fünf Spielerwechsel pro Begegnung festgesetzt werden. Dafür stehen insgesamt drei Gelegenheiten pro Mannschaft sowie die Halbzeitpause zur Verfügung.

Das Lizenzierungsverfahren für die Saison 2020/21 soll dahingehend angepasst werden, dass, aufgrund der fortbestehenden Unsicherheit bezüglich der Finanzplanung, der zweite Teil des Lizenzierungsverfahrens ausgesetzt wird. Hierbei handelt es sich um die Prüfung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit während der Spielzeit, die in einer normalen Saison von einer formalen Entscheidung der DFL bestätigt werden muss. Stattdessen werden die relevanten Unterlagen eingereicht, so dass die DFL über die individuelle Liquiditätssituation in Kenntnis gesetzt werde. Mit der nächsten Saison 2021/22 soll das normale Lizenzierungsverfahren wieder durchgeführt werden.

Gemäß eines entsprechenden Beschlusses der Mitgliederversammlung soll in der kommenden Spielzeit weiterhin die Möglichkeit bestehen, ein Spiel aus übergeordneten zwingenden rechtlichen, organisatorischen und/oder sicherheitstechnischen Gründen kurzfristig in einem anderen Stadion auszutragen.

Zudem kündigte Geschäftsführer Seifert an, dass sich DFL und DFB zusammen mit der Task Force Sportmedizin an mehreren Studien beteiligen. So sollen erstens die konkreten Ansteckungsgefahren im Rahmen von variierenden Zuschauerszenarien bewertet werden. Zweitens sollen die Zuschauerbewegungen bei An- und Abreise dokumentiert werden. Drittens sollen Aerosole in geschlossenen Räumen wie im Catering- und Sanitärbereich beobachtet werden. Abschließend liegt der Fokus auf einer geeigneten Strategie bei der Pooltestung. So könnten Proben mittels eines molekularbiologischen Verfahrens, der RT-PCR-Methode, von bis zu 30 Personen in einem Teströhrchen zusammengeführt werden, um mit einem einzigen Test ein positives Ergebnis zu erhalten, auch wenn nur eine einzelne Probe tatsächlich Viren enthielt.

Pressekonferenz zur Außerordentlichen DFL-Mitgliederversammlung am 3. September 2020 (54:41 Minuten):
https://www.dfl.de/de/aktuelles/aussero ... er-laenge/

03.09.2020: Beschluss der DFL-Mitgliederversammlung: Medizinisch-hygienisches Konzept wird statuarisch verankert
https://www.dfl.de/de/aktuelles/beschlu ... verankert/

03.09.2020: DFL präferiert "bundeseinheitliche Regelung" - Fan-Rückkehr: Seifert und die Profi-Klubs sehen keine Wettbewerbsverzerrung
https://www.kicker.de/fan_rueckkehr_sei ... 73/artikel

03.09.2020: DFL und DFB wollen Studien mitfinanzieren - Wie Seifert die Liga einschwört
https://www.kicker.de/wie_seifert_die_l ... 86/artikel

11.09.2020: Präsidium ergänzt Spielordnung für Zuschauerrückkehr - DFL erlaubt Stehplätze in Ausnahmefällen
https://www.kicker.de/dfl-erlaubt-stehp ... 22/artikel

13.09.2020, 00:03 Uhr: Sport-Events in der Corona-Krise - Länder wollen einheitliche Zuschauer-Lösung
https://www.zdf.de/nachrichten/sport/co ... n-100.html


Höchst Erfreulich! Bund und Länder einigen sich auf Zuschauer-Rückkehr

Am 27. August 2020 wurden die Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien beauftragt bis Ende Oktober 2020 einen Vorschlag zum einheitlichen Umgang mit Zuschauern bei bundesweiten Sportveranstaltungen zu erarbeiten. Auftraggeber waren die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder zusammen mit der Bundeskanzlerin.

Hier die Meldungen der Länder Nordrhein-Westphalen, Bayern und Rheinland-Pfalz.

Das Land Nordrhein-Westphalen zur Länder-Einigung für bundesweite Teamsportveranstaltungen

Die Länder haben sich heute auf folgende Eckpunkte für die Zulassung von Zuschauerinnen und Zuschauer bei Bundesliga-Spielen und anderen bundesweiten Teamsportwettbewerben geeinigt:

- In einem sechswöchigen Probetrieb sollen die Hygienekonzepte, die als Grundlage für die Zulassung von Zuschauern bei bundesweiten Sportveranstaltungen dienen, getestet werden.
- Das aktuelle Pandemiegeschehen wird berücksichtigt. So werden keine Zuschauer zu Veranstaltungen zugelassen, wenn die 7-Tages-Inzidenz pro 100.000 Einwohner am Austragungsort größer gleich 35 und das Infektionsgeschehen nicht klar eingrenzbar ist.
- Das Abstandsgebot von 1,5 Metern muss durch eine Reduktion der maximalen Zuschauerauslastung, eine Entzerrung der Besucherströme bei Ein- und Auslass und durch ein Verbot des Ausschanks und Konsums von Alkohol gewährleistet werden.
- Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bis zum Einnehmen des Sitz- oder Stehplatzes ist Pflicht. Für ausreichende Lüftung der Veranstaltungsorte muss gesorgt werden.
- Die zulässige Zuschauerzahl wird für jeden Austragungsort individuell bestimmt. Zulässige Höchstkapazität während des sechswöchigen Probebetriebs sind bei mehr als 1.000 Zuschauern 20 Prozent der jeweiligen Stadien- oder Hallenkapazität.
https://www.land.nrw/de/pressemitteilun ... chauer-bei

Die Mitteilung aus Bayern über den Beschluss für Sportveranstaltungen
https://www.bayern.de/wp-content//uploa ... 9.2020.pdf

Mehr Zuschauer bei Veranstaltungen in Rheinland-Pfalz möglich

Mit einem heutigen Beschluss des Ministerrats setzt Rheinland-Pfalz eine Änderung zur 11. Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes in Kraft, die es ermöglicht, künftig mehr Zuschauer zu Veranstaltungen zuzulassen, sofern es kein auffälliges Infektionsgeschehen gibt und die öffentliche Infrastruktur die Einhaltung des Abstandsgebotes ermöglicht.

Bisher lag die Grenze bei 10 Prozent der am Veranstaltungsort vorhandenen festen Bühnen- oder Platzkapazitäten – nun wird dieser Wert auf 20 Prozent erhöht. Die Änderungsverordnung tritt am 19. September in Kraft. Grundlage für die Neuerung ist eine entsprechende Einigung der Bundesländer.

Generell gilt weiterhin: Große Zuschauermengen von mehr als 500 gleichzeitig anwesenden Personen im Freien oder 250 gleichzeitig anwesenden Personen in geschlossenen Räumen können nur auf Antrag als Ausnahmegenehmigung im begründeten Einzelfall von der zuständigen Kreisverwaltung, in kreisfreien Städten der Stadtverwaltung, erlaubt werden. Eine der geltenden Voraussetzungen dafür ist, dass dies aus epidemiologischer Sicht, insbesondere unter Berücksichtigung des jeweils aktuellen Infektionsgeschehens, vertretbar ist.
https://corona.rlp.de/de/aktuelles/deta ... oeglich-2/

Aktuelle Informationen zur Corona-Pandemie in Rheinland-Pfalz:

HOCHZEITEN, SPORT, VERANSTALTUNGEN - Diese Corona-Regeln gelten in Rheinland-Pfalz (Elfte Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz)
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland ... t-Freizeit

Corona-Bekämpfungsverordnung Rheinland-Pfalz (11. CoBeLVO):
https://corona.rlp.de/de/service/rechtsgrundlagen/
Hygienekonzepte:
https://corona.rlp.de/de/themen/hygienekonzepte/

Fazit:

Die Chefinnen und Chefs der Staats- und Senatskanzleien haben eine Verordnung gefunden, die es den Vereinen bundeseinheitlich ermöglicht 20% der Gesamtkapazität an Zuschauern in die Stadien und Hallen zu lassen.

Bereits am 1.Spieltag gegen Dynamo Dresden durfte der 1.FC Kaiserslautern 10% der 49.850 Zuschauertickets verkaufen. Für die nächsten Spiele könnten sich die Zuschauerzahlen auf 20% der Gesamtkapazität erhöhen. Antragsberechtigt sind die Dauerkartenbesitzer der Saison 2019/20.

Innerhalb der nächsten sechs Wochen bis zum 30.10.2020 soll der Testbetrieb erprobt werden, um Rückschlüsse für ein weiteres Vorgehen treffen zu können. Hier wäre an eine stufenweise Erhöhung zu denken, die eventuell differenziert auf die Gegebenheiten von Stadien bzw. Hallen unterscheidet.

Sofern wirtschaftlich und organisatorisch möglich, wäre eine Kombination aus Pooltests und Schnelltests vor dem Einlass eine weitere Maßnahme.

Wichtig für Veranstalter und Zuschauer sind nach wie vor das Infektionsschutzkonzept, die AHA-Regel sowie die Kontaktverfolgung. Hoffen wir, dass sich die Pandemie abschwächt und Sport wieder Spaß macht: Sowohl für den Zuschauer als auch den Sportler!


Weniger sportlich relevant war die Videokonferenz der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 29.09.2020. Bundeskanzlerin Angela Merkel befürchtet bereits im Vorfeld der Konferenz, dass sich die Neuinfektionen bei gleichbleibenden Steigerungsraten auf 19.200 Infektionen vor Weihnachten erhöhen könnten, was die Kapazitäten des Gesundheitssystems zum Erliegen brächte.

Auch zu dieser Pressekonferenz nahmen der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz Markus Söder aus Bayern, Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher nebst Bundeskanzlerin Angela Merkel teil. Bei der Konferenz ging es darum zu erörtern, welche Signale und Botschaften die Verantwortlichen an die Bevölkerung senden. Um im Gegenzug die Bereitschaft der Menschen zur Befolgung der Regeln zu gewinnen, so dass die Pandemie sich nicht weiter ausbreitet.

Oberste Prioritäten sind der Erhalt der Wirtschaft und die Schulen/Kitas für die Schüler offen zu halten. Speziell unter den Bedingungen geschlossener Räumlichkeiten im Herbst und Winter werden weitere Anstrengungen der Bevölkerung abverlangt.

Verhaltensbasis sind die AHA-Regeln, die noch ergänzt werden sollen durch das regelmäßige Lüften in geschlossenen Räumen und die freiwillige Verwendung der Corona-App. Der Bund habe für die Jahre 2020 und 2021 ein Förderprogramm aufgelegt zur Verbesserung von Belüftungsanlagen und zum Virenschutz in öffentlichen Räumen. Speziell in Bürgerhäusern und in Aulen von Schulen. Je nach Nachfrage könne der Geltungsbereich noch angepasst werden.

Um die Schulen und Kitas erfolgreich ins nächste Jahr führen zu können, ist eine Teststrategie für Lehrer und Kinder erforderlich, aus der ein bestimmtes Verhalten ableitbar ist, wenn ein Infektionsfall auftreten sollte. Um eine komplette Schulschließung zu vermeiden habe die Kultusministerkonferenz ein Hygienekonzept ausgearbeitet, so dass vermieden wird, dass alle Schüler mit allen Schülern Kontakt haben, sondern z.B. jahrgangsspezifische Cluster gebildet werden. Durch die Clusterbildung können Einzelnachverfolgungen vermieden und schneller sicherer reagiert werden.

Im gesellschaftlichen Fokus sind aktuell die Gesundheitsämter, die das Infektionsgeschehen nachverfolgen müssen, um Infektionsketten unterbrechen zu können und somit einen exponentiellen Anstieg der Infektionen verhindern. Der Pakt für den Öffentlichen Gesundheitsdienst sieht in einer Krisensituation zusätzlich zur Hilfe der Länder auch die Hilfe der Bundeswehr sowie die Inanspruchnahme von Hilfsangeboten des Robert-Koch-Instituts vor.

Die beschlossene Hotspot-Strategie soll regional spezifisch und zielgenau agieren, um einen Shutdown des gesamten Landes zu vermeiden. Dafür wurden auf Bundeseben zwei Infektionsstufen spezifiziert. Zum einen 35 Infektionen pro 100.000 Einwohner und 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner jeweils bezogen auf 7 Tage.

In öffentlichen und angemieteten Räumen dürfen, bei einer Infektionshäufigkeit von 35 (50) pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen, maximal 50 (25) Teilnehmer vor Ort sein. Feierlichkeiten zu Hause sollten, auf Empfehlung der Regierung, bei dieser Infektionshäufigkeit nicht mehr als mit 25 (10) Teilnehmern stattfinden. Auf Landesebene können weitere geringere Schwellenwerte definiert werden.

Ziel der Bundesregierung und den Ländern sei es möglichst viel vom öffentlichen und privaten Leben aufrechtzuerhalten. Dies erfordere auch die Möglichkeit eines schnellen Handelns, um die Pandemie unter Kontrolle zu bringen. Immer regional spezifisch.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sprach plakativ von einer Weggabelung vor den anstehenden Wintermonaten. Die Linie der Länder und des Bundes sei erstens von hoher Vorsicht statt Leichtsinn geprägt. Zweitens von erhöhter Sorgfalt statt Entwarnung. Drittens die Strategie der Eindämmung statt dem Motto Durchlaufen/Durchseuchen wie z.B. in Schweden. Die Linie gelte für ganz Deutschland. Nach den Beschlüssen wäre eine härtere Gangart einzelner Länder möglich. Weicher allerdings nicht!

Nach wie vor ist die Vermeidung eines generellen Lockdowns im gesamten Land von höchster Priorität! Wer früh(er) handelt könne Infektionsherde schnell(er) eindämmen. Deswegen gehe das regionale Handeln vor dem landesweiten oder bundesweiten Herunterfahren des öffentlichen Lebens.

Die Hotspotstrategie setzt drei Leitplanken, die bundesweit gelten. Erstens einen regional spezifischen Fokus statt landesweiten Shutdown. Zweitens einen Bewertungskorridor von 35 und 50 Inzidenzen pro 100.000 Einwohnern. Drittens einen Handlungsmechanismus bei signifikanten Infektionssteigerungen: Mehr Maske, Weniger Alkohol, Weniger Feiern!

In der aktuellen Lage müsse auch überprüft werden, welch ausländische Krisendestination man in den Ferien ansteuern solle und ob nicht doch ein Urlaub in Deutschland sinnvoller sei. Für die Planungen vieler Reisender wäre ein Vorlauf von 1 bis 2 Tagen für die Ausweisung eines Risikogebietes sinnvoll, wenn für das RKI praktikabel.

Arbeitsplatz, Schule und Kita haben höchste Bedeutung, weit vor dem Feiern. Vernunft, speziell für die Jugendlichen, heiße nicht nur Schutz für sich selbst, sondern auch Schutz für die Nachbarn, für die Eltern, für die Großeltern, für Freunde, für chronisch Kranke, Ältere und auch Behinderte im Land.

Langzeitfolgen von Corona sind bis jetzt noch nicht
absehbar. Für Maskenverweigerungen, Quarantäneverweigerungen und Gastronomieverstöße werden Mindestbußwerte angesetzt. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher verwies auf den Ausbruch in einer Hamburger Bar mit 600 Kontaktnachverfolgungen. Von den Angaben auf den Listen war nicht mal die Hälfte korrekt. Für die Gesundheitsbehörden schwierig. Hier sind auch die Veranstalter gefordert diskrete Angaben zu ermöglichen.

Abschließend verweisen Markus Söder und Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher auf die Geschlossenheit und Einigkeit bei der heutigen Ministerpräsidentenkonferenz.

Presseunterrichtung im Anschluss an die Videokonferenz der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder (36:28 Min.)
https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/ ... hek?query=


Der Söder denkt sich mal wieder: „Immer hat sie das letzte Wort!“ Ich spreche es dann mal laut aus. ;-)

In ihrer Kanzlerinnenrede zur Generaldebatte am 30.09.2020 im deutschen Bundestag ging Merkel auf viele Themenkomplexe ein. So auch auf die deutsche Wiedervereinigung vor 30 Jahren, die Corona-Pandemie, den Bundeshaushalt, das Zukunftspaket, den Klimaschutz, die Zukunftstechnologien und die aktuelle Rolle Deutschlands in der Europäischen Union.

Viele Einblicke speziell zur deutschen Wiedervereinigung, dem Klimaschutz und der Europäischen Union wurden in vorigen Beiträgen teils ausführlich abgehandelt. Andere Themen umfassen die Arbeit der Regierungskoalition.

Zunächst verwies Merkel auf die Wiedervereinigung vor 30 Jahren, die sie als Ostdeutsche Physikerin, Bundesministerin für Frauen und Jugend sowie Umweltministerin begleitete. Bei der vorgezogenen Bundestagswahl 2005 löste sie Gerhard Schröder als Bundeskanzler ab und führte zusammen mit der SPD eine große Koalition bis 2009, der sich bis 2013 eine schwarz-gelbe Koalition anschloss, welche wiederum von 2013 bis heute eine große Koalition folgte.

Mit den Erfahrungen aus der DDR-Vergangenheit hat Merkel einen speziellen Blick auf die Wiedervereinigung. Die Einheit dürfe nicht bei Ost und West halt machen, vielmehr sei die Einheit als ein fortwährender Prozess zu verstehen, der zwischen Stadt und Land verlaufe, zwischen strukturschwach und strukturstark, zwischen alten und jungen Bürgern und mit den Herausforderungen eines Strukturwandels konfrontiert ist. Ziel sei es möglichst gleiche Lebensverhältnisse in Deutschland zu schaffen.

Nachdem sechs Jahre Haushalte ohne Neuverschuldung folgten, bedingte die Corona-Krise in 2020 eine Neuverschuldung von 218 Mrd. Euro und in 2021 eine Neuverschuldung von 96,2 Mrd. Euro. Zwar konnte die Quote von 60% Schulden im Verhältnis zum BIP nicht eingehalten werden, allerdings beträgt die relative Staatsverschuldung im Vergleich mit den Ländern der G7 den niedrigsten Wert. Viele Ausgaben sind als Investitionen in neue Technologien und Ausgaben für den Zusammenhalt eingeplant.

Durch den weltweiten Wirtschaftseinbruch geriet der ursprüngliche Haushalt in Schieflage. Bürgschaften, Kurzarbeitergelder, die Senkung der MwSt., Kindergeld oder Entlastungsbeitrag für Alleinerziehende sorgten für höhere Ausgaben. Speziell der Tourismus, Messen und Ausstellungen, Kunst & Kultur, Schausteller und ähnliche Berufe gilt es bis heute vor den negativen Auswirkungen der Corona-Krise zu schützen: https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... nFile&v=18

Rede von Kanzlerin Merkel bei der Generaldebatte im Deutschen Bundestag am 30.09.2020 (40:05 Min.):
https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/ ... hek?query=


News zur Zuschauerdebatte im Fußball:

DIE BUNDESLIGA SUCHT NACH WEGEN IN DIE NORMALITÄT - DISKUSSION UM DIE RÜCKKEHR DER ZUSCHAUER
https://www.kicker.de/diskussion_um_die ... 9765/thema

15.07.2020, 19:04 Uhr: Zuschauer-Wiederzulassung - DFL-Clubs erhalten Leitfaden für mögliche Fan-Rückkehr
https://www.pnp.de/nachrichten/sport/DF ... 32629.html

15. Juli 2020 um 16:11 Uhr: Leitfaden für die Wiederzulassung von Besuchern - DFB und DFL veröffentlichen Leitfaden für Fan-Rückkehr
https://www.liga3-online.de/dfb-und-dfl ... rueckkehr/

04.08.2020: Endgültige Entscheidung weiter bei politischen Verantwortlichen - DFL-Maßnahmenpaket für Zuschauerrückkehr: keine Gästefans, keine Stehplätze, kein Alkohol
https://www.kicker.de/dfl_massnahmenpak ... 87/artikel

04.08.2020: Taskforce "Zukunft Profifußball" legt im September los - Verteilung der TV-Gelder: Neue Beratungen noch im August
https://www.kicker.de/verteilung_der_tv ... 15/artikel

04.08.2020: Köpenicker stimmten gegen drei Anträge der DFL - Union-Präsident kritisiert "inhaltlich und rechtlich willkürliche Regelungen"
https://www.kicker.de/union_praesident_ ... 34/artikel

04.08.2020: Gemischte Gefühle beim Fanbündnis - "Unsere Kurve": "Uns verwundert, dass..."
https://www.kicker.de/_unsere_kurve_uns ... 42/artikel

04.08.2020: Kommentar zur Zuschauerrückkehr - Die Fankultur bleibt im künstlichen Koma
https://www.kicker.de/die_fankultur_ble ... 31/artikel

10.08.2020: Gästefans, Infektionsketten, Alkohol - 3. Liga berät über Zuschauerfrage
https://www.kicker.de/3_liga_beraet_ueb ... 26/artikel

10.08.2020: Bundesgesundheitsminister Spahn will keine vermeidbaren Risiken eingehen - Klare Tendenz aus der Politik: Bundesliga-Beginn ohne Fans
https://www.kicker.de/klare_tendenz_aus ... 78/artikel

11.08.2020:
Nach Entscheidung der Gesundheitsminister - Keine baldige Fan-Rückkehr: DFL bringt Verständnis auf
https://www.kicker.de/keine_baldige_fan ... 33/artikel

11.08.2020: Rummenigge sieht gute Voraussetzung - So plant Bayern eine Zuschauer-Rückkehr in die Arena
https://www.kicker.de/so_plant_bayern_e ... 40/artikel

27.08.2020: Agnelli: "Der nächste Schritt" - Das steht im ECA-Zuschauer-Konzept
https://www.kicker.de/das_steht_im_eca_ ... 15/artikel

27.08.2020: Stadien und Sporthallen bleiben 2020 wohl leer - "Falsches Signal": Rückkehr der Zuschauer nicht in Sicht
https://www.kicker.de/_falsches_signal_ ... 05/artikel

28.08.2020: Liga denkt an Stufenlösungen ab November - Rückkehr der Zuschauer: DFL will "verbindliche Gespräche" mit der Politik
https://www.kicker.de/rueckkehr_der_zus ... 34/artikel

31.08.2020: Gästefans bleiben außen vor - DFB setzt auf flexible Zuschauer-Rückkehr
https://www.kicker.de/dfb_setzt_auf_fle ... 18/artikel

01.09.2020: Örtliches Gesundheitsamt erteilt Genehmigung - 8500 Fans bei Bundesliga-Auftakt von RB Leipzig zugelassen
https://www.kicker.de/8500_fans_bei_bun ... 01/artikel

03.09.2020: DFL und DFB wollen Studien mitfinanzieren – Wie Seifert die Liga einschwört
https://www.kicker.de/wie_seifert_die_l ... 86/artikel

03.09.2020: DFL präferiert "bundeseinheitliche Regelung" - Fan-Rückkehr: Seifert und die Profi-Klubs sehen keine Wettbewerbsverzerrung
https://www.kicker.de/fan_rueckkehr_sei ... 73/artikel

11.09.2020: Präsidium ergänzt Spielordnung für Zuschauerrückkehr - DFL erlaubt Stehplätze in Ausnahmefällen
https://www.kicker.de/dfl-erlaubt-stehp ... 22/artikel

14.09.2020: Zuschauer-Rückkehr in der Bundesliga - Watzke erwartet "einschneidende Dinge"
https://www.kicker.de/watzke-erwartet-e ... 08/artikel

15.09.2020:
Chefs der Staatskanzleien haben getagt - Söder: "Eine Art Experiment" - Zuschauerfrage: Bund und Länder einigen sich auf sechswöchigen Testbetrieb
https://www.kicker.de/zuschauerfrage-bu ... 09/artikel

15.09.2020: Stimmen zur Zuschauer-Rückkehr bei Sportveranstaltungen - "Erster positiver Schritt" - "Großartige Entscheidung"
https://www.kicker.de/erster-positiver- ... 28/artikel



Beitragvon Alex76 » 13.10.2020, 20:38


Nach wie vor ist das primäre Ziel der Bundesregierung die Eindämmung der Neuinfektionszahlen, so dass ein exponentieller Anstieg vermieden wird und die Gesundheit jedes Einzelnen geschützt wird. Neben gesundheitlichen Aspekten rücken allerdings auch soziokulturelle, wirtschaftliche und verfassungsgarantierte freiheitliche Aspekte in den Fokus.

Die vier Aspekte Gesundheit, Soziokultur, Wirtschaft und Verfassung lassen sich auch als Elemente eines gesellschaftlichen Diamanten verstehen, der unter großem Druck weiter entsteht und seinen Wert gewinnt.


Locker(ungen) vs. Lockdown

Nach dem Lockdown am 23.03.2020 wurden viele Coronamaßnahmen bis in den Sommer durchgesetzt. Im Verlauf der Zeit gingen die Neuinfektionen einhergehend mit den getroffenen Lockerungen runter und das normale Leben schien weiterzugehen.

Aktuell ist die Lage kritisch und wird von den politischen Verantwortungsträgern auch als solche gekennzeichnet.

Sofern die anstehenden Maßnahmen in einem gesunden Verhältnis von Effektivität und Einschneiden in die Grundrechte steht, mag dies auch von der Bevölkerung mitgetragen werden. Was sind also die Treiber der Infektionsverbreitung? Welche Maßnahmen haben geringe positive Wirkungen allerdings einen hohen negativen gesellschaftlichen Schaden?

Rein intuitiv stellt das Beherbergungsverbot für Reisende aus Risikogebieten Deutschlands eine Maßnahme mit geringen positiven Wirkungen dar und gleichzeitig ein Angriff auf die Gastfreundschaft ganzer Bundesländer.

Trotz Föderalismus muss es in Deutschland in dieser Debatte eine einheitliche Lösung geben, die das Gastgewerbe in der Krise stärkt. Ein Flickenteppich mit wechselnden tagesaktuellen Risikogebieten und dem ´Verzehren´ von Testkapazitäten scheint nicht sinnvoll. Jeder Reisende und jeder Gastronom sollte daher mit der AHA-L-Regel und einem guten Hygienekonzept gut gewappnet sein. Eine weitere Zerstückelung und Fragmentierungen von Verordnungen und Regelungen scheint kontraproduktiv und sollte mit Bedacht gewählt werden.

Statt eines Überladens an Informationen eine Lösung, die die Akzeptanz der Bevölkerung stärkt. Was für ein Tourismus ist zu erwarten? Ballermann oder doch normaler (Familien-) Urlaub?

Sinnvoller wäre es die Testungen für Alters- und Pflegeheime zur Verfügung zu stellen, damit den älteren Patienten ein menschenwürdiges Leben ermöglicht werden kann, mit Nähe zu Verwandten und Bekannten. Statt Einsamkeit ein Gefühl von Gemeinschaftswesen.


Auf der Sitzung der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten zusammen mit der Bundeskanzlerin war das Beherbergungsverbot ein kontroverses Thema, welches noch nicht final beschlussfähig war und auf den 8.November verschoben wurde. Für die Bundeskanzlerin steht generell fest: „Wir müssen die Zahl der Kontakte da reduzieren, wo die Corona-Infektionszahlen hoch sind, um unser Gesundheitssystem nicht zu überlasten.“

Zur Presseunterrichtung im Anschluss an die Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten Michael Müller aus Berlin und Markus Söder aus Bayern am 14.10.2020 (42:51 Min.)
https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/ ... hek?query=

Zusammenfassend haben sich die Minister auf der Bund-Länder-Konferenz zu fünf Beschlüssen durchgerungen, die die Maßnahmen bei Erreichen der Inzidenzstufen von 35 bzw. 50 Infektionen binnen 7 Tagen je 100.000 Einwohnern verpflichtend machen.

Maskenpflicht ab 35 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen überall da, wo Menschen dichter beziehungsweise länger zusammenkommen.

Private Feiern sollen bei einem Wert über 35 Neuinfektionen eine Begrenzung von 25 Teilnehmern im öffentlichen und 15 Teilnehmern im privaten Raum nach sich ziehen. Ab 50 Neuinfektionen sollen private Feiern auf maximal zehn Teilnehmer im öffentlichen Raum sowie auf höchstens zehn Teilnehmer aus höchstens zwei Hausständen im privaten Raum begrenzt werden.

Kontaktbeschränkungen sollen bei Übersteigen des 50er Wert bei den Neuinfektionen künftig nur noch maximal zehn Personen im öffentlichen Raum treffen. Sollten die neuen Maßnahmen den Anstieg nicht zum Stillstand bringen, wird dies auf bis zu fünf Personen oder die Angehörigen zweier Hausstände verringert.

Sperrstunde soll bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen um 23 Uhr für die Gastronomie verhängt werden. Bars und Clubs sollen geschlossen werden.

Veranstaltungen sollen bei Überschreiten des 50er Wert auf eine Teilnehmerzahl von 100 Personen begrenzt werden. Ausnahmen bedürfen eines mit dem zuständigen Gesundheitsamt abgestimmten Hygienekonzeptes.


15.10.2020, Stand: 19:50 Uhr: DEUTSCHLAND, CORONA-REGELN - In diesen Bundesländern ist das Beherbergungsverbot schon wieder aufgehoben
https://www.welt.de/politik/deutschland ... kippt.html

15.10.2020, Stand: 12:22 Uhr: DEUTSCHLAND, CORONA-KRISENGIPFEL - Keine Einigung über Beherbergungsverbote – Die Beschlüsse in der Übersicht
https://www.welt.de/politik/deutschland ... blick.html

15.10.2020, Stand: 22:31Uhr: CORONA-LAGE IN DEUTSCHLAND - Ein umstrittenes Verbot fällt in immer mehr Bundesländern
https://www.fr.de/politik/corona-konfer ... 69030.html



Beitragvon Alex76 » 28.10.2020, 23:46


Vom 14.10.2020 bis zum 24.10.2020 haben sich die Neuinfektionen in Deutschland fast verdreifacht. 5132 Fälle wurden am 14.10.2020 dem Robert Koch Institut übermittelt. Am 24.10.2020 betrug der Wert 14.714.

Nach der Ministerpräsidentenkonferenz am 14.10.2020 hat Angela Merkel am 24.10.2020 aufgrund der rapide gestiegenen Infektionszahlen bei einer Fernsehansprache nochmals einen Appell an die Bürgerinnen und Bürger gerichtet, auf nicht notwendige Reisen und Feiern zu verzichten.

Ergänzende Fernsehansprache der Bundeskanzlerin zur Corona-Pandemie: „Das Gebot der Stunde heißt für uns alle: Kontakte reduzieren“ (04:46 Minuten)
https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/ ... hek?query=

Grund der Ansprache sind die stark gestiegenen Infektionszahlen pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tagen in den stark betroffenen Regionen und Metropolen. Speziell die alten Bundesländer weisen recht flächendeckend Werte von mehr als 50 Fällen aus. So auch in Mainz mit 114 Fällen (Stand 26.10.2020), in Kaiserslautern mit 87 Fällen (Stand 26.10.2020) und im Landkreis Kaiserslautern mit 57,6 Fällen (Stand 26.10.2020).

Besorgniserregend ist der Blick ins europäische Ausland, wo Frankreich einen Höchstwert von 52.013 Fällen am 25.10.2020 hatte. Auch sind Spanien mit 20.986 (22.10.2020), Italien mit 21.989 (27.10.2020) , Tschechien mit 15.663 (27.10.2020) und Belgien mit 17.709 (25.10.2020) Infektionsfällen sehr stark von der SARS-Cov2-Pandemie betroffen.


"Wir müssen handeln - und zwar jetzt", erklärte Bundeskanzlerin Merkel nach Beratungen mit den Regierungschefinnen und -chefs der Länder zur aktuellen Situation in der Corona-Pandemie am 28.10.2020.

Zur Presseunterrichtung im Anschluss an die Ministerpräsidentenkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten Michael Müller aus Berlin und Markus Söder aus Bayern am 28.10.2020 (49:58 Min.)
https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/ ... hek?query=

Zusammen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Müller und Bayerns Ministerpräsidenten Söder erläuterte Angela Merkel den Handlungsdruck von Bundesregierung und den Ministerpräsidenten. Dabei ist das Gesundheitssystem mit den Gesundheitsämtern und den Intensivbetten Nadelöhr bei der Eindämmung von Infektionen und Behandlung von akuten Notfällen. Ein weiterer exponentieller Anstieg an Neuinfektionen sei ohne Eingreifen nicht mehr bewerkstelligbar.

Aktuell seien 75% der Nachverfolgungen der Gesundheitsämter nicht mehr rekonstruierbar, was u.a. negative Folgen begleitet mit weiteren steigenden Zahlen an Neuinfektionen hat. Angela Merkel appellierte nochmals an die Vernunft und Solidarität der Deutschen die Kontaktzahlen zu reduzieren und damit auch Ansteckungsgefahren zu vermeiden.

Ähnlich wie im Frühjahr bedarf es einer nationalen Kraftanstrengung, damit die von Bund und Ländern gemeinsam beschlossenen harten Maßnahmen wirken. Dabei waren zwei Prinzipien für die Politiker entscheidungsrelevant. Zum einen, dass das wirtschaftliche Leben in Takt gehalten werden müsse. Zum anderen, dass Schulen und Kitas offenbleiben müssten. Parallel führt dies zu Beschränkungen von Kontakten im Privaten und im Freizeitbereich.

Die zusätzlichen Maßnahmen treten ab dem 2. November bundesweit in Kraft und sind bis Ende November befristet. Bundeskanzlerin und Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder werden sich nach Ablauf von zwei Wochen erneut beraten und ggf. notwendige Anpassungen vornehmen.

Auszug über die wichtigsten Beschlüsse im Einzelnen:

• Wichtigste Maßnahme in der kommenden Zeit wird es sein, Abstand zu halten und Kontakte zu verringern. Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.

• Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit ist daher ab sofort nur mit den Angehörigen des eigenen und eines weiteren Hausstandes gestattet, jedoch in jedem Fall mit maximal 10 Personen (Kontaktbeschränkungen).

• Bürgerinnen und Bürger werden aufgefordert, generell auf nicht notwendige private Reisen und Besuche - auch von Verwandten - zu verzichten. Übernachtungsangebote im Inland werden nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt.

• Institutionen und Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind, werden geschlossen. Dazu gehören unter anderem Theater, Kinos, Freizeitparks, Spielhallen, Bordelle, Fitnessstudios und ähnliche Einrichtungen, der Freizeit- und Amateursportbetrieb auf und in allen öffentlichen und privaten Sportanlagen - mit Ausnahme des Individualsports allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand.

Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, werden untersagt. Profisportveranstaltungen können nur ohne Zuschauer stattfinden.

Gastronomiebetriebe sowie Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen werden geschlossen. Davon ausgenommen sind die Lieferung und Abholung mitnahmefähiger Speisen für den Verzehr zu Hause, sowie der Betrieb von Kantinen.

Dienstleistungsbetriebe im Bereich der Körperpflege wie zum Beispiel Kosmetikstudios und Massagepraxen werden geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen, zum Beispiel Physio-, Ergo- und Logotherapien sowie Podologie/Fußpflege bleiben weiter möglich. Friseursalons bleiben unter den bestehenden HygieneAuflagen geöffnet.

https://www.bundeskanzlerin.de/bkin-de/ ... ss-1805264

Um die von der temporären Schließung betroffenen Unternehmen, Betriebe, Selbstständige, Vereine und Einrichtungen zu unterstützen, ist eine vom Bund finanzierte außerordentliche Wirtschaftshilfe angedacht. So sollen u.a. Gastronomiebetriebe 75% des letztjährigen Monatsumsatzes erhalten.


Ergänzender Kommentar zum (Teil-)Lockdown:

Auf den ersten Blick erscheint der Teillockdown zum jetzigen Zeitpunkt vermeidbar. Mit den Hygienekonzepten wäre ein relativ sicheres Interagieren möglich. Schaut man auf den Zeithorizont, dann sieht man eine riesige Welle auf das Gesundheitssystem zusteuernd.

Das Gesundheitssystem ist mit Intensivbetten begrenzt und diese müssen mit großem Personal betreut werden. Schon jetzt werden von anderen Bereichen Personal herangezogen, um auf steigende Kapazitätsauslastungen gewappnet zu sein. Eine funktionierende Wirtschaft ist auf ein gutes Gesundheitssystem angewiesen, um einen großen Lockdown zu verhindern.

Größter Treiber der Pandemie sind wohl Private Treffen oder Feiern, meist mit Alkohol, die in Abhängigkeit der Teilnehmerzahl oder der Zugehörigkeit zum gleichen/fremden Haushalt die Wahrscheinlichkeit einer Infektion bestimmen. Meist auch ohne Abstand von 1,5 Metern. In einer Gruppe von 9 Personen gibt es 72 (9*8) mögliche Ansteckungswege. In einer Gruppe von 18 Personen gibt es 306 (18*17) mögliche Ansteckungswege. In einer Gruppe von 36 Personen gibt es 1260 (36*35) mögliche Ansteckungswege. Wenn ich mich da jetzt auf die Allgemeine Zeitung Mainz und das Robert Koch Institut verlassen kann.

Mit den getroffenen Beschlüssen wird die große Welle gebrochen, was sich wohl zeitversetzt in den nächsten 14 Tagen zeigen wird. Die Maßnahmen sind proaktiv getroffen und sollten jeden Einzelnen in den Gefahrenmodus setzen die AHA-L-Regeln bis in das Frühjahr beizubehalten. Wichtig ist ein Bewusstsein für alltägliche Gefahrensituation zu wecken, um vermeidbaren Kontakten aus dem Weg zu gehen. Nimmt man das Hygienekonzept von DFB und DFL als Maßstab, dann sollte man überfüllten Nahverkehr zu Stoßzeiten aus dem Weg gehen. Klar muss nichts passieren, allerdings macht man durch Meidung den Nahverkehr sicherer. Also raus aus der Komfortzone!

Alternativ ist jeder Fußmarsch oder jede Fahrt mit dem Fahrrad in akzeptabler Reichweite zur Schule oder zum Arbeitsplatz sicherer in Bezug auf SARS-Cov2 und mildert im Frühjahr eine Grippewelle, quasi wellenbrechend. Dazu noch einen Vitamincocktail, Prost!



Beitragvon Alex76 » 31.10.2020, 22:21


Fritz-Walter wird 100!

Persönlich gehöre ich zu der Generation ohne persönlichen Kontakt mit Fritz Walter. Leider! Allerdings war Fritz Walter beim 1.FCK omnipräsent. Ich kann mich auch noch an den Todestag erinnern mit einer Träne in den Augen. Je näher der 100 Geburtstag rückte, umso größer wird der Respekt und die Anerkennung. Dazu haben viele Aktionen beigetragen. Mit sehr viel Leidenschaft und Liebe wurde Fritz Walter seitens des SWR, des 1.FC Kaiserslautern, des DFB, der Fans, der Fritz-Walter-Stiftung und der Stadt Kaiserslautern gedacht. Nicht überschwänglich, sondern dezent und angemessen zum Charakter von Fritz Walter passend.

Der Blick führt zurück in die Zwanziger Jahres des 20. Jahrhunderts. Am 31.Oktober 1920 ist Fritz Walter in Kaiserslautern zur Welt gekommen. Schon recht früh zeichnete sich sein großes fußballerisches Talent ab, so dass er bereits als Jugendspieler mit 17 Jahren in der ersten Mannschaft des 1.FC Kaiserslautern auflaufen durfte.

Kurz nach dem 2.Weltkrieg formierte er die berühmte Walter Mannschaft, die 1951 und 1953 die Deutsche Meisterschaft erringen konnte. 1954 wurde Fritz Walter zusammen mit seinen Kaiserslauterer Mitspielern Werner Liebrich, Werner Kohlmeyer, Horst Eckel und seinem Bruder Ottmar Walter im Berner Wankdorfstadion Weltmeister. Damals galt der 3:2 Sieg nach 0:2 Rückstand gegen den Olympiasieger Ungarn als große Sensation und ging als Wunder von Bern in die Sportgeschichte ein.

Die Bedeutung von Fritz Walter für Deutschland ist nicht zu unterschätzen. Befand sich Deutschland in der Nachkriegsdepression. Das Land war von den Alliierten besetzt und in weiten Teilen zerstört. Mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft war Deutschland wieder wer. Fritz Walter repräsentierte den Weltmeistergewinn mit großer Demut und Sportsgeist zusammen mit der Mannschaft und Trainer Sepp Herberger. Später fanden regelmäßige Treffen mit den befreundeten Ungarn statt. Diese waren zur damaligen Zeit die beste Mannschaft der Welt mit Spielern um Ferenc Puskás und Sándor Kocsis von der damaligen Spitzenmannschaft Honvéd Budapest.


Kurz zusammengefasst was viele schon wissen. Möchte man mehr erfahren, dann lohnt sich der Weg nach Kaiserslautern mit diversen Anlaufstellen. Persönlich begann meine Fritz Walter Tour bereits am 21.10.2020 mit einer Diskussionsrunde beim SWR in der Kaiserslauterer Außenstelle. Dort wurde ein 45 minütiger Film über Fritz Walter gezeigt, der auch in der Mediathek des SWR abrufbar sein wird. Im Anschluss fand eine Diskussion von SWR-Moderator Tom Bartels über die Werte Fritz Walters mit den Gästen Roger Lewentz (Innenminister RLP), Markus Merk (ehem. Weltschiedsrichter und Aufsichtsratssprecher 1. FC Kaiserslautern), Célia Šaši (ehm. Fußball-Nationalspielerin und erste Preisträgerin der Fritz-Walter- Medaille) und Florian Reis (Der Betze brennt) statt.

Für jeden zugänglich ist die Debatte in der Mediathek des SWR: Wie steht es um die Werte von Fritz Walter heute (Interview von Rudi Michel mit Fritz Walter aus dem Jahr 2000 mit anschließender Diskussion ab 17:15 Min)?
https://www.ardmediathek.de/swr/video/s ... EzMjUxNzU/

Auch der 45minütige Film über Fritz Walter ist in der Mediathek des SWR aufgeführt und zeitversetzt einsehbar: Fritz Walter - Ein Jahrhundert-Fußballer
https://www.ardmediathek.de/swr/video/d ... EzMjM2Mzg/


In der Fruchthalle in Kaiserslautern fand am 24.Oktober 2020 ein Fest von Fans für Fans statt. FCK-Fan und Sponsor Harald Layenberger hat zusammen mit Fußballhistoriker Hagen Leopold das Erbe Fritz Walters der Öffentlichkeit präsentiert. Aufgrund der Corona-Pandemie war das nur an einem einzigen Tag mit einem ausgereiften Hygienekonzept möglich. Der Besuch gab Einblicke in das private Leben von Fritz Walter und sein sportliches Wirken bis zum Kapitän der deutschen Nationalmannschaften.

Momente und Einblicke in die Ausstellung und die Abendveranstaltung können auf der Homepage der 1. Fußballfreunde-Club Palatia 1900 Kaiserslautern e.V. eingesehen werden: https://www.unserfritz.de/


Parallel zur Fruchthalle bietet sich seit dem 4. Oktober 2020 ein Besuch im Theodor-Zink-Museum und dem Wadgasserhof an. Bis zum 20. Dezember 2020 beherbergt das Museum die Sonderausstellung „Das Wunder von Kaiserslautern - Fritz Walter zum 100. Geburtstag“ ein.
http://stadtmuseum-kl.de/


Zweite Anlaufstelle und ergänzend zum Besuch des Theodor-Zink-Museums ist das FCK-Museum im Fritz-Walter-Stadion. Seit dem 31. Oktober 2020 ist dort eine 160 Fotos umfassende Bilderausstellung zum Thema „100 Jahre Fritz Walter“ zu entdecken.
https://fck.de/museum/2020/10/31/ein-ru ... tz-walter/
http://www.fck.de/museum
https://www.initiative-fritz-walter-museum.de/


Bereits am 1. Oktober 2020 stellte im Festsaal der Staatskanzlei Bundesminister Olaf Scholz im Beisein der Ministerpräsidentin des Landes Rheinland-Pfalz Malu Dreyer die Briefmarke zum 100. Geburtstag von Fritz Walter vor. Schön sieht sie aus
https://fritz-walter-wird-100.de/slider/briefmarke
https://www.bundesfinanzministerium.de/ ... alter.html

Zur Fritz Walter Stiftung:
https://fritz-walter-wird-100.de/


Zu Gedenken an Fritz Walter hier im Forum:

Zum 100. Geburtstag von Fritz Walter am 31. Oktober 2020 - Spieler und Fans des FCK erinnern sich (Der Betze brennt)
viewtopic.php?f=6&t=26993

Fritz Walter wird 100: Gala, Filme und Gedenken
https://www.der-betze-brennt.de/news/12 ... denken.php


Fritz Walter im SWR

FRITZ WALTER: 100 JAHRE - 100 TAGE (Fritz Walter Webspecial)
https://www.swr.de/sport/fussball/fritz ... index.html

Fritz Walter - eine Ikone wird 100
https://www.swr.de/sport/fussball/fritz ... index.html

Fritz Walter und sein ungarischer Kontrahent Ferenc Puskas
https://www.swr.de/sport/fussball/fritz ... s-100.html


Fritz Walter im ZDF

Fritz Walter: Prägend wie kein Zweiter
https://www.zdf.de/sport/zdf-sportrepor ... g-102.html


Fritz Walter und der DFB

28.10.2020 - 09:30 //
100 Jahre Fritz Walter: Patenkind Fritz Keller erinnert sich
https://tv.dfb.de/video/100-jahre-fritz ... ich/28850/

30. Oktober 2020, 15:00 Uhr // Unsere Nationalspieler
Mythos Fritz Walter: Eine Seele von Mensch
https://www.dfb.de/news/detail/mythos-f ... 6fc9341b8d

29. Oktober 2020, 17:50 Uhr // Unsere Nationalspieler
Mythos Fritz Walter: Der Macher
https://www.dfb.de/news/detail/mythos-f ... 1066c66174

29. Oktober 2020, 11:45 Uhr // Unsere Nationalspieler
Ein besonderes Verhältnis: Fritz Walter und der "Chef"
https://www.dfb.de/news/detail/ein-beso ... 2eefd160f4

28. Oktober 2020, 17:30 Uhr // Unsere Nationalspieler
Fritz Walter: Weltmeister-Kapitän und erster Ehrenspielführer
https://www.dfb.de/news/detail/fritz-wa ... c2723e2893

27. Oktober 2020, 16:00 Uhr // Unsere Nationalspieler
Mythos Fritz Walter: Der Betze-Bub
https://www.dfb.de/news/detail/mythos-f ... b9a58cd02b

23. Juli 2020, 13:15 Uhr // Persönlichkeiten
Fritz Walter wird 100 – Countdown gestartet
https://www.dfb.de/news/detail/fritz-wa ... 4205069e89

23. Juli 2020, 12:30 Uhr // DFB-Akademie
Keller: "Fritz Walter hatte unglaublichen Umgang mit Menschen"
https://www.dfb.de/news/detail/keller-f ... 1369b50b49



Beitragvon Alex76 » 06.11.2020, 23:29


Die Suche nach einem Investor in Corona-Zeiten – Auf der Suche nach einem Wunder (I)

Corona beherrscht die Bundesliga und die Gesellschaft. Mittlerweile ist der Teillockdown in Deutschland ab dem 2. November 2020 bis Monatsende in Kraft getreten. Dies bedeutet keine Zuschauer im Profisport. Der Amateursport ist unterbrochen.

Für den 1.FCK war die letzte Woche sehr ereignisreich. Es kam zum Abschluss des Planinsolvenzverfahrens am 29.10.2020 im Rahmen der Gläubigerversammlung. Bereits am 20.10.2020 verkündete der 1.FC Kaiserslautern den Einstieg einer regionalen Investorengruppe. Erfreuliche Nachrichten, die den 100sten Geburtstag von Fritz Walter am 31.10.2020 zieren und hoffentlich von größeren Feierlichkeiten im nächsten Jahr begleitet werden, wenn der Verein sich auf die Werte ihres größten Spielers besinnt.

Bisher waren die Festlichkeiten unter Corona-Bedingungen sehr klein gehalten, wie sie ebenfalls für alle Bürger in Deutschland gelten, um sich gegenseitig vor dem Virus zu schützen. Die Ansteckungsgefahr, die von größeren Zusammentreffen ohne ein funktionsfähiges Hygienekonzept ausgeht, ist hoch. Besonders Private Feiern in Kombination mit Alkohol gelten als Treiber der Pandemie, so wie dies im vorletzten Beitrag im ergänzenden Kommentar zum (Teil-)Lockdown anschaulich erklärt wurde.



Allgäuer Latschenkiefer wird neuer Hauptsponsor!

Noch kein Wunder, aber einen neuen Hauptsponsor wurde am 27.08.2020 parallel zur Präsentation des neuen Trikots vorgestellt. Es handelt sich dabei um die Marke Allgäuer Latschenkiefer, die zu Dr. Theiss Naturwaren GmbH gehört. Jährlich werden Zahlungen von rund 800.000 Euro abgerufen, wodurch sich die Einnahmen im Vergleich zur letzten Saison verdoppeln werden. Ziel des Sponsorings sind neben regionalen Aspekten auch Bekanntheits- und Umsatzziele.

Die Pressekonferenz am 27.08.2020 fand im beeindruckenden Homburger Schlossberghotel statt (49:05 Min.):
https://www.youtube.com/watch?v=9PJdS1h ... e=youtu.be

Allgäuer Latschenkiefer weckt Erinnerungen an erfolgreiche Zeiten in der 1.Bundesliga. Zwischen 2010 bis 2014 schmückte Allgäuer Latschenkiefer die Brust der FCK-Profis. Letzte Saison entschied sich das Unternehmen erstmals für eine Präsenz als Ärmelsponsor. Vom Beginn bis heute zeichnete die Partnerschaft eine außergewöhnliche Treue und Loyalität aus, die bis in den Nachwuchsbereich des Vereins reicht. Allgäuer Latschenkiefer ziert auch die Trikotbrust der U21 und die Trikotärmeln aller weiteren FCK-Nachwuchsmannschaften von der U19 bis zur U10.

Sollte der Aufstieg geschafft werden, sind bereits noch weitere verbesserte Zahlungskonditionen verhandelt. Ebenso wie der letztjährige Partner Layenberger verbindet beide Unternehmen eine innovative forschungsintensive Produktvielfalt.

FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt: „Wir freuen uns sehr darüber, dass wir mit der Dr. Theiss Naturwaren GmbH einen langjährigen, verlässlichen Partner an unserer Seite wissen, der in der aktuellen Situation sein Engagement weiter ausbaut und den FCK damit nachhaltig unterstützt. Wir haben von 2010 bis 2014 mit dem Allgäuer-Latschenkiefer-Logo auf der Brust in den Bundesligen gespielt und wir blicken zuversichtlich in die Zukunft, gemeinsam wieder an diese sportlich erfolgreicheren Zeiten anknüpfen zu können.“

Giuseppe Nardi, Geschäftsführender Gesellschafter der Dr. Theiss Naturwaren GmbH: „Die Traditionsmarke Allgäuer Latschenkiefer ist zurück auf dem Betze – damit knüpfen wir an die erfolgreiche Zeit von vor über zehn Jahren an. Wir betrachten unser Engagement als nachhaltige Werbung für unsere Produktreihe, die vor allem bei Muskel- und Gelenkbeschwerden ihre wohltuende Wirkung zeigt und somit perfekt zum Profi-Fußball passt. Gern unterstützen wir den in unserer Region wichtigen 1. FC Kaiserslautern mit unserem Engagement.“

Thorsten Rittersberger, Senior Director SPORTFIVE: „Über das Comeback als Trikotsponsor der Dr. Theiss Naturwaren GmbH freuen wir uns riesig. Es ist schön einen so langjährigen Partner an der Seite des FCK zu haben, dessen Logo das Trikot bereits zu Bundesligazeiten zierte. Seit einer Saison auf dem Ärmel, kehrt die Traditionsmarke nun auf die Brust der Profis zurück.“

Nachrichten zum Hauptsponsoring:

27.08.2020: Pressekonferenz mit dem neuen Hauptsponsor und den Investoren - Wir sehen großes Entwicklungspotential im FCK
https://www.der-betze-brennt.de/artikel ... im-fck.php

27.08.2020: FCK stellt neuen Trikotsponsor vor
https://www.wochenblatt-reporter.de/kai ... llery=null


Abschluss des Planinsolvenzverfahrens

Die Beantragung eines Insolvenzverfahrens ist ein großer Einschnitt in einen Verein, der nicht spurlos an den Beteiligten vorbeigehen kann. Dies betrifft die Spieler und die Verantwortlichen der KGaA und des Vereins. Aber auch Fans und Gläubigergruppen.

Am 15.06.2020 hat Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt beim Amtsgericht Kaiserslautern einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung (Planinsolvenzverfahren) gestellt. Bereits vor dem Insolvenzantrag wurde mit den größten Gläubigern Gespräche über einen Schuldenschnitt geführt, die allerdings zu keinem positiven Ergebnis führten. Hauptgläubiger waren die Quattrex-Sports AG, Lagardère Sports und der potenzielle Investor Flavio Becca.

Mit der Corona-Krise und dem Wegbrechen von wichtigen Ticketeinnahmen hatte sich die finanzielle Lage für den 1.FCK nochmals verschärft. Daher auch der Gang vors Amtsgericht. Bis zum 31.08.2020 fand das sogenannte vorläufige Insolvenzverfahren statt, für das die Kapitalgesellschaft Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit bekam, welches bei positivem Abschluss der Planinsolvenz zurückgezahlt werden muss.

Am 01.09.2020 wurde das eigentliche Insolvenzverfahren in Eigenregie eröffnet. Zusammen mit Sachwalter Dr. Andreas Kleinschmidt soll ein Insolvenzplan erstellt werden, der zum einen die Fortführung der Kapitalgesellschaft vorsieht und zum anderen zur möglichst hohen Befriedigung der Gläubigern führt. Da die Kapitalgesellschaft über keine relevanten Vermögenswerte verfügt, ist die Insolvenzquote im einstelligen Prozentbereich.

Nebenziel der Verantwortlichen um Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt, Sachwalter Dr. Andreas Kleinschmidt und FCK-Generalbevollmächtigter Dirk Eichelbaum war es den eingetragenen Verein aus dem Insolvenzverfahren herauszuhalten. Dieser ist für die Schulden seiner Tochtergesellschaft in der (Mit-)Haftung.

Am 29.10.2020 stimmten die Gläubiger über den finalen Insolvenzplan ab, der von Rechtsanwalt Dr. Frank Schäffler, spezialisiert auf Restrukturierungen und Sanierungen, in Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung des 1. FC Kaiserslautern verfasst wurde. Die Zustimmung der in fünf Gruppen eingeteilten Gläubiger war klar und deutlich mit Ja. Für die FCK KGaA bedeutet das Votum keine Schulden mehr zu haben. Die Gläubiger erhalten damit vier Prozent ihrer Forderungen.

Mit der erfolgreichen Planinsolvenz ist auch die Existenz des Vereins gesichert, wenngleich im Rahmen des Insolvenzplans Gläubiger der KGaA Teile ihrer Forderungen auf den Verein übertrugen, so dass der Verein neben ca. 65% Anteile an der KGaA (Anmerkung: nach Einstieg der Saar-Pfalz-Invest-GmbH mit 33% der Anteile für 11 Millionen Euro und der letztjährigen Investition regionaler Unternehmer) auch sieben Millionen Euro offener Forderungen der Gläubiger erbte.

FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt: "Für uns hier beim FCK ist es ein sehr schwieriges Verfahren gewesen. Ich möchte in diesem Zusammenhang nochmal ganz klar betonen, dass der Weg der Insolvenz in Eigenverwaltung keiner war, den wir uns ausgesucht haben. Er war alternativlos. Dass die Gläubiger am Ende hier viel Geld verloren haben, das ist uns bewusst und nichts, was uns glücklich stimmt.

Vorsitzender des Beirats der 1. FC Kaiserslautern Management GmbH, Dr. Markus Merk, dankt der Sachwaltung, dem Gläubigerausschuss, dem Insolvenzgericht sowie der Geschäftsleitung für deren Einsatz: „Sie alle haben – einigen Unwägbarkeiten zum Trotz – bei der Sanierungslösung und der konkreten Gestaltung des Insolvenzplans eng und konstruktiv zusammengearbeitet. Deswegen können wir das Verfahren in Kürze beenden, neu beginnen und uns gemeinsam mit unseren Investoren der Saar-Pfalz-Invest GmbH engagiert auf die kurz-, mittel- und langfristigen Ziele des FCK konzentrieren.“

FCK-Generalbevollmächtigter Dirk Eichelbaum: "Ich bin sehr froh darüber, dass wir in dieser ambitionierten und kurzen Zeit das Verfahren - noch rechtzeitig vor Fritz Walters 100. Geburtstag - erfolgreich abschließen konnten. Das war unser Ziel, als wir im Juni hier angetreten sind und das haben wir erreicht. Als ich heute Morgen das regnerische Wetter gesehen habe, dachte ich schon: Das passt, das is 'em Fritz sei Wetter'. Ich bedanke mich bei den Gläubigern für das Vertrauen, das sie in uns gesetzt haben. Wirtschaftlich hat der Klub jetzt erst einmal den Rücken frei. Ich hoffe, dass sich jetzt bald auch der sportliche Erfolg einstellt."

Sachwalter Dr. Andreas Kleinschmidt: "Wir sind heute in die Nachspielzeit eingebogen, in Kaiserslautern weiß man ja aber, dass auch in der Nachspielzeit noch etwas passieren kann. Die Gläubiger haben dem Insolvenzplan zugestimmt, der denke ich einen fairen Ausgleich zwischen den Interessen der Gläubiger und der Zukunftssicherung des Vereins schafft. Ich bin sehr dankbar, dass dieser Weg angenommen wurde und jetzt bestritten werden kann, weil ich glaube, dass er dem Verein und der Kapitalgesellschaft ermöglicht, auf einem soliden wirtschaftlichen Fundament sportlichen Erfolg aufzubauen."

Weitere Nachrichten zum Insolvenzverfahren:

15.09.2020: Wie hart trifft die FCK-Insolvenz den Verein?
https://www.swr.de/sport/fussball/1-fc- ... z-100.html

07.10.2020: Nach gescheiterter Zinsstundung der Betze-Anleihe II - Wie groß ist die Insolvenzgefahr für den 1. FC Kaiserslautern e.V.?
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland ... v-100.html

26.10.2020: 200.000 Euro für Bachmann offen - FCK: Auch Außenstände in Würzburg
https://www.kicker.de/fck-auch-aussenst ... 99/artikel

29.10.2020: Angestrebter Schuldenschnitt vollzogen - FCK: Gläubigerversammlung nimmt Insolvenzplan an
https://www.kicker.de/fck-glaeubigerver ... 30/artikel

29.10.2020: Kommentierende Analyse zur Situation beim FCK - Der Schuldenschnitt an sich ist noch nichts wert
https://www.kicker.de/der-schuldenschni ... 86/artikel

29.10.2020: Insolvenzverfahren abgeschlossen - Gläubiger stimmen Insolvenzplan und Schuldenschnitt für FCK KGaA zu (Der Betze brennt)
viewtopic.php?f=3&t=26988

29.10.2020: Gläubiger stimmen Insolvenzplan für FCK KGaA zu
https://fck.de/de/glaeubiger-stimmen-in ... k-kgaa-zu/


4-Säulen-Modell: Einstieg regionaler Investoren!

Mit dem Beschluss zur Ausgliederung in 2018 haben sich die Mitglieder auf das sogenannte 4-Säulen-Modell geeinigt. Hierbei werden unterschiedliche Investoren(gruppen) angesprochen:
- Fans als Investoren
- Investoren & Sponsoren aus der Region
- Stille Gesellschafter
- Großunternehmen & Finanzinvestoren

Ursprünglich war vorgesehen, dass die einzelnen Säulen gleichmäßig aufgefüllt werden mit jeweils 25% Anteilen. Dem Verein obliegt die Besetzung von drei Plätzen im Beirat der 1. FC Kaiserslautern GmbH & Co. KGaA. Dafür bedarf es der Mitgliedschaft im Aufsichtsrat des Vereins. Zwei weitere Plätze werden an größere Investoren(gruppen) vergeben, so dass der Beirat laut Satzung aus maximal fünf Personen bestehen darf.

Der Beirat ist ein wichtiges Gremium, da er die Geschäftsführung der Kapitalgesellschaft bestellt und zusammen mit dem Aufsichtsrat der GmbH & Co. KGaA diese überwacht. Aufgrund des Abstiegs von der zweiten in die dritte Liga ist der Vereinswert drastisch gefallen. Aktuell erwarb die Saar-Pfalz-Invest-GmbH 33% der Anteile für 11 Millionen Euro. Im letzten Jahr wurden bereits 700.000 Euro für 2,3% der Aktienanteile beigesteuert.

Markus Merk, Beiratsvorsitzender des FCK: „Die Regionalen Investoren sichern mit ihrer Investition von rund 11 Millionen Euro das Bestehen unseres Clubs und bilden damit das Fundament für eine positive Zukunft. Die Investorengruppe verdient, insbesondere in dieser wirtschaftlich schwierigen Zeit, unsere uneingeschränkte Wertschätzung. Dennoch darf der Verein nicht ruhen. Wir müssen gemeinsam weiter daran arbeiten, unseren FCK wirtschaftlich und sportlich zu stärken.“

FCK-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt: „Wir sind sehr dankbar für dieses außergewöhnliche Bekenntnis zum FCK und das damit verbundene Vertrauen in unseren Club. Dieses deutliche Signal, dass erfolgreiche Unternehmer aus der Region an die Zukunft des FCK glauben und in diese investieren, ermöglicht uns nun, gestärkt einen weiteren strategischen Partner zu finden.“

Weitere Nachrichten zur Investorensuche:

16.04.2019: Sechs regionale Unternehmer investieren in den FCK
https://fck.de/de/sechs-regionale-unter ... n-den-fck/

20.10.2020: Saar-Pfalz-Invest GmbH erwirbt 33 Prozent der Anteile - "Gut angelegtes Geld" beim FCK: Regionales Investorenbündnis steigt ein
https://www.kicker.de/gut-angelegtes-ge ... 61/artikel

20.10.2020: Ein starkes Zeichen in schwierigen Zeiten – Regionales Investorenbündnis steigt mit 33 % beim FCK ein
https://fck.de/de/ein-starkes-zeichen-i ... m-fck-ein/



Beitragvon Alex76 » 14.11.2020, 10:23


Die Suche nach einem Investor in Corona-Zeiten – Auf der Suche nach einem Wunder (II)

Durch die DFB-Ausnahmeregelung in Folge der Corona-Krise war es möglich eine Insolvenz ohne Abzug von 9-Punkten durchzuführen. Soeren Oliver Voigt, FCK-Generalbevollmächtigter Dirk Eichelbaum und Sachwalter Dr. Andreas Kleinschmidt handelten mit den Gläubigern einen Insolvenzplan aus, der eine Insolvenzquote von 4% vorsieht. Zusammen mit den Insolvenzkosten tragen die regionalen Investoren die Gesamtkosten.

Aus der Vielzahl an Gläubigern wurden im Vorfeld fünf Gläubigergruppen gebildet. Damit der der Plan realisiert werden kann, muss jede Gruppe zustimmen. Von 75 Stimmen aus allen Gruppen gab es lediglich eine Gegenstimme. Ein Teil der 75 Stimmen wurde von Bevollmächtigten abgegeben. Persönlich anwesend waren bei der Gläubigerversammlung rund 40 Personen. Von den rund 18.000 Gläubigern waren die absolute Mehrheit Dauerkarteninhaber, die aufgrund der Geisterspielansetzungen das Recht hatten nicht erbrachte Leistungen geltend zu machen. Rund 2400 Gläubiger haben dies angemeldet.

Unter die Gläubiger fallen auch die Vereine Würzburger Kickers oder die SG Sonnenhof Großaspach, die auf einen Teil der Ablösesummen verzichten müssen. 96% der Forderungen entfallen. Neben den großen Gläubigern um Quattrex-Sports AG, Lagardère Sports und dem potenziellen Investor Flavio Becca mussten viele Kleingläubiger bedient werden. Nach dem erfolgreich abgeschlossenem Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung (Planinsolvenzverfahren) sind die 24 Millionen Euro Schulden der Kapitalgesellschaft getilgt.

Rückblickend ist das absolvierte Insolvenzverfahren der Abschluss einer Phase von wirtschaftlichen Problemen, die im Zuge des Ausbaus zum WM-Stadion begonnen haben. Begleitet mit externen Ereignissen, die die finanziellen Belastungen vergrößerten. So z.B. die Kirchkrise 2002, die zu erheblichen Mindereinnahmen bei den TV-Geldern führte oder auch die Selbstanzeige bzgl. der Persönlichkeitsrechte, welche wohl auch Usus zur damaligen Bundesligazeit war. Zudem musste das WM-Stadion sehr kostenintensiv nachgerüstet werden. Und auch die Ost- und Westtribüne mussten extra für die WM neu gebaut werden.

Schaut man von der Stadt hoch Richtung Stadion, dann wirkt das Fritz Walter Stadion extrem überdimensioniert. Je nach Blickrichtung oder Standpunkt anders. Als Nicht-FCK-Fan würde man wohl auf Größenwahn des FCK deuten. Persönlich als FCK-Fan denkt man an das erste bewusst im Fernsehausschnitt gesehene Fußballspiel des FCK im Bochumer Ruhrstadion nach, dass unter Flutlicht die Faszination für den Fußball geweckt hat. Früher glich der alte Betzenberg dem Bochumer Ruhrstadion.

Neben den harten finanziellen Faktoren gibt es auch weiche Faktoren, die den Wert des FCK in der Bevölkerung abwerteten. So war das Gerechtigkeitsempfinden von Subventionen in den WM-Bau, welche die europäische Kartellbehörde für den Anlass einer WM billigt(e), häufig Themen in Diskussionen. Subventionen in ein pures Vereinsstadion dürfen kartellrechtlich nicht erfolgen! Die Gerechtigkeitsdebatte wurde zu Lasten der Sympathie von vielen anderen Vereinen im Umkreis des FCK geführt, was letztlich auch die Sponsoringnachfrage negativ belastete.

Nicht nur Sponsoren wurden vergrault, auch viele Zuschauer und Fans waren verstimmt. Letztlich diejenigen, die das Kapital des Vereins waren und noch heute sind. Das Fritz Walter Stadion benötigt einen Zuschauerschnitt von 25.000 Zuschauern, um optisch voll zu wirken. Generell muss man von der öffentlichen Wahrnehmung als „Schuldenberg“ wegkommen zu einer nachhaltigen Geschichte. Oder wie es Sachwalter Dr. Andreas Kleinschmidt formulieren würde: Wir befinden uns in der Nachspielzeit!


Vom Naming Right Substitut zur Naming Right Alternative

Viele moderne Stadien in den ersten drei Bundesligen sind mit einem Naming Right versehen. Diese generieren jährliche Einnahmen, um die Stadionkosten zu finanzieren. Laut Vereinssatzung des 1.FC Kaiserslautern ist der Stadionname geschützt, zu Recht! Erinnert dieser an Kaiserslauterns berühmtesten Sohn. Für eine kommerzielle Nutzung wie bei den gewöhnlichen Naming Rights ist der Stadionname nicht geeignet.

Stattdessen gilt es für den 1.FC Kaiserslautern Ideen zu entwickeln, die ein Substitut zum Naming Right darstellen. Wobei viele Vereinsbosse den Begriff Substitut mit einer Schockstarre registrieren würden, da er die kommerziellen Naming Rights eventuell entwerten könnte. Eine Alternative zum gewöhnlichen Naming Right klingt charmanter und würde die Wettbewerbsfähigkeit des 1.FC Kaiserslautern sichern.

Vorgeschichte zur Naming Right Alternativen:

Als erster Verein in Deutschland gelang es dem Hamburger Sportverein mit dem Partner AOL im Juli 2001 das Naming Right in Deutschland zu etablieren. Statt dem werbefreien Volksparkstadion als Name, gingen die Zuschauermassen nun bis Juni 2007 in die AOL-Arena, bis Juni 2010 in die Nordbank Arena, in die Imtech-Arena und heuer wieder ins Volksparkstadion.

Pro Jahr konnten so 3,5 Millionen €/Jahr aus dem Verkauf der Namensrechte erwirtschaftet werden. Bei der Allianzarena beläuft sich die Summe auf 6 Millionen €/Jahr und der Signal Iduna Park in Dortmund beschert dem BVB Erlöse in Höhe von 5,8 Millionen €/Jahr.

Nehme man den HSV als Beispiel, so käme man innerhalb von 15 Jahren auf Gesamteinnahmen in Höhe von ca. 50 Millionen € (diskontiert auf das Basisjahr 2001). Auch für den FC Bayern München, dem BVB oder kleineren Vereinen wie z.B. Mainz dient das Naming Right als ein nicht zu unterschätzender Posten in der Bilanz. Wild geschätzte 66% aller Erst-und Zweitligisten haben einen Naming Right Partner!

Naming Right Alternative zur Wettbewerbsfähigkeit

Im Winter 2007 reifte die Idee der Naming Right Alternative, welche speziell auf die Besonderheiten und Bedürfnisse des Stadionnamens in Kaiserslautern angepasst werden sollte. Seit dem 2.November 1985 trägt dieses den Namen des Ehrenspielführers der deutschen Nationalmannschaft: Fritz Walter. Eher zufällig, im tristen Zweitligaalltag, entwickelte sich die Idee aus einer Debatte über die finanzielle Schieflage des 1.FC Kaiserslautern. Aus der Vergangenheit hafteten noch diverse Altlasten (Steuernachzahlungen, Verkauf des vereinseigenen Stadions, …) am Verein.

Das ursprüngliche Konzept zum Erhalt des Namens Fritz-Walter-Stadion sah zwei Unternehmen vor, welche den Stadionnamen schützen vor dem branchenüblichen Naming Right. Neben einer informativen Berichterstattung in den Printmedien, wäre im Bereich der mittleren Werbebande im Fernsehfokus der Name Fritz Walter Stadion, umrahmt von zwei „Namensschützern“. Durch die Bandennutzung könnte eine jährliche Summe von vorsichtig geschätzten ca. 2,5 Millionen €/Jahr in der 1.Bundesliga (1,5 Millionen in der 2.Bundesliga) erzielt werden.

Die Idee und eine Sogwirkung…

Aus der Idee und einer dezenten viralen Marketingkampagne entwickelte sich im Sommer 2008 in Braunschweig das Konzept Eintracht-Stadion, welches der damals drittklassigen Eintracht immerhin zusätzliche finanzielle Mittel in Höhe von 250.000€ bescherte (Vgl. Interview mit Dr. Lutz Tantow, Landessparkasse Braunschweig, in der Zeitschrift 11Freunde). Nebenbei spürte man in Braunschweig einen gestiegenen Zusammenhalt, der die gelb blauen Löwen sogar ein Jahr in die Bundesliga schwemmen sollte.
https://11freunde.de/artikel/eintracht- ... cht/568813

Mit dem Aufstieg von der 3.Liga in die 2.Bundesliga steigen sowohl die Stadionzuschauerzahlen als auch die TV- und Printkontakte. In der 1.Bundesliga würden zusätzliche Medienkontakte auf die Namensgebung aufmerksam gemacht haben. Neben dem sympathischen Auftreten der Braunschweiger Fans, berichtete man aus dem Stadion an der Hamburger Straße oder aus dem Eintracht-Stadion.

Analog zum Eintracht-Stadion gebar auch die TSG 1899 Hoffenheim, ebenfalls im Sommer 2008, den Namen Rhein Neckar Arena. Auch hierbei fungierten wie in Braunschweig fünf lokale Unternehmen als Namensstifter, welche ca. 2,5 Millionen €/Jahr zusätzliche Einnahmen aufbrachten.

Zur Saison 2017/18 sicherte sich die Consorsbank die Namensrechte am Stadion in Nürnberg für drei Jahre, verzichtete jedoch auf ein klassisches Namens-Sponsoring, sondern rief zu einem Crowdfunding auf, um die Umbenennung in Max-Morlock-Stadion zu ermöglichen. Unterstützer beteiligten sich mit insgesamt 330.000 €, die Bank übernahm 2,4 Millionen €.
Die Nürnberger-Lösung, mit mindestens einem Unternehmen, ist der ursprünglichen Lösung für das Fritz-Walter-Stadion am ähnlichsten. Generell lebt der professionelle Fußball nicht nur von Wettbewerb, sondern auch von Kooperationen.

Zahlenspiel

Wie Eingangs bereits dargestellt ist das Naming Right für den Profifußball, Handball, Basketball, Eishockey und diversen anderen Sportarten elementar wichtig und sichert die internationale Wettbewerbsfähigkeit der jeweiligen Vereine.

Zählt man in der 1.,2. und 3. Bundesliga die jährlichen Einnahmen aus den Namensrechten zusammen, so kommt man wohl auf eine Summe von mindestens 50 Millionen € im Jahr. Stellvertretend die Fußballbundesliga in der Saison 2015/2016:
Allianz (6 Millionen €), Bayer (2,5 Millionen €), WWK (1,4 Millionen €), Veltins (6 Millionen €), Signal Iduna (5,8 Millionen €), Wirsol (3,2 Millionen €), Commerzbank (4 Millionen €), Coface (1,9 Millionen €), Rheinenergie (2,5 Millionen €), HDI (2,6 Millionen €), Mercedes (1 Million €). Insgesamt werden somit 38 Millionen € erwirtschaftet.

In der 2. Bundesliga wurden 7-8 Millionen € in der Saison 2015/2016 umgesetzt.

Schaut man auf den HSV, so erwarb Klaus-Michael Kühne 2015 für vier Jahre die Namensrechte am Stadion, das seit dem 1. Juli 2015 – 14 Jahre nach der ersten Umbenennung – wieder „Volksparkstadion“ heißt. Mit diesem Ansatz erhält der HSV 4 Millionen €/Jahr.

Für immer Fritz-Walter-Stadion!

Für das Fritz-Walter-Stadion würden sich hier seit der Saison 2008/2009 Einnahmen von 1 bis 2,5 Millionen € ergeben in Abhängigkeit der jeweiligen Liga. Unverdient wären diese Gelder nicht. Tendenziell eher verdient.

Mit dem Ansatz des Namensschützers (Fritz-Walter-Stadion) bzw. des lokal verankerten Naming Rights (Eintracht-Stadion bzw. Rhein Neckar Arena) besteht ein Interessenskonflikt mit dem Vermarkter Lagardère, die mehrere Naming Rights betreu(t)en. Unter anderem auch die Arena in Frankfurt! Unter anderem auch das Stadion in Hamburg! Unter anderem auch…

Mit einer im Nachgang etwas entspannter - zeitlich verzögerter Finanzierung - wurden somit (etwas zuungunsten des 1.FC Kaiserslautern e.V.) weitere Stadionprojekte mittelfristig realisiert, die das Naming Right als Basis ihrer Finanzierung hatten.

Ich finde das FCK-Modell hat einen nostalgisch innovativen Charme in einer Zeit der fortgeschrittenen Kommerzialisierung. Für den FCK wäre es ein Substitut zum klassischen Naming Right. Für die Bundesligisten eine Alternative! Würde man die Zahlen hoch rechnen, hätte die Möglichkeit bestanden die Anleihe (6,5 Millionen €) zurückzuzahlen und den Verein zu entschulden (7,5 Millionen €). Trotz Liga 3!

Auf der Suche nach geeigneten Partnern!

Nochmals kurz zusammengefasst bedeutet die Naming Right Alternative für das Fritz-Walter-Stadion, dass zwei Unternehmen die Namensrechte am Fritz-Walter-Stadion kaufen ohne sie auszuüben. Mit der Bereitstellung zweier Werbebanden neben dem Schriftzug Fritz Walter Stadion könnte man diesen Zusammenhang kommunikativ optisch darstellen. Theoretisch ließen sich auch fünf Unternehmen finden, welche zusammen eine jährliche Summe von 2,5 Millionen € bereitstellen.

Also bei fünf Unternehmen, die wos den Stadionnamen erhalten, kriegst quasi als solide geführter 1.FC Kaiserslautern e.V. 2,5 Millionen € in der ersten Liga. In der zweiten wirst vielleicht 1-1,5 Millionen € bekommen. Satzungskonform! Rechnest das Ganze auf die Zeit, dann kommst du auf folgende Werte:

2008/2009 zwischen 1-1,5 Millionen € (Liga 2)
2009/2010 zwischen 1-1,5 Millionen € (Liga 2)
2010/2011 ca. 2,5 Millionen € (Liga 1)
2011/2012 ca. 2,5 Millionen € (Liga 1)

2012/2013 zwischen 1-1,5 Millionen € (Liga 2)
2013/2014 zwischen 1-1,5 Millionen € (Liga 2)
2014/2015 zwischen 1-1,5 Millionen € (Liga 2)
2015/2016 zwischen 1-1,5 Millionen € (Liga 2)
2016/2017 zwischen 1-1,5 Millionen € (Liga 2)
2017/2018 zwischen 1-1,5 Millionen € (Liga 2)
2018/2019 ca. 1 Million € (Liga 3)
2019/2020 ca. 1 Million € (Liga 3)
2020/2021 ca. 1 Million € (Liga 3)

Insgesamt: Zwischen 16-18 Millionen € pessimistisch betrachtet.

Da mit diesen Mehreinnahmen auch die sportliche Wettbewerbsfähigkeit entsprechend hätte gestärkt werden können und so die Wahrscheinlichkeit eines Abstiegs 2011/2012 entsprechend hätte minimiert werden können bzw. die Wahrscheinlichkeit eines Aufstiegs hätte erhöht werden können, in den Folgesaisons, so hätte man evtl. auch ab der Saison 2012/2013 mit an die 2,5 Millionen planen können! Käme somit auf ein Volumen von 29,5-30,5 Millionen € im optimistischen Fall.

Der richtige Zeitpunkt!

In diesem Jahr, am 31.10.2020 jährte sich der 100. Geburtstag von Fritz-Walter. Gerade jetzt ist ein optimaler Zeitpunkt, um dieses Format quasi in der Nachspielzeit zu realisieren! Sich auf die Werte zu berufen und Krisen anzugehen und zu meistern.

Der DFB prämiert seine besten Jugendspieler jährlich mit der Fritz-Walter-Medaille, was verdeutlicht, dass der Stadionname auch für den DFB wichtig und schützenswert ist.

Mehr als 60 Jahre nach dem Wunder von Bern, sowie einer langen Phase von diversen Naming Rights, welche Geld in die Kassen der Bundesligavereine und Stadionträger spülte, ist die Zeit gekommen auch in Kaiserslautern die Stadionfinanzierung aktiv zu stemmen; und somit der aufkommenden Kritik des Bund der Steuerzahler entgegen zu treten.

Wer uns findet, findet uns gut! So lautet ein Slogan der Stadt Kaiserslautern.



Beitragvon Alex76 » 20.11.2020, 23:11


Die Suche nach einem Investor in Corona-Zeiten – Auf der Suche nach einem Wunder (III)

Sportlich dümpelt der 1.FC Kaiserslautern aktuell in der 3.Liga. Wirtschaftlich hat die Beendigung des Planinsolvenzverfahren die Kapitalgesellschaft entschuldet. Auf dem eingetragenen Verein lasten Zahlungsverpflichtungen von ca. 7 Millionen €.

Der Blick in die Tageszeitung ist nicht verheißungsvoll. Dort die Auswirkungen von Corona. In Ungarn und Polen haben die Staatschefs bei einem EU-Videogipfel die Corona-Konjunkturhilfen und den EU-Haushalt für die nächsten sieben Jahre blockiert. Diese sind an Rechtsstaatsprinzipien geknüpft und sollen auch Korruptionen entgegenwirken.

Was gibt in diesen schweren Zeiten Hoffnung? Mindestens zwei Impfstoffe können Ende dieses Jahrs bzw. Anfang des neuen Jahrs auf den Markt kommen, was insofern bemerkenswert ist, da eine Marktzulassung normalerweise länger dauert.


Der 1.FCK und die Europäische Idee

Solidarität und gemeinschaftliche Hilfe sollten das Verhalten für EU-Bürger prägen und leiten. Natürlich im erträglichen Rahmen und auch mit gegenseitigem Verständnis und Respekt vor dem jeweiligen Land.

Die kulturelle Vielfalt Europas ist groß. Reicht von coolen Isländern, über saunaliebhabende Finnen und sonnengebräunten Spaniern und Griechen, die im Schatten liegend vom FC Sevilla oder einem griechischen Spitzenclub träumen. Fußball verbindet Kulturen. Fußball emotionalisiert die Massen sowohl in Europa als auch auf der ganzen Welt. Daneben gibt es auch weitere Sportarten, die ähnliche Begeisterungen entfachen können und bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen ihren Höhepunkt finden.

So ist es auch erfreulich, dass der 1.FCK die europäische Idee früh verinnerlicht hat und Hilfskonvois nach Kroatien und Bulgarien organisierte. Dafür haben sich der Fanbeirat des 1.FCK sowie der ehemalige Präsident Norbert Thines eingesetzt. 2000 Kilometer quer durch Europa reichte die Strecke 1994 von Kaiserslautern nach Tarnovo in Bulgarien. Bei einer Geschwindigkeit von 100 km/h braucht man dazu 2o Stunden, wenngleich die Autobahnen und Straßen zur damaligen Zeit auf ein großes Abenteuer deuteten. Die LKWs waren vollbeladen mit Hilfsgütern, die von den Fans gespendet wurden. Auch Bayer Leverkusen ließ die Kontakte zum Bayerwerk spielen und spendete Arzneimittel für das Krankenhaus in Tarnovo.

Am 7.Februar 1992 wurde der Vertrag von Maastricht (Vertrag über die Europäische Union, EUV) unterzeichnet, der seit der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft 1957 (Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union, Römische Verträge, AEUV) als größter Baustein auf dem Weg zur Europäischen Union gilt. In Kraft trat der Vertrag von Maastricht nach einem zweiten dänischen Referendum erst am 1.November 1993.

Die europäischen Staaten einigten sich auf drei Säulen der europäischen Union. Erste Säule ist die Europäische Gemeinschaft bestehend aus Agrarpolitik, Zollunion und Binnenmarkt, Handelspolitik, Wirtschafts- und Währungsunion, Bildung und Kultur, Forschung und Umwelt, Gesundheitswesen, Verbraucherschutz, Sozialpolitik und der Zusammenarbeit im Bereich Kernenergie. Die zweite Säule fußt auf einer Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik, die den Fokus auf Gemeinsame Positionen, Friedenserhaltung, Menschenrechte, Demokratie, Hilfe für Nicht-EU-Staaten, gemeinsames Vorgehen in der Sicherheitspolitik, Kampf gegen Terrorismus und gemeinsame Truppen richtet. Dritte Säule umfasst die Polizeiliche und justiziable Zusammenarbeit. Hier agieren die Staaten zusammen im Kampf gegen die organisierte Kriminalität, Einwanderungs- und Asylpolitik, Zusammenarbeit in Zivil- und Strafprozessen und der polizeilichen Zusammenarbeit.

Zur Veränderung der EU-Gründungsverträge müssen neue völkerrechtliche Verträge, sogenannte Änderungsverträge, abgeschlossen werden. An der Stelle möchte ich nicht in die Tiefe steigen, sondern betonen, dass unter der EU 27 Länder mit 450 Millionen Einwohner subsumiert sind, die „In Vielfalt geeint“ sind.


Nachspielzeit in Kaiserslautern! Nachträgliche Gläubigerlösung und Gründung einer gGmbH ?!

Sportlicher sollte da schon der Blick nach Kaiserslautern sein, wo die Finanzen den Sport in den Schatten drängten. Nach wie vor besteht die Hoffnung auf Basis der Naming Right Alternative einerseits eine erweiterte nachträgliche Gläubigerlösung zu realisieren, andererseits die zukünftige sportliche Wettbewerbsfähigkeit des 1.FC Kaiserslautern sicherzustellen.

Nachträgliche Gläubigerlösung!
Eine Insolvenzquote von 4% ist recht wenig. Für diejenigen Selbständigen, die z.B. ein mittelständiges Unternehmen im Handwerk betreiben und in Vorleistungen getreten sind, bedeuten Zahlungsschwierigkeiten extreme Sorgen. Sollten aus der Naming Right Alternative nachträgliche Einnahmen erzielt werden, dann könnten diese in einen Entschädigungstopf fallen und für eine erweiterte faire Gläubigerlösung zur Verfügung stehen. Somit könnten auch die Schulden des eingetragenen Vereins getilgt werden..

Gründung einer gemeinnützigen GmbH
Zusätzlich und unabhängig von der Fritz-Walter-Stadion GmbH soll der Verein mit einer gemeinnützigen GmbH fit für die Zukunft gemacht werden. Die Vermarktung eines Vereins in einer strukturschwachen Region ist nicht einfach. Eher herausfordernd. Umso wichtiger ist es, dass neue Ansätze entstehen, die das Stadion füllen helfen. Da wo der Verein bzw. die KGaA sich im Graubereich bewegen würden (Vertrag mit Lagardère bzgl. Namensrechte), besteht für die gGmbH bzw. den Verein die Möglichkeit innovative Konzepte zu entwickeln. Im Optimum wäre ein großer runder Tisch zielführend, um die Interessenlage zu erörtern und die Partnerschaften neu zu befruchten.

Nebst Verein und GmbH & KGaA besteht die Möglichkeit der gemeinnützigen GmbH weitere Arbeitsplätze zu schaffen, die regional verankert und indirekt mit dem 1.FCK zu tun haben. Warum gemeinnützig?
Viele Ziele der gGmbH sind unter dem Begriff Gemeinnützigkeit abgedeckt.
Laut § 52 Abs. 2 AO sind u. a. folgende Ziele als gemeinnützig anzuerkennen (unvollständige Aufzählung):
• die Förderung von Wissenschaft und Forschung
• die Förderung von Bildung und Erziehung
• die Förderung von Kunst und Kultur
• die Förderung von Völkerverständigung
• die Förderung des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege
• die Förderung des Sportes
• die Förderung der Entwicklungszusammenarbeit
• die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke (seit 1. Januar 2007)
• die Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege (neu bzw. zu erweitern: Klimaschutz!)

Zweck der gGmbH könnte (in Teilbereichen) der Betrieb, Vermarktung und Finanzierung von Sportstätten in Rheinland-Pfalz sein. Daher liegt ein großer Fokus auf den Bereichen Sport, Architektur, Tourismus, Kunst und Kultur.

Die gGmbH wäre in der Lage eine Mietentlastung an den Verein direkt weiterzugeben und die Instandhaltung/Investitionen ins Stadion zu gewährleisten. Dazu kämen die weiteren Betriebskosten.

Zu denken wäre mittelfristig z.B. auch an eine Großsporthalle in Mainz, die auf den Handball und Eishockey abzielt. Ich betrachte es schon mal sportlich: Kernkompetenz Handball, Nebenkompetenz Fußball,… So ein bisserl Überheblichkeit holt scho soin.

In Corona-Zeiten leicht verdrängt ist die Klimakrise mit den Folgen des Klimawandels für uns alle. Auch hier ist eine Zusammenarbeit mehrerer (eigentlich alle) Länder erforderlich, um für ein Wunder zu sorgen und gewährleisten, dass das Pariser Klimaabkommen erreicht wird.


Nächste Beiträge:
Von der Naming Right Alternative zum Fondskonzept für die 3.Liga und die HBL, BBL, DEL???
Fritz-Walter und seine Werte in der heutigen Zeit!




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